DE19960644A1 - Regelbares Rückhaltesystem für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Regelbares Rückhaltesystem für KraftfahrzeugeInfo
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Abstract
Es wird ein regelbares Rückhaltesystem für Kraftfahrzeuge beschrieben, welches wenigstens einen Crash-Sensor, der einen Aufprall sensiert und ein entsprechendes Signal generiert, sowie eine Anzahl von Rückhaltekomponenten, wie Airbags, Gurtstraffer, Kniepolster und elektromotorisch verfahrbare Kopfstützen etc., aufweist. DOLLAR A Jeder dieser Rückhaltekomponenten ist ein Zustandserkennungssensor zugeordnet, der zumindest nach dem detektierten Aufprall des Fahrzeugs den Zustand der ihm zugeordneten Rückhaltekomponente sensiert und ein entsprechendes Signal generiert. DOLLAR A Das vom Zustandserkennungssensor erzeugte Signal dient als Regelgröße der Weiterverarbeitung in einer Regelungselektronik, in der die Regelgröße mit einem für jede Rückhaltekomponente spezifischen vorgebbaren Sollwert als Führungsgröße verglichen wird. DOLLAR A Im Falle der Abweichung um eine vorgebbare Toleranz zwischen Führungsgröße und Regelgröße wird die jeweilige Rückhaltekomponente durch wenigstens einen ihr zugeordneten Aktuator so beeinflußt, daß die Regelgröße an die Führungsgröße herangeführt wird.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein regelbares Rückhaltesystem für
Kraftfahrzeuge.
Bekannte Rückhaltesysteme, die heutzutage zum Einsatz kommen, weisen
mindestens einen Crash-Sensor auf, der ein einen Aufprall und gegebenenfalls
dessen Schwere anzeigendes Signal erzeugt. Dieses Signal wird in einer
Elektronik soweit verarbeitet, daß die betreffenden Rückhaltekomponenten
ausgelöst werden. Beispielhaft seien hier Rückhaltekomponenten wie Airbags,
Gurtstraffer, Knieschutzpolster, elektromotorisch verfahrbare Kopfstützen etc.
genannt.
Wenn die meisten im Einsatz befindlichen Systeme eine einstufige Reaktion
erzeugen, ein Airbag beispielsweise also nach Zündung des Gasgenerators nach
einem vorgegebenen Schema reagiert, gibt es Vorschläge für zwei- oder
mehrstufige Systeme, bei denen beispielsweise ein Airbag in Abhängigkeit vom
sensierten Signal hinsichtlich des Gewichtes des Fahrzeuginsassen und/oder
hinsichtlich seiner Lage relativ zum Innenraum des Kraftfahrzeugs mehr oder
weniger stark aufgeblasen wird. Im Extremfall ist ein stufenlos einstellbares
System, beispielsweise im Bereich eines Gurtstraffers, denkbar, bei dem die
eingeleiteten Gurtkräfte stufenlos eingestellt werden.
Generell ist diesen Systemen gemeinsam, daß eine Mechanik stets von der
Crash-Sensorik gesteuert wird: Diese Crash-Sensorik generiert ein Signal,
welches den weiteren Ablauf der Reaktion der einzelnen
Rückhaltekomponenten bestimmt. Dies ist der klassische Fall einer reinen
Steuerung, bei denen verschiedene Sensoren ihre Signale an ein
Elektronikmodul abgeben, welches daraufhin die Reaktionsweise der einzelnen
Rückhaltekomponenten bestimmt.
Dies wird als nachteilig empfunden, insofern, als daß während der Aktivierung
der einzelnen Rückhaltekomponenten keinerlei weitere Möglichkeiten
vorhanden sind, die Reaktionsweise in der ein oder anderen Weise zu
beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Rückhaltesystem für Kraftfahrzeuge anzugeben, welches über die Möglichkeit
verfügt, daß die Rückhaltekomponenten während ihrer Aktivierung in ihrer
Reaktionsweise den tatsächlichen momentanen Gegebenheiten angepaßt
werden.
