DE19944961C1 - Spindelantrieb zum Verstellen von relativ zueinander beweglichen Bauteilen eines Kraftfahrzeugsitzes - Google Patents
Spindelantrieb zum Verstellen von relativ zueinander beweglichen Bauteilen eines KraftfahrzeugsitzesInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spindelantrieb zum Verstellen von relativ zueinander beweglichen Bauteilen eines Kraftfahrzeugsitzes. Dieser Antrieb besteht aus einer Gewindespindel und einer darauf laufenden Spindelmutter, die in einem Gehäuse unter Zwischenschaltung von mindestens einem elastischen Element formschlüssig am Umfang gelagert ist. Das Gehäuse ist drehfest mit dem einen Bauteil und die Gewindespindel mit dem anderen Bauteil verbunden. Des weiteren ist mindestens in einer Richtung ein Endanschlag zur Begrenzung des Verstellweges vorgesehen. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine spezielle Lösung für derartige Spindelantriebe vorzuschlagen, die die ohnehin vorhandene elastische, formschlüssige Lagerung der Spindelmutter im Gehäuse zur Vermeidung bzw. Verminderung eines sonst erforderlichen Losbrechmoments ausnutzt. Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Spindelmutter (15) mindestens an einer ihrer Stirnseiten (23) einen koaxialen Zapfen (24) aufweist, der die Gehäusewand (22) mit radialem Spiel durchragt und am Ende des Verstellwegs mit seiner Stirnseite (26) auf den zugeordneten Endanschlag (16, 17) aufläuft.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spindelantrieb zum
Verstellen von relativ zueinander beweglichen Bauteilen eines
Kraftfahrzeugsitzes, bestehend aus einer Gewindespindel und ei
ner darauf laufenden Spindelmutter gemäß dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Derartige Spindelantriebe sind beispielsweise aus WO
98/26951 A1 oder JP 8156660-A bekannt. Die weiche, formschlüssige
Lagerung der Spindelmutter im Gehäuse sorgt für Laufruhe und
bildet einen Toleranzausgleich zwischen Gehäuse und Spindel
(Schiefstellung).
Ein Problem bei Spindelantrieben besteht darin, daß diese
gegen Endanschläge arbeiten. Dadurch kommt es zu einer starken
Verkeilung zwischen den parallelen Flächen von Endanschlag und
zugeordneter Stirnfläche des Gehäuses. Für das Lösen der Verkei
lung ist ein großes Losbrechmoment erforderlich, für das die Mo
tor-Getriebe-Einheit des Spindelantriebs ausgelegt werden muß.
Dieses Losbrechmoment ist um ein Vielfaches größer als das für
den Verstellbetrieb des Spindelantriebs erforderliche Drehmo
ment, d. h., die Motor-Getriebe-Einheit ist in bezug auf das nor
male Betriebs-Drehmoment des Spindelantriebs überdimensioniert.
Bei Spindelantrieben mit nicht eingehauster Spindelmutter
wird dieses Problem dadurch gelöst, daß die Endanschläge radial
von der Spindelmutter abragen und an den Stirnflächen der Spin
delmutter entsprechend axial abragende Vorsprünge vorgesehen
sind. Am Ende des Verstellweges schlagen die Endanschläge an die
Vorsprünge an, ohne die Stirnflächen der Spindelmutter zu berüh
ren. Durch diese Maßnahme werden Zwängungen zwischen den Gewin
den der Gewindespindel und der Spindelmutter vermieden. Derarti
ge oder ähnliche Lösungen sind beispielsweise aus DE 32 38 944
A1, DE 40 19 482 C2 oder US 4,858,481 bekannt. Sie ließen sich
ohne weiteres auf gattungsgemäße Spindelantriebe übertragen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine spezielle
Lösung für gattungsgemäße Spindelantriebe vorzuschlagen, die die
ohnehin vorhandene elastische, formschlüssige Lagerung der Spin
delmutter im Gehäuse zur Vermeidung bzw. Verminderung eines
sonst erforderlichen Losbrechmoments ausnutzt.
Gelöst wird diese Aufgabe mit einem gattungsgemäßen Spin
delantrieb dadurch, daß die Spindelmutter mindestens an einer
ihrer Stirnseiten einen koaxialen Zapfen aufweist, der die Ge
häusewand mit radialem Spiel durchragt und am Ende des Verstell
weges mit seiner Stirnseite auf den zugeordneten Endanschlag
aufläuft.
