DE19938935A1 - Bremssystemsteuerung - Google Patents
BremssystemsteuerungInfo
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Abstract
Ein Bremssystemsteuerverfahren umfaßt die Schritte, daß: DOLLAR A eine maximale Beschleunigung eines Fahrzeuges auf einer Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (701); eine Beschleunigung des Fahrzeuges gemessen wird (98); ein Verhältnis zwischen der gemessenen Beschleunigung des Fahrzeuges und der Maximalbeschleunigung des Fahrzeuges auf der Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (712); in Ansprechen auf das Verhältnis ein Signal bestimmt wird, das den augenblicklichen Haftwert anzeigt (714-730); ein Bremsenaktuatorbefehl bestimmt wird, der auf das Signal (122, 138, 142, 146) anspricht, und der Bremsenaktuatorbefehl an einen Bremsenaktuator (154, 158) geliefert wird.
Description
Diese Erfindung betrifft eine Bremssystemsteuerung.
Es sind Autos mit Bremssystemen hergestellt oder vorgeführt worden, die
während Stops eine Bremskraft modulieren, um eine Antiblockier-
Bremsensteuerung (ABS) zu schaffen, und/oder die während einer Fahr
zeugbeschleunigung eine Bremskraft modulieren, um eine Traktionssteue
rung bei positiver Beschleunigung (TCS) zu schaffen. Einige dieser derarti
gen Bremssysteme weisen zusätzlich eine Bremssteuerung mittels Dräh
ten auf.
In letzter Zeit sind Fahrzeuge mit Bremssystemen hergestellt worden, die
in bestimmten Situationen aktiviert werden, wenn einige oder alle Fahr
zeugreifen eine übermäßige Querbewegung relativ zu der Fahrbahn erfah
ren. Die Bremsen werden selektiv gesteuert, um zu versuchen, das Fahr
zeug auf einen gewünschten Kurs zu bringen und/oder die Querbewegung
der Reifen relativ zu der Fahrbahn zu minimieren.
Es ist eine Aufgabe dieser Erfindung, ein Bremssystemsteuerverfahren
gemäß Anspruch 1 zu schaffen.
Vorteilhafterweise sieht diese Erfindung ein Bremssystemsteuerverfahren
zur aktiven Steuerung der Straßenreaktion eines Kraftfahrzeuges vor.
Vorteilhafterweise sieht diese Erfindung ein Bremssystemsteuerverfahren
und eine Vorrichtung vor, die eine Steuerung des Fahrzeugrutschwinkels,
der Fahrzeuggierrate und/oder anderer Fahrzeugreaktionen beispielsweise
durch selektives Aktivieren der Fahrzeugradbremsen vorsehen können,
um einen gewünschten Fahrzeugrutschwinkel, eine gewünschte Gierrate
und/oder andere Fahrzeugreaktionen erreichen zu können.
Ein erwünschter Parameter, der für eine Bremssystemsteuerung nützlich
ist, ist der Haftwert zwischen der Fahrbahn und den Fahrzeugreifen. Vor
teilhafterweise berücksichtigt diese Erfindung, daß der Haftwert zwischen
der Fahrbahn und den Reifen in den Längs- und Querrichtungen ver
schieden sein kann. Vorteilhafterweise berücksichtigt diese Erfindung,
daß bei Systemen, bei denen eine Gierraten- und Fahrzeugrutsch
winkelsteuerung erwünscht ist, der Haftwert zwischen der Fahrbahn und
den Reifen in der Querrichtung ein nützlicher Parameter ist.
Vorteilhafterweise sieht diese Erfindung ein Bremssystemsteuerverfahren
vor, bei dem der Haftwert zwischen der Fahrbahn und den Reifen, wenn
das Fahrzeug im nichtlinearen Betrieb ist, d. h. wenn ein Schlupf zwischen
den Fahrzeugrädern und der Fahrbahn auftritt, in Ansprechen auf die tat
sächliche (gemessene) Fahrzeugquerbeschleunigung und die maximale
Querbeschleunigung für das Fahrzeug auf einer Fahrbahn mit hohem
Haftwert geschätzt wird.
Vorteilhafterweise berücksichtigt diese Erindung, daß während be
stimmter Betriebszustände ein Verhältnis zwischen den Größen der tat
sächlichen Beschleunigung und der maximalen Beschleunigung für das
Fahrzeug auf einer Fahrbahn mit hohem Haftwert in Beziehung zu dem
Haftwert zwischen den Fahrzeugrädern und der Fahrbahn steht, auf der
sich das Fahrzeug gegenwärtig befindet.
Vorteilhafterweise berücksichtigt diese Erfindung, daß während kurzer
Perioden von Übergangsmanövern die Querbeschleunigung nicht dazu
verwendet werden kann, um einen Oberflächenhaftwert zu schätzen, so
gar, obwohl sich das Fahrzeug in einem nichtlinearen Betriebsbereich be
finden kann. Daher ist es vorteilhaft, daß die Schätzung des Oberflächen
haftwertes während der Übergangsmanöver an den vorher geschätzten
Werten festhält.
Vorteilhafterweise berücksichtigt diese Erfindung, daß in bestimmten Si
tuationen, wie beispielsweise dem Fahren auf angeschrägten Straßen oder
auf Flächen mit niedrigem Reibungskoeffizienten bei niedrigen Geschwin
digkeiten, die Fahrzeuggierrate und der Gierratenfehler zusätzlich zu der
Querbeschleunigung dazu verwendet werden kann, um zu bestimmen,
wenn die Querbeschleunigung den Oberflächenhaftwert anzeigt.
Vorteilhafterweise sieht diese Erfindung gemäß eines bevorzugten Bei
spiels ein Bremssystemsteuerverfahren vor, das die Schritte umfaßt, daß:
eine maximale Querbeschleunigung eines Fahrzeugs auf einer Fahrbahn
mit hohem Haftwert bestimmt wird; eine Querbeschleunigung des Fahr
zeugs gemessen wird; ein Verhältnis zwischen den Größen der gemesse
nen Beschleunigung des Fahrzeugs und der maximalen Beschleunigung
des Fahrzeugs auf einer Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird; in
Ansprechen auf das Verhältnis ein Signal bestimmt wird, das den augen
blicklichen Haftwert anzeigt; ein Bremsenaktuatorbefehl in Ansprechen
auf das Signal bestimmt wird; und der Bremsenaktuatorbefehl an einen
Bremsenaktuator geliefert wird.
Die vorliegende Erindung wird nun beispielhaft unter Bezugnahme auf
die folgenden Zeichnungen beschrieben, in welchen:
Fig. 1 ein Beispielschema eines Fahrzeugbremsensteuersystems
gemäß dieser Erfindung ist;
Fig. 2 ein Beispieldiagramm der Fahrzeugdynamik gemäß dieser
Erindung veranschaulicht;
Fig. 3 eine Beispielsteuerung gemäß dieser Erfindung veran
schaulicht;
Fig. 4 Beispielschritte zur Schätzung des Oberflächenhaftwertes
gemäß dieser Erfindung veranschaulicht;
Fig. 5 eine Beispieleinrichtung zur Überwachung des Fahr
zeugrutschwinkels gemäß dieser Erfindung veranschau
licht;
Fig. 6-8 Beispielverstärkungsfunktionen zur Verwendung mit dem
unten beschriebenen Beispielsystem veranschaulichen;
Fig. 9-13 Befehlsflußdiagramme von Beispielsteuerfunktionen gemäß
dieser Erfindung veranschaulichen;
Fig. 14 ein Beispielfahrzeugreferenzmodell veranschaulicht; und
Fig. 15 ein anderes Beispielfahrzeugreferenzmodell veranschau
licht.
Wie in Fig. 1 gezeigt ist, umfaßt das gezeigte Fahrzeug 10 ein steuerbares
Bremssystem mit einer Steuerung 68 zur Steuerung der Bremsen 20, 22,
24 und 26 der Fahrzeugräder 12, 14, 16 bzw. 18. Verschiedene Eingänge
zu der Steuerung 68 umfassen die Radgeschwindigkeitssignale auf Lei
tungen 36, 38, 40 und 42 von Radgeschwindigkeitssensoren 28, 30, 32
und 34, das Bremspedalschaltsignal auf Leitung 84 von dem Bremspedal
schalter 82, das Bremspedalsignal für ausgestreckten Weg auf Leitung 83
von dem Pedalwegsensor 85 (optional), das Steuerradwinkelsignal auf
Leitung 62 von dem Sensor 61, das den Winkel des Steuerrades 60 angibt,
das Gierratensignal auf Leitung 81 von dem Gierratensensor 80, das
Hauptzylinderdrucksignal auf Leitung 96 von dem Hauptzylinderdruck
sensor 94 (optional), das Querbeschleunigungssignal auf Leitung 99 von
einer Querbeschleunigungsmeßeinrichturig 98 und ein Hinterradsteuer
winkelsignal von einem rückwärtigen Steuerwinkelsensor (nicht gezeigt)
oder einen Steuerbefehl für den rückwärtigen Aktuator oder ist als eine
bekannte Funktion des Signales auf Leitung 62 bestimmt, wenn eine Vier
radsteuerung an dem Fahrzeug ausgeführt ist.
Jeder der Sensoren 28, 30, 32, 34, 61, 80, 82, 85, 98 und 99 ist auf eine
in der Technik bekannten Art und Weise ausgeführt. Der Bremspedal
wegsensor 85 ist ein an dem Pedal befestigter Schalter, der ein Ausgangs
signal vorsieht, wenn das Pedal um einen Ausstreckbetrag gedrückt wor
den ist, der eine "Voll"-Bremsung durch den Fahrer angibt.
Bei einem Beispiel kann der Steuerradstellungssensor 61 ein Digitalsensor
sein, der Ausgangssignale schafft, die ein digitales Stellungssignal in der
Steuerung 68 mit jedem Grad oder Teilgrad der Bewegung des Steuerra
des 60 in einer Richtung verstärken und das digitale Stellungssignal mit
jedem Grad oder Teilgrad der Bewegung in der entgegengesetzten Rich
tung vermindern. Der Steuerradsensor 61 kann auch einen analogen Sen
sorstellungsausgang (d. h. von einer Drehwiderstandsvorrichtung eines
bekannten Typs) umfassen, der eine angenäherte Steuerradstellungsin
formation vorsieht. Der Analogausgang kann beispielsweise dazu verwen
det werden, um zu bestimmen, ob das Steuerrad bei einem Start des
Fahrzeugs weniger als eine voreingestellte Grenze, d. h. 90°, gedreht ist.
Ein Verfahren zur Bestimmung der Zentralposition des Steuerradstel
lungssensors ist in der anhängigen US-Patentanmeldung Serien-Nr.
08/664,321 offenbart, die auf den Anmelder dieser Erfindung übertragen
wurde.
In Ansprechen auf die verschiedenen Eingänge steuert die Steuerung die
Bremsung jedes Rades im Antiblockierbremsmodus während bestimmter
Bremsmanöver und im Traktionssteuermodus während bestimmter Fahr
zeugbeschleunigungsmanöver, um die Traktionskraft der Antriebsräder
auf der Fahrbahn beizubehalten. Die Antiblockierbremssteuerung und die
Traktionssteuerung für positive Beschleunigung sind, außer wie hier mo
difiziert ist, auf eine bekannte Art und Weise ausgeführt.
Die Steuerung 68 steuert auch aktiv die Radbremsen 20, 22 (in einem
Zweikanalsystem) oder 20, 22, 24 und 26 (in einem Vierkanalsystem) in
Ansprechen auf die tatsächliche Fahrzeuggierrate und die tatsächliche
Fahrzeugquerbeschleunigung, wie sie durch die Sensoren 80 bzw. 98 ge
messen wird, um die Differenz zwischen der tatsächlichen Fahrzeuggier
rate und einer erwünschten Fahrzeuggierrate zu minimieren und die Dif
ferenz zwischen dem tatsächlichen Fahrzeugrutschwinkel und dem er
wünschten Fahrzeugrutschwinkel zu minimieren. Da die Basisbrems-,
Antiblockierbrems- und Traktionssteuerfunktionen Fachleuten bekannt
sind, werden sie hier nur allgemein beschrieben.
