DE19956877C1 - Verfahren zur Herstellung eines Gussteils, insbesondere eines Gussteils für ein Cabriolet-Fahrzeugdach - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Gussteils, insbesondere eines Gussteils für ein Cabriolet-FahrzeugdachInfo
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Abstract
Um mit einfachen Mitteln kostengünstige Gussteile mit planparallelen Funktionsflächen herstellen zu können, wird ein zweigeteiltes Werkzeug mit zwei aneinander liegenden Werkzeughälften und einer schräg verlaufenden Trennebene zwischen den Werkzeughälften verwendet, wobei nach Abschluss des Gießvorgangs die beiden Werkzeughälften in entgegengesetzten Richtungen und jeweils winklig zu den Funktionsflächen entfernt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Gussteils.
Gussteile werden im Standgussverfahren, Schleudergussverfahren
oder Druckgussverfahren hergestellt, wobei flüssiges, erhitztes
Metall in eine einen Hohlraum umschließende Form eingegossen
wird, die nach dem Erkalten des Metalls entfernt wird. Für die
Formgebung des Gussteiles können Modelle und Kokillen verwendet
werden, welche einen positiven bzw. negativen Abdruck des
Gussteiles darstellen und die komplizierte Formgebungen ermög
lichen. Diesen verschiedenen Gussverfahren ist gemeinsam, dass
die Gussteile auf Grund von Formungenauigkeiten, Abkühlungs
schwindung oder sonstigen Toleranzüberschreitungen üblicherwei
se spanend nachgearbeitet müssen, damit die geforderten Ferti
gungstoleranzen eingehalten werden können.
Aus dem Buch "Druckgieß-Technik" von Frommer/Lieby, Springer-
Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1965, Band I, Seiten
156/157, ist es bekannt, dass zum Gießen genauer Partien eines
Druckgussteiles mehrteilige Kerne verwendet werden, welche nach
dem Gießen in einer gestuften Bewegung entfernt werden. Bei
tiefen Aussparungen und Bohrungen werden hierfür ineinander
schiebbare Kerne verwendet, um Deformationen durch große
Schwindungs- oder Schrumpfkräfte zu vermeiden. Außerdem können
derartige zweistufige Kern- und Schieberbewegungen auch ange
wandt werden, wenn bestimmte genaue Partien eines Druckgusstei
les ohne Gratnaht gegossen werden sollen und sich letztere
durch die nötige Formteilung ergeben würde.
Für den Fall, dass ein zu fertigendes Bauteil zwei planparalle
le Anlageflächen aufweisen soll, ist aber auch bei den bekann
ten zweiteiligen Kernen aus fertigungstechnischen Gründen eine
spanende Nachbearbeitung unumgänglich, weil der in den Zwi
schenraum zwischen die Anlageflächen einzusetzende Modellkern
üblicherweise konisch verjüngt ausgebildet ist, damit der Mo
dellkern nach dem Gießvorgang problemlos entfernt werden kann.
Dementsprechend schließen auch die Anlageflächen einen gemein
samen Winkel ein, mit der Folge, dass planparallele und einan
der zugewandte Auflageflächen nur mit Hilfe einer spanenden
Nachbearbeitung zu erzielen sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde mit einfachen Mitteln
Gussteile mit zwei planparallelen Anlageflächen herzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des An
spruches 1 gelöst.
Gemäß der Neuerung ist vorgesehen, dass ein zweigeteiltes Werk
zeug - ein Modell bzw. ein Modellkern - in den Zwischenraum
zwischen die Anlage- bzw. Funktionsflächen des Gussteils einge
setzt wird, wobei die beiden Werkzeughälften gegenüber ihrer
Einhüllenden eine schrägverlaufende Trennebene aufweisen. Die
Außenwände des Werkzeugs liegen parallel zueinander. Das Werk
zeug füllt während des Gießvorganges den Zwischenraum zwischen
den zu gießenden Funktionsflächen aus, dem entsprechend liegen
die einander zugewandten Funktionsflächen des Gussteils paral
lel zueinander. Um sicher zu stellen, dass nach dem Abschluss
des Gießvorganges das Werkzeug aus dem Zwischenraum ohne Prob
leme entfernt werden kann, werden die beiden Werkzeughälften
jeweils in entgegengesetzten Richtungen aus den Zwischenraum
entfernt, wobei die Entnahmerichtung für jede Werkzeughälfte
mit den Funktionsflächen bzw. der Einhüllenden des Werkzeugs
einen Winkel einschließt. Der Winkeleinschluss, welcher durch
die schräg verlaufende Trennebene zwischen den Werkzeughälften
ermöglicht wird, stellt sicher, dass jede Werkzeughälfte aus
einer unmittelbar an der Funktionsfläche anliegenden Position
schräg entnommen werden kann, wodurch gewährleistet ist, dass
das Werkzeug beim Herausnehmen aus dem Zwischenraum von der An
lagefläche der Wandung des gegossenen Werkstücks entfernt wird.
