DE19955349A1 - Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen - Google Patents
Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven SubstanzenInfo
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Abstract
Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen und/oder der Wundheilung sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen.
Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende
Nukleinsäuren zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen und/oder
der Wundheilung sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen. Insbesondere betrifft die vorliegende
Erfindung die Verwendung in Zusammenhang mit Erkrankungen von Hautzellen
und bei der Wundheilung.
Wunden heilen im allgemeinen ohne therapeutischen Eingriff ab. Es gibt jedoch
zahlreiche Erkrankungen, bei denen die Wundheilung eine Rolle spielt, wie z. B.
Diabetes mellitus, arterielle Verschlußkrankheiten, Schuppenflechte (Psoriasis),
Morbus Crohn, Epidermolysis bullosa, altersbedingte Hautveränderungen oder
Innervationsstörungen. Wundheilungsstörungen führen zu einer verzögerten
Wundheilung oder zu chronischen Wunden. Diese Störungen können durch die
Art der Verwundung (z. B. großflächige Wunden, tiefgehende und mechanisch
gedehnte Operationswunden, Verbrennungen, Trauma, Dekubitus),
medikamentöse Behandlung der Patienten (z. B. mit Corticoiden) aber auch durch
die Art der Erkrankung selber verursacht werden. So leiden z. B. 25% der
Patienten mit Typ-II-Diabetes häufig an chronischen Ulzera ("diabetischer Fuß"),
von denen etwa die Hälfte aufwendige stationäre Behandlungen erfordern und
letztlich doch schlecht heilen. Der diabetische Fuß verursacht mehr
Klinikaufenthalte als jede andere mit Diabetes assoziierte Komplikation. Die Zahl
dieser Fälle bei Diabetes Typ I und II ist im Steigen begriffen und repräsentiert
2,5% aller Klinikeinweisungen. Zudem heilen Wunden mit zunehmendem Alter
der Patienten schlechter. Oft ist auch eine Beschleunigung des natürlichen
Wundheilungsprozesses wünschenswert, um z. B. die Gefahr von bakteriellen
Infektionen oder die Liegezeiten der Patienten zu verringern.
Auch nach erfolgtem Wundverschluß kann es zu weiteren Störungen kommen.
Während Wunden fötaler Haut ohne Narbenbildung heilen, kommt es nach
Verletzungen in der Postnatalperiode stets zu Narbenbildungen, die oft ein großes
kosmetisches Problem darstellen. Bei Patienten mit großflächigen Brandwunden
kann zudem die Lebensqualität dramatisch beeinträchtigt werden, zumal
vernarbter Haut auch die Anhangsgebilde, wie Haarfollikel, Schweiß- und
Talgdrüsen fehlen. Bei entsprechender genetischer Disposition kann es auch zu
Keloiden kommen, hypertrophischen Narben, die in die umgebende Haut
einwuchern.
Der Vorgang der Wundheilung erfordert komplexe koordiniert ablaufende
Wirkungen und Interaktionen verschiedener Zelltypen. Im Wundheilungsprozeß
unterscheidet man folgende Schritte: die Blutgerinnung im Bereich der Wunde,
die Rekrutierung von Entzündungszellen, die Reepithelialisierung, die Bildung
von Granulationsgewebe sowie die Restrukturierung von Matrix. Die exakten
Reaktionsmuster der beteiligten Zelltypen während der Phasen der Proliferation,
der Migration, der Matrixsynthese und der Kontraktion sind, ebenso wie die
Regulation von Genen wie z. B. Wachstumsfaktoren, Rezeptoren und
Matrixproteinen, bislang wenig bekannt.
So sind bisher nur wenig zufriedenstellende Therapien entwickelt worden, um bei
Wundheilungstörungen eingreifen zu können. Etablierte Therapieformen
beschränken sich auf physikalische Unterstützung der Wundheilung (z. B.
Verbände, Kompressen, Gele) oder der Transplantation von Hautgeweben,
gezüchteten Hautzellen und/oder Matrixproteinen. In den letzten Jahren sind
Wachstumsfaktoren zur Verbesserung der Wundheilung erprobt worden, ohne
jedoch die konventionelle Therapie entscheidend zu verbessern. Auch die
Diagnose von Wundheilungsstörungen beruht auf wenig aussagekräftigen
optischen Analysen der Haut, da ein tieferes Verständnis der Genregulation
während der Wundheilung bisher fehlt.
Auch für andere Störungen von regenerativen Prozessen sind bisher wenig
zufriedenstellende Therapien entwickelt worden. Auch hier ist die Kenntnis der
Genregulation vorteilhaft für die Entwicklung von Diagnostika und Therapien. Es
ist gezeigt worden (Finch et al., 1997, Am. J. Pathol. 151: 1619-28; Werner, 1998,
Cytokine Growth Factor Rev. 9: 153-165, Brauchle et al., 1996, Am. J. Pathol.
149: 521-9), daß wundheilungsrelevante Gene auch bei dermatologischen
Erkrankungen, die auf Störungen der Regeneration der Haut beruhen, und
allgemein bei regenerativen Prozessen eine entscheidende Rolle spielen. So spielt
der Wachstumsfaktor KGF nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Regulation
der Proliferation und Differenzierung von Keratinozyten während der
Wundheilung, sondern ist auch ein wichtiger Faktor bei der Hyperproliferation der
Keratinozyten bei der Schuppenflechte (Psoriasis) und Regenerationsprozessen im
Darm (bei Morbus Crohn und ulcerativer colitis).
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Polypeptide und/oder diese
kodierende Nukleinsäuren zur Verfügung zu stellen, die an Prozessen bei
Erkrankungen in Säugetierzellen, insbesondere bei Erkrankungen von Hautzellen
und/oder der Wundheilung beteiligt sind, und deren Verwendung die Diagnose
und/oder Behandlung sowie die Identifizierung und Entwicklung, von in
Zusammenhang mit diesen Erkrankungen wirksamen Pharmazeutika entscheidend
verbessert.
Bei der Analyse der Genexpression während des Wundheilungsprozesses konnten
überraschenderweise Gene identifiziert werden, die bisher nicht mit Diagnose,
und/oder Behandlung von Erkrankungen oder bei der Wundheilung oder zur
Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen in Verbindung gebracht
wurden, deren Regulation aber für den Heilungsprozeß essentiell ist und die damit
im kausalen Zusammenhang mit Diagnose und/oder Behandlung von
Erkrankungen oder zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen
stehen. Die Polypeptide dieser Gene gehören nicht zu den bisher bekannten Zielen
für die Diagnose - wie beispielsweise der Indikation - und/oder der Behandlung -
wie beispielsweise der Modulation - von Erkrankungen oder für die
Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen, so daß sich aus dieser
Erfindung völlig neue Therapieansätze ergeben.
Die Aufgabe wird daher erfindungsgemäß durch die Verwendung eines oder
mehrerer Polypeptide oder funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit
mindestens 6 Aminosäuren, vorzugsweise mit mindestens 8 Aminosäuren,
insbesondere mit mindestens 12 Aminosäuren gemäß einer der SEQ ID Nr. 1 bis
SEQ ID Nr. 9 oder diese kodierende Nukleinsäuren, funktioneller Varianten
davon oder Teile davon mit mindestens 8 Nukleotiden, vorzugsweise mit
mindestens 18 Nukleotiden, insbesondere mit mindestens 24 Nukleotiden zur
Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen gelöst.
Die genauen biologischen Funktionen der erfindungsgemäßen Polypeptide der
SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID Nr. 9 sind unbekannt. Bei den Untersuchungen im
Rahmen dieser Erfindung konnte zum ersten Mal ein Zusammenhang der
erfindungsgemäßen Polypeptide mit Erkrankungen, beispielsweise
Hauterkrankungen, festgestellt werden. Die Accession Numbers der
erfindungsgemäßen Polypeptidsequenzen und ihrer cDNAs sind in Fig. 4
aufgelistet.
Bei der Analyse der Genexpression während des Wundheilungsprozesses konnten
weitere Gene identifiziert werden, deren bereits bekannte und beschriebene
Funktionen bisher nicht mit Hauterkrankungen, beispielsweise bei einer gestörten
Wundheilung, in Verbindung gebracht wurden, deren Regulation aber für den
Wundheilungsprozeß essentiell ist und die damit erstmals in kausalen
Zusammenhang mit Hauterkrankungen, beispielsweise bei einer gestörten
Wundheilung, gebracht wurden. Die Polypeptide dieser Gene gehören nicht zu
den bisher bekannten Zielen von Therapien von Hauterkrankungen und/oder der
Wundheilung, so daß sich aus dieser Erfindung völlig neue Therapieansätze
ergeben.
Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch die Verwendung eines
Polypeptids oder funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit mindestens
6 Aminosäuren, vorzugsweise mit mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere mit
mindestens 12 Aminosäuren gemäß einer der SEQ ID Nr. 10 bis SEQ ID Nr. 50
und SEQ ID Nr. 55 bis SEQ ID Nr. 58 oder diese kodierende Nukleinsäuren,
funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit mindestens 8 Nukleotiden,
vorzugsweise mit mindestens 18 Nukleotiden, insbesondere mit mindestens 24
Nukleotiden zur Diagnose und/oder Behandlung, beispielsweise zur
therapeutischen und/oder prophylaktischen Behandlung, von Hauterkrankungen
oder zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen gelöst.
Erfindungsgemäß können folgende Polypeptide verwendet werden:
- - Das Protein Calnexin aus Maus (SEQ ID Nr. 10) oder Mensch (SEQ ID Nr. 11), das in ruhenden und sich ausdifferenzierenden Zellen negativ reguliert wird (Honore et al., 1994, Electrophoresis 15: 482-90; Olsen et al., 1995, Electrophoresis 16: 2241-8).
- - Das CREB-binding protein (CBP) aus Maus (SEQ ID Nr. 12) oder Mensch (SEQ ID Nr. 13), welches - wie das in der US 5,658,784 beschriebene und eng verwandte Gen für p300 - als Coaktivator für eine Vielzahl von an der Wachstumskontrolle und Differenzierung beteiligten Transkriptionsfaktoren, wie zum Beispiel GATA-1, p53 und E2F beschrieben ist (Blobel et al., 1998, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 95: 2061-6).
- - Das mas Onkogen aus Maus (SEQ ID Nr. 14) oder Mensch (SEQ ID Nr. 15) (von 't Veer et al., 1988, Oncogene Res. 3: 247-54), das in der US 5,320,941 im Zusammenhang mit einem Verfahren zur Behandlung von Tumoren beschrieben wird.
- - Das aus der JP 3254680 bekannte acylamino acid-feleasing enzyme aus dem Menschen (SEQ ID Nr. 16), das in Tumorzellen aktiviert wird (Schoenberger et al., 1986, J. Clin. Chem. Clin. Biochem. 24: 375-8).
- - Das in akuten promyelozytischen Leukämiezellen identifizierte und an der Zellreifung beteiligte Protein JEM-1 aus dem Menschen (SEQ ID Nr. 17) (Tong et al., 1998, Leukemia 12: 1733-40).
- - Das Cardiac Ankyrin Repeat Protein (CARP/MARP) aus Maus (SEQ ID Nr. 18) oder Mensch (SEQ ID Nr. 19), das für die Entwicklung des Herzmuskels entscheidend ist (Zou et al., 1997, Development 124: 793-804).
- - Der Transkriptionsfaktor Checkpoint suppressor 1 (CHES1) aus dem Menschen (SEQ ID Nr. 20), der verschiedene Mutationen in S. cerevisiae in Zusammenhang mit der DNA-Reparatur suprimiert und für den eine Funktion bei der Zell-Zyklus- Kontrolle vermutet wird (Pati et al., 1997, Mol. Cell. Biol 17: 3037-46).
- - Das kleine GTP Bindeprotein RAB2 aus Maus (SEQ ID Nr. 21) oder Mensch (SEQ ID Nr. 22), das eine wichtige Rolle bei der Neuronalentwicklung spielt (Ayala et al., 1990, Neuron 4: 797-805).
- - Das Nukleoporin Nup98 aus dem Menschen (SEQ ID Nr. 23), für das eine Funktion bei akuter Myeolidleukämie (AML) beschrieben ist, und in funktionellem Zusammenhang mit CBP und p300 steht (Kasper et al., 1999, Mol. Cell. Biol. 19: 764-76).
- - Der Ribonuclease L Inhibitor (Mu-RLI) aus Maus (SEQ ID Nr. 24) oder Mensch (SEQ ID Nr. 25), der in Zusammenhang mit der Ribonuclease L eine wichtige Rolle bei der antiviralen und antiproliferativen Funktion von Interferonen spielt und gewebespezifisch reguliert wird (Benoit et al., 1998, Gene 209: 149-56). Zusätzlich zu den bisher bekannten Polypeptiden von Mensch (Bisbal et al., 1995, J. Biol. Chem. 270: 13308-17) und Maus (De Coignac et al., 1998, Gene 209: 149- 56) können auch die in dieser Arbeit erstmals erwähnten eng verwandten Polypeptide mit abweichender Sequenz verwendet werden (SEQ ID Nr. 27 und SEQ ID Nr. 26).
- - Die p68 Helikase aus Maus (SEQ ID Nr. 28) oder Mensch (SEQ ID Nr. 29), die als im Zellkern lokalisierte DNA oder RNA-Helikase beschrieben ist und an der für das Zellwachstum nötigen Replikation, Transkription oder RNA-Prozessierung beteiligt sein könnte (Ford et al., 1988, Nature 332: 736-8). Zusätzlich zu der bekannten Polypeptidvariante aus der Maus (SEQ ID Nr. 28) (Lemaire und Heinlein, 1993, Life Sci. 52: 917-26) kann auch das in dieser Arbeit erstmals erwähnte eng verwandte Polypeptid mit abweichender Sequenz verwendet werden (SEQ ID Nr. 30).
- - Das Keratin assoziierte Protein mKAP13 (auch PMG-1) aus der Maus (SEQ ID Nr. 31), dessen Transskript hautspezifisch in der keratogenen Zone der Cortikalzellen der Haarfollikel exprimiert wird und spezifisch für die Keratinisierung der cortikalen Zellage im Maushaar ist (Aoki et al., 1998, J. Invest. Dermatol. 111: 804-9). Zusätzlich zu dem bekannten Polypeptid aus der Maus kann auch das in dieser Arbeit erstmals erwähnte Polypeptid aus dem Menschen verwendet werden (Beispiel 7, SEQ ID Nr. 55).
- - Das ebenfalls in wachsenden Haarfollikeln exprimierte Protein PMG-2 aus der Maus (SEQ ID Nr. 32), das zusammen mit PMG-1 als an der Differenzierung aller Epithelzellen beteiligt beschrieben ist, die epidermalen Anhänge bilden (Kuhn et al., 1999, Mech. Dev 86: 193-196).
- - Das an der Apoptose beteiligte Protein MA-3 aus Maus (SEQ ID Nr. 33) oder Mensch (SEQ ID Nr. 34) (Shibahara et al., 1995, Gene 166: 297-301). Zusätzlich zu dem bekannten Polypeptid aus dem Menschen kann auch das in dieser Arbeit erhaltene Polypeptid aus dem Menschen verwendet werden (SEQ ID Nr. 58).
- - Das antiproliferative Protein BTG1 aus Maus (SEQ ID Nr. 35) oder Mensch (SEQ ID Nr. 36), für das eine hohe Expression in absterbenden Zellen und eine Funktion bei der Regulation des Zellstatus von fortgeschrittenen atherosklerotischen Läsionen beschrieben ist (Corjay et al., 1998, Lab. Invest. 78: 847-58).