Gelöst wird die Aufgabe durch ein Rückhaltesystem mit den Merkmalen des
Anspruchs 1, wobei in den Unteransprüchen vorteilhafte Weiterbildungen
angegeben sind.
Demnach wird vorgeschlagen, daß das Rückhaltesystem wenigstens einen
Crash-Sensor, der ein einen Aufprall und gegebenenfalls dessen Schwere
anzeigendes Signal erzeugt, welches einer weiterverarbeitenden Elektronik
zugeführt wird, sowie eine Anzahl von Rückhaltekomponenten wie Airbags,
Gurtstraffer, Kniepolster und elektromotorisch verfahrbare Kopfstützen
aufweist, denen jeweils mindestens ein Sensor, ein Zustandserkennungssensor,
zugeordnet ist, welcher zumindest nach dem detektierten Aufprall des
Fahrzeugs und nach Auslösung der ihm zugeordneten Rückhaltekomponente
den Zustand dieser Rückhaltekomponente sensiert und ein entsprechendes
Signal generiert. Dabei wird das vom Zustandserkennungssensor erzeugte
Signal als Regelgröße in einer Regelungselektronik mit einem für jede
Rückhaltekomponente spezifischen vorgebbaren Sollwert als Führungsgröße
verglichen. Im Falle einer Abweichung um eine vorgebbare Toleranz wird die
jeweilige Rückhaltekomponente durch mindestens einen ihr zugeordneten
Aktuator so beeinflußt, daß das vom Zustandserkennungssensor erzeugte Signal
an den spezifischen Sollwert herangeführt wird.
Erfindungsgemäß findet also in dem System keine klassische Steuerung,
sondern eine Regelung statt, welche eine viel flexiblere Reaktionsmöglichkeit
für die einzelnen Rückhaltekomponenten ermöglicht.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Zustandserkennungssensoren der
Rückhaltekomponenten Kraftaufnehmer sind, welche die nach Aktivierung der
jeweiligen Rückhaltekomponente zwischen dieser und dem Fahrzeuginsassen
auftretenden Kräfte erfassen, wobei die so erfaßten Belastungswerte der
Regelungselektronik als Regelgröße zugeführt werden, die in Abhängigkeit von
der Abweichung vom Sollwert den jeweiligen Aktuator entsprechend ansteuert.
Wenn vorstehend von einer vorgebbaren Führungsgröße die Rede ist, so kann
diese fahrzeugtypbedingt unter Verwendung derselben Komponenten für
verschiedene Fahrzeugtypen softwaremäßig in die Regelungselektronik
eingespeist werden. Hier ergibt sich der besondere Vorteil, daß in den
unterschiedlichsten Kraftfahrzeugtypen die gleichen Komponenten Einsatz
finden können. Lediglich die Programmierung der Führungsgrößen
unterscheidet sich dann zwischen den Kraftfahrzeugen. Es ist also möglich,
kostengünstig die gleichen Module für alle möglichen Kraftfahrzeuge
einzusetzen mit einem dementsprechenden Kostenvorteil der Verwendung von
standardisierten Komponenten, die entsprechend in großen Stückzahlen
hergestellt werden können.
Die Führungsgrößen können - wie vorstehend erwähnt - abgespeichert sein in
der Regelungselektronik. Es ist aber gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
auch möglich, die Führungsgrößen quasi online zu berechnen, an welche die
Regelgröße dann herangeführt werden muß. Hierzu ist bevorzugt vorgesehen,
daß aus der Positionsbestimmung des Insassen sowie aus weiteren Parametern
wie beispielsweise dem Gewicht des Kraftfahrzeuginsassen für die jeweilige
Rückhaltekomponente die von ihr im Falle eines Aufpralls aufzubringende
Kraft bestimmt wird. Diese ermittelte Kraft wird nun dem Regelungsprozeß als
Führungsgröße zugrundegelegt und ständig mit den von den
Zustandserkennungssensoren generierten Signalen verglichen. Es findet also
quasi eine Online-Ermittlung der Führungsgröße statt in Abhängigkeit von den
erwähnten Parametern. Sodann werden die laufend ermittelten Meßgrößen von
den Zustandserkennungssensoren in der Elektronik entsprechend
weiterverarbeitet, um gegebenenfalls die relevanten Aktuatoren anzusteuern
und die Regelgröße der Führungsgröße anzupassen.