Es wird dadurch verhindert, dass bei der Entnahme das Werkzeug
aus dem Zwischenraum im Werkstück parallel zu den Anlageflächen
herausgenommen wird, was auf Grund der Haftung zwischen Werk
zeug und Gussteil zu einer erheblichen Minderung der Oberflä
chenqualität der Anlagefläche führen kann. Die Anlageflächen
sind bei dem neuartigen Verfahren planparallel zueinander und
weisen eine hohe Oberflächengüte auf, wodurch eine spanende
Nachbearbeitung in der Regel obsolet wird.
Auf Grund des Fortfalls der spanenden Nachbearbeitung können
erhebliche Kostenvorteile realisiert werden, was insbesondere
bei in hohen Stückzahlen zu produzierenden Gussteilen zu einer
signifikanten Kostensenkung führt. Derartige Gussteile werden
beispielsweise im Automobilbereich bei der Fertigung von Cabri
olet-Fahrzeugdächern hergestellt und eingesetzt.
Die die winklige Entnahme ermöglichende, schräg verlaufende
Trennebene zwischen den beiden Werkzeughälften teilt vorteil
haft das Werkzeug in zwei komplementäre Werkzeughälften, wobei
eine derartige symmetrische Ausbildung einerseits Produktion-
und Montagevorteile bietet und andererseits gewährleistet, dass
die Entnahmekräfte für beide Werkzeughälften in etwa gleich
groß sind.
Der Entnahmewinkel, unter dem die beiden Werkzeughälften aus
dem Zwischenraum relativ zu den Funktionsflächen entfernt wer
den, nimmt vorzugsweise einen Wert ein, der größer als Null ist
und maximal gleich ist wie der Winkel der Trennebene in Bezug
auf die Einhüllende des Werkzeugs bzw. die Funktionsflächen des
Gussteils. In einer bevorzugten Ausführung stimmt der Entnahme
winkel mit dem Winkel der Trennebene überein, so dass zumindest
die erste Werkzeughälfte entlang der Trennebene aus dem Zwi
schenraum herausgenommen werden kann.
Weitere Vorteile und zweckmäßige Ausführungen sind der Figuren
beschreibung und der Zeichnung zu entnehmen, in der ein
Gussteil mit parallelen Wandungen, zwischen denen ein zweige
teiltes Werkzeug eingesetzt ist, im Schnitt dargestellt ist.
Das Gussteil 1, beispielsweise ein im Druckgussverfahren herge
stelltes Aluminium-Druckguss-Bauteil, welches insbesondere für
ein Cabriolet-Fahrzeugdach eingesetzt wird, weist etwa paralle
le Wandungen 2 und 3 auf, deren einander zugewandte Anlage-
bzw. Funktionsflächen 4, 5 bereits unmittelbar nach dem Gießen
auch ohne spanende Nachbearbeitung mit hoher Maßgenauigkeit pa
rallel zueinander angeordnet sein sollen. Zur Erreichung dieses
Ziels wird der Zwischenraum 11 zwischen den zu gießenden Wan
dungen 2, 3 des Werkstücks bzw. Gussteils 1 mit einem Modell
bzw. Werkzeug 6 ausgefüllt, welches zweigeteilt ausgeführt ist
und zwei Werkzeughälften 7, 8 aufweist, die vorteilhaft komple
mentär zueinander ausgebildet sind und über eine Trennebene 9
separiert sind. Zur Durchführung des Gießvorganges liegen beide
Werkzeughälften 7, 8 unmittelbar aneinander. Jede Werkzeughälf
te ist keilförmig ausgebildet. Die gegenüberliegenden Außensei
ten beider Werkzeughälften 6, 7 sind im zusammengesetzten Zu
stand, bei dem die Werkzeughälften unmittelbar aneinander gren
zen, parallel zu einander ausgerichtet, um entsprechend planpa
rallele Funktionsflächen der Wandungen 2 und 3 zu erzielen.
