DE19956769A1 - Längenvariable Zahnstangenlenkung - Google Patents
Längenvariable ZahnstangenlenkungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Kraftfahrzeuglenkung mit einer in einem Lenkgehäuse in Richtung einer Längsachse verfahrbar angeordneten Zahnstange sowie mit der Zahnstange zugeordneten und voneinander beabstandeten Anschlüssen für Spurstangen, wobei der Abstand in Richtung der Verfahrbarkeit der Zahnstange veränderbar ist, wobei die Zahnstange einen ersten Zahnstangenabschnitt und einen zweiten Zahnstangenabschnitt aufweist, die in einer Führung gegeneinander in Richtung der Längsachse verschieblich sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Zahnstangenlenkung mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Aus der Praxis sind Zahnstangenlenkungen bekannt, bei
denen die Zahnstange ein einstückiges Bauelement mit
endseitigen oder mittigen Anschlüssen für die
Spurstangen, sogenanntem Seitenabgriff oder
Mittenabgriff, sind. Der Abstand der Anschlüsse
voneinander ist bei bekannten Zahnstangenlenkungen nicht
variabel. Im Kraftfahrzeugbau kann es jedoch erwünscht
sein, während der Fahrt dynamisch die Spur oder den Sturz
der gelenkten Achse zu variieren.
Aus der DE 41 15 880 C2 ist eine Vorrichtung bekannt, bei
der jeder Anschluß der Zahnstange ein separates
hydraulisches Element trägt, das bei Druckbeaufschlagung
auf einem kurzen Stellweg die eingestellte Vorspur des
jeweils zugeordneten Rades aufhebt. Diese Vorrichtung
dient zur Aufhebung der eingestellten Vorspur bei
Kurvenfahrt. Nachteilig ist, daß insgesamt zwei
Hydraulikelemente vorzusehen sind, die an der ansonsten
einteiligen Zahnstange angebracht sind und die separat
angesteuert werden müssen. Weiter ist die insoweit
bekannte Vorrichtung nicht dazu vorgesehen, die
Vorspureinstellung über einen längeren Zeitraum aufrecht
zu erhalten, so daß eine Veränderung der
Fahrwerksgeometrie mit der bekannten Vorrichtung nicht
erreichbar ist.
Aus der gleichen Druckschrift ist auch eine
Zahnstangenlenkung bekannt, bei der eine einteilige
Zahnstange hohl ausgeführt ist und eine Spurstange in
Längsrichtung der Zahnstange verschieblich in der
Zahnstange angeordnet ist. Die Spurstange kann über ein
doppelt wirkendes Hydraulikelement innerhalb der
Zahnstange verfahren werden. Auf diese Weise kann bei
konstantem Abstand der Spurstangenabgriffe der
Radwinkeleinschlag der gelenkten Achse ohne Bewegung der
Spurstange und damit ohne eine Drehung des zugeordneten
Lenkrades variiert werden. Eine Veränderung der
Vorderachsgeometrie ist mit dieser Vorrichtung nicht
möglich.
Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Kraftfahrzeuglenkung dahingehend zu verbessern, daß die
Vorderachsgeometrie hinsichtlich Spur und/oder Sturz der
gelenkten Räder variabel ist.
Diese Aufgabe wird von einer Kraftfahrzeuglenkung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weil die Zahnstange
insgesamt zweiteilig mit einem ersten Zahnstangen
abschnitt und einem zweiten Zahnstangenabschnitt
gestaltet ist, wobei die beiden Abschnitte in einer
Führung gegeneinander in Richtung der Längsachse
verschieblich sind, kann die längenvariable Zahnstange in
jeder beliebigen Position der Verschieblichkeit arretiert
werden. Dadurch ist eine dauerhafte Einstellbarkeit des
Abstandes der Spurstangenabgriffe gewährleistet. Dabei
ist für eine mechanische Konstruktion vorteilhaft, wenn
die Führung den ersten und den zweiten
Zahnstangenabschnitt um die Längsachse drehfest führt.