Die Ausführungsform kann noch modifiziert werden, wenn in dem System
vorteilhafterweise ein Precrash-Sensor Verwendung findet. Auf dessen einen
Aufprall des Fahrzeugs als unmittelbar bevorstehend anzeigendes Signal hin
werden die jeweiligen reversiblen Rückhaltekomponenten, wie etwa elektrisch
betriebene Gurtstraffer oder elektromotorisch verfahrbare Kopfstützen, in einen
voraktivierten Zustand oder in eine Startposition gebracht. Diese
Ausführungsform widmet sich also in erster Linie der Precrash-Phase und
bereitet reversible Rückhaltekomponenten auf ihren Einsatz im Falle eines dann
tatsächlich eintretenden Aufpralls vor. Sollte diese Bedingung nicht eintreten,
ist es möglich, die voraktivierten Rückhaltekomponenten wieder in den
ursprünglichen Zustand zu verfahren, ohne daß Kosten für die
Wiederherstellung der Rückhaltekomponenten anfallen würden, wie dies etwa
im Falle der Fehlauslösung des Systems bei nichtreversiblen
Rückhaltekomponenten wie bei einem Airbag der Fall wäre.
Verfügt nun das System über einen solchen Precrash-Sensor, so ist es
vorteilhaft vorgesehen, daß der Precrash-Sensor aus den ermittelten
Differenzwerten zwischen der Geschwindigkeit des Fahrzeugs, dessen Teil der
Sensor ist, und des Hindernisses die von der jeweiligen Rückhaltekomponente
aufzunehmende Energie berechnet wird, die dann als Führungsgröße der
Regelung zugrundegelegt wird. In diesem Falle wird die Führungsgröße aber
vorab, also vor dem Eintritt des Aufpralls, berechnet.
Im Falle der Ausbildung der Rückhaltekomponente als Airbag messen
vorteilhafterweise nach dessen Zündung Zustandserkennungssensoren den
Entfaltungsweg des Airbags sowie eine Kontaktkraft zwischen dem
Fahrzeuginsassen und dem Airbag, wobei nach dem Kontakt des
Fahrzeuginsassen mit dem Airbag die Position des Fahrzeuginsassen relativ
zum Fahrzeuginnenraum bestimmt wird und aus dem verbleibenden
Vorverlagerungsweg hin zum Armaturenbrett des Fahrzeugs nun die vom
Rückhaltesystem aufzubringende Kraft errechnet wird. Auch in diesem Falle
wird die Führungsgröße quasi online aus den Parametern bestimmt, die zum
Zeitpunkt der Aktivierung des Precrash-Sensors vorliegen.
Vorteilhaft ist es, wenn bei dem erfindungsgemäßen Rückhaltesystem in einer
sogenannten Postcrash-Phase nach dem Aufprall die reversiblen
Rückhaltekomponenten wieder in den voraktivierten Zustand gebracht werden,
sofern dies noch möglich ist. In der Praxis hat es sich nämlich gezeigt, daß
nach dem primären Aufprall meist weitere Kollisionen und/oder Intrusionen
auftreten (multiimpact-crashs), also beispielsweise das verunfallte Fahrzeug
gegen weitere Hindernisse wie Leitplanken etc. geschleudert wird. Die erneute
Voraktivierung dient dazu, um den Fahrzeuginsassen für ein etwaigen weiteren
Aufprall abzusichern.
Schließlich kann auch noch die Absendung eines Notfallsignals zum schnellen
Auffinden des Unfallfahrzeuges vorgesehen sein.