Um zu gewährleisten, dass nach Beendigung des Gießvorganges das
Werkzeug 6 unter Beibehaltung planparalleler Flächen 4, 5 mit
vergleichsweise hoher Oberflächengüte aus dem Zwischenraum 11
zwischen den Wandungen 2, 3 des Gussteils 1 entfernt werden
kann, werden die Werkzeughälften 7 und 8 in entgegengesetzte
Entnahmerichtungen 10 aus dem Gussteil 1 entfernt. Die Entnah
merichtungen 10 schließen mit den Funktionsflächen 4, 5 vor
teilhaft einen Winkel α ein, der größer als Null ist, jedoch
maximal dem Winkel entspricht, den die Trennebene 9 mit den
Funktionsflächen 4, 5 einschließt. Vorteilhaft wird jede Werk
zeughälfte 7, 8 entgegen ihrer keilförmigen Verjüngung unter
dem maximal möglichen Winkel α in Entnahmerichtung 10 entnom
men, indem jede Werkzeughälfte 7 bzw. 8 entlang der Trennebene
9 aus dem Zwischenraum 11 herausgenommen wird. Um eine problem
lose Entnahme der Werkzeughälften zu beiden Seiten des Zwi
schenraumes 11 zu ermöglichen, ist das Werkstück 1 an beiden
Stirnseiten des Zwischenraumes 11 offen ausgebildet.
Das geschilderte Verfahren unter Einsatz eines zweigeteilten
Werkzeugs kann auch zur Herstellung nicht-paralleler Wandungen
in Werkstücken eingesetzt werden, indem ein Werkzeug mit ent
sprechenden, nicht-parallelen gegenüberliegenden Außenseiten
verwendet wird.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines Gussteils, insbesondere ei
nes Gussteils für ein Cabriolet-Fahrzeugdach, bei welchem
- - zur Herstellung paralleler Funktionsflächen (4, 5) im Gussteil ein zweigeteiltes Werkzeug (6) mit zwei aneinander liegenden Werkzeughälften (7, 8) und einer schräg verlau fenden Trennebene (9) zwischen den Werkzeughälften (7, 8) verwendet wird, welches den Zwischenraum (11) zwischen den Funktionsflächen (4, 5) ausfüllt, wobei die Trennebene (9) mit den Funktionsflächen (4, 5) einen Winkel einschließt,
- - nach Abschluss des Gießvorgangs die beiden Werkzeughälften (7, 8) in entgegengesetzten Richtungen und jeweils winklig zu den Funktionsflächen (4, 5) aus dem Zwischenraum (11) entfernt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Werkzeughälften (7, 8) unter einem Winkel aus dem Zwi
schenraum (11) entfernt werden, der zwischen Null und dem Win
kel der Trennebene (9) zwischen beiden Werkzeughälften (7, 8)
liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Werkzeughälften (7, 8) unter einem Winkel aus dem Zwi
schenraum (11) entfernt werden, der dem Winkel der Trennebene
(9) zwischen beiden Werkzeughälften (7, 8) entspricht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass komplementär geformte Werkzeughälften (7, 8) verwendet
werden.
Priority Applications (2)
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
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Family
ID=7930380
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|---|---|---|---|
| DE1999156877 Expired - Fee Related DE19956877C1 (de) | 1999-11-26 | 1999-11-26 | Verfahren zur Herstellung eines Gussteils, insbesondere eines Gussteils für ein Cabriolet-Fahrzeugdach |
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Cited By (2)
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| DE102013000320A1 (de) | 2013-01-10 | 2014-07-10 | Audi Ag | Werkzeugvorrichtung für die Herstellung eines Gussbauteils |
| DE102016207304A1 (de) * | 2016-04-28 | 2017-11-02 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Gebautes Metallteil |
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|---|---|---|---|---|
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2000
- 2000-11-04 EP EP00123997A patent/EP1103324A1/de not_active Withdrawn
Non-Patent Citations (1)
| Title |
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| DE-B: G. Liebig, "Durchgieß-Technik", Bd. I, Springer-Verlag Berlin/Heidelberg, New York, 1965 * |
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Also Published As
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| EP1103324A1 (de) | 2001-05-30 |
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