DE19956178C2 - Verfahren und Anordnung zur Dokumentierung und/oder Qualitätsicherung beim manuellen Handling von Stoffen - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Dokumentierung und/oder Qualitätsicherung beim manuellen Handling von StoffenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verfah
ren sowie eine Anordnung zur Dokumentierung und/oder
Qualitätssicherung beim manuellen Handling von Stoffen,
insbesondere beim Liquid-Handling.
Das Hauptanwendungsgebiet der Erfindung betrifft
die Dokumentierung und Qualitätssicherung beim manuel
len Pipettieren, wie es in einer Vielzahl von Labors
durchgeführt wird. Beispielhaft lassen sich biologische
und biotechnologische, chemische, pharmazeutische, me
dizinische oder Analytik-Labors, letztere im Bereich
der Umweltanalytik und Lebensmittelanalytik, aufzählen.
Gerade in biotechnologischen oder pharmazeutischen
Labors wird der Qualitätssicherung eine große Bedeutung
zugemessen. Zur Qualitätssicherung zählen einerseits
die Sicherstellung der korrekten Pipettierschritte,
insbesondere hinsichtlich der Art und Menge der bei je
dem Schritt auf einen Probenträger aufgebrachten Stof
fe, und andererseits die Möglichkeit der späteren Rück
verfolgung der Prozessparameter und der einzelnen Pro
zeßschritte. Hierfür ist insbesondere eine fehlerfreie
Dokumentation unerlässlich.
Ein Einsatz von Pipettierautomaten für das Liquid-
Handling ist nur bei großem Durchsatz wirtschaftlich
sinnvoll. Bei diesen Pipettierautomaten können die Ar
beitsschritte aus dem Programm des Automaten ausgelesen
und damit dokumentiert werden. Die Programmierung dieser
Pipettierautomaten ist zwar weitestgehend Windows
basiert, erfordert jedoch noch immer eine intensive
Schulung des Personals zur Bedienung des Automaten.
Dies führt zu einem hohen Zeit- und Kostenaufwand, der
nur bei einem entsprechend hohen Durchsatz von Proben
wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Geräte sind komplex,
so dass ein aufwendiges Einlernen und Schulen der Be
diener notwendig ist. Bei Änderung des Laborprotokolls
müssen zudem aufwendige Programmierarbeiten durchge
führt werden, so dass die Flexibilität dieser Pipet
tierautomaten nur gering ist.
Aufgrund der Kosten und der geringen Flexibilität
der Pipettierautomaten werden daher sehr viele Liquid-
Handlingprozesse manuell durchgeführt. Eine automati
sierte Dokumentation dieser Liquid-Handlingvorgänge ist
derzeit nicht möglich. Das manuelle Liquid-Handling er
folgt hierbei mit herkömmlichen Handpipetten. Die hohen
Anforderungen hinsichtlich der Reinheit, der Vermeidung
von Probenverschleppung sowie der korrekten Durchfüh
rung der einzelnen Schritte erfordert eine strenge Ar
beitsdisziplin und Konzentration des Personals. Da die
einzelnen Handhabungsschritte dennoch einfach, monoton
und zeitaufwendig sind, besteht ein hohes Fehlerrisiko,
das zu mangelhafter Qualität gerade bei Wiederholpro
zessen führen kann. Die Dokumentation der einzelnen Pi
pettierschritte muss manuell erfolgen. Auch die Proben
verfolgung ist beim manuellen Liquid-Handling aufwen
dig. So ist es in vielen Fällen erforderlich, kleine
Kunststoffröhrchen, wie beispielsweise Eppendorf-Tubes,
manuell zu beschriften. Dies ist zeitaufwendig und kann
aufgrund der geringen Größe dieser Kunststoffröhrchen
undeutlich oder unvollständig erfolgen, so dass eine
neue Fehlerquelle entsteht. Aufgrund der Komplexität
und Variabilität der biochemischen Prozesse wird für
das Liquid-Handling dennoch hochqualifiziertes Personal
benötigt, das die zeitaufwendigen manuellen Prozesse
durchführt. Dies führt wiederum zu hohen Personalko
sten.
Die EP 0 210 148 A1 zeigt ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Verminderung der Risiken beim manuellen
Handling von Stoffen mit einer Pipette. Bei der zugehö
rigen Anordnung ist ein Trägerfür für eine Mikrotitter
platte mit Probenbehältnissen vorgesehen, in dessen Bo
den unabhängig voneinander ansteuerbare Leuchtmittel
eingebracht sind, die von einer voreinstellbaren Steu
ereinrichtung zum Leuchten gebracht werden können.
Durch Einbringen der Probenbehältnisse in den Träger
kann dem Bediener auf diese Weise eine Reihenfolge der
Positionen bzw. Probenbehältnisse vorgegeben werden, an
denen ein Pipettierschritt stattfinden soll. Hierbei
leuchtet das jeweils unter dem jeweiligen Probenbehält
nis vorgesehene Leuchtmittelauf, um anzuzeigen, dass an
dem jeweiligen Probenbehältnis der nächste Pipettier
schritt durchzuführen ist. Die Anordnung der Leuchtmit
telim Bodenbereich des Trägers sowie die Mikrotitter
plattemüssen hierbei selbstverständlich exakt aufeinan
der abgestimmt sein. Zur Kontrolle der korrekten Durch
führung eines einzelnen Pipettierschrittes sind in den
Seitenwandungen des Trägers weiterhin Lichtquellen bzw.
