DE19944668A1 - Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine - Google Patents
Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer HubkolbenbrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Es wird eine Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine mit mindestens einem Pleuel, in dessen einer Kurbelwelle zuordenbaren Pleuelauge eine Hülse mit einer Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung verdrehbar angeordnet ist, wobei die Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung exzentrisch zum Pleuelauge angeordnet ist, vorgeschlagen. Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß die Hülse (13) oder das Pleuel (3) zur Verdrehung der Hülse (13) mindestens eine mit einem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer (45; 47) aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer
Hubkolbenbrennkraftmaschine gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Vorrichtungen der hier angesprochenen Art sind bekannt. Sie dienen dazu, die
Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine an deren Betriebszustände, also Teillast
oder Vollast, anzupassen. Hierzu wird der Hub eines Pleuels der
Hubkolbenbrennkraftmaschine entsprechend verändert.
Aus der DE 197 03 948 C1 geht eine Vorrichtung mit einem Pleuel hervor, in dessen
einer Kurbelwelle zugeordneten, großen Pleuelauge eine Hülse verdrehbar angeordnet
ist. Die Hülse weist eine zum großen Pleuelauge exzentrisch angeordnete Kurbelwellen-
Durchgriffsöffnung auf. Die Verdichtung der Hubkolbenbrennkraftmaschine ist durch eine
Veränderung der Drehstellung der Hülse möglich, wobei die Hülse in der jeweiligen
Drehstellung mittels eines Verriegelungsglieds arretierbar ist. Die Verdrehung der Hülse
erfolgt nach Freigabe durch das Verriegelungsglied selbständig aufgrund der auf sie
durch die Drehung der Kurbelwelle beziehungsweise der oszillierenden Bewegung des
Pleuels her einwirkenden Kräfte. Nachteilig ist, daß häufig eine schnelle Verdrehung der
Hülse in eine definierte Drehstellung nicht in gewünschter Weise erfolgt. Zur Verdrehung
der Hülse wird außerdem vorgeschlagen, eine Zahnradpumpe in das Pleuel zu
integrieren, die ein in eine an der Hülse vorgesehene Verzahnung eingreifendes Zahnrad
umfaßt. Nachteilig hierbei ist der große Fertigungsaufwand und die Kosten für diese
zusätzlichen Teile.
Aus der DE 31 27 760 A1 geht eine Vorrichtung hervor, bei der die Verdrehung der im
großen Pleuelauge angeordneten, eine gegenüber dem großen Pleuelauge exzentrische
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung aufweisende Hülse mit Hilfe einer fest mit der Hülse
verbundenen Schubstange erfolgt, die in einer Gleitführung geführt ist. Eine Verstellung
der Gleitführung auf eine andere Position führt zu einer Verdrehung der Hülse. Die
Ausgestaltung dieser mechanischen Stellvorrichtung ist sehr aufwendig und somit
kostenintensiv.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die sich durch ein niedriges Gewicht und einem geringen Platzbedarf
auszeichnet sowie einen einfachen und somit kostengünstigen Aufbau aufweist.
Zur Lösung der Aufgabe wird eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1
vorgeschlagen. Diese zeichnet sich dadurch aus, daß die Hülse oder das Pleuel zur
Verdrehung der Hülse mindestens eine mit einem Druckmedium beaufschlagbare
Arbeitskammer aufweist. Die Verdrehung der Hülse erfolgt also durch das Einbringen
eines unter Druck stehenden Mediums, beispielsweise Drucköl aus dem
Motorschmierölkreislauf, in die Arbeitskammer. Die Arbeitskammer weist die Funktion
eines Zylinders auf, während der mit dem Zylinder zusammenwirkende Kolben von einem
festen Teil am Pleuel oder des Pleuels beziehungsweise an der Hülse oder der Hülse
gebildet ist. Bei der Ausführungsform, bei der die Hülse die Arbeitskammer aufweist,
erfolgt bei Beaufschlagung der Arbeitskammer mit dem Druckmedium eine
Relativbewegung des Zylinders gegenüber dem Kolben. Bei der anderen
Ausführungsform, bei der das Pleuel die als Zylinder wirkende Arbeitskammer und die
Hülse ein als Kolben wirkenden Abschnitt oder Bereich aufweist, wird der Kolben relativ
gegenüber dem Zylinder bewegt. Die Vorrichtung zeichnet sich durch einen einfachen
und somit kostengünstigen Aufbau sowie durch eine hohe Funktionssicherheit aus.