Der Abstand der beiden Zahnstangenabschnitte voneinander
kann einfach und zuverlässig eingestellt und verriegelt
werden, wenn der erste Zahnstangenabschnitt im Bereich
der Führung den zweiten Zahnstangenabschnitt umgibt und
außerdem ein Kupplungselement vorgesehen ist, das im
ausgerückten Zustand eine im wesentlichen freie
Verschieblichkeit der Führung erlaubt, während im
eingerückten Zustand die Führung in Richtung der
Längsachse blockiert ist. Eine reibschlüssige Kupplung
kann in einfacher Weise dadurch realisiert werden, daß
der erste Zahnstangenabschnitt ein unrundes Hohlprofil
aufweist, daß der zweite Zahnstangenabschnitt ein dazu
komplementäres Außenprofil aufweist und daß das
Kupplungselement ein dem Hohlprofil entsprechendes
inneres Profil aufweist, wobei das Kupplungselement an
dem ersten Zahnstangenabschnitt in Längsrichtung zugfest
und um die Längsachse verdrehbar gelagert ist. Wenn
außerdem das Kupplungselement zum Ein- und Ausrücken um
die Längsachse motorisch verdrehbar ist und im
eingerückten Zustand das Außenprofil zwischen dem
Hohlprofil des ersten Zahnstangenabschnitts und dem
Hohlprofil des Kupplungselements reibschlüssig gehalten
ist.
Eine hydraulisch oder pneumatisch gesteuerte
Ausführungsform ist realisierbar, wenn der erste
Zahnstangenabschnitt und der zweite Zahnstangenabschnitt
über einen Zylinder einerseits und einen Kolben
andererseits gekoppelt sind. Dabei ist vorteilhaft, wenn
der Zylinder und der Kolben ein in Richtung der
Längsachse doppelt wirkendes Hydraulikstellglied mit zwei
Arbeitsräumen bilden.
Die Kopplung der beiden Zahnstangenabschnitte miteinander
kann dadurch erfolgen, daß die Arbeitsräume über einen
Kanal, beispielsweise ein Rohr, eine Bohrung oder eine
Leitung miteinander verbunden sind, wobei dem Kanal ein
steuerbares Ventil zugeordnet ist. In dieser
Ausführungsform kann die Kopplung durch Schließen des
Ventils verriegelt und durch Öffnen des Ventils
aufgehoben werden.
Wenn vorgesehen ist, daß die Arbeitsräume über einen
Kanal miteinander verbunden sind, wobei dem Kanal
insgesamt zwei steuerbare Ventile zugeordnet sind, die
Einwegeventile mit entgegengesetzter Durchlaßrichtung
sind und die parallel geschaltet sind, kann eine
Einstellung durch Öffnen jeweils eines Ventils allein
aufgrund fahrdynamisch auf die Lenkung einwirkender
Kräfte erfolgen. Insgesamt ist von Vorteil, wenn die
Ventile im Ruhezustand geschlossene Magnetventile sind.
Schließlich ist eine besonders kompakte und
kostengünstige Bauweise zu erreichen, wenn die
Arbeitsräume, der Kanal und die Ventile ein
abgeschlossenes hydraulisches System ohne externe
Druckmittelpumpe bilden.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand von
drei Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die Zeichnungen
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1: eine zweiteilige Zahnstange mit
mechanischer, drehfester Führung und
mechanischer Kupplung;
Fig. 2: eine zweiteilige Zahnstange entsprechend
Fig. 1 mit einer anderen mechanischen
Kupplung;
Fig. 3: eine zweiteilige Zahnstange mit
hydraulischer Kupplung; sowie
Fig. 4: eine Zahnstange gemäß Fig. 2 mit einem
hydraulischen Stellantrieb zur aktiven
Längenveränderung.
In der Fig. 1 ist eine Zahnstange einer
erfindungsgemäßen Kraftfahrzeuglenkung ausschnittsweise
in einem Querschnitt dargestellt. Ein erster
Zahnstangenabschnitt 1 und ein zweiter
Zahnstangenabschnitt 2 sind im Bereich eines nahezu
drehfesten, aber längs verschieblichen Kupplungselements
3,6 miteinander gekoppelt. Das Kupplungselement 3,6 weist
dabei in Axialrichtung verlaufende, dem ersten
Zahnstangenabschnitt 1 und dem zweiten
Zahnstangenabschnitt 2 zugeordnete Rippen 4 sowie dazu
gehörende Nuten 5 ähnlich einer Keilwellenverzahnung auf.