Lichtdetektoren zur Bildung einer Vielzahl von Licht
schranken angeordnet. Diese Lichtschranken sind in ge
ringem Abstand oberhalb der Probenbehältnisse vorgese
hen, so dass beim Eintauchen der Pipette in ein Proben
behältnis dieses Ereignis sowie - aufgrund der rasterartigen
Anordnung der Lichtquellen bzw. Lichtdetektoren
- die Position des Eintauchens abgeleitet werden kön
nen. Bei einer Fehlpositionierung der Pipette kann dann
ein Alarmsignal ausgelöst werden.
Die vorgeschlagene Anordnung kann jedoch nur im
Zusammenhang mit einem speziell dafür ausgestalteten
Träger und einer exakt daran angepassten Mikrotitter
platte für die Probenbehältnisse eingesetzt werden, da
die Positionen der Probenbehältnisse mit den Positionen
der Leuchtmittel im Bodenbereich sowie den Positionen
der Lichtquellen und Detektoren der Lichtschranken
übereinstimmen müssen. Die Anordnung ist daher für eine
Vielzahl von praktischen Anwendungen nicht geeignet.
Weiterhin kann mit dem System nicht erkannt werden, ob
tatsächlich ein Pipettierschritt durchgeführt wurde,
wenn die Pipette die Lichtschranken passiert hat, da
nicht das Aufnahme- oder Abgabeereignis an sich, son
dern nur das Passieren der Pipette durch die Licht
schranke detektiert wird. Durch Ablenkung des Bedieners
kann es hierbei vorkommen, dass einzelne Pipettier
schritte übergangen werden
Die DE 38 03 324 A1 beschreibt eine Pipettier
anordnung in Verbindung mit einer Datenverarbeitungs
einrichtung.
Bei dieser Vorrichtung geht es darum,
das tatsächliche Durchführen eines einzelnen Pipettier
schrittes zu erfassen, um danach eine optische Anzeige
des für den nächsten Pipettierschritt anzufahrenden
Probenbehältnisses weiterzuschalten. Mit dieser Anord
nung lassen sich jedoch keinerlei Dokumentations- oder
Kontrollmaßnahmen zuverlässig durchführen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu
grunde, ein Verfahren und eine Anordnung zur Dokumenta
tion und/oder Qualitätssicherung beim manuellen Hand
ling von Stoffen bereitzustellen, die flexibel einsetz
bar sind und eine einfache und fehlerfreie Dokumentati
on ermöglichen bzw. das Risiko von fehlerhaften Hand
ling-Schritten vermindern.
Die Aufgabe wird mit den Verfahren nach Anspruch 1 oder
2 sowie der Anordnung nach Anspruch 13 gelöst. Vor
teilhafte Ausgestaltungen der Verfahren und der Anord
nung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Den erfindungsgemäßen Verfahren liegt die gemein
same Idee zugrunde, die aus Koordinaten- und Winkellage
bestehende Raumlage des für das Handling der Stoffe
eingesetzten Werkzeuges über der Arbeitsfläche mit Hil
fe einer Messeinrichtung automatisch zu erfassen und
entweder durch ein Datenverarbeitungssystem abzuspei
chern oder in Echtzeit durch Vergleich mit einem vorge
gebenen Sollverlauf der einzelnen Handling-Schritte zu
überwachen. Hierfür ist vor der Durchführung der Hand
ling-Schritte die Erfassung und Speicherung der Posi
tionen der auf der Arbeitsfläche befindlichen Proben
träger für die Abgabe der Stoffe und Aufnahmebehältnis
se für die Aufnahme der Stoffe erforderlich.
Das Verfahren und die
Anordnung beziehen sich hierbei auf Handling-Verfahren,
bei denen Stoffe an einer Stelle einer Arbeitsfläche
mit einem entsprechenden Werkzeug aufgenommen und an
einer anderen Stelle der Arbeitsfläche mit dem Werkzeug
wieder abgegeben werden. Die Aufnahme oder die Abgabe
eines Stoffes entspricht hierbei einem Handling-
Schritt. Der gesamte Vorgang besteht aus einer Vielzahl
derartiger Handling-Schritte. Ein bevorzugtes Anwen
dungsgebiet betrifft hierbei das Liquid-Handling in
Form des Pipettierens, bei dem mit der Pipette als
Werkzeug Reagenzien aus entsprechenden Aufnahmebehält
nissen aufgenommen und auf Probenträgern wieder abgege
ben werden. Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die zu
gehörige Anordnung ist jedoch auch für die Handhabung
und den Transport anderer Stoffe, beispielsweise in
Pulverform, geeignet.
Für eine Anwendung, bei der lediglich eine verbes
serte Dokumentation der einzelnen Handling-Schritte er
folgen soll, sieht das erfindungsgemäße Verfahren zu
nächst das Erfassen der Positionen der auf der Arbeits
fläche befindlichen Probenträger und Aufnahmebehältnis
se in einem ortsfesten Koordinatensystem vor, das fest
mit der Arbeitsfläche gekoppelt ist. Diese Daten werden
durch ein Datenverarbeitungssystem gespeichert. Die Er
fassung kann hierbei durch eine standardisierte Ar
beitsfläche, beispielsweise mit einem Koordinatenra
ster, erleichtert werden. Hierbei besteht die Möglich
keit, dass ein Bediener die entsprechenden Koordinaten
abliest und mit der Information über die an den abgele
senen Positionen befindlichen Probenträger bzw. Aufnah
mebehältnisse in das Datenverarbeitungssystem eingibt.
