DE19943335A1 - Verfahren zur temperaturabhängigen Berechnung der Verstellgeschwindigkeit eines Variators - Google Patents
Verfahren zur temperaturabhängigen Berechnung der Verstellgeschwindigkeit eines VariatorsInfo
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Abstract
Im Rahmen des Verfahrens zur Einbeziehung der Temperatur bei der Berechnung der konstruktiven, betriebspunktabhängigen maximalen und minimalen Verstellgeschwindigkeiten bei einem stufenlosen Umschlingungsgetriebe, werden über ein physikalisch mathematisches Modell in jedem Betriebszustand ständig die aktuellen Grenzwerte für die maximal möglichen Verstellgradienten berechnet, wobei die hydraulischen Strecken des Variators, der im Getriebe integrierten Kupplungen und der Schmierung als laminare Blenden und die Strecke der Steuergeräteleckage als verkoppeltes laminares und turbulentes hydraulisches Übertragungselement modelliert werden.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Einbeziehung der Temperatur bei der Berechnung der kon
struktiven, betriebspunktabhängigen maximalen und minimalen
Verstellgeschwindigkeiten eines Variators bei einem stufen
losen Getriebe mit elektrohydraulischer Ansteuerung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein stufenloses Umschlingungsgetriebe besteht üblicher
weise u. a. aus einer Anfahreinheit, einer Vorwärts-/Rück
wärtsfahreinheit, einer Zwischenwelle, einem Differential,
aus hydraulischen und elekronischen Steuereinrichtungen sowie
aus einem Variator. Der Variator umfasst üblicherweise eine
Primär- und eine Sekundärscheibe auch Primär- und Sekundär
seite genannt, wobei beide Scheiben aus paarweise angeordne
ten Kegelscheiben gebildet sind und ist mit einem momenten
übertragenden Umschlingungselement versehen, das zwischen den
beiden Kegelscheibenpaaren umläuft.
In einem derartigen Getriebe wird die aktuelle Überset
zung durch den Laufradius des Umschlingungselementes defi
niert, der wiederum eine Funktion der axialen Position der
Kegelscheiben ist.
Stufenlose Getriebe besitzen im allgemeinen im Ver
gleich mit standardmäßigen Schaltgetrieben prinzipbedingt
einen Freiheitsgrad mehr, da es außer der Wahl der einzustel
lenden Übersetzungstufe hier zusätzlich möglich ist, die Ver
stellgeschwindigkeit, mit der die Übersetzung von einem Be
triebspunkt auf den anderen überführt wird, vorzugeben und zu
beeinflussen.
Bei stufenlosen Getrieben mit einem Umschlingungsele
ment (Band, Kette) als momentenübertragendem Bauteil ergibt
sich aus dem konstruktiven Aufbau, daß bei der Überset
zungsänderung die Kegelscheibenpaare von Primär- und Sekundär
seite des Variators wechselseitig und komplementär zueinander
über entsprechende Ansteuerelemente auseinander- und zusam
mengeschoben werden, wodurch eine Änderung des Laufradius des
Umschlingungselementes auf den Kegelscheiben und somit eine
Änderung der Übersetzung zwischen Primär- und Sekundärseite
bewirkt wird.
Der Variator wird üblicherweise hydraulisch angesteu
ert. Hierbei bedeutet die axiale Verschiebung der Kegelschei
ben eine Volumenänderung, die, da die Verstellung kraft- bzw.
druckgesteuert abläuft - von der Ansteuerhydraulik über ent
sprechende Volumenstromänderungen in die jeweiligen Kegel
scheibenpaare kompensiert werden muß.
Die über die elektrohydraulische Ansteuerung einzustel
lende Volumenstromänderung hängt dabei direkt von der aktuel
len Verstellgeschwindigkeit der Kegelscheibenpaare ab.
Da die Ansteuerhydraulik in der Regel über eine mo
tordrehzahlabhängige Pumpe mit konstruktiv vorgegebenem Maxi
malvolumenstrom versorgt wird, entsteht zwangsläufig auch
eine konstruktiv feststehehde Grenze für die realisierbare
Verstelldynamik des Variators. Der Variator kann nur so
schnell verstellt werden, wie es der zur Verfügung stehende
Ölvolumenstrom im Zusammenspiel mit anderen Steuer- und Regel
kreisen bzw. Verbrauchern zulässt.