- - Das in der Epidermis weit verbreitet exprimierte CD9 aus Maus (SEQ ID Nr. 37) oder Mensch (SEQ ID Nr. 38), das mit beta 1 Integrinen Komplexe bildet und für das eine Rolle bei der Regulation der Motilität und Differenzierung von Keratinozyten vermutet wird (Jones et al., 1996, Cell Adhes. Commun. 4: 297-305).
- - Die Stearoyl-CoA Desaturase (SCD1) aus Maus (SEQ ID Nr. 39) oder Mensch (SEQ ID Nr. 40), die durch den nuclear factor 1 (NF 1) reguliert wird und an der Differenzierung von Präadipocyten zu Adipocyten beteiligt ist (Singh und Ntambi, 1998, Biochim. Biophys. Acta 1398: 148-56).
- - Das an der fokalen Adhäsion von Fibroblasten beteiligte Protein Syndecan 4 (Ryudocan) aus Maus (SEQ ID Nr. 41) oder Mensch (SEQ ID Nr. 42), das als Transmembran-Adhäsionskomponente beschrieben ist (Woods und Couchman, 1994, Mol. Biol. Cell., 5: 183-92).
- - Das zu der Klasse der E2A basischen Helix-Loop-Helix Transkriptionsfaktoren gehörende Protein ALF 1 aus Maus (SEQ ID Nr. 43) oder Mensch (SEQ ID Nr. 44), das das Wachstum von Mausfibroblasten reguliert (Loveys et al., 1996, Nucleic. Acids Res. 24: 2813-20).
- - Die potentiell pränylierte Protein Tyrosinphosphatase (PRL) aus Maus (SEQ ID Nr. 45) oder Mensch (SEQ ID Nr. 46), die in Zusammenhang mit der Signaltransduktion in der sich regenerierenden Leber und dem Muskelwachstum insbesondere des Herzens beschrieben ist (Zeng et al., 1998, Biochem. Biophys. Res. Commun. 244: 421-7).
- - Nuclear factor (NF1-B) aus Maus (SEQ ID Nr. 47) oder Mensch (SEQ ID Nr. 48), der in Zusammenhang mit alternativem splicing beschrieben ist und dessen Funktion bei der Onkogenese in Huhn-Fibroblasten untersucht wurde (Schuur et al., 1995, Cell Growth Differ. 6: 219-27).
- - Die Cystein Proteinase Cathepsin Z aus Maus (SEQ ID Nr. 56) oder Mensch (SEQ ID Nr. 57), für die eine Teilnahme am Tumorwachstum vermutet wird (Santamaria et al., 1998, J. Biol. Chem. 273: 16818-23).
- - Weiterhin kann erfindungsgemäß die cDNA für den sogenannten Steroid Receptor Coaktivator aus Maus (SEQ ID Nr. 49) oder Mensch (SEQ ID Nr. 50) verwendet werden, dessen mRNA nicht translatiert wird und als RNA funktionell ist. Die Steroid Receptor Coaktivator wird als lediglich in Zusammenhang mit Steroidhormon-Rezeptoren aktiv beschrieben (Steroid Receptor Coaktivator: Lanz et al., 1999, Cell 97: 17-27). Ein Zusammenhang mit Hauterkrankungen war bisher unbekannt.
Für keines dieser Polypeptide, deren kodierende Nukleinsäure oder der
beschriebenen cDNA wurde bisher ein Zusammenhang mit Hauterkrankungen,
beispielsweise bei einer gestörten Wundheilung, beschrieben oder nahegelegt. Es
war daher unerwartet, daß diese Verbindungen erfindungsgemäß verwendet
werden können. Die Accession Numbers der erfindungsgemäßen Polypeptide und
ihrer cDNAs sind in Fig. 5 aufgeführt.
Bei der Analyse der Genexpression während des Wundheilungsprozesses konnten
zusätzlich Gene identifiziert werden, deren bereits bekannte und beschriebene
Funktionen bisher nicht mit der Wundheilung in Verbindung gebracht wurden,
deren Regulation aber für den Wundheilungsprozeß essentiell ist und die damit
erstmals in kausalen Zusammenhang mit der Wundheilung gebracht wurden. Die
Polypeptide dieser Gene gehören nicht zu den bisher bekannten Zjelen von
Therapien in Zusammenhang mit der krankhaften Veränderung der Wundheilung,
so daß sich aus dieser Erfindung völlig neue Therapieansätze ergeben.
Die Aufgabe der Erfindung wird daher zusätzlich durch die Verwendung eines
Polypeptids oder funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit mindestens
6 Aminosäuren, vorzugsweise mit mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere mit
mindestens 12 Aminosäuren gemäß einer der SEQ ID Nr. S 1 bis SEQ ID Nr. 54
oder dieses kodierende Nukleinsäure, funktioneller Varianten davon oder Teile
davon mit mindestens 8 Nukleotiden, vorzugsweise mit mindestens 18
Nukleotiden, insbesondere mit mindestens 24 Nukleotiden zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen oder zur Diagnose und/oder Behandlung bei
der Wundheilung gelöst.
Erfindungsgemäß können folgende Polypeptide verwendet werden:
- - Die SR calcium ATPase (SERCA) der Maus (SEQ ID Nr. 51) oder des Menschen (SEQ ID Nr. 52), die in Zusammenhang mit dem Muskelwachstum des Herzens beschrieben ist (Baker et al., 1998, Nucleic Acids Res., 26: 1092-8). Weiterhin ist ein Zusammenhang von SERCA mit Darier's disease, einer Hautkrankheit beschrieben worden (Sakuntabhai et al., 1999, Nat. Genet. 21: 271-7).
- - Das bei entzündlicher Dermatose nach Läsionen der Haut exprimierte Protein Calgranulin (MRP8) der Maus (SEQ ID Nr. 53) oder des Menschen (SEQ ID Nr. 54), (Kelly et al., 1989, J. Pathol. 159: 17-21), dessen Beteiligung an der Wundheilung bisher auch unbekannt war.
Für keines dieser Polypeptide oder diese kodierende Nukleinsäuren wurde bisher
ein Zusammenhang mit der Wundheilung beschrieben oder nahegelegt. Es war
daher unerwartet, daß diese Polypeptide erfindungsgemäß verwendet werden
können. Die Accession Numbers der erfindungsgemäßen Polypeptide und ihrer
cDNAs sind in Fig. 6 aufgeführt.
Die erfindungsgemäßen Polypeptide können weiterhin dadurch gekennzeichnet
sein, daß diese synthetisch hergestellt werden. So kann das gesamte Polypeptid
oder Teile davon zum Beispiel mit Hilfe der klassischen Synthese (Merrifield-
Technik) synthetisiert werden. Teile der erfindungsgemäßen Polypeptide eignen
sich insbesondere zur Gewinnung von Antiseren, mit deren Hilfe geeignete
Genexpressionsbanken durchsucht werden können, um so zu weiteren
funktionellen Varianten des erfindungsgemäßen Polypeptids zu gelangen.
Unter dem Begriff "funktionelle Varianten" im Sinne der vorliegenden Erfindung
versteht man Polypeptide, die funktionell mit den erfindungsgemäßen
Polypeptiden verwandt sind, d. h. während regenerativen Prozessen der Haut
reguliert werden und/oder Strukturmerkmale der Polypeptide aufweisen. Beispiele
funktioneller Varianten sind die entsprechenden Polypeptide, die aus anderen
Organismen als dem Menschen bzw. der Maus, vorzugsweise aus nicht-
menschlichen Säugetieren wie z. B. Affen, Schweinen und Ratten stammen.
Andere Beispiele funktioneller Varianten sind Polypeptide, die durch
unterschiedliche Allele des Gens, in verschiedenen Individuen oder in
verschiedenen Organen eines Organismus kodiert werden (siehe Beispiel 6).
Im weiteren Sinne versteht man darunter auch Polypeptide, die eine
Sequenzhomologie, insbesondere eine Sequenzidentität, von ca. 70%,
vorzugsweise ca. 80%, insbesondere ca. 90%, vor allem ca. 95% zu dem
Polypeptid mit der Aminosäuresequenz gemäß einer der SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID
Nr. 58 und/oder anhand der DNA Sequenzen der öffentlich zugänglichen
Datenbankeinträge der Liste in den Fig. 4 bis 6 aufweisen. Darunter zählen
beispielsweise Polypeptide, die von einer Nukleinsäure kodiert werden, die aus
nicht-wundheilungsspezifischen Gewebe, z. B. Embryonalgewebe, isoliert
werden, jedoch nach Expression in einer an der Wundheilung beteiligten Zelle die
bezeichneten Funktionen besitzen. Ferner zählen hierzu auch Deletionen oder
Teile des Polypeptids im Bereich von ca. 1-60, vorzugsweise von ca. 1-30,
insbesondere von ca. 1-15, vor allem von ca. 1-5 Aminosäuren. Beispielsweise
kann die erste Aminosäure Methionin fehlen, ohne daß die Funktion des
Polypeptids wesentlich verändert wird.
Bevorzugterweise handelt es sich bei den erfindungsgemäß verwendeten
Nukleinsäuren um DNA oder RNA, vorzugsweise eine DNA, insbesondere eine
doppelsträngige DNA. Weiterhin kann die Sequenz der Nukleinsäuren dadurch
gekennzeichnet sein, daß sie mindestens ein Intron und/oder eine polyA-Sequenz
aufweist. Die erfindungsgemäßen Nukleinsäuren können auch in Form ihrer
antisense-Sequenz verwendet werden.
Für die Expression des betreffenden Gens ist im allgemeinen eine doppelsträngige
DNA bevorzugt, wobei der für das Polypeptid kodierende DNA-Bereich
besonders bevorzugt ist. Dieser Bereich beginnt mit dem ersten in einer Kozak
Sequenz (Kozak, 1987, Nucleic. Acids Res. 15: 8125-48) liegenden Start-Codon
(ATG) bis zum nächsten Stop-Codon (TAG, TGA bzw. TAA), das im gleichen
Leseraster zum ATG liegt.
Eine weitere Verwendung der erfindungsgemäßen Nukleinsäuresequenzen ist die
Konstruktion von anti-sense Oligonukleotiden (Zheng und Kemeny, 1995, Clin.
Exp. Immunol. 100: 380-2; Nellen und Lichtenstein, 1993, Trends Biochem. Sci.
18: 419-23; Stein, 1992, Leukemia 6: 967-74) und/oder Ribozymen (Amarzguioui,
et al. 1998, Cell. Mol. Life Sci. 54: 1175-202; Vaish, et al., 1998, Nucleic Acids
Res. 26: 5237-42; Persidis, 1997, Nat. Biotechnol. 15: 921-2; Couture und
Stinchcomb, 1996, Trends Genet. 12: 510-5). Mit anti-sense Oligonukleotiden
kann man die Stabilität der erfindungsgemäßen Nukleinsäure verringern und/oder
die Translation der erfindungsgemäßen Nukleinsäure inhibieren. So kann
beispielsweise die Expression der entsprechenden Gene in Zellen sowohl in vivo
als auch in vitro verringert werden. Oligonukleotide können sich daher als
Therapeutikum eignen. Diese Strategie eignet sich beispielsweise auch für Haut,
epidermale und dermale Zellen, insbesondere, wenn die antisense Oligonukleotide
mit Liposomen komplexiert werden (Smyth et al., 1997, J. Invest. Dermatol.
108: 523-6; White et al., 1999, J. Invest. Dermatol. 112: 699-705; White et al.,
1999, J. Invest. Dermatol. 112: 887-92). Für die Verwendung als Sonde oder als
"antisense" Oligonukleotid ist eine einzelsträngige DNA oder RNA bevorzugt.
Weiterhin kann zur Durchführung der Erfindung eine Nukleinsäure verwendet
werden, die synthetisch hergestellt worden ist. So kann die erfindungsgemäße
Nukleinsäure beispielsweise chemisch anhand der in den Fig. 4 bis 6
beschriebenen DNA Sequenzen und/oder anhand der in diesen Figuren ebenfalls
beschriebenen Proteinsequenzen unter Heranziehen des genetischen Codes z. B.
nach der Phosphotriester-Methode synthetisiert werden (siehe z. B. Uhlmann, E.
& Peyman, A. (1990) Chemical Revievs, 90, 543-584, No. 4).
Oligonukleotide werden in der Regel schnell durch Endo- oder Exonukleasen,
insbesondere durch in der Zelle vorkommende DNasen und RNasen, abgebaut.
Deshalb ist es vorteilhaft, die Nukleinsäure zu modifizieren, um sie gegen den
Abbau zu stabilisieren, so daß über einen langen Zeitraum eine hohe
Konzentration der Nukleinsäure in der Zelle beibehalten wird (Beigelman et al.,
1995, Nucleic Acids Res. 23: 3989-94; Dudycz, 1995, WO9511910; Macadam et
al., 1998, WO9837240; Reese et al., 1997, WO9729116). Typischerweise kann
eine solche Stabilisierung durch die Einführung von einer oder mehrerer
Internukleotid-Phosphorgruppen oder durch die Einführung einer oder mehrerer
Nicht-Phosphor-Internukleotide, erhalten werden.
Geeignete modifizierte Internukleotide sind in Uhlmann und Peymann (1990
Chem. Rev. 90, 544) zusammengefaßt (siehe auch Beigelman et al., 1995 Nucleic
Acids Res. 23: 3989-94; Dudycz, 1995, WO 95/11910; Macadam et al., 1998,
WO 98/37240; Reese et al., 1997, WO 97/29116). Modifizierte Internukleotid-
Phosphatreste und/oder Nicht-Phosphorbrücken in einer Nukleinsäure, die bei
einer der erfindungsgemäßen Verwendungen eingesetzt werden können, enthalten
zum Beispiel Methylphosphonat, Phosphorothioat, Phosphoramidat,
Phosphorodithioat, Phophatester, während Nicht-Phosphor-Internukleotid-
Analoge, beispielsweise Siloxanbrücken, Carbonatbrücken, Carboxymethylester,
Acetamidatbrücken und/oder Thioetherbrücken enthalten. Es ist auch beabsichtigt,
daß diese Modifizierung die Haltbarkeit einer pharmazeutischen
Zusammensetzung, die bei einer der erfindungsgemäßen Verwendungen
eingesetzt werden kann, verbessert.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die erfindungsgemäßen
Nukleinsäuren zur Herstellung eines Vektors, vorzugsweise in Form eines shuttle
Vektors, Phagemids, Cosmids, Expressionsvektors oder gentherapeutisch
wirksamen Vektors verwendet. Weiterhin können unter der Verwendung der
Nukleinsäuren knock-out Genkonstrukte oder Expressionskassetten hergestellt
werden.
So kann die erfindungsgemäße Nukleinsäure in einem Vektor vorzugsweise in
einem Expressionsvektor oder gentherapeutisch wirksamen Vektor enthalten sein.
Vorzugsweise enthält der gentherapeutisch wirksame Vektor wund- bzw.
hautspezifische regulatorische Sequenzen, die funktionell mit der
erfindungsgemäßen Nukleinsäure verbunden sind.
Die Expressionsvektoren können prokaryotische oder eukaryotische
Expressionsvektoren sein. Beispiele für prokaryotische Expressionsvektoren sind
für die Expression in E coli z. B. die Vektoren pGEM oder pUC-Derivate und für
eukaryotische Expressionsvektoren für die Expression in Saccharomyces
cerevisiae z. B. die Vektoren p426Met25 oder p426GAL 1 (Mumberg et al. (1994)
Nucl. Acids Res., 22, 5767-5768), für die Expression in Insektenzellen z. B.
