DE19945637A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Verkehrsleitung in einem Tunnel - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Verkehrsleitung in einem TunnelInfo
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- G08G1/16—Anti-collision systems
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Abstract
Zur Verkehrsleitung in einem Tunnel wird die Position eines vorderen Fahrzeugs (3) und die Geschwindigkeit eines nachfolgenden Fahrzeugs (4) ermittelt. Aus der Geschwindigkeit wird ein Sollabstand berechnet, der einen ausreichenden Bremsweg garantiert. Dem folgenden Fahrzeug (4) wird die Abweichung von Sollabstand zum vorderen Fahrzeug (3) optisch angezeigt. Auf diese Weise kann gleichzeitig eine hohe Verkehrsischerheit und eine optimale Ausnutzung der Tunnelkapazität gewährleistet werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ver
kehrsleitung in einem Tunnel und eine Vorrichtung zur
Ausführung des Verfahrens gemäss Oberbegriff der unab
hängigen Ansprüche.
Tunnels können Staus erzeugen und bieten aus
serdem ein erhöhtes Unfallrisiko. Es ist deshalb wichtig,
den Verkehr in Tunnels möglichst sorgfältig zu leiten.
Um Staus zu vermeiden, werden Autofahrer z. B.
angewiesen, eine Sollgeschwindigkeit einzuhalten. Dennoch
kommt es in der Praxis immer wieder zu Staus.
Um die Sicherheit zu erhöhen, werden ver
schiedene technische Massnahmen, wie z. B. ferngesteuerte
Geschwindigkeitstafeln, vorgesehen. Auch diese Massnahmen
sind nicht völlig zufriedenstellend und sollten weiter
verbessert werden.
Es stellt sich deshalb die Aufgabe, ein Ver
fahren bzw. eine Vorrichtung der eingangs genannten Art
bereitzustellen, die eine bessere Verkehrsleitung in Tun
nels ermöglicht.
Diese Aufgabe wird vom Gegenstand der unab
hängigen Ansprüche erfüllt.
Erfindungsgemäss wird dem hinteren Fahrzeug
angezeigt, ob sein Abstand zum vorderen Fahrzeug von
einem Sollwert abweicht. Dies erlaubt es dem hinteren
Fahrzeug, den Abstand zu korrigieren. Insbesondere kann
dem hinteren Fahrzeug auch angezeigt werden, dass der
Abstand zu gross ist. Es wird in diesem Falle versuchen,
den Abstand zu reduzieren. Dadurch kann die Kapazität des
Tunnels optimal genutzt werden, und Staus vor dem Tunnel
werden reduziert oder verhindert.
Vorzugsweise wird zum Anzeigen der Abweichung
ein Blitzlicht betätigt, welches einen Schattenwurf des
hinteren Fahrzeugs auf einer Anzeigefläche erzeugt. Auf
dieser Anzeigefläche kann eine Sollposition dargestellt
sein, mit welcher der Schatten verglichen wird, so dass
die Grösse und Richtung der Abweichung mit einem Blick
erfasst werden kann. Vorzugsweise wird als Blitzlicht
nicht-sichtbares Licht verwendet, so dass eine Blendung
der Fahrer vermieden wird. Das Licht wird auf der
geeignet ausgestalteten Anzeigefläche in sichtbares Licht
umgewandelt.
Weitere Ausführungen, Vorteile und Anwendun
gen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprü
chen und aus der nun folgenden Beschreibung anhand der
Figuren. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht auf eine schematische
Darstellung einer möglichen Ausführung der Erfindung und
Fig. 2 ein Fahrzeug vor der Anzeigefläche.
In der Ausführung nach Fig. 1 sind in einem
Tunnel (nicht gezeigt) zwei Radarsensoren 1, 2 ange
ordnet, mittels denen der Abstand d zwischen zwei aufein
ander folgenden Fahrzeugen 3 und 4 und deren Geschwindig
keit gemessen werden kann. Ferner ist im Tunnel eine
Blitzlampe 5 und eine Anzeigefläche 6 vorgesehen. Bei der
Blitzlampe handelt es sich vorzugsweise um eine Licht
quelle, die kurzwelliges, für das Auge unsichtbares Licht
im nahen Ultraviolett ausstrahlt. Die Anzeigefläche 6 ist
mit einer fluoreszierenden Farbschicht versehen, die das
Licht der Blitzlampe 5 in sichtbares Licht umwandelt und
die nach einer Bestrahlung kurz (z. B. eine Sekunde) nach
leuchtet.