Wenn sich das Fahrzeug in einem Bremsmanöver befindet, überwacht die
Steuerung die Radgeschwindigkeitssignale von den Sensoren 28, 30, 32
und 34 und bestimmt, wenn sich eines oder mehrere der Räder in oder
annähernd in einem beginnenden Blockierzustand befindet, wobei in die
sem Fall der Antiblockierbremssteuermodus für das eine oder die mehre
ren Räder aktiviert wird. In dem Antiblockierbremssteuermodus bestimmt
die Steuerung 68 Befehle und gibt diese an die Aktuatoren 52, 54, 56 und
58 entsprechend den Rädern in dem Antiblockierbremsmodus aus, um die
Bremskraft zu den Rädern zu modulieren. Durch die Steuerung der Ak
tuatoren 52, 54, 56 und 58 verhindert die Steuerung, daß die Räder in ei
nen Blockierzustand kommen können, während eine wirksame Brems
steuerung und Steuerbarkeit auf eine Art und Weise erreicht wird, die in
der Technik der Antiblockierbremssteuerung bekannt ist.
Wenn sich das Fahrzeug nicht in einem Bremsmanöver befindet, aber in
folge einer Ausgangsantriebskraft von der Fahrzeughauptantriebseinheit,
d. h. dem Verbrennungsmotor oder Elektromotor, beschleunigt wird,
überwacht die Steuerung 68 die durch die Sensoren 28, 30, 32 und 34
erfaßten Radgeschwindigkeiten, um zu bestimmen, ob die Räder, welche
die Antriebskraft auf die Fahrbahn übertragen, rutschen oder anfangen zu
rutschen. Bei derartigen Radzuständen sendet die Steuerung 68 Befehle
an die Aktuatoren 52-58 entsprechend den Rädern, die rutschen oder be
ginnen zu rutschen, um zur Verminderung des Rutschens eine Brems
kraft für die Räder vorzusehen. Eine derartige Steuerung ist typischerwei
se in Verbindung mit einer parallelen Steuerung in dem Motor oder der
Motor- (und/oder der Getriebe)-Steuerung ausgeführt, um den Antriebs
kraftausgang zeitweilig zu vermindern, bis die Traktion zwischen Rad und
Straße wiederhergestellt ist.
Bei einem Beispiel sind die Bremsenaktuatoren 52-58 als in der Technik
bekannte Aktuatoren mit hin- und herbewegbarem Kolben ausgeführt.
Derartige Aktuatoren umfassen typischerweise einen DC-Motor, der die
Stellung eines hin- und herbewegbaren Kolbens durch einen Wandler von
Dreh- zu Linearbewegung steuert, um den Hydraulikdruck in den Rad
bremsen zu erhöhen und/oder zu vermindern. Bei einem anderen Beispiel
sind die Bremsenaktuatoren 52-58 als Solenoidventile ausgeführt, um die
Bremsen 20-26 selektiv mit einer Quelle von unter Druck gesetztem Hy
draulikfluid zu koppeln und somit den Bremsdruck zu erhöhen, und um
die Bremsen 20-26 selektiv mit einem Bremsfluidreservoir zu koppeln, um
den Bremsdruck zu vermindern. Die Ausführung derartiger Solenoidven
tile ist in der Technik bekannt. Bei einem noch anderen Beispiel können
die hinteren Bremsen und/oder die vorderen Bremsen durch einen Elek
tromotor angetriebene Bremsen sein, wobei in diesem Fall die Aktuator-
und Bremsfunktionen durch die gleiche Einheit ausgeführt werden. Ein
Beispiel eines Bremssystems, das vordere Hydraulikbremsen und rück
wärtige elektrische Bremsen umfaßt, bei dem alle vier Bremsen in einem
Bremsverfahren mittels Drähten gesteuert werden, ist in dem US-Patent
Nr. 5,366,291 ausgeführt, das auf den Anmelder dieser Erfindung über
tragen wurde.
Das hier beschriebene Beispielsystem führt eine Aktivbremsensteuerung
der beiden Radbremsen 20 und 22 oder der vier Radbremsen 20, 22, 24
und 26 in Ansprechen auf das Steuerradwinkelsignal auf Leitung 62, das
Gierratensignal auf Leitung 81, die Fahrzeuggeschwindigkeit, wie sie in
Ansprechen auf die Signale von den vier Radgeschwindigkeitssensoren be
rechnet wird, das Querbeschleunigungssignal auf Leitung 99 und entwe
der den Bremspedalsensor 85 für ausgestreckten Weg oder den Hauptzy
linderdrucksensor 94 aus. Unter Verwendung dieser Signale bestimmt die
Steuerung 68 eine erwünschte Fahrzeuggierrate und vergleicht diese ge
wünschte Gierrate mit der tatsächlichen Gierrate, die durch den Sensor
80 erfaßt wird. Die Steuerung 68 bestimmt auch einen erwünschten Fahr
zeugrutschwinkel (unten definiert) und vergleicht diesen erwünschten
Fahrzeugrutschwinkel mit dem tatsächlichen Fahrzeugrutschwinkel, wie
er durch eine Schätzeinrichtung oder Beobachtungseinrichtung in der
Steuerung bestimmt wird. Wenn sich die Gierrate des Fahrzeugs von der
erwünschten Gierrate um mehr als eine Gierratenschwelle unterscheidet,
die dynamisch bestimmt wird, oder wenn ein erwünschtes Korrekturgier
moment, das in Ansprechen auf den Gierratenfehler und den Rutschwin
kelfehler bestimmt wird, größer als eine Giermomentschwelle ist, be
stimmt die Steuerung 68 Befehle und gibt diese an die Aktuatoren 52, 54,
56 und 58 aus, um die Fahrzeugradbremsen 20, 22, 24 und/oder 26 zu
steuern und somit die Fahrzeuggierrate und den Fahrzeugrutschwinkel in
Übereinstimmung mit der erwünschten Gierrate und dem erwünschten
Rutschwinkel zu bringen. Bei einem Zweikanalsystem werden nur die
Bremsen 20 und 22 über Aktuatoren 52 bzw. 54 gesteuert.
Zur Ausführung dieser Aufgaben umfaßt die Steuerung 68 typischerweise
einen Mikroprozessor, einen ROM und RAM und geeignete Eingangs- und
Ausgangsschaltungen eines bekannten Typs zur Aufnahme der verschie
denen Eingangssignale und zur Ausgabe der verschiedenen Steuerbefehle
an die Aktuatoren 52, 54, 56 und 58.
Wie in Fig. 2 gezeigt ist, veranschaulicht das schematische Diagramm die
Konzepte der Rutschwinkel- und Gierratensteuerung. Das Fahrzeug 10
besitzt eine Längsachse 201, die in einer Richtung orientiert ist, die als die
x-Richtung oder die Vorwärtsrichtung des Fahrzeugs bezeichnet ist. Der
durch Bezugszeichen 204 bezeichnete Vektor veranschaulicht eine bei
spielsgemäße Geschwindigkeit des Schwerpunkts des Fahrzeugs, die eine
Richtung aufweist, die unter einem Winkel β, der durch Bezugszeichen
202 bezeichnet ist, von der x-Achse oder Längsachse 201 des Fahrzeugs
orientiert ist. Der Vektor 204 besitzt eine Längsgeschwindigkeitskompo
nente 208 (in der x-Achse) und eine Quergeschwindigkeitskomponente
206, die parallel zu der Richtung ist, die hier als y-Achse bezeichnet ist.
Das Bezugszeichen 200 bezeichnet den Schwerpunkt des Fahrzeugs.
Während der Fahrzeugmanövriervorgänge treten im allgemeinen zwei Ty
pen von Fahrzeugverhalten auf. Das erste ist ein Linearverhalten, wäh
rend dem die Gierrate und der Rutschwinkel des Fahrzeugs in fester Be
ziehung zu dem Steuerradwinkel und der Fahrzeugvorwärtsgeschwindig
keit stehen. Ein nichtlinearer Betrieb des Fahrzeugs ist durch eine signifi
kante Querbewegung von zumindest einigen der Fahrzeugrädern in bezug
auf die Fahrbahn gekennzeichnet. Während des nichtlinearen Betriebes
weichen die Gierrate 210 und der Rutschwinkel 202 des Fahrzeugs von
den feststehenden Beziehungen zu dem Steuerradwinkel und der Fahr
zeugvorwärtsgeschwindigkeit ab, die für den Linearbetrieb charakteri
stisch sind.
Dieses Beispiel dieser Erfindung vermindert vorteilhafterweise die Abwei
chung der Gierrate 210 und des Rutschwinkels 202 des Fahrzeugs von
den erwünschten Gierraten und Rutschwinkeln während vieler nichtlinea
rer Betriebszustände des Fahrzeugs. Die Steuerung der Fahrzeuggierrate
und des Fahrzeugrutschwinkels wird durch die selektive Anwendung von
Bremskräften an die Fahrzeugräder 12, 14 (in einem Zweikanalsystem)
oder 12, 14, 16 und 18 (in dem Vierkanalsystem) erreicht, um Giermo
mente an dem Fahrzeug 10 zu bewirken, die der durch das Fahrzeug 10
detektierten unerwünschten Gierbewegung entgegenwirken. Diese Brems
kräfte sind graphisch durch die Bezugszeichen 212 veranschaulicht. Zu
sätzlich kann während Bremsmanövern ein Giermoment durch Verminde
rung von Bremskräften an gewählten Rädern eingeführt werden, während
die Bremskräfte der anderen Räder beibehalten oder erhöht werden. Ver
minderungen der Bremskräfte sind durch Bezugszeichen 214 dargestellt.
Somit ist es auf die selektive Steigerung und/oder Verminderung von
Bremskräften an den Fahrzeugrädern 12, 14 (Zweikanalsystem) oder 12,
14, 16 und 18 (Vierkanalsystem) zurückzuführen, daß Giermomente an
dem Fahrzeug 10 bewirkt werden, um die jeweiligen Differenzen zwischen
den erwünschten und tatsächlichen Gierraten und zwischen den er
wünschten und tatsächlichen Rutschwinkeln zu minimieren.
Wie in Fig. 3 gezeigt ist, umfaßt die gezeigte Beispielsteuerung ein Fahr
zeugreferenzmodell 102, einen Block 104, der das Fahrzeug darstellt,
Schätzeinrichtungen 120 und 122 zur Schätzung des tatsächlichen Ober
flächenhaftwertes bzw. Fahrzeugrutschwinkels, Gierbefehl- und Rutsch
befehlsteuerblöcke 138, 142, einen Ausgangsbefehlsblock 154 und Brem
senaktuatoren und Radbremsen, die durch Blöcke 132 bzw. 128 darge
stellt sind.
In den folgenden Abschnitten stellen Zeitwerte, die mit einem (k) bezeich
net sind, augenblickliche Steuerkreiswerte dar, und Zeitwerte, die mit (k-
n) bezeichnet sind, stellen die n jüngsten Steuerkreiswerte auf eine her
kömmliche Art und Weise dar. Wenn Zeitwertbezeichnungen, d. h. (k), von
den Gleichungen weggelassen sind, wird angenommen, daß die Zeitwert
bezeichnung (k) ist, sofern es nicht anders angegeben ist.
Das Fahrzeugreferenzmodell empfängt Eingaben von den Leitungen 112,
62 und 121, welche die Fahrzeugvorwärtsgeschwindigkeit, den Steuer
radwinkel und den geschätzten Oberflächenhaftwert darstellen. Das Fahr
zeugreferenzmodell verwendet die Eingänge, um den erwünschten Fahr
zeugrutschwinkel, die erwünschte Fahrzeugquergeschwindigkeit und er
wünschte Fahrzeuggierrate gemäß den folgenden Gleichungen zu berech
nen:
vyd(k) = (1 + a11.Δt).vyd(k-1) + a12.Δt.Ωdu(k-1) + b1.Δt.δ(k-1),
Ωdu(k) = a21.Δt.vyd(k-1) + (1 + a22.Δt).Ωdu(k-1) + b2.Δt.δ(k-1),
und
βdu = Arctan(vyd/vx)
Ωdu(k) = a21.Δt.vyd(k-1) + (1 + a22.Δt).Ωdu(k-1) + b2.Δt.δ(k-1),
und
βdu = Arctan(vyd/vx)
wobei Δt die Abtastperiode (Steuerkreiszeit) ist, und
a11 = -(cf + cr)/(M.vx), a12 = (-cr.a + cr.b)/(M.vx)-vx,
a21 = (cf.a + cr.b)/(Izz.vx), a22 = -(cf.a2 + cr.b2)/(Izz.vx),
b1 = cf/M und b2 = a.cf/Izz,
a21 = (cf.a + cr.b)/(Izz.vx), a22 = -(cf.a2 + cr.b2)/(Izz.vx),
b1 = cf/M und b2 = a.cf/Izz,
wobei δ der Steuerwinkel der Vorderräder ist, M die Gesamtmasse des
Fahrzeugs ist, Izz das Trägheitsmoment des Fahrzeugs um die Gierachse
(die durch den Schwerpunkt verläuft) ist, a und b Abstände von dem
Schwerpunkt des Fahrzeuges zu den vorderen und rückwärtigen Achsen
sind, cf und cr Aussteifungskoeffizienten für Kurvenfahrt von beiden Rei
fen der Vorder- bzw. Hinterachsen sind, vx die Vorwärtsgeschwindigkeit
des Fahrzeugs ist, vyd(k) die erwünschte Quergeschwindigkeit des Fahr
zeugs zum Zeitpunkt k ist, Ωdu(k) die erwünschte Gierrate (nicht be
grenzt) des Fahrzeugs zum Zeitpunkt k ist und βdu der nicht begrenzte er
wünschte Rutschwinkel des Fahrzeugs ist.
