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DE19938165A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Führen einer Materialbahn - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Führen einer Materialbahn

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DE19938165A1
DE19938165A1 DE19938165A DE19938165A DE19938165A1 DE 19938165 A1 DE19938165 A1 DE 19938165A1 DE 19938165 A DE19938165 A DE 19938165A DE 19938165 A DE19938165 A DE 19938165A DE 19938165 A1 DE19938165 A1 DE 19938165A1
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DE
Germany
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web
spreader roll
spreader
roll
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DE19938165A
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Dieter Mathieu
Wolfgang Rasp
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Treofan Germany GmbH and Co KG
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Hoechst Trespaphan GmbH
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen einer flächenförmigen Materialbahn (1), bei welchen die Materialbahn (1) in einer Anordnung von rotierenden Walzen mit einer Bahngeschwindigkeit v F läuft. Die Materialbahn (1) wird in ihrem Randbereich über eine Breithalterolle (2) geführt, welche eine Zugspannung in Querrichtung, d. h. quer zur Laufrichtung der Materialbahn (1) erzeugt, wobei diese Spannung in Querrichtung durch Regelung der Umfangsgeschwindigkeit v R der Breithalterolle (1) und/oder durch Steuerung des Anstellwinkels = und/oder des Umschlingungwinkels zwischen der Oberfläche der Breithalterolle (3) und der Materialbahn (1) gesteuert wird und wobei die Umfangsgeschwindigkeit v R > Bahngeschwindigkeit v F ist.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Füh­ ren einer Materialbahn (1), die zwischen rotierenden Walzen geführt und trans­ portiert werden.
Bei der Herstellung und der Verarbeitung von flächenförmigen Materialbahnen werden diese Bahnen zwischen rotierenden Walzen geführt und transportiert. Für einen Transport der Bahn wird eine gewisse Zugspannung in Längsrich­ tung der Materialbahn erzeugt. Durch diese Zugspannung in Laufrichtung kön­ nen Falten oder Verwerfungen in Längsrichtung entstehen, welche uner­ wünscht sind und die später im Wickel Verdehnungen erzeugen, die zu einer völligen Unbrauchbarkeit des Materials führen können. Es ist daher notwendig, die durch die Zugspannung in Längsrichtung hervorgerufenen Falten und Ver­ werfungen in der laufenden Materialbahn durch Zugkräfte in Querrichtung glatt und faltenfrei zu halten.
Im Stand der Technik sind Vorrichtung zur Breithaltung von Materialbahnen bekannt. Die US 22 89 196 beschreibt die sogenannte Bananenwalze. Diese zylindrische Walze ist zumindest an der Oberfläche aus einem gummi­ elastischen Werkstoff und besonders geformt. Die Walze ist über ihre gesamte Länge gebogen und wird gegen die laufende Materialbahn gedrückt. Die Formgebung der Walze bewirkt beim Eindrücken der Walze in laufende Mate­ rialbahn eine Breithaltung in Querrichtung. Die dabei erzeugbare Kraftübertra­ gung von Querkräften und die dabei erreichbare Querbewegung ist aber äu­ ßerst gering und deshalb für viele Anwendungsfälle unbrauchbar.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Breithalten einer flächenförmigen Materialbahn (1), die über Walzen geführt und transportiert wird, zur Verfügung zu stellen. Das Ver­ fahren soll sicherstellen, daß die Materialbahn (1) falten- und verdehnungsfrei in Längs- und Querrichtung geführt und transportiert werden kann. Hierbei ist es insbesondere von Bedeutung, daß das Verfahren angepaßt werden kann, d. h. das Verfahren soll bei unterschiedlichen Laufgeschwindigkeiten der Mate­ rialbahn (1), sowie für verschiedene Materialien gleichermaßen erfolgreich ein­ gesetzt werden. Zudem soll die Vorrichtung wartungsarm und wenig repara­ turanfällig sein.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Führen einer flächenförmi­ gen Materialbahn (1), bei welchem die Materialbahn (1) in einer Anordnung von rotierende Walzen mit einer Bahngeschwindigkeit vF läuft und die Materialbahn (1) in beiden Randbereichen über mindestens eine Breithalterolle (2) geführt wird, welche eine Zugspannung in Querrichtung, d. h. quer zur Laufrichtung der Materialbahn (1) erzeugt, wobei diese Spannung in Querrichtung durch Rege­ lung der Umfangsgeschwindigkeit vR der Breithalterolle (2) und/oder durch Steuerung des Winkels und/oder der Kontaktfläche (3) zwischen der Rollen­ oberfläche (5) und der Materialbahn (1) gesteuert wird und wobei die Um­ fangsgeschwindigkeit der Breithalterolle (2) vR < Bahngeschwindigkeit vF ist.