Vorteilhaft ist ferner, daß die Vorrichtung praktisch keine einem Verschleiß
unterliegenden Bauteile aufweist. Überdies sind der Platzbedarf und das Gewicht der
Vorrichtung vorzugsweise nur sehr gering.
Im Zusammenhang mit der hier vorliegenden Erfindung wird unter dem Begriff
"Verdrehung" der Hülse zum Einnehmen verschiedener Drehstellungen sowohl ein
Verschwenken der Hülse im und entgegen dem Uhrzeigersinn als auch eine Rotation der
Hülse in eine Richtung verstanden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Arbeitskammer von
einem die Funktion eines gegenüber dem Pleuel oder der Hülse feststehenden Kolbens
aufweisenden Anschlag abgeschlossen ist. Mit Hüfe des Anschlags ist die Drehstellung
der Hülse bezüglich des Pleuels festlegbar, wobei die Hülse in mindestens zwei
Drehstellungen verdrehbar ist. Durch die Doppelfunktion des als Kolben und als
Drehstellungs-Festlegungsmittel dienenden Anschlags kann der Aufbau der Vorrichtung
vereinfacht werden.
Außerdem wird ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung bevorzugt, das sich dadurch
auszeichnet, daß die Kurbelwelle mindestens einen Kanal für das Druckmedium aufweist,
der zumindest innerhalb eines Kurbelwellen-Drehstellungsbereichs in die Arbeitskammer
mündet. Bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle überstreicht die mindestens eine im die
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung durchgreifenden Pleuellagerzapfen vorgesehene
Kanalöffnung die mit dem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer, wodurch das
Medium der Arbeitskammer schubweise in bestimmten, von der Drehstellung der
Kurbelwelle abhängigen Intervallen zugeführt beziehungsweise aus der Arbeitskammer
ausgebracht werden kann. Alternativ ist es möglich, daß mit Hilfe einer Ringnut oder
dergleichen zwischen dem Kanal und der Arbeitskammer in jeder Drehstellung der
Kurbelwelle eine Mediumverbindung besteht, so daß das Medium kontinuierlich in die
Arbeitskammer eingeleitet beziehungsweise aus dieser heraustransportiert werden kann.
Schließlich wird noch ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung bevorzugt, bei dem in
radialer Richtung der Kurbelwelle gesehen eine weitere Arbeitskammer an der Hülse oder
dem Pleuel zur Rückdrehung der Hülse ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform ist
die Hülse also schwenkbar ausgebildet, das heißt, bei einer Druckbeaufschlagung einer
der Arbeitskammern wird die Hülse im Uhrzeigersinn und bei einer Druckbeaufschlagung
der anderen Arbeitskammer in entgegengesetzter Richtung um die Längsmittelachse des
großen Pleuelauges verschwenkt. Dadurch ist ein ausschließlich mit hydraulischen
Mitteln bewirktes Verdrehen der Hülse möglich.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung ergeben sich aus den übrigen
Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines
mehrteiligen Pleuels einer Hubkolbenbrennkraftmaschine;
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines Oberteils des in Fig. 1 dargestellten
Pleuels;
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines Unterteils des in Fig. 1 dargestellten
Pleuels;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines ersten Teils eines
Ausführungsbeispiels einer mehrteiligen Lagerhülse;
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines zweiten Teils der Lagerhülse und
Fig. 6 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Verriegelungselements
zur Verdrehsicherung der Lagerhülse.
Fig. 1 zeigt in perspektivischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1
zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine, nämlich ein
Pleuel 3, der ein kleines Pleuelauge 5 zur Lagerung eines Kolbenbolzens und ein großes
Pleuelauge 7 zur Lagerung eines Pleuellagerzapfens einer Kurbelwelle umfaßt. Das
Pleuel 3 ist zur Ausbildung eines geteilten Lagers für den Pleuellagerzapfen zweiteilig
ausgebildet und umfaßt ein Pleueloberteil 9 und ein Pleuelunterteil 11, die mittels nicht
dargestellter Befestigungsmittel lösbar miteinander verbindbar sind. Im großen Pleuel
auge 7 ist eine zweigeteilte Hülse 13 angeordnet, die eine erste Lagerschale 15 und eine
zweite Lagerschale 17 aufweist. Die vorzugsweise aus Stahl bestehende, an ihrem
Innenumfang mit einem Lagermaterial beschichtete Hülse 13 weist eine Kurbelwellen-
Durchgriffsöffnung 19 auf, die exzentrisch zum großen Pleuelauge 7 angeordnet ist. Die
Lagerschalen 15, 17 der im Pleuelauge 7 verdrehbaren Hülse 13 sind an ihrer
Außenseite unterschiedlich ausgeformt, worauf im folgenden näher eingegangen wird.