Baculovirus-Vektoren wie in EP-B1-0 127 839 oder EP-B1-0 549 721 offenbart,
und für die Expression in Säugerzellen z. B. die Vektoren Rc/CMV und Rc/RSV
oder SV40-Vektoren, welche alle allgemein erhältlich sind.
Im allgemeinen enthalten die Expressionsvektoren auch für die jeweilige
Wirtszelle geeignete Promotoren, wie z. B. den trp-Promotor für die Expression in
E. coli (siehe z. B. EP-B1-0 154 133), den Met 25, GAL 1 oder ADH2-Promotor
für die Expression in Hefen (Russel et al. (1983), J. Biol. Chem. 258, 2674-2682;
Mumberg, supra), den Baculovirus-Polyhedrin-Promotor, für die Expression in
Insektenzellen (siehe z. 13. EP-B1-0 127 839). Für die Expression in
Säugetierzellen sind beispielsweise Promotoren geeignet, die eine konstitutive,
regulierbare, gewebsspezifische, zellzyklusspezifische oder
metabolischspezifische Expression in eukaryotischen Zellen erlauben.
Regulierbare Elemente gemäß der vorliegenden Erfindung sind Promotoren,
Aktivatorsequenzen, Enhancer, Silencer und/oder Repressorsequenzen.
Beispiel für geeignete regulierbare Elemente, die konstitutive Expression in
Eukaryonten ermöglichen, sind Promotoren, die von der RNA Polymerase III
erkannt werden oder virale Promotoren, CMV-Enhancer, CMV-Promotor, SV40
Promotor oder LTR-Promotoren z. B. von MMTV (mouse mammary tumour
virus; Lee et al. (1981) Nature 214, 228-232) und weitere virale Promotor- und
Aktivatorsequenzen, abgeleitet aus beispielsweise HBV, HCV, HSV, HPV, EBV,
HTLV oder HIV.
Beispiele für regulierbare Elemente, die regulierbare Expression in Eukaryonten
ermöglichen, sind der Tetracyclinoperator in Kombination mit einem
entsprechenden Repressor (Gossen M. et al. (1994) Curr. Opin. Biotechnol. 5,
516-20).
Vorzugsweise erfolgt die Expression von wundheilungsrelevanten Genen unter
der Kontrolle von gewebespezifischen Promotoren, wobei hautspezifische
Promotoren wie beispielsweise der humane K10 Promotor (Bailleul et al., 1990.
Cell 62: 697-708), der humane K14 Promotor (Vassar et al., 1989, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 86: 1563-67) oder der bovine Cytokeratin IV Promotor (Fuchs et
al., 1988; The biology of wool and hair (Hrsg.: G. E. Rogers, et al.), S. 287-309.
Chapman und Hall, LondonlNew York) besonders zu bevorzugen sind.
Weitere Beispiele für regulierbare Elemente, die gewebsspezifische Expression in
Eukaryonten ermöglichen, sind Promotoren oder Aktivatorsequenzen aus
Promotoren oder Enhancern von solchen Genen, die für Proteine kodieren, die nur
in bestimmten Zelltypen exprimiert werden.
Beispiele für regulierbare Elemente, die zellzyklusspezifische Expression in
Eukaryonten ermöglichen, sind Promotoren folgender Gene: cdc25, Cyclin A,
Cyclin E, cdc2, E2F, B-myb oder DHFR (Zwicker J. und Müller R. (1997) Trends
Genet. 13, 3-6).
Beispiele für regulierbare Elemente, die metabolischspezifische Expression in
Eukaryonten ermöglichen, sind Promotoren, die durch Hypoxie, durch
Glukosemangel, durch Phosphatkonzentration oder durch Hitzeschock reguliert
werden.
Um die Einführung von erfindungsgemäßen Nukleinsäuren und damit die
Expression des Polypeptids in einer eu- oder prokaryotischen Zelle durch
Transfektion, Transformation oder Infektion zu ermöglichen, kann die
Nukleinsäure als Plasmid, als Teil eines viralen oder nicht-viralen Vektors
vorliegen. Als virale Vektoren eignen sich hierbei besonders: Baculoviren,
Vakziniaviren, Adenoviren, adenoassoziierte Viren und Herpesviren. Als nicht
virale Vektoren eignen sich hierbei besonders: Virosomen, Liposomen,
kationische Lipide, oder poly-Lysin konjugierte DNA.
Beispiele von gentherapeutisch wirksamen Vektoren sind Virusvektoren,
beispielsweise Adenovirusvektoren oder retroviralen Vektoren (Lindemann et al.,
1997, Mol. Med. 3: 466-76; Springer et al., 1998, Mol. Cell. 2: 549-58).
Eukaryotische Expressionsvektoren eignen sich in isolierter Form für die
gentherapeutische Anwendung, da nackte DNA bei topischer Applikation in
Hautzellen eindringen kann (Hengge et al., 1996, J. Clin. Invest. 97: 2911-6; Yu et
al., 1999, J. Invest. Dermatol. 112: 370-5).
Gentherapeutisch wirksame Vektoren lassen sich auch dadurch erhalten, daß man
die erfindungsgemäße Nukleinsäure mit Liposomen komplexiert, da damit eine
sehr hohe Transfektionseffizienz, insbesondere von Hautzellen, erreicht werden
kann (Alexander und Akhurst, 1995, Hum. Mol. Genet. 4: 2279-85). Bei der
Lipofektion werden kleine unilamellare Vesikel aus kationischen Lipiden durch
Ultraschallbehandlung der Liposomensuspension herstellt. Die DNA wird ionisch
auf der Oberfläche der Liposomen gebunden, und zwar in einem solchen
Verhältnis, daß eine positive Nettoladung verbleibt und die Plasmid-DNA zu
100% von den Liposomen komplexiert wird. Neben den von Felgner et al. (1987,
supra) eingesetzten Lipidmischungen DOTMA (1,2-Dioleyloxpropyl-3-
trimethylammoniumbromid) und DPOE (Dioleoylphosphatidylethanolamin)
wurden inzwischen zahlreiche neue Lipidformulierungen synthetisiert und auf ihre
Effizienz der Transfektion verschiedener Zellinien getestet (Behr, J. P. et al.
(1989), Proc. Natl. Acad. Sci. USA 86, 6982-6986; Felgner, J. H. et al. (1994) J.
Biol. Chem. 269, 2550-2561; Gao, X. & Huang, L. (1991), Biochim. Biophys.
Acta 1189, 195-203). Beispiele der neuen Lipidformulierungen sind DOTAP N-
[1-(2,3-Dioleoyloxy)propyl]-N,N,N-trimethylammoniumethylsulfat oder DOGS
(TRANSFECTAM; Dioctadecylamidoglycylspermin). Hilfsstoffe, die den
Transfer von Nukleinsäuren in die Zelle erhöhen, können beispielsweise Proteine
oder Peptide, die an DNA gebunden sind oder synthetische Peptid-DNA-
Moleküle, die den Transport der Nukleinsäure in den Kern der Zelle ermöglichen,
sein (Schwartz et al. (1999) Gene Therapy 6, 282; Brandén et al. (1999) Nature
Biotech. 17, 784). Hilfsstoffe umfassen auch Moleküle, die die Freisetzung von
Nukleinsäuren in das Cytoplasma der Zelle ermöglichen (Planck et al. (1994) J.
Biol. Chem. 269, 12918; Kichler et al. (1997) Bioconj. Chem. 8, 213) oder
beispielsweise Liposomen (Uhlmann und Peymann (1990) supra). Eine andere
besonders geeignete Form von gentherapeutischen Vektoren läßt sich dadurch
erhalten, daß man die erfindungsgemäße Nukleinsäure auf Goldpartikeln
aufbringt und diese mit Hilfe der sogenannten "Gene Gun" in Gewebe, bevorzugt
in die Haut, oder Zellen schießt (Wang et al., 1999, J. Invest. Dermatol., 112: 775-81,
Tuting et al., 1998, J. Invest. Dermatol. 111: 183-8).
Eine weitere Form eines gentherapeutisch wirksamen Vektors läßt sich durch das
Einbringen von "nackten" Expressionsvektoren in eine biokompatible Matrix,
beispielsweise eine Kollagenmatrix, herstellen. Diese Matrix kann in Wunden
eingebracht werden, um die einwandernden Zellen mit dem Expressionsvektor zu
transfizieren und die erfindungsgemäßen Polypeptide in den Zellen zu
exprimieren (Goldstein und Banadio, US 5,962,427).
Für die gentherapeutische Anwendung der erfindungsgemäßen Nukleinsäure ist es
auch von Vorteil, wenn der Teil der Nukleinsäure, der für das Polypeptid kodiert,
ein oder mehrere nicht kodierende Sequenzen einschließlich Intronsequenzen,
vorzugsweise zwischen Promotor und dem Startcodon des Polypeptids, und/oder
eine polyA-Sequenz, insbesondere die natürlich vorkommende polyA-Sequenz
oder eine SV40 Virus polyA-Sequenz, vor allem am 3'-Ende des Gens enthält, da
hierdurch eine Stabilisierung der mRNA erreicht werden kann (Jackson, R. J.
(1993) Cell 74, 9-14 und Palmiter, R. D. et al. (1991) Proc. Natl. Acad. Sci. USA
88, 478-482).
Knockout Genkonstrukte sind dem Fachmann zum Beispiel aus den US-Patenten
5,625,122; US 5,698,765; US 5,583,278 und US 5,750,825 bekannt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Wirtszelle,
insbesondere eine Hautzelle, die mit einem erfindungsgemäßen Vektor oder einem
knock-out Genkonstrukt transformiert ist. Wirtszellen können sowohl
prokaryotische als auch eukaryotische Zellen sein, Beispiele für prokaryotische
Wirtszellen sind E. coli und für eukaryotische Zellen Saccharomyces cerevisiae
oder Insektenzellen.
Ein besonders bevorzugte transformierte Wirtszelle ist eine transgene embryonale
nichtmenschliche Stammzelle, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie ein
erfindungsgemäßes knock-out Genkonstrukt oder eine erfindungsgemäße
Expressionskassette umfaßt. Verfahren zur Transformation von Wirtszellen
und/oder Stammzellen sind dem Fachmann gut bekannt und umfassen zum
Beispiel Elektroporation oder Mikroinjektion.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein transgenes nichtmenschliches
Säugetier, dessen Genom ein erfindungsgemäßes knock-out Genkonstrukt oder
eine erfindungsgemäße Expressionskassette umfaßt. Transgene Tiere zeigen im
allgemeinen eine gewebespezifisch erhöhte Expression der Nukleinsäuren
und/oder Polypeptide und lassen sich zur Analyse von Wundheilungsstörungen
verwenden. So weist beispielsweise eine Activin A transgene Maus eine
verbesserte Wundheilung auf (Munz et al., 1999, EMBO J. 18: 5205-15) während
eine transgene Maus mit dominant negativem KGF Rezeptor eine verzögerte
Wundheilung aufweist (Werner et al., 1994, Science 266: 819-22).
Verfahren zur Herstellung von transgenen Tieren, insbesondere der Maus, sind
dem Fachmann ebenfalls aus der DE 196 25 049 und den US 4,736,866; US 5,625,122;
US 5,698,765; US 5,583,278 und US 5,750,825 bekannt und umfassen
transgene Tiere, die beispielsweise über direkte Injektion von
Expressionsvektoren (s.o.) in Embryonen oder Spermatozyten oder über die
Transfektion von Expressionsvektoren in embryonaler Stammzellen erzeugt
werden können (Polites und Pinkert: DNA Microinjection and Transgenic Animal
Produktion, Seite 1 5 bis 68 in Pinkert, 1994: Transgenic animal technology: a
laboratory handbook, Academic Press, London, UK; Houdebine, 1997, Harwood
Academic Publishers, Amsterdam, The Netherlands; Doetschman: Gene Transfer
in Embryonic Stern Cells, Seite 115 bis 146 in Pinkert, 1994, supra; Wood:
Retrovirus-Mediated Gene Transfer, Seite 147 bis 176 in Pinkert, 1994, supra;
Monastersky: Gene Transfere Technology: Alternative Techniques and
Applications, Seite 177 bis 220 in Pinkert, 1994, supra).
Werden erfindungsgemäße Nukleinsäuren in sogenannte Targeting Vektoren
intergriert (Pinkert, 1994, supra) können nach Transfektion von embryonalen
Stammzellen und homologer Rekombination beispielsweise knock-out Mäuse
generiert werden, die im allgemeinen als heterozygote Mäuse verringerte
Expression der Nukleinsäure zeigen, während homozygote Mäuse keine
Expression der Nukleinsäure mehr aufweisen. Auch die so erzeugten Tiere lassen
sich zur Analyse von Wundheilungsstörungen verwenden. So weisen
beispielsweise die eNOS- (Lee et al., 1999, Am. J. Physiol. 277: H1600-H1608),
Nf-1 (Atit et al., 1999, J. Invest. Dermatol. 112: 835-42) und Osteopontin (Liaw et
al., 1998, J. Clin. Invest. 101: 967-71) knock-out Mäuse eine verschlechterte
Wundheilung auf. Auch hier ist eine gewebespezifische Reduktion der Expression
wundheilungsrelevanter Gene, beispielsweise in hautspezifischen Zellen unter
Verwendung des Cre-loxP Systems (stat3 knock-out, Sano et al., EMBO J 1999
18: 4657-68), besonders zu bevorzugen. So erzeugte transgene und knock-out
Zellen oder Tiere lassen sich auch zum Screening und zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen bzw. gentherapeutisch aktiven Vektoren
verwenden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines Polypeptids zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen,
insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung oder zur
Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen in einer geeigneten
Wirtszelle, das dadurch gekennzeichnet ist, daß eine erfindungsgemäße
Nukleinsäure verwendet wird.
Das Polypeptid wird beispielsweise durch Expression der erfindungsgemäßen
Nukleinsäure in einem geeigneten Expressionssystem, wie oben bereits
beschrieben, nach dem Fachmann allgemein bekannten Methoden hergestellt. Als
Wirtszellen eignen sich beispielsweise die E. coli Stämme DHS, HB101 oder
BL21, der Hefestamm Saccharomyces cerevisiae, die Insektenzellinie
Lepidopteran, z. B. von Spodoptera frugiperda, oder die tierischen Zellen COS,
Vero, 293, HaCaT, und HeLa, die alle allgemein erhältlich sind.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines
Fusionsproteins zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen,
insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung oder zur
Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen in einer geeigneten
Wirtszelle, bei dem eine erfindungsgemäße Nukleinsäure verwendet wird.
Hergestellt werden hierbei Fusionsproteine, die die oben beschriebenen
erfindungsgemäßen Polypeptide enthalten, wobei die Fusionsproteine selbst
bereits die Funktion eines Polypeptids der Erfindung aufweisen oder erst nach
Abspaltung des Fusionsanteils die spezifische Funktion funktionell aktiv sind. Vor
allem zählen hierzu Fusionsproteine mit einem Anteil von ca. 1-200,
vorzugsweise ca. 1-150, insbesondere ca. 1-100, vor allem ca. 1-50 fremden
Aminosäuren. Beispiele solcher Peptidsequenzen sind prokaryotische
Peptidsequenzen, die z. B. aus der Galactosidase von E coli abgeleitet sein
können. Weiterhin können auch virale Peptidsequenzen, wie zum Beispiel vom
Bakteriophagen M13 verwendet werden, um so Fusionsproteine für das dem
Fachmann bekannte "phage display"-Verfahren zu erzeugen.