Selbstverständlich kann jedoch auch eine automatisierte
Erfassung der einzelnen Objekte auf der Arbeitsfläche,
beispielsweise über ein Bildverarbeitungssystem oder
durch an der Arbeitsfläche angebrachte Sensoren, erfol
gen. Von besonderem Vorteil ist der Einsatz einer stan
dardisierten Arbeitsfläche, deren Aufbau bereits in der
Datenverarbeitungsanlage gespeichert ist, so dass le
diglich die weitere Information über die an den ent
sprechenden Positionen angeordneten Objekte vom Bedie
ner eingegeben werden muss. Dies kann beispielsweise
durch Erfassen eines am jeweiligen Objekt, z. B. einer
Mikrotitterplatte, vorgesehenen Barcodes erfolgen, des
sen Information an die Datenverarbeitungsanlage über
mittelt wird. Der Barcode enthält hierbei alle in Ver
bindung mit dem Objekt für die entsprechende Anwendung
relevanten Informationen.
Nach dieser Erfassung und Speicherung der Konfigu
ration der Arbeitsfläche kann der manuelle Handling-
Vorgang mit dem entsprechenden Werkzeug beginnen. Am
Werkzeug selbst ist hierbei ein Detektor vorgesehen,
der automatisch jedes Aufnahme- und jedes Ausgabeereig
nis eines Stoffes erfasst. Da die Aufnahme bzw. Abgabe
von Stoffen mit dem Werkzeug in der Regel durch eine
Betätigung eines Elementes am Werkzeug erfolgen muss,
können diese Ereignisse durch Detektion der Betätigung
des entsprechenden Elementes auf einfache Weise erfasst
werden. Die erfassten Ereignisse werden jeweils dem Da
tenverarbeitungssystem übermittelt. Weiterhin erfolgt
während der einzelnen Handling-Schritte ein automati
sches Ermitteln der Position der Aufnahme- bzw. Abgabe
öffnung des Werkzeuges über der Arbeitsfläche. Dies
kann, muss jedoch nicht kontinuierlich erfolgen. Eine
Erfassung der Position der Aufnahme- bzw. Abgabeöffnung
des Werkzeuges bei jedem Auftreten eines Aufnahme- oder
Ausgabeereignisses ist für die Zwecke der Dokumentation
ausreichend. Die Erfassung erfolgt hierbei automatisch
über eine auf bzw. an der Arbeitsfläche vorgesehene
Messeinrichtung. Beispiele für derartige Messeinrich
tungen sind weiter unten beschrieben.
Auf diese Weise wird der gesamte Handling-Vorgang,
der aus einer Vielzahl von einzelnen Handling-Schritten
besteht, erfasst, ohne dass der Benutzer - mit Ausnahme
des erstmaligen Erfassens der Konfiguration der Ar
beitsfläche - zusätzliche Aktivitäten entfalten muss.
Die während des Handling-Vorganges erfassten Positionen
des Werkzeuges, bei denen ein Aufnahme- oder Ausga
beereignis detektiert wurde, werden entweder in der
Reihenfolge ihres Auftretens und/oder mit einer Angabe
über den Zeitpunkt des Auftretens durch das Datenverar
beitungssystem gespeichert. Auf diese Weise kann jeder
zeit durch Auslesen der gespeicherten Daten der gesamte
Handling-Vorgang nachkontrolliert werden. Erfolgt diese
Kontrolle bei jedem Handling-Vorgang, so wird dadurch
die Qualität der (Handling-)Ergebnisse erhöht, da feh
lerhafte Handling-Vorgänge leichter erkannt werden.
Bei einer Anwendung, bei der bereits während der
Durchführung des Handling-Vorganges die Sicherheit bzw.
Qualität gesteigert werden soll, sieht der Einsatz des
erfindungsgemäßen Verfahrens die folgenden Schritte
vor. Auch in diesem Fall werden zunächst die Positionen
der auf der Arbeitsfläche befindlichen Probenträger und
Aufnahmebehältnisse in einem mit der Arbeitsfläche fest
gekoppelten ortsfesten Koordinatensystem erfasst und
durch ein Datenverarbeitungssystem gespeichert. Dies
erfolgt auf gleiche Weise, wie beim vorangehend darge
stellten Anwendungsfall.
Als zusätzlicher Schritt kommt bei dieser Anwen
dung hinzu, dass die Sollpositionen für die Aufnahme
und Abgabe der Stoffe entsprechend der durchzuführenden
Handling-Aufgabe in der vorgegebenen Reihenfolge in dem
Datenverarbeitungssystem abgespeichert werden. Dieser
abzuspeichernde Sollverlauf gibt zumindest an, von wel
chen Positionen Stoffe aufgenommen, an welchen Positio
nen Stoffe abgegeben und in welcher Reihenfolge diese
Aufnahme- und Abgabeschritte durchgeführt werden müs
sen. Das Abspeichern dieser Informationen kann bei
spielsweise durch den Bediener erfolgen.