Fig. 1 zeigt die Breithalterolle (2) in einer schematischen Querschnittdarstel­ lung, wobei bg die Gesamtbreite der Breithalterolle (2) und bM die Mantelfläche der Rolle ist.
Fig. 1a zeigt eine besonderen Ausführungsform der Breithalterolle (2) ebenfalls in einer schematischen Querschnittdarstellung, bei der die Rollenoberfläche (5) nicht abgerundet und damit besonders breit ist.
Fig. 2 zeigt die Breithalterolle (2) in der seitlichen Aufsicht.
Fig. 3 zeigt die Breithalterolle (2) aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht.
Fig. 3a zeigt die Breithalterolle (2) aus Fig. 1a in einer perspektivischen An­ sicht.
Fig. 4 stellt die Kontaktfläche (3) der Breithalterolle (2) zur Materialbahn (1) dar.
Fig. 5 stellt schematisch die Positionsmöglichkeiten der Breithalterollen (2) in Abhängigkeit des Winkels α zur Materialbahn (1) dar. VF stellt die Bahnge­ schwindigkeit und der angegebene Pfeil die Laufrichtung der Materialbahn (1) dar.
Fig. 6 ist eine schematische Darstellung in einer Seitenansicht der Material­ bahn (1), die über die Breithalterolle (2) geführt wird. Der Winkel β ergibt sich aus dem Auftreffpunkt p der Materialbahn (1) auf die Breithalterolle (2) und der gestrichelt dargestellten, rückbezogenen Verlängerung der Materialbahn (1) hinter der Breithalterolle (2). Die Eintauchtiefe der Breithalterolle (2) in die Ma­ terialbahn (1) wird mit h bezeichnet. Die Drehrichtung der Breithalterolle (2) sowie die Laufrichtung der Materialbahn (1) ist durch die Pfeile angedeutet. VR bzw. VF bezeichnen deren Geschwindigkeiten.
Fig. 7 ist eine perspektivische Darstellung der Positionierung der Breithalterol­ len (2) zur Materialbahn (1) in Abhängigkeit des Winkels α. Die Anordnung der Sprühelektroden (4) ist ebenfalls eingezeichnet.
Die Längsrichtung ist im Sinne der vorliegenden Erfindung die Richtung, in die die Materialbahn (1) läuft; diese Richtung wird auch als Maschinenlaufrichtung bezeichnet. Die Querrichtung ist im Sinne der vorliegenden Erfindung diejenige Richtung, die in einem Winkel von 90°, d. h. quer zur Maschinenlaufrichtung verläuft.
Bei der Herstellung und der Verarbeitung von flächenförmigen Materialbahnen werden diese Bahnen in einer Anordnung von rotierenden Walzen geführt. Die Umfangsgeschwindigkeiten der einzelnen Walzen werden gesteuert und be­ stimmen zum einen, mit welcher Geschwindigkeit die Bahn läuft, zum anderen geben die verschiedenen Walzengeschwindigkeiten auch eine Zugspannung vor, welche in Längsrichtung der Materialbahn eingebracht wird. Diese Zugs­ pannung in Längsrichtung ist erforderlich, um einen störungsfreien Lauf der Materialbahn über die Walzen und die in der Walzenanordnung integrierten Folgeeinrichtungen, wie Dickenmessung, Coronastation oder ähnliches zu ge­ währleisten.