Wenn eine Vierradsteuerung an dem Fahrzeug ausgeführt ist, dann be
stimmt das Referenzmodell die erwünschte Fahrzeugquergeschwindigkeit
und erwünschte Fahrzeuggierrate gemäß den folgenden Gleichungen:
vyd(k) = (1 + a11.Δt).vyd(k-1) + a12.Δt.Ωdu(k-1) + b1.Δt.δ(k-1) + c1.δr,
Ωdu(k) = a21.Δt.vyd(k-1) + (1 + a22.Δt).Ωdu(k-1) + b2.Δt.δ(k-1) + c2.δr,
Ωdu(k) = a21.Δt.vyd(k-1) + (1 + a22.Δt).Ωdu(k-1) + b2.Δt.δ(k-1) + c2.δr,
wobei δr der Steuerwinkel der Hinterräder ist, der durch das Signal auf
Leitung 63 vorgesehen wird, und wobei c1 und c2 bestimmt werden ge
mäß:
c1 = cr/M und c2 = -b.cr/Izz.
Es sei angemerkt, daß das obige Fahrzeugmodell ein bevorzugtes Beispiel
ist und andere Fahrzeugmodelle als Alternativen zur Bestimmung der er
wünschten Fahrzeuggierrate und Rutschwinkel verwendet werden kön
nen.
Das Referenzmodell 102 begrenzt dann die erwünschten Werte des
Rutschwinkels und der Gierrate, wobei der maximale Wert des erwünsch
ten Rutschwinkels in Ansprechen auf den geschätzten Oberflächenhaft
wert µe bestimmt wird, der an Block 120 bestimmt wird und auf Leitung
121 ausgegeben wird. Typischerweise liegen Oberflächenhaftwerte von
Straße zu Reifen im Bereich von 0,2 bis 1,0; wobei 0,2 Eis und 1,0 trocke
nen Belag darstellt. Der maximale erwünschte Rutschwinkel wird durch
den Fahrzeugkonstrukteur vorbestimmt und kann von Fahrzeugtyp zu
Fahrzeugtyp variieren. Bei einem Beispiel beträgt der maximale er
wünschte Rutschwinkel auf Eis 4° des Rutschwinkels und auf einer troc
kenen Fläche 10°. Unter Annahme dieser Parameter wird dann der maxi
male erwünschte Rutschwinkel βmax wie folgt bestimmt:
und
Der Zustand βdu.δ ≧ 0,005 kann durch den Zustand vx < [cr.b.(a +
b)/(M.a)]1/2 ersetzt werden, da, wenn auf diesen Zustand gestoßen wird,
die Vorzeichen von βdu und δ gleich sind. Sobald βmax bestimmt ist, wird
der erwünschte Rutschwinkel gemäß der folgenden Gleichung begrenzt:
Gemäß der obigen Gleichungen ist βd nicht begrenzt, wenn die Vorzeichen
des Rutschwinkels und Steuerwinkels gleich oder äquivalent sind, wenn
die Fahrzeuggeschwindigkeit unterhalb des oben definierten Wertes liegt.
Die erwünschte Gierrate Ωd wird als Ωdu begrenzt auf plus und minus ei
nen vorbestimmten Parametersatz, beispielsweise gleich 0,2 oder 0,3 Ra
diant pro Sekunde oberhalb der maximalen Gierrate bestimmt, die von
dem Fahrzeug auf einer trockenen Oberfläche (mit hohem Haftwert) aus
gehalten werden kann. Die Grenze der erwünschten Gierrate kann ge
schwindigkeitsabhängig sein (beispielsweise kann die maximale Größe für
Ωd auf aymax/vx + 0,3 begrenzt sein).
Die erwünschte Querbeschleunigung ayd ist bestimmt als
ayd = vyd' + vx.Ωdu,
wobei vyd' die Zeitableitung von vyd ist und berechnet werden kann als:
a11.vyd + a12.Ωdu + b1.δ
oder als
(vyd(k)-vyd(k-1)/Δt.
Wenn das Fahrzeug eine Vierradsteuerung aufweist, dann wird vyd' be
stimmt als
a11.vyd + a12.Ωdu + b1.δ + c1.δr.
Das Referenzmodell 102 gibt den erwünschten Rutschwinkel βd auf Lei
tung 106, die erwünschte Gierrate Ωd auf Leitung 108 und die erwünschte
Querbeschleunigung ayd auf Leitung 110 aus.
Die erwünschte Querbeschleunigung auf Leitung 110 und die tatsächliche
Fahrzeugquerbeschleunigung auf Leitung 99 werden zusammen mit der
gemessenen Fahrzeuggierrate Ωa auf Leitung 81, der erwünschten Gierrate
Ωd, dem Steuerwinkel δ und der Fahrzeuggeschwindigkeit vx an Block 120
geliefert. Der Block 120 verwendet die tatsächlichen und erwünschten
Querbeschleunigungen und die tatsächlichen und erwünschten Fahrzeug
gierraten, um einen Haftwert zwischen der Fahrbahn und dem Fahrzeu
greifen zu schätzen.
Bevor die gemessene Querbeschleunigung in dem Algorithmus verwendet
wird, wird sie mit einem Rollfaktor rfac multipliziert, um die Wirkung des
Fahrzeugrollens während der Kurvenmanöver auf die gemessene Querbe
schleunigung zu vermindern. Der Rollfaktor kann berechnet werden als:
rfac = 1/(1 + M.g.h/ϕ),
wobei h die Höhe des Schwerpunktes des Fahrzeugs ist und ϕ die Gesamt
rollsteifigkeit der Fahrzeugaufhängung ist. Für eine typische Limousine ist
rfac ≈ 0,9. Von diesem Standpunkt aus bezeichnet der Begriff gemessene
Querbeschleunigung ay eine Querbeschleunigung, die durch den Sensor
98 gemessen wird, mit rfac multipliziert wird und durch einen Tiefpaßfilter,
beispielsweise einen Butterworth-Filter zweiter Ordnung mit einer Grenze
bei 40 rad/s, gefiltert wird, um ein Rauschen von dem Sensorsignal zu
vermindern.
Der Haftwert wird gemäß der Grundvoraussetzung geschätzt, daß die
Schätzung nur aus dem dynamischen Ansprechen des Fahrzeugs abge
leitet werden kann, wenn das Fahrzeug nahe der Haftgrenze ist, d. h. in
dem nichtlinearen Bereich des Gebrauchsverhaltens. In dem Linearbe
reich wird angenommen, daß der Oberflächenhaftwert bei einem Grund
wert von 1 liegt. Es kann auch angenommen werden, daß es, da das Fahr
zeugansprechen in der Gierebene hauptsächlich durch Querkräfte be
stimmt wird, ausreichend ist, den Haftwert in der Querrichtung zu schät
zen.
Gemäß dem Beispiel dieser Erfindung kann, wenn das Fahrzeug an oder
nahe der Haftgrenze arbeitet, der Oberflächenhaftwert in der Querrichtung
annähernd dadurch erhalten werden, daß das Verhältnis der Größen der
gemessenen Querbeschleunigung und der maximalen Querbeschleuni
gung berechnet wird, die das Fahrzeug auf einer trockenen Oberfläche
erfahren kann. Ob die Haftgrenze erreicht wird oder nicht, kann durch
Vergleich der erwünschten und gemessenen Querbeschleunigung ent
schieden werden. Wenn die Größe der erwünschten Querbeschleunigung
um eine bestimmte Schwelle größer als die Größe der gemessenen Quer
beschleunigung ist, hat dies zur Folge, daß das Fahrzeug die erwünschte
Beschleunigung nicht erzeugen kann, und es wird daraus geschlossen,
daß es sich an der Haftgrenze befindet, und die Schätzung des Haftwertes
kann aus
µ = |ay|/|aymax|
erhalten werden.
erhalten werden.
Es bestehen verschiedene Ausnahmen von der obigen allgemeinen Regel.
Erstens kann, wenn sich das Fahrzeug in einem Übergangsmanöver be
findet, bei dem die Querbeschleunigung die Vorzeichen ändert und not
wendigerweise durch Null verläuft, die Querbeschleunigung nicht dazu
verwendet werden, den Oberflächenhaftwert zu berechnen, da beispiels
weise die Querkräfte nicht vollständig entwickelt sein können oder an den
Vorder- und Hinterrädern in entgegengesetzten Richtungen vorliegen kön
nen. Somit bleibt während derartiger Manöver der geschätzte Haftwert an
dem vorher geschätzten Wert, bis das Fahrzeug in den linearen Betriebs
bereich zurückkehrt oder bis die Querkräfte und die Querbeschleunigung
vollständig auf das Niveau aufgebaut sind, das durch die Oberfläche zu
gelassen wird, wobei an diesem Punkt die Querbeschleunigung wieder den
Oberflächenhaftwert angibt.
Eine zweite Ausnahme ist, daß das Fahrzeug bei schlüpfrigen Oberflächen
mit niedrigen Geschwindigkeiten die Haftgrenze erreichen kann, bevor
sich ein ausreichend großer Querbeschleunigungsfehler, d. h. die Differenz
zwischen der erwünschten und gemessenen Querbeschleunigung, entwic
keln kann. In dieser Situation wird der Gierratenfehler zusätzlich zu dem
Querbeschleunigungsfehler dazu verwendet, die Berechnungen des Ober
flächenhaftwertes durch die Querbeschleunigung auszulösen.
Eine dritte Ausnahme ist, daß auf angeschrägten Straßen eine Diskrepanz
zwischen der gemessenen und erwünschten Querbeschleunigung entste
hen kann, sogar, wenn sich das Fahrzeug in dem linearen Betriebsbereich
befindet, da die Schwerkraft den Ausgang des Querbeschleunigungssen
sors beeinflußt. Um die Diskrepanz zu kompensieren, wird der Gierraten
fehler, der gegenüber dem Straßenschrägwinkel relativ unempfindlich ist,
so überwacht, daß sowohl der Gierratenfehler als auch der Querbeschleu
nigungsfehler oberhalb jeweiliger Schwellen liegen muß, bevor ein neuer
Oberflächenhaftwert berechnet wird.
Wenn während eines Zeitpunktes, wenn an der vorherigen Schätzung
festgehalten wird, die Größe der gemessenen Querbeschleunigung die ma
ximale Querbeschleunigung um einen vorbestimmten Prozentsatz über
schreitet, den die jüngste Schätzung des Oberflächenhaftwertes zulassen
würde, wird eine neue Schätzung des Oberflächenhaftwertes aus der ge
messenen Querbeschleunigung berechnet.
Eine Korrekturfunktion wird in die Schätzung eingebaut, um widerzuspie
geln, daß auf Oberflächen mit niedrigem Haftwert die maximale Querbe
schleunigung größer als der Haftwert multipliziert mit der maximalen
Querbeschleunigung auf einer trockenen Oberfläche sein kann, da die
Querlastübertragung, die dazu neigt, die maximale Querbeschleunigung
zu vermindern, auf schlüpfrigen Oberflächen weniger auftritt, als auf troc
kenen Oberflächen.