Die Kupplungselemente 3 und 5 tragen ein inneres Profil
aus Rippen 7 und Nuten 8 komplementär zu dem Außenprofil
mit den Rippen 4 und Nuten 5 der beiden
Zahnstangenabschnitte 1 und 2. Die Kupplungselemente 3
und 6 verbinden demnach die beiden Zahnstangenabschnitte
1 und 2 nahezu drehfest und in Richtung der Längsachse
verfahrbar. An ihrem den Kupplungselementen abgewandten
Ende tragen die Zahnstangenabschnitte 1 und 2 jeweils
einen Anschluß für eine Spurstange (nicht dargestellt).
Bei einer Längenvariation im Bereich der Führung 3 wird
folglich der Abstand der Anschlüsse voneinander
verändert. Ein nicht dargestelltes Stellglied
elektromechanischer, hydraulischer oder pneumatischer
Bauart, das das Kupplungselement 3 und das
Kupplungselement 6 miteinander verbindet, kann das
Kupplungselement 6 gegenüber dem Kupplungselement 3 in
einem begrenzten Winkel, der relativ klein ist, um die
Längsachse verdrehen, so daß sich in ausgerückter
Position die Zahnstangenabschnitte 1 und 2 frei in dem
Kupplungselement 3 und dem Kupplungselement 6 in Richtung
der Längsachse verschieben können. An einer beliebigen
Position kann dann das Kupplungselement 6 gegenüber dem
Kupplungselement 3 in den verspannten Zustand verdreht
werden, wobei sich die Rippen der Kupplungelemente 3 und
6 mit den Rippen der Zahnstangenabschnitte 1 und 2
verspannen. Die Zahnstangenabschnitte 1 und 2 sind somit
mit den Kupplungselementen 3 und 6 reibschlüssig
verbunden. Es ist neben der Keilwellenverzahnung mit 0°
Schrägungswinkel auch eine Verzahnung mit kleinen
Schrägungswinkeln denkbar, wobei der Schrägungswinkel des
Zahnstangenabschnitts 1 verschieden von dem des
Anschnitts 2 sein sollte. Des weiteren sind gleichgängige
Gewinde mit unterschiedlicher Gewindesteigung verwendbar.
Die Gewinde sollen nicht selbsthemmend sein.
Kugelumlaufgewinde sind verwendbar.
Es ist aber auch möglich, die Flanken der Rippen 4 ebenso
wie die Flanken der Nuten 5 zu profilieren,
beispielsweise mit einer feinen Verzahnung. Ein
derartiges Profil erhöht die Haltekraft im eingerückten
Zustand des Kupplungselements 6. Es ermöglicht jedoch
nicht beliebige eingerückte Positionen, sondern nur eine
gewisse Anzahl von Kupplungspositionen in Längsrichtung.
Eine andere Ausführungsform zeigt die Fig. 2. Bei dieser
Variante ist nur der Zahnstangeabschnitt 2 mit Rippen 4
und Nuten 5 ausgebildet. Die Kupplungselemente 3 und 6
besitzen ein inneres Profil (Rippen 7 und Nuten 8)
komplementär zu dem Außenprofil des Zahnstangenabschnitts
2. Das Kupplungselement 6 ist an dem freien Ende des
Zahnstangenabschnitts 1 derart gelagert, daß es um die
Längsachse drehbar, aber in Axialrichtung zugfest an dem
Zahnstangenabschnitt 1 befestigt ist.
An ihrem den Kupplungselementen abgewandten Ende tragen
die Zahnstangenabschnitte 1 und 2 jeweils einen Anschluß
für eine Spurstange (nicht dargestellt). Bei einer
Längenvariation des Zahnstangenabschnitts 2 im Bereich
der Kupplungselemente 3 und 6 wird folglich der Abstand
der Anschlüsse voneinander verändert. Ein nicht
dargestelltes Stellglied elektromechanischer,
hydraulischer oder pneumatischer Bauart, das das
Kupplungselement 3 und das Kupplungselement 6 miteinander
verbindet, kann das Kupplungselement 6 gegenüber dem
Kupplungselement 3 in einem begrenzten Winkel, der
relativ klein ist, um die Längsachse verdrehen,, so daß
sich in ausgerückter Position der Zahnstangenabschnitt 2
frei in dem Kupplungselement 3 und dem Kupplungselement 6
in Richtung der Längsachse verschieben kann. An einer
beliebigen Position kann dann das Kupplungselement 6
gegenüber dem Kupplungselement 3 in den verspannten
Zustand verdreht werden, wobei sich die Rippen der
Kupplungelemente 3 und 6 mit den Rippen des
Zahnstangenabschnitts 2 verspannen. Der
Zahnstangenabschnitt 2 ist somit mit den
Kupplungselementen 3 und 6 reibschlüssig verbunden. Durch
die in Axialrichtung zugfeste Verbindung des
Zahnstangenabschnitts 1 mit dem Kupplungselement 3 wird
auch der Zahnstangenabschnitt 1 mit dem
Zahnstangenabschnitt 2 zugfest verbunden.