Aufgrund des Merkmals, daß die Spindelmutter im Gehäuse am
Umfang formschlüssig elastisch gelagert ist, kann sie sich beim
Einwirken eines Drehmoments geringfügig gegen die Kraft des we
nigstens einen elastischen Elements im Gehäuse verdrehen. Ein
derartiges Moment wirkt u. a. beim Auflaufen der Stirnseite des
wenigstens einen koaxialen Zapfens auf den zugeordneten Endan
schlag auf die Spindelmutter ein. Auf das wenigstens eine ela
stische Element wird dadurch eine Vorspannung aufgebracht, die
dem Festklemmen der Gewinde von Spindelmutter und Gewindespindel
entgegenwirkt. Dadurch wird die Spindelmutter in ihre Normalpo
sition zurückgedreht, zumindest aber vermindert die Vorspannung
das erforderliche Losbrechmoment, da sie in die gleiche Richtung
wirkt. Die Antriebseinheit kann daher auf das erforderliche Be
triebsdrehmoment des Spindelantriebs bzw. auf ein geringeres
Losbrechmoment ausgelegt werden, d. h., die Motor-Getriebe-
Einheit kann im Vergleich zum Stand der Technik kleiner dimen
sioniert werden. Das ist ein wesentlicher Vorteil, da im Automo
bilbau Gewichts- und Platzeinsparungen eine bedeutende Rolle
spielen.
Neben diesem Vorteil bleiben die aus dem Stand der Technik
bekannten Vorteile der elastischen Lagerung der Spindelmutter im
Gehäuse erhalten, da die Spindelmutter aufgrund des radialen
Spiels zwischen dem Gehäusedurchbruch und dem koaxialen Zapfen
nach wie vor axial kippen kann.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung sind das Gehäu
se und die Spindelmutter eckig ausgeführt, wobei die Kanten der
Spindelmutter Aussparungen zur formschlüssigen Aufnahme von Gum
mielementen aufweisen, die sich diametral zu den Aussparungen an
den zugeordneten Innenkanten des Gehäuses abstützen. Aufgrund
dieser Ausbildung ist die Spindelmutter an ihrem Umfang allsei
tig federnd und formschlüssig an der Gehäusewandung abgestützt,
obwohl die Gummielemente die Spindelmutter anders als beim Stand
der Technik nicht vollflächig umhüllen. Dadurch ist die Rück
stellkraft der Gummielemente größer.
Es ist ferner zweckmäßig, wenn als Gummielemente Rundprofile
zum Einsatz kommen, die sich über die gesamte Gehäuseinnenlänge
erstrecken. Derartige Gummielemente lassen sich einfach und ko
stengünstig herstellen. Zudem gewährleisten die sich über die
gesamte Gehäuseinnenlänge erstreckenden Rundprofile eine gute
Krafteinleitung in das Gehäuse.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbei
spieles näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines in
eine Sitzhöhenverstellung integrierten
Spindelantriebs,
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung des die Spin
delmutter aufnehmenden Bauteils mit teil
weise weggeschnittener Gewindespindel, und
Fig. 3 eine Seitenansicht dieses Bauteils.
In Fig. 1 sind mit den Bezugszeichen 1 das Sitzteil und mit
dem Bezugszeichen 2 teilweise die Rückenlehne eines Kraftfahr
zeugsitzes angedeutet. Dieser Sitz ist mit einer Längs- und Hö
henverstellung ausgestattet. Zur Längsverstellung ist beidseitig
vom Sitz je eine in einer Unterschiene 3 laufende und darin
feststellbare Oberschiene 4 vorgesehen. Die Unterschienen 3 wer
den an dem nicht dargestellten Chassisboden befestigt. Die Hö
henverstellung ist als Parallelogrammverstellung ausgeführt. Sie
besteht aus beidseitig am Sitz vorgesehen vorderen Lenkern 5 und
hinteren Lenkern 6, die in Gelenkpunkten 7 bzw. 8 drehgelenkig
mit den Oberschienen 4 und in Gelenkpunkten 9 bzw. 10 drehgelen
kig mit dem Sitzteil 1 verbunden sind.
