Die Erfindung betrifft einen diodengepumpten Laser mit
interner Frequenzverdopplung, bei dem innerhalb eines
Laserresonators als aktives Medium ein Festkörper mit
einem im wesentlichen parallel zur Resonatorachse
gerichteten Temperaturgradienten und diesem im
Strahlengang nachgeordnet, ein nichtlinearer optischer
Kristall zur Umwandlung von Laserstrahlung einer Laser-
Grundwellenlänge in Laserstrahlung einer anderen
Wellenlänge vorgesehen sind.
Ein derartiger Laser ist beispielsweise nach [S. Erhard et
al., Trends in Optics and Photonics Vol. 26, Advanced
Solid-State Lasers, Martin M. Fejer, Hagop Injeyan, and
Ursula Keller, eds. (Optical Society of America,
Washington DC 1999), pp. 38-44] bekannt.
Die Umwandlung von Laserstrahlung einer
Lasergrundwellenlänge in eine Laserstrahlung mit einer
anderen Wellenlänge, wie z. B. die Erzeugung der zweiten
Harmonischen mit Hilfe eines nichtlinearen optischen
Kristalls ist aus verschiedenen prinzipiellen Gründen mit
Problemen einer nichtlinearen Dynamik behaftet, woraus ein
instabiles Verhalten der Ausgangleistung resultiert.
Die Ursache für solche Instabilitäten sind von
verschiedener Natur.
So führt die nichtlineare Kopplung der Lasermoden durch
nichtlineare optische Prozesse im
Frequenzverdopplerkristall zu Leistungsfluktuationen des
Lasers, dem sogenannten "green problem", [T. Baer, J. Opt.
Soc. Am. B3, 1175(1986)].
Der Aufbau von thermischen Linsen in Laserkristall und im
Frequenzverdopplerkristall (KTP-Kristall) führt beim
Einschalten zu einer komplexen Antwort der
Ausgangsleistung als Funktion des Diodenstroms, da die
thermische Linse die Lasermode im Resonator beeinflußt und
damit die Effektivität der Frequenzverdopplung, die von
der Intensität des Laserfeldes im
Frequenzverdopplerkristall abhängt. Dies verhindert eine
Stellbarkeit der Leistung über den Diodenstrom.
Die vom Stand der Technik angebotenen technischen Lösungen
lösen nur Teilprobleme, ohne den Erfordernissen in ihrer
Gesamtheit gerecht zu werden.
Zur Erzeugung stabiler Laserausgangsleistungen ist es
bekannt, Laserresonatoren entweder im Vielmoden- (< 100)
oder im Einmodenbetrieb arbeiten zu lassen.
Die US 5 446 749 sieht eine Laseranordnung mit besonders
langem Resonator vor. Durch die Anregung vieler
longitudinaler Moden wird ein amplitudenstabiler Betrieb
erzielt. Die Ausgangsleistung des Lasers ist aufgrund der
sich ausbildenden starken thermischen Linse in dem
verwendeten Laserkristallslab nicht über den Diodenstrom
stellbar, da zu Beginn der Leistungseinstellung eine
Leistungsschwankung bei der erzeugten zweiten Harmonischen
auftritt. Der besonders lange Resonator führt zu großen
Abmessungen des derart hergestellten Lasers und ist mit
einem hohen Kostenaufwand verbunden.
Für den Einmodenbetrieb ist es bekannt [S. Erhard et al.,
Trends in Optics and Photonics Vol. 26, Advanced Solid-
State Lasers, Martin M. Fejer, Hagop Injeyan, and Ursula
Keller, eds. (Optical Society of America, Washington DC
1999), pp. 38-44], die zweite Harmonische durch interne
Frequenzverdopplung in einem Resonator eines sogenannten
Yb : YAG-Scheibenlasers zu erzeugen, bei dem das verwendete
laseraktive Festkörpermedium die Form einer dünnen Scheibe
aufweist, deren Ausdehnung in Ausbreitungrichtung der
Laserstrahlung (Laserachse) im Verhältnis zu den anderen
Abmaßen stark reduziert ist. Gemäß der DE 43 44 227 A1
wird ein solcher Laserkristall mit einer senkrecht zur
Laserausbreitungrichtung gerichteten Fläche an einem
massiven Kühlelement befestigt. Dadurch entsteht im
Kristall ein zur Laserachse vorwiegend paralleler
Temperaturgradient, wodurch die Ausbildung einer störenden
thermischen Linse stark reduziert wird. Der beschriebene
Laser verwendet einen langen Resonators (ca. Im) mit einem
unkritisch temperatur-phasenangepaßten LBO-Kristall als
nichtlinearen optischen Kristall. Der Einmodenbetrieb wird
in bekannter Weise dadurch erzwungen, daß zur Reduzierung
der Anzahl der longitudinalen Moden Etalons und
Doppelbrechnungsfilter in den Resonator gestellt sind.
Diese sind teuer, sehr empfindlich zu justieren und
verursachen resonatorinterne Verluste, wodurch sich die
Effektivität des Lasers auf die angegebenen 15,5%
verringert.
Zwar erzeugt die technische Lösung eine stabile
Laserleistung, doch kann, auch diese nicht ohne
Anfangsstörungen variiert werden. Ein steuerbarer
Impulsbetrieb mit Impulslängen im Millisekundenbereich bis
hin zu Dauerstrich, wie er für den medizinischen Einsatz,
z. B. für Koagulationsbehandlungen am menschlichen Auge,
zur Verfügung stehen muß, ist mit einer solchen Lösung
nicht realisierbar. Auch die langen Resonatorabmessungen
wirken sich störend für eine derartige Verwendung aus.
Eine weitere Lösung wird in Form eines sogenannten
Mikrochiplasers mit geringer Resonatorlänge und
resonatorinternem nichtlinearen Kristall in der US 5 511 085
vorgestellt. Während ein Endpumpen die Zahl der
transversalen Moden bereits begrenzt, reduzieren
resonatorinterne Etaloneffekte das longitudinale
Modenspektrum durch zusätzliche Beschichtungen auf dem
Laserkristall oder dem nichtlinearen Kristall weiter.
Starke thermische Effekte beanspruchen in erhöhtem Maße
die optischen Elemente, begrenzen die
Laserausgangsleistung und beschränken dadurch die
Anwendungsbreite des Lasers. Auch die Justage der
Anordnung ist dadurch erschwert.
Aufgabe der Erfindung ist es, störende
Leistungsschwankungen bei der mit Hilfe des nichtlinearen
optischen Kristalls erzeugten Laserstrahlung zu Beginn der
Leistungseinstellung mit einem einfachen und damit
preisgünstigen Aufbau zu vermeiden, ohne daß sich
leistungsmindernde Elemente im Resonator und thermische
Effekte negativ auf das Laserverhalten auswirken.
Die Aufgabe wird durch einen diodengepumpten Laser mit
interner Frequenzverdopplung gelöst, bei dem innerhalb
eines Laserresonators als laseraktives Medium ein
Festkörper mit einem vorwiegend parallel zur
Resonatorachse gerichteten Temperaturgradienten und diesem
im Strahlengang nachgeordnet, ein nichtlinearer optischer
Kristall zur Umwandlung von Laserstrahlung einer Laser-
Grundwellenlänge in Laserstrahlung einer anderen
Wellenlänge vorgesehen sind, indem die Umwandlung von
Laserstrahlung der Laser-Grundwellenlänge in
Laserstrahlung der anderen Wellenlänge mit einer
geringeren Effektivität erfolgt, als diese zum Erreichen
einer maximalen Leistung der umgewandelten Laserstrahlung
notwendig ist.
Die Effektivität der Umwandlung kann im wesentlichen durch
die Längenabmessungen des nichtlinearen optischen
Kristalls entlang der Resonatorachse eingestellt werden
und sollte in einen Bereich von 50%-90% der Effektivität
gelegt sein, bei der die maximale Leistung der
umgewandelten Laserstrahlung erreichbar ist.
Im Gegensatz zu den bekannten Lösungen wird mit einem
kompakten kurzen Resonator gearbeitet, in dem einige
wenige Moden erzeugt werden und bei dem auf zusätzliche
modenselektive Elemente verzichtet wird. Bekannterweise
würde eine solche Maßnahme nicht zu einer stabilen
Ausgangsleistung bei resonatorinterner Frequenzverdopplung
führen. Diese Stabilität wird erst durch die geringe
Umwandlungseffektivität mittels des in besonderer Weise
ausgeführten nichtlinearen Kristalls erreicht.
Die Ausbildung des laseraktiven Mediums als
scheibenförmiger Festkörper mit geringer Verstärkung und
einem vorwiegenden Temperaturgradienten in Richtung der
Resonatorachse bewirkt, daß die störende Wirkung einer
thermischen Linse auf die Modenverteilung bereits stark
herabgesetzt ist. Eine verbleibende Restwirkung einer sich
in dem laseraktiven Medium trotz des vorwiegend parallel
zur Resonatorachse gerichteten Temperaturgradienten
ausbildenden thermischen Linse wird dadurch eliminiert,
daß deren Brennweite größer eingestellt ist als die
Resonatorlänge.
Das Scheibenlaserprinzip wird bei der vorliegenden
Erfindung nicht dazu verwendet, höchste Strahlqualitäten
für Hochleistungslaser im Dauerstrichbetrieb zu erzielen.
Hier wird die Eigenschaft der Stabilität der thermischen
Linse bei Änderungen der Pumpleistung ausgenutzt, die
sowohl für den großen dynamischen Bereich, das heißt einen
stabilen Betrieb bei sehr kleinen Leistungen von etwa
20 mW, aber auch bei sehr hohen Leistungen von etwa 4 W, als
auch für die Schaltbarkeit (Einschaltvorgang) erforderlich
ist.
Die Strahlqualität der mit Hilfe des nichtlinearen
optischen Kristalls erzeugten Laserstrahlung ist durch
eine Beugungsmaßzahl M2 zwischen eins und zehn
charakterisiert.
Als nichtlineare optische Kristalle können verschiedene
Kristallarten verwendet werden. Vorteilhaft ist der
Einsatz eines LBO-Kristalls mit einer Kristallänge von
2 mm-10 mm, durch den eine Frequenzverdopplung mit
kritischer Winkel-Phasenanpassung erzeugt wird, was sich
zusätzlich positiv auf die zu verwendende geringe
Umwandlungseffektivität auswirkt.
Verwendet werden können auch KTP-Kristalle mit Typ II
kritischer Winkel-Phasenanpassung und einer Kristallänge
von 1 mm-5 mm oder LBO-Kristalle mit Typ I
nichtkritischer Temperatur-Phasenanpassung und einer
Kristallänge von 2 mm-10 mm.
Mit der Verkürzung der Kristallänge tritt beim KTP-
Kristall ein gleichartiger Effekt auf wie bei dem
scheibenförmigen Laserkristall, indem eine sich
ausbildende thermische Linse in ihrer Wirkung geschwächt
ist. Außerdem ist damit der Vorteil einer geringen
Justageempfindlichkeit verbunden, wodurch auch eine
kostengünstige Montage resultiert. Die
Temperaturempfindlichkeit und die Minimierung der
Absorptionsverluste sind weitere Eigenschaften kurzer
Frequenzverdopplerkristalle, die zu Kostenvorteilen
führen.
Vorteilhafterweise ist der Laserresonator durch einen als
Auskoppelspiegel dienenden Faltspiegel gefaltet und weist
eine Resonatorachse auf, die zur Vermeidung von
Astigmatismus unter einem Einfallswinkel von weniger als
10° auf den Faltspiegel gerichtet ist.
Zum Pumpen empfiehlt sich eine Pumpanordnung mit
mindestens einer Laserdiodenzeile, die entweder mit einer
Faseroptik gekoppelt ist oder deren Pumpstrahlung mit
einer Freistrahloptik übertragen wird.
Vorteilhaft ist es auch, wenn eine vom Resonatorinneren
weggerichtete Endfläche des optisch nichtlinearen
Kristalls zur Ausbildung eines Resonatorendspiegels mit
einer für die Laser-Grundwelle und für die durch den
nichtlinearen optischen Kristall erzeugte zweite
Harmonische hochreflektierenden dielektrischen
Beschichtung versehen ist.
Zur Verringerung von Verlusten sollte die Resonatorachse
senkrecht auf parallel zueinander gearbeiteten
Kristallflächen des laseraktiven Mediums und des
nichtlinearen optischen Kristalls gerichtet sein.
Für das laseraktive Medium sind verschiedene Festkörper,
wie Nd : YVO4 mit einer Nd-Dotierung von 0,5%-2% und
Nd : YAG- mit einer Nd-Dotierung 0,5%-1,5% geeignet.
Verwendet werden können auch Nd : YALO-, Nd : YLF- oder
Nd : LSB-Kristalle.
Mit der Erfindung ist ein kompakter und kostengünstiger
Aufbau zu realisieren, bei dem amplitudenstabile
Ausgangsleistungen mit Schwankungen von höchstens 5%
erreichbar sind. Über den Diodenstrom sind eine
Laserausgangsleistung in einem Bereich von 10 mW bis 4 W
und eine Rechteckimpulsdauer zwischen 10 ms und
Dauerstrich einstellbar, d. h. eine vorgewählte
Ausgangsleistung kann in etwa 1 ms stabil erreicht werden.
Eine hohe Gesamteffektivität wird durch die geringe Anzahl
von resonatorinternen, zu Verlusten führenden Elementen
erreicht. Aufgrund der Vermeidung starker thermischer
Effekte ist die Lösung gemäß der Erfindung auch für höhere
Laserausgangsleistungen geeignet, wie sie z. B. für
Anwendungen in der Dermatologie erforderlich sind.
Die Erfindung soll nachstehend anhand der schematischen
Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen ersten Laser-Aufbau
Fig. 2 die Beziehung zwischen der Umwandlungseffektivität
bei der Frequenzumwandlung mit Hilfe des
nichtlinearen Kristalls und der zu erzielenden
Leistung der umgewandelten Laserstrahlung
Fig. 3 eine typische Laser-Kennlinie für einen Laser
gemäß der Erfindung
Fig. 4 einen Pulsformenvergleich zwischen dem zur
Leistungssteuerung dienenden Diodenstrom und der
Einstellung der Laserausgangsleistung
Fig. 5 einen zweiten Laser-Aufbau
Der in Fig. 1 dargestellte Laser-Aufbau enthält im
Resonator als aktives Medium einen als
Laserkristallscheibe ausgebildeten Nd : YVO4-Laserkristall
1, von dessen Abmessungen (0,4 mm × 4 mm × 4 mm) sich die
geringste Abmessung von 0,4 mm in Richtung der
Resonatorachse X1-X1 ausdehnt. Nicht dargestellt ist ein
Kühlelement, auf dem die Laserkristallscheibe mit ihrer
vom Resonatorinneren weggerichteten großflächigen Seite
befestigt ist und das zur Erzeugung eines vorwiegend
parallel zur Resonatorachse X1-X1 gerichteten
Temperaturgradienten in dem Festkörpermedium dient. Als
Frequenzvervielfacherelement ist in dem Resonator als
einziges resonatorinternes Element ein nichtlinearer
optischer Kristall 2 in Form eines KTP-Kristalls mit Typ
II kritischer Winkelphasenanpassung angeordnet, dessen
Abmessungen 2 mm × 3 mm × 3 mm betragen. Zur Verringerung
von Verlusten sind die Flächen in jedem der Kristalle 1
und 2, auf die Laserstrahlung auftrifft, parallel
zueinander gearbeitet und senkrecht zur Resonatorachse X1-
X1 ausgerichtet.
Auch bei dem nichtlinearen optischen Kristall verläuft die
kürzeste Ausdehnung in Richtung der Resonatorachse X1-X1,
wodurch ein sehr geringer Grad der Umwandlung von
Laserstrahlung der Grundwellenlänge in die zweite
Harmonische durch nichtlineare Auskopplung erzielt wird.
Andere Möglichkeiten, den Grad der Umwandlung
einzustellen, sind durch das Resonatordesign und durch den
nichtlinearen optischen Kristall mit seinen nichtlinearen
optischen Koeffizienten bestimmt. Fig. 2 verdeutlich den
Zusammenhang zwischen dieser Umwandlungseffektivität ηSHG
und der erzielbaren Leistung der zweiten Harmonischen PSHG.
Es wird deutlich, daß die Leistung mit zunehmender
Umwandlungseffektivität ηSHG (nichtlinearer Auskoppelgrad)
zunächst steigt bis bei einer optimalen
Umwandlungseffektivität ηOPT ein Leistungsmaximum PMAX
erreicht wird. Eine weitere Steigerung der
Umwandlungseffektivität ηSHG ist mit einer
Leistungsverringerung verbunden. Gemäß der Erfindung wird
für den Laseraufbau eine erheblich kleinere
Umwandlungseffektivität ηSHG als die optimale
Umwandlungseffektivität ηOPT gewählt, wodurch die
Umwandlung in einen weniger effektiven Bereich gelegt
wird, bei dem das Verhältnis der Strahlungsleistung der
erzeugten zweiten Harmonischen zur umlaufenden
Strahlungsleistung der Lasergrundwelle relativ klein ist.
Bevorzugt auszuwählen ist ein Bereich von 50%-90% der
optimalen Umwandlungseffektivität ηOPT. Wird dieser
bevorzugte Bereich noch weiter unterschritten, wird zwar
die nichtlineare Dynamik immer gutartiger aber die
Leistung der zweiten Harmonischen zu gering.
Ein derartig gewählter Bereich für die
Umwandlungseffektivität ηSHG steht zwar im Gegensatz zu der
üblichen Verfahrensweise, bei der mit optimaler
Umwandlungseffektivität ηOPT gearbeitet wird, so daß bei
möglichst geringer Grundwellenleistung eine hohe Leistung
PSHG für die zweite Harmonische erzielt wird. Doch läßt
sich durch die Maßnahme der Wahl einer niedrigen
Umwandlungseffektivität, insbesondere durch die Verwendung
einer kurzen Kristallänge für den nichtlinearen optischen
Kristall auch bei höheren Leistungen ein stabiles
Laserverhalten erreichen. Die dennoch erzielbare hohe
Gesamteffektivität bei der Umwandlung von optischer
Pumpleistung Ppump in optische Ausgangsleistung PSHG des
Lasers von über 25% (Fig. 3) liegt darin begründet, daß es
mit der Erfindung möglich wird, zu Verlusten führende
Elemente aus dem Resonator zu eliminieren. Fig. 3
widerspiegelt eine stetige, zeitlich stabile und
exemplarmäßig reproduzierbare, streng monoton steigende
Laserkennlinie.
Zur Auskopplung der von dem nichtlinearen optischen
Kristall 2 durch Halbierung der Grundwellenlänge von 1064
nm erzeugten, im grünen Spektralbereich liegenden zweiten
Harmonischen dient ein konkaver Auskoppelspiegel 3, dessen
Krümmungsradius so gewählt ist, daß gewünschte
Strahltaillen in beiden Kristallen 1 und 2 eingestellt
werden. Der Auskoppelspiegel 3 ist hochreflektierend für
1064 nm und hochtransmittierend für 532 nm ausgelegt. Die
von dem Nd : YVO4-Kristall 1 erzeugte Grundwelle besitzt
eine Polarisationsrichtung 4, die mit der in der
Horizontalen verlaufenden Polarisationrichtung 5 der
zweiten Harmonischen einen Winkel von 45° einschließt. Da
die kristallographische C-Achse, die auch
Polarisationsachse ist, in einem Winkel von 45° zur
horizontalen Resonatorebene geneigt ist, kann der
Phasenanpassungswinkel durch eine Drehung des Typ II
phasenangepaßten KTP-Kristalls 2 bei senkrechter Anordnung
der kristallographischen z-Achse des nichtlinearen
Kristalls zur Resonatorebene um eine zur Resonatorebene
vertikale gerichtete Achse Y-Y eingestellt werden.
Zum Pumpen des Nd : YVO4-Kristalls 1 ist eine Pumpanordnung
vorgesehen, bei der Laserdiodenpumpstrahlung über eine
Faseroptik 6 mit Hilfe eines konkaven Spiegels 7 auf den
Kristall 1 gerichtet ist. Der Spiegel 7 und ein weiterer
konkaver Spiegel 8 sind so angeordnet, daß insgesamt 4
Durchgänge der Pumpstrahlung durch den scheibenförmigen
Kristall 1 ermöglicht werden. Die Pumpleistungsdichte muß
so gewählt werden, daß die Brennweite einer sich trotz des
vorwiegend parallel zur Resonatorachse X1-X1 gerichteten
Temperaturgradienten bildenden thermischen Linse für alle
Pumpleistungen wesentlich größer wird als die
Resonatorlänge. Dadurch wird die Resonatormode und auch
die Ausgangsleistung nur in geringem Maße beeinflußt.
Geeignete Pumpleistungsdichten liegen z. B. unterhalb
1,5 kW/cm2, sich ausbildende thermische Linsen sollten
Brennweiten von z. B. 1-4 m bei einer Resonatorlänge von
100 mm haben. Von einer möglichen Resonatorlänge von 50
bis 250 mm wurde im vorliegenden Beispiel eine Länge von
200 mm gewählt, die begrenzt wird durch eine
hochreflektierende Beschichtung der mit dem Kühlelement
verbundenen großflächigen Seite der Laserkristallscheibe
und den konkaven Auskoppelspiegel 3.
Die Ausgangsleistung PSHG des erfindungsgemäßen Lasers
besitzt den in Fig. 4 gezeigten Verlauf. Es wird deutlich,
daß störende Leistungsschwankungen zu Beginn der
Leistungseinstellung mit Hilfe des ebenfalls dargestellten
Diodenstromes der zum Pumpen verwendeten Laserdiode
eliminiert sind.
In einer zweiten Ausführung der Erfindung gemäß Fig. 5
wird ein V-förmig gefalteter Laserresonator mit einem als
Auskoppelspiegel dienenden Faltspiegel 9 und einem
Endspiegel 10 verwendet, der resonatorintern wiederum als
einziges Element einen nichtlinearen optischen Kristall
11, hier einen LBO-Kristall, enthält. Auch die
Resonatorachse X2-X2 ist zur Verringerung von Verlusten
senkrecht auf parallel zueinander gearbeitete
Kristallflächen der Kristalle 11 und 12 gerichtet. Das
laseraktive Medium 12 gleicht in seiner Art und seinem
konstruktiven Aufbau der Ausführung nach Fig. 1, wobei
auch hier gilt, daß die Erfindung nicht auf einen Nd : YVO4-
Laserkristall beschränkt ist. Für eine Anwendung können
neben dem Nd : YVO4 mit einer Nd-Dotierung von 0,5%-2%
beispielhaft auch Nd : YAG (Dotierung 0,5%-1,5%), Nd : YAlO,
Nd : YLF oder Nd : LSB genannt werden. Mit 13 und 14 sind die
Polarisationsrichtungen der Laser-Grundwelle und der
zweiten Harmonischen bezeichnet. Die Pumpanordnung bei
diesem Laseraufbau besteht aus mindestens einer
Laserdiodenzeile 15, deren Laserstrahlung durch
üblicherweise zu verwendende optische Abbildungelemente,
wie eine senkrecht zur Ebene des p-n-Überganges wirkende
zylindrische Kollimationslinse 16 und eine asphärische
Linse 17 auf den Kristall 11 gerichtet ist. Letztere ist
vorteilhafterweise auf zwei Seiten derart abgeschliffen,
daß ein Strahlungseinfallswinkel von 10°-30° auf den
Kristall 11 realisiert werden kann. Für einen 3. und 4.