Vorzugsweise wird jedoch zunächst der manuelle
Handling-Vorgang durch den Benutzer unter Anwendung der
vorangehend in Zusammenhang mit der verbesserten Doku
mentation beschriebenen Verfahrensschritte durchge
führt, so dass die Positionen sowie die Reihenfolge be
reits auf der Datenverarbeitungsanlage vorliegen. Dies
vereinfacht die Speicherung dieser Positionen und Rei
henfolge erheblich. Auch beim vorliegenden Anwendungs
fall erfolgt das automatische Erfassen jedes Aufnahme-
und Abgabeereignisses über einen im Werkzeug vorgesehe
nen Detektor. Weiterhin wird die Position der Aufnahme-
bzw. Abgabeöffnung des Werkzeuges über der Arbeitsflä
che durch eine entsprechende Messeinrichtung in Echt
zeit automatisch ermittelt. Diese Daten werden jeweils
an das Datenverarbeitungssystem weitergeleitet, das die
jeweils erfasste Position der Aufnahme- bzw. Abgabeöff
nung des Werkzeuges mit der gespeicherten Sollposition
vergleicht, die in Abhängigkeit von den bereits erfass
ten Aufnahme- und Abgabeereignissen in der Reihenfolge
als nächstes erreicht werden muss. Bei Erreichen der
als nächstes anzufahrenden Sollposition veranlasst das
Datenverarbeitungssystem das Abgeben oder Unterbrechen
eines Signals. Hierbei kann vom Datenverarbeitungssy
stem entweder die Abgabe eines Signals veranlaßt wer
den, wenn die Sollposition erreicht ist, oder solange
diese nicht erreicht ist. Dieses Signal kann beispiels
weise über einen optischen und/oder akustischen Signal
geber abgegeben werden. Der Bediener muss hierbei wäh
rend des Handling-Vorganges keinerlei zusätzlichen Ak
tivitäten entfalten. Die Sicherheit bzw. Qualität des
Pipettiervorganges wird jedoch deutlich erhöht, da der
Bediener nur bei Vorliegen des entsprechenden Signales
den Aufnahme- bzw. Abgabevorgang durchführen wird. Mög
liche Fehler während des Handling-Vorganges werden
hierdurch drastisch reduziert, wenn nicht gänzlich aus
geschlossen.
Die Erfassung der Position der Aufnahme- bzw. Ab
gabeöffnung des Werkzeuges muss nicht kontinuierlich
erfolgen, es reicht vielmehr eine Erfassung in kurzen
Zeitabständen, die an die Arbeitsgeschwindigkeit des
Bedieners angepasst sind.
Die vorgestellten Verfahren ermöglichen einerseits
eine automatische Dokumentation der einzelnen Handling-
Schritte ohne die Gefahr der bei manueller Dokumentati
on auftretenden Fehler. Weiterhin wird das Risiko von
Fehlern bei der Durchführung der einzelnen Handling-
Schritte minimiert. Durch die Abgabe eines Signals bei
Erreichen der für den nächsten Handling-Schritt vorge
sehenen Sollposition wird die Zeit für den gesamten
Handling-Vorgang deutlich reduziert und gleichzeitig
die Sicherheit erhöht. Dies reduziert ebenfalls die Ko
sten pro im Handling-Verfahren eingesetzter Probe.
Ein Bestandteil des vorliegenden Verfahrens bzw.
der Anordnung für deren Durchführung ist ein universelles,
kostengünstiges und flexibles Tool-Tracking-
System. Dieses ermöglicht ein Verfolgen des Werkzeuges
(Tool) und die Dokumentation der durchgeführten Hand
ling-Schritte. Es handelt sich hierbei um eine teilau
tomatisierte und daher kostengünstige Vorrichtung. Das
System ist flexibel, da kein aufwendiger Programmier
vorgang erforderlich ist. Das Verfahren bzw. die Anord
nung erhöht die Produktivität und reduziert die Kosten
durch Zeiteinsparung bei der Dokumentation und Proben
kennzeichnung. Weiterhin wird durch die automatische
Dokumentation die Verfolgung von Proben beim Ändern der
Anordnung auf der Arbeitsfläche ermöglicht. Die einzel
nen Proben können durch einen Ausdruck schnell und fle
xibel gekennzeichnet werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden neben
den Positionen sowie den Aufnahme- und Abgabeereignis
sen auch die Aufnahme- und Abgabemenge bei jedem Auf
treten eines Aufnahme- oder Ausgabeereignisses über ei
nen am Werkzeug vorgesehenen Detektor erfasst und der
Datenverarbeitungsanlage übermittelt sowie dort gespei
chert. Dies ermöglicht eine zusätzliche Kontrolle der
jeweils gehandhabten Stoffmengen.
In einer weiteren Ausführungsform, die insbesonde
re den Einsatz einer Pipette als Werkzeug zum Liquid-
Handling betrifft, wird auch jeder Wechsel der Pipet
tenspitze über einen Detektor an der Pipette erfasst
und gespeichert. Die Speicherung erfolgt hierbei der
art, dass aus den gespeicherten Daten ermittelt werden
kann, zwischen welchen der Vielzahl der Pipettier
schritte, das heißt der Aufnahme- und Abgabeereignisse,
ein Pipettenwechsel stattgefunden hat. Ein derartiger
Pipettenwechsel kann auch bereits bei der Abspeicherung
des Sollverlaufs der einzelnen Schritte abgespeichert
werden, so dass an der entsprechenden (zeitlichen) Po
sition innerhalb des Handling-Vorganges durch die Da
tenverarbeitungsanlage ein Signal abgegeben werden
kann, das den Bediener zum Wechsel der Pipettenspitze
auffordert.