Bei der konstruktiven Auslegung der Versorgungspumpe
spielen neben der Sicherstellung der notwendigen Ölvolumen
ströme auch Aspekte wie Geräusch und Wirkungsgrad, die sich
beide in der Regel mit steigender Pumpengröße negativ auswir
ken, eine wesentliche Rolle. Dies führt dazu, daß für die
konstruktive Pumpenauslegung ein Kompromiß zwischen den ver
schiedenen Kriterien realisiert wird, der betriebspunkt- und
auf die Einzelkriterien bezogen lediglich eine suboptimale
Lösung ist.
Auf die einstellbaren Verstellgeschwindigkeiten des
Variators bezogen bedeutet dies, daß es immer Betriebszustän
de geben wird, bei denen theoretisch höhere Verstellgradien
ten möglich wären als die aktuelle Verfügbarkeit des Ölvolu
menstroms es momentan zulässt.
Diese Betriebszustände sind für eine übergeordnete Re
geleinrichtung besonders kritisch, da die Regelung ohne das
Übertragungsmedium Öl keinen Durchgriff auf das Verhalten des
Variators und damit auf die Übersetzungseinstellung hat. Die
Folge sind Instabilitäten, die sich als störende Drehzahl
schwingungen bis hin zur Zerstörung der Getriebemechanik aus
wirken können.
Einen weiteren Aspekt bilden die bauartbedingten Ein
schränkungen (Bauteilfestigkeiten, Grenzwerte für Ansteuer
drücke) am Variator, die, um eine Beschädigung oder sogar
Zerstörung der Getriebmechanik zu vermeiden, ebenfalls zu
jedem Zeitpunkt berücksichtigt werden müssen.
Eine einfache Realisisierungsmöglichkeit wäre es, empi
rische Grenzwerte für den zulässigen Verstellgradienten vor
zugeben, die weit genug von den kritischen Werten entfernt
liegen. Der Nachteil dabei ist, daß das mögliche Verstellpo
tential in diesem Fall nicht im erforderlichen Maß ausgenutzt
werden kann. Ferner ist eine Generalisierbarkeit in Hinblick
auf die Sicherheit in allen Betriebszuständen kaum möglich.
Die Patentanmeldung (DE 199 08 251.0) der Anmelderin
offenbart ein Verfahren, das mittels eines physikalisch ma
thematischen Modells in jedem Betriebszustand kontinuierlich
die aktuellen Grenzwerte für die maximal möglichen Verstell
gradienten berechnet. Hierbei werden die besonderen Randbe
dingungen der Ölversorgung sowie bauartbedingte geometrische
Verhältnisse am Variator berücksichtigt.
So werden die Leckagevolumenströme der unterschiedli
chen Verbraucher z. B. der Primär- und Sekundärseite des
Variators S1 bzw. S2, der Vorwärtskupplung MV, der Brem
se BR sowie der Wandlerüberbrückungskupplung WK in Abhän
gigkeit vom jeweils angewandten Druck ps1, ps2, pkv und pwk
berücksichtigt.
Die übergeordnete Regeleinrichtung zum Einstellen eines
vorgegebenen Übersetzungssollwertes berücksichtigt anschlie
ssend diese Grenzwerte bei der Generierung der Stellgrößen.
Hierbei wird eine Regelkreisstruktur verwendet, wie
sie z. B. in der DE 196 06 311 A1 der Anmelderin beschrie
ben ist. Derartige Regelkreisstrukturen kombinieren eine
physikalisch-mathematisch modellbasierte Linearisierung der
Regelstrecke mittels eines Korrekturgliedes mit einem li
nearen PID-Regler. Die Stellgröße des PID-Reglers wird da
bei direkt als Vorgabe für den einzustellenden Verstellgra
dienten interpretiert.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ausgehend von dem erwähnten Stand der Technik, ein Verfahren
zur Einbeziehung der Temperatur bei der Berechnung und Be
rücksichtigung der konstruktiven, betriebspunktabhängigen
maximalen und minimalen Verstellgeschwindigkeiten im Rahmen
der Übersetzungsregelung eines stufenlosen Umschlingungsge
triebes mit elektrohydraulischer Ansteuerung anzugeben.
Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die Merkma
le des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der
Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Demnach wird vorgeschlagen, die hydraulischen Strecken
des Variators, der im Getriebe integrierten Kupplungen und
der Schmierung (beispielsweise ps1 und ps2 für die Variator
scheiben, pkv für die Vorwärtskupplung, pwk für die Wandler
kupplung und psm (Rückfluß zum Tank, Schmierung)) als lamina
re Blenden und die Strecke der Steuergeräteleckage als ver
koppeltes laminares und turbulentes hydraulisches Übertra
gungselement zu modellieren.
Diese Vorgehensweise weist den Vorteil auf, daß we
sentlich kompliziertere Zusammenhänge des Ölhaushaltes sehr
einfach und mit hinreichender Genauigkeit durch einfachste
Druck-Temperatur-Volumenbeziehungen beschrieben werden kön
nen und ein einfacher Abgleich auf Meßpunkte möglich ist.
Eine genauere Einbeziehung der Geometrie im Modellan
satz ist nicht nötig und erfolgt pauschal in Koeffizienten
und Kennfeldern, die aus Dichte und Viskosität der verwen
deten Ölsorte berechnet werden.
Ein besonderes Kennzeichen der Funktionalität ist es,
dass die Größen Druck, Temperatur und Volumenstrom in einer
hydraulischen Form als laminare, turbulente, oder gemischte
Blende verrechnet werden. Der Abgleich mit der Messung er
folgt nur in einem Meßpunkt.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die
Berechnung der konstruktiven-, sowie der Volumenstromgrenz
werte für die Verstellgeschwindigkeit anhand eines mathema
tisch physikalischen Modells unter Berücksichtigung der Tem
peratureinflüsse.
In diesem Zusammenhang wird ein Verfahren zur Extrapo
lation auf den gesamten Temperaturbetriebsbereich anhand ge
messener Daten in einem begrenzten Temperaturband angewandt.
Es wird außerdem eine prinzipielle Berechnungsvor
schrift für die temperaturabhängigen Größen (Leckagevolumen
ströme) angegeben.
Gemäß einer vorteilhaften Variante wird zur Modellie
rung der Strecken ps1 und ps2 für die Variatorscheiben, pkv
für die Vorwärtskupplung, pwk für die Wandlerkupplung und psm
als laminare Blenden gemäß der Modellgleichung für laminare
Strömung
erfindungsgemäß der Volumenstrom q der hydraulischen
Strecke berechnet. Der Druck p wird als Sollwert aus der
Stromvorgabe des Druckreglers und mit der zugehörigen
Strom-Druck Kennlinie verwendet. In einem Temperaturpunkt
c_getr = Tk wird der Faktor k entsprechend der zugrundelie
genden Viskositätskennlinie η(c_getr) festgelegt als
wobei q(c_getr = Tk) der in diesem Betriebspunkt gemessene
Leckagevolumenstrom ist.
Da k gemäß der Modellvorstellung eine temperaturunab
hängige Systemkonstante ist, kann jetzt über Gl. 1 der
Leckagevolumenstrom über den gesamten Temperaturbereich
berechnet werden.