Zur Aufreinigung der erfindungsgemäßen Proteine kann ein weiteres/weiterer
Polypeptid("tag") angefügt sein. Erfindungsgemäße Protein-tags erlauben
beispielsweise die hochaffine Absorption an eine Matrix, stringentes Waschen mit
geeigneten Puffern, ohne den Komplex in nennenswertem Maße zu eluieren und
anschließend gezielte Elution des absorbierten Komplexes. Beispiele der dem
Fachmann bekannten Protein-tags sind ein (His)6-tag, ein Myc-tag, eine FLAG
tag, ein Hämagluteinin-tag, Glutathion-Transferase (GST)-tag, Intein mit einem
Affinitäts-Chintin-binding-tag oder Maltose-binding protein (MBP)-tag. Diese
Protein-tags können sich N-, C-terminal und/oder intern befinden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines Antikörpers, vorzugsweise eines polyklonalen oder monoklonalen
Antikörpers zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung
von pharmakologisch aktiven Substanzen, bei dem ein Polypeptid oder
funktionelle Äquivalente davon oder Teile davon mit mindestens 6 Aminosäuren,
vorzugsweise mit mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere mit mindestens 12
Aminosäuren gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet wird.
Das Verfahren erfolgt nach dem Fachmann allgemein bekannten Methoden durch
Immunisieren eines Säugetiers, beispielsweise eines Kaninchens, mit dem
erfindungsgemäßen Polypeptid oder den genannten Teilen davon, gegebenenfalls
in Anwesenheit von z. B. Freunds Adjuvant und/oder Aluminiumhydroxidgelen
(siehe z. B. Diamond, B. A. et al. (1981) The New England Journal of Medicine,
1344-1349). Die im Tier aufgrund einer immunologischen Reaktion entstandenen
polyklonalen Antikörper lassen sich anschließend nach allgemein bekannten
Methoden leicht aus dem Blut isolieren und z. B. über Säulenchromatographie
reinigen. Monoklonale Antikörper können beispielsweise nach der bekannten
Methode von Winter & Milstein (Winter, G. & Milstein, C. (1991) Nature, 349,
293-299) hergestellt werden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Antikörper zur
Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung
von pharmakologisch aktiven Substanzen, der gegen ein erfindungsgemäßes
Polypeptid gerichtet ist und mit den erfindungsgemäßen Polypeptiden spezifisch
reagiert, wobei die oben genannten Teile des Polypeptids entweder selbst
immunogen sind oder durch Kopplung an geeignete Träger, wie z. B. bovines
Serumalbumin, immunogen gemacht bzw. in ihrer Immunogenität gesteigert
werden können. Dieser Antikörper ist entweder polyklonal oder monoklonal,
bevorzugt ist ein monoklonaler Antikörper. Unter dem Begriff Antikörper versteht
man gemäß der vorliegenden Erfindung auch gentechnisch hergestellte und
gegebenenfalls modifizierte Antikörper bzw. antigenbindende Teile davon, wie
z. B. chimäre Antikörper, humanisierte Antikörper, multifunktionelle Antikörper,
bi- oder oligospezifische Antikörper, einzelsträngige Antikörper, F(ab)- oder
F(ab)2-Fragmente (siehe z. B. EP-B1-0 368 684, US 4,816,567, US 4,816,397,
WO 88/01649, WO 93/06213, WO 98/24884).
Die erfindungsgemäßen Antikörper können zur Diagnose und/oder Behandlung
von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der
Wundheilung oder zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen
verwendet werden.
So kann beispielsweise die lokale Injektion von monoklonalen Antikörpern gegen
TGF beta 1 im Tiermodell die Wundheilung verbessern (Ernst et al., 1996, Gut
39: 172-5).
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines
Arzneimittels zur Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen
und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung, bei dem mindestens eine
Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens ein Antikörper gemäß
der vorliegenden Erfindung zusammen mit geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen
kombiniert wird.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein nach diesem Verfahren
hergestelltes Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung, das mindestens
eine Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens einen Antikörper
gemäß der vorliegenden Erfindung, gegebenenfalls zusammen mit geeigneten
Zusatz- und Hilfsstoffen, enthält. Die Erfindung betrifft weiterhin die
Verwendung dieses Arzneimittels zur Behandlung von Erkrankungen,
insbesondere Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung.
Die Therapie der Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen und/oder
Erkrankungen bei der Wundheilung kann auf herkömmliche Weise, z. B. durch
Verbände, Pflaster, Kompressen oder Gele erfolgen, die die erfindungsgemäßen
Arzneimittel enthalten. So ist es möglich, die geeignete Zusatz- oder Hilfsstoffe,
wie z. B. physiologische Kochsalzlösung, entmineralisiertes Wasser,
Stabilisatoren, Proteinaseinhibitoren, Gelformulierungen, wie z. B. weiße
Vaseline, dünnflüssiges Paraffin und/oder gelbes Wachs, etc., enthaltenden
Arzneimittel topisch und lokal zu verabreichen, um die Wundheilung sofort und
unmittelbar zu beeinflussen. Die Verabreichung der erfindungsgemäßen
Arzneimittel kann weiterhin gegebenenfalls in Form von Liposomenkomplexen
bzw. Goldpartikelkomplexen ebenfalls topisch und lokal im Bereich der Wunde
erfolgen. Weiterhin kann die Behandlung mittels eines transdermalen
therapeutischen Systems (TTS) erfolgen, das eine zeitlich gesteuerte Abgabe der
erfindungsgemäßen Arzneimittel ermöglicht. Die Behandlung mittels der
erfindungsgemäßen Arzneimittel kann aber auch über orale Dosierungsformen,
wie z. B. Tabletten oder Kapseln, über die Schleimhäute, zum Beispiel der Nase
oder der Mundhöhle, oder in Form von unter die Haut implantierten Dispositorien
erfolgen. TTS sind zum Beispiel aus den EP 0 944 398 A1, EP 0 916 336 A1,
EP 0 889 723 A1 oder EP 0 852 493 A1 bekannt.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines
Diagnostikums zur Diagnose von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen
oder Erkrankungen bei der Wundheilung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens ein
Antikörper gemäß der vorliegenden Erfindung, gegebenenfalls zusammen mit
geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen, verwendet wird.
Beispielsweise kann gemäß der vorliegenden Erfindung anhand einer
erfindungsgemäßen Nukleinsäure ein Diagnostikum auf der Basis der
Polymerasekettenreaktion (Beispiel 5, PCR-Diagnostik, z. B. gemäß EP 0 200 362)
oder eines RNase-Protection-Assays, wie in Beispiel 4 näher dargestellt,
hergestellt werden. Diese Tests beruhen auf der spezifischen Hybridisierung der
erfindungsgemäßen Nukleinsäuren mit dem komplementären Gegenstrang,
üblicherweise der entsprechenden mRNA. Die erfindungsgemäße Nukleinsäure
kann hierbei auch modifiziert sein, wie z. B. in EP 0 063 879 beschrieben.
Vorzugsweise wird ein erfindungsgemäßes DNA-Fragment mittels geeigneter
Reagenzien, z. B. radioaktiv mit α-P32-dCTP oder nicht-radioaktiv mit Biotin oder
Digoxigenin, nach allgemein bekannten Methoden markiert und mit isolierter
RNA, die vorzugsweise vorher an geeignete Membranen aus z. B. Cellulose oder
Nylon gebunden wurde, inkubiert. Bei gleicher Menge an untersuchter RNA aus
jeder Gewebeprobe kann somit die Menge an mRNA bestimmt werden, die
spezifisch durch die Sonde markiert wurde. Alternativ kann die Bestimmung an
mRNA auch in Gewebeschnitten mit Hilfe der in situ Hybridisierung (siehe z. B.
Werner et al., 1992, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89: 6896-900) erfolgen.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Diagnostikums kann somit auch eine
Gewebeprobe in vitro auf die Expressionsstärke des korrespondierenden Gens
spezifisch gemessen werden, um eine mögliche Wundheilungsstörung oder
dermatologische Erkrankungen sicher diagnostizieren zu können (Beispiele 4 und
5). Insbesondere eignet sich ein solches Verfahren zur frühzeitigen Prognose von
Störungen. Dies ermöglicht einen präventiven Therapieeinsatz und die Analyse
von Prädispositionen. So ist die Expression des Gens spi2 schon im nicht
verwundeten Zustand in der intakten Haut verringert, die nach Verwundung
Wundheilungsstörungen aufwies. Die Expression des Gens spi2 ermöglicht daher
eine Voraussage der Wundheilungsstörung noch im intakten Gewebe.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft ein Diagnostikum zur
Diagnose von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Erkrankungen
bei der Wundheilung, das mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein
Polypeptid oder mindestens einen Antikörper gemäß der Erfindung,
gegebenenfalls zusammen mit geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen, umfaßt.
Ein weiteres erfindungsgemäßes Diagnostikum enthält das erfindungsgemäße
Polypeptid bzw. die oben näher beschriebenen immunogenen Teile davon. Das
Polypeptid bzw. die Teile davon, die vorzugsweise an eine Festphase, z. B. aus
Nitrocellulose oder Nylon, gebunden sind, können beispielsweise mit der zu
untersuchenden Körperflüssigkeit, z. B. Wundsekret, in vitro in Berührung
gebracht werden, um so beispielsweise mit Autoimmunantikörper reagieren zu
können. Der Antikörper-Peptid-Komplex kann anschließend beispielsweise
anhand markierter Antihuman-IgG- oder Antihuman-IgM-Antikörper
nachgewiesen werden. Bei der Markierung handelt es sich beispielsweise um ein
Enzym, wie Peroxidase, das eine Farbreaktion katalysiert. Die Anwesenheit und
die Menge an anwesenden Autoimmunantikörper kann somit über die
Farbreaktion leicht und schnell nachgewiesen werden.
Ein anderes Diagnostikum enthält die erfindungsgemäßen Antikörper selbst. Mit
Hilfe dieser Antikörper kann beispielsweise eine Gewebeprobe leicht und schnell
dahingehend untersucht werden, ob das betreffende Polypeptid in einer erhöhten
Menge vorhanden ist, um dadurch einen Hinweis auf eine mögliche
Wundheilungsstöning zu erhalten. In diesem Fall sind die erfindungsgemäßen
Antikörper beispielsweise mit einem Enzym, wie oben bereits beschrieben,
markiert. Der spezifische Antikörper-Peptid-Komplex kann dadurch leicht und
ebenso schnell über eine enzymatische Farbreaktion nachgewiesen werden.
Ein weiteres erfindungsgemäßes Diagnostikum umfaßt eine Sonde, vorzugsweise
eine DNA-Sonde, und/oder Primer. Dies eröffnet eine weitere Möglichkeit, die
erfindungsgemäßen Nukleinsäuren, zum Beispiel durch die Isolierung aus einer
geeigneten Genbank, beispielsweise aus einer wundspezifischen Genbank, anhand
einer geeigneten Sonde zu erhalten (siehe z. B. J. Sambrook et al., 1989,
Molecular Cloning. A Laboratory Manual 2nd edn., Cold Spring Harbor
Laboratory, Cold Spring Harbor, NY Kapitel 8 Seite 8.1 bis 8.81, Kapitel 9 Seite
9.47 bis 9.58 und Kapitel 10 Seite 10.1 bis 10.67).
Als Sonde eignen sich beispielsweise DNA- oder RNA-Fragmente mit einer
Länge von ca. 100-1000 Nukleotiden, vorzugsweise mit einer Länge von ca. 200-500
Nukleotiden, insbesondere mit einer Länge von ca. 300-400 Nukleotiden
deren Sequenz aus den Polypeptiden gemäß den SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID Nr. 58
des Sequenzprotokolls und/oder anhand der cDNA Sequenzen der in den Fig.
4 bis 6 angegebenen Datenbankeinträge abgeleitet werden kann (siehe auch
Beispiel 4).
Alternativ können anhand der abgeleiteten Nukleinsäuresequenzen
Oligonukleotide synthetisiert werden, die sich als Primer für eine Polymerase
Kettenreaktion eignen. Mit diesen kann die erfindungsgemäße Nukleinsäure oder
Teile dieser aus cDNA, beispielsweise wundspezifischer cDNA, amplifziert und
isoliert werden (Beispiele 5 und 6). Als Primer eignen sich beispielsweise DNA-
Fragmente mit einer Länge von ca. 10-100 Nukleotiden, vorzugsweise mit einer
Länge von ca. 15 bis 50 Nukleotiden, insbesondere mit einer Länge von 20-30
Nukleotiden deren Sequenz aus den Polypeptiden gemäß den SEQ ID Nr. 1 bis
SEQ ID Nr. 58 des Sequenzprotokolls und/oder anhand der cDNA Sequenzen der
in den Fig. 4 bis 6 angegebenen Datenbankeinträge abgeleitet werden kann
(Beispiel 4).
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines Tests zur Auffindung funktioneller Interaktoren in Zusammenhang mit
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der
Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Nukleinsäure,
mindestens ein Polypeptids oder mindestens ein Antikörper gemäß der
vorliegenden Erfindung, gegebenenfalls zusammen mit geeigneten Zusatz- und
Hilfsstoffen, zur Herstellung des Tests verwendet wird.
Unter dem Begriff "funktionelle Interaktoren" im Sinne der vorliegenden
Erfindung sind alle diejenigen Moleküle, Verbindungen und/oder
Zusammensetzungen und Stoffgemische zu verstehen, die mit den
erfindungsgemäßen Nukleinsäuren, Polypeptiden oder Antikörpern,
gegebenenfalls zusammen mit geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen, unter
geeigneten Bedingungen in Wechselwirkung treten können. Mögliche
Interaktoren sind einfache chemische organische oder anorganische Moleküle oder
Verbindungen, können aber auch Peptide, Proteine oder Komplexe davon
umfassen. Die funktionellen Interaktoren können aufgrund ihrer Wechselwirkung
die Funktion(en) der Nukleinsäuren, Polypeptide oder Antikörper in vivo oder in
vitro beeinflussen oder auch nur an die erfindungsgemäßen Nukleinsäuren,
Polypeptide oder Antikörper binden oder mit ihnen andere Wechselwirkungen
kovalenter oder nicht-kovalenter Weise eingehen.
Die Erfindung umfaßt weiterhin einen erfindungsgemäß hergestellten Test zur
Identifizierung funktioneller Interaktoren in Zusammenhang mit Erkrankungen,
insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung, der
mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens einen
Antikörper gemäß der vorliegenden Erfindung, gegebenenfalls zusammen mit
geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen, umfaßt.
Ein geeignetes System läßt sich beispielsweise durch die stabile Transformation
von epidermalen bzw. dermalen Zellen mit Expressionsvektoren, die selektierbare
Markergene und die erfindungsgemäßen Nukleinsäuren enthalten, herstellen. Bei
diesem Verfahren wird die Expression der erfindungsgemäßen Nukleinsäuren in
den Zellen so verändert, daß sie der pathologisch gestörten Expression in vivo
entspricht. Auch anti-sense Oligonukleotide, die die erfindungsgemäße
Nukleinsäure enthalten, können zu diesem Zweck eingesetzt werden. Von
besonderem Vorteil für diese Systeme ist es daher, das Expressionsverhalten der
Gene bei gestörten regenerativen Prozessen, wie in dieser Anmeldung offengelegt,
zu kennen. Oft kann so das pathologische Verhalten der Zellen in vitro
nachgeahmt werden und es können Substanzen gesucht werden, die das normale
Verhalten der Zellen wieder herstellen und die ein therapeutisches Potential
besitzen.