Fig. 4 zeigt eine perspektivische Darstellung der anhand von Fig. 1 beschriebenen
ersten Lagerschale 15 der Hülse 13, die an ihrer äußeren Kontur teilweise an die
Innenkontur des großen Pleuelauges 7 angepaßt ist. Die Innenkontur des Pleuelauges 7
ist über dessen gesamten Umfang gleichmäßig, wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich,
aus denen jeweils eine perspektivische Darstellung des Pleueloberteils 9
beziehungsweise des Pleuelunterteils 11 ohne die Hülse 13 hervorgeht. In den
Außenumfang der ersten Lagerschale 15 sind an die Innenkontur des Pleuelauges 7
entsprechend angepaßte Nuten 21 mit unterschiedlicher Tiefe eingebracht, wodurch eine
erste Lagerschulter 23 und eine zweite Lagerschulter 25 gebildet sind. Überdies weist die
erste Lagerschale 15 Anlageflächen 27 und 27' auf, mit denen sie im montierten Zustand
an der zweiten Lagerschale 17 anliegt. Die Anlageflächen 27, 27' können plan
ausgebildet sein und weisen keine Vertiefungen auf.
Fig. 5 zeigt eine perspektivische Darstellung der zweiten Lagerschale 17 der Hülse 13
schräg von oben. Die zweite Lagerschale 17 ist an ihrer äußeren Kontur vollkommen an
die Innenkontur des großen Pleuelauges 7 angepaßt, wie die erste Lagerschale 15, und
weist Anschlagflächen 29 und 29' auf, die im zusammengesetzten Zustand der Hülse 13
an den Anlagefläche 27 beziehungsweise 27' der ersten Lagerschale 15 anliegen. In die
Anschlagflächen 29, 29' sind randoffene Vertiefungen 31 und 31' eingebracht, die zur
Verteilung eines Druckmediums vorgesehen sind. Des weiteren wirken die
Anschlagflächen 29, 29' der zweiten Lagerschale 17 mit einem in Fig. 3 dargestellten
Anschlag 35 zusammen, der hier von einer Anschlagplatte 37 gebildet ist. Die
Anschlagplatte 37 ist im montierten Zustand zwischen dem Pleueloberteil und -unterteil
angeordnet und weist in das Pleuelauge 7 hineinragende - in Fig. 3 gestrichelt
dargestellte - Anschlagflächenbereiche 38 und 38' auf, die mit den Anschlagflächen 29,
29' der zweiten Lagerschale 17 zusammenwirken. Die Oberseite 49 eines der
Anschlagflächenbereiche 38, 38' bildet eine erste Kolbenfläche für eine erste
Arbeitskammern 45, die zwischen dem Außenrücken der ersten Lagerschale 15 und dem
Pleuelunterteil 11 gebildet ist. Die Unterseite 50 des anderen Anschlagflächenbereichs
bildet eine zweite Kolbenfläche für eine zweite Arbeitskammer 47, die zwischen dem
Außenrücken der ersten Lagerschale 15 und dem Pleueloberteil 9 gebildet ist.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 1 ist die Hülse 13
um circa 175° im Pleuelauge 7 verdrehbar, wobei die beiden Drehstellungen der Hülse 13
durch den Anschlag 35 festgelegt sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der
Drehwinkelbereich der Hülse 13 durch die Dicke des Anschlags 35 bestimmt. In einer
ersten, in Fig. 1 dargestellten Drehstellung schlägt die zweite Lagerschale 17 mit einer
ihrer Anschlagflächen 29, 29' von oben gegen den Anschlag 35 beziehungsweise die
Anschlagflächenbereiche 38, 38' und in der anderen, gegenüber der ersten Drehstellung
um circa 175° im Uhrzeigersinn verdrehten zweiten Drehstellung von unten gegen die
Anschlagflächenbereiche 38, 38'.