In der Fig. 3 ist eine längenvariable Zahnstange für
eine Kraftfahrzeuglenkung mit hydraulischer Kupplung
dargestellt. Der erste Zahnstangenabschnitt 1 enthält
dabei eine topfförmige Führung 10, in der ein
zylindrischer Schaft 11 des zweiten Zahnstangenabschnitts
2 in Längsrichtung geführt ist. Die Führung erfolgt in
einem Gleitlager 12, das in der Führung 10 angeordnet
ist. Außerdem ist dem ersten Zahnstangenabschnitt 1 ein
Radialwellendichtring 13 zugeordnet.
Weiter trägt der erste Zahnstangenabschnitt 1 an seinem
freien Ende einen Hydraulikzylinder 15, der im Bereich
des Radialwellendichtrings 13 fest und fluiddicht mit dem
ersten Zahnstangenabschnitt 1 verbunden ist. Der
Hydraulikzylinder 15 ist an seinem dem ersten
Zahnstangenabschnitt 1 entfernten Ende wiederum durch
eine Buchse 16 verschlossen, die im wesentlichen dem
freien Ende des Zahnstangenabschnitts 1 entspricht. Hier
ist ebenfalls ein Gleitlager 22 neben einem
Radialwellendichtring 23 vorgesehen, das den zweiten
Zahnstangenabschnitt 2 in Längsrichtung führt. Der zweite
Zahnstangenabschnitt ist im wesentlichen
rotationssymmetrisch gestaltet und gleitet in den
Gleitlagern 12, 22. Er trägt einen einstückig
angeformten, scheibenförmigen Kolben 24, der in dem
Hydraulikzylinder 15 in Längsrichtung verschiebbar
angeordnet ist. Der Zylinder 15, der Kolben 24 und der
Radialwellendichtring 13 begrenzen einen ersten
Arbeitsraum 25. Entsprechend begrenzen der Zylinder 15,
der Kolben 24 und der Radialwellendichtring 23 einen
zweiten Arbeitsraum 26. Die Arbeitsräume 25 und 26 sind
über zwei parallel geschaltete elektromechanische Ventile
30 und 31 miteinander verbunden, die jeweils als im
Ruhezustand geschlossene Einwegeventile mit einander
entgegengesetzter Durchlaßrichtung ausgeführt sind. Die
Arbeitsräume 25 und 26 bilden gemeinsam mit den
Verbindungskanälen 30 und den Ventilen 31 und 32 ein
hermetisch geschlossenes hydraulisches System, das bei
diesem Ausführungsbeispiel mit einer inkompressiblen
Flüssigkeit vollständig gefüllt ist.
Bei geschlossenen Ventilen 31 und 32 sind der erste
Zahnstangenabschnitt 1 und der zweite
Zahnstangenabschnitt 2 in Längsrichtung starr miteinander
gekoppelt. Soll der zweite Zahnstangenabschnitt 2 in der
Darstellung der Fig. 2 nach rechts verschoben werden, so
muß Hydraulikflüssigkeit aus dem ersten Arbeitsraum 25 in
den zweiten Arbeitsraum 26 strömen können. Hierfür wird
das Ventil 32 geöffnet. Treten dann im Fahrbetrieb des
Kraftfahrzeugs wechselnde Belastungen in Axialrichtung
auf, so kann bei geöffnetem Ventil 32 der zweite
Zahnstangenabschnitt 2 nach rechts verfahren werden. Eine
Verfahrbarkeit nach links ist hierbei durch das
geschlossene Ventil 31 und die richtungsgebundene Öffnung
des Ventils 32 blockiert. Bei einer Wechselbelastung wird
also der zweite Zahnstangenabschnitt 2 allmählich in
Richtung auf den ersten Zahnstangenabschnitt 1 verfahren.
Der Abstand der zugeordneten Spurstangenanschlüsse wird
verringert. Je nach Achsgeometrie verändert sich dadurch
die eingestellte Vorspur.
Soll der Abstand der Spurstangenanschlüsse vergrößert
werden, so muß der zweite Zahnstangenabschnitt 2 in der
Darstellung gemäß Fig. 2 nach links verfahren werden.