Für diese Testsysteme eignen sich z. B. HaCaT-Zellen, die allgemein erhältlich
sind, und der Expressionsvektor pCMV4 (Anderson et al., 1989, J. Biol. Chem.
264: 8222-9). Die erfindungsgemäße Nukleinsäure kann dabei sowohl in sense als
auch in anti-sense Orientierung in die Expressionsvektoren integriert werden, so
daß die funktionelle Konzentration an mRNA der entsprechenden Gene in den
Zellen entweder erhöht, oder durch Hybridisierung mit der antisense-RNA
erniedrigt wird. Nach der Transformation und Selektion stabiler Transformanden
zeigen die Zellen in Kultur im allgemeinen ein verändertes Proliferations-,
Migrations, und/oder Differenzierungsverhalten im Vergleich zu Kontrollzellen.
Dieses Verhalten in vitro ist häufig mit der Funktion der entsprechenden Gene bei
regenerativen Prozessen im Organismus korreliert (Yu et al., 1997, Arch.
Dermatol. Res. 289: 352-9; Mils er al., 1997, Oncogene 14: 15555-61; Charvat et
al., 1998, Exp Dermatol 7: 184-90; Mythily et al., 1999, J. Gen. Virol. 80: 1707-
13; Werner, 1998, Cytokine Growth Factor Rev. 9: 153-65) und läßt sich mit
einfachen und schnell durchzuführenden Tests nachweisen, so daß man darauf
basierend Testsysteme für pharmakologisch aktive Substanzen aufbauen kann. So
läßt sich das Proliferationsverhalten von Zellen sehr schnell durch z. B. den Einbau
von markierten Nukleotiden in die DNA der Zellen (siehe z. B. de Fries und
Mitsuhashi, 1995, J. Clin. Lab. Anal. 9: 89-95; Perros und Weightman, 1991, Cell
Prolif. 24: 517-23; Savino und Dardenne, 1985, J. Immunol. Methods 85: 221-6),
durch Anfärbung der Zellen mit spezifischen Farbstoffen (Schulz et al., 1994, J.
Immunol. Methods 167: 1-13) oder über immunologische Verfahren (Frahm et al.,
1998, J. Immunol. Methods 211: 43-50) nachweisen. Die Migration läßt sich
einfach durch den "Migration Index" Test (Charvat et al., supra) und
vergleichbare Testsysteme (Benestad et al., 1987, Cell Tissue Kinet. 20: 109-19,
Junger et al., 1993, J. Immunol. Methods 160: 73-9) nachweisen. Als
Differenzierungsmarker eignen sich z. B. Keratin 6, 10 und 14 sowie Loricrin und
Involucrin (Rosenthal et al., 1992, J, Invest, Dermatol, 98: 343-50), deren
Expression z. B. über allgemein erhältliche Antikörper leicht nachzuweisen ist.
Ein anderes geeignetes Testsystem basiert auf der Identifikation funktioneller
Interaktionen mit dem sogenannten "Two-Hybrid System" (Fields und Sternglanz,
1994, Trends in Genetics, 10, 286-292; Colas und Brent, 1998 TIBTECH, 16,
355-363). Bei diesem Test werden Zellen mit Expressionsvektoren transformiert,
die Fusionsproteine aus dem erfindungsgemäßen Polypeptid und einer DNA-
Bindungsdomäne eines Transkriptionsfaktors wie beispielsweise Gal4 oder LexA
exprimieren. Die transformierten Zellen enthalten außerdem ein Reportergen,
dessen Promotor Bindungsstellen für die entsprechende DNA Bindungsdomäne
enthalten. Durch Transformation eines weiteren Expressionsvektors, der ein
zweites Fusionsprotein aus einem bekannten bzw. unbekannten Polypeptid mit
einer Aktivierungsdomäne, beispielsweise von Gal4 oder Herpes Virus VP16,
exprimiert, kann die Expression des Reportergens stark gesteigert werden, wenn
das zweite Fusionsprotein mit dem erfindungsgemäßen Polypeptid funktionell
interagiert. Diese Expressionssteigerung kann man ausnutzen, um neue
Interaktoren zu identifizieren, beispielsweise indem man zur Konstruktion des
zweiten Fusionsproteins eine cDNA-Bibliothek aus sich regenerierenden Gewebe
herstellt. Zudem läßt sich dieses Testsystem zum Screening von Substanzen
ausnutzen, die eine Interaktion zwischen dem erfindungsgemäßen Polypeptid und
einem funktionellen Interaktor inhibieren. Solche Substanzen verringern die
Expression des Reportergens in Zellen, die Fusionsproteine des
erfindungsgemäßen Polypeptids und des Intreraktors exprimieren (Vidal und
Endoh, 1999, Trends in Biotechnology, 17: 374-81). So lassen sich schnell neue
Wirkstoffe identifizieren, die zur Therapie von Störungen regenerativer Prozesse
eingesetzt werden können.
Funktionelle Interaktoren der erfindungsgemäßen Polypeptide können auch
Nukleinsäuren sein, die über Selektionsverfahren, wie beispielsweise SELEX
(siehe Jayasena, 1999, Clin. Chem. 45: 1628-50; Klug und Famulok, 1994, M.
Mol. Biol. Rep. 20: 97-107; Toole et al., 1996, US 5582981) isoliert werden. Im
SELEX-Verfahren werden typischerweise aus einem großen Pool
unterschiedlicher, einzelsträngige RNA Moleküle durch wiederholte
Amplifikation und Selektion diejenigen Moleküle isoliert, die an ein Polypeptide
mit hoher Affinität binden (Aptamere). Aptamere können auch in ihrer
spiegelbildlichen Form, beispielsweise als L-Ribonukleotid, synthetisiert und
selektioniert werden (Nolte et al., 1996, Nat. Biotechnol. 14: 1116-9; Klussmann et
al., 1996, Nat. Biotechnol. 14: 1112-5). So isolierte Formen haben den Vorteil, das
sie nicht von natürlich vorkommenden Ribonukleasen abgebaut werden und daher
größere Stabilität besitzen.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines auf
einem Trägermaterial fixierten Arrays zur Analyse in Zusammenhang mit
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei der
Wundheilung, bei dem mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid
oder mindestens ein Antikörper oder Antikörperfragment gemäß der Erfindung
zur Herstellung verwendet wird.
Verfahren zur Herstellung von solchen Arrays sind zum Beispiel aus der US
5,744,305 mittels Festphasenchemie und photolabilen Schutzgruppen bekannt.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein auf einem Trägermaterial fixiertes
Array zur Analyse in Zusammenhang mit Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei der Wundheilung, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß es mindestens eine Nukleinsäure und/oder mindestens ein
Polypeptid und/oder oder mindestens einen Antikörper oder Antikörperfragment
gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung umfaßt einen DNA-Chip und/oder
Protein-Chip zur Analyse in Zusammenhang mit Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei der Wundheilung, der mindestens eine
Nukleinsäure und/oder mindestens ein Polypeptid und/oder oder mindestens einen
Antikörper oder Antikörperfragment gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt.
DNA-Chips sind zum Beispiel aus der US 5,837,832 bekannt.
Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Arzneimittel zur
Indikation und Therapie, das eine erfindungsgemäße Nukleinsäure oder ein
erfindungsgemäßes Polypeptid und gegebenenfalls geeignete Zusatz- oder
Hilfsstoffe enthält und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Arzneimittels
zur Behandlung von dermatologischen Erkrankungen, insbesondere von
Wundheilungsstörungen, bei dem eine erfindungsgemäße Nukleinsäure oder ein
erfindungsgemäßes Polypeptid mit einem pharmazeutisch annehmbaren Träger
formuliert wird.
Für die gentherapeutische Anwendung beim Menschen ist vor allem ein
Arzneimittel geeignet, das die erfindungsgemäße Nukleinsäure in nackter Form
oder in Form eines der oben beschriebenen gentherapeutisch wirksamen Vektoren
oder in mit Liposomen bzw. Goldpartikeln komplexierter Form enthält. Der
pharmazeutische Träger ist beispielsweise eine physiologische Pufferlösung,
vorzugsweise mit einem pH von ca. 6,0-8,0, vorzugsweise von ca. 6,8-7,8.
Insbesondere von ca. 7,4 und/oder einer Osmolarität von ca. 200-400
milliosmol/Liter, vorzugsweise von ca. 290-310 milliosmol/Liter. Zusätzlich kann
der pharmazeutische Träger geeignete Stabilisatoren, wie z. B.
Nukleaseinhibitoren, vorzugsweise Komplexbildner wie EDTA und/oder andere
dem Fachmann bekannte Hilfsstoffe enthalten.
Die Verabreichung der erfindungsgemäßen Nukleinsäure gegebenenfalls in Form
der oben näher beschriebenen. Virusvektoren oder als Liposomenkomplexe bzw.
Goldpartikelkomplex erfolgt üblicherweise topisch und lokal im Bereich der
Wunde. Es ist auch möglich, das Polypeptid selbst mit geeigneten Zusatz- oder
Hilfsstoffen, wie z. B. physiologische Kochsalzlösung, entmineralisiertes Wasser,
Stabilisatoren, Proteinaseinhibitoren, Gelformulierungen, wie z. B. weiße
Vaseline, dünnflüssiges Paraffin und/oder gelbes Wachs, etc., zu verabreichen, um
die Wundheilung sofort und unmittelbar zu beeinflussen.
Die Nukleinsäuren der erfindungsgemäßen Polypeptide wurden aus cDNA
Bibliotheken isoliert, die aus intakter und verwundeter Haut hergestellt wurden.
Dabei wurden die cDNAs ausgewählt, die unterschiedliche Häufigkeiten in gut
heilenden im Vergleich zu schlecht heilenden Wunden aufwiesen (Beispiel 1).
Dies geschah beispielsweise mit Hilfe von subtraktiver Hybridisierung
(Diatchenko et al., 1996, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 93: 6025-30) und, /oder mit
dem vergleichenden Auszählen von Klonen in cDNA Bibliotheken mittels
Sequenzierung ("ESTs", Adams et al., 1992, Nature 355, 632-4; Adams et al.,
1991, Science 252, 1651-6). Die so ausgewählten cDNAs entstammen Genen, die
bei Wundheilungsstörungen entweder stärker oder schwächer exprimiert werden
als bei normal verlaufender Wundheilung.
Allgemein ist die Analyse von differentiell exprimierten Genen in Geweben mit
deutlich mehr Fehlern in Form von falsch positiven Klone behaftet, als bei der
Analyse von Zellkultursystemen. Da bei der Wundheilung eine Vielzahl von
verschiedenen Zelltypen beteiligt sind, deren Zusammensetzung und deren
Genexpressionsmuster sich während des gesamten Wundheilungsprozesses
ständig ändert, ergibt sich hier bei der Analyse von differentiell exprimierten
Genen eine besonders niedrige Trefferquote. Diese kann nicht durch die
Verwendung eines definierten Zellkultursystems umgangen werden, da ein
solches auf Grund der Komplexität der Wundheilung nicht zur Verfügung steht.
Zudem gibt es enorme Variabilitäten des Wundzustands zum Zeitpunkt einer
möglichen Biopsie des Patienten beim Erstkontakt mit dem Arzt.
Daher wurde zur Identifikation der erfindungsgemäßen Nukleinsäuren ein
Tiermodell verwendet. Es wurden BALB/c Mäuse verwundet und zu
verschiedenen Zeitpunkten Wundbiopsien entnommen. Dieses Verfahren hat den
Vorteil, das sich die Randbedingungen wie genetischer Hintergrund, Art der
Wunde, Zeitpunkt der Biopsie etc. exakt kontrollieren lassen und so erst eine
reproduzierbare Analyse der Genexpression erlauben. Selbst unter den definierten
Maus-Bedingungen ergeben sich weitere methodische Probleme wie Redundanz
der analysierten Klone und Unterrepräsentation von schwach exprimierten Genen,
die die Identifikation von relevanten Genen erschweren.
Bei der vorliegenden Analyse der Genexpression wurden während des
Wundheilungsprozesses neben Genen, deren Funktion bisher gänzlich unbekannt
war, auch Gene identifiziert, die bisher nicht mit Wundheilungsstörungen in
Verbindung gebracht wurden. Von einigen der bekannten Genen wurden
weiterhin neuartige Varianten mit Sequenzen identifiziert, die signifikant von den
bisher veröffentlichten und/oder patentierten Sequenzen abweichen.
Von dem bisher nicht mit Wundheilungsstörungen in Zusammenhang gebrachten
Teil der identifizierten Gene war bisher bekannt, daß sie eine Funktion bei der
Proliferation (NF1-B: Schuur et al., 1995, Cell Growth Differ. 6: 219-27;
potentially prenylated protein tyrosin phoshatase: Zeng et al., 1998, 244: 421-7;
mas onkogene: von 't Veer et al., 1988, Oncogene Res. 3: 247-54; CBP: Blobel et
al., 1998, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 95: 2061-6; BTG1: Rouault et al., 1992,
EMBO J. 11: 1663-70; Acylamino acid-releasing enzyme: Schoenberger et al.,
1986, J. Clin. Chem. Clin. Biochem. 24: 375-8; ALFI: Loveys et al., 1996,
Nucleic. Acids Res. 24: 2813-20, p68 RNA Helicase: Ford et al., 1988, Nature
332: 736-8, Nup98: Kasper et al., 1999, Mol. Cell. Biol. 19: 764-76; Ribonuclease
L Inhibitor: Benoit et al., 1998, Gene 209: 149-56; Cathepsin Z: Santamaria et al.,
1998, J. Biol. Chem. 273: 16818-23) Zell-Zyklus-Kontrolle (Checkpoint
suppressor 1: Pat et al., 1997, Mol. Cell. Biol 17: 3037-46), Zell-Migration
(Ryoducan: Woods und Couchman, 1994, Mol. Biol. Cell 5: 1183-92),
Differenzierung (mKAP13: Aoki et al., 1998, J. Invest. Dermatol. 111: 804-9;
pmg-2: Kuhn et al., 1999, Mech. Dev 86: 193-196, Calnexin: Olsen et al., 1995,
Electrophoresis 16: 2241-8, JEM-1: Tong et al., 1998, Leukemia 12: 1733-40;
CD9: Jones et al., 1996, Cell Adhes. Commun. 4: 297-305; rab2: Ayala et al.,
1990, Neuron 4: 797-805; Stearoyl-CoA Desaturase: Singh und Ntambi, 1998,
Biochim. Biophys. Acta 1398: 148-56; Cardiac Ankyrin Repeat Protein: Zou et al.,
1997, Development 124: 793-804) und/oder Apoptose (MA-3: Shibahara et al.,
1995, Gene 166: 297-301) haben. Diese Gene wurden bisher jedoch nicht mit
Wundheilung in Verbindung gebracht (Fig. 6).
Zusätzlich zu den bekannten Polypeptiden von Mensch (Bisbal et al. " 1995, J.