Die Radarsensoren 1, 2 und die Blitzlampe 5
sind mit einer Steuerung 7 verbunden, die deren Funktion
in der im Folgenden beschriebenen Weise steuert.
Die Steuerung 7 überwacht den dargestellten
Tunnelabschnitt dauernd und misst die Position und Ge
schwindigkeit durchfahrender Fahrzeuge. Für jedes Fahr
zeugpaar ermittelt sie die Distanz d zwischen dem vor
deren Fahrzeug 3 und dem hinteren Fahrzeug 4, sowie zu
mindest die Geschwindigkeit eines der beiden Fahrzeuge.
Aus der Geschwindigkeit wird ein Sollabstand D zwischen
den Fahrzeugen ermittelt. Dieser ergibt sich aus der Sum
me des (geschwindigkeitsabhängigen) Bremswegs und einer
Sicherheitsmarge.
Im Idealbetrieb sollte der Abstand d zwischen
den Fahrzeugen dem jeweiligen Sollabstand D entsprechen.
Damit ist eine ausreichende Verkehrssicherheit und
gleichzeitig eine optimale Auslastung des Tunnels gewähr
leistet. Deshalb versucht die Steuerung 7 die Fahrer dazu
zu bringen, den Sollabstand möglichst genau einzuhalten.
Zu diesem Zweck ist die Blitzlampe 5 vorge
sehen, deren Licht auf die Anzeigefläche 6 gerichtet ist.
Auf der Anzeigefläche 6 ist eine Sollposition 8 einge
zeichnet, welche in Fig. 2 z. B. die Form einer Fahrzeug
kontur besitzt.
Wenn das vordere Fahrzeug 3 um den Abstand D
von der Sollposition 8 entfernt ist, wird die Blitzlampe
5 betätigt. Diese projiziert einen Schatten 9 des hinte
ren Fahrzeugs 4 auf die Anzeigefläche. Der Fahrzeuglenker
des hinteren Fahrzeugs kann die Position des Schattens 9
mit der Sollposition 8 vergleichen. Liegt der Schatten 9
hinter der Sollposition 8, so weiss der Fahrer, dass er
den Abstand vermindern muss. Liegt er vor der Sollposi
tion 8, so weiss der Fahrer, dass er dem Abstand erhöhen
sollte.
Die Blitzlampe 5 ist vorzugsweise so gerich
tet, dass sie die Fahrzeuge schräg von hinten erfasst, so
dass die Sollposition 8 entsprechend nach vorne versetzt
ist. Dadurch wird eine Blendung des Fahrers vermieden und
gleichzeitig kann der Fahrer den etwas vor ihm liegenden
Fahrzeugschatten 9 besser erkennen.
Die Blitzlampe 5 ist etwas erhöht im Tunnel
angeordnet, so dass entgegenkommende Fahrer nicht ge
blendet werden.
Die in Fig. 1 gezeigte Anordnung von Radar
sensoren 1, 2 und Blitzlampe 5 bildet eine Mess- und
Anzeigestation, von denen im Tunnel mehrere vorgesehen
sein können, beispielsweise in regelmässigen Abständen.
Anstelle von Radarsensoren 1, 2 können auch
andere geeignete Sensoren verwendet werden, um den
Abstand zwischen den Fahrzeugen und deren Geschwindigkeit
zu bestimmen, beispielsweise Lichtschranken oder Ultra
schallsonden. Derartige Elemente sind dem Fachmann be
kannt. In der Ausführung nach Fig. 1 sind zwei Sensoren
vorgesehen, es ist jedoch auch denkbar, die Fahrzeuge mit
nur einem Sensor nacheinander zu erfassen.
