DE19955196A1 - Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von Tabletten - Google Patents
Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von TablettenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von Tabletten, insbesondere von Waschmitteltabletten oder dgl., auf Tablettiermaschinen mit rechnergesteuert über Stellmotore verstellbaren Druckrollen. DOLLAR A Die Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes Verfahren zu entwickeln, mit dem die Herstellung von Tabletten in engsten Gewichtsgrenzen und mit deutlich reduzierten Bruchhärteschwankungen gewährleistet wird, wird dadurch gelöst, daß DOLLAR A - von jedem einzelnen Preßvorgang die Fläche unter der Preßkraftkurve im zeitlichen Ablauf ermittelt wird, DOLLAR A - die ermittelten Werte der einzelnen Preßvorgänge zu einem gleitenden Mittelwert berechnet werden, DOLLAR A - der berechnete gleitende Mittelwert als Verstellgröße für die Dosierung eingesetzt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Konstanthalten
der Bruchhärte von Tabletten, insbesondere von
Waschmitteltabletten oder dgl. bei Tablettiermaschinen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine der Hauptforderungen bei der Herstellung von
Tabletten ist die Erzielung eines möglichst konstanten
Tablettengewichts. Vorausgesetzt, daß die Tabletten
steghöhe konstant ist, ergibt sich eine direkte
Korrelation zwischen dem Tablettengewicht und der
notwendigen Preßkraft zur Herstellung der Tablette.
Diese Eigenschaft wird von den meisten Herstellern von
Tablettiermaschinen dazu genutzt, um das Tabletten
gewicht in engsten Toleranzgrenzen zu halten, indem die
Preßkraft zur Regelung der Dosierung als Führungsgröße
dient. Kleinste Schwankungen der Preßkraft führen zu
unterschiedlichen Dichten innerhalb des Tabletten
gefüges, was sich wiederum auf die Bruchhärte der
einzelnen Tablette auswirkt.
Für einige Anwendungsfälle, zum Beispiel in der
Waschmittelindustrie, ist es wichtig, daß die Tabletten
nicht nur ein konstantes Gewicht aufweisen, sondern
auch eine konstante Bruchhärte, da sie die Auflösezeit
während des Waschvorganges bestimmt. Die Tabletten
bruchfestigkeit wird im wesentlichen durch die Tablet
tendichte bestimmt.
Für die Steuerung der Preßkraft ist die Hauptdruck
station einer Tablettiermaschine von ausschlaggebender
Bedeutung. Die Hauptdruckstationen von Tablettierma
schinen lassen sich auf drei Konstruktionsprinzipien
zurückführen, nach denen die Druckrollen in ihrer
Position voreingestellt werden können.
Die Verstellung der Druckrollen zueinander hat jeweils
eine Änderung der Tablettensteghöhe zur Folge.
Aus der DE-OS 26 23 737 ist eine Drucküberwachung bei
Tablettenpressen bekannt, bei der während des Preß
vorganges kein Ausweichen der Druckrollen vorgesehen
ist. Mit den voreingestellten Druckrollen wird eine
Tablette gepreßt, danach geprüft, und bei Erfüllung der
vorgegebenen Parameter wird die daraus resultierende
aufgetretene und gemessene maximale Preßkraft als
Optimalwert festgelegt.
Aus der EP 0 204 266 A1 ist ein Verfahren zur Steuerung
der Druckrollen einer Rundläufer-Tablettiermaschine
bekannt, bei dem bei Überschreitung einer vorein
gestellten maximalen Preßkraft ein Ausweichen der
Hauptdruckrollen vorgesehen ist. Eine Hauptdruckrolle
ist mit einem rechnergesteuerten Stellmotor versehen,
mit dem der Abstand zwischen den Hauptdruckrollen
zueinander verändert wird, wenn an den Vordruckrollen
eine unzulässig hohe Preßkraft gemessen wird. Damit
verbunden wird in den meisten Fällen die Presse
gestoppt, um den Werkzeugschutz zu gewährleisten.
In der DE-OS 25 50 680 wird eine Einrichtung zur
Kontrolle des Gewichts von Tabletten während der
Herstellung beschrieben, um das Tablettengewicht
konstant zu halten. Dazu wird die Druckrolle mit einem
Pneumatikzylinder verbunden. Der beaufschlagte Druck
wird entsprechend den Herstellungsbedingungen der
Tablette eingestellt. Die Druckrolle kann, je nach
beaufschlagtem Druck im Pneumatikzylinder, im Bedarfs
fall eine Ausweichbewegung vornehmen. Der bei der
Ausweichbewegung zurückgelegte Weg dient als Regelgröße
der Dosierung. Durch die vorhandene Trägheit der Masse
kann diese Lösung nur für einen begrenzten unteren
Drehzahlbereich eingesetzt werden. Die Einstellung des
pneumatischen Druckes am Pneumatikzylinder erfolgt
zudem manuell und ist stark von der Erfahrung und dem
Geschick des Einstellenden abhängig. Die Qualität der
Regelung hängt im wesentlichen von dieser Einstellung
ab. Durch das eventuelle Ausweichen der Druckrolle
während des Preßvorganges wird als Nebenergebnis eine
im Verhältnis zu anderen Verfahren konstantere Dichte
erreicht. Nachteilig ist es jedoch, daß dabei Tabletten
unterschiedlicher Steghöhe entstehen, was bei einigen
Produkten unerwünscht ist.
Es ist weiterhin bekannt, daß ein Zusammenhang zwischen
der Druckhaltezeit (Preßkraftverlauf) zur Erstellung
einer Tablette und der daraus resultierenden
Tablettenhärte besteht (I. M. Newton and al.: "Computer
analysis of the relation between tablet strength and
compaction pressure", Journal of Pharm. . . . . 23 (1971) 19;
E. N. Hiestand and al.: "Tensile Strength of Compressed
Powders and an Example of Incompatibility as End-Point
an Shear Yield Locus", Journal of Pharmaceutical
Sciences 63, 605 (1974), S. 73ff.). Die Bruchhärte steht
im Zusammenhang mit der Preßkraft und der verwendeten
Preßzeit. So kann eine gleiche Tablettenhärte bei
kürzeren Preßzeiten erzielt werden, indem der Preßdruck
erhöht wird. Diesem Verfahren sind natürliche Grenzen
gesetzt. Um also die Druckhaltezeit zu beeinflussen,
stehen zur Zeit drei bekannte Verfahren zur Verfügung:
- 1. Veränderung der Stempelkopfformen, damit ein möglichst großes Plateau entsteht und die Verweil dauer des Stempels unter der Druckrolle möglichst lang ist. In der pharmazeutischen Industrie kommen normierte Stempel zur Anwendung. Durch die Änderung der Stempelkopfform können die bereits vorhandenen Stempel nicht mehr benutzt werden. Dadurch entstehen Mehrkosten für die Anwender durch das Bereithalten verschiedener Stempeltypen.
- 2. Reduzierung der Tischdrehzahl mit dem Effekt, daß die Druckhaltezeit vergrößert wird. Durch die Reduzierung der Tischdrehzahl ergibt sich als Nachteil eine geringere Ausstoßleistung. Dies ist gleichbedeutend mit einer geringeren Produktivität und mit steigenden Kosten.
- 3. Installation von Druckhalteschienen zwischen der Vor- und der Hauptdruckstation, um somit notfalls Einfluß auf die Druckhaltezeit auszuüben.
Mit diesen Verfahren ist es möglich, auf die Tabletten
bruchfestigkeit Einfluß zu nehmen, jedoch nicht auf die
Steuerung der Bruchhärteschwankungen. Der Grund für
hohe Streuungen ist darin begründet, daß sich kleinste
Volumenschwankungen bei konstanter Steghöhe signifikant
auf die Bruchhärte auswirken. Die typische relative
Standardabweichung beträgt < 15%.
