DE19953821C2 - Ionenquelle für die Elementanalytik an einer festen Werkstoffprobe - Google Patents
Ionenquelle für die Elementanalytik an einer festen WerkstoffprobeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Ionenquelle für die
Elementanalytik an einer festen Werkstoffprobe mittels Analyse
der Ionen des Plasmas einer Niederdruckgasentladung.
Zur elementanalytischen Untersuchung von festen
Werkstoffproben sind neben anderen Verfahren die optische
Glimmentladungsspektroskopie (GD-OES) und die Glimmentladungs-
Massenspektroskopie (GD-MS) bekannt.
Hierbei werden Ionenquellen eingesetzt, in denen zwischen zwei
Elektroden in einem Arbeitsgas ein Plasma gezündet wird, wobei
Material der auf Kathodenpotential liegenden Werkstoffprobe
durch Sputtern in das Plasma eingetragen wird, welches
anschließend massenspektrometrisch analysiert wird
(N. Jakubowski, D. Stuewer, G. Toelg, Int. J. Mass Spectrom. Ion
Proc. 71 (1986), 183 [1]; DE 15 89 389 A1 [2]; Y. Shao and G.
Horlick, Spectrochim. Acta, Vol. 46B, No. 2, 165-174
(1991) [3]; EP 0 448 061 A2 [4]; JP 8-210 979 A [5]).
In [2] ist eine Ionenquelle für die Spektralanalyse
beschrieben, die aus einer Kammer zur Aufnahme der zu
analysierenden Werkstoffprobe besteht, wobei die Kammer einen
Einlasskanal und einen Absaugkanal für ein Arbeitsgas
aufweist. Der Absaugkanal mündet in der Kammer nahe der
Werkstoffprobe. Die Kammer ist mit einer Kathode und einer
zylinderförmigen hohlen Anode ausgestattet, mit denen über der
Werkstoffprobe ein Plasma erzeugt wird. Die Kammer ist an
ihrem der Werkstoffprobe abgewandten Ende mit einem
lichtdurchlässigen Fenster für die Spektrometrie des Plasmas
ausgestattet. Dabei ist zur Vermeidung von Verunreinigungen
des Fensters die Zufuhr des Arbeitsgases vom Fenster hin zur
Werkstoffprobe realisiert.
Bei der GD-MS gelangen die Ionen über ein meist
differentielles Pumpsystem durch eine der Werkstoffprobe
gegenüberliegende ca. 1 mm große Öffnung. Die Größe dieser
Öffnung und der in der Quelle herrschende Druck bestimmen den
sich im Massenspektrometer einstellenden Druck. Durch das
benötigte hohe Vakuum im Massenspektrometer müssen daher bei
hohen Drücken kleine Öffnungen verwendet werden.
Der Druck des Arbeitsgases innerhalb der Quelle bestimmt
sowohl bei der GD-OES als auch bei der GD-MS neben der Art der
verwendeten Werkstoffprobe wesentlich den sich bei einer
bestimmten Spannung einstellenden Entladungsstrom. Innerhalb
eines weiten Arbeitsbereiches vergrößert sich mit steigendem
Druck die Entladungsleistung und damit die
Erosionsgeschwindigkeit.
Eine hohe Erosionsrate ist erforderlich, um möglichst schnell
in das Probeninnere vorzudringen und damit effektiv
tiefenaufgelöste Analysen durchführen zu können bzw.
oberflächliche Verunreinigungen durch das sogenannte
Vorsputtern schnell zu beseitigen. Durch die Variation des
Druckes kann außerdem die Form des Kraterprofiles in Richtung
einer hohen Tiefenauflösung optimiert werden.
Falls der Abstand zwischen den Elektroden kleiner ist als die
mittlere freie Weglänge der Atome des Entladungsgases wird
dort die Entladung begrenzt. Kleinere Abstände als ca. 0,1 mm
können nicht verwendet werden, da die Re-Deposition des
abgetragenen Probenmaterials auf der Probenoberfläche schnell
zu Kurzschlüssen führt.
In kommerziellen und sämtlichen aus anderer Literatur bekannt
gewordenen Anlagen auf dem Gebiet der GD-MS wird der Abstand
zwischen den Elektroden der Entladungsquelle, d. h. zwischen
Werkstoffprobe und Anode klein, typischerweise ≦ 0,5 mm
gehalten. Nahezu ausschließlich werden bisher beide Elektroden
in Probennähe durch isolierendes Material getrennt. Bei
Steigerung der Leistung durch Erhöhung des Druckes kommt es in
diesem Bereich zu Instabilitäten durch Überschläge und damit
auch zur Verunreinigung des Plasmas. Das trifft sowohl für die
bekannten Stäbchen- oder Pinquellen als auch für die
Flachquellen zu.
In [1] und [3] wurden zylindrische Anoden angewendet, bei
denen die materielle Begrenzung zwischen Anode und Kathode
nicht in der Nähe der Werkstoffprobe, sondern im Außenbereich
der Quelle erfolgt. Auf die effektive Evakuierung des Raumes
zwischen der Anode und der Kathodenplatte gemäß [2] wurde
jedoch in beiden Fällen verzichtet.
Vielmehr wird z. B in [3] sogar durch diesen Spalt das
Arbeitsgas in der Quelle eingelassen, was zu einer lokalen
Druckerhöhung an dieser Stelle führt. Die bei dieser Quelle
vorhandenen Absaugungen dienen ausschließlich dem Evakuieren
der Quelle vor der Analyse und werden während der Analyse
geschlossen.
Die Bestimmung niedrigster Elementkonzentrationen im Bereich
von 10-9 µg/g erfordert die Messung sehr hohe Ionenintensitäten
des Hauptelementes im Bereich von 1010 Ionen/s. Versuche haben
ergeben, dass sich das Evakuieren des Zwischenraumes zwischen
den Elektroden negativ auf den ins Massenspektrometer
überführten Ionenstrom auswirkt. Höhere Gasdrücke und die
damit verbundenen höheren Leistungen führen bei konstanter
Spannung zwischen den Elektroden trotz einer erhöhten
Sputterrate der Probe nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der
in das Massenspektrometer überführten Teilchen und somit des
analytischen Signals. Obwohl in der Literatur bisher nicht
beschrieben, kann daraus geschlußfolgert werden, dass der
nicht zum Massenspektrometer gerichtete Gasstrom zwischen den
Elektroden den Transport der Ionen der Probe zum
Massenspektrometer behindert.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass alle bisher
bekannten Ionenquellen der GD-MS gegenüber der GD-OES in einem
vergleichsweise niedrigen Druck- bzw. Leistungsbereich
arbeiten. Typisch für GD-OES sind bei Ø8 mm und 1000 V 100 mA
und in der GD-MS 10 mA. Da die Messung des Druckes in der
Entladungsquelle meist nicht exakt ist und die
Entladungsparameter bei einer definierten Werkstoffprobe durch
Spannung und Strom definiert sind, kann auf die genaue Angabe
des Druckes verzichtet werden. Erfahrungsgemäß liegt er in der
GD-OES zwischen 1,33 und 13,33 mbar (1 und 10 Torr) und in der GD-MS eine
Größenordnung niedriger.
Die Erfindung geht von der in [2] beschriebenen Ionenquelle
aus, die aus einer Kammer zur Aufnahme der zu analysierenden
Werkstoffprobe besteht und einen Einlasskanal und einen
Absaugkanal für ein Arbeitsgas aufweist, wobei der Absaugkanal
nahe der Werkstoffprobe in die Kammer mündet, die Kammer mit
einer Kathode und einer zylinderförmigen hohlen Anode
ausgestattet ist, mit denen über der Werkstoffprobe ein Plasma
erzeugt wird, und die an ihrem der Werkstoffprobe abgewandtem
Ende mit einem lichtdurchlässigen Fenster für die
Spektrometrie des Plasmas ausgestattet ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
leistungsfähigere, spektrometrisch universell anwendbare
Ionenquelle für die Elementanalytik zu schaffen.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die
zylinderförmige hohle Anode in ihrem Inneren in axialer
Richtung in zwei Kanäle unterteilt ist, wobei der eine Kanal
mit dem lichtdurchlässigen Fenster abgeschlossen ist, der
andere Kanal an seinem der Werkstoffprobe abgewandten Ende
eine Öffnung für den Austritt der zu analysierenden Ionen in
ein Massenspektrometer aufweist und seitlich der Öffnung ein
zusätzlicher Kanal zum Absaugen von Arbeitsgas in den anderen
Kanal mündet.
In vorteilhafter Weise ist der freie Querschnitt des
zusätzlichen Kanals größer als der Querschnitt der Öffnung für
den Austritt der zu analysierenden Ionen.
Zweckmäßigerweise kann an das lichtdurchlässige Fenster
außerhalb der Quelle ein Lichtleiter angekoppelt ist.
Die erfindungsgemäße Ionenquelle ist sowohl für die optische
Glimmentladungsspektroskopie als auch für die Glimmentladungs-
Massenspektroskopie verwendbar. Mit dieser Ionenquelle ist es
möglich, neben der hohen Stabilität der Entladung bei hohen
Leistungsdichten auch den Ionenstrom um ca. 1 Größenordnung
gegenüber den bekannten Quellen zu steigern. Die
erfindungsgemäße Tonenquelle ist auch für mittels
Hochfrequenz-Spannung angeregte Entladungen anwendbar. Die
Anwendungsfelder der Erfindung sind somit die DC-GD-OES, die
DC-GD-MS, die RF-GD-OES und die RF-GD-MS.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die zugehörige Zeichnung
zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer Tonenquelle.
Die dargestellte Ionenquelle ist sowohl für die optische
Glimmentladungsspektroskopie als auch für die Glimmentladungs-
Massenspektroskopie verwendbar. Sie ist mit einer Anode 1,
einer Kathode 2 und einem Isolator 3 aufgebaut. Das Innere der
Ionenquelle ist mit der an Kathode angeordneten
Werkstoffprobe 4 und Dichtringen 5 und 6 dicht abgeschlossen.
In der Ionenquelle wird über die Oberfläche der
Werkstoffprobe 4 ein Arbeitsgas geleitet, das durch einen
Einlasskanal 7 zugeführt und durch einen Absaugkanal 8
abgeführt wird. Das Arbeitsgas wird zwischen der Anode 1 und
der Kathode 2 gezündet. Dadurch bildet sich ein Plasma 9 aus,
in welches das Material der auf Kathodenpotential liegenden
Werkstoffprobe 4 eingetragen wird.
Der Raum über der Werkstoffprobe 4 ist in zwei Kanäle 10; 11
unterteilt. Der Kanal 10 weist an seinem der Werkstoffprobe 4
abgewandten Ende eine Öffnung 12 auf, durch welche die in der
Ionenquelle gebildeten Ionen für eine massenspektrometrische
Untersuchung austreten können. Vor der Öffnung 12 zum
Massenspektrometer mündet in der Anode 1 ein Kanal 14, durch
den die Ionen während der Durchführung der Analyse in Richtung
auf die Öffnung 12 gesaugt werden. Der Querschnitt der Mündung
des Kanals 14 ist dabei größer bemessen, als der Querschnitt
der Öffnung 12. Auf diese Weise wird, obwohl der Druck des
Arbeitsgases zwischen den Elektroden 1; 2 erniedrigt wird, in
vorteilhafter Weise eine Erhöhung der Entladungsleistung und
eine Erhöhung der mit dem Massenspektrometer gemessenen
Intensität erreicht.
Der Kanal 11 ist mit einem lichtdurchlässigen Fenster 13
abgeschlossen. Durch dieses tritt die vom Plasma 9 ausgehende
Strahlung aus und kann so zur optischen
Glimmentladungsspektroskopie genutzt werden.
Claims (3)
1. Ionenquelle für die Elementanalytik an einer festen
Werkstoffprobe (4) mittels Analyse der Ionen des Plasmas (9)
einer Niederdruckgasentladung, wobei die Ionenquelle aus einer
Kammer zur Aufnahme der zu analysierenden Werkstoffprobe (4)
besteht, die Kammer einen Einlasskanal (7) und einen
Absaugkanal (8) für ein Arbeitsgas aufweist, wobei der
Absaugkanal (8) nahe der Werkstoffprobe (4) in die Kammer
mündet, die Kammer mit einer Kathode (2) und einer
zylinderförmigen hohlen Anode (1) ausgestattet ist, mit denen
über der Werkstoffprobe (4) ein Plasma (9) erzeugt wird, die
Kammer an ihrem der Werkstoffprobe (4) abgewandtem Ende mit
einem lichtdurchlässigen Fenster (13) für die Spektrometrie des
Plasmas (9) ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die
zylinderförmige hohle Anode (1) in ihrem Inneren in axialer
Richtung in zwei Kanäle (10, 11) unterteilt ist, wobei der eine
Kanal (11) mit dem lichtdurchlässigen Fenster (13)
abgeschlossen ist, der andere Kanal (10) an seinem der
Werkstoffprobe (4) abgewandten Ende eine Öffnung (12) für den
Austritt der zu analysierenden Ionen in ein Massenspektrometer
aufweist und seitlich der Öffnung (12) ein zusätzlicher
Kanal (14) zum Absaugen von Arbeitsgas in den anderen
Kanal (10) mündet.
2. Ionenquelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der freie Querschnitt des zusätzlichen Kanals (14) größer ist
als der Querschnitt der Öffnung (12) für den Austritt der zu
analysierenden Ionen.
3. Ionenquelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an
das lichtdurchlässige Fenster (13) außerhalb der Quelle ein
Lichtleiter angekoppelt ist.
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