Wie in Fig. 4 gezeigt ist, holt die Schätzung 120 zuerst Systemvariablen an
Block 701 und verwendet den Steuerwinkel und die Fahrzeuggeschwin
digkeit an Block 702, um einen Wert Ωdss, der als die erwünschte Gierrate
an einem Festzustand bezeichnet ist, wie folgt zu berechnen:
Ωdss = vx.δ/((a + b) + Ku.vx 2),
wobei Ku der Fahrzeuguntersteuerungskoeffizient ist, der deiniert ist als:
Ku = (cr.b-cf.a).M/(cf.cr.(a + b)).
Der Wert Ωdss unterscheidet sich von Ωd darin, daß er nicht die dynami
sche Verzögerung in dem Fahrzeugmodell in Betracht zieht, die in der Be
rechnung von Ωd eingeschlossen ist. An Block 704 werden die gemessenen
und erwünschten Querbeschleunigungen durch identische Tiefpaßfilter
geleitet, um ein Rauschen in dem gemessenen Querbeschleunigungssignal
abzuschwächen. Die erwünschte Querbeschleunigung wird dann durch
einen anderen Tiefpaßfilter gefiltert, beispielsweise einen Standard-
Butterworth-Filter zweiter Ordnung mit einer Grenzfrequenz von 22 Radi
ant pro Sekunde, um jegliche Phasendifferenz zwischen den gemessenen
und erwünschten Querbeschleunigungen zu vermindern oder zu beseiti
gen. Dann bestimmt Block 706 einen Wert aydfl durch Begrenzung des
Ausgangs des Butterworth-Filters auf ±aymax, wobei aymax die maximale
Querbeschleunigung ist, die das Fahrzeug auf einer trockenen Oberfläche
aushalten kann. Der Block 708 bestimmt dann die Größe des Querbe
schleunigungsfehlers Δay gemäß:
Δay = |aydfl-ay|,
wobei ay die gemessene und gefilterte Querbeschleunigung darstellt. Der
Block 710 filtert den Wert Δay durch einen digitalen Tiefpaßfilter erster
Ordnung beispielsweise mit einer Grenzfrequenz von 2 Radiant pro Se
kunde, um den gefilterten Querbeschleunigungsfehler Δayf zu erhalten.
Der Block 712 bestimmt eine vorläufige Schätzung des Queroberflächen
haftwertes µay gemäß:
µay = |ay|/aymax.
Die Blöcke 714 und 716 bestimmen dann einen Wert µtemp gleich µay,
wenn alle der folgenden Zustände gleichzeitig zusammentreffen:
(a) |aydfl|-|ay| < THRESH1;
(b) |Ωdss-Ωa| < THRESH2;
(b) |Ωdss-Ωa| < THRESH2;
und c) die Vorzeichen der erwünschten und tatsächlichen Querbeschleu
nigungen gleich sind und für zumindest eine spezifizierte Zeitperiode, bei
spielsweise 0,3 Sekunden, gleich geblieben sind.
In Zustand (b) oben könnte Ωd anstelle von Ωdss verwendet werden, aber
Ωdss wird bevorzugt, da es wahrscheinlicher ist, daß der Gierratenfehler,
der aus |Ωdss-Ωda| entwickelt wird, besser in Phase mit dem Querbe
schleunigungsfehler ist, als |Ωd-Ωa|.
In dem Zustand (c) oben, wird die Zeit, daß erwünschte und tatsächliche
Querbeschleunigungen entgegengesetzte Vorzeichen haben, beispielsweise
mit einem Zeitgeber Ti geführt, der definiert ist als:
wobei ayd die erwünschte (ungefilterte) Querbeschleunigung ist, Δt die
Schleifenzeit des Steueralgorithmus ist und 0,1 eine Beispielkonstante ist,
die von dem Systemkonstrukteur geeignet bestimmt wird. Dem Zustand
(c) wird begegnet, wenn Ti < 0,3 Sekunden ist.
Auch wird µtemp gleich µay eingestellt, wenn die folgenden drei Zustände
gleichzeitig zusammentreffen: (a) die Fahrzeuggeschwindigkeit ist klein,
beispielsweise unter 7 Meter/Sekunde; (b) die Vorzeichen von aydfl und ay
sind gleich und sind für zumindest eine spezifizierte Zeitperiode von bei
spielsweise 0,3 Sekunden gleich geblieben; und
(c) |Ωd-Ωa| < THRESH3,
wobei THRESH1, THRESH2 und THRESH3 vorbestimmte Schwellenwerte
entsprechend dem Querbeschleunigungsfehler und zwei Gierratenfehlern
sind, wenn das Verhalten des Fahrzeugs beginnt, signifikant von demjeni
gen des Linearmodells abzuweichen (d. h. das Fahrzeug in einen nichtli
nearen Betriebsbereich eintritt). Beispielwerte für THRESH1, THRESH2
und THRESH3 sind 1,2 m/s2, 0,10 rad/s bzw. 0,14 rad/s. Diese Schwel
lenwerte können geschwindigkeitsabhängig ausgeführt werden.
Auch wird ungeachtet der obigen Zustände der Wert µtemp gleich µay ge
setzt, wenn der folgende Zustand erreicht wird:
|ay|/aymax < 1,05.µtemp.
Dieser obige Zustand korrigiert die Oberflächenschätzung, wenn die Grö
ßen der gemessenen Querbeschleunigung um zumindest einen gegebenen
Prozentsatz (beispielsweise 5%) über den Wert ansteigt, den die vorliegen
de Oberflächenschätzung zulassen würde (µtemp.aymax).
Der Rückstellwert für µtemp = 1,0 und die Blöcke 718 und 722 stellen µtemp
auf 1,0 zurück, wenn die folgenden Zustände gleichzeitig zusammentref
fen:
(a) |aydfl-ay| ≦ THRESH1,
(b) Δayf < 0,5.THRESH1,
(c) |Ωd-Ωa| < THRESH3,
(b) Δayf < 0,5.THRESH1,
(c) |Ωd-Ωa| < THRESH3,
und die ayd, aydfl und ay das gleiche Vorzeichen besitzen und das gleiche
Vorzeichen für zumindest eine spezifizierte Zeitperiode, beispielsweise Ti <
0,3 Sekunden beibehalten haben.
Wenn weder der Kriteriensatz, der den Linearbetrieb angibt, noch der Satz
an Bedingungen, welche eine Berechnung der Oberflächenschätzung aus
der Querbeschleunigung auslösen, erreicht wird, hält Block 720 die
Schätzung µtemp an seinem jüngsten geschätzten Wert, d. h. µtemp(k) =
µtemp (k-1).
Der Block 724 bestimmt dann einen Wert µnew gemäß:
µnew = (0,85 + 0,15.µtemp).µtemp,
wobei die Parameter 0,85 und 0,15 für verschiedene Fahrzeugtypen variie
ren können. Der Block 726 begrenzt den Wert µnew auf nicht weniger als
0,07 und nicht größer als 1,0, um µL zu erhalten, das auf Leitung 123
(Fig. 3) als der geschätzte Oberflächenhaftwert ausgegeben wird, der in
dem Rutschwinkelschätzblock 122 verwendet wird. Der geschätzte Ober
flächenhaftwert, der für die Steuerblöcke 138 und 142 und in dem Fahr
zeugreferenzmodell 102 verwendet wird, wird dadurch bestimmt, daß µnew
durch einen Tiefpaßfilter (Block 728) beispielsweise einen Butterworth-
Filter zweiter Ordnung mit einer Grenzfrequenz von 1,5 Hz geleitet wird.
Der Block 730 begrenzt den Filterausgang auf nicht weniger als 0,2 und
nicht größer als 1,0, um µc, das Signal auf Leitung 121, zu bestimmen.
Somit führt, wie in dem Beispiel oben veranschaulicht ist, die Steuerung
vorteilhafterweise die Schritte aus, daß eine maximale Beschleunigung des
Fahrzeugs auf einer Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird. Der
bestimmte Wert aymax wird typischerweise für einen gegebenen Fahrzeug
typ kalibriert und in einen Steuerungsspeicher programmiert, von dem er
bei Block 701 zurückgeholt wird. Das System mißt die Beschleunigung
des Fahrzeugs, d. h. unter Verwendung von Sensor 98, und bestimmt ein
Verhältnis zwischen der gemessenen Beschleunigung und der maximalen
Beschleunigung (Block 712). Der Reibungskoeffizient wird in Ansprechen
auf das Verhältnis (Block 724) bestimmt und nur erneuert, wenn das
Fahrzeug im nichtlinearen Betrieb ist und wenn die Querbeschleunigung
vollständig entwickelt ist, wie durch einen Kriteriensatz (Block 714) ent
schieden ist. Bei dem bevorzugten Beispiel ist dem Haftwert ein Grund
wert (Block 722) gegeben und wird nur auf einen neuen Wert erneuert,
wenn das Kriterium des nichtlinearen Betriebs erfüllt wird, und wird zu
dem Grundwert zurückgeführt, wenn ein Kriterium für einen linearen Be
trieb des Fahrzeugs erfüllt wird (Block 718).
Wie in Fig. 5 gezeigt ist, schätzt Block 122 den tatsächlichen Rutschwin
kel des Fahrzeugs unter Verwendung des Steuerradwinkelsignals auf
Leitung 62, der tatsächlichen gemessenen Fahrzeuggierrate auf Leitung
81, der tatsächlichen gemessenen Fahrzeugquerbeschleunigung auf Lei
tung 99, der geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit vx auf Leitung 61 und
des geschätzten Queroberflächenhaftwerts µL auf Leitung 123. Die Rutsch
winkelschätzung stellt eine iterative Beobachtungseinrichtung dar, um
den geschätzten Fahrzeugrutschwinkel βe zu bestimmen. Der Beobach
tungsblock 210 schätzt zuerst die Seitenrutschwinkel der Vorder- und
Hinterachsen unter Verwendung der folgenden Gleichungen:
αfe = (vye(k-1) + a.Ωa)/vx-δ und
αre = (vyc(k-1)-b.Ωa)/vx,
αre = (vyc(k-1)-b.Ωa)/vx,
wobei vye(k-1) die geschätzte Quergeschwindigkeit auf Leitung 622 von der
vorhergehenden Iteration der Beobachtungseinrichtung ist und αfe und αre
die Seitenrutschwinkel der Vorder- und Hinterachse sind, die auf Leitung
608 vorgesehen sind. Wenn das Fahrzeug eine Vierradsteuerung aufweist,
dann wird der Seitenrutschwinkel für die Hinterachse wie folgt bestimmt:
αre = (vye(k-1)-b.Ωa)/vx-δr.
Der Beobachtungsblock 611 schätzt als nächstes die Seitenkräfte der Vor
derachse Fyfe gemäß einer von zwei Funktionen 614 und 616, die bei Block
612 ausgewählt ist, wie folgt:
wobei sf eine kleine nicht negative Zahl ist (die Steigung der Fyf-αf-Kurve
an der Haftgrenze) beispielsweise sf = 0,05, und wobei αf* definiert ist
durch:
αf* = 1/(2.bcf),
wobei bcf definiert ist durch:
bcf = cf/(4.Nf*),
wobei
Nf* = M.b.(aymax + Δa)/(a + b)
wobei aymax die maximale Querbeschleunigung ist, die das Fahrzeug auf
einer trockenen Oberfläche in m/s2 aushalten kann, und Δa eine Kon
stante ist, beispielsweise Δa = 0,5 m/s2.
Der Beobachtungsblock 611 schätzt ähnlicherweise Querkräfte der Hin
terachse Fyre gemäß:
wobei sr eine kleine nicht negative Zahl, beispielsweise sr = 0,05 ist, und
wobei αr* definiert ist durch:
αr* = 1/(2.bcr')
wobei bcr definiert ist als:
bcr = cr/(4.Nr*),
wobei
Nr* = M.a.(aymax + Δa)/(a + b).
Der Beobachtungsblock 620 schätzt dann einen Systemzustandswert q(k)
gemäß:
q(k) = q(k-1) + Δt.{-(1 + g2).vx.Ωa + ((1 + g3)/M-a.g1/Izz).Fyfe +
((1 + g3)/M + b.g1/Izz).Fyre + (g2-g3).ay-g4.Ayf},
wobei ΔAy definiert ist als:
ΔAy = ay-(Fyfe + Fyre)/M,
und ΔAyf ein durch einen digitalen Tiefpaßfilter erster Ordnung beispiels
weise mit einer Grenzfrequenz von 1 rad/s geleitetes ΔAy ist.