Aus der EP 0 87 38 55 A2 ist es bekannt, bei der
Herstellung von Preßlingen aus Hartmetall oder dgl.
geteilte Preßwerkzeuge zu verwenden, um den
verstellbaren Stempelteil so zu verstellen, daß eine
Anpassung an ein aufgezeichnetes und in einem Rechner
gespeichertes Kraft-Weg-Diagramm ermöglicht und somit
eine möglichst homogene Struktur bei Preßlingen
erreicht wird.
Aus der DE 198 28 004.1 ist es weiterhin bekannt, durch
die Begrenzung der maximalen Preßkraft während des
Komprimierens jeder Tablette durch die Verstellung der
Hauptdruckrolle in Abhängigkeit von der Preßkraft
während des Preßvorgangs, eine konstante Dichte und
eine deutliche Reduzierung der Bruchhärteschwankungen
zu erreichen. Als Folge der Verstellung wird nicht nur
eine konstante Preßkraft, sondern auch eine
Verlängerung der Druckhaltezeit erzielt. Die Druckrolle
wird während des Komprimierungsprozesses sowohl in
positiver als auch in negativer Richtung verstellt. Die
Folge der verlängerten Druckhaltezeit ist auch, daß die
Tabletten bei gleicher Ausstoßleistung mit einer
geringeren Preßkraft hergestellt werden können.
Versuchsreihen haben gezeigt, daß eine Korrelation
besteht auch zwischen der im zeitlichen Ablauf des
Preßvorganges gebildeten Fläche unter der
Preßkraftkurve und der Bruchhärte einer Tablette.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes
Verfahren zu entwickeln, mit dem die Herstellung von
Tabletten in engsten Gewichtsgrenzen und mit deutlich
reduzierten Bruchhärteschwankungen gewährleistet wird.
Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 3. Beim erfindungsgemäßen Verfahren
wird von jedem einzelnen Preßvorgang die Fläche unter
der Preßkraftkurve im zeitlichen Ablauf ermittelt, die
ermittelten Werte der einzelnen Preßvorgänge werden zu
einem gleitenden Mittelwert berechnet, der berechnete
gleitende Mittelwert wird als Verstellgröße für die
Dosierung eingesetzt.
Zum Konstanthalten der Bruchhärte von Tabletten ist
erfindungsgemäß des weiteren vorgesehen, daß aus der
Drehzahl der Tablettiermaschine und/oder aus der
maximalen Preßkraft und/oder aus der zur Herstellung
der Tablette notwendigen Fläche unter der
Preßkraftkurve (notwendige Arbeit) mindestens eine
resultierende Stellgröße ermittelt wird, mit der die
Dosierung und/oder die Steghöhe verstellt werden.
Der Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung besteht
insbesondere darin, daß durch die ständige Anpassung
der Dosierung bzw. der Druckrollen Chargenschwankungen
ausgeglichen werden, so daß eine reproduzierbare
Qualität gewährleistet werden kann.
Zweckmäßige Ausführungsformen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen beschrieben.
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Beim Pressen von Tabletten, bei denen die definierte
Tablettenbruchfestigkeit von erhöhter Bedeutung ist, um
zum Beispiel ein möglichst zuverlässiges und schnelles
Auflösen in einem flüssigen Medium und gleichzeitig die
Transportfähigkeit sowie das Handling der Tablette zu
gewährleisten, spielt es eine große Rolle, die Preß
kraft über eine möglichst definierte Druckhaltezeit
konstant zu halten.
Es spielt weiterhin eine große Rolle, eine ständige
Anpassung der Dosierung bzw. der Druckrollen zu
gewährleisten.
Das Verfahren nach der Erfindung sieht dazu vor,
anstelle eine Verstellung der Druckrolle bei jedem
einzelnen Preßvorgang in positiver oder in negativer
Richtung vorzunehmen, die Druckrollen aufgrund des
berechneten gleitenden Mittelwertes zu verstellen, wenn
der gleitende Mittelwert signifikante Veränderungen
anzeigt. Die Verstellung der Druckrollen erfolgt,
sobald ein neuer Wert berechnet wurde, aber nicht mehr
zeitlich synchron zum Preßvorgang.