Claims (7)
1. Regelbares Rückhaltesystem für Kraftfahrzeuge, aufweisend wenigstens
einen Crashsensor, der ein einen Aufprall und gegebenenfalls dessen
Schwere anzeigendes Signal erzeugt, welches einer weiterverarbeitenden
Elektronik zugeführt wird, sowie eine Anzahl von
Rückhaltekomponenten wie Airbags, Gurtstraffer, Kniepolster und
elektromotorisch verfahrbare Kopfstützen, denen jeweils mindestens ein
Zustandserkennungssensor zugeordnet ist, welcher zumindest nach dem
detektierten Aufprall des Fahrzeugs den Zustand der ihm zugeordneten
Rückhaltekomponente sensiert und ein entsprechendes Signal generiert,
wobei das vom Zustandserkennungssensor erzeugte Signal (Regelgröße)
in einer Regelungselektronik mit einem für jede Rückhaltekomponente
spezifischen vorgebbaren Sollwert (Führungsgröße) verglichen wird und
im Falle einer Abweichung um eine vorgebbare Toleranz die jeweilige
Rückhaltekomponente durch wenigstens einen ihr zugeordneten
Aktuator so beeinflußt wird, daß das vom Zustandserkennungssensor
erzeugte Signal an den spezifischen Sollwert herangeführt wird.
2. Rückhaltesystem nach Anspruch 1, bei dem als
Zustandserkennungssensoren Kraftaufnehmer dienen, welche die nach
Aktivierung der jeweiligen Rückhaltekomponente zwischen dieser und
dem Fahrzeuginsassen auftretenden Kräfte erfassen, wobei die so
erfaßten Belastungswerte der Regelungselektronik als Regelgröße
zugeführt werden, die in Abhängigkeit von der Abweichung vom
Sollwert den jeweiligen Aktuator ansteuert.
3. Rückhaltesystem nach Anspruch 1 oder 2, bei dem aus der
Positionsbestimmung des Insassen sowie aus weiteren Parametern wie
dem Gewicht des Insassen für die jeweilige Rückhaltekomponente die
von ihr im Falle eines Aufpralls aufzubringende Kraft als
Führungsgröße bestimmt wird, an welche die Regelgröße, das von den
Zustandserkennungssensoren generierte Signal, angepaßt wird.
4. Rückhaltesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem
wenigstens ein Precrash-Sensor vorgesehen ist, auf dessen einen
Aufprall des Fahrzeugs als unmittelbar bevorstehend anzeigendes Signal
hin die jeweiligen reversiblen Rückhaltekomponenten, wie elektrisch
betriebene Gurtstraffer, in einen voraktivierten Zustand oder eine
Startposition gebracht werden.
5. Rückhaltesystem nach Anspruch 4, bei dem aus den vom Precrash-
Sensor ermittelten Differenzwerten zwischen der Geschwindigkeit des
Fahrzeugs und des Hindernisses die von der jeweiligen
Rückhaltekomponente aufzunehmende Energie berechnet wird, die als
Führungsgröße der Regelung zugrundegelegt wird.
6. Rückhaltesystem nach Anspruch 5, bei dem als passive
Rückhaltekomponente ein Airbag dient, nach dessen Zündung
Zustandserkennungssensoren den Entfaltungsweg des Airbags sowie
eine Kontaktkraft zwischen dem Fahrzeuginsassen und dem Airbag
messen, wobei nach dem Kontakt des Fahrzeuginsassen mit dem Airbag
die Position des Fahrzeuginsassen relativ zum Fahrzeuginnenraum
bestimmt wird und aus dem verbleibenden Vorverlagerungsweg nun die
vom Rückhaltesystem aufzubringende Kraft errechnet wird.
7. Rückhaltesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem nach dem
Aufprall die reversiblen Rückhaltekomponenten so weit wie möglich
erneut in den voraktivierten Zustand gebracht werden, um die
Fahrzeuginsassen für einen etwaigen weiteren Aufprall abzusichern.
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| DE1999160644 DE19960644A1 (de) | 1999-12-16 | 1999-12-16 | Regelbares Rückhaltesystem für Kraftfahrzeuge |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |