DE19946161A1 - Verfahren zur Abstandsmessung - Google Patents
Verfahren zur AbstandsmessungInfo
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Abstract
Bei diesem Verfahren wird mittels eines CW-Mikrowellensensors (MS) ein Abstand zu mindestens einem Meßobjekt (MO) gemessen, und es ist dadurch gekennzeichnet, daß an dem mindestens einen Meßobjekt (MO) mindestens ein aktiver Reflektor (AR) befestigt ist, welcher ein vom CW-Mikrowellensensor (MS, RS) ausgesandtes Signal empfängt, moduliert und danach abstrahlt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung eines Ab
stands und einer Abstandsänderung eines Objekts mit Hilfe von
Mikrowellen, Anwendungen derselben sowie Vorrichtungen zur
Reflexion von Mikrowellensignalen.
Beispielsweise aus J. Detlefsen: "Radartechnik", Springer
Verlag Berlin, 1998, ist es bekannt, mit Hilfe von Radarwel
len einen Relativabstand bzw. eine Relativgeschwindigkeit
zwischen einem Radargerät und einem oder mehreren Meßobjekten
zu messen, insbesondere mittels Messung der Pulslaufzeit und
mittels FMCW-Messung.
Mikrowellen-basierte, und besonders Radar-basierte, Abstands-
und Geschwindigkeits-Meßverfahren bieten aufgrund einer ge
ringen Funkdämpfung und einer hohen Unabhängigkeit der Wel
lenausbreitung von Temperatur, Druck, Feuchtigkeit etc. Vor
teile gegenüber einer alternativen Wellenform wie beispiels
weise Ultraschall oder Laser.
Bei dem Pulslaufzeit-Verfahren wird ein kurzer Radarpuls in
Richtung eines Meßobjekts ausgesendet und nach einer Laufzeit
τ als reflektierter Puls wieder empfangen. Die Laufzeit des
Radarpulses ist proportional zum Abstand zwischen Radargerät
und Meßobjekt.
Beim FMCW(Frequency Modulated Continuos Wave)-Verfahren wird
ein linear oder stufenweise frequenzmoduliertes Radarsignal
ausgesendet. Bei einer stufenweisen Modulation werden für ei
ne Entfernungsmessung mindestens zwei unterschiedliche Fre
quenzwerte angefahren. Zwischen Sende- und Empfangssignal am
Radargerät ergibt sich eine Frequenz- bzw. eine Phasenver
schiebung entsprechend der Laufzeit τ. Das FMCW-Verfahren be
sitzt bei kommerziellen Radarsensoren die größte Verbreitung.
Arbeitet ein allgemeines CW(Continous Wave)-Radar, also auch
z. B. ein Doppler-Radar, mit einem monofrequenten Radarsignal
mit einer Frequenz fHF, so beträgt die Phasendifferenz ϕ zwi
schen dem ausgesandten Signal und einem vom Meßobjekt reflek
tierten Empfangssignal
ϕ = 2 . π . fHF . τ, (1)
wobei τ die gesamte Laufzeit des Radarsignals darstellt. Ne ben konstanten Offset-Einflüssen ist die Laufzeit τ über die Ausbreitungsgeschwindigkeit c der Radarwellen direkt mit der Entfernung d vom Radarsensor zur Reflektoreinheit verknüpft.
wobei τ die gesamte Laufzeit des Radarsignals darstellt. Ne ben konstanten Offset-Einflüssen ist die Laufzeit τ über die Ausbreitungsgeschwindigkeit c der Radarwellen direkt mit der Entfernung d vom Radarsensor zur Reflektoreinheit verknüpft.
Es gilt:
Aufgrund der Periodizität der Phase (und wegen des allgemein
unbekannten Offsets τoffs) eignet sich eine Phasenmessung bei
nur einer Radarfrequenz lediglich zur Bestimmung von diffe
rentiellen Abstandsänderungen.
Ein absoluter Positionswert kann z. B. durch eine kontinuier
liche Bestimmung einer Abstandsänderung im Anschluß an eine
Kalibriermessung relativ zu einem Kalibrierungs-Bezugspunkt
bestimmt werden.
Bei einer kontinuierlichen Messung ist dafür Sorge zu tragen,
daß die Messung so schnell erfolgt, daß zwischen zwei Messun
gen keine so große Entfernungsänderung erfolgt, die eine Pha
senänderung größer als 180° nach sich zieht. Diese Bedingung
entspricht dem allgemein bekannten Abtast-Theorem.
Eine kontinuierliche Verfolgung der Phase wird häufig als
Dopplermessung bezeichnet, wobei die zeitliche Ableitung der
Phase der Dopplerfrequenz entspricht. Die Dopplerfrequenz ist
proportional zur Relativgeschwindigkeit zwischen Radarsensor
und Meßobjekt in Richtung der Signalübertragung.
Für eine absolute Entfernungsmessung müssen mindestens zwei
Phasenwerte, die bei mindestens zwei unterschiedlichen Radar
frequenzen bestimmt werden, ausgewertet werden. Bezeichnet
ΔfHF die Frequenzdifferenz zwischen zwei Radarfrequenzen fHF1
und fHF2, so gilt für die Differenz Δϕ zwischen den gemessenen
Phasenwerten ϕ1 und ϕ2:
Δϕ = 2 . π . ΔfHF . τ.
Wird Δf nicht zu groß gewählt, ist Δϕ innerhalb eines großen
Entfernungsbereichs eindeutig. Zur Gewährleistung eines opti
malen Meßeffekts ist Δf für eine Entfernungsmessung aller
dings auch nicht unnötig klein zu wählen. Ein gleichzeitig
hoher Meßeffekt, verbunden mit einem großen Eindeutigkeitsbe
reich, kann bei einer Verwendung noch weiterer Meßfrequenzen
(und somit weiterer Phasenmeßwerte) erreicht werden.
Im Grenzfall einer kontinuierlichen Frequenzmodulation werden
die Radarfrequenz mit der Zeitveränderung und die Phasenände
rung gemessen. Bei einer linearen Frequenzmodulation kommen
die bekannten Verfahren zur FMCW-Signalverarbeitung zum Zuge,
wie sie unter anderem in WO 99/10757 offenbart sind. Alle Ra
darverfahren, die zur Entfernungsmessung Signalfrequenzen
auswerten, beruhen auf den oben genannten Phasenbeziehungen,
da eine Frequenz lediglich eine zeitliche Ableitung der Phase
ist.
Diese und weitere Ausführungen zu systemtheoretischen Grund
lagen sind in M. Vossiek, T. v. Kerssenbrock, P. Heide, "Si
gnal Processing Methods for Millimetrewave FMCW-Radar with
high Distance and Doppler Resolution", 27th European Microwa
ve Conference, Jerusalem, Israel, pp. 1127-1132, 1997, zu
finden.
Realisierungsmöglichkeiten für FMCW-Radarsensoren mit unter
schiedlichen Topologien sind beispielsweise in: B. Zimmermann
et al: "24 GHz Microwave Close-Range Sensors For Industrial
Measurement Applications", Microwave Journal, May 1996; in:
EP 0 647 857 A1, WO 99/10757; in: M. Vossiek et al. (s. o.);
und in: M. Nalezinski, M: Vossiek, P. Heide: "Novel 24 GHz
FMCW Front-End with 2.45 GHz SAW Reference Path for High-
Precision Distance Measurements", 1997 IEEE MTT-S Int, Micro
wave Symp., Denver, USA, pp. 185-188, zu finden.
In der Regel erwünscht ist eine hohe Meßempfindlichkeit ver
bunden mit einer hohen Reichweite. Die Reichweite ist unter
anderem von der Sendeleistung und der Antennenrichtschärfe
abhängig. Die funktechnischen Zulassungsvorschriften begren
zen die zulässige ausgesandte Leistung pro Fläche. Die er
reichbare Meßreichweite beträgt daher in der Praxis typi
scherweise einige zehn Meter.
Insbesondere bei einer Messung großer Abstände kann es zu ei
ner Einschränkung der Meßgenauigkeit durch Störobjekte kom
men. Befinden sich außer dem Meßobjekt noch andere Objekte im
Ausbreitungsweg oder in der Umgebung des Meßobjekts, so kann
die Wellenausbreitung gestört sein, weil sich störende Wech
selwirkungen der gewünschten Reflexionen des zu messenden
Meßobjekts und der Meßumgebung ergeben, zum Beispiel durch
Mehrwege-Wellenausbreitung. Dieser Fall wird insbesondere
dann auftreten, wenn eine Funkantenne eine Rundstrahlcharak
teristik aufweist, das heißt, wenn sich viele Objekte gleich
zeitig im Erfassungsbereich der Antenne befinden. Eine derar
tige Störung kann durch eine intelligente Signalauswertung
nur bedingt wirksam reduziert werden.
Es ist zur Kalibriermessung in der Antennenmeßtechnik be
kannt, daß zur Reduktion derartiger Störeffekte metallische
Referenzreflektoren, z. B. Tripelreflektoren, Verwendung fin
den. Diese passiven Reflektoren besitzen einen im Vergleich
zu ihren geometrischen Abmessungen hohen Streuquerschnitt, d.
h. eine hohe Reflektivität.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Möglich
keit zur Reduzierung von Störeinflüssen bei der Abstandsmes
sung mittels Mikrowellen, insbesondere Radarwellen, bereitzu
stellen.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Möglichkeit zur Abstandsmessung mittels Mikrowellen, insbe
sondere Radarwellen, mit hoher Reichweite bereitzustellen.
Diese Aufgaben werden durch ein Verfahren gemäß Patentan
spruch 1, eine Anwendung des Verfahrens gemäß Patentanspruch
17 sowie durch eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch 19 ge
löst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen
entnehmbar.
Dazu wird ein Verfahren zur Abstandsmessung verwendet, bei
dem mittels eines CW-Mikrowellensensors ein Abstand zu minde
stens einem Objekt gemessen wird und an dem mindestens einem
Objekt mindestens ein aktiver Reflektor befestigt ist, wel
cher ein vom CW-Mikrowellensensor ausgesandtes Signal emp
fängt, moduliert und nach der Modulation wieder abstrahlt.
Als Modulation ist eine Amplitudenmodulation, eine Frequenz
modulation oder eine beliebige Kombination beider Modulati
onsarten möglich.
Dieses Verfahren ist für alle CW-Mikrowellensensoren, insbe
sondere CW-Radarsensoren wie zum Beispiel das Doppler-Radar
und das FMCW-Radar, geeignet. Zur Vereinfachung werden die
folgenden Ausführungen vor allem mit Hilfe von Radarsensoren
beschrieben. Die Anwendung von anderen Mikrowellenarten ist
dadurch selbstverständlich nicht ausgeschlossen.
Selbstverständlich kann nicht nur ein Abstand, sondern auch
eine Abstandsänderung und/oder eine Lage und/oder eine belie
bige zeitliche Ableitung dieser Größen ermittelt werden. Zur
Messung des Abstands und der Abstandsänderung ist eine Ver
wendung nur eines Radarsensors ausreichend. Eine, im allge
meinen dreidimendionale, aber auch zweidimensionale, Position
läßt sich z. B. mittels eines einzigen Radarsensors und
Durchführung einer Kalibriermessung oder auch mittels zweier
Radarsensoren mit Triangulationsbestimmung durchführen.
Ein aktiver Reflektor ist aus dem Bereich der Kommunikation
und der Flugortung, zum Beispiel als Sekundärradar (secondary
surveillance radar SSR) aus Meinke Gundelach, "Taschenbuch
der Hochfrequenztechnik", Kapitel S8, 1.7 und 1.8, 5. Aufl.,
Berlin, Heidelberg, New York: Springer 1992, bekannt. Aus US 5 512 899
ist eine aktive Reflektoreinheit zum Test der Meßqua
lität von Radarsystemen mit synthetischer Apertur bekannt.
Typischerweise wird das vom Radarsensor emittierte Radarsi
gnal vom aktiven Reflektor mittels einer Antenne aufgenommen,
zu einem Modulator geleitet (z. B. über ein Richtelement) und
sodann über die Antenne des aktiven Reflektors zurück zum Ra
darsensor gesendet. Ein Ausgang des Modulators kann dabei z.
B. mit einem dritten Anschluß des Richtelementes verbunden
sein.
Der Modulator kann ein Verstärker sein, durch den das Radar
signal im aktiven Reflektor proportional zur Signalhöhe des
eingehenden Radarsignals verstärkt wird. Eine solche reine
Amplitudenverstärkung bewirkt, daß das vom aktiven Reflektor
zum CW-Radarsensor zurückgesandte Radarpuls im Vergleich zu
den Störsignalen stärker ausgeprägt ist. Dadurch ist eine
Störsignalunterdrückung und Erhöhung einer Meßreichweite ähn
lich eines passiven Reflektors möglich. In Gegensatz zum pas
siven Reflektor ist aber die Höhe der Verstärkung weitgehend
unabhängig von der Fläche des Reflektors und zudem weitgehend
frei wählbar.
Der Modulation kann auch eine Frequenzmodulation, beispiels
weise eine einfache Frequenzverschiebung, bewirken, durch die
das vom aktiven Reflektor zum Radargerät zurückgesandte Ra
darsignal frequenzmoduliert ist.
Dadurch läßt sich vorteilhafterweise das vom aktiven Reflek
tor ausgegebene Radarsignal von den Störsignalen im Frequenz
bereich des Radarsensors trennen, beispielsweise durch Band
paßfilterung. Die Filterung bzw. Demodulation kann z. B. mit
einer elektronischen Schaltung oder algorithmisch in einem
Prozessor durchgeführt werden.
Dieses Verfahren besitzt den Vorteil, daß Störeinflüsse redu
ziert werden und ein hohe Reichweite erzielbar ist. Zudem ist
es flexibel und vergleichsweise preiswert.
Günstigerweise sendet jeder aktive Reflektor mit einer für
ihn charakteristischen Frequenzmodulation. Auf diese Weise
können Signale mehrerer aktiver Reflektoren unterschieden und
getrennt werden. Dadurch kann außer einer Abstands- bzw. Po
sitionsbestimmung auch eine Objektidentifizierung durchge
führt werden.
So sind z. B. mehrere Meßobjekte mit jeweils mindestens einem
aktiven Reflektor ausgestattet. Zweckmäßigerweise ist die
charakteristische Modulation für alle an einem Meßobjekt be
festigen aktiven Reflektoren gleich, jedoch unterschiedlich
innerhalb einer Gruppe von Meßobjekten.
Es ist unter anderem zur Steigerung der Meßreichweite beson
ders vorteilhaft, wenn im aktiven Reflektor das Radarsignal
sowohl frequenz- als auch amplitudenmoduliert wird. Dazu kann
im aktiven Reflektor einem Frequenzmodulator ein Verstärker
nachgeschaltet sein. Der Verstärker kann dann mit dem dritten
Anschluß des Richtelementes verbunden sein.
Insbesondere ist es bei Vorhandensein eines Übertragungsweges
zwischen dem CW-Radar und dem aktiven Reflektor vorteilhaft,
wenn ein Abstandswert und/oder eine Abstandsänderung zwischen
Meßobjekt und CW-Radar bestimmt wird, indem zwischen dem vom
CW-Radar ausgesandten Radarsignal und dem vom CW-Radar aus
empfangenen Radarsignal eine Phasendifferenz oder eine zeit
liche Änderung der Phasendifferenz ausgewertet wird.
Bei Vorhandensein zweier unterschiedlicher Übertragungswege
zwischen CW-Radar und aktivem Reflektor können mindestens
zwei Entfernungswerte bestimmt werden und diese Entfernungs
werte mit Hilfe von geometrischen Gleichungen kombiniert wer
den (z. B. Triangulation), und so die räumliche Position des
Objekts bestimmt wird.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn das Radarsignal im Ver
stärker amplitudenmoduliert wird, indem der Verstärker mit
einem Modulationssignal mit einer Taktfrequenz fM geschaltet,
das heißt ein- und ausgeschaltet, wird, und zusätzlich das im
CW-Radar empfangene Radarsignal mittels einer Hochpaßfilte
rung oder einer Bandpaßfilterung gefiltert und anschließend
demoduliert wird.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Taktfrequenz fM
zwischen 100 kHz und 10 MHz liegt, was typischerweise deut
lich größer ist als die Meßfrequenz.
Durch diese Amplitudenmodulation ergibt sich der Vorteil, daß
das vom aktiven Reflektor ausgesandte Nutzsignal im Spektrum
des Sensorsignals am CW-Radar als moduliertes Signal bei ei
ner Modulationsfrequenz auftritt. Die Störsignale hingegen
sind unmoduliert und treten im Basisband auf. Schon durch ei
ne einfache Hochpaß- oder Bandpaßfilterung mit anschließender
Demodulation werden die Störsignale somit wirksam unter
drückt. Selbstverständlich ist die Demodulation auf die Modu
lation im aktiven Reflektor abgestimmt.
Bei einer Amplitudenmodulation ist es nicht notwendig, die
Verstärkung des Signals lediglich dual (also "an" oder "aus")
zu variieren. Ebenso können zur Modulation Verstärkungsände
rungen in analogen Schritten verwendet werden.
Es ist bei der Amplitudenmodulation vorteilhaft, die Verstär
kungsänderung nicht mit einem konstanten Taktverhältnis
durchzuführen, sondern nach bestimmten pseudozufälligen Code
sequenzen. Die bekannte Codesequenzen wie etwa Barker-Codes,
Schieberegistersequenzen (M-Sequenzen), Golay-Codes, Gold-
Codes oder Huffmann-Sequenzen können unter anderem hierzu
verwendet werden. Bei einem gleichzeitigen Vorhandensein meh
rere aktiver Reflektoren werden bevorzugt solche Sequenzen
verwendet, die nicht oder nur sehr wenig korreliert sind, so
daß durch eine Korrelation im CW-Radar eine Trennung und ein
deutige Zuordnung der reflektierten Signale möglich ist.
Es ist auch vorteilhaft, wenn der aktive Reflektor das Radar
signal mittels einer Frequenzmodulation verändert, indem er
einen Mischerbaustein enthält, welcher das eintreffende Ra
darsignal mit einem Referenzsignal der Frequenz f frequenz
mischt. Das frequenzveränderte Signal wird zum Radarsensor
zurückgesandt und tritt im Spektrum des CW-Radars somit bei
einer veränderten Frequenz auf. Durch eine geeignete Bandpaß
filterung mit anschließender Demodulation können die Stö
rechos ähnlich wie im Fall der Amplitudenmodulation unter
drückt werden. Es ist, insbesondere zur Steigerung der Meß
reichweite, vorteilhaft, wenn das frequenzmodulierte Radarsi
gnal gleichzeitig verstärkt vom aktiven Reflektor abgestrahlt
wird.
Es kann auch vorteilhaft sein, wenn statt eines Mischers ein
Phasenschieber verwendet wird, welcher das am aktiven Reflek
tor eintreffende Signal bezüglich der Phase ändert. Die Phase
wird hierbei beispielsweise wie in R. Mäusl, Digitale Modula
tionsverfahren, Telekommunikation, Heidelberg: Hüthig Buch
Verlag GmbH, 1991, genannt, verändert.
Es kann weiterhin vorteilhaft sein, die Radarsignale im akti
ven Reflektor um einen definierten Zeitversatz zu verzögern.
Die Zeitverzögerung ist zweckmäßigerweise so groß, daß Stör
signale, beispielsweise verursacht durch Reflexionen an Ge
genständen im Meßbereich, durch eine Ausbreitungsdämpfung im
Freiraum weitestgehend abgeklungen sind. Werden die Zeitver
zögerungen zudem für jeden Reflektor unterschiedlich gewählt,
so sind die Signalanteil mit bekannten CW-Radar-
Auswerteverfahren eindeutig trennbar.
Bei einer Dimensionierung eines zur Verzögerung der Laufzeit
eingesetzten Laufzeitgliedes ist darauf zu achten, daß es in
dem für die entsprechende Anwendung gegebenen Entfernungsbe
reich zu keiner Überlappung der Laufzeiten verschiedener
Signalanteile des Reflektors kommen kann.
Es ist besonders vorteilhaft, wenn das Laufzeitglied mit ei
ner oder mehreren Verzögerungsleitungen in Form eines Ober
flächenwellen-Bauelementes (OFW) ausgeführt sind. Solche OFWs
sind beispielsweise in C. Ruppel, L. Rheindl, S. Berek, U.
Knauer, P. Heide, M. Vossiek, "Design Fabrication and Appli
cation of Precise Delay Lines at 2.45 GHz, IEEE, Ultrasonics
Symposium, San Antonio, USA. 1996, dargestellt.
Wird die Verzögerungsleitung mit Oberflächenwellen-
Bauelementen realisiert, so ist es besonders vorteilhaft, di
rekt auf einem Substrat, auf dem die Verzögerungsleitung auf
gebaut wird, auch eine Resonatorstruktur aufzubringen, aus
der die Modulationsfrequenz bzw. das Modulationssignal ab
leitbar wird. Hierdurch wird in optimaler Weise sicherge
stellt, daß Laufzeitänderungen aufgrund einer Temperaturdrift
und einer Alterung des Substrats eine proportionale Änderung
der Modulationsfrequenz nach sich zieht. Dadurch, daß die
Laufzeit und die Modulationsfrequenz auf demselben Substrat
mit demselben physikalischen Grundprinzip erzeugt werden,
sind sie automatisch in gewünschter Weise gekoppelt. Dimen
sionierungen von OFW-Laufzeitgliedern und OFW-Resonatoren
können in der einschlägigen Literatur nachgelesen werden. Das
Substrat besteht bevorzugt aus Lithiumniobat oder Quartz.
Insbesondere günstig ist es, eine Amplitudenmodulation mit
einer Zeitverzögerung zu kombinieren. Hierbei wird die Ver
stärkung z. B. in regelmäßigen Abständen ein- und ausgeschal
tet. Die Modulationsfrequenz wird vorzugsweise so gewählt,
daß sie invers mit der Verzögerungszeit des Laufzeitgliedes
verkoppelt ist, z. B. wird bei einer Modulationsfrequenz von
1 MHz eine Verzögerung von 1 µs gewählt wird.
Durch eine derartige Anordnung kann verhindert werden, daß
das verstärkte und modulierte Signal wiederum in den Ein
gangskreis des aktiven Reflektors gelangt, nochmals verstärkt
wird und somit eine Übersteuerung oder Rückkopplungs-
Schwingungen verursacht. Durch die Kopplung der Verzögerung
an die Modulationsfrequenz kann dafür gesorgt werden, daß der
Eingangskreis immer dann abgeschaltet ist, wenn das verstärk
te und verzögerte Signal zum Radarsensor zurückgesendet wird.
Selbstverständlich ist die Modulation des Radarsignals im ak
tiven Reflektor nicht auf die oben beschriebenen Modulations
verfahren beschränkt, weitere Ausführungen zu Modulationsver
fahren finden sich beispielsweise in Mäusl et al.
Alle erwähnten Codierungsverfahren können auch in beliebiger
Kombination verwendet werden. Besonders vorteilhaft für eine
hochgenaue Messung von Abstand und/oder Position ist es, die
zeitliche Änderung der Phase bei einer Radarfrequenz, also
die differentielle Entfernungsmessung, mit den Phasendiffe
renzwerten bei mehreren Radarfrequenzwerten, also die absolu
te Entfernungsmessung, in Verbindung zu setzen. Die absoluten
Meßwerte können z. B. durch die wesentlich genaueren diffe
rentiellen Änderungswerte korrigiert werden. Dabei ist auf
einen ausreichend schnellen Meßvorgang zu achten.
Für eine exakte Entfernungsmessung ist desweiteren wichtig,
daß die Radarfrequenz und insbesondere die Frequenzänderung
sehr exakt eingestellt und gehalten werden kann. Neben analo
gen Regelschleifen und Kalibriereinrichtungen mit Referenz
laufzeitgliedern bieten sich hierfür insbesondere Phasenre
gelschleifen (PLL = Phase Lock Loop) und die direkte digitale
Signalsynthese an.
Mittels eines aktiven Reflektors ist es günstigerweise auch
möglich, Daten zu übertragen, z. B. eine Kennung. Zur Kodie
rung können unter anderem die in Mäusl et al. beschriebenen
Verfahren verwendet werden. Im Prinzip ist eine Einschränkung
auf eine spezielles Kodierungsverfahren nicht notwendig.
Die oben beschriebenen Verfahren zur Positionsbestimmung bzw.
Abstandsmessung eignen sich aufgrund der hohen Störsignal-
Unterdrückung besonders bei einer großen Meßdistanz, bei
spielsweise in einer komplexen industriellen Umgebung.
Eine vorteilhafte Anwendung ist eine Positionsbestimmung ei
nes autonomen Fahrzeugs, jedes autonome Fahrzeug ist hierbei
mit einem aktiven Reflektor ausgerüstet. Innerhalb des Gebie
tes, in dem sich das autonome Fahrzeug bewegt, sind ferner
zwei CW-Radarsensoren, vorzugsweise FMCW-Radars, an unter
schiedlichen Positionen vorhanden. Mit den Radars wird je
weils der Abstand zum mit dem autonomen Fahrzeug verbundenen
aktiven Reflektor gemessen. Durch eine Kombination der Ab
stands-Meßwerte, das heißt durch Lösen eines Gleichungssy
stems mit geometrischen Triangulationsgleichungen, wird die
Position des autonomen Fahrzeuges bestimmt. Durch zusätzliche
Radarsysteme an unterschiedlichen Positionen kann zusätzlich
der Positionsmeßwert mit einer verbesserten Genauigkeit be
stimmt werden und/oder es kann eine Positionsmessung auf wei
tere Dimensionen, zum Beispiel die Höhe, ausgedehnt werden.
Ist die aktive Reflektoreinheit auch zur Datenübertragung fä
hig, so können vom autonomen Fahrzeug gleichzeitig zur Ent
fernungsmessung über den aktiven Reflektor Daten zum Radar,
welches mit einer Datenauswerte-Einheit ausgestattet ist,
übertragen werden. Relevante Daten können beispielsweise das
Transportgut des autonomen Fahrzeugs, sensorische Informatio
nen des autonomen Fahrzeugs, Diagnoseparameter oder eine
Identifikationskennung des autonomen Fahrzeugs sein. Auch
können weitere Daten des autonomen Fahrzeugs, wie etwa sein
Fahrtziel oder spezielle Transportaufträge, übertragen wer
den.
Eine weitere vorteilhafte Anwendung des Verfahrens ist die
Positionsbestimmung eines Behältnisses in einem Hochregalla
ger. Diese Verwendung ist ähnlich zur Positionsbestimmung von
autonomen Fahrzeugen, nur daß hierbei vorzugsweise mindestens
zwei Abfragegeräte innerhalb einer Regallagergasse angeordnet
sind, mit denen dann wie beschrieben die Höhe und Position
des Behältnisses bestimmt wird.
Hierzu wird das Behältnis, typischerweise eine Transportbox
oder eine Einheit des Transportfahrzeuges, welches die Trans
portbox enthält, mit einer aktiven Reflektoreinheit versehen.
Dadurch kann die Transportbox gezielt von einer Position im
Hochregal genommen oder auf eine bestimmte Position gestellt
werden. Daten über die zum entnehmende Box bzw. Daten über
die entnommene Box (beispielsweise Inhalt, Größe etc.) können
mit der beschriebenen Kommunikationsanordnung vom Abfragege
rät zur Transporteinheit bzw. umgekehrt übertragen werden.
Sehr vorteilhaft kann das Verfahren zur Positionsbestimmung
auch zur Positionsbestimmung von Werkzeugen eingesetzt wer
den. Hierbei wird ein Werkzeug, vorzugsweise möglichst nahe
an seinem mechanischen Angriffspunkt zum Werkstück, mit einem
aktiven Reflektor versehen. Je nach Freiheitsgrad der Bewe
gung des Werkzeugs wird dann mit einem oder mehreren wie oben
beschriebenen Verfahren bzw. Anordnungen die Entfernung des
Werkzeugs zum jeweiligen Radarsystem bestimmt. Durch Kombina
tion der Entfernungswerte wird dann die exakte Position des
Werkzeugs bestimmt und/oder geregelt.
Als Werkzeuge kommen beispielsweise Werkzeuge zur Werkstoff
bearbeitung wie etwa Dreh-, Fräs-, Bohr-, Stanz- und/oder
Schneidwerkzeuge, Greifwerkzeuge oder auch medizinische In
strumente in Betracht. Die Aufgabe des Meßsystems ist es,
möglichst exakt die Position und/oder die Lage des Werkzeugs
im Raum zu bestimmen. Der Vorteil gegenüber einem mechani
schen Meßsystem besteht darin, daß die Position des Werkzeu
ges berührungslos direkt am Werkzeug meßbar ist und ein Feh
ler aufgrund einer mechanischen Verformung (Torsion, Biegung
etc.) vermieden wird. Das Prinzip des aktiven Reflektors eig
net sich insbesondere deshalb, weil eine passive Reflekto
ranordnung aufgrund einer Vielzahl starker Störreflexionen an
den bei Werkzeugmaschinen üblichen metallischen Flächen in
der Regel keine ausreichend präzisen Meßergebnisse liefert.
Eine Störung durch Störreflexionen werden durch den aktiven
Reflektor verhindert, so daß auch in stark reflektierenden
Umgebungen sicher und genau gemessen werden kann.
Bei allen genannten Anordnungen können sowohl der Anbrin
gungsort von Reflektor und Radargerät als auch die Zahl der
aktiven Reflektoren und Radarsensoren vertauscht werden. Der
erzielbare Informationsgewinn wird lediglich durch die Zahl
und geometrische Position der Meßwege bestimmt.
Die Methode ist gleichermaßen geeignet zur Messung einer Ab
standsänderung, eines Abstands, einer (zwei- oder mehrdimen
sionalen) Position bzw. Lage und/oder einer Geschwindigkeit.
In den folgenden Ausführungsbeispielen wird die Methode zur
Abstandsmessung schematisch näher dargelegt.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zum Abstandsmessung,
Fig. 2 zeigt einen FMCW-Radarsensor,
Die Fig. 3a bis 3d zeigen Ausführungsformen einen aktiven
Reflektors,
Fig. 4 zeigt eine Skizze eines Spektrums eines am Radarsen
sor empfangenen Signals.
In Fig. 2 ist ein schematisches Schaltbild einer typischen
Mikrowellen-Meßanordnung in Form eines CW-Mikrowellensensors
MS in Form eines FMCW-Radarsensors RS abgebildet mit Oszilla
tor (VCO), Signalgenerator/Linearisierer (SGLIN), Radaremp
fänger (EMIX) und Antenne (ANT). Weiterhin sind eine Auswer
teeinheit (FFT) zur schnellen Fourier-Transformation (Fast
Fourier Transformation, FFT) und eine Referenzeinheit (REF)
vorhanden.
Über ein Steuersignal, z. B. eine von Außen angelegte Span
nung, kann die Frequenz des Oszillators VCO eingestellt wer
den. Das vom Oszillator VCO ausgesandte Signal wird als Ra
darsignal über die Antenne ANT emittiert und die sich erge
benden Reflexionen wieder empfangen (angedeutet durch die
Pfeile). Zwischen Oszillator VCO und Antenne ANT befindet
sich der Radarempfänger EMIX, der einer ersten Teil des vom
Oszillator VCO abgegebenen Signals zur Antenne ANT transmit
tiert und mit einem zweiten Teil des Signals eine Frequenz
mischung mit dem empfangenen Signal durchführt. Der Radar-
bzw. Mikrowellenempfänger EMIX ist hier als Detektormischer
ausgeführt.
Dieser Radarsensor RS liefert ein Sensorsignal SES, dessen
Phase oder Frequenz proportional zu einem Abstand dr des Meß
objektes MO ist. Durch Auswertung von Phasenwerten und/oder
Phasendifferenzwerten und/oder Frequenzwerten kann nach be
kannten Methoden der Abstand dr von Meßobjekten und/oder die
Abstandsänderung und/oder die Geschwindigkeit bestimmt wer
den.
In diesem Ausführungsbeispiel wird eine lineare Frequenzmodu
lation zur Bestimmung des Objektabstands dr angewendet, wel
che mittels einer schnellen Fourier-Transformation in der
Auswerteeinheit FFT ausgewertet wird. Die Auswerteeinheit FFT
erhält das Sensorsignal vom Radarempfänger EMIX. Das Ergebnis
der schnellen Fourier-Transformation ist ein Echoprofil, das
die Radar-Reflexionen in Abhängigkeit von der Entfernung dar
stellt.
Ein vom Oszillator VCO abgeleitetes Signal wird in den Si
gnalgenerator/Linearisierer SGLIN eingespeist, welcher die
Frequenz des Oszillators VCO so steuert, daß sich eine linea
re Frequenzmodulation ergibt. Als Basis zur Steuerung der Mo
dulationsspannung dient üblicherweise ein Vergleich mit einer
stabilen Referenz REF.
In dieser Figur befinden sich ein Meßobjekt MO und mehrere
Störobjekte SO in einem etwa gleichen Abstand dr, z. B. dr =
100 m -200 m, zur Antenne ANT des Radarsensors RS.
Im Spektrum des Sensorsignals überlagern sich die Einzelechos
zu einem Gesamtechound können nicht mehr diskriminiert wer
den. Im schlimmsten Fall ist die Reflexion der Störobjekte SO
größer als die Reflexion des Meßobjekts MO. Bei bewegten Ob
jekten MO, SO kann es zudem durch Interferenzeffekte zu einer
starken Amplitudenfluktuation der Echos kommen. Insgesamt hat
dies zur Folge, daß sich die Meßgenauigkeit reduziert bzw.
die Messung verhindert wird.
In Fig. 1 ist nun das Meßobjekt MO mit einem aktiven Reflek
tor AR ausgestattet. Der aktive Reflektor AR weist als Teil
komponenten eine Antenne A2, ein Richtelement RE und einen
Modulator MOD auf. Der Modulator MOD enthält einen Verstärker
AMP und einen diesem nachgeschalteten Fregenz-Modulator FMOD.
Der Radarsensor RS kann, aber muß nicht, dem Radarsensor RS
in Fig. 2 entsprechen. Zur Übersichtlichkeit der Meßsituati
on ist die Antenne ANT des Radarsensors RS mit eingezeichnet.
Das vom Radarsensor RS emittierte Radarsignal wird vom akti
ven Reflektor AR mittels der Antenne A2 aufgenommen, über das
Richtelement RE zum Verstärker AMP geleitet und von dort aus
in den Frequenzmodulator FMOD. Das frequenzmodulierte und
verstärkte Signal wird sodann in einen dritten Anschluß des
Richtelementes RE eingespeist und danach über die Antenne A2
des aktiven Reflektors AR zurück zum Radarsensor RS gesendet.
In einer dem Radarsensor RS nachgeschalteten Filtereinheit
FIL/DEM wird das empfangene Signal wieder gefiltert bzw. de
moduliert und danach als Sensorsignal SES in eine Auswerte
einheit FFT eingegeben. Selbstverständlich können Filterein
heit FIL/DEM und Auswerteeinheit FFT auch in den Radarsensor
RS integriert sein.
In Fig. 3a ist ein aktiver Reflektor AR aufgezeichnet, wel
cher eine Amplitudenmodulation erzeugt. Im Gegensatz zum ak
tiven Reflektor AR in Fig. 1 fehlt hier der Frequenzmodula
tor MOD.
Die Amplitudemmodulation wird erzeugt, indem der Verstärker
AMP mit einem Modulationssignal MSIG mit einer Taktfrequenz
fM geschaltet, das heißt hier: ein- und ausgeschaltet, wird.
Die Taktfrequenz fM wird deutlich größer als die Meßfrequenz
gewählt, hier: 100 kHz ≦ fM ≦ 10 MHz. Durch diese im aktiven
Reflektor AR durchgeführte Amplitudenmodulation tritt vor
teilhafterweise im Spektrum des Sensorsignals SES das Nutzsi
gnal als moduliertes Signal bei einer Modulationsfrequenz
auf. Die Störsignale hingegen sind unmoduliert und treten im
Basisband auf.
Schon durch eine in der Filter- und/oder Demodulationseinheit
FIL/DEM durchgeführte einfache Hochpaß- oder Bandpaßfilterung
mit anschließender Demodulation werden die Störsignale somit
wirksam unterdrückt. Selbstverständlich ist die Demodulation
auf die Modulation im aktiven Reflektor AR abgestimmt.
Bei einer Amplitudenmodulation ist es generell nicht notwen
dig, die Verstärkung des Signals lediglich zu variieren.
Ebenso können zur Modulation Verstärkungsänderungen in analo
gen Schritten verwendet werden.
Es kann bei der Amplitudenmodulation auch vorteilhaft sein,
die Verstärkungsänderung nicht mit einem konstanten Taktver
hältnis durchzuführen, sondern mit bestimmten pseudozufälli
gen Modulationssequenzen. Die bekannten Codesequenzen wie et
wa Barker-Codes, Schieberegister-Sequenzen (M-Sequenzen), Go
lay-Codes, Gold-Codes oder Huffmann-Sequenzen können unter
anderem hierzu verwendet werden.
Bei einem gleichzeitigen Vorhandensein mehrerer aktiver Re
flektoren AR werden bevorzugt solche Sequenzen verwendet, die
nicht oder nur sehr wenig korreliert sind, so daß durch eine
Korrelation im Radarsensor RS eine Trennung und eindeutige
Zuordnung der reflektierten Signale möglich ist.
Auch können mittels einer Kodierung der Pulsfolgen, z. B. der
oben genannten Code-Sequenzen, Daten übertragen werden. Die
Datenübertragung kann ebenfalls so geschehen, daß der Ver
stärkertakt in seiner Frequenz umgeschaltet wird (hoch/tief)
oder in seinem Taktverhältnis.
In Fig. 3b ist als Skizze ein weiterer aktiver Reflektor AR
abgebildet. Dieser beinhaltet nun einen Mischerbaustein MIX,
welcher das von der Richteinheit RE ausgegebene Signal mit
einem Referenzsignal der Frequenz fR, das auch als Modulati
onsfrequenz bezeichnet werden kann, mischt und an den Ver
stärker AMP weiterleitet.
Je nach Ausführungsform des Mischerbausteins MIX handelt es
sich um einen Einseitenbandmischer oder einen Zweiseitenband
mischer. Im Falle eines Einseitenbandmischers wird das ein
treffende Signal frequenzversetzt zum Radarsensor RS zurück
gesandt und tritt im Spektrum des Sensorsignals SES mit einer
Versatzfrequenz fR auf. Durch eine geeignete Bandpaßfilterung
mit anschließender Demodulation können Störsignale unter
drückt werden.
In diesem Ausführungsbeispiel kann eine Datenübertragung zum
Beispiel mittels einer Änderung der Modulationsfrequenz fR
geschehen, was einer sog. FSK (frequency key shifting)-
Modulierung entspricht.
Fig. 3c zeigt einen weiteren aktiven Reflektor AR. Dieser
weist nun einen steuerbaren Phasenschieber PHS auf, der das
eintreffende Signal bezüglich der Phase über ein Phasensignal
PSIG, das auch als Modulationsfrequenz angesehen werden kann,
ändert. Die Phase wird dabei nach bekannten Schemata (siehe
z. B. Mäusl. et al.).
In diesem Ausführungsbeispiel ist zur Datenübertragung die
aus der Kommunikationstechnik bekannte Phasenmodulation (pha
se key shifting) günstig.
Fig. 3d zeigt einen weiteren aktiven Reflektor AR, bei dem
die Signale im aktiven Reflektor AR um einen definierten
Zeitversatz im die Zeitverzögerung bestimmenden Laufzeitglied
DEL verzögert werden, welches zwischen Richtelement RE und
Verstärker AMP angebraccht ist. Es ist vorteilhaft, wenn das
Laufzeitglied DEL mit einer oder mehreren Verzögerungsleitun
gen in Form eines Oberflächenwellen-Bauelementes (OFW) ausge
führt sind.
Fig. 4 zeigt ein Frequenzspektrum eines am Radarsensor emp
fangenen Signals als Auftragung einer Signalhöhe in beleibi
gen Einheiten gegen eine Frequenz f in beliebigen Einheiten.
Das vom Radarsensor MS,RS ausgesendete Signal sei gegeben
durch
stx(t) = cos((ω0 + 0,5 . µ . t) .t) (1),
wobei ω0 bzw. f0 die Modulations-Start-Frequenz ("Sweep-
Start-Frequenz") und µ die Durchstimmrate ("Sweep-Rate") dar
stellt. Das vom Radarsensor MS,RS empfangene Signal ist eine
Summe mehrerer zeitverzögerter Abbildungen des ausgesandten
Signals; allerdings ist nur die vom aktiven Reflektor AR aus
gesandte Signalkomponente mit einer Frequenz ωmod bzw. fmod mo
duliert. Dadurch ist das vom Radarsensor MS,RS empfangene Si
gnal darstellbar als
srx = stx(t - τr) . cos((ωmod . t + ϕm0) + Σ . stx(t - τn) (2)
mit τr der Laufzeit vom Radarsensor MS,RS zum aktiven Reflek
tor RS und zurück und τn der Laufzeit der anderen Objekte.
Zur Einfachung werden Änderungen der Amplitudenhöhe nicht
mitberücksichtigt. Ebenfalls zur Vereinfachung wird die mit
rechteckförmige Amplitudenmodulation durch eine Cosinusmodu
lation (Frequenzmodulation) angenähert, höhere Terme werden
also vernachlässigt. In der Praxis kann eine Unterdrückung
höherer Terme mittels eines einfachen Bandpaßfilters durchge
führt werden.
Der Radarempfänger EMIX multipliziert die vom Radargerät
MS,RS ausgestrahlten und empfangenen Signale, was zu einem
überlagerten Signal
Sm(t) = cos(ωmod . t + µ . τr . t + ω0 . τr) +
cos(ωmod . t + µ . τr. t + ω0 . τr) +
Σn cos(ω0 . τn + µ . τn . t) (3)
führt. Höhere Frequenzanteile und Phasenterme, welche für die
Abstandsmessung nicht von Bedeutung sind, sind hierbei ver
nachlässigt.
Die zwei Spektralkomponenten mc1, mc2 des aktiven Reflektors
AR sind um die Modulationsfrequenz fmod herum zentriert, wäh
rend die anderen Signale im Basisband ("Baseband") angesie
delt sind. Falls also die Modulationsfrequenz fmod und die
Sweep-Rate µ geeignet gewählt sind, kann das gewünschte, vom
aktiven Reflektor AR ausgestrahlte Signal klar von den Stör
signalen getrennt werden.
In dieser Figur ist dazu ein typisches Spektrum von Empfangs
signalen aufgetragen, bei der die Frequenzanteile gemäß Gl.
(3) aufgetragen sind.
Aus einer Betrachtung der zwei durch den aktiven Reflektor AR
verursachten Spektrallinien m1, mc2 ergibt sich ein Abstand dr
zwischen Radarempfänger MS,RS und aktivem Reflektor AR nach
Δf = µ . τr/π → dr =½c . τr = π . c . Δf/(2 . µ) (4)
Δϕ = 4πf0τr → dr = c . Δϕ/(8 . π . f0) (5),
mit Δf der Frequenzdifferenz und Δϕ der Phasendifferenz. Auf
grund der Periodizität der Phase kann die Phasendifferenz Δϕ
aus Gl. (5) nicht zur Messung eines absoluten Abstands dr
verwendet werden, sie ist aber sehr nützlich zur präzisen Be
stimmung einer Abstandsänderung. Es ist sinnvoll, die absolu
te Distanz dr aus Gleichung (4) zu bestimmen, und eine Ver
feinerung der Messung mit Hilfe von Gl. (5) vorzunehmen.
Bei dieser Methode wird also statt einer Absolutmessung von
Frequenz oder Phase eine Differenzmessung Δf bzw. Δϕ durchge
führt, welche aus den zwei einander angrenzenden Modulations
komponenten mc1, mc2 gewonnen wird. Dadurch sind die aus den
Gl. (4) und (5) gewonnenen Werte nicht von der Modulations
frequenz fmod abhängig. Somit ist auch bei einer Drift der Mo
dulationsfrequenz fmod eine sehr präzise Messung möglich.
Eine Meßungenauigkeit kann durch eine sich ändernde Zeitver
zögerung des Laufzeitglieds DEL verursacht sein, die z. B.
durch eine Temperaturänderung eines OFWs hervorgerufen wird.
Bei einem OFW ist die Verzögerungszeit proportional zur Modu
lationsfrequenz fmod, so daß eine sich ändernde Zeitverzöge
rung erkennbar und kompensierbar ist durch eine Überwachung
der Modulationfrequenz fmod. Die Modulationsfrequenz fmod, die
dem Mittel der beiden vom aktiven Reflektor AR reflektierten
Frequenzkomponenten entspricht, kann über viele Meßzyklen
sehr präzise vermessen werden.