Durchgang der Pumpstrahlung durch den Kristall 11 wird ein
sphärischer Spiegel 18 in geeigneter Weise so angeordnet,
daß die Pumpstrahlung nach ihrem Austritt aus dem Kristall
11 wieder in sich selbst zurückreflektiert wird. Der
elliptische Pumpfokus wird mit einem solchen großen
Halbmesser eingestellt, wie er erforderlich ist, um bei
einem kurzen Resonator von 50 mm-250 mm Länge eine
Strahlqualität einzustellen, die durch eine
Beugungsmaßzahl von M2 < 5 charakterisiert ist. Für den
Verwendungszweck ausreichend ist es jedoch auch, wenn die
Beugungsmaßzahl M2 in einem Bereich von 1 bis 10 liegt.
Zur Anwendung des erfindungsgemäßen Lasers in der Medizin,
insbesondere zur Koagulation der Retina, sind
Strahlqualitäten erforderlich, bei denen der
Applikationsspot durch seine Homogenität einen ausreichend
guten Koagulationseffekt erzeugen kann. Gleichfalls muß
eine effektive Einkopplung und Auskopplung von mindestens
90% der erzeugten frequenzverdoppelten Laserstrahlung in
eine dem Laserausgang nachgeschaltete nichtvergütete
Glasfaser gewährleistet sein.
Der kritisch phasenangepaßte LBO-Kristall sollte eine
Länge von 2 mm bis 10 mm aufweisen, wodurch eine geringe
nichtlineare Auskopplung der frequenzverdoppelten
Strahlung aus der Laser-Grundwelle und folglich geringe
nichtlineare Fluktuationen der Laserausgangsleistung
resultieren. Es ist auch möglich, den nichtlinearen
optischen Kristall analog der Scheibenlasertechnologie als
dünne Scheibe auszubilden.
Obwohl durch die kritische Winkelphasenanpasung zusätzlich
eine, gemäß der Erfindung wünschenswerte Herabsetzung der
nichtlinearen Umwandlungseffektivität hervorgerufen wird,
ist es auch möglich, den LBO-Kristall mit der sonst
üblichen unkritischen Temperaturphasenanpassung zu
verwenden.
Anstatt der Verwendung eines Endspiegels 10 ist es auch
möglich, den nichtlinearen optischen Kristall 11 an seiner
Endfläche durch Verwendung einer dielektrischen
Beschichtung hochreflektierend für die Lasergrundwelle und
die zweite Harmonische auszubilden.
Dem Fachmann ist bekannt, daß alternativ auch ein
Resonator mit einer internen Linse verwendet werden kann
oder ein einfacher linearer Zwei-Spiegel-Resonator, der so
dimensioniert wird, daß optimale Strahltaillen
gleichzeitig im Laserkristall und im nichtlinearen
optischen Kristall entstehen, wobei der Laserkristall auch
als Faltspiegel dienen kann. Es können auch die Endflächen
der optisch aktiven Elemente des Resonators als abbildende
Flächen ausgeführt sein.