Das erfindungsgemäße Verfahren beseitigt die Nachteile, die durch die in Längsrichtung eingebrachte Zugspannung entstehen. Das Verfahren ist für verschiedene flächenförmige Materialbahnen geeignet und kann überall vor­ teilhaft eingesetzt werden, wo es zur Faltenbildung und/oder zu Verwerfungen in Längsrichtung der Materialbahn beim Führen über und zwischen rotierenden Walzen kommt. Das Verfahren hat sich insbesondere für Folien aus Kunst­ stoffen, insbesondere aus thermoplastischen Kunststoffen, bewährt. Folien aus thermoplastischen Kunststoffen sind beispielsweise Folien aus Polyester und Polyolefinen, wie Polyethylenen, Polypropylenen, Cycloolefinen, Polycarbonat, Polyamide etc. Derartige Folien können einschichtig oder mehrschichtig aufge­ baut sein. Das Verfahren kann auch für Bahnen aus anderen Materialien an­ gewendet werden, wie beispielsweise Stoff-, Papier- oder Metallbahnen. Eben­ so ist das Verfahren von Vorteil, wenn es um die Herstellung von Laminaten geht oder beim Führen des Laminats selbst. Auch für die Laminate sind ver­ schiedene Materialien möglich. Das Verfahren ist insbesondere für Material­ bahnen mit einer Dicke von 0,5 bis 500 µm, vorzugsweise 2 bis 200 µm, geeig­ net.
Die Bahngeschwindigkeit vF der Materialbahn wird von der angestrebten Pro­ duktions- oder Verarbeitungsgeschwindigkeit bestimmt. Übliche Bahnge­ schwindigkeiten liegen je nach Materialart zwischen 1 bis 2500 m/min, vor­ zugsweise 5 bis 1000 m/min. Für Folien aus thermoplastischen Polymeren sind Geschwindigkeiten von 100 bis 500 m/min üblich. Die in die Materialbahn ein­ zubringende Zugspannung in Längsrichtung richtet sich zum einen nach den Materialeigenschaften (z. B. Materialart) und deren Dicke oder dem Zweck der Folgeeinrichtungen (z. B. Dickenmessung, Oberflächenbehandlung, Wickelsta­ tion), die in der Walzenanordnung integriert oder nachgeschaltet sind, und zum anderen hängen die Bahngeschwindigkeit vF selbst und die aufzubringende Zugspannung in Laufrichtung voneinander ab. Durch die miteingeschleppte Luft der Materialbahn bilden sich vor den Walzen Luftposter zwischen Walze und Materialbahn, die durch die in die Materialbahn eingebrachte Zugspan­ nung abgepreßt werden müssen. Je höher die Bahngeschwindigkeit, desto leichter bilden sich unerwünschte Luftpolster und desto höher muß im allge­ meinen die Zugspannung in Längsrichtung zum Abquetschen dieser Polster sein. Bahngeschwindigkeit und Zugspannung sind in den Produktions- und Verarbeitungsprozessen somit vorgegebene Parameter, die nur in einem be­ grenzten Bereich variiert werden können, auch wenn es zu Falten und Ver­ werfungen in Längsrichtung kommt. Diese Probleme werden durch das erfin­ dungsgemäße Verfahren wirkungsvoll verhindert, wobei Bahngeschwindigkeit und Zugspannung im gewünschten Bereich gehalten werden können.
Daher ist das erfindungsgemäße Verfahren für Produktionen oder Verarbeitun­ gen mit hohen Bahngeschwindigkeiten besonders vorteilhaft.
Die Materialbahn (1) wird erfindungsgemäß in ihrem Randbereich über eine oder mehrere Breithalterollen (2) geführt. Der Randbereich einer Materialbahn (1) ist in der Regel schmal im Verhältnis zur Gesamtbreite der Bahn. Die ge­ naue Breite eines solchen Randbereichs wird von der Art des Materials und der Gesamtbreite der Bahn abhängen. Im allgemeinen versteht man unter einem Randbereich die äußeren Bereiche der Bahn, welche zusammen bis zu 30% der Gesamtbreite ausmachen können. Im allgemeinen beträgt jeder Randbe­ reich jeweils 1 bis 10% der Gesamtbreite der Materialbahn. Es versteht sich von selbst, daß jede endlose Materialbahn zwei Ränder hat, die parallel zur Laufrichtung verlaufen. Nachstehende Angaben über "den Randbereich" gelten selbstverständlich in gleicher Weise auch für den jeweils gegenüberliegenden Rand.