Claims (25)
1. Verfahren zur Messung eines Abstands, bei dem
mittels eines CW-Mikrowellensensors (MS) ein Abstand zu min
destens einem Meßobjekt (MO) gemessen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
an dem mindestens einen Meßobjekt (MO) mindestens ein aktiver
Reflektor (AR) befestigt ist, welcher ein vom CW-
Mikrowellensensor (MS,RS) ausgesandtes Signal empfängt, modu
liert und danach abstrahlt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
- - das vom CW-Mikrowellensensor (MS,RS) ausgesandte Signal vom aktiven Reflektor (AR) mittels einer Reflektor-Antenne (A2) empfangen wird,
- - über ein Richtelement (RE) zu einem Modulator (MOD) gelei tet und von diesem moduliert wird,
- - auf einen dritten Anschluß des Richtelementes (RE) gegeben wird,
- - über die Reflektor-Antenne (A2) abgestrahlt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem
das vom CW-Mikrowellensensor (MS,RS) empfangene Signal ent
sprechend der Modulation des aktiven Reflektors (AR) demodu
liert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem
- - mehrere Meßobjekte (MO) mit jeweils mindestens einem akti ven Reflektor (AR) ausgestattet sind, wobei der mindestens eine aktive Reflektor (AR) ein von ihm empfangenes Signal in charakteristischer Weise moduliert, und
- - der CW-Mikrowellensensor (MS,RS) das von ihm empfangene Signal entsprechend der Modulation der aktiven Reflektoren (AR) demoduliert und getrennt auswertet.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem
für einen Übertragungsweg zwischen CW-Mikrowellensensor
(MS,RS) und aktivem Reflektor (AR) ein Wert für einen Abstand
(dr) und/oder eine Änderung des Abstands (dr) bestimmt wird,
indem zwischen dem vom CW-Mikrowellensensor (MS,RS) ausge
sandten Signal und dem vom CW-Mikrowellensensor (MS,RS) emp
fangenen Signal eine Phasendifferenz und/oder eine zeitliche
Änderung der Phasendifferenz ausgewertet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem
ein Abstand dr gemäß einer Gleichung
dr = π . c . Δf/(2 . µ)
und eine Änderung des Abstands (dr) aufbauend auf einer Glei chung
dr = c . Δϕ/(8 . π . f0)
bestimmt wird.
dr = π . c . Δf/(2 . µ)
und eine Änderung des Abstands (dr) aufbauend auf einer Glei chung
dr = c . Δϕ/(8 . π . f0)
bestimmt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem
zwischen CW-Mikrowellensensor (MS,RS) und aktivem Reflektor
(AR) mindestens zwei Entfernungswerte über unterschiedliche
Übertragungswege bestimmt werden und diese Entfernungswerte
mit Hilfe von geometrischen Gleichungen kombiniert werden,
und so die räumliche Position des Meßobjekts (MO) bestimmt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, bei dem
- - das vom aktiven Reflektor empfangene Signal amplitudenmo duliert wird, indem der Verstärker (AMP) mit einem Modula tionssignal mit einer Taktfrequenz fM geschaltet wird, und
- - das im CW-Mikrowellensensor (MS,RS) empfangene Signal mit tels einer Hochpaßfilterung oder einer Bandpaßfilterung gefiltert und anschließend demoduliert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem
als Modulationssignal ein digitales Taktsignal mit einer
Taktfrequenz fM zwischen 100 KHz und 10 MHz verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, bei dem
die Taktfrequenz durch Barker-Codes, Schieberegister-
Sequenzen, Golay-Codes, Gold-Codes oder Huffmann-Sequenzen
bestimmt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 10, bei dem
- - das vom aktiven Reflektor (AR) empfangene Signal in einen Mischerbaustein (MIX) eingeleitet wird, und in diesem mit einem Referenzsignal der Frequenz fR frequenzversetzt wird,
- - das vom CW-Mikrowellensensor (MS,RS) empfangene Signal mittels einer Bandpaßfilterung gefiltert und anschließend demoduliert wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 11, bei dem
- - das Signal im aktiven Reflektor (AR) in einen Phasenschie ber (PHS) eingeleitet wird, und in diesem frequenzversetzt wird,
- - das im CW-Mikrowellensensor (MS) empfangene Signal mittels einer Bandpaßfilterung gefiltert und anschließend demodu liert wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem das Signal im aktiven Reflektor (AR) in ein Laufzeitglied
(DEL) eingeleitet wird, das im CW-Mikrowellensensor (MS,RS)
empfangene Signal mittels einer Bandpaßfilterung gefiltert
und anschließend demoduliert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem
als Laufzeitglied (DEL) ein Oberflächenwellen-Bauelement ein
gesetzt wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem als CW-Mikrowellensensor (MS) ein FMCW-Radar (RS) verwen
det wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die vom aktiven Reflektor (AR) gesendeten Signale so mo
duliert sind, daß durch eine folgende Demodulation Daten
übertragen werden.
17. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
16, bei der
- - mindestens zwei CW-Mikrowellensensoren (MS) an unter schiedlichen Positionen vorhanden sind, mittels denen je weils der Abstand zum dem mit einem Meßobjekt (MO), insbe sondere einem autonomen Fahrzeug oder einem Transportbe hältnis, verbundenen aktiven Reflektor (AR) gemessen wird, und
- - durch eine Kombination der Abstands-Meßwerte die Position des autonomen Fahrzeuges bestimmt wird.
18. Anwendung nach Anspruch 17, bei der
an dem Meßobjekt (MO) mehrere aktive Reflektoren (AR) vorhan
den sind, so daß die Lage des Meßobjekts (MO) im Raum durch
Auswertung der Lage der mehreren aktiven Reflektoren (AR) be
stimmt wird.
19. Aktiver Reflektor, aufweisend
- - eine Antenne (A2), welche mit einem Richtelement (RE) ver bunden ist,
- - einen Modulator (MOD), welcher zwischen einem Ausgang und einem dritten Anschluß des Richtelementes (RE) angebracht ist,
20. Aktiver Reflektor nach Anspruch 19, bei dem
der Modulator (MOD) einen Verstärker (AMP) enthält.
21. Aktiver Reflektor nach einem der Ansprüche 19 oder 20,
bei dem der Modulator (MOD) einen Frequenzmodulator (FMOD)
enthält.
22. Aktiver Reflektor nach Anspruch 21, bei dem
der Frequenzmodulator (FMOD) ein Mischerbaustein (MIX) ist
ist, mittels dessen das in ihn eingespeiste Signal mit einem
Referenzsignal der Frequenz fR frequenzversetzbar ist.
23. Aktiver Reflektor nach einem der Ansprüche 20 bis 22, bei
dem zwischen Richtelement (RE) und Verstärker (AMP) ein Pha
senschieber (PHS) vorhanden ist.
24. Aktiver Reflektor nach einem der Ansprüche 19 bis 23, bei
dem zwischen einem Ausgang und einem dritten Anschluß des
Richtelementes (RE) ein Laufzeitglied (DEL) vorhanden ist.
25. Aktiver Reflektor nach Anspruch 24, bei dem
- - das Laufzeitglied (DEL) mittels eines oder mehrerer Ober flächenbauelemente realisiert ist, welche auf einem Sub strat aufgebracht sind, und
- - auf dem gleichen Substrat eine Resonatorstruktur zur Er zeugung eines Modulationssignals (MSIG, fR, PSIG) aufge bracht ist.
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