In die Innenumfangsfläche 39 der zweiten Lagerschale 17 sind Ringnutabschnitte 41 und
43 eingebracht, die in Umfangsrichtung der Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung 19 verlaufen
und sich durch die Anschlagflächen 29, 29' bis in die jeweilige Vertiefung 31, 31'
erstrecken. Die Ringnutabschnitte 41, 43 bilden Auffangkammern, die mit einem
Druckmedium beaufschlagbar sind. Der im zusammengebauten Zustand zwischen der
Lagerschale 15 und dem Pleuelunterteil 11 beziehungsweise dem Pleueloberteil 9
befindliche Hohlraum stellt die Arbeitskammer 45 beziehungsweise 47 dar. Die
Arbeitskammern 45, 47 werden an ihrem Umfang jeweils von der Anschlagplatte 37 und
den Anschlagflächen 29, 29' beziehungsweise den Vertiefungen 31, 31' begrenzt.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Arbeitskammern 45, 47 mit Drucköl
aus dem Motorschmierölkreislauf beaufschlagbar, wobei die Arbeitskammern 45, 47
getrennte Druckölversorgungen aufweisen. Die Druckölversorgung wird beispielsweise
über ein in den Figuren nicht dargestelltes Mehrwegeventil und zwei Hauptölgalerien in
einem die Kurbelwelle aufnehmenden Kurbelgehäuse mit Stichbohrungen zu den
Kurbelwellenhauptlagern realisiert. Die Kurbelwellenhauptlager stehen über jeweils
mindestens einen in die Kurbelwelle eingebrachten Kanal mit den Pleuellagerzapfen und
in diesem angeordneten Kanalöffnungen mit den Arbeitskammern 45, 47 in
Strömungsverbindung.
Die Vorrichtung 1 umfaßt außerdem ein in den Fig. 1 und 6 dargestelltes
Verriegelungselement 51, das hier am Pleuelunterteil 11 angeordnet ist und dazu dient,
die Hülse 13 in ihren beiden Drehstellungen gegen Verdrehen zu sichern. Das
Verriegelungselement 51 umfaßt einen mit einem Kolben 53 fest verbundenen
Verriegelungsbolzen 55, der bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
senkrecht zur Längsmittelachse des Pleuelauges 7 beziehungsweise zur
Pleuellängsachse angeordnet und in Richtung eines Doppelpfeils 57 verlagerbar ist. Der
Verriegelungsbolzen 55 greift in einer ersten Funktionsstellung in eine der in den Umfang
der ersten Lagerschale 15 eingebrachten Durchgangsöffnungen 59, 61 beziehungsweise
in eine Durchgangsöffnung 60 in der zweiten Lagerschale 17 (Fig. 5) ein. In einer
zweiten Funktionsstellung ist der Verriegelungsbolzen 55 aus der Durchgangsöffnung
herausgefahren, so daß die Hülse 13 verdrehbar ist. In welche der in Umfangsrichtung
der Lagerschale 15 in einem Abstand von circa 5° angeordneten Durchgangsöffnungen
59, 61 der Verriegelungsbolzen 55 zur Verdrehsicherung der Hülse 13 einfahrbar ist, ist
abhängig von der jeweiligen Drehstellung der Hülse 13. Der Kolben 53 unterteilt einen
Zylinder 63 in zwei Arbeitsräume 65 und 67, von denen der Arbeitsraum 65 mit einem
Druckmedium, beispielsweise Drucköl aus dem Motorschmierölkreislauf, beaufschlagbar
ist. Im anderen Arbeitsraum 67 ist ein von einer Druckfeder gebildetes Federelement 69
angeordnet, das bei Unterschreiten eines bestimmten Drucks im Arbeitsraum 65 den
Kolben 53 innerhalb des Zylinders 63 so verlagert, daß der Verriegelungsbolzen 55 von
der Hülse 13 weg verlagert und gegebenenfalls aus einer der Durchgangsöffungen 59,
60, 61 herausgezogen wird.
Aus Fig. 6 ist ersichtlich, daß der Kolben 53 und der Verriegelungsbolzen 55 von einer
Durchgangsbohrung 71 durchdrungen sind, durch die Drucköl vom Pleuellager in den
Arbeitsraum 65 des Zylinders 63 geleitet werden kann. Der Kolben 53 weist bei diesem
Ausführungsbeispiel auf seiner dem Arbeitsraum 65 zugewandten Seite ein Ausnehmung
auf, wodurch eine Ringfläche 73 gebildet ist, die mit dem Drucköl beaufschlagbar ist, so
daß der Verriegelungsbolzen 55 in eine Verriegelungs-/Rastposition verlagert wird, in der
in eine der Durchgangsöffungen 59, 61 in der Lagerschale 15 beziehungsweise in die
Durchgangsöffnung 60 in der Lagerschale 17 eingreift.
Bei einem weiteren, in den Figuren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist das
Verriegelungselement parallel zur Drehachse der Kurbelwelle angeordnet und greift in
eine in einer der Lagerschultern der beiden Lagerschalen 15, 17 der Hülse 13
eingebrachten Ausnehmung ein.
Im folgenden wird die Funktion der anhand der Fig. 1 bis 5 beschriebenen
Vorrichtung 1 näher beschrieben: Die in Fig. 1 dargestellte Drehstellung der Hülse 13
entspricht der minimalen Verdichtung der Hubkolbenbrennkraftmaschine. In dieser
Drehstellung stößt die zweite Lagerschale 17 von oben gegen den Anschlag 35. Zur
Verdrehung der Hülse 13 im Uhrzeigersinn (Pfeil 72) in seine zweite Drehstellung, in der
die zweite Lagerschale 17 von unten an den Anschlag 35 anstößt, wird das
Verriegelungselement 51 außer Eingriff mit der Hülse 13 beziehungsweise den
Lagerschalen 15, 17 gebracht. Dann wird die eine Druckkammer 47 mit Drucköl
beaufschlagt, wodurch die Hülse 13 vom Anschlag 35 weggedrückt wird, so weit, bis sie
ihre andere Drehstellung erreicht hat, in der die zweite Lagerschale 17 von unten gegen
den Anschlag 35 schlägt. Schließlich wird das Verriegelungselement 51 zur Fixierung der
Hülse 13 verlagert und der Verriegelungsbolzen 55 in die entsprechende
Durchgangsöffnung 59, 60, 61 eingefahren. Eine Rückdrehung der Hülse 13 von der einen
Drehstellung in die andere Drehstellung erfolgt dadurch, daß das Verriegelungselement
51 aus seiner Rastposition in eine Warteposition verlagert und die andere Druckkammer
45 nunmehr mit Drucköl gefüllt wird, wodurch die Hülse 13 entgegen dem Uhrzeigersinn
in ihre in Fig. 1 dargestellte Drehstellung zurückverdreht wird. Dabei wird gleichzeitig
das in der anderen, drucklosen Arbeitskammer befindliche Druckmedium herausgedrückt
und kann, beispielsweise über den Kanal in der Kurbelwelle, erneut dem
Motorschmierölkreislauf zugeführt werden.
Die anhand der Figuren beschriebene Vorrichtung 1 zeichnet sich insbesondere durch
einen kostengünstigen Aufbau aus und weist überdies eine hohe Funktionsicherheit auf.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine mit
mindestens einem Pleuel, in dessen einer Kurbelwelle zuordenbaren Pleuelauge eine
Hülse mit einer Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung verdrehbar angeordnet ist, wobei die
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung exzentrisch zum Pleuelauge angeordnet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülse (13) oder das Pleuel (3) zur Verdrehung der Hülse
(13) mindestens eine mit einem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer
(45; 47) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitskammer
(45; 47) von einem die Funktion eines gegenüber dem Pleuel (3) oder der Hülse (13)
feststehenden Kolbens aufweisenden Anschlag (35) abgeschlossen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Arbeitskammer (45; 47) - je nach Drehwinkelstellung der Hülse (13) - von einem
Außenumfangsbereich der Hülse (13) und einer ersten Lagerschale (15)
beziehungsweise einer zweiten Lagerschale (17) der mindestens zweigeteilten Hülse
(13) gebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurbelwelle mindestens einen Kanal für das Druckmedium aufweist, der
zumindest innerhalb eines Kurbelwellen-Drehstellungsbereichs in die Arbeitskammer
(45; 47) mündet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in radialer Richtung der Kurbelwelle gesehen eine weitere Arbeitskammer (45; 47)
an der Hülse (13) oder dem Pleuel (3) zur Rückdrehung der Hülse (13) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlag (35) mit seiner einen Seite eine Kolbenfläche für die eine
Arbeitskammer (45; 47) und mit seiner anderen Seite eine Kolbenfläche für die andere
Arbeitskammer (47; 45) bildet.
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