Eine weitere Anwendung des Verfahrens zur Dokumen
tierung besteht in der Programmierung eines Roboters
für die Durchführung des Handling-Prozesses. So kann
der Handling-Prozess zunächst durch einen Bediener ma
nuell durchgeführt werden, wobei die Dokumentierung ge
mäß der Erfindung automatisiert erfolgt. Die bei diesem
erstmaligen manuellen Durchgang dokumentierten Vorgän
ge, insbesondere die Positionen für Aufnahme und Abgabe
von Stoffen, deren Reihenfolge sowie die Aufnahme- und
Abgabemengen, gegebenenfalls unter Einbeziehung weite
rer Schritte, wie beispielsweise ein Wechsel einer Pi
pettenspitze, werden geeignet in ein Programm für die
Ansteuerung eines Roboters zur automatischen Bewegung
des Werkzeuges umgesetzt.
Die Anordnung setzt sich zumin
dest aus dem Werkzeug, der Messeinrichtung zur Erfas
sung der aus Koordinaten- und Winkellage bestehenden
Raumlage des Werkzeuges über einer Arbeitsfläche sowie
einer Datenverarbeitungseinrichtung zusammen. Das Werk
zeug weist zumindest einen Detektor auf, der jedes Auf
nahme- und jedes Abgabeereignis des Stoffes erfasst.
Weiterhin müssen der Detektor sowie die Messeinrichtung
mit der Datenverarbeitungseinrichtung derart verbunden
sein, dass die erfassten Daten übermittelt werden können.
Dies kann per Kabel oder auch durch drahtlose Kom
munikation erfolgen. Die Messeinrichtung besteht aus
zumindest zwei voneinander getrennten Bestandteilen.
Ein Bestandteil ist am Werkzeug selbst befestigt und
gibt ein entsprechendes Signal ab, das von der Messein
richtung, die auf der Arbeitsfläche angeordnet ist,
empfangen wird. Die Messeinrichtung kann hier bei
spielsweise durch zwei am Werkzeug befestigte Ultra
schallsender gebildet werden, deren Signale von einem
relativ zur Arbeitsfläche ortsfesten Empfänger empfan
gen und ausgewertet werden. Beim Einsatz einer Pipette
als Werkzeug werden zwei getrennte Ultraschallsender
benötigt, um die räumliche Position der Pipette (Koor
dinaten- und Winkellage) bestimmen zu können. Dies ist
erforderlich, um aus diesen Daten die Position der Öff
nung der Pipette errechnen zu können.
In einer weiteren Ausführungsform sind statt der
Ultraschallsender Leuchtdioden an der Pipette vorgese
hen, deren Lichtsignal von einem auf der Arbeitsfläche
angeordneten Empfänger aufgezeichnet und zur Berechnung
der Raumlage der Pipette herangezogen wird.
Derartige Detektionssysteme sind beispielsweise aus der
Medizin zum Tracking von Endoskopen bekannt.
Eine weitere Ausführungsform der Messeinrichtung
setzt einen elektromagnetischen Sensor ein, wie er im
Bereich der Virtual Reality bereits verwendet wird. Der
Sensor besteht aus einer Einheit mit drei integrierten
Spulen, die am Werkzeug befestigt sind. Auf der Ar
beitsfläche befindet sich ein Spulenmodul an definier
ter Position. Dieses Spulenmodul erzeugt ein elektromagnetisches
Feld, wobei durch Wechselwirkungen mit dem
Sensor am Werkzeug die Raumlage des Werkzeuges errech
net werden kann.
Alle drei vorgestellten Systeme erlauben somit die
Erfassung der Raumlage des Werkzeugs. Durch die Abbil
dung der Arbeitsfläche auf dem Datenverarbeitungssystem
und die erfasste Raumlage des Werkzeugs kann der Hand
ling-Vorgang automatisch dokumentiert werden.
Die Verfahren und die Anordnung werden nachfolgend anhand eines Aus
führungsbeispiels in Verbindung mit den Zeichnungen
erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1: eine Pipette mit angebrachtem elektromagneti
schem Sensor über der Arbeitsfläche;
Fig. 2: eine Ansicht einer digitalen Pipette sowie
des Bedienpultes dieser Pipette; und
Fig. 3: ein Beispiel für ein erfindungsgemäßes Pipet
tierleitsystem in Gesamtansicht.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel werden das
Verfahren und die Anordnung anhand
eines manuellen Pipettiervorgangs näher erläutert. Ba
sis des Pipettierleitsystems ist eine Arbeitsfläche 1,
die einen Bereich zur Aufnahme von Reagenzien (Vorlage
bereich) und einen Bereich zur Aufnahme von leeren Pro
benträgern (Aufnahmebereich), in die die Reagenzien
verteilt bzw. gemixt werden, unterteilt ist. Als Pro
benträger kommen beispielsweise Mikrotitterplatten, Ep
pendorf-Tubes oder Glasröhrchen in Frage. Die unterschiedlichen
Probenträger werden auf einem PC in einer
Bibliothek hinterlegt.
Vor Beginn des Handling-Vorgangs wird auf dem PC
die Konfiguration der Arbeitsfläche angelegt. Dies kann
beispielsweise mittels Drag and Drop erfolgen. Die ein
zelnen Positionen können unter Angabe der Reagenzien
näher spezifiziert werden. Zur Erfassung der Position
der Pipette im Raum (Koordinate und Winkel) wird eine
Pipette 2 eingesetzt, die mit einem elektromagnetischen
Sensor 3 ausgestattet ist.
