DE19952235A1 - Kraftfahrzeug mit einer Belüftungsvorrichtung - Google Patents
Kraftfahrzeug mit einer BelüftungsvorrichtungInfo
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Abstract
Um das Handschuhfach (8) eines Kraftfahrzeugs (1) auch ohne Vorhandensein einer Klimaanlage zu kühlen, ist die Belüftungsvorrichtung (5) so mit dem Handschuhfach (8) koppelbar, daß die Belüftungsvorrichtung (5) das Handschuhfach (8) mit Luft versorgt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kraftfahrzeug mit einer Belüftungsvorrichtung für den
Innenraum und mit einem Handschuhfach.
Es ist bekannt, daß sich der Innenraum eines Kraftfahrzeugs durch intensive
Sonneneinstrahlung sehr aufheizen kann. Insbesondere ist der Bereich des
Armaturenbretts betroffen. In der ADAC Motorwelt Heft Juli 1999 Seite 86 wird berichtet,
daß schon bei durchaus üblichen sommerlichen Außentemperaturen von 30 Grad
Celsius das Armaturenbrett sich auf über 70 Grad Celsius aufheizen kann. Die
vorgenannte Literaturstelle berichtet des weiteren über die Gefahren, die bei über 50
Grad Celsius Innentemperatur im Kraftfahrzeug auftreten können: Insbesondere besteht
für Behälter, wie Feuerzeuge, Spraydosen und dergleichen, Explosionsgefahr. Derartige
Behälter finden sich oft in Handschuhfächern, so daß nicht nur auf dem Armaturenbrett,
sondern auch hier, im Handschuhfach, bei erhöhten Temperaturen entsprechende
Gefahr droht.
Aus der Deutschen Offenlegungsschrift 37 39 151 ist es bekannt, einen
Handschuhkasten teils oder ganz als Kühlbox, z. B. für Getränkedosen, zu verwenden,
vorausgesetzt, es ist eine Klimaanlage vorhanden. Hierzu wird vorgeschlagen, von der
Klimaanlage gekühlte Luft in den Handschuhkasten zu leiten. Eine Klimaanlage ist
jedoch nur bei einem relativ kleinen Bruchteil der Kraftfahrzeuge vorhanden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, das
Handschuhfach eines Kraftfahrzeugs zu kühlen, ohne daß hierzu eine Klimaanlage
vorhanden sein muß.
Die Erfindung schlägt hierzu vor, die ohnehin in einem Kraftfahrzeug vorhandene
Belüftungsvorrichtung zu nutzen, indem diese mit dem Handschuhfach derart gekoppelt
wird, daß die Belüftungsvorrichtung auch das Handschuhfach mit Luft versorgt.
Infolge der Nutzung der in aller Regel schon vorhandenen Belüftungsvorrichtung und der
Einbeziehung ihrer Kanäle ist der zusätzliche Aufwand zur Kühlung des Handschuhfachs
äußerst gering. Die Aufheizung des Handschuhfachs mit all ihren möglichen Gefahren
für die Passagiere des Kraftfahrzeugs ist weitgehend und mit geringen Kosten
vermieden.
Die Ankoppelung der Belüftungsvorrichtung an das Handschuhfach kann in vielfältiger,
unterschiedlicher Weise vorgenommen werden. So kann ohne größeren Aufwand das
Handschuhfach eine Ein- und Ausströmöffnung umfassen, so daß das Innere des
Handschuhfachs selbst als durchströmbarer Kanalteil der Belüftungsvorrichtung
ausgebildet ist.
Das Handschuhfach kann aber auch von einem durchströmbaren Kanal der
Belüftungsvorrichtung zum Teil, überwiegend oder sogar ganz umgeben sein. Im
letzteren Fall kann sogar die üblicherweise vorhandene Verschlußklappe des
Handschuhfachs ebenfalls durchströmt sein, so daß eine mehrdimensionale gute
Kühlwirkung erzielbar ist. Auf diese Weise wird ein unmittelbarer Kontakt der Luft mit
dem Inhalt des Handschuhfachs vermieden. Zusätzlich bietet diese Variante den Vorteil,
daß Ablagerungen im Handschuhfach unterbleiben.
