DE19952435A1 - Schüttgutweiche - Google Patents
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Abstract
Eine Schüttgutweiche umfaßt einen Eingangskanal (2), mindestens zwei Ausgangskanäle (3), (4) und einen im Gehäuse (1) angeordneten, den Eingangskanal wahlweise mit einem der Ausgangskanäle verbindenden Drehkörper (6), der gegenüber dem Gehäuse über wenigstens eine mit einer Kerbe (10) versehene Dichtung (9) abdichtbar ist. Die Dichtung (9) ist mit einem gesonderten Druckfluidanschluß (12) verbindbar, der je nach Ausrichtung der Kerbe als Unterdruck- oder Sperrgasanschluß ausgebildet sein kann.
Description
Die Erfindung betrifft eine Schüttgutweiche, umfassend einen Eingangskanal,
mindestens zwei Ausgangskanäle und einen im Gehäuse angeordneten, den
Eingangskanal wahlweise mit einem der Ausgangskanäle verbindenden
Drehkörper, der gegenüber dem Gehäuse über wenigstens eine mit einer Kerbe
versehene Dichtung abdichtbar ist.
Eine gattungsgemäße Schüttgutweiche ist aus der Druckschrift DE 34 14 974 A1
bekannt. In diesem Dokument wird eine Ringdichtung zur Abdichtung der Spalte
zwischen der Innenwand eines Weichengehäuses und der Umfangsfläche des im
Weichengehäuse angeordneten Drehkörpers offenbart. Die elastisch verformbare
Dichtung ist in eine Nut eingesetzt, welche die Anschlußkanäle umgibt und weist
eine im wesentlichen V-förmige, dem Anschlußkanal zugewandte Kerbe auf. Im
druckfreien Zustand hebt sich die Dichtung infolge ihrer Eigenelastizität vom
Drehkörper ab, so daß sich die zum Drehen desselben aufzuwendenden
Verstellkräfte und der Verschleiß an der Dichtung reduzieren. Unter dem Einfluß
des in den Anschlußkanälen wirkenden Förderdrucks auf die kerbseitige Fläche
der massiv ausgeführten und robusten Dichtung wird diese auf die Umfangsfläche
des Drehkörpers gepreßt. Zur konstruktiven Ausgestaltung von Dichtung und
Kerbe wird ausdrücklich auf die genannte Druckschrift verwiesen.
Diese bekannte Anordnung hat sich bei Förderdrücken von mindestens 1 bar über
Umgebungsdruck bewährt. Bei niedrigeren Förderdrücken hingegen,
beispielsweise 0,5 bar über dem Umgebungsdruck, ist nicht sichergestellt, daß die
auf die Dichtung wirkenden Druckkräfte den Spalt zwischen Gehäuse und
Drehkörper zuverlässig verschließen.
In der Patentanmeldung DE 19 16 581 wird eine Rohrweiche für die pneumatische
Förderung von Schüttgütern beschreiben, bei welche die Abdichtung zwischen
Gehäuse und Drehkörper über eine im Gehäuse eingelassene, aufweitbare
Schlauchdichtung herbeigeführt wird. Durch Zufuhr von Druckgas in das Innere
der Schlauchdichtung läßt sich diese unabhängig vom Förderdruck an die
Umfangsfläche des Drehkörpers anpressen.
Schlauchdichtungen sind jedoch bedingt durch ihre geringe Wanddicke weniger
robust als Kerbdichtungen und daher insbesondere bei der Förderung klebriger
Schüttgüter nur bedingt einsetzbar.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Schüttgutweiche mit einer hochbelastbaren und auch bei geringem Förderdruck
zuverlässig anpreßbaren Dichtung bereitzustellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dichtung
mit einem gesonderten Druckfluidanschluß verbindbar ist. Der Begriff "Druckfluid"
ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen, daß in dem betreffenden
gesonderten Anschluß und damit auf der mit dem Druckfluidanschluß in Wirkung
stehenden Seite der Kerbdichtung grundsätzlich ein vom Umgebungsdruck
abweichender Fluiddruck herrscht. Als Druckfluid kommen insbesondere
gasförmige Fluide, beispielsweise Luft, Stickstoff oder verschiedene Prozeßgase
in Betracht.
Der Druckfluidanschluß kann nach einer Ausführung der Erfindung als
Unterdruckanschluß ausgebildet sein, der mit jener Seite der Dichtung verbindbar
ist, die der Kerbe gegenüberliegt. Die gekerbte Seite der Dichtung kann in diesem
Fall mit dem im Eingangs- beziehungsweise Ausgangskanal herrschenden
Förderdruck beaufschlagt werden, wobei sich die Anpreßkraft der Dichtung in
Abhängigkeit von der Gesamtdruckdifferenz einstellt. Diese Ausbildung hat den
Vorteil, daß bestehende Kerbdichtungen unverändert weiterverwendet werden
können.
Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der
Druckfluidanschluß als kerbseitig mit der Dichtung verbindbarer
Sperrfluidanschluß ausgebildet. Der Druck des Sperrfluids ist in der Weise
einzustellen, daß der nicht nur den Druck im Eingangs- beziehungsweise
Ausgangskanal kompensiert, sondern einen zur Anpressung der Dichtung
erforderlichen Überdruck aufweist.
Die weiteren abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausbildungen der
Erfindung.
Die Figuren stellen beispielhaft und schematisch verschiedene Ausführungen der
Erfindung dar.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Ausbildung nach Anspruch 2 in der
geschnittenen Seitenansicht sowie einen vergrößerten Ausschnitt der
Dichtungsanordnung
Fig. 2 eine entsprechende Abbildung einer Weiche nach Anspruch 3
Fig. 3 eine Ausführung nach Anspruch 9 mit zwei Schaltstellungen in der
geschnittenen Seitenansicht und einen Querschnitt mit vergrößert
dargestelltem Dichtungsdetail
Die in Fig. 1 dargestellte Weiche umfaßt ein Gehäuse 1 mit einem Eingangskanal
2, einem zu diesem achsgleichen ersten Ausgangskanal 3 und einen davon
winklig abzweigenden zweiten Ausgangskanal 4. In einer Bohrung 5 des
Gehäuses 1 ist ein Drehkörper 6 um eine zur Schnittebene senkrecht stehende
Achse drehbar angeordnet, der einen zur wahlweisen Verbindung des
Eingangskanals 2 mit einem der beiden Ausgangskanäle 3, 4 geeigneten
Durchgangskanal 7 aufweist. Weichen dieses Typs werden allgemein als
Einkanalweichen bezeichnet.
Der Drehkörper 6 und die ihn aufnehmende Bohrung 5 im Gehäuse 1 sind
zueinander durch einen Spalt 8 beabstandet. Um das Austreten von Fördergas
oder Partikeln aus dem geförderten Schüttgutstrom zu verhindern, ist der Spalt 8
im Übergangsbereich zwischen Gehäuse 1 und Drehkörper 6 durch Dichtungen 9
gedichtet. Die einseitig mit einer Kerbe 10 versehenen Dichtungen 9 sind in Nuten
11 auf dem Innenumfang der Bohrung 5 eingelassen, welche jeweils den
Eingangskanal 2 und die Ausgangskanäle 3, 4 vollumfänglich umschließen. Die
Dichtung wird unter der kerbseitigen Wirkung des Gasdrucks im Förderstrom in
der in aus der Druckschrift DE 34 14 974 A1 bekannten Weise auf den Außen
umfang des Drehkörpers 6 gepreßt. Da die hierdurch bewirkte Dichtkraft bei
niedrigen Förderdrücken unter Umständen nicht zur sicheren Abdichtung des
Spalts 8 ausreicht, wird an die der Kerbe 10 gegenüberliegende Seite jeder
Dichtung 9 mittels eines Druckfluidanschlusses 12 ein Unterdruck angelegt, der
die elastische Verformung der Dichtung 9 im Bereich der Kerbe unterstützt und
die Anpressung an den Drehkörper 6 erhöht. Um den Unterdruck radial gleich
mäßig auf dem Außenumfang der Dichtung 9 zu verteilen, mündet der Druckfluid
anschluß 12 in einer Ringnut 13, welche die Dichtung 9 vollständig umspannt.
Fig. 2 zeigt eine Weiche ähnlichen Aufbaus, bei der die zur Aufnahme der
ringförmigen Dichtungen 9 vorgesehene Nuten 11 in den Umfang des
Drehkörpers 6 eingearbeitet sind. Die Kerben 10 der Dichtungen 9 weisen vom
Eingangskanal 2 beziehungsweise den Ausgangskanälen 3, 4 weg und werden
über einen gemeinsamen Druckfluidanschluß 12 mit Sperrgas beaufschlagt. Der
Druck des Sperrgases ist so zu wählen, daß nicht nur der Gasdruck aus dem
Schüttgutstrom kompensiert, sondern darüber hinaus noch ein ausreichender
Anpreßdruck an der Dichtung 9 erzeugt wird.
Nimmt der Förderdruck den eingangs erwähnten Wert von 0,5 bar an, kann der
Druck des Sperrgases beispielsweise 1,5 bar über dem Umgebungsdruck
betragen. Zur Anpressung der Dichtung 9 steht somit ein Differenzdruck von 1 bar
zur Verfügung.
Um das über einen einzelnen Druckfluidanschluß 12 zugeführte Sperrgas
gleichmäßig über den Drehkörper 6 zu verteilen, ist dieser mit einer Ausnehmung
14 versehen, die sich im wesentlichen um den gesamten Umfang des
Drehkörpers 6 erstreckt. Nur im Bereich der Nuten 11 ist der Abstand auf einen
vergleichsweise engen Spalt 8 beschränkt.