Anstelle der Blitzlampe 5 und der Anzeige
fläche 6 kann dem Fahrer des hinteren Fahrzeugs 4 auch in
anderer Weise mitgeteilt werden, ob und gegebenenfalls
wie stark sein Abstand vom Sollabstand abweicht. Z. B.
kann dies über eine Anzeigetafel geschehen, die die
Abweichung (inklusive Vorzeichen) angibt oder die ihm
mitteilt, ob er "schneller" oder "langsamer" fahren soll.
Es ist auch denkbar, lediglich die Position
des vorderen Fahrzeugs zu messen, sowie die Geschwindig
keit des hinteren oder (weniger genau) des vorderen Fahr
zeugs zu messen, um den Zeitpunkt zu bestimmen, wann der
Blitz der Lampe 5 ausgelöst werden soll.
1
,
2
Radarsensoren
3
vorderes Fahrzeug
4
hinteres Fahrzeug
5
Blitzlampe
6
Anzeigefläche
7
Steuerung
8
Sollposition
9
Schatten
Claims (10)
1. Verfahren zur Verkehrsleitung in einem
Tunnel, dadurch gekennzeichnet, dass die Position eines
vorderen Fahrzeugs (3) gemessen wird und einem hinter dem
vorderen Fahrzeug (3) nachfolgenden hinteren Fahrzeug (4)
eine Abweichung von einem Sollabstand (D) zum vorderen
Fahrzeug (3) angezeigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass zum Anzeigen der Abweichung ein Blitzlicht
(5) betätigt wird, welches einen für das hintere Fahrzeug
(4) sichtbaren Schattenwurf (9) des hinteren Fahrzeugs
auf einer Anzeigefläche (6) erzeugt, wobei auf der An
zeigefläche eine Markierung (8) angeordnet ist, welche
eine Sollposition des Schattenwurfs anzeigt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass das Blitzlicht (5) nicht-sichtbares,
insbesondere ultraviolettes, Licht aussendet und dass die
Anzeigefläche (6) das Licht des Blitzlichts in sichtbares
Licht umwandelt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder
3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigefläche (6)
nachleuchtet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2-4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigefläche (6)
fluoreszierend ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2-5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigefläche (6) an
einer Wand des Tunnels angeordnet is.t
7. Verfahren nach einem vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (d)
zwischen dem hinteren (4) und dem vorderen Fahrzeug (3)
gemessen wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit
mindestens eines der Fahrzeuge (3, 4), insbesondere des
hinteren Fahrzeugs (4), gemessen wird, wobei aus der
Geschwindigkeit der Sollabstand ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn der Abstand
(d) zwischen dem vorderen (3) und dem hinteren (4) Fahr
zeug grösser als der Sollabstand ist, dem hinteren Fahr
zeug angezeigt wird, dass der Abstand zu gross ist.
10. Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass sie Messmittel (1) aufweist,
um die Position eines vorderen Fahrzeugs (3) zu messen,
und Anzeigemittel (5, 6), um einem dem vorderen Fahrzeug
folgenden hinteren Fahrzeug eine Abweichung von einem
Sollabstand zum vorderen Fahrzeug anzuzeigen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999145637 DE19945637A1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Verkehrsleitung in einem Tunnel |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999145637 DE19945637A1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Verkehrsleitung in einem Tunnel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19945637A1 true DE19945637A1 (de) | 2001-04-05 |
Family
ID=7923058
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999145637 Withdrawn DE19945637A1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Verkehrsleitung in einem Tunnel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19945637A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4039216A1 (de) * | 1990-12-08 | 1992-06-11 | Anschuetz & Co Gmbh | Verfahren zur verstetigung des strassenverkehrs |
| DE19640938A1 (de) * | 1996-10-04 | 1998-04-09 | Bosch Gmbh Robert | Anordnung und Verfahren zur Überwachung von Verkehrsflächen |
-
1999
- 1999-09-23 DE DE1999145637 patent/DE19945637A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4039216A1 (de) * | 1990-12-08 | 1992-06-11 | Anschuetz & Co Gmbh | Verfahren zur verstetigung des strassenverkehrs |
| DE19640938A1 (de) * | 1996-10-04 | 1998-04-09 | Bosch Gmbh Robert | Anordnung und Verfahren zur Überwachung von Verkehrsflächen |
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