Handelsübliche Pipetten besitzen zwei Hebelmecha
nismen. Einer der Mechanismen ist für die Betätigung
des Pipettenkolbens zur Aufnahme und Abgabe von Flüs
sigkeiten, der andere ist zum Abwerfen der Pipetten
spitze vorgesehen. Durch Ausstattung dieser Hebelmecha
nismen mit Tastern 4 kann sowohl aufgezeichnet werden,
ob eine Flüssigkeit aufgenommen oder abgegeben wurde,
als auch, ob ein Spitzenwechsel durchgeführt wird. Da
der Kolben zur Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeiten
unterschiedlich betätigt wird, kann durch eine entspre
chende Sensorik die Aufnahme von der Abgabe unterschie
den werden. Die Einstellung des Pipettenvolumens kann
beispielsweise über Potentiometer erfasst werden.
Vorzugsweise werden jedoch digitale Pipetten ver
wendet, wie sie in Fig. 2 dargestellt sind. Diese di
gitalen Pipetten erleichtern die Aufzeichnung des Pi
pettiervolumens und der Probenabgabe bzw. -aufnahme, da
sie bereits entsprechende Steuersignale erzeugen. So
sind bereits zwei unterschiedliche Taster 4a, 4b für
Probenaufnahme und Probenabgabe vorgesehen, wie dies
beispielsweise aus Fig. 2 ersichtlich ist. Der linke
Teil dieser Figur zeigt hierbei die Gesamtansicht einer
digitalen Pipette, der rechte Teil das am oberen Ende
angeordnete Bedienpult mit den Tastern.
Fig. 1 zeigt einen realisierten Versuchsaufbau
mit einer Pipette 2, die mit einem elektromagnetischen
Sensor 3 ausgestattet ist. Diese Pipette weist weiter
hin einen Taster 4 auf, der ein Aufnahme- bzw. Abgabe
ereignis erfasst. Weiterhin ist die Arbeitsfläche 1 mit
entsprechend vorgesehenen Probenträgern 5 zu erkennen.
Wird eine Routine das erste Mal abgearbeitet, so
werden die Pipettiervorgänge, das heißt die Position
der Aufnahme der Flüssigkeiten, die Position der Abga
be, das Pipettiervolumen, ein Spitzenwechsel etc. durch
den PC aufgezeichnet und abgelegt. Bei Wiederholung der
Routine wird diese vom PC aufgerufen. Durch Abgleich
der Soll-Position, das heißt der Werte vom PC, und der
Ist-Position, das heißt der aktuellen über die Messein
richtung erfassten Position der Pipette, und einer bei
spielsweise akustischen Warnung bei eventuellen Fehlpo
sitionen wird eine hohe Qualitätssicherung gewährlei
stet.
In einer weiteren Ausbaustufe des
Verfahrens kann aus der Handling-Vorschrift und dem
aufgezeichneten Pipettiermuster ein Pipettierprogramm
generiert werden, welches auf einen Pipettierroboter
übertragen werden kann.
Die Ableitung des Programms zur Ausführung der Pi
pettieraufgabe auf einem Laborroboter kann automatisch
durch ein aufgabenorientiertes Programmierverfahren er
folgen. Hierzu werden biotechnologische Herstellungs
vorschriften in parametrisierte Standardarbeitsaufgaben
zerlegt. Diese parametrisierten Standardarbeitsaufgaben
werden durch geeignete Bedingungen seriell bzw. paral
lel miteinander verknüpft, so dass ein Vorranggraf be
stehend aus parametrisierten Standardarbeitsaufgaben
als Knoten und Übergangsbedingungen als Kanten des Gra
fen entsteht. Durch diese Beschreibung der Arbeitsauf
gabe kann eine Optimierung der Abfolge von Arbeits
schritten durch Erkenntnisse der Grafentheorie erfol
gen. Beispiele für parametrisierte Standardarbeitsauf
gaben sind im vorliegenden Fall beispielsweise Flüssig
keitstransfer oder Probentransfer. Beispiele für Über
gangsbedingungen sind beispielsweise Spitzenwechsel
oder Waschen. Die Umsetzung der parametrisierten Stan
dardarbeitsaufgaben auf für den Roboter ausführbare Be
fehlssequenzen erfolgt durch die Zerlegung der parame
trisierten Standardarbeitsaufgaben in die Elemente
Fahraufgabe und technologische Aufgabe.
Die Fahraufgabe besteht aus der geometrischen Be
stimmung von Start- und Zielpunkt und der Bahnplanung
der Bewegung. Es müssen kollisionsfreie Bewegungen re
sultieren.
Die technologische Aufgabe beinhaltet die am
Start- bzw. Zielpunkt durchzuführenden Arbeiten, bei
spielsweise das Liquid-Handling, Greifen, usw..
Ein ausführbares Roboterprogramm wird durch die
Zuordnung der resultierenden Befehlssequenzen auf die
dem System bekannten Resourcen unter Berücksichtigung
der Konfiguration der Arbeitsplattform erzeugt. Die re
sultierenden Befehlssequenzen werden in spezifische
Einzelanweisungen für die jeweils zugeordnete Ressource
umgesetzt.
Beispiele für derartige Ressourcen sind beispiels
weise die Arbeitsplattform, die Waschstation, Roboterarme,
Greifer, Probenhalter oder ähnliches. Die Konfi
guration beschreibt die geometrische Anordnung der ein
zelnen Ressourcen im System. Zusätzlich werden Abhän
gigkeiten von Ressourcen untereinander erfasst. Die Ab
hängigkeit der verschiedenen Ressourcen untereinander
muss meist nur bei Neuaufbau oder bei Änderungen der
Arbeitsstation eingegeben werden, beispielsweise bei
Hinzufügen eines Roboterarms oder eines Peripheriegerä
tes.