Hierfür wird das Ventil 31 geöffnet, während das Ventil
32 geschlossen ist. Bei wechselnder axialer Belastung
kann dann lediglich Hydraulikflüssigkeit aus dem zweiten
Arbeitsraum 26 in den ersten Arbeitsraum 25 strömen. Die
Rückströmung ist, wie bereits beschrieben, blockiert. Der
Zahnstangenabschnitt 2 wird sich folglich in seiner
Führung 10 von dem ersten Zahnstangenabschnitt 1
entfernen.
Wenn die Längeneinstellung der Zahnstange konstant
gehalten werden soll, bleiben beide Ventile 31 und 32
geschlossen. Dies gilt auch bei einem eventuellen
elektrischen Ausfall, wenn die Ventile 31 und 32 im
Ruhezustand geschlossen sind.
In der Fig. 4 ist schließlich eine Anordnung gemäß Fig.
3 mit aktiver Einstellmöglichkeit dargestellt. Gleiche
Bezugsziffern kennzeichnen gleiche Bauelemente.
Bei der Vorrichtung gemäß Fig. 3 sind die Arbeitsräume
25 und 26 über Hydraulikleitungen mit einem
Vierwegeventil 40 verbunden. Dieses Ventil ist über ein
Steuergerät 41 elektrisch zu betätigen. Es verbindet
einen aus einem Vorratsbehälter 42 gespeisten und über
eine Pumpe 43 mit druckbeaufschlagtem Vorlauf 44 sowie
einen drucklosen Rücklauf 45 mit den Arbeitsräumen 25,
26. Dem Vorlauf 44 ist noch ein Druckspeicher 46
zugeordnet, der ermöglicht, daß die Hydraulikpumpe 43
nicht ständig in Betrieb sein muß.
Mit dieser Vorrichtung ist es entsprechend dem in Fig. 3
beschriebenen Ausführungsbeispiel möglich, den ersten
Zahnstangenabschnit 1 und den zweiten
Zahnstangenabschnitt 2 in Axialrichtung gegeneinander zu
verfahren. Ohne auf die Einwirkung von äußeren Kräften
angewiesen zu sein, kann über das Ventil 40 der mit Druck
beaufschlagte Vorlauf 44 auf den Arbeitsraum 25 oder auf
den Arbeitsraum 26 geschaltet werden. Letztere
Ventilstellung ist in der Fig. 3 dargestellt. Die
dritte, neutrale Stellung des Ventils 40 verschließt alle
Hydraulikleitungen druckfest und blockiert damit den
Kolben 24 in dem Zylinder 15, so daß die
Spurstangenabschnitte 1 und 2 gegeneinander fixiert sind.
Soll nun der Abstand der Spurstangenanschlüsse
voneinander verändert werden, so wird das Ventil 40 aus
seiner Mittenstellung gebracht, so daß in den beiden
Arbeitsräumen 25, 26 nicht mehr derselbe Druck herrscht.
Der Kolben 24 wird dann in Richtung auf den niedrigeren
Druck verfahren.
Die insoweit beschriebenen Ausführungsbeispiele können in
der Praxis einerseits zum Variieren der Vorspur eines
Fahrzeugs verwendet werden. Hierbei kann zum Beispiel die
Vorspur, die für Geradeausfahrt eingestellt ist, bei
Kurvenfahrt aufgehoben werden, wodurch sich der
Rollwiderstand und damit der Kraftstoffverbrauch sowie
der Reifenverschleiß verringert.
Schließlich kann mit der aktiven Verstellung der
beschriebenen Vorrichtung die Vorspur in Abhängigkeit von
fahrdynamischen Zuständen bei Geradeausfahrt variiert
werden. Beispielsweise kann bei einer Bremsung die durch
die an der Vorderachse angreifenden Hebelkräfte verformte
Achsgeometrie, die üblicherweise im Sinne einer
Verringerung der eingestellten Vorspur wirkt, kompensiert
werden. Auch können Änderungen der Vorspur durch Ein- und
Ausfedern der gelenkten Achse kompensiert werden.
Eine weitere, nicht dargestellte Ausführungsform sieht
vor, daß die Vorrichtung gemäß Fig. 3 statt der Ventile
31 und 32 mit einem in beide Richtungen zu öffnenden
Ventil versehen wird. Dann ist bei geöffnetem Ventil eine
freie Verfahrbarkeit der beiden Zahnstangenabschnitte 1,
2 gegeneinander möglich, so daß die gewünschte
Einstellung durch gezielte Einwirkung externer Kräfte auf
die beiden Zahnstangenabschnitte 1, 2 in Axialrichtung
vorzunehmen ist.
Claims (13)
1. Kraftfahrzeuglenkung mit einer in einem Lenkgehäuse
in Richtung einer Längsachse verfahrbar angeordneten
Zahnstange sowie mit der Zahnstange zugeordneten und
voneinander beabstandeten Anschlüssen für
Spurstangen, wobei der Abstand in Richtung der
Verfahrbarkeit der Zahnstange veränderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Zahnstange einen ersten Zahnstangenabschnitt und
einen zweiten Zahnstangenabschnitt aufweist, die in
einer Führung gegeneinander in Richtung der
Längsachse verschieblich sind.
2. Kraftfahrzeuglenkung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führung den
ersten und den zweiten Zahnstangenabschnitt um die
Längsachse drehfest führt.
3. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Kupplungselement vorgesehen ist, das im
ausgerückten Zustand eine im wesentlichen freie
Verschieblichkeit der Zahnstangenabschnitte erlaubt,
während im eingerückten Zustand die
Zahnstangenabschnitte Richtung der Längsachse
zueinander reibschnlüssig oder formschlüssig
festgelegt sind.
4. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Zahnstangenabschnitt im Bereich der
Führung den zweiten Zahnstangenabschnitt umgibt und
daß ein Kupplungselement vorgesehen ist, das im
ausgerückten Zustand eine im wesentlichen freie
Verschieblichkeit der Führung erlaubt, während im
eingerückten Zustand die Führung in Richtung der
Längsachse festgelegt ist.
5. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Zahnstangenabschnitt ein unrundes
Hohlprofil aufweist, daß der zweite
Zahnstangenabschnitt ein dazu komplementäres
Außenprofil aufweist, und daß das Kupplungselement
ein dem Hohlprofil entsprechendes inneres Profil
aufweist, wobei das Kupplungselement an dem ersten
Zahnstangenabschnitt in Längsrichtung zugfest und um
die Längsachse verdrehbar gelagert ist.
6. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kupplungselement zum Ein- und Ausrücken von
einem Stellglied verdrehbar ist und im eingerückten
Zustand das Außenprofil zwischen dem Hohlprofil des
ersten Zahnstangenabschnitts und dem Hohlprofil des
Kupplungselements reibschlüssig gehalten ist.
7. Kraftfahrzeuglenkung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der
erste Zahnstangenabschnitt und der zweite
Zahnstangenabschnitt hydraulisch in Längsrichtung
koppelbar sind.
8. Kraftfahrzeuglenkung nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der erste
Zahnstangenabschnitt und der zweite
Zahnstangenabschnitt über einen Zylinder einerseits
und einen Kolben andererseits gekoppelt sind.
9. Kraftfahrzeuglenkung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Zylinder und der Kolben ein in Richtung der
Längsachse doppelt wirkendes Hydraulikstellglied mit
zwei Arbeitsräumen bilden.
10. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Arbeitsräume über einen
Kanal miteinander verbunden sind, wobei dem Kanal ein
steuerbares Ventil zugeordnet ist.
11. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Arbeitsräume über insgesamt
zwei steuerbare Ventile miteinander verbunden sind,
wobei die Ventile Einwegeventile sind, die mit
entgegengesetzter Durchlaßrichtung parallel
geschaltet sind.
12. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ventile im Ruhezustand
geschlossene Magnetventile sind.
13. Kraftfahrzeuglenkung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Arbeitsräume, der Kanal und
die Ventile ein abgeschlossenes hydraulisches System
ohne externe Druckmittelpumpe bilden.
Priority Applications (1)
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Family
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| DE19956775A Withdrawn DE19956775A1 (de) | 1999-01-22 | 1999-11-25 | Längenvariable Zahnstangenlenkung mit hydraulischer Kupplung |
| DE19956769A Withdrawn DE19956769A1 (de) | 1999-01-22 | 1999-11-25 | Längenvariable Zahnstangenlenkung |
Family Applications Before (1)
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| DE19956775A Withdrawn DE19956775A1 (de) | 1999-01-22 | 1999-11-25 | Längenvariable Zahnstangenlenkung mit hydraulischer Kupplung |
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1999
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