Block 620 verwendet den Zustandswert q(k), um Schätzungen der Quer
geschwindigkeit vye und des Rutschwinkels βe wie folgt zu bestimmen:
vye(k) = (q(k) + g1.Ωa)/(1 + g2) und
βe = Arctan (vye(k)/vx).
βe = Arctan (vye(k)/vx).
Die Verstärkungen g1, g2, g3 und g4 sind Abstimmparameter, die durch
einen Systemkonstrukteur typischerweise durch Routineexperimente an
einem Testfahrzeug voreingestellt sind und von Ausführung zu Ausfüh
rung variieren können. Der durch Block 122 bestimmte geschätzte
Rutschwinkel wird auf Leitung 124 ausgegeben.
Somit führt, wie oben veranschaulicht ist, die Steuerung vorteilhafterweise
die Schritte aus, daß ein Vorderseitenrutschwinkel von Fahrzeugvorderrä
dern (610) geschätzt wird, ein Rückseitenrutschwinkel von Fahrzeughin
terrädern (610) geschätzt wird, eine erste Querkraft der Vorderräder auf
einer Fahrbahn in Ansprechen auf den Rutschwinkel (611) der ersten
Seite geschätzt wird, eine zweite Querkraft der Hinterräder auf der Fahr
bahn in Ansprechen auf den Rutschwinkel (611) der zweiten Seite ge
schätzt wird, wobei die erste Querkraftschätzung auf eine erste Funktion
(616) für niedrige Werte des Vorderseitenrutschwinkels und auf eine
zweite Funktion (614) für hohe Werte des Vorderseitenrutschwinkels an
spricht, wobei die zweite Querkraftschätzung auf eine dritte Funktion
(616) für niedrige Werte des Rückseitenrutschwinkels und auf eine vierte
Funktion (614) für hohe Werte des Rückseitenrutschwinkels anspricht,
eine Fahrzeugquergeschwindigkeit in Ansprechen auf die erste und zweite
Querkraftschätzung geschätzt wird und ein Fahrzeugrutschwinkel in An
sprechen auf die Fahrzeugquergeschwindigkeit und eine Fahrzeugvor
wärtsgeschwindigkeit (620) geschätzt wird.
Die gewünschte Fahrzeuggierrate Ωd und die tatsächliche Fahrzeuggier
rate Ωa werden an Block 134 summiert, um ein Gierratenfehlersignal auf
Leitung 136 vorzusehen, das an den Gierratenbefehlsblock 138 geliefert
wird. Ähnlicherweise werden der gewünschte Fahrzeugrutschwinkel βa
und der geschätzte Fahrzeugrutschwinkel βe an Block 135 summiert, um
ein Rutschwinkelfehlersignal auf Leitung 137 zu schaffen, das an den
Rutschwinkelbefehlsblock 142 geliefert wird.
Die Blöcke 138 und 142 bestimmen Gierraten- und Rutschwinkelbefehle
durch einen Satz von Verstärkungen, die auf das Fahrzeuggeschwindig
keitssignal auf Leitung 112 und den geschätzten Oberflächenhaftwert µe
ansprechen. Die Befehle von den Blöcken 138 und 142 werden an Block
146 summiert, der das Summierergebnis ΔM auf Leitung 148 an Block
154 liefert.
Insbesondere können die Funktionen der Blöcke 134, 135, 138, 142 und
146 wie folgt erläutert werden. Ein Satz von Steuerverstärkungen wird da
durch bestimmt, daß zuerst ein Wert k'β p bestimmt wird gemäß:
wobei
vx1 = (1133,6-100/µe)/(141,7 + 75/µe).
Die Größe der Verstärkung wird erhöht, wenn µe abnimmt, und steigt mit
der Fahrzeuggeschwindigkeit an, bis sie bei einer vorbestimmten Fahr
zeuggeschwindigkeit, beispielsweise bei 20 m/s, im Sättigungszustand ist.
Die Verstärkungen sind graphisch in Fig. 6 für drei verschiedene Oberflä
chen, trockene Oberfläche (Bezugszeichen 402), für die µ ≅ 1,0 ist, Schnee
(Bezugszeichen 404), für den µ ≅ 0,4 ist, und Eis (Bezugszeichen 406), für
das µ ≅ 0,2 ist, dargestellt. Die Verstärkungsberechnung kann als eine
Gleichung ausgeführt werden oder unter Verwendung von Nachschlageta
bellen, die die in Fig. 6 gezeigte allgemeine Form vorsehen.
Als nächstes wird ein Faktor f1 bestimmt gemäß:
f1 = (koff + kmult.|βe|/βmax)2,
wobei koff und kmult Abstimmparameter mit Beispielwerten von 1 bzw. 0,5
sind. Der Faktor f1 ist dann auf einen Maximalwert, beispielsweise 4, be
grenzt. Wie durch die obige Gleichung gesehen werden kann, erhöht sich
der Wert von f1, wenn sich der Fahrzeugrutschwinkel der maximal zuläs
sigen Grenze annähert oder diese überschreitet. Diese Funktion ermög
licht, daß f1 den Kompromiß zwischen der Steuerung der Gierrate und der
Steuerung des Rutschwinkels regulieren kann. Wenn sich der Fahr
zeugrutschwinkel der Grenze βmax annähert, deren Auftreten auch durch
einen hohen Rutschwinkelfehler gekennzeichnet sein kann, erhöht der
Faktor f1 den Steuereinfluß oder die Steuerautorität der Rutschwinkelkor
rektursteuerung im Vergleich zu der Gierratenkorrektursteuerung, wo
durch ein vorteilhafter Kompromiß zwischen Gierrate und Rutschwinkel
steuerung geschaffen wird. Die Erhöhung der Rutschwinkelkorrektursteu
erautorität spiegelt sich in den Proportional- und Differenzierverstärkun
gen kβ p bzw. kβ d für den Rutschbefehl wider, die unter Verwendung von f1
wie folgt bestimmt werden:
kβ p = c1.f1.k'β p und
kβ d' = cβ d.kβ p,
kβ d' = cβ d.kβ p,
wobei c1 eine Abstimmkonstante ist, die zum Ausgleich zwischen der
Rutschwinkelsteuerung und der Gierratensteuerung verwendet wird, und
cβ d das Verhältnis zwischen den Differential- und Proportionalverstärkun
gen darstellt, beispielsweise cβ d = 0,7.
Die Proportional- und Differenzier-Gierratenverstärkungen kΩ p und kΩ d
werden bestimmt wie folgt:
kΩ p = f2.k'Ω p, und
kΩ d = cΩ d.kΩ p'
kΩ d = cΩ d.kΩ p'
wobei cΩ d eine Konstante (d. h. cΩ d = 0,4) ist, wobei k'Ω p eine vorläufige Ver
stärkung ist, die entweder konstant oder geschwindigkeitsabhängig sein
kann, und wobei f2 eine Funktion von µe ist, die bestimmt wird gemäß
f2 = 1,25.((c2-0,2) + (1-c2).µe),
wobei c2 eine Kalibrierungskonstante 0 ≦ c2 < 1 mit beispielsweise c2 = 0,4
ist. Die obigen Gleichungen veranschaulichen, daß die Gierratenverstär
kungen kΩ p und kΩ d auf f2 ansprechen, die seinerseits eine Funktion des
geschätzten Oberflächenhaftwertes µe ist. Der Faktor f2 wird vermindert,
wenn µe vermindert wird, wodurch f2 die Gierratensteuerverstärkungen
auf Flächen mit hohem Haftwert (d. h. trockenem Belag) erhöht und die
Gierratensteuerverstärkungen auf Flächen mit niedrigem Haftwert (d. h.
Eis) vermindert. Ähnlich wie f1 wirkt dann f2, um zwischen der Gierraten
steuerung und der Rutschwinkelsteuerung zu regulieren, wobei die Gier
ratensteuerautorität auf Fahrbahnen mit hohem Haftwert gesteigert und
die Gierratensteuerautorität auf Fahrbahnen mit niedrigem Haftwert ver
mindert wird.
Der Rutschwinkel und die Gierverstärkungen werden zusammen mit den
tatsächlichen und erwünschten Rutschwinkeln und den tatsächlichen
und gewünschten Gierraten verwendet, um das erwünschte Korrektur
giermoment ΔM beispielsweise gemäß der folgenden Gleichung zu be
stimmen:
ΔM = kβ p.(βd-βe) + kβ d.(ay/vx-Ωa) + kΩ p.(Ωd-Ωa) + kΩ d.(Ωdu'-Ωa'),
wobei Ωdu' und Ωa' Zeitableitungen von Ωdu und Ωa sind, die beispielsweise
dadurch bestimmt werden, daß jedes Signal durch einen Hochpaßfilter
geleitet wird. Der Wert (ay/vx-Ωa) kann durch einen Hochpaß-
"Auswasch"-Filter geleitet werden, der beispielsweise eine Übertragungs
funktion von s/(s + 1) aufweist, um die Wirkungen der Sensorvorspannung
und Anschrägung der Straße zu vermindern.
Bei der obigen Gleichung für ΔM stellen die ersten beiden Terme den
Rutschwinkelbefehl und die dritten und vierten Terme den Gierratenbefehl
dar. Der erwünschte Korrekturgiermomentbefehl ΔM wird von Block 146
an den Ausgangsbefehlsblock 154 ausgegeben.
Bei einem Beispiel kann der erste Term der obigen Gleichung für ΔM igno
riert werden. In diesem Fall ist der Rutschwinkelbefehl auf eine Steuerung
basierend auf der Rutschrate begrenzt, da β' ≈ ay/vx-Ωa. Dies vereinfacht
den Algorithmus, da der Rutschwinkel β nicht geschätzt werden muß und
der erwünschte Wert des Rutschwinkels nicht verwendet wird. Die Steuer
verstärkung kβ d wird wie oben beschrieben berechnet, d. h. sie variiert mit
der Fahrzeuggeschwindigkeit und mit dem Oberflächenhaftwert, aber wo
bei der Faktor f1 gleich 1,0 festgesetzt ist.
Bei einem anderen Beispiel kann der Term (ay/vx-Ωa) durch eine Berech
nung der Rutschwinkelfehlerableitung Δβ' ersetzt werden, die wie folgt be
stimmt wird:
Δβ' = (βe(k)-βdu(k)-(βe(k-1)-βdu(k-1)))/Δt,
und dann durch einen Tiefpaßfilter gefiltert wird, der eine Bandbreite von
ungefähr 26 Hz aufweist.
Bei einem anderen Beispiel werden die ersten beiden Terme der Gleichung
für ΔM auf Null festgesetzt, wenn eine Größe der Summe der ersten beiden
Terme ansonsten nicht über einem vorbestimmten Wert liegt, wobei eine
Totzone definiert wird, unterhalb der die Rutschwinkelsteuerung nicht
ausgelöst wird. Der vorbestimmte Wert, der die Totzone deiniert, wird
durch den Systemkonstrukteur passend eingestellt.
Bevor der Ausgangsbefehlsblock 154 Gebrauch von dem Korrekturgier
momentbefehl macht, muß dieser zuerst bestimmen, ob sich das Fahrzeug
in einem übersteuerten oder untersteuerten Zustand befindet. Ein unter
steuerter Zustand ist hergestellt, wenn das Vorzeichen von ΔM und dem
Steuerwinkel δ gleich sind. Wenn δ und ΔM entgegengesetzte Vorzeichen
aufweisen, d. h. das Produkt von δ und ΔM kleiner als Null ist, oder wenn
einer der Werte gleich Null ist, dann wird festgelegt, daß sich das Fahr
zeug im Übersteuerungsmodus befindet.
Um häufige Änderungen der Übersteuerungs-/Untersteuerungs-Fest
legung infolge von Sensorrauschen zu vermeiden, wenn entweder δ oder
ΔM nahe Null liegen, wird eine Totzone eingeführt. Das heißt, das Fahr
zeug wird als in einer Übersteuerung befindlich festgelegt, wenn das Pro
dukt von δ und ΔM kleiner als oder gleich Null ist. Das Fahrzeug wird als
in einer Untersteuerung befindlich festgelegt, wenn das Produkt von δ und
ΔM größer als THRESHD ist, wobei THRESHD eine Totzonenschwelle ist,
die durch den Systemkonstrukteur bestimmt ist. Wenn das Produkt von δ
und ΔM größer als Null aber nicht größer als THRESHD ist, wird die jüng
ste Unter-/Übersteuerungsfestlegung beibehalten.
