DE19940654C2 - Linearführung zur vorzugsweise geradlinigen Führung von Maschinenteilen und dergleichen - Google Patents
Linearführung zur vorzugsweise geradlinigen Führung von Maschinenteilen und dergleichenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Linearführung zur vorzugsweise
geradlinigen Führung von Maschinenteilen und dergleichen
mit einer Führungsschiene und einer auf der
Führungsschiene mittels drehbar gelagerter Stützrollen
geführten Kassette, wobei die Führungsschiene vier
Rollenlaufbahnen aufweist, die paarweise unter einem
Winkel von vorzugsweise 90° zueinander ausgerichtet sind,
und wobei die Kassette mit wenigstens sechs Stützrollen
versehen ist.
Derartige Linearführungen sind aus der Praxis z. B. aus der DE 197 50 113 A1 bekannt und
weisen den Vorteil auf, daß durch die symmetrische,
spielfreie Anordnung der Stützrollen zu den
Rollenlaufbahnen die Lage der Kassette gegen alle
Krafteinwirkungen - ausgenommen Kräfte in
Bewegungsrichtung - stabil sind. Wegen dieser
symmetrischen Anordnung werden - jedenfalls theoretisch -
keine axialen Kräfte auf die Stützrollen ausgeübt, so daß
diese auf reinen Radiallagern (Nadellager, Gleitlager)
laufen können.
In der Praxis treten jedoch einerseits Reibungskräfte
zwischen den Stützrollen und den Rollenlaufbahnen auf,
andererseits ist fertigungsbedingt mit Winkelfehlern der
Rollenlaufbahnen bzw. der Stützrollenachsen zu rechnen,
mit der Folge, daß Parallelitätsabweichungen zwischen den
Rollenachsen und den Laufbahnen auftreten. Im Ergebnis
greifen somit doch axiale Kräfte an den Rollen an, so daß
diese in axialer Richtung abgestützt werden müssen. Dies
geschieht in der Regel aus Kosten- und Platzgründen durch
Gleitscheiben. Diese axiale Gleitlagerung hat jedoch
mehrere Nachteile; einerseits tritt Verschleiß durch
Reibung auf, andererseits erhöht sich der Rollwiderstand
der Kassette in Abhängigkeit von der Last durch axiales
Anlaufen der Rollen, was insbesondere bei reibungsarmen,
hochbelastbaren Nadellagern von Nachteil ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Linearführung der eingangs genannten Art so zu verbessern,
daß eine verschleißfreie Führung und ein lastunabhängiger
Rollwiderstand der Kassette erreicht wird.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß
die Lauffläche der Stützrollen eine
prismatische/trapezförmige Gestalt aufweist, und daß die
Rollenlaufbahnen im Querschnitt der Lauffläche der
Stützrollen angepaßt eine glatte oder ebenfalls
prismatisch/trapezförmige Gestalt aufweisen, wobei der
zwischen den Schrägen gebildete Mittelbereich eben
ausgebildet ist.
Der durch die Erfindung erreichte Vorteil besteht im
wesentlichen darin, daß die Rollen eine Zwangsführung auf
der Laufbahn ohne zusätzliche Maßnahmen wie Gleitscheiben
oder dergleichen erhalten. Auf diese Weise werden
Verschleißerscheinungen durch Reibung an den Gleitscheiben
vermieden. Außerdem kann keine lastabhängige Erhöhung des
Rollwiderstandes der Kassette durch axiales Anlaufen der
Rollen auftreten.
Im Rahmen der Erfindung hat es sich als vorteilhaft
herausgestellt, wenn die Radialkräfte von dem ebenen
Mittelbereich der Stützrollen und Rollenlaufbahn
aufgenommen werden und die seitlichen Schrägen die Rollen
führen.
Zweckmäßigerweise befinden sich die seitlichen Schrägen an
den Stützrollen und/oder an den Rollenlaufbahnen.
Dabei ist es weiter von Vorteil, wenn die seitlichen
Schrägen gegenüber dem ebenen Mittelbereich einen Winkel
β von größer als 15°, jedoch kleiner als 90° besitzen.
Entscheidend ist hierbei, daß der Nutwinkel beta so klein
sein soll, daß beim Abrollen infolge der unterschiedlichen
Rollradien ein minimaler Schlupf auftritt. Andererseits
müssen jedoch die Axialkräfte zur Zentrierung der Rollen
auf den Laufbahnen so groß sein, daß die Rollen axial
gegen die Reibung der Rollenlagerung bewegt werden können.
Nach einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist vorgesehen, daß der Mittelbereich bei
konkaven Stützrollen mit erhabenen seitlichen Schrägen
etwas größer ist als der Mittelbereich der konvexen
Rollenlaufbahn.
Ebenso besteht jedoch auch die Möglichkeit, daß der
Mittelbereich bei konvexen Stützrollen etwas kleiner ist
als der Mittelbereich bei konkaver Rollenlaufbahn mit
erhabenen seitlichen Schrägen.
Im folgenden wird die Erfindung an in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert; es
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Wiedergabe einer Linearführung
im Querschnitt, wobei an einer der Stützrollen
Gleitscheiben nach dem Stand der Technik
vorgesehen sind,
Fig. 1a den Gegenstand nach Fig. 1 in einer ersten
erfinderischen Ausgestaltung,
Fig. 1b den Gegenstand nach Fig. 1 in einer zweiten
erfinderischen Ausgestaltung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Ausführungsform mit konkaver Rolle,
ebenem Mittelbereich und seitlichen
Anlaufschrägen,
Fig. 4 eine Ausführungsform mit konvexer Rolle,
ebenem Mittelbereich und seitlichen
Anlaufschrägen.
Die in der Zeichnung dargestellte Linearführung dient
vorzugsweise zur geradlinigen Führung von Maschinenteilen
und dergleichen. Sie besteht im einzelnen aus einer
Führungsschiene 1 und einer auf der Führungschiene 1
mittels drehbar gelagerten Stützrollen 2 geführten
Kassette 3. Die Führungsschiene 1 besitzt vier
Rollenlaufstäbe 6 mit ebenen Laufbahnen 4, die paarweise
unter einem Winkel von α = 90° gemäß Fig. 1 zueinander
ausgerichtet sind. Die Kassette 3 ist üblicherweise mit
wenigstens sechs Stützrollen 2 versehen, so daß durch die
symmetrische, spielfreie Anordnung der Rollen 2 zu den
Rollenlaufbahnen 4 die Lage der Kassette 3 gegen alle
Krafteinwirkungen - ausgenommen gegen Kräfte in
Bewegungsrichtung - stabil ist. Durch die symmetrische
Anordnung werden theoretisch keine axialen Kräfte auf die
Rollen 2 ausgeübt, so daß die Stützrollen 2 auf reinen
Radiallagern, zum Beispiel Nadellagern oder Gleitlagern,
laufen können.
Wegen der zwischen den Stützrollen 2 und den ebenen
Rollenlaufbahnen 4 auftretenden Reibung sowie
fertigungsbedingten Winkelfehlern der ebenen
Rollenlaufbahnen 4 oder auch der Rollenachsen treten
Parallelitätsabweichungen zwischen den Rollenachsen und
den ebenen Rollenlaufbahnen 4 auf, woraus letztendlich
axiale Kräfte auf die Rollen 2 resultieren. Daher müssen
die Stützrollen 2 auch in axialer Richtung abgestützt
werden. Dies geschieht - wie dies in Fig. 1 angedeutet ist
- mittels Gleitscheiben 5. Diese axiale Gleitlagerung hat
jedoch die Nachteile, daß an den Gleitscheiben 5
Verschleiß durch Reibung auftritt und außerdem eine
lastabhängige Erhöhung des Rollwiderstandes der Kassette 3
durch das axiale Anlaufen der Rollen 2 an den
Gleitlagerungen auftritt.
Nach der Erfindung ist daher die Lauffläche der
Stützrollen 2 prismatisch/trapezförmig gestaltet, wobei
die Ausbildung konkav oder konvex gestaltet sein kann, wie
dies aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht. Die
Rollenlaufbahnen 4 sind im Querschnitt der Lauffläche der
Stützrollen 2 entsprechend angepaßt. Hierdurch wird eine
Zwangsführung der Rollen 2 durch die Laufbahn 4 erreicht,
durch die toleranzbedingte Abweichungen in der Geometrie
der ebenen Laufbahnen 4 oder Winkelfehler der Rollenachsen
bzw. ebenen Rollenlaufbahn 4, die zu axialem Ausweichen
der Rollen 2 führen, ausgeglichen werden können. Da somit
eine Axiallagerung der Rollen 2 entfallen kann, werden
Verschleißerscheinungen und Erhöhungen des
Rollwiderstandes zuverlässig verhindert.
Die Rollenlaufbahnen 4 sind von in die Führungsschiene 1
eingesetzten Rollenlaufstäben 6 gebildet, wie dies aus der
Zeichnung zu ersehen ist.
Der Nutwinkel β der Rollenlaufbahn 4 bzw. der
Stützrollen 2 liegt zweckmäßigerweise im Bereich größer
als 15°, wobei der Nutwinkel β jedenfalls kleiner als
90° ist.
Die Laufflächen der Stützrollen 2 bzw. der
Rollenlaufbahnen 4 sind im Mittelbereich eben ausgebildet,
wie dies in Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Der ebene
Mittelbereich kann dann die Radiallast aufnehmen, während
die seitlichen Schrägen zur Zentrierung der Rollen dienen
können.
Grundsätzlich gilt für die Bemessung der aneinander
ablaufenden Flächen, daß der Winkel β einerseits so
klein sein sollte, daß beim Abrollen infolge der
unterschiedlichen Rollradien ein minimaler Schlupf
auftritt. Andererseits sollten die Axialkräfte zur
Zentrierung der Rollen 2 auf den Laufbahnen 4 so groß
sein, daß die Rollen 2 axial gegen die Reibung der
Rollenlagerung bewegt werden können.
Claims (6)
1. Linearführung zur vorzugsweise geradlinigen Führung
von Maschinenteilen und dergleichen, mit einer
Führungsschiene (1) und einer auf der
Führungsschiene (1) mittels drehbar gelagerter
Stützrollen (2) geführten Kassette (3), wobei die
Führungsschiene (1) vier Rollenlaufbahnen (4)
aufweist, die paarweise unter einem Winkel von
vorzugsweise 90° zueinander ausgerichtet sind, und
wobei die Kassette (3) mit wenigstens sechs
Stützrollen (2) versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lauffläche der Stützrollen (2) eine
prismatisch/trapezförmige Gestalt aufweist, und daß
die Rollenlaufbahnen (4) im Querschnitt der Lauffläche
der Stützrollen (2) angepaßt eine glatte oder
ebenfalls prismatisch/trapezförmige Gestalt aufweisen,
wobei der zwischen den Schrägen gebildete
Mittelbereich eben ausgebildet ist.
2. Linearführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Radialkräfte von dem ebenen Mittelbereich der
Stützrollen (2) und Rollenlaufbahn (4) aufgenommen
werden und die seitlichen Schrägen die Rollen führen.
3. Linearführung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß sich die seitlichen
Schrägen an den Stützrollen (2) und/oder an den
Rollenlaufbahnen (4) befinden.
4. Linearführung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die seitlichen Schrägen gegenüber
dem ebenen Mittelbereich einen Winkel β von größer
als 15°, jedoch kleiner als 90° besitzen.
5. Linearführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Mittelbereich bei
konkaven Stützrollen (2) mit erhabenen seitlichen
Schrägen etwas größer ist als der Mittelbereich der
konvexen Rollenlaufbahn (4).
6. Linearführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Mittelbereich bei
konvexen Stützrollen (2) etwas kleiner ist als der
Mittelbereich bei konkaver Rollenlaufbahn (4) mit
erhabenen seitlichen Schrägen.
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1999
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Also Published As
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