Der Anwender muss zur Programmierung des Roboters
lediglich noch die folgenden Verfahrensschritte durch
führen.
Bei Neuaufbau des Systems muss die Grundkonfigura
tion des Systems durchgeführt werden, das heißt die Ab
hängigkeit der Ressourcen untereinander, usw..
Bei Änderung des Arbeitszellenlayouts muss das
neue Layout dem System bekannt gegeben werden, das
heißt insbesondere der Standort der Flüssigkeitsbehäl
ter, die Position der Probenhalter bzw. von allgemein
dem System nicht bekannten Ressourcen.
Bei Änderung der biotechnologischen Herstellungs
vorschrift muss lediglich die Pipettieraufgabe in bio
technologischen Fachtermina, beispielsweise Vorlegen,
Aliquotieren, Eluieren usw. angegeben werden.
Fig. 3 zeigt nochmals schematisch ein Beispiel
der erfindungsgemäßen Anordnung mit der Pipette 2 über
der Arbeitsplattform 1, einem Bediener 6 sowie einem
Arbeitsplatzterminal als Datenverarbeitungssystem 7.
Die Pipette 2 enthält auch in diesem Fall die Sensorik
3 zur Positionskontrolle.
Claims (20)
1. Verfahren zur Dokumentierung beim manuellen Hand
ling von Stoffen, insbesondere beim Liquid-Handling,
mit einem Werkzeug (2) mit einer Aufnahme- bzw. Abgabe
öffnung für die Aufnahme oder Abgabe der Stoffe, mit
folgenden Schritten:
- - Erfassen der Positionen von einem oder mehreren auf einer Arbeitsfläche (1) befindlichen Probenträgern und Aufnahmebehältnissen in einem ortsfesten Koordinatensy stem und Speichern der erfaßten Daten durch ein Daten verarbeitungssystem (7);
- - automatisches Erfassen jedes Aufnahme- und jedes Aus gabeereignisses von Stoffen über einen im Werkzeug (2) vorgesehenen Detektor, wobei bei jedem mit dem Detektor erfassten Aufnahme- und Ausgabeereignis durch eine Meßeinrichtung, die zumindest aus einem am Werkzeug (2) befestigten Bauteil (3) und einem getrennt vom Werkzeug angeordneten Bauteil besteht, automatisch die aus Koor dinaten- und Winkellage bestehende Raumlage des Werk zeuges (2) bestimmt und daraus die Position der Aufnah me- bzw. Abgabeöffnung des Werkzeuges (2) über der Ar beitsfläche (1) errechnet wird;
- - Speichern der Positionen, bei denen ein Aufnahme- oder Ausgabeereignis erfaßt wurde, in der Reihenfolge des Auftretens und/oder mit einer Angabe über den Zeit punkt des Auftretens durch das Datenverarbeitungssystem (7).
2. Verfahren zur Qualitätssicherung beim manuellen
Handling von Stoffen, insbesondere beim Liquid-
Handling, mit einem Werkzeug (2) mit einer Aufnahme-
bzw. Abgabeöffnung für die Aufnahme oder Abgabe der
Stoffe, mit folgenden Schritten:
- - Erfassen der Positionen von einem oder mehreren auf einer Arbeitsfläche (1) befindlichen Probenträgern und Aufnahmebehältnissen in einem ortsfesten Koordinatensy stem und Speichern der erfaßten Daten durch ein Daten verarbeitungssystem (7);
- - Speichern der Sollpositionen für die Aufnahme und Ab gabe von Stoffen in einer durch die jeweilige Handling- Aufgabe vorgegebenen Reihenfolge (Sollverlauf) oder mit einer Information über diese Reihenfolge;
- - automatisches Erfassen jedes Aufnahme- und Ausga beereignisses von Stoffen über einen im Werkzeug (2) vorgesehenen Detektor;
- - automatisches Bestimmen der aus Koordinaten- und Win kellage bestehenden Raumlage des Werkzeuges (2) durch eine Meßeinrichtung, die zumindest aus einem am Werk zeug (2) befestigten Bauteil (3) und einem getrennt vom Werkzeug angeordneten Bauteil besteht, und Berechnen der Position der Aufnahme- bzw. Abgabeöffnung des Werk zeuges (2) über der Arbeitsfläche (1) aus der Raumlage des Werkzeuges (2) in Echtzeit;
- - Vergleichen der jeweils ermittelten Position der Auf nahme- bzw. Abgabeöffnung des Werkzeuges (2) mit der gespeicherten Sollposition, die in Abhängigkeit von den bereits erfaßten Aufnahme- und Ausgabeereignissen in der Reihenfolge als nächstes erreicht werden muß, durch das Datenverarbeitungssystem (7); und
- - Abgeben oder Unterbrechen eines Signals durch das Da tenverarbeitungssystem (7), wenn diese Sollposition erreicht ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Signal über einen optischen und/oder akusti
schen Signalgeber abgegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Speichern der Sollpositionen für die Aufnahme
und Abgabe von Stoffen in der durch die jeweilige Hand
ling-Aufgabe vorgegebenen Reihenfolge mit dem Verfahren
nach Anspruch 1 erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zu den Sollpositionen jeder durchzu
führende Wechsel einer mit dem Werkzeug (2) lösbar ver
bundenen Spitze, durch die die Aufnahme und Ausgabe der
Stoffe erfolgt, in zeitlichem Bezug zur Reihenfolge der
Sollpositionen gespeichert wird, und daß ein erforder
licher Wechsel durch Vergleich der bereits erfaßten
Aufnahme- und Ausgabeereignisse mit der gespeicherten
Reihenfolge vom Datenverarbeitungssystem (7) ermittelt
und über ein optisches oder akustisches Signal ange
zeigt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Speicherung der durchzuführenden Wechsel mit
einem Verfahren nach Anspruch 1 erfolgt, beim dem zu
sätzlich jeder Wechsel der mit dem Werkzeug (2) lösbar
verbundenen Spitze über einen Detektor erfaßt und mit
zeitlichem Bezug zu den erfaßten Aufnahme- oder Ausga
beereignissen und/oder mit einer Angabe über den Zeit
punkt des Wechsels durch das Datenverarbeitungssystem
(7) gespeichert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die bei jedem Auftreten eines Aufnahme- oder Ausga
beereignisses ermittelte Position der Aufnahme- bzw.