Der Korrekturgierkraftbefehl F wird dadurch bestimmt, daß ΔM durch die
Hälfte der Spurbreite d des Fahrzeugs geteilt wird.
Das Anlegen des Gierkraftbefehls an die Aktuatoren betrifft zuerst die
Verteilung des Kraftbefehls an die verschiedenen Radbremsen des Fahr
zeugs. Die Festlegung von innen und außen, wie hier verwendet ist, ist in
bezug auf die Richtung der Kurvenfahrt festgelegt. Wenn das Fahrzeug
nach rechts gesteuert wird, dann sind die rechten vorderen und rechten
hinteren Räder die Innenräder und die linken vorderen und hinteren Rä
der die Außenräder. Wenn das Fahrzeug nach links gesteuert wird, dann
sind die linken vorderen und hinteren Räder die Innenräder und die
rechten vorderen und hinteren Räder die Außenräder. Die Verteilung der
angewiesenen Gierkraft an die Räder, die unten beschrieben ist, stellt nur
ein spezifisches Verteilungsbeispiel dar, andere Beispiele sind in den an
hängigen US-Patentanmeldungen, Serien-Nr. 08/654,982 und Serien-Nr.
08/732,582 beschrieben, die beide an den Anmelder dieser Erfindung
übertragen sind.
Wenn keine durch den Fahrer angewiesene Bremsung des Fahrzeugs vor
liegt, d. h. wenn das Bremspedal des Fahrzeugs nicht gedrückt ist, wie
durch den Bremspedalschalter erfaßt wird, dann findet die Verteilungs
steuerung wie folgt statt. In einem Untersteuerungszustand wird eine
Bremsung in annähernd gleicher Verteilung (die exakte Verteilung kann
von einem bestimmten Fahrzeug abhängig sein) an die inneren hinteren
und inneren vorderen Räder bis zu dem Punkt angelegt, an dem das ABS
für die vorderen und hinteren Räder aktiviert wird. An diesem Punkt wird
die an die Räder angelegte Bremskraft nicht erhöht. Wenn das hintere Rad
in die ABS-Steuerung eintritt, bevor die erwünschte Bremskraft entwickelt
ist, wird der an das innere Hinterrad gesandte Anteil des Bremsbefehls,
den das innere Hinterrad vor dem Eintritt in die ABS-Steuerung nicht er
reichen konnte, an das vordere Innenrad gesandt. Die Ausnahme für diese
allgemeine Steuerung liegt in dem Fall vor, wenn die geschätzte Querkraft
der Hinterachse Fyr und der Steuerwinkel entgegengesetzte Vorzeichen
aufweisen. In diesem Fall ist die Verteilung nach vorn, beispielsweise 10%
der erwünschten Kraft an die inneren Hinterräder und 90% der er
wünschten Kraft an die inneren Vorderräder vorgespannt. In dem Fall ei
nes Zweikanalsystems wird die gesamte Gierkraft an das innere Vorderrad
angelegt.
Bei einer Übersteuerung werden, wenn der Fahrer keine Bremsung an
weist, die Bremsen nur an das äußere Vorderrad angewendet und es kann
zugelassen werden, daß die Bremskraft die ABS-Grenze überschreiten
kann. Das heißt, die ABS-Steuerung wird übergangen und es wird zuge
lassen, daß das Vorderrad zu höheren Rutschniveaus führen kann und
sogar einen Blockierzustand erreichen kann, den die ABS-Steuerung nor
malerweise verhindern würde. Die ABS-Steuerung wird umgangen, wenn
die folgenden Zustände gleichzeitig eintreffen: die ABS-Steuerung ist aktiv;
die Vorzeichen der geschätzten Querkraft der Vorderachse Fyf und des
Steuerwinkels sind gleich; das Fahrzeug befindet sich in einem Übersteue
rungszustand und ist in diesem Übersteuerungszustand für zumindest
0,1 Sekunden verblieben; und die gesamte gewünschte Bremskraft eines
bestimmten Rades Fxd ist 1,5 mal größer und ist für zumindest 0,1 Se
kunden zumindest 1,5 mal größer als die geschätzte Bremskraft an der
ABS-Grenze Fxlim geblieben. Fxd wird dadurch bestimmt, daß für ein be
stimmtes Rad die geschätzte Bremskraft, die durch den Fahrzeugfahrer
angefordert wird, und die Bremskraft, die aus dem Gierkraftbefehl resul
tiert, summiert werden. Die Kräfte Fxlim für die vorderen linken und rech
ten Räder werden berechnet wie folgt:
wobei λmax der maximale Bremsschlupf an der ABS-Grenze ist, beispiels
weise λmax = 0,1, und Nlf und Nrf die geschätzten Normalreifenkräfte auf die
linken bzw. rechten Vorderräder sind, die definiert sind durch:
Nlf = M.g.b/(2.(a + b)) + Krllf.M.h.ay/trw; und
Nrf = M.g.b/(2.a + b))-Krllf.M.h.ay/trw,
Nrf = M.g.b/(2.a + b))-Krllf.M.h.ay/trw,
wobei Krllf der Anteil der Gesamtrollsteifigkeit ist, die durch die Vorderauf
hängung entwickelt wird (z. B. Krllf = 0,6), trw der Durchschnitt der vorde
ren und hinteren Spurbreiten ist und h die Höhe des Schwerpunkts des
Fahrzeugs über der Rollachse ist.
Wenn durch den Fahrer eine Bremsung angewiesen wird, wird der Unter
steuerungszustand wie oben für den nicht durch einen Fahrer angewiese
nen Bremsmodus gesteuert, außer, daß, wenn beide der Innenräder
(inneres Vorderrad in einem Zweikanalsystem) eine ABS-Grenze erreichen,
bevor die gesamte erwünschte Kraft erzeugt wird, dann der Bremsbefehl
für das äußere Vorderrad vermindert wird. Die Größe der Bremsbefehl
verminderung für das äußere Vorderrad ist eine Größe, die erforderlich ist,
um an das Fahrzeug die Differenz zwischen dem Gierkraftbefehl und der
Gierkraft zu übertragen, die durch die beiden Innenräder erreicht wird,
bevor sie in das ABS eintreten, außer, daß die Bremsbefehlverminderung
für das äußere Vorderrad so begrenzt ist, daß zumindest ein festgelegter
Prozentsatz (beispielsweise 50%) der durch den Fahrer angewiesenen
Bremsung an das äußere Vorderrad beibehalten wird.
Während einer durch den Fahrer angewiesenen Bremsung wird in dem
Übersteuerungszustand der Gierkraftbefehl zuerst an die Bremse des äu
ßeren Vorderrades angelegt, wobei die Bremskraft erhöht wird, mögli
cherweise bis zu einem Punkt, an dem zugelassen wird, daß das Rad die
ABS-Grenze umgeht. Wenn die durch das äußere Vorderrad erreichte
Kraft nicht ausreichend ist, um das erwünschte Korrekturgiermoment an
dem Fahrzeug zu erzeugen, kann die Bremsung des inneren Hinterrades
auf bis zu 50% der von dem Fahrer angewiesenen Bremskraft für dieses
Rad vermindert werden, und wenn die durch das äußere Vorderrad und
innere Hinterrad (für ein Zweikanalsystem nur außen vorn) erreichte Kraft
immer noch nicht ausreichend ist, dann kann eine Bremsung des inneren
Vorderrades auf bis zu 50% der durch den Fahrer angewiesenen Brems
kraft für dieses Rad vermindert werden. Wenn das ABS umgangen wird,
vermindert die Blockierung des äußeren Vorderrades die Querkraft des
Vorderrades, wobei die Verminderung der Querkraft in Betracht gezogen
werden kann, wenn das Korrekturgiermoment berechnet wird.
Sobald die Kraftbefehle bestimmt sind, können diese an die Aktuatoren
angelegt werden, wie durch Linie 158 und Block 132 dargestellt ist. Bei
dieser Steuerung ist es erforderlich, die Größe der an jedes bestimmte Rad
angelegten Bremskraft vernünftig zu schätzen, um den Anteil des durch
dieses Rad erreichten Korrekturgiermomentes bestimmen zu können. Es
existieren viele bekannte Wege zur Bestimmung der Bremskraft in einem
einzelnen Rad. Bei einem Beispiel erfassen Hydraulikfluiddrucksensoren
in den einzelnen Radbremsleitungen die Größe des Hydraulikdrucks in
den einzelnen Radbremsen und dieser erfaßte Hydraulikdruck entspricht
einer Bremskraftmessung. Bei Fahrzeugen, bei denen die Bremsaktuato
ren mittels Motor angetriebene Vorrichtungen mit hin- und herbewegba
ren Kolben sind, kann die Bremskraft durch entweder eine Stellungs
steuerung oder Motorstromrückführung der Aktuatoren bestimmt werden,
wobei diese Stellungs- und/oder Motorstromsignale als Messungen der
Bremskraft an den einzelnen Rädern genommen werden. Es können ir
gendwelche anderen bekannten Verfahren zur Messung der Bremskraft an
den einzelnen Rädern verwendet werden und als Rückführung, wie durch
Linie 152 dargestellt ist, an den Ausgangsbefehlsblock 154 geliefert wer
den, um beispielsweise eine proportionale differenzierende Steuerung mit
geschlossenem Regelkreis der durch Block 132 dargestellten Aktuatoren
auszuführen.
Bei Fahrzeugen, bei denen keine Einrichtung vorgesehen ist, um eine
Rückführung der tatsächlichen Bremskraft durch einen Bremsaktuator
oder Druckwandler vorzusehen, kann eine Einzelradgeschwindigkeits
steuerung dazu verwendet werden, den Bremskraftbefehl in den Fahrzeu
gradbremsen auszuführen. Bei einem Beispiel kann die erwünschte Gier
kraft F in einen Radgeschwindigkeitsdifferenzbefehl (der eine Geschwin
digkeitsdifferenz zwischen linken und rechten Rädern anweist) wie folgt
umgewandelt werden:
Δvxo = F.gv1.gv2,
wobei gv1 ein erster Verstärkungswert ist, der sich linear mit der Fahr
zeuggeschwindigkeit ändert und gv2 ein zweiter Verstärkungswert ist, der
sich nicht linear mit dem geschätzten Oberflächenhaftwert ändert. Ein
Beispieldiagramm von g2 ist in Fig. 7 gezeigt.
Bei einem anderen Beispiel steht die gewünschte Radgeschwindigkeitsdif
ferenz Δvxo direkt mit den Rutschwinkelfehlern und Gierratenfehlern ohne
den Zwischenschritt der Berechnung der erwünschten Gierkraft in Bezie
hung. In diesem Fall:
Δvxo = [kβ p.(βd-βe) + kβ d.(ay/vx-Ωa) + kβ p.(Ωd-Ωa) + kΩ d.(Ωdu'-Ωa')].vx,
wobei die Steuerverstärkungen kβ p, kβ d, kΩ p und kΩ d auf die gleiche Art und
Weise wie oben in Verbindung mit ΔM beschrieben bestimmt werden, au
ßer, daß k'β p und k'Ω p, wie folgt bestimmt werden. Die vorläufige Proportio
nalverstärkung k'Ω p ist konstant oder geschwindigkeitsabhängig. Die vor
läufige Rutschwinkelverstärkung k'β p wird (beispielsweise durch Verwen
dung von Nachschlagetabellen) als eine Funktion des geschätzten Oberflä
chenhaftwertes µe und der Fahrzeuggeschwindigkeit vx bestimmt. Ein Bei
spiel der Beziehungen zwischen k'β p und der Fahrzeuggeschwindigkeit auf
drei verschiedenen Fahrbahnen ist in Fig. 8 gezeigt. Das Bezugszeichen
420 veranschaulicht die Beziehung für eine trockene Fahrbahn mit µ ≅
1,0. Das Bezugszeichen 422 veranschaulicht die Beziehung für eine ver
schneite Fahrbahn mit µ ≅ 0,4 und Bezugszeichen 424 veranschaulicht
die Beziehung für eine vereiste Fahrbahn mit µ ≅ 0,2. Für dazwischenlie
gende Haftwerte kann eine lineare Interpolation verwendet werden.