Biol. Chem. 270: 13308-17) und Maus (De Coignac et al., 1998, Gene 209: 149-
56) Ribonuklease L Inhibitor und Maus p68 RNA Helikase (Lemaire und
Heinlein, 1993, Life Sci. 52: 917-26) wurden eng verwandte Polypeptide mit
signifikant abweichender Sequenz identifiziert. Von dem bekannten Maus
mKAP13 Polypeptid (Aoki et al., 1998, J. Invest. Dermatol. 111, 804-9) wurde
erstmals die Sequenz des entsprechenden Polypeptids des Menschen identifiziert
(Beispiel 7).
Die Polypeptide dieser Gene gehören nicht zu den bisher bekannten Zielen von
Therapien von Wundheilungsstörungen, so daß sich aus dieser Erfindung völlig
neue Therapieansätze ergeben. Von den restlichen identifizierten Genen existiert
noch keine Funktionsbeschreibung (Fig. 4). Zudem konnte ein Gen gefunden
werden, dessen mRNA nicht translatiert wird und als RNA funktionell ist (Steroid
Receptor Coaktivator: Lanz et al., 1999, Cell 97: 17-27).
Nach der primären Identifikation der Gene ist es notwendig, die
wundheilungsspezifische Expression durch eine weitere Methode zu bestätigen.
Dies erfolgte mit Hilfe von sogenannten "Reverse Northern Blots", "RNase
Protection Assays" oder "TaqMan Assays". Mit diesen Methoden wurde die
Menge an mRNA in Gewebeextrakten aus verschiedenen Wundheilungszuständen
bestimmt. So wurde beispielsweise die wundspezifische Expression der Klone in
einer subtraktiven cDNA Bibliothek mit Hilfe eines "Reverse Northern Blots"
ermittelt (Beispiel 2). Es zeigte sich, das ca. 20% aller Klone in den Bibliotheken
unterschiedliche Signale mit Hybridisierungssonden aus Wund-cDNA im
Vergleich zu Sonden aus intakter Haut zeigten (Fig. 1). Nach der Identifikation
der Klone wurden diese teilweise sequenziert, redundante Klone aussortiert, und
die Sequenz mit Sequenz-Datenbanken mit dem Ziel abgeglichen, Vollängen
Sequenzen der Maus-Gene und der menschlichen Gene zu identifizieren (Beispiel
3). Die Sequenzierung und Redundanzanalyse der positiven Klonen ergab, daß
mehr als 75% der Klone mehrfach vorhanden waren und somit nur ca. 5% aller
Ausgangsklone weiter verwendet werden konnten. Eine Minderheit von diesen
wundspezifischen Genen zeigte wiederum eine verminderte Expression in
schlecht heilenden Wunden. Von diesen konnte bei ca. 50% die differentielle
Expression im "RNase Protection Assay" bzw. "TaqMan Assay" bestätigt werden
(Beispiele 4 und 5). So zeigte sich, daß das als Markergen verwendete Gen spi2
ca. 10-fach stärker in Wundgewebe exprimiert wurde im Vergleich zu intakter
Haut. Auch ergab sich, daß die Expression des Gens in schlecht heilenden
Wunden von Dexamethason behandelten und von alten Tieren ca. 2-fach
schwächer war, als in normal gut heilenden Wunden von Kontrolltieren (Fig. 2).
Zur Überprüfung bzw. Generierung von Vollängen cDNA Sequenzen der
erfindungsgemäßen Nukleinsäuren wurden Vollängen-Klone mit Hilfe von
Kolonie-Hybridisierung (Sambrook et al., 1989, Molecular cloning: A Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor, Cold Spring Harbor Laboratory Press, New York,
Kapitel 8-10) und/oder PCR basierten Methoden ("RACE", Frohman et al., 1988,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85: 8998-9002, Chenchik et al., 1996, in A Laboratory
Guide to RNA: Isolation, Analysis, and Synthesis, Ed. Krieg, Wiley-Liss, Seiten
272-321; "LDPCR", Barnes, 1994, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91: 2216-20)
sowohl für die Maus-Gene als auch für die menschlichen Gene generiert und die
Sequenz diese Klone bestimmt (Beispiel 6).
Der Begriff "kodierende Nukleinsäure" bezieht sich auf eine DNA-Sequenz, die
für ein isolierbares bioaktives erfindungsgemäßes Polypeptid oder einen Precursor
kodiert. Das Polypeptid kann durch eine Sequenz in voller Länge oder jeden Teil
der kodierenden Sequenz kodiert werden, solange die spezifische, beispielsweise
enzymatische Aktivität erhalten bleibt.
Es ist bekannt, daß kleine Veränderungen in der Sequenz der erfindungsgemäßen
Nukleinsäuren vorhanden sein können, zum Beispiel durch die Degenerierung des
genetischen Codes, oder daß nicht translatierte Sequenzen am 5' und/oder 3'-Ende
der Nukleinsäure angehängt sein können, ohne daß dessen Aktivität wesentlich
verändert wird. Diese Erfindung umfaßt deshalb auch sogenannte "funktionale
Varianten" der erfindungsgemäßen Nukleinsäuren.
Mit dem Begriff "funktionelle Varianten" sind alle DNA-Sequenzen bezeichnet,
die komplementär zu einer DNA-Sequenz sind, die unter stringenten Bedingungen
mit der Referenzsequenz hybridisieren und eine zu dem entsprechenden
erfindungsgemäßen Polypeptid ähnliche Aktivität aufweisen.
Unter "stringenten Hybridisierungsbedingungen" sind solche Bedingungen zu
verstehen, bei denen eine Hybridisierung bei 60°C in 2,5 × SSC-Puffer, gefolgt
von mehreren Waschschritten bei 37°C in einer geringeren Pufferkonzentration
erfolgt und stabil bleibt.
Unter dem Begriff "funktionelle Varianten" im Sinne der vorliegenden Erfindung
versteht man Polypeptide, die funktionell mit den erfindungsgemäßen
Polypeptiden verwandt sind, d. h. während regenerativen Prozessen, der Haut,
reguliert werden und/oder Strukturmerkmale der Polypeptide aufweisen. Beispiele
funktioneller Varianten sind die entsprechenden Polypeptide, die aus anderen
Organismen als dem Menschen bzw. der Maus, vorzugsweise aus nicht-
menschlichen Säugetieren wie z. B. Affen, Schweinen und Ratten stammen.
Andere Beispiele funktioneller Varianten sind Polypeptide, die durch
unterschiedliche Allele des Gens, in verschiedenen Individuen oder in
verschiedenen Organen eines Organismus kodiert werden (siehe Beispiel 6).
Im weiteren Sinne versteht man darunter auch Polypeptide, die eine
Sequenzhomologie, insbesondere eine Sequenzidentität, von ca. 70%,
vorzugsweise ca. 80%, insbesondere ca. 90%, vor allem ca. 95% zu dem
Polypeptid mit der Aminosäuresequenz gemäß einer der SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID
Nr. 58 und/oder anhand der DNA Sequenzen der öffentlich zugänglichen
Datenbankeinträge der Liste in den Fig. 4 bis 6 aufweisen. Darunter zählen
beispielsweise Polypeptide, die von einer Nukleinsäure kodiert werden, die aus
nicht-wundheilungsspezifischen Gewebe, z. B. Embryonalgewebe, isoliert wird,
jedoch nach Expression in einer an der Wundheilung beteiligten Zelle die
bezeichneten Funktionen besitzen. Ferner zählen hierzu auch Deletionen oder
Teile des Polypeptids im Bereich von ca. 1-60, vorzugsweise von ca. 1-30,
insbesondere von ca. 1-15, vor allem von ca. 1-5 Aminosäuren. Beispielsweise
kann die erste Aminosäure Methionin fehlen, ohne daß die Funktion des
Polypeptids wesentlich verändert wird.
Die Erfindung soll nun im folgenden anhand der Figuren und Beispiele weiter
verdeutlicht werden, ohne daß die Erfindung hierauf eingeschränkt wird.
Fig. 1 Autoradiogramme von Hybridisierungen von Membranen mit
gleichem Muster von aufgebrachten cDNA-Fragmenten mit vier
verschiedenen Sonden. Die cDNA Fragmente entstammten alle einer
wundspezifischen, subtraktiven cDNA-Bibliothek, die für solche
cDNAs angereichert war, die in Wundgewebe stärker im Vergleich
zur intakten Haut exprimiert wurden. Alle Sonden wurden aus cDNAs
hergestellt, die aus subtraktiven Hybridisierungen stammten. A:
wundspezifische Sonde (Subtraktion Wunde versus intakte Haut), B:
hautspezifische Sonde (Subtraktion intakte Haut versus Wunde), C:
Sonde spezifisch für gut heilende Wunden (Subtraktion Wunde
Kontrolltiere versus Wunde Dexamethason behandelte Tiere), D:
Sonde spezifisch für schlecht heilende Wunden (Subtraktion Wunde
Dexamethason behandelte Tiere versus Wunde Kontrolltiere).
Fig. 2 Tabellarische Aufstellung der veränderten Expression verschiedener
wundheilungsrelevanter Gene
Fig. 3 Teil der cDNA-Sequenz des Markergens spi2 (SEQ ID Nr. 61). Die
Sequenz ist die Konsensussequenz von zwei Sequenzierungen von
Klonen, die in der wundspezifischen, subtraktiven cDNA-Bibliothek
enthalten waren. Vektor- und Primersequenzen der cDNA Synthese
wurden entfernt, so daß nur die Sequenzen der Inserts für die
Konsensussequenz berücksichtigt wurden. Die Qualität der
Sequenzanalyse (<10% Fehler) erlaubt nur die Identifikation der
Vollängen cDNA, läßt aber keinen exakte Feststellung der Sequenz
der Inserts zu. Die Position der Erkennungsstelle der
Restriktionsendonuklease HindIII, die zur Linearisierung des Plasmids
bei der Herstellung der Sonde für den RNAse Protection Assay diente,
ist unterstrichen.
Fig. 4 Tabellarische Übersicht über die bei der Analyse der Genexpression
während des Wundheilungsprozesses identifizierten
Polypeptidsequenzen mit unbekannter biologischer Funktion und ihre
cDNAs und Accession Numbers.
Fig. 5 Tabellarische Übersicht über die bei der Analyse der Genexpression
während des Wundheilungsprozesses identifizierten
Polypeptidsequenzen mit bereits bekannten und beschriebenen
Funktionen und ihre cDNAs und Accession Numbers.
Fig. 6 Tabellarische Übersicht über die bei der Analyse der Genexpression
während des Wundheilungsprozesses zusätzlich identifizierten
Polypeptidsequenzen mit bereits bekannten und beschriebenen
Funktionen und ihre cDNAs und Accession Numbers.
Fig. 7 Vollängensequenz der spi2-cDNA (SEQ ID Nr. 62, EMBL
Datenbankeintrag MMSPI201, Accession No. M64086). Die Sequenz
der in der wundspezifischen cDNA-Bibliothek enthaltenen
Nukleinsäuren ist unterstrichen (Vergleiche Fig. 3, komplementäre
Sequenz). Der kodierende Bereich (fett) der cDNA geht vom
Startcodon (ATG) an Position 61 bis zum Stopcodon (TGA) an
Position 1317. Die Position der Primer für die quantitative RTPCR
(Beispiel 5) im kodierenden Bereich ist unterstrichen.
Fig. 8 Quantitative RTPCR von spi2. Die Anzahl von Zyklen bis zum
Erreichen des Fluoreszensschwellenwerts (Ct) für jeweils drei
unabhängige Messungen sowie der Mittelwert (Ct Mittel), die
Differenz der Ct Werte von GAPDH und spi2 (ΔCt), die daraus
errechnete Abundanz von spi2 relativ zu GAPDH und die relative
Induktion von spi2 relative zur intakten Haut von Kontrolltieren ist
dargestellt.
Fig. 9 Teilsequenz der Maus-cDNA von GAPDH (SEQ ID Nr. 63), als
Referenzsequenz, beim RNAse Protection Assay verwendet.
Fig. 10 RNase Protection Assay von spi2 mit RNA verschiedener
Wundheilungszustände. Radioaktiv markierte Sonden von GAPDH
(Spur 1: intakte Sonde) und spi2 (Spur2: intakte Sonde) wurde mit
Gesamt-RNA, gewonnen aus intakter Haut (Spuren 3, 5 und 7) oder
aus Wunden (Spur 4, 6, und 8) von Kontrollmäusen (Spuren 3 und 4),
von Dexamethason behandelten Mäusen (Spuren 5 und 6) oder von
alten Mäusen (Spuren 7 und 8) hybridisiert und nach RNase
Behandlung gelelektrophoretisch aufgetrennt. In jeder Spur wurde die
Signalintensitäten der Spi2 Signale mit den Signalen der GAPDH
Sonde normalisiert. Die relativen Intensitäten in Bezug auf intakte
Haut von Kontrolltieren sind Spur 3: 1,0; Spur4: 13,28; Spur 5: 0,84;
Spur 6: 7,72; Spur 7: 0,54; Spur 8: 5,2.
Fig. 11 Korrektur der Sequenz von spi2 (SEQ ID Nr. 64). Die Primer der PCR
sind fett dargestellt, Abweichungen von der veröffentlichten
Datenbanksequenz sind unterstrichen.
Fig. 12 Vergleich der ermittelten Aminosäuresequenz von spi2 (Human.pro
und Maus.pro) mit den veröffentlichten Aminosäuresequenzen der ensprechenden
Datenbankeinträge (ITHUC.pro und JH0494.pro). Abweichungen zur hier
ermittelten humanen Sequenz sind umrahmt.
SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID Nr. 58 zeigen die erfindungsgemäßen Polypeptid- oder
cDNA-Sequenzen aus Mensch oder Maus.
SEQ ID Nr. 59 bis SEQ ID Nr. 64 zeigen Polypeptid- und cDNA-Sequenzen der
Markergene spi2 und GADPH.
SEQ ID Nr. 65 bis SEQ ID Nr. 74 zeigen DNA-Sequenzen von Oligonukleotiden,
die für die Versuche der vorliegenden Erfindung verwendet wurden.
Aus intakter Haut und aus Wundgewebe (Verwundung am Rücken 1 Tag vor
Gewebeentnahme durch Scherenschnitt) von Balb/c Mäusen wurde durch
Standardmethoden (Chomczynski und Sacchi, 1987, Anal. Biochem. 462: 156-
159, Chomczynski und Mackey, 1995, Anal. Biochem. 225: 163-164) Gesamt-
RNA isoliert. Die RNAs wurden dann mit Hilfe einer reversen Transkriptase in
cDNA umgeschrieben. Die cDNA Synthese erfolgte mit dem "SMART PCR
cDNA Synthesis Kit" der Firma Clontech Laboratories GmbH, Heidelberg, nach
Anweisungen des entsprechenden Manuals. Um diejenigen cDNAs zu
identifizieren, die mit unterschiedlicher Häufigkeit in den beiden cDNA Pools
vorkamen, wurde eine subtraktive Hybridisierung (Diatchenko et al., 1996, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 93: 6025-30) durchgeführt. Dies erfolgte mit dem "PCR-
Select cDNA Subtraction Kit" der Firma Clontech Laboratories GmbH,
Heidelberg, nach Anweisungen des entsprechenden Manuals, wobei die
Abtrennung überschüssiger Oligonukleotide nach der cDNA Synthese über
Agarose-Gelelekrophorese erfolgte. Die resultierenden cDNA Fragmente wurden
mittels T/A- Klonierung in den Vektor pT-Adv (Clontech Laboratories GmbH)
integriert und mittels Elektroporation in E. coli (SURE electroporation-competent
cells, Firma Stratagene) transformiert. Es wurden zwei cDNA Bibliotheken
angelegt, wobei eine angereichert für cDNA Fragmente war, die im Wundgewebe
im Vergleich zu intakter Haut stärker exprimiert sind ("wundspezifische cDNA
Bibliothek"), während die andere angereichert war an cDNA Fragmenten, die in
intakter Haut im Vergleich zu Wundgewebe stärker exprimiert sind
("hautspezifische cDNA Bibliothek").