Abgabeöffnung des Werkzeuges (2) über der Arbeitsfläche
(1) in der Reihenfolge des Auftretens und/oder mit ei
ner Angabe über den Zeitpunkt des Auftretens durch das
Datenverarbeitungssystem (7) gespeichert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß weiterhin die Aufnahme- und Abgabemenge von Stoffen
bei jedem Auftreten eines Aufnahme- oder Ausgabe
ereignisses über einen Detektor erfaßt und gespeichert
werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß weiterhin jeder Wechsel einer mit dem Werkzeug
(2) lösbar verbundenen Spitzer durch die die Aufnahme
und Ausgabe der Stoffe erfolgt, über einen Detektor er
faßt und mit zeitlichem Bezug zu den erfaßten Aufnahme-
oder Ausgabeereignissen und/oder mit einer Angabe über
den Zeitpunkt des Wechsels durch das Datenverarbei
tungssystem (7) gespeichert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ermitteln der Position der Aufnahme- bzw. Abga
beöffnung des Werkzeuges (2) über der Arbeitsfläche
(1)in Zeitabständen von weniger als 1 s erfolgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ermitteln der Position der Aufnahme- bzw. Abga
beöffnung des Werkzeuges (2) mittels Ultraschall, op
tisch oder elektromagnetisch erfolgt.
12. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 zur Pro
grammierung eines Roboters für die Durchführung des
Handling.
13. Anordnung zur Qualitätssicherung und/oder Dokumen
tierung beim manuellen Handling von Stoffen, insbeson
dere beim Liquid-Handling, die sich zumindest aus
- - einem Werkzeug (2) mit einer Aufnahme- bzw. Abgabe öffnung zur Aufnahme oder Abgabe von Stoffen, das einen Detektor für die Erfassung jedes Aufnahme- und jedes Ausgabeereignisses aufweist,
- - einer Meßeinrichtung zur Bestimmung der aus Koordina ten- und Winkellage bestehenden Raumlage des Werkzeuges (2), um daraus die Position der Aufnahme- bzw. Abgabe öffnung des Werkzeuges (2) über einer Arbeitsfläche (1) berechnen zu können, wobei die Meßeinrichtung zumindest aus einem am Werkzeug (2) befestigten Bauteil (3) und einem getrennt vom Werkzeug angeordneten Bauteil be steht, und
- - einer Datenverarbeitungseinrichtung (7) zusammen setzt,
14. Anordnung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Detektor ein Taster (4) am Werkzeug (2) ist,
durch den die Aufnahme oder Abgabe von Stoffen ausge
löst wird.
15. Anordnung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtung zwei am Werkzeug (2) befestigte
Ultraschall-Sender und einen relativ zur Arbeitsfläche
(1) ortsfesten Empfänger umfaßt.
16. Anordnung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtung zwei am Werkzeug (2) befestigte
Lichtquellen und einen relativ zur Arbeitsfläche (1)
ortsfesten Empfänger umfaßt.
17. Anordnung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtung ein elektromagnetischer Sensor
ist.
18. Anordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Werkzeug (2) eine Pipette, insbesondere eine
digitale Pipette, ist.
19. Anordnung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Pipette einen Mechanismus zum Wechsel einer Pi
pettenspitze aufweist, wobei der Mechanismus als Detek
tor für den Wechsel der Pipettenspitze ausgestaltet und
mit der Datenverarbeitungseinrichtung (7) verbunden
ist.
20. Anordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß weiterhin ein mit der Datenverarbeitungseinrichtung
(7) verbundener optischer oder akustischer Signalgeber
vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999156178 DE19956178C2 (de) | 1999-11-22 | 1999-11-22 | Verfahren und Anordnung zur Dokumentierung und/oder Qualitätsicherung beim manuellen Handling von Stoffen |
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| DE1999156178 DE19956178C2 (de) | 1999-11-22 | 1999-11-22 | Verfahren und Anordnung zur Dokumentierung und/oder Qualitätsicherung beim manuellen Handling von Stoffen |
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Family
ID=7929947
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999156178 Expired - Fee Related DE19956178C2 (de) | 1999-11-22 | 1999-11-22 | Verfahren und Anordnung zur Dokumentierung und/oder Qualitätsicherung beim manuellen Handling von Stoffen |
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|---|---|
| DE (1) | DE19956178C2 (de) |
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| US12019084B2 (en) | 2019-07-25 | 2024-06-25 | Tecan Trading Ag | Laboratory automation device control program generation with object detection |
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