Zur Modellierung der hydraulischen Strecke der Steuer
geräteleckage im Rahmen eines gemischten Blendenansatzes
wird gemäß der Gleichung
der Volumenstrom q der hydraulischen Strecke der Steuerge
räteleckage als Funktion der beiden Drücke ps2 und
phd (Systemdruck) berechnet. Diese Drücke werden als Soll
werte aus den Stromvorgaben der Druckregler und mit den
zugehörigen Strom-Druck Kennlinien verwendet. In einem Tem
peraturbetriebspunkt TK wird das Kennfeld k entsprechend
der zugrundeliegenden Viskositätskennlinie η(c_getr) und der
Dichtekennlinie η(c_getr) und mit dem in diesem Be
triebspunkt gemessenen Leckagevolumenstrom q(c_getr = Tk)
festgelegt:
Da k eine temperaturunabhängige Systemkonstante ist,
kann über Gl. 3 der Leckagevolumenstrom über den gesamten
Temperaturbereich berechnet werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Einbeziehung der Temperatur bei der
Berechnung der konstruktiven, betriebspunktabhängigen maxi
malen und minimalen Verstellgeschwindigkeiten eines Varia
tors bei einem stufenlosen Umschlingungsgetriebe, wobei
über ein physikalisch mathematisches Modell in jedem Be
triebszustand ständig die aktuellen Grenzwerte für die ma
ximal möglichen Verstellgradienten berechnet werden, da
durch gekennzeichnet, dass die hydrauli
schen Strecken des Variators, der im Getriebe integrierten
Kupplungen und der Schmierung als laminare Blenden und die
Strecke der Steuergeräteleckage als verkoppeltes laminares
und turbulentes hydraulisches Übertragungselement model
liert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Größen Druck, Temperatur und
Volumenstrom in einer hydraulischen Form als laminare, tur
bulente, oder gemischte Blende verrechnet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass die gemessenen Daten in einem be
grenzten Temperaturband auf den gesamten Temperaturbetriebs
bereich extrapoliert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, dass zur Modellierung der Strecken ps1
und ps2 für die Variatorscheiben, pkv für die Vorwärtskupp
lung, pwk für die Wandlerkupplung und psm als laminare Blen
den der Volumenstrom q der hydraulischen Strecke anhand
der Gleichung
berechnet wird, wobei der Druck p als Sollwert aus der Stromvorgabe des Druckreglers und mit der zugehörigen Strom-Druck Kennlinie verwendet wird und wobei der Faktor k mittels der Gleichung
durch Messung in einem Temperaturpunkt Tk unter Berücksich tigung der zugrundeliegenden Viskositätskennlinie η(c_getr) und des in diesem Betriebspunkt gemessenen Leckagevolumen stroms q(c_getr = Tk) bestimmt wird.
berechnet wird, wobei der Druck p als Sollwert aus der Stromvorgabe des Druckreglers und mit der zugehörigen Strom-Druck Kennlinie verwendet wird und wobei der Faktor k mittels der Gleichung
durch Messung in einem Temperaturpunkt Tk unter Berücksich tigung der zugrundeliegenden Viskositätskennlinie η(c_getr) und des in diesem Betriebspunkt gemessenen Leckagevolumen stroms q(c_getr = Tk) bestimmt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Model
lierung der Strecke der Steuergeräteleckage als verkoppeltes
laminares und turbulentes hydraulisches Übertragungselement
der Volumenstrom q der der hydraulischen Strecke der Steu
ergeräteleckage anhand der Gleichung
als Funktion der beiden Drücke ps2 und phd (= Systemdruck) berechnet wird, wobei diese Drücke als Sollwerte aus den Stromvorgaben der Druckregler und mit den zugehörigen Strom-Druck Kennlinien verwendet werden und wobei das Kenn feld k in einem Temperaturbetriebspunkt TK entsprechend der zugrundeliegenden Viskositätskennlinie η(c_getr) und der Dichtekennlinie η(c_getr) und des in diesem Betriebspunkt gemessenen Leckagevolumenstroms q(c_getr = Tk) bestimmt wird mittels der Gleichung
festgelegt wird.
als Funktion der beiden Drücke ps2 und phd (= Systemdruck) berechnet wird, wobei diese Drücke als Sollwerte aus den Stromvorgaben der Druckregler und mit den zugehörigen Strom-Druck Kennlinien verwendet werden und wobei das Kenn feld k in einem Temperaturbetriebspunkt TK entsprechend der zugrundeliegenden Viskositätskennlinie η(c_getr) und der Dichtekennlinie η(c_getr) und des in diesem Betriebspunkt gemessenen Leckagevolumenstroms q(c_getr = Tk) bestimmt wird mittels der Gleichung
festgelegt wird.
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| DE19943335A DE19943335A1 (de) | 1999-09-10 | 1999-09-10 | Verfahren zur temperaturabhängigen Berechnung der Verstellgeschwindigkeit eines Variators |
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