Zum Antrieb der Parallelogramm-Höhenverstellung ist ein
Spindelantrieb vorgesehen. Dieser besteht aus einer Motor-
Getriebe-Einheit 11, einer Gewindespindel 12, die von der Motor
getriebeeinheit 11 angetrieben wird, einem Arm 13 mit einem Ge
häuse 14, welches eine Spindelmutter 15 aufnimmt, die auf der
Gewindespindel 12 läuft. Der Spindelantrieb ist auf einer Seite
in einem Gelenkpunkt 16 drehgelenkig mit dem Sitzteil 1 und auf
seiner anderen Seite im Gelenkpunkt 8 drehgelenkig mit einer der
Oberschienen 4 verbunden. Durch Ausfahren der Gewindespindel 12
aus der Spindelmutter 15 wird der Sitz angehoben, durch Einfah
ren der Gewindespindel 12 abgesenkt. Zur Begrenzung dieser Bewe
gungen sind Endanschläge vorgesehen, die auf der einen Seite aus
einer auf der Gewindespindel 12 sitzenden Scheibe 16 und auf der
anderen Seite aus einer Stirnseite 17 der Motor-Getriebe-Einheit
11 gebildet sind.
Die Spindelmutter 15 hat einen quadratischen Querschnitt mit
etwa halbkreisförmigen Aussparungen 18 an ihren Ecken. Diese
Ausbildung geht am besten aus Fig. 3 hervor. Die Aussparungen 18
verlaufen über die gesamte Kantenlänge der Spindelmutter 15. In
die Aussparungen 18 sind Rundprofile 19 aus Gummi eingelegt, de
ren Länge der lichten Länge des Gehäuses 14 entspricht und deren
Durchmesser so gewählt ist, daß sie die Umfangsflächen der Spin
delmutter 15 überragen. Die Rundprofile 19 stützen sich an den
gegenüberliegenden Gehäuseinnenkanten 20 ab, die mit dem Radius
der Rundprofile 19 abgerundet sind. Diese liegen damit form
schlüssig zwischen den Aussparungen 18 und den Gehäuseinnenkan
ten 20. Das Gehäuse 15 ist nach oben durch einen Deckel 21 ver
schlossen.
Aufgrund der oben beschriebenen Ausbildung hat die Spindel
mutter 15 auf ihrem Umfang keinen Kontakt mit den Gehäuseinnen
wänden, ist aber dennoch über die Rundprofile 19 formschlüssig
und elastisch im Gehäuse 14 gelagert. Die Spindelmutter 15 kann
sich dadurch in beiden Richtungen unter Deformierung der Rund
profile 19 geringfügig im Gehäuse 14 verdrehen.
An den Stirnseiten 23 der Spindelmutter 15 sind einstückig
mit dieser ausgebildete, koaxiale Zapfen 24 angeordnet, in denen
sich das Innengewinde der Spindelmutter 15 fortsetzt, und die
Bohrungen 25 in den Stirnwänden 22 des Gehäuses 14 durchgreifen
und etwas über diese überstehen. Der Durchmesser der Bohrungen
25 ist so gewählt, daß ein ausreichendes radiales Spiel zu den
Zapfen 24 vorhanden ist, wodurch die übliche Toleranzausgleichs
funktion der Spindelmutter 15 gewährleistet ist. Die Stirnseiten
26 der Zapfen 24 wirken mit den Endanschlägen 16 bzw. 17 zusam
men, wie eingangs schon beschrieben wurde. Damit ist eine einfa
che Lösung zur Vermeidung bzw. Verringerung des sonst erforder
lichen Losbrechmoments zur Verfügung gestellt.
Claims (3)
1. Spindelantrieb zum Verstellen von relativ zueinander beweg
lichen Bauteilen eines Kraftfahrzeugsitzes, bestehend aus
einer Gewindespindel und einer darauf laufenden Spindelmut
ter, die in einem Gehäuse unter Zwischenschaltung minde
stens eines elastischen Elements formschlüssig am Umfang
gelagert ist, wobei das Gehäuse drehfest mit dem einen Bau
teil und die Gewindespindel mit dem anderen Bauteil verbun
den und mindestens in einer Richtung ein Endanschlag zur
Begrenzung des Verstellwegs vorgesehen ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Spindelmutter (15) mindestens an einer
ihrer Stirnseiten (23) einen koaxialen Zapfen (24) auf
weist, der die Gehäusewand (22) mit radialem Spiel durch
ragt und am Ende des Verstellwegs mit seiner Stirnseite
(26) auf den zugeordneten Endanschlag (16, 17) aufläuft.
2. Spindelantrieb gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Gehäuse (14) und Spindelmutter (15) im Querschnitt ec
kig ausgeführt sind und die Kanten der Spindelmutter (15)
Aussparungen (18) zur formschlüssigen Aufnahme von Gummie
lementen (19) aufweisen, die sich diametral zu den Ausspa
rungen (18) an den zugeordneten Innenkanten (20) des Gehäu
ses (14) abstützen.
3. Spindelantrieb gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gummielemente Rundprofile (19) sind, die sich über
die gesamte Gehäuseinnenlänge erstrecken.
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