Die Materialbahn (1) wird in dem Randbereich über eine Breithalterolle (2) ge­ führt. Diese Breithalterolle (2) ist derart dimensioniert, daß ihr Durchmesser im allgemeinen größer als ihre Breite bg ist, so daß der Begriff "Rolle" das Element treffender charakterisiert als der Begriff "Walze". Es ist jedoch nicht ausge­ schlossen, daß auch entsprechend dimensionierte Walzen einen äquivalenten Zweck erfüllen können. Der Fachmann wird die Größe des Elements in Abhän­ gigkeit von der Materialbahn (1), der Bahngeschwindigkeit und der Breite des Randbereiches auswählen. Im allgemeinen hat die Breithalterolle (2) eine Breite bg von 1 bis 500 mm, vorzugsweise 1 bis 150 mm, insbesondere 1 bis 50 mm. Der Durchmesser der Breithaltrolle (2) ist im allgemeinen 1 bis 10% der Materialbahnbreite (1). Die Materialbahnbreite ist abhängig von der Art des Materials und der vorgegebenen Machinendimensionen und kann daher in ei­ nem breiten Bereich variieren. Für Folien aus thermoplastischen Kunststoffen liegen übliche Bahnbreiten bei der Herstellung der Folie vor der Querverstrec­ kung zwischen 0,2 bis 2 m, vorzugsweise 0,5 bis 1 m, jedoch nach der Quer­ verstreckung bei 0,5 bis 30 m, vorzugsweise 1 bis 20 m. Entsprechend können die Absolutwerte des Rollendurchmessers in weiten Grenzen variieren.
Die Breithalterolle (2) kann prinzipiell aus einem beliebigen Material oder Mate­ rialverbund hergestellt sein, das den Anforderungen entspricht. Die Oberfläche sollte derart gestaltet sein, daß eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Materialbahn (1) und der Rollenoberfläche (5) gefördert wird. In einer besonde­ ren Ausführungsform ist es erforderlich, die Oberfläche auf elektrisches Null­ potential aufzuschalten.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Rolle an den Kanten derart abge­ schrägt oder abgerundet, daß die Mantelfläche bM schmaler wird, so daß die Kontaktfläche (3) zwischen der Materialbahn (1) und der Rollenoberfläche (5) im Idealfall auf einen Punkt bzw. auf eine Linie reduziert wird. Im allgemeinen wird die Mantelfläche bM für abgeschrägt oder abgerundete Ausführungsformen eine Breite von 0 bis 400 mm, vorzugsweise 1 bis 200 mm, haben. Derartig abgeschrägt oder abgerundete Rollen sind besonders vorteilhaft, da die Rela­ tivbewegung zwischen Mantelfläche bM und Materialbahn (1) bei abnehmender Mantelfläche immer geringer wird. Zudem bieten abgeschrägte oder abgerun­ dete Rollen einen gewissen Schutz vor Beschädigungen der Materialbahn (1).
Die Breithalterolle (2) braucht nicht zwingend einen selbständig Antrieb. Sie kann über die laufende Materialbahn (1) angetrieben werden und hat dann eine Umfangsgeschwindigkeit vR, die der Bahngeschwindigkeit vF der Materialbahn (1) unter Berücksichtigung des Anstellwinkels α entspricht. In einer bevorzug­ ten Ausführungsform ist die Breithalterolle (2) mit einem Antrieb versehen, über welchen die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle VR gesteuert oder geregelt werden kann. Derartig angetriebene Breithalterollen sind bevorzugt. Der An­ trieb ermöglicht es, die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle zu steuern oder zu regeln und darüber hinaus auch die in Querrichtung erzeugte Spannung zu kontrollieren. Für angetriebene Rollen wird unter Berücksichtigung des Anstell­ winkels α die Umfangsgeschwindigkeit vR so eingestellt, daß die Umfangsge­ schwindigkeit vR mindestens genauso groß, vorzugsweise größer als die Bahn­ geschwindigkeit vF der Materialbahn (1) ist. Die Voreilung der Umfangsge­ schwindigkeit vR der Rolle wird im allgemeinen so eingestellt, daß es zu keiner Relativbewegung zwischen der Rollenoberfläche (5) und der Materialbahn (1) kommt.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform hat die Breithalterolle (2) eine elektrisch leitende Oberfläche, die auf ein elektrisches Nullpotential aufge­ schalten ist. Diese Oberfläche ermöglicht eine besonders vorteilhafte Ausfüh­ rungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welchem eine kraftschlüs­ sige Verbindung zwischen der Kontaktfläche der Breithalterolle (2) und der Materialbahn (1) durch eine elektrostatische Aufladung der Materialbahn (1) erzielt wird. Diese Ausführungsform des Verfahrens wird nachstehend detail­ liert erläutert.
Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Breithalte­ rollen (2) in die beiden Randbereiche der Materialbahn (1) positioniert. Die Po­ sitionierung der Breithalterollen (2) an die laufende Materialbahn (1) wird unter maschinenbautechnischen und ergonomischen Gesichtspunkten gewählt. An­ getriebene Breithalterollen (2) werden so angetrieben, daß sie sich in Lauf­ richtung der Materialbahn (1) drehen. Für die Positionierung der Rolle im Ver­ hältnis zur Laufrichtung der Bahn wird ein Anstellwinkel α eingestellt (s. Fig. 7). Dieser Winkel muß < 0° und < 90° liegen. Im allgemeinen wird man einen An­ stellwinkel im Bereich von 2 bis 50°, vorzugsweise 5 bis 30°, einstellen. Über die Einstellung des Winkels wird die Rollengeschwindigkeit vR gesteuert bzw. geregelt. Die Steuerung bzw. Regelung der einzelnen Parameter erfolgt in Ab­ hängigkeit voneinander. So gilt beispielsweise zwischen dem einzustellenden Anstellwinkel α und der Umfangsgeschwindigkeit der Rolle vR der folgende Zu­ sammenhang:
vR = vF
Somit muß bei größerem Anstellwinkel α eine größere Umfangsgeschwindig­ keit vR gewählt werden, wenn es zu keiner Relativbewegung zwischen Mate­ rialbahn (1) und Rollenoberfläche (5) kommen soll.
Letztlich erfolgt noch die Positionierung der Breithalterollen (2) in die dritte mögliche räumliche Richtung. Zunächst muß die Rolle soweit in Richtung der Materialbahn (1) gebracht werden, daß die Rollenoberfläche (5) mit der Mate­ rialbahn (1) in Kontakt tritt. Diese Positionierung soll nachstehend auch als Eintauchtiefe h bezeichnet werden (s. Fig. 6). Über die Eintauchtiefen der Breithalterolle (2) in die laufende Materialbahn (1) wird bestimmt, wieweit die Materialbahn (1) die Breithalterolle (2) umschlingt. Je höher der Umschlin­ gungswinkel β desto mehr Kontaktfläche (3) entsteht zwischen der Rollenober­ fläche (5) und der Materialbahn (1).
In einer weiteren, besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die kraftschlüssige Umschlingung der Rolle durch eine elektrostatische Aufla­ dung der Materialbahn (1) unterstützt. Hierfür wird, in Laufrichtung der Mate­ rialbahn (1) gesehen, vor dem Auftreffpunkt P der Materialbahn (1) auf die Breithalterolle (2), eine Sprühelektrode (4) angebracht (s. Fig. 6 und 7). Über diese Sprühelektrode (4) wird in einem kleinen Bereich, vorzugsweise punktu­ ell, eine elektrische Ladung auf die Materialbahn (1) aufgebracht. Läuft die so geladene Materialbahn (1) anschließend über eine elektrisch leitende und auf elektrisches Nullpotential geschaltete Breithalterolle (2), so wird die Material­ bahn (1) von der Oberfläche der Breithalterolle (5) angezogen. Dies führt zu einer besonders guten, kraftschlüssigen Verbindung zwischen der Material­ bahn (1) und der Kontaktfläche (3), gegebenenfalls auch zu einem größeren Umschlingungswinkel β. Hiermit wird dem Fachmann ein weiterer Parameter an die Hand gegeben, über welchen er die Krafteinwirkung in Querrichtung do­ sieren kann. Je höher die Aufladespannung desto größer wird die Kontaktkraft und gegebenenfalls der Umschlingungswinkel β, womit letztlich der mögliche Schlupf zwischen Materialbahn (1) und Kontaktfläche (3) eliminiert wird und über eine Voreilung der Breithalterolle (2) eine Querkraft aufgebaut werden kann.