In Fig. 3 ist die Anwendung der Erfindung bei einer Behälterklappenweiche
dargestellt, bei welcher in der Bohrung des Gehäuses ein Drehkörper 6 mit einer
im wesentlichen planen Leitfläche 15 angeordnet ist.
Bei der Darstellung nach Fig. 3a befindet sich der Drehkörper 6 in einer Stellung,
bei welcher der Schüttgutstrom über die Leitfläche 15 hinweg vom Eingangskanal
2 in den koaxialen ersten Ausgangskanal 3 gefördert wird. Der rechtwinklig
abzweigende zweite Ausgangskanal 4 wird vom Zylinderabschnitt 16 des
Drehkörpers 6 abgedeckt und mittels einer in diesen eingelassenen Dichtung 9
gedichtet. Die Kerbe 11 der Dichtung 9 ist dem zweiten Ausgangskanal 4
entgegengerichtet.
In der Stellung des Drehkörpers 6 nach Fig. 3b wird das über den Eingangskanal
2 in die Weiche eintretende Schüttgut an der schräg angestellten Leitfläche 15 in
den zweiten Ausgangskanal umgelenkt, wobei der Zylinderabschnitt den ersten
Ausgangskanal 3 dichtend verschließt.
Aus Fig. 3c, die einen Querschnitt der Weiche in Stellung nach Fig. 3a
wiedergibt, ist die Verbindung der Dichtung 9 mit dem Druckfluidanschluß
ersichtlich. Der Zylinderabschnitt 16 des Drehkörpers 6 weist eine Kammer 17 auf,
die über einen kanalförmigen Druckfluidanschluß 12 in der Welle 19 und der
Seitenscheibe 20 mit Sperrgas beaufschlagbar ist. Aus der Kammer 17 gelangt
das Sperrgas über Sperrgaskanäle 18 in die Nut 11 und wirkt dort auf die zum
zweiten, derzeit druckfreien Ausgangskanal 4 gerichtet Kerbe 10 der Dichtung 9.
Der Erfindungsgegenstand ist selbstverständlich nicht auf die Ausführungsbeispiel
beschränkt. Vielmehr kann auch eine Vielzahl anderer Weichentypen, beispiels
weise die aus der Druckschrift DE 34 14 974 A1 bekannte Zweikanalweiche
erfindungsgemäß ausgestaltet werden.
1
Gehäuse
1
2
Eingangskanal
2
3
,
4
Ausgangskanal
5
Bohrung
6
Drehkörper
7
Durchgangskanal
8
Spalt
9
Dichtung
10
Kerbe
11
Nut
12
Druckfluidanschluß
13
Ringnut
14
Ausnehmung
15
Leitfläche
16
Zylinderabschnitt
17
Kammer
18
Sperrgaskanal
19
Welle
20
Seitenscheibe
Claims (9)
1. Schüttgutweiche, umfassend einen Eingangskanal (2), mindestens zwei
Ausgangskanäle (3), (4) und einen im Gehäuse (1) angeordneten, den
Eingangskanal wahlweise mit einem der Ausgangskanäle verbindenden
Drehkörper (6), der gegenüber dem Gehäuse über wenigstens eine mit einer
Kerbe (10) versehene Dichtung (9) abdichtbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dichtung (9) mit einem gesonderten Druckfluidanschluß (12) verbindbar ist.
2. Schüttgutweiche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Druckfluidanschluß (12) als mit der der Kerbe (10) gegenüberliegenden Seite der
Dichtung (9) verbindbarer Unterdruckanschluß ausgebildet ist.
3. Schüttgutweiche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Druckfluidanschluß (12) als kerbseitig mit der Dichtung (9) verbindbarer
Sperrfluidanschluß ausgebildet ist.
4. Schüttgutweiche nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die gekerbte Dichtung (9) in einer in den Drehkörper (6)
eingelassenen Nut (11) angeordnet ist.
5. Schüttgutweiche nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Drehkörper (6) eine Leitfläche (15) aufweist, mittels
derer der über den Eingangskanal (2) zugeführte Schüttgutstrom wahlweise in
einen mit dem Eingangsanschluß im wesentlichen achsgleichen ersten
Ausgangskanal (3) weiterleitbar oder in einen abzweigenden zweiten
Ausgangskanal (4) umlenkbar ist.
6. Schüttgutweiche nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtung (9) im Randbereich der der Leitfläche (15) abgewandten Umfangsfläche
des Drehkörpers (6) angeordnet ist.
7. Schüttgutweiche nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtung (9) den jeweils abzudichtenden Ausgangskanal (3), (4) in Form eines
geschlossenen Dichtrings umgibt.
8. Schüttgutweiche nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß im
Drehkörpers (6) eine Kammer (17) ausgebildet ist, die mit dem Druckfluidanschluß
(12) einerseits und mit der Dichtung (9) andererseits kommuniziert.
9. Schüttgutweiche nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Druckfluidanschluß (12) durch die Welle (19) und die Seitenscheibe (20) des
Drehkörpers (6) hindurch in die Kammer (17) geführt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Family Applications (1)
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