Um diejenigen Klone der beiden cDNA-Bibliotheken im Beispiel 1 zu
identifizieren, die wundheilungsrelevante cDNA-Fragmente enthielten, wurde die
Expression der entsprechenden cDNAs in intakter und verwundeter Haut sowie in
gut und schlecht heilenden Wunden im "Reverse Northern Blot" analysiert. Hier
werden die cDNA-Fragmente auf Membranen in Form von Arrays von vielen
verschiedenen cDNAs fixiert, und mit einem komplexen Gemisch radioaktiv
markierter cDNA hybridisiert (Sambrook et al., 1989, Molecular cloning: A
Laboratory Manual, Cold Spring Harbor, Cold Spring Harbor Laboratory Press,
New York, kapitel 9 Seite 9.47 bis 9.58 und kapitel 10 Seite 10.38 bis 10.50;
Anderson and Young: Quantitative filter hybridisation; in: Nucleic Acids
Hybridisation, A Practical Approach, 1985, Eds. Hames and Higgins, IRL Press
Ltd.; Oxford, Kapitel 4, Seite 73 bis 112).
Um geeignete Membranen für die Analyse herzustellen, wurden aus jeder
Bibliothek 1536 Klone isoliert und mittels Polymerase Ketten Reaktion die
cDNA-Insertionen amplifiziert. Je 2 µl Suspensionkultur der Klone wurden in
40 µl TE Puffer (10 mM Tris-HCl, lmM EDTA, pH = 8.0) für 1 Minute bei 96°C
lysiert und eine 20 µl PCR-Reaktion ("Advantage cDNA Polymerase Mix Kit"
der Firma Clontech) mit 1 µl Lysat angeimpft. Die Amplifikation erfolgte in 35
PCR Zyklen (1 min 96°C gefolgt von 35 Zyklen 2-Stufen-PCR: 96°C/30" und
68°C/3') mit universellen Primern (TCGAGCGGCCGCCCGGGCAGGT (SEQ
ID Nr. 65) und AGCGTGGTCGCGGCCGAGGT (SEQ ID Nr. 66)), die im
"PCR-Select cDNA Subtraction Kit" zur Gewinnung der cDNA Fragmente
verwendet werden und somit alle cDNA Insertionen umschließen. 5 µl PCR-
Reaktion wurde in 384 well Mikrotiterplatten mit 35 µl Puffer (1.16 M NaCl,
20 mM Tris, pH = 7.5, 0.001% Bromphenolblau) versetzt und mit dem Nung 384
Pin Replikator unter Verwendung des Nung Replicator Systems (Nung GmbH &
CO. KG, Wiesbaden) in 20 Wiederholungen auf Qiabrane Membranen (Qiagen,
Hilden) aufgestempelt. Die Membranen wurden mit 0,4 M NaOH für 30 Minuten
zur Denaturierung der DNA inkubiert und mit 1 M Tris -HCl, pH 7,5 für 3
Minuten neutralisiert. Die DNA wurde anschließend durch UV-Bestrahlung
(120 mJ/cm2) gefolgt von Backen für 30 min bei 80°C fixiert.
Zur Herstellung geeigneter Hybridisierungssonden wurden RNA aus intakter und
verwundeter Haut (siehe oben) sowie aus gut und schlecht heilenden
Wundgewebe isoliert. Um Gewebe von Mäuse mit schlecht heilenden Wunden zu
gewinnen, wurden BALB/c Mäuse vor der Verwundung mit Dexamethason
(Injektion von 0,5 mg Dexamethason in isotonischer Salzlösung pro kg
Körpergewicht zwei mal pro Tag für 5 Tage) behandelt bzw. alte Mäuse (12
Monate) verwundet. Die RNA aus Wundgewebe dieser Tiere sowie aus
Kontrollen wurde wie oben beschrieben isoliert und jeweils cDNA synthetisiert.
Danach wurden wie oben beschrieben zwei subtraktive Hybridisierungen (cDNA
aus Dexamethason behandelten Tieren versus cDNA aus Kontrolltieren und
umgekehrt) durchgeführt. Dies erfolgte wie oben beschrieben mit dem "PCR-
Select cDNA Subtraction Kit". Diese subtrahierten cDNAs sowie die oben
beschriebenen subtraktiven cDNAs (intakte Haut versus Wunde und umgekehrt)
wurde mit der Restriktionsendonuklease RsaI behandelt und über
Agarosegelelektrophorese gereinigt (Sambrook et al., supra, Kapitel 6, seite 6.1
bis 6.35), um die cDNA- Synthese- und Amplifikationsprimer (siehe Manual
"PCR-Select cDNA Subtraction Kit", Clonetech) abzutrennen. Die cDNAs wurde
dann mit der "random-hexamer priming" Methode (Feinberg und Vogelstein,
1983, Anal. Biochem. 132: 6-13) radioaktiv markiert, um Hybridisierungssonden
herzustellen.
Die Membran wurde für 30 min bei 65°C in 25 ml Hybridisierungslösung
vorinkubiert (25 mM Natriumphosphat, pH = 7,5, 125 mM NaCl, 7% SDS). Die
Hybridisierungssonde wurde 10 min bei 100°C denaturiert, anschließend auf Eis
abgekühlt, ca. 100 CPM pro ml zur Hybridisierungslösung gegeben und die
Hybridisierung für 16 Stunden bei 65°C im Hybridisierungsofen durchgeführt.
Danach wurde die Membran zweimal für 10 min mit der Hybridisierungslösung
ohne Sonde bei 65°C gewaschen. Anschließend wurde die Membran mehrfach
für jeweils 10 min in Waschlösung (2,5 mM Natriumphosphat, pH = 7,5,
12,5 mM NaCl, 0,7% SDS) bei 65°C gewaschen, bis in der abgegossenen Lösung
keine Aktivität mehr nachgewiesen werden konnte. Die radioaktiven Signale
wurden mit einem Phosphoimager (BioRad, Quantitiy One®) ausgewertet (Fig.
1). Danach wurden diejenigen cDNAs ausgewählt, die mit den verschiedenen
Sonden unterschiedliche Signalintensitäten ergaben. Von den entsprechenden
Klonen wurden nach Standardmethoden (Sambrook et al., supra) Plasrpid-DNA
Präparationen angefertigt und die DNA Sequenz der Inserts analysiert. Fig. 1
zeigt eine Übersicht über die Expressionsmuster verschiedener Gene, die durch
diese Methode ermittelt werden konnten.
Die cDNA Sequenz der Inserts aus Beispiel 2 wurden mit dem Programm SeqMan
4.01 der Firma DNAStar Inc. (GATC GmbH, Konstanz) auf Redundanz analysiert
und nicht redundante Sequenzen wurden mit dem Programm BLAST 2.0
(Altschul et al., 1997, Nucleic Acids Res. 25: 3389-402) mit der aktuellen EMBL-
(Stoesser et al., 1999, Nucleic Acids Res., 27: 18-24), TREMBL- (Bairoch und
Apweiler, 1997, Nucleic Acids Res. 25: 31-26) und PIR- (George et al., 1996,
Nucleic Acids Res. 24: 17-20) und/oder GenBank- (Benson et al., 1999, Nucleic.
Acids Res. 27: 12-7) Datenbank verglichen. Dabei stellte sich heraus, daß einige
wundheilungsrelevante cDNA-Sequenzen von bekannten Genen stammen, die
bisher aber noch nicht mit regenerativen Prozessen in Verbindung gebracht
wurden.
So konnte das Gen spi2 als wundheilungsrelevantes Gen identifiziert werden. In
Fig. 3 ist die Ausgangssequenz dargestellt, die zweimal in der wundspezifischen
cDNA Bibliothek (s.o.) vorhanden war, in Fig. 7 die Vollängensequenz von spi2
aus der EMBL Datenbank (Eintrag MMSPI201, Accession No. M64086 (SEQ ID
Nr. 60), die mit hoher Signifikanz (BLAST Score = 883) mit der
Ausgangssequenz übereinstimmt. Ein Vergleich der 22045 00070 552 001000280000000200012000285912193400040 0002019955349 00004 21926 beiden Sequenzen zeigt, das
die Ausgangssequenz das 3'-Ende der spi2-cDNA enthält (unterstrichene Sequenz
in Fig. 7). Die Spi2 spi2-cDNA codiert für das Protein "alpha-1-
antichymotrypsin-like protein EB22/4" (PIR: JH0494), dessen funktionelle
Variante im Mensch "alphal-antichymotrypsin" ist (Datenbankeinträge: Protein:
PIR: E55627, cDNA: EMBL: K01500 (SEQ ID Nr. 71)). Die funktionellen
Varianten des Proteins in Maus und Mensch haben ca. 60% Sequenzhomologie.
Entsprechende Analysen wurden mit allen anderen ermittelten cDNA Fragmenten
durchgeführt und eine Liste der gefundenen Datenbankeinträge erstellt (Fig. 4
bis 6).
Die differentielle Expression der Gene wurde mit Hilfe des "RNAse Protection
Assays" verifiziert. Der Test wurde wie in der Literatur beschrieben durchgeführt
(Sambrook et al., supra Kapitel 7, Seite 7.71 bis 7.78; Werner et al., 1992; Growth
Factors and Receptors: A Practical Approach 175-197, Werner, 1998, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 89: 6896-6900). Es wurde in vitro transkribierte und radioaktiv
markierte Gegenstrang RNA der isolierten Klone als Hybridisierungssonde
eingesetzt. Als interne Kontrolle diente eine Gegenstrang RNA Sonde der
murinen GAPDH-cDNA (Länge des Transkripts ohne Vektorsequenz: 120
Basenpaare, Fig. 9), kloniert in pBluescript II KS (+) (Stratagene) mit Hilfe der
Restriktionsendonukleasen XbaI und HindII. Dieses Plasmid wurde vor der
Transkription mit XhoI linearisiert. Die Plasmide der klonierten cDNA-Fragmeten
der identifizierten cDNAs wurden ebenfalls vor der Transkription mit
Restriktionsendonukleasen linearisiert. So wurde beispielsweise der spi2 Klon mit
HindIII linearisiert (Länge des Transkripts ohne Vektorsequenz: 322 Basenpaare,
Fig. 7). Die Transkriptionen wurde mit T7 Polymerase (Roche Diagnostics,
Mannheim) in Gegenwart von 32P-UTP (35µCl/Ansatz) (Amersham,
Braunschweig) nach Angaben des Herstellers durchgeführt. Nach einem DNase
Verdau (Boehringer, 40U/Ansatz) wurden die nicht eingebauten Nukleotide mit
Hilfe einer Säulenchromatographie (Pharmacia, Microspin Combi-Pack S200)
nach Angaben des Herstellers entfernt und die Sonden durch eine
Gelelektrophorese und Elution aufgereinigt (Sambrook et al., supra, Kapitel 6,
Seite 6.36 bis 6.48). Für die Hybridisierungsreaktion wurden je ca. 105 CPM des
markierten Transskripts eingesetzt. 20 µg Gesamt-RNA wurden hierfür mit
entsprechenden Mengen Transkript (spezifische Probe spi2 und interne Kontrolle
GAPDH) gefällt, in 30 µl Hybridisierungspuffer (80% entionisiertes Formamid,
400 mM NaCl, 40 mM Pipes pH 4,6, 1 mM EDTA) aufgenommen und über
Nacht bei 42°C hybridisiert. Anschließend wurde ein RNase T1 Verdau
(Boehringer, 200 U/Ansatz) durchgeführt. Nach Inaktivierung der RNase durch
Proteinase K Verdau (Boehringer, 44 µg/Ansatz) und einer Phenolextraktion
wurden die Proben mit Isopropanol nach Standardmethoden (Sambrook et al.,
supra) präzipitiert. Die Proben wurden anschließend gelektrophoretisch auf einem
denaturierendem 5% Acrylamidgel (6M Harnstoff) aufgetrennt. Das Gel wurde
getrocknet und die radioaktiven Signale mit einem Phosphoimager (BioRad,
Quantitiy One®) ausgewertet (Fig. 10).
Eine weitere Verifikation der differentiellen Expression der erfindungsgemäßen
Nukleinsäuren erfolgte über eine real-time RTPCR im ABl Prism 7700 Sequence
Detection System (PE Applied Biosystems). Das Gerät war mit der ABI Prism
7200/7700 SDS-Software Version 1.6.3 (1998) ausgestattet. Der Nachweis von
PCRs Produkten erfolgte während der Amplifikation der cDNA mit Hilfe des
Farbstoffs SYBR Green 1, dessen Fluoreszenz durch Bindung an doppelsträngige
DNA stark erhöht wird (Karlsen et al. 1995, J. Virol. Methods. 55: 153-6; Wittwer
et al., 1997, BioTechniques 22: 130-8, Morrison et al., 1998, BioTechniques 24:
954-62). Basis für die Quantifizierung ist der PCR Zyklus ("threshold cycle", CT-
Wert), der erreicht ist, wenn das Fluoreszenzsignal einen definierten
Schwellenwert übersteigt. Die Auswertung erfolgt in über die A-CT-Methode
(User Bulletin #2, Relative Quantitation of Gene Expression, PE Applied
Biosystems, 1997). Die Abundanzen der cDNAs wurden relativ zu einer
endogenen Referenz (GAPDH) bestimmt. Die Ergebnisse sind in Fig. 8
dargestellt.
Gesamt-RNA wurde wie oben beschrieben aus Haut und Wundgewebe gewonnen
und 1 µg Gesamt-RNA wurde mit dem TaqMan Reverse Transcription Reagents
Kit (PE) nach den Empfehlungen des Herstellers (SYBR Green PCR and RT-PCR
Reagents-Protokol, PE Applied Biosystems, 1998) in einem Thermocycler
(GeneAmp PCR-System 9700, PE) revers transkribiert. Die Primer für die
Amplifikation der Spi2 cDNA (spi2 spi2-Primer 1:
CTGTCCTCTGCTTCCCAGATG (SEQ ID Nr. 67), spi2-Primer 2:
TCCAGTTGTGTCCCATTGTCA (SEQ ID Nr. 68) und der Referenz (GAPDH-
Primer 1: ATCAACGGGAAGCCCATCA (SEQ ID Nr. 69), GAPDH-Primer 2:
GACATACTCAGCACCGGCCT (SEQ ID Nr. 70)) wurden anhand der
erfindungsgemäßen Nukleinsäure und der bekannten Sequenz von GAPDH mit
der Primer-Express-Software für Macintosh PPC Version 1.0 (PE Applied
Biosystems, P/N 402089, 1998) ausgewählt). Für die PCR wurde das SYBR
Green PCR Core Reagents Kit (4304886, PE Applied Biosystems) verwendet. Die
Konzentration der Primer in der PCR wurde zunächst im Bereich von 50 nM bis
600 nM optimiert und die Spezifität der PCR durch Analyse der Länge der
amplifizierten Produkte in einer Agarose-Gel Elekrophorese geprüft.