Die Erfindung eröffnet einen einfachen Weg, eine Zugspannung in die Quer­ richtung einer laufenden Materialbahn einzubringen. Diese Verfahren ist be­ sonders vorteilhaft, da es verschiedene Möglichkeiten bietet, diese Zugspan­ nung in Querrichtung zu steuern. Die Zugspannung kann durch Steuerung des Rollendurchmessers, durch den Anstellwinkel α, durch die Eintauchtiefe h, durch die Ausgestaltung der Rollenoberfläche, durch die Umfangsgeschwindig­ keit, durch die Positionierung der Breithalterolle zur Materialbahn, durch die statische Aufladung kontrolliert werden. Damit ist eine sehr feine Dosierung der in Querrichtung wirkenden Kräfte über verschiedene Vorgaben möglich. Das erfindungsgemäße Verfahren ist äußerst flexibel und für unterschiedlichste Materialien und Produktions- oder Verarbeitungsverfahren vorteilhaft einsetz­ bar. Es ermöglicht, Materialbahnen faltenfrei zwischen rotierenden Walzen zu führen und eine kontrollierte Zugspannung in Querrichtung aufzubauen, so daß Verwerfungen oder andere Störungen, die durch die Spannungen in Längs­ richtung entstehen können, sicher vermieden werden.

Claims (12)

1. Verfahren zum Führen einer flächenförmigen Materialbahn (1), bei wel­ chem die Materialbahn (1) in einer Anordnung von rotierende Walzen mit ei­ ner Bahngeschwindigkeit vF läuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Material­ bahn (1) in ihrem Randbereich über eine Breithalterolle (2) geführt wird, wel­ che eine Zugspannung in Querrichtung, d. h. quer zur Laufrichtung der Mate­ rialbahn (1) erzeugt, wobei diese Spannung in Querrichtung durch Regelung der Umfangsgeschwindigkeit vR der Breithalterolle (2) und/oder durch Steue­ rung des Anstellwinkels α und/oder des Umschlingungswinkels β gesteuert wird und wobei die Umfangsgeschwindigkeit vR < Bahngeschwindigkeit vF ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Mate­ rialbahn (1) eine Materialbahn aus einem thermoplastischen Kunststoff, vor­ zugsweise Polyester, Polyethylen, Polycarbonat, Polypropylen oder ein Cy­ cloolefinpolymer ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (1) eine Dicke von 0,5 bis 500 µm, vorzugsweise 2 bis 200 µm hat.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahngeschwindigkeit vF der Materialbahn (1) 1 bis 2000 m/min beträgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Randbereich jeweils 1 bis 10% der Gesamtbreite der Materialbahn (1) ist.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) einen Durchmesser im Bereich von 1 bis 500 mm und der Durchmesser größer als die Breite der Breithalterolle (2) ist.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Breithalterolle (5) aus einer metalli­ schen, leitenden Oberfläche besteht und ein elektrisches Nullpotential aufge­ schaltet ist.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) abgeschrägte oder abgerundete Kanten aufweist.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) mit einem Antrieb verbunden ist, der eine Regelung der Umfangsgeschwindigkeit VR der Breithalterolle (2) er­ möglicht.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Breithalterollen (2) in den beiden ge­ genüberliegenden Randbereichen der Materialbahn (1) positioniert werden und einen Winkel zum Rand der Materialbahn (1) bilden, welcher < 0° und < 90°, vorzugsweise 2 bis 50°, beträgt.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Breithalterolle (2) derart in die Materialbahn (1) ein­ getaucht wird, daß die Materialbahn (1) die Breithalterolle (2) mindestens teil­ weise umschlingt.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung gesehen vor der Breithalterolle (2) eine Sprühelektrode (4) derart angeordnet ist, daß die Materialbahn (1) mit einer Ladung beaufschlagt wird und die Breithalterolle (2) eine leitende Oberfläche (5) aufweist.
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