Durch die Ermittlung des gleitenden Mittelwertes und
seiner Verwendung als Stellgröße können Tendenzen im
Preßvorgang frühzeitig erkannt und ihnen entgegen
gewirkt werden. Es muß nicht mehr auf jeden einzelnen
Preßvorgang reagiert werden, der Prozeß kann über
mehrere Preßvorgänge hinweg beobachtet werden. Die
erforderliche Verstellgeschwindigkeit ist dadurch
herabgesetzt.
Auch die Kombination der maximalen Preßkraft und der
zur Herstellung der Tablette notwendigen Arbeit
(Fläche) kann herangezogen werden. Da die Drehzahl der
Maschine als dritte Variable (zeitlicher Verlauf) eine
nicht unwesentliche Rolle spielt, ist es ebenfalls
möglich, neben der Fläche und der maximalen Preßkraft
auch die Drehzahl (als zeitliche Abfolge) als weiteren
Regelparameter heranzuziehen. Die beiden oder die drei
Werte werden zu einer resultierenden Stellgröße
zusammengefaßt (Fuzzy-Regler), die die Dosierung bzw.
die Steghöhe verstellt. Es ist auch möglich, die beiden
oder die drei Werte zu zwei resultierenden Stellgrößen
zusammenzufassen (Fuzzy-Regler), wobei die eine die
Dosierung und die andere die Steghöhe verstellt.
Die Verstellung der Druckrollen bzw. der Dosierung kann
elektronisch/motorisch zum Beispiel über Exzenter oder
andere Verstellmechanismen erfolgen.
Ein geregeltes magnetisches Feld kann sicherstellen,
daß die Verstellung der Position ohne mechanische
Einwirkung erfolgt.
Die Verstellung ist auch über einen zweiseitig
beaufschlagten Zylinder möglich, indem unterschiedliche
Drücke auf eine linke und rechte Kammer wirken und
durch den Ausgleich eine Verstellung der Druckrolle
ermöglichen. Die unterschiedlichen Druckverhältnisse
sind somit die Stellgröße.
Claims (5)
1. Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von
Tabletten, insbesondere von Waschmitteltabletten
oder dgl., auf Tablettiermaschinen mit rechner
gesteuert über Stellmotore verstellbaren Druck
rollen,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - von jedem einzelnen Preßvorgang die Fläche unter der Preßkraftkurve im zeitlichen Ablauf ermittelt wird,
- - die ermittelten Werte der einzelnen Preßvorgänge zu einem gleitenden Mittelwert berechnet werden,
- - der berechnete gleitende Mittelwert als Verstellgröße für die Dosierung eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der ermittelte gleitende Mittelwert der Flächen
unter der Preßkurve als Verstellgröße für die
Verstellung der Hauptdruckrollensteghöhe verwendet
wird bzw. um die Dosierung mit den bekannten Mitteln
zu verstellen.
3. Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von
Tabletten, insbesondere von Waschmitteltabletten
oder dgl., auf Tabletiermaschinen mit
rechnergesteuert über Stellmotore verstellbaren
Druckrollen,
dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Drehzahl der Tablettiermaschine und/oder aus
der maximalen Preßkraft und/oder aus der zur
Herstellung der Tablette notwendigen Fläche unter
der Preßkraftkurve (notwendige Arbeit) zu mindestens
einer resultierenden Stellgröße zusammengefaßt
werden, mit der die Dosierung und/oder die Steghöhe
verstellt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Stellgrößenbestimmung ein Fuzzy-Regler
eingesetzt wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verstellung der Dosierung und/oder der Steghöhe
elektronisch/motorisch wie über einen Exzenter, ein
geregeltes Magnetfeld, einen zweiseitig
beaufschlagten Zylinder vorgenommen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999155196 DE19955196A1 (de) | 1999-11-16 | 1999-11-16 | Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von Tabletten |
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19955196A1 true DE19955196A1 (de) | 2001-05-23 |
Family
ID=7929281
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999155196 Ceased DE19955196A1 (de) | 1999-11-16 | 1999-11-16 | Verfahren zum Konstanthalten der Bruchhärte von Tabletten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19955196A1 (de) |
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