Anschließend wurde mittels einer Verdünnungsreihe die Effizienz der PCR-
Systeme ermittelt (User Bulletin #2, Relative Quantitation of Gene Expression,
PE Applied Biosystems, 1997). Dabei ergab sich, das für beide cDNAs die
Effizienz der Amplifikation bei 100% lag, d. h. bei jeder 1: 2 Verdünnung der
cDNA wurde ein Zyklus mehr benötigt, um den Fluoreszensschwellenwert zu
überschreiten.
Für die Quantifizierung wurden je Ansatz cDNA aus 10 ng revers transkribierter
Gesamt-RNA in einem Gesamtvolumen von 25 µl amplifiziert. Die
Laufbedingungen für die PCR entsprachen den Angaben des Herstellers (PE
Applied Biosystems, SYBR Green PCR and RT-PCR Reagents Protocpl, 1998).
Die Ct Werte wurden analysiert und die Abundanz von spi2 wurde berechnet.
Auch mit dem zweiten Assay konnte die Induktion von spi2 in gut heilenden
Wunde, die Reduktion der Induktion in schlecht heilenden Wunden
Dexamethason behandelter Tiere und die Reduktion der Expression in intakter
Haut von Dexamethason behandelten Tieren bestätigt werden. Die leichten
Abweichungen der absoluten Werte sind auf die unterschiedlichen Testsysteme
zurückzuführen.
Um die cDNA Sequenz von spi2 zu verifizieren, wurden anhand der
Datenbanksequenz Oligonukleotide synthetisiert (Primer 1:
ACTGCAGAACACAGAAGATGGCTTTCATTG (SEQ ID Nr. 71), Primer 2:
CCGGGAAGAAGCGTCAACACTTGGGGAGTT (SEQ ID Nr. 72)). Mit diesen
Primern wurde mit Hilfe des "Advantage cDNA PCR Kit" startend von Maus
Wund-cDNA (s.o.) der kodierende Bereich der cDNA von spi2 (Fig. 7)
amplifiziert. Die PCR Reaktion wurde nach Angaben des Herstellers angesetzt
und die Amplifikation erfolgte für 40 Zyklen (30" 94°C, 30" 64°C, 1,5' 72°C)
wobei die Denaturierungszeit im ersten Zyklus auf 1,5 Minuten und die
Synthesezeit im letzten Zyklus auf 6,5 Minuten ausgedehnt wurde. Das PCR
Produkt (1309 bp) wurde über Agarose- Gelelektrophorese gereinigt (Sambrook et
al., supra) und mit Hilfe des pCR2.1 TOPO Klonierungskits (Invitrogen) nach
Anweisungen des Herstellers in den Vektor pCR2 kloniert. Die Sequenz von 3
unabhängigen Klonen wurde mit Standardmethoden analysiert und die
Konsensussequenz mit Hilfe des Programms SeqMan2 (s.o.) bestimmt (Fig. 11).
Dabei zeigte sich, das die hier bestimmte cDNA Sequenz in Wundgewebe leicht
von der veröffentlichten Sequenz (Inglis et al., 1991, Gene 106: 213-20) abweicht,
ebenso wie die kodierten Proteine beider Sequenzen (Fig. 12). Beide Polypeptide
haben vergleichbare Homologiegrade von 60% zur menschlichen Sequenz, so daß
davon ausgegangen werden kann, daß die Polypeptide funktionellen Varianten des
Gens darstellen. Gründe für die Abweichung könnten in dem unterschiedlichen
Ausgangsmaterial für die cDNA Synthese (Wundgewebe versus Kondrozyten
Zellinie) oder in unterschiedlichen Allelen des Gens im Spender begründet liegen.
Mit der veröffentlichten Proteinsequenz von mKAP13 (Aoki et al., 1998, J. Invest.
Dermatol. 111, 804-9) wurden die menschliche EST-Datenbank GenBank dbest
(Benson et al., supra) mit Hilfe des BLAST Programms (Altschil et al., supra)
nach homologen Sequenzen durchsucht. Es fanden sich vier Sequenzeinträge
(W76571, W72002, AA055832 und AA055833) die mit dem Maus mKAP13
und/oder mit den gefundenen ESTs Ähnlichkeiten aufwiesen. Aus den vier
Sequenzen wurde mit Hilfe des Programms SeqMan die Konsensussequenz
ermittelt und PCR Primer konstruiert
(AACTCAGCTGAACTCACATCTCCCGTCAAC (SEQ ID Nr. 73) und
GTCTGAAAGAACTAGCCTGTCCAGCCAGTA (SEQ ID Nr. 74). Mit diesen
Primern wurde wie oben beschrieben (siehe Beispiel 6) mit Hilfe der PCR aus
cDNA, die aus intakter menschlicher Haut gewonnen wurde (siehe Beispiel 1),
das menschliche Homolog von mKAP 13 amplifiziert, kloniert und sequenziert
(Fig. 12). Dabei ergab sich, daß durch die allgemein bekannte schlechte Qualität
der EST Sequenzen, die tatsächliche Sequenz deutlich von der durch die EST-
Assemblierung vorhergesagte Sequenz abwich, so daß die Auswahl der Primer
sehr kritisch für den Erfolg der Klonierung war.
Claims (32)
1. Verwendung mindestens eines Polypeptids oder funktioneller Varianten
davon oder Teile davon mit mindestens 6 Aminosäuren, vorzugsweise mit
mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere mit mindestens 12 Aminosäuren
gemäß einer der SEQ ID Nr. 1 bis SEQ ID Nr. 9 oder dieses kodierende
Nukleinsäuren, funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit
mindestens 8 Nukleotiden, vorzugsweise mit mindestens 18 Nukleotiden,
insbesondere mit mindestens 24 Nukleotiden zur Diagnose und/oder
Behandlung von Erkrankungen oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen.
2. Verwendung mindestens eines Polypeptids oder funktioneller Varianten
davon oder Teile davon mit mindestens 6 Aminosäuren, vorzugsweise mit
mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere mit mindestens 12 Aminosäuren
gemäß einer der SEQ ID Nr. 10 bis SEQ ID Nr. 50 und SEQ ID Nr. S5 bis
SEQ ID Nr. 58 oder dieses kodierende Nukleinsäuren, funktioneller
Varianten davon oder Teile davon mit mindestens 8 Nukleotiden,
vorzugsweise mit mindestens 18 Nukleotiden, insbesondere mit mindestens
24 Nukleotiden zur Diagnose und/oder Behandlung von Hauterkrankungen
und/oder Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen.
3. Verwendung eines Polypeptids oder funktioneller Varianten davon oder
Teile davon mit mindestens 6 Aminosäuren, vorzugsweise mit mindestens 8
Aminosäuren, insbesondere mit mindestens 12 Aminosäuren gemäß einer
der SEQ ID Nr. 51 bis SEQ ID Nr. 54 oder seiner kodierenden
Nukleinsäure, funktioneller Varianten davon oder Teile davon mit
mindestens 8 Nukleotiden, vorzugsweise mit mindestens 18 Nukleotiden,
insbesondere mit mindestens 24 Nukleotiden zur Diagnose und/oder
Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen.
4. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Nukleinsäure eine DNA oder RNA, vorzugsweise
eine DNA, insbesondere eine doppelsträngige DNA ist.
5. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sequenz der Nukleinsäure mindestens ein Intron
und/oder eine polyA-Sequenz aufweist.
6. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 5 in Form
ihrer antisense-Sequenz.
7. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Nukleinsäure synthetisch hergestellt worden ist.
8. Verwendung eines Polypeptids nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Polypeptid synthetisch hergestellt worden ist.
9. Verwendung eines Polypeptids nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Polypeptid ein Fusionsprotein ist.
10. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur
Herstellung eines Vektors, vorzugsweise in Form eines Plasmids, shuttle
Vektors, Phagemids, Cosmids, Expressionsvektors oder gentherapeutisch
wirksamen Vektors.
11. Verwendung einer Nukleinsäure nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur
Herstellung eines knock-out Genkonstrukts oder einer Expressionskassette.
12. Wirtszelle, transformiert mit einem Vektor oder einem knock-out
Genkonstrukts nach einem der Ansprüche 10 oder 11.
13. Wirtszelle nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um eine
Hautzelle handelt.
14. Transgene embryonale nichtmenschliche Stammzelle, dadurch
gekennzeichnet, daß sie ein knock-out Genkonstrukt oder eine
Expressionskassette nach Anspruch 11 enthält.
15. Verfahren zur Herstellung eines transgenen nichtmenschlichen Säugetiers,
dadurch gekennzeichnet, daß eine embryonale nichtmenschliche Stammzelle
nach Anspruch 14 zu einem transgenen nichtmenschlichen Säugetier
regeneriert wird.
16. Transgenes nichtmenschliches Säugetier, dadurch gekennzeichnet, daß sein
Genom ein knock-out Genkonstrukt oder eine Expressionskassette nach
Anspruch 11 enthält.
17. Verfahren zur Herstellung eines Polypeptids zur Diagnose und/oder
Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder
Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen in einer geeigneten Wirtszelle,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Nukleinsäure nach einem der Ansprüche
1 bis 7 exprimiert wird.
18. Verfahren zur Herstellung eines Fusionsproteins zur Diagnose und/oder
Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder
Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen in einer geeigneten Wirtszelle,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Nukleinsäure nach einem der Ansprüche
1 bis 7 exprimiert wird.
19. Verfahren zur Herstellung eines Antikörpers, vorzugsweise eines
polyklonalen oder monoklonalen Antikörpers zur Diagnose und/oder
Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder
Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Antikörper produzierender Organismus mit einem Polypeptid oder
funktionelle Äquivalente davon oder Teile davon mit mindestens 6
Aminosäuren, vorzugsweise mit mindestens 8 Aminosäuren, insbesondere
mit mindestens 12 Aminosäuren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 8
oder 9 immunisiert wird.
20. Antikörper zur Diagnose und/oder Behandlung von Erkrankungen,
insbesondere Hauterkrankungen oder Behandlung bei der Wundheilung oder
zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen, dadurch
gekennzeichnet, daß er gegen ein Polypeptid nach einem der Ansprüche 1
bis 3 und 8 oder 9 gerichtet ist.
21. Verwendung eines Antikörpers nach Anspruch 20 zur Diagnose und/oder
Behandlung von Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder
Behandlung bei der Wundheilung oder zur Identifizierung von
pharmakologisch aktiven Substanzen.
22. Verfahren zur Herstellung eines Diagnostikums zur Diagnose von
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei
der Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens ein Antikörpers
nach einem der vorgenannten Ansprüche zusammen mit geeigneten Zusatz-
und Hilfsstoffen kombiniert wird.
23. Diagnostikum zur Diagnose von Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung, dadurch
gekennzeichnet, daß es mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein
Polypeptid oder mindestens einen Antikörper nach einem der vorgenannten
Ansprüche, gegebenenfalls zusammen mit geeigneten Zusatz- und
Hilfsstoffen, enthält.
24. Diagnostikum nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß es eine
Sonde, vorzugsweise eine DNA-Sonde, enthält.
25. Verfahren zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei
der Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens ein Antikörpers
nach einem der vorgenannten Ansprüche zusammen mit geeigneten Zusatz-
und Hilfsstoffen kombiniert wird.
26. Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung, dadurch
gekennzeichnet, daß es mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein
Polypeptid oder mindestens einen Antikörper nach einem der vorgenannten
Ansprüche, gegebenenfalls zusammen mit geeigneten Zusatz- und
Hilfsstoffen, enthält.
27. Verwendung eines Arzneimittels nach Anspruch 26 zur Behandlung von
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei
der Wundheilung.
28. Verfahren zur Herstellung eines Tests zur Auffindung funktioneller
Interaktoren in Zusammenhang mit Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei der Wundheilung, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein
Polypeptids oder mindestens ein Antikörpers nach einem der vorgenannten
Ansprüche zusammen mit geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen kombiniert
wird.
29. Test zur Identifizierung funktioneller Interaktoren in Zusammenhang mit
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen und/oder Erkrankungen bei
der Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß er mindestens eine
Nukleinsäure, mindestens ein Polypeptid oder mindestens einen Antikörper
nach einem der vorgenannten Ansprüche, gegebenenfalls zusammen mit
geeigneten Zusatz- und Hilfsstoffen, enthält.
30. Verfahren zur Herstellung eines auf einem Trägermaterial fixierten Arrays
zur Analyse in Zusammenhang mit Erkrankungen, insbesondere
Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei der Wundheilung, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eine Nukleinsäure, mindestens ein
Polypeptid oder mindestens ein Antikörper oder Antikörperfragment nach
einem der vorgenannten Ansprüche auf einem Trägermaterial fixiert wird.
31. Auf einem Trägermaterial fixiertes Array zur Analyse in Zusammenhang
mit Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei
der Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens eine
Nukleinsäure und/oder mindestens ein Polypeptid und/oder oder mindestens
einen Antikörper oder Antikörperfragment nach einem der vorgenannten
Ansprüche enthält.
32. DNA-Chip und/oder Protein-Chip zur Analyse in Zusammenhang mit
Erkrankungen, insbesondere Hauterkrankungen oder Erkrankungen bei der
Wundheilung, dadurch gekennzeichnet, daß er mindestens eine
Nukleinsäure und/oder mindestens ein Polypeptid und/oder oder mindestens
einen Antikörper oder Antikörperfragment nach einem der vorgenannten
Ansprüche enthält.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999155349 DE19955349A1 (de) | 1999-11-17 | 1999-11-17 | Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen |
| EP00124303A EP1114862A3 (de) | 1999-11-17 | 2000-11-15 | Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen |
| CA002325226A CA2325226A1 (en) | 1999-11-17 | 2000-11-16 | Use of polypeptides or nucleic acids encoding these for the diagnosis or treatment of skin disorders, and their use for the identification of pharmacologically active substances |
| JP2000351811A JP2001292783A (ja) | 1999-11-17 | 2000-11-17 | 皮膚疾患の診断または治療のためのポリペプチドまたはこれらをコードする核酸の使用、および薬理学上活性な物質を同定するためのそれらの使用 |
| AU71684/00A AU7168400A (en) | 1999-11-17 | 2000-11-17 | Use of polypeptides or nucleic acids encoding these for the diagnosis or treatment of skin disorders, and their use for the identification of pharmacologically active substances |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1999155349 DE19955349A1 (de) | 1999-11-17 | 1999-11-17 | Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen |
Publications (1)
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| DE1999155349 Ceased DE19955349A1 (de) | 1999-11-17 | 1999-11-17 | Verwendung von Polypeptiden oder diese kodierende Nukleinsäuren zur Diagnose oder Behandlung von Hauterkrankungen sowie ihre Verwendung zur Identifizierung von pharmakologisch aktiven Substanzen |
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Families Citing this family (1)
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Citations (4)
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|---|---|---|---|---|
| WO1997025969A1 (en) * | 1996-01-19 | 1997-07-24 | The University Of Michigan | Method of inhibiting photoaging of skin |
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2000
- 2000-11-17 AU AU71684/00A patent/AU7168400A/en not_active Abandoned
Patent Citations (4)
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|---|---|---|---|---|
| US5658792A (en) * | 1990-11-14 | 1997-08-19 | The United States Of America As Represented By The Department Of Health And Human Services | Antiproliferative protein |
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Non-Patent Citations (7)
| Title |
|---|
| Abstr. 1995:39962 BIOSIS * |
| Abstr. 95090364 EMBASE * |
| Abstr. 96159014 EMBASE * |
| Abstr. MEDLINE 95092564 * |
| Abstr. MEDLINE 99015292 * |
| Chem. Abstr. 125:325135 (1996) * |
| Chem. Abstr. 131:332772 (1999) * |
Also Published As
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