Die tatsächlich an die Räder angelegte Radgeschwindigkeitsdifferenz Δvx
wird durch Δvxo und die Kinematik der Kurvenfahrt bestimmt, d. h.
Δvx = Δvxo + Ωa.trw,
wobei trw die Spurbreite (für die Achse, an die Δvx angelegt wird) ist.
Der Radgeschwindigkeitsdifferenzbefehl Δvx wird so an die Fahrzeugräder
verteilt, wie der Gierkraftbefehl oben verteilt wird. Beispielsweise wird,
wenn keine Fahrerbremsung angelegt ist, in dem Untersteuerungszustand
die Hälfte von Δvx an das innere Hinterrad und die Hälfte von Δvx an das
innere Vorderrad angelegt, um die Geschwindigkeit des inneren Hinterra
des vor der Aktivierung der Giersteuerung um 0,5.Δvx niedriger als seine
originale Geschwindigkeit zu vermindern und die Geschwindigkeit des in
neren Vorderrades vor der Aktivierung der Giersteuerung um 0,5.Δvx
niedriger als seine originale Geschwindigkeit zu vermindern. Wenn das
Hinterrad in das ABS eintritt, dann wird das Vorderrad um eine Größe
Δvxf gleich Δvx minus Δvxr verlangsamt, wobei Δvxr die Größe der Ge
schwindigkeitsverminderung des inneren Hinterrades ist, die erreicht
wird, bevor das innere Hinterrad in das ABS eintritt.
Die Radgeschwindigkeitssteuerung wird ähnlicherweise für die anderen
oben beschriebenen Bremsverteilungen angewendet. Somit kann die Rad
geschwindigkeitssteuerung mit geschlossenem Regelkreis dazu verwendet
werden, die erwünschte Korrekturgierkraft F, die das erwünschte Kor
rekturgiermoment ΔM erreichen kann, an die Fahrzeugkarosserie zu
übertragen.
Die an Block 154 bestimmten Befehle werden nur an die Fahrzeug
radbremsen angelegt, wenn die Eintrittsbedingungen für die Aktivbrem
sensteuerung hergestellt sind und werden dann nur angelegt, bis die
Austrittsbedingungen für die Aktivbremsensteuerung hergestellt sind. Zu
erst muß die geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit über einer bestimmten
Geschwindigkeit des Eintritts vmin liegen, die typischerweise niedrig, bei
spielsweise 5 Meilen pro Stunde ist. Wenn dieser Zustand zufriedenstel
lend ist, dann wird das System aktiv, wenn entweder der Gierratenfehler
eine Gierratenfehlerschwelle überschreitet oder wenn das Korrekturgier
moment ΔM eine Korrekturgiermomentschwelle überschreitet (oder wenn
die Radgeschwindigkeitsdifferenz Δvx eine Schwelle überschreitet). Die
Gierratenfehlerprüfung kann ausgeführt werden durch:
|Ωd-Ω + ke.(Ωdu'-Ωa')| < Ωthresh,
wobei Ωdu' und Ωa' dadurch bestimmt werden können, daß Ωdu und Ωa
durch Hochpaßfilter geleitet werden, um diese nach der Zeit abzuleiten, ke
eine feststehende Konstante ist und Ωthresh in Ansprechen auf die Fahr
zeuggeschwindigkeit und den Steuerradwinkel bestimmt ist. Bei einem
Beispiel wird Ωthresh bestimmt wie folgt:
Ωthresh = (9-0,36.vx + 1,3.(vx.δ)/((a + b) + Ku.vx 2))/57,3,
wenn sich das Fahrzeug im Untersteuerungsmodus befindet, und als:
Ωthresh = (7 + 1,3.(vx.δ)/((a + b) + Ku.vx 2))/57,3,
wenn sich das Fahrzeug im Übersteuerungsmodus beindet. Bei den obi
gen Gleichungen wird Ωthresh in (rad/s) ausgedrückt, vx wird in (m/s) aus
gedrückt, δ wird in (rad) ausgedrückt, a und b werden in (m) ausgedrückt
und Ku ist der Fahrzeuguntersteuerungskoeffizient.
Ein Austrittszustand wird hergestellt, wenn das gesamte Korrekturgier
moment unter einen vorbestimmten Schwellenwert fällt und für eine vor
bestimmte Zeitperiode unterhalb dieses Wertes verbleibt oder wenn der
Gierratenfehler für eine vorbestimmte Zeitperiode unterhalb einer vorbe
stimmten Gierratenfehlerschwelle liegt. Wenn eine dieser Bedingungen
auftritt, wird der Ausgangsbefehlsblock 154 deaktiviert und daran gehin
dert, Ausgangsbefehle zu den Aktuatoren 132 zur Herstellung der Kor
rekturgiermomente an dem Fahrzeug vorzusehen. Eine Austrittsbedin
gung wird auch ungeachtet der obigen Zustände hergestellt, wenn die
Fahrzeuggeschwindigkeit unter die Geschwindigkeit des Austritts fällt.
Wie in Fig. 9 gezeigt ist, ist eine Beispielhauptflußsteuerroutine veran
schaulicht, die hier Beispielschritte veranschaulicht, die durch eine Steue
rung zur Erzielung der gewünschten Gierrate und der Rutschwinkelsteue
rung ausgeführt werden. An Block 250 empfängt das System die Eingänge
von den verschiedenen Systemsensoren und dann bestimmt das Fahrzeug
an Block 252 die gewünschten Fahrzeugzustände, wie oben unter Bezug
nahme auf Block 102 in Fig. 3 beschrieben ist. Block 254 schätzt den
Querhaftwert zwischen den Fahrzeugreifen und der Fahrbahn, wie oben
unter Bezugnahme auf Block 120 in Fig. 3 beschrieben ist. An Block 256
schätzt die Routine den tatsächlichen Fahrzeugrutschwinkel, wie oben
unter Bezugnahme auf Block 122 in Fig. 3 beschrieben ist. Block 258 be
stimmt dann die Steuerverstärkungen für die Rutsch- und Gierratenbe
fehle, wie oben unter Bezugnahme auf die Blöcke 148 und 142 in Fig. 3
beschrieben ist. Block 260 bestimmt dann den Korrekturgiermomentbe
fehl ΔM (oder die gewünschte Radgeschwindigkeitsdifferenz Δvx), wie oben
unter Bezugnahme auf Block 154 in Fig. 3 beschrieben ist, und Block 262
führt die Eintritts-/Austritts-Steuerbestimmung aus. Wenn der Eintritts-
/Austritts-Steuerblock 262 die Aktuatorsteuerung ermöglicht, dann wer
den die Aktuatorbefehle an Block 264 bestimmt und an Block 266 an die
verschiedenen Fahrzeugradbremsenaktuatoren ausgegeben, um das er
wünschte Korrekturgiermoment an der Fahrzeugkarosserie zu erreichen
und somit den Gierratenfehler und den Fahrzeugrutschwinkelfehler zu
minimieren.
In Fig. 10 sind die Schritte zur Bestimmung der erwünschten Fahrzeugzu
stände an Block 252 (Fig. 9) gezeigt. An Block 268 wird das Fahrzeugmo
dell, das oben unter Bezugnahme auf Block 102 in Fig. 3 beschrieben ist,
dazu verwendet, vyd, Ωdu, ayd und βdu zu bestimmen. Als nächstes verwen
det Block 270 den geschätzten Oberflächenhaftwert und den Steuerrad
winkel, um βmax zu bestimmen, das mit βdu dazu verwendet wird, βd an
Block 272 bestimmen zu können. Block 274 bestimmt Ωd. Alle Schritte
268, 270, 272 und 274 können wie oben unter Bezugnahme auf Fig. 3,
Block 102 beschrieben ausgeführt werden.
Fig. 11 veranschaulicht die Schritte, die durch Block 258 in Fig. 9 zur Be
stimmung der Steuerverstärkungen für den Gierratenbefehl und den
Rutschwinkelbefehl ausgeführt werden. Insbesondere bestimmt Block 276
die vorläufige Proportionalverstärkung k'β p als eine Funktion von vx und µc
und Block 278 bestimmt den Rutschwinkelverstärkungsfaktor f1 als eine
Funktion von βe und βmax. Dann bestimmt Block 280 die Rutschwinkelver
stärkungen als eine Funktion von k'β p und f1. Block 282 bestimmt die Pro
portional- und Differenzier-Gierratenverstärkungen als eine Funktion von
µe. Die Schritte an den Blöcken 276, 278, 280 und 282 können wie oben
unter Bezugnahme auf die Blöcke 138 und 142 in Fig. 3 beschrieben aus
geführt werden.
Wie in Fig. 12 gezeigt ist, sind die Schritte gezeigt, die von dem Eintritts-
/Austrittssteuerblock 262 in Fig. 9 ausgeführt werden. Zuerst wird an
Block 302 die Vorwärtsfahrzeuggeschwindigkeit vx mit einer minimalen
Geschwindigkeit verglichen. Wenn vx nicht größer als die minimale Fahr
zeuggeschwindigkeit ist, fährt die Routine mit Block 320 fort, wo ein Flag
gesetzt wird, der die Aktivbremsensteuerung deaktiviert. Wenn vx größer
als die minimale Fahrzeuggeschwindigkeit ist, fährt die Routine mit Block
304 fort, an dem sie Ωthresh bestimmt, wie oben unter Bezugnahme auf
Block 154 in Fig. 3 beschrieben ist. Wenn Ωerr an Block 306 größer als
Ωthresh ist, dann fährt die Routine mit Block 310 fort. Ansonsten fährt die
Routine mit Block 308 fort, an dem sie die Größe des Befehls ΔM mit ei
nem Schwellenmomentwert vergleicht. Wenn ΔM keine Größe aufweist, die
größer als der Schwellenmomentwert ist, dann fährt die Routine mit Block
312 fort. Ansonsten fährt die Routine mit Block 310 fort, an dem ein Flag
gesetzt wird, der die Steuerung des Bremssystems durch die Aktivbrem
sensteuerung ermöglicht.
An den Blöcken 312 und 313 werden die Absolutwerte von ΔM (Δvx) und
Ωerr mit den Austrittsschwellenwerten verglichen. Wenn entweder ΔM (Δvx)
oder Ωerr kleiner als die Austrittsschwellenwerte sind, fährt die Routine
mit Block 314 fort, an dem ein Zeitgeber erhöht wird. Ansonsten wird an
Block 316 der Zeitgeber zurückgesetzt. Block 318 vergleicht den Zeitgeber
mit einem Zeitsperrwert. Wenn der Zeitgeber größer als der Zeitsperrwert
ist, fährt die Routine mit Block 320 fort, an dem ein Flag gesetzt wird, der
die Aktivbremsensteuerung deaktiviert. Ansonsten wird die Eintritts-
/Austrittssteuerung 262 verlassen.
Ein anderes Beispiel der Eintritts-/Austrittszustände ist in der anhängi
gen US-Patentanmeldung Serien-Nr. 08/732,582 dargelegt.
In Fig. 13 sind Beispielsschritte gezeigt, die durch den Aktuatorbefehls
block 264 in Fig. 9 ausgeführt werden. Zuerst überprüft Block 350 den
Untersteuerungsflag, der, wie oben unter Bezugnahme auf Block 154 in
Fig. 3 beschrieben ist, anzeigt, ob das Fahrzeug eine Untersteuerung oder
eine Übersteuerung erfährt. Wenn der Untersteuerungsflag gesetzt ist,
fährt die Routine mit Block 352 fort, an dem sie die Vorzeichen der ge
schätzten Querkraft an der Hinterachse Fyr und des Fahrzeugsteuerrad
winkels vergleicht. Wenn sie verschieden sind, beispielsweise wenn das
Produkt Fyr.δ kleiner als Null ist, dann fährt die Routine mit Block 356
fort, an dem sie den Befehl Fir für die Kraft an das hintere Innenrad gleich
0,1.F setzt. Wenn an Block 352 Fyr.δ nicht kleiner als Null ist, dann
setzt Block 354 Fir gleich 0,5.F. Dieser Abschnitt des Algorithmus wird
nur für ein Vierkanalsystem verwendet.
Von den Blöcken 354 oder 356 fährt die Routine mit Block 358 fort, an
dem sie überprüft, ob sich das innere Hinterrad im ABS-Modus beindet.
Wenn dies so ist, bestimmt Block 360 die tatsächliche Kraft Fira, die durch
das innere Hinterrad angelegt wird, wenn es in das ABS eingetreten ist,
und Block 364 bestimmt innerhalb den Vorderradkraftbefehl Fif gleich F
minus Fira. Wenn sich an Block 358 das Hinterrad nicht im ABS befindet,
dann setzt Block 362 den Befehl für das innere Vorderrad gleich zu F-Fir.
Dann überprüft bei Block 366 die Routine, ob durch den Fahrzeugfahrer
eine Bremsung angewiesen ist, und zwar beispielsweise dadurch, daß be
stimmt wird, ob ein Ausgangssignal von dem Bremspedalschalter oder von
dem Hauptzylinderdruckwandler vorliegt. Wenn nicht, wird die Subroutine
264 verlassen. Ansonsten fährt die Routine zu Block 368 fort, an dem sie
überprüft, ob sich die inneren Vorder- und Hinterräder im ABS befinden.
Wenn dies so ist, bestimmt Block 370 die tatsächliche Kraft, die durch die
inneren Vorder- und Hinterräder erreicht wird, Fifa und Fira, und dann be
stimmt Block 372 einen Bremskraftbefehl Fof für das äußere Vorderrad
gleich F-Fifa-Fira. Block 374 begrenzt den Befehl Fof auf einen Wert zwi
schen Null und der Hälfte der durch den Fahrer angewiesenen Bremskraft
des äußeren Vorderrades. Von Block 374 wird die Routine verlassen.
Wenn sich an Block 350 die Routine nicht im Untersteuerungsmodus be
findet, dann fährt sie mit den Übersteuerungsschritten an Block 376 fort,
an dem der Kraftbefehl Fof für das äußere Vorderrad gleich F gesetzt wird.
Dann überprüft Block 378, ob eine Bremsung angewiesen ist. Wenn nicht,
setzt Block 380 einen Flag, der die Aktivierung der ABS-Steuerung des
äußeren Vorderrades verhindert, so daß zugelassen wird, daß das äußere
Vorderrad blockieren kann, wenn dies der Befehl Fof so anweist (die Be
dingungen, bei denen zugelassen wird, daß das Rad blockieren kann,
wurden oben dargelegt). Von dem Block 380 wird die Subroutine 264 ver
lassen.
Wenn an Block 378 eine vom Fahrer angewiesene Bremsung vorliegt, fährt
die Routine mit Block 382 fort, an dem sie überprüft, ob das äußere Vor
derrad im ABS ist. Wenn nicht, wird die Subroutine 264 verlassen. Wenn
dies so ist, fährt die Subroutine mit Block 384 fort, an dem sie die tat
sächliche Bremskraft bestimmt, die durch das äußere Vorderrad Fofa er
reicht wird. Die Routine bewegt sich dann zu Block 386, an dem ein
Bremskraftbefehl Fif für das innere Vorderrad gleich F-Fofa bestimmt
wird. Wenn zugelassen wird, daß das äußere Vorderrad blockieren kann,
dann ist der Effekt der Verminderung der Querkraft auf das Fahrzeug
giermoment in der obigen Berechnung eingeschlossen. Dies bedeutet:
Fif = F-Fofa-µe.Nof.a.2/trw,
wobei Nof die Normalkraft auf das äußere Vorderrad ist, die bestimmt wird,
wie oben unter Bezugnahme auf die Blockierzustände beschrieben ist. Der
Bremskraftbefehl für das innere Vorderrad wird dann auf die Hälfte der
von dem Fahrer angewiesenen Bremsung für dieses Rad begrenzt, wie
durch die Bremsanforderung des Fahrers an Block 378 bestimmt ist.
Block 390 bestimmt dann den Bremskraftbefehl für das innere Hinterrad
als Differenz zwischen der angewiesenen Gierkraft F und den Gierkräften,
die durch die äußeren und inneren Vorderräder erreicht werden. An Block
392 wird die Bremskraft für das innere Hinterrad auf nicht größer als eine
Hälfte der vom Fahrer angewiesenen Bremsung für das innere Hinterrad
begrenzt.
Es sei angemerkt, daß in dem Übersteuerungsmodus, wenn der Fahrer
bremst, die Bremskraftbefehle Fif und Fof für die vorderen und hinteren
Innenräder eine Verminderung der Bremskraft an den vorderen und hin
teren Innenrädern anweisen. Ähnlicherweise weist in dem Untersteue
rungsmodus, wenn der Fahrer bremst, der Bremsbefehl Fof für das äußere
Vorderrad eine Verminderung der Bremskraft an, die an das äußere Vor
derrad angelegt wird.
Für Fahrzeuge, die keine Einrichtungen aufweisen, um eine Rückführung
der tatsächlichen Bremskraft durch einen Bremsenaktuator oder einen
Druckwandler zu schaffen, kann die gleiche Logik zur Verteilung der Be
fehlssignale unter die Rädern verwendet werden, wobei die Bremskräfte
durch die entsprechenden Änderungen der Radgeschwindigkeiten ersetzt
sind.
Fig. 14 veranschaulicht ein anderes Beispielfahrzeugreferenzmodell zur
Bestimmung der erwünschten Gierrate Ωd und des erwünschten Rutsch
winkels βd. Das gezeigte Fahrzeugreferenzmodell 458 umfaßt einen Einzel
filter 450, vier Nachschlagetabellen (oder Gleichungen) 452, 454, 462 und
464 und drei einfache Gleichungsfunktionen 456, 458 und 460. Das Filter
450 führt die erwünschte Fahrzeugdynamik, die durch das Dämpfungs
verhältnis und die Resonanzfrequenz in einem Einzelfilter dargestellt ist,
aus, dessen Ausgang von den relativ einfachen Berechnungen in den
Blöcken 456, 458 und 460 dazu verwendet wird, sowohl den erwünschten
Rutschwinkel als auch die erwünschte Gierrate zu berechnen.
Insbesondere kann das Dämpfungsverhältnis und die Resonanzfrequenz
gemäß den Systemparametern wie folgt ausgedrückt werden:
ωn = (a11.a22-a12.a21)1/2 und
ζ = -(a11 + a22)/(2.(a11.a22-a12.a21)1/2),
ζ = -(a11 + a22)/(2.(a11.a22-a12.a21)1/2),
oder in irgendwelchen vernünftig erwünschten Werten, die sich mit der
Geschwindigkeit ändern und die in einen Steuerungsspeicher als Nach
schlagetabellen 462 und 464 programmiert werden können und auf den
Fahrzeuggeschwindigkeitseingang vx ansprechen oder als Berechnungen
ausgeführt werden können.
Unter Verwendung von ωn und ζ und des Steuerradwinkeleingangs δ führt
das Filter 450 eine Filterfunktion wie folgt aus:
x1' = δ-2.ζ.ωn.x1.ωn 2.x2
x2' = x1
x2' = x1
wobei das Filterergebnis an die Blöcke 456 und 460 geliefert wird. Der
Block 456 empfängt auch den Rutschwinkelverstärkungsausgang vom
Block 452, der eine dreidimensionale Nachschlagetabelle ist, die die fol
gende Funktion ausführt:
Vydssgain = (δ.vx/((a + b) + Ku.vx 2)).(b-(a.M.vx 2)/((a + b).cr).
Unter Verwendung von Vydssgain, ωn und dem Ausgang des Filters 450 be
stimmt Block 456 die erwünschte Quergeschwindigkeit vyd gemäß:
vyd = b1.x1 + Vydssgain.ωn 2.x2.
Block 458 bestimmt dann βdu gemäß:
βdu = tan-1 (vyd/vx).
Block 454 ist eine Nachschlagetabelle, die die Gierratenverstärkung ge
mäß der Funktion bestimmt:
Rgain = (δ.vx/((a + b) + Ku.vx 2))
Unter Verwendung von Rgain, ωn und dem Ausgang des Filters 450 be
stimmt Block 460 die erwünschte Gierrate Ωd, gemäß:
Ωd = b2.x1 + Rgain.x1 + Rgain.ωn 2.x2.
Die Verwendung des obigen Verfahrens ermöglicht, daß der Systemkon
strukteur (a) das Dämpfungsverhältnis und die Resonanzfrequenz wählen
kann, die für das Fahrzeugreferenzmodell erwünscht ist, (b) einen Einzel
filter definieren kann, der das gewählte Dämpfungsverhältnis und die Re
ferenzfrequenz darstellt, (c) einen Steuerwinkel an das Filter anlegen
kann, (d) den Filterausgang mit einer vorbestimmten Rutschwinkelver
stärkungsfunktion verwenden kann, um den erwünschten Fahrzeugrut
schwinkel bestimmen zu können, und (e) den Filterausgang mit einer vor
bestimmten Gierverstärkungsfunktion verwenden kann, um die erwünschte
Fahrzeuggierrate bestimmen zu können.
Fig. 15 veranschaulicht ein anderes Beispielfahrzeugreferenzmodell unter
Verwendung eines Einzelfilters. Das Fahrzeugreferenzmodell 558 umfaßt
das Einzelfilter 550, Nachschlagetabellen 552, 554, 562 und 564 und
Funktionen 556, 558 und 560. Die Nachschlagetabellen 562, 564 und 554
sind die gleichen, wie die Nachschlagetabellen 462, 464 und 454, die in
Fig. 14 gezeigt sind. Ähnlicherweise sind die Funktionsblöcke 558 und
560 die gleichen, wie die Funktionsblöcke 458 und 460 in Fig. 14.
Das Filter 550 ist in diskreter Form ausgeführt gemäß:
x1(k + 1) = c1.x1(k) + c2.x2(k) + c3.Vydss(k + 1), und
x2(k + 1) = x2(k) + T.x1(k),
x2(k + 1) = x2(k) + T.x1(k),
wobei
c1 = 1/(1 + 2.ζ.ωn.T),
c2 = -ωn 2.c3, und
c3 = t.c1,
c2 = -ωn 2.c3, und
c3 = t.c1,
wobei T die Abtastperiode ist, und wobei
Vydss(k + 1) = (δ.vx(k)/((a + b) + Ku.vx(k)2)).(b-(a.M.vx(k)2)/((a + b).cr.
Der Ausgang des Filters 550 wird durch Block 556 dazu verwendet, die
erwünschte Quergeschwindigkeit vyd(k + 1) zu berechnen gemäß:
vyd(k + 1) = ωn 2.(x2(k + 1) + x1(k + 1)/z),
wobei z = a12.b2/b1-a22. Die Berechnung an Block 556 wird in einem
zweistufigen Prozeß ausgeführt. Zuerst wird der Wert von z berechnet und
dann wird, wenn z gleich Null ist, z auf eine vorbestimmte minimale Größe
begrenzt.
Claims (6)
1. Bremssystemsteuerverfahren mit den Schritten, daß:
eine maximale Beschleunigung eines Fahrzeuges auf einer Fahr bahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (701);
eine Beschleunigung des Fahrzeugs gemessen wird (98);
ein Verhältnis zwischen der gemessenen Beschleunigung des Fahrzeugs und der Maximalbeschleunigung des Fahrzeugs auf der Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (712);
in Ansprechen auf das Verhältnis ein Signal bestimmt wird, das den augenblicklichen Haftwert anzeigt (714-730);
ein Bremsenaktuatorbefehl bestimmt wird, der auf das Signal (122, 138, 142, 146) anspricht, und
der Bremsenaktuatorbefehl an einen Bremsenaktuator (154, 158) geliefert wird.
eine maximale Beschleunigung eines Fahrzeuges auf einer Fahr bahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (701);
eine Beschleunigung des Fahrzeugs gemessen wird (98);
ein Verhältnis zwischen der gemessenen Beschleunigung des Fahrzeugs und der Maximalbeschleunigung des Fahrzeugs auf der Fahrbahn mit hohem Haftwert bestimmt wird (712);
in Ansprechen auf das Verhältnis ein Signal bestimmt wird, das den augenblicklichen Haftwert anzeigt (714-730);
ein Bremsenaktuatorbefehl bestimmt wird, der auf das Signal (122, 138, 142, 146) anspricht, und
der Bremsenaktuatorbefehl an einen Bremsenaktuator (154, 158) geliefert wird.
2. Bremssystemsteuerverfahren nach Anspruch 1, wobei die maximale
Beschleunigung und die gemessene