Der Kanal zur Belüftung des Handschuhfachs kann als Bypass ausgebildet sein. Er kann
z. B. von einem nahen oder sogar benachbarten Kanal der Belüftungsvorrichtung
abgezweigt sein. Ein solcher Kanal dient im Bereich des Armaturenbretts üblicherweise
zur Zuführung von Luft auf die Innenseite der Windschutzscheibe bzw. zu den
Personenausströmern, um ein Beschlagen der Windschutzscheibe zu vermeiden oder,
im Winter, um sie zu enteisen bzw. um die Fahrgäste mit Warmluft/Kühlluft anzuströmen.
Der Anschluß der Belüftung des Handschuhfaches an den Kanal der
Belüftungsvorrichtung kann vorzugsweise über eine Luftklappe von Hand oder auch
thermostatisch gesteuert werden.
Schließlich kann die Belüftungsvorrichtung in üblicher Weise mit einer Heizvorrichtung
des Kraftfahrzeugs gekoppelt sein. Dann kann, insbesondere bei tiefen
Außentemperaturen, das Handschuhfach nicht nur belüftet, sondern auch wahlweise
oder automatisch temperiert werden. Das Einfrieren von im Handschuhfach befindlichen
Getränken wird verhindert.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt,
die im Nachfolgenden näher beschrieben werden.
Fig. 1 zeigt den Bereich eines Armaturenbretts vor dem Beifahrer in einem
Kraftfahrzeug. Die Verkleidung des Armaturenbretts und die übliche Verschlußklappe
des Handschuhkastens sind weggelassen.
Fig. 2 zeigt eine Abwandlung des Handschuhfachs.
Das Kraftfahrzeug 1 umfaßt ein Armaturenbrett 2, über dem sich eine
Windschutzscheibe 3 anschließt. Im Armaturenbrett 2 ist eine
Heiz-/Klima-/Kühlvorrichtung 4 angeordnet, die üblicherweise als Wärmetauscher an
einer Kühlflüssigkeitsleitung der Brennkraftmaschine angebracht ist. Daneben befindet
sich eine Belüftungsvorrichtung 5 in Form eines Gebläses, das Außenluft über einen
Kanal 6 ansaugt. Die Außenluft kann unmittelbar von außen oder über die angekoppelte
Heiz-/Klima-/Kühlvorrichtung 4 von der Belüftungsvorrichtung 5 angesaugt und in
verschiedene Luftkanäle verteilt werden.
Ein zur Windschutzscheibe 3 führender Kanal 7 weist einen Bypass über ein
Handschuhfach 8 auf. Der Bypass zweigt vom Kanal 7 mit einer Einlaßöffnung 9 ab,
bildet den Innenraum 10 des Handschuhfachs 8 und ist über eine Auslaßöffnung 11
wieder mit dem Kanal 7 verbunden. Der Kanal 7 endet mit einer Reihe von Öffnungen 12
unmittelbar vor der Innenseite der Windschutzscheibe 3.
Die Einlaßöffnung 9 des Handschuhfachs 8 ist über eine drehbare Klappe 13 wahlweise
geöffnet oder verschlossen. Dargestellt ist die geschlossene Stellung, gestrichelt die
geöffnete.
Soll das Handschuhfach 8 von der Belüftungsvorrichtung 5 mit Außenluft oder
temperierter Luft versorgt werden, wird die Klappe 13 teils oder ganz geöffnet:
Nun kann die Luft, angedeutet mit einem Pfeil im Kanal 7, durch die Einlaßöffnung 9,
durch den Innenraum 10, durch die Auslaßöffnung 11 wieder zu dem Kanal 7 und dann
durch die Öffnungen 12 an der Windschutzscheibe 3 austreten: Das Handschuhfach 8
wird belüftet, entweder mit Außenluft oder mit temperierter Außenluft, und die
Windschutzscheibe 3 wird ebenfalls mit der gewählten Luft versorgt.
Anstelle einer Steuerung von Hand kann auch eine Steuerung über ein Thermostat, nicht
dargestellt, die Klappe 13 betätigen.
In Fig. 2 ist das Handschuhfach 8 mit einer doppelten Wand 14 versehen, so daß sich
mindestens nahezu rundum ein Kanal 15 ergibt, der über eine Einlaßöffnung 9 und eine
Auslaßöffnung 11 einen Bypass für den in Fig. 1 dargestellten Kanal 7 bilden kann. Im
Gegensatz zur Ausführung nach Fig. 1 wird hier der Innenraum 10 des
Handschuhfachs 8 nicht von Luft durchströmt, sondern nur umströmt. Diese
Umströmung kann optimiert werden, indem auch die nicht dargestellte Verschlußklappe
des Handschuhfachs doppelwandig ausgebildet ist und mit dem Kanal 15 in Verbindung
stehende Öffnungen aufweist, so daß der Kanal 15 den Innenraum 10 des
Handschuhfachs 8 ganz umgibt.
1
Kraftfahrzeug
2
Armaturenbrett
3
Windschutzscheibe
4
Heiz-/Klima-/Kühlvorrichtung
5
Belüftungsvorrichtung
6
Kanal
7
Kanal
8
Handschuhfach
9
Einlaßöffnung
10
Innenraum
11
Auslaßöffnung
12
Öffnungen
13
Klappe
14
Wand
15
Kanal
19
Einlaßöffnung
Claims (10)
1. Kraftfahrzeug (1) mit einer Belüftungsvorrichtung (5) für den Innenraum und mit
einem Handschuhfach (8), dadurch gekennzeichnet, daß die
Belüftungsvorrichtung (5) mit dem Handschuhfach (8) derart koppelbar ist, daß die
Belüftungsvorrichtung (5) auch das Handschuhfach (8) mit Luft versorgt.
2. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das innere
(10) des Handschuhfachs (8) selbst als vom Luftstrom der Belüftungsvorrichtung
(5) durchströmbarer Kanalteil ausgebildet ist.
3. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Handschuhfach (8) von einem vom Luftstrom der Belüftungsvorrichtung (5)
durchströmbaren Kanal (15) mindestens zum Teil umgeben ist.
4. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
durchströmbare Kanal (15) das Handschuhfach (8) überwiegend umgibt.
5. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
durchströmbare Kanal (15) das Handschuhfach (8) ganz umgibt.
6. Kraftfahrzeug nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (9, 10, 11) zur Belüftung des Handschuhkastens (8) als Bypass
ausgebildet ist.
7. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Bypass-
Kanal (9, 10, 11) von einem zur Windschutzscheibe (3) führenden Kanal (7) der
Belüftungsvorrichtung (5) abzweigt.
8. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Bypass-Kanal (9, 10, 11) durch eine Umschaltklappe (13) steuerbar ist.
9. Kraftfahrzeug nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umschaltklappe (13) thermostatisch gesteuert ist.
10. Kraftfahrzeug nach einem der Patentansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Belüftungsvorrichtung (5) mit einer Heizvorrichtung (4) gekoppelt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19952235A DE19952235A1 (de) | 1999-10-29 | 1999-10-29 | Kraftfahrzeug mit einer Belüftungsvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19952235A DE19952235A1 (de) | 1999-10-29 | 1999-10-29 | Kraftfahrzeug mit einer Belüftungsvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19952235A1 true DE19952235A1 (de) | 2001-05-03 |
Family
ID=7927375
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19952235A Ceased DE19952235A1 (de) | 1999-10-29 | 1999-10-29 | Kraftfahrzeug mit einer Belüftungsvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19952235A1 (de) |
Cited By (3)
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| DE102022129171A1 (de) | 2022-11-04 | 2024-05-08 | Audi Aktiengesellschaft | Beduftungsanordnung für ein Fahrzeug |
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1999
- 1999-10-29 DE DE19952235A patent/DE19952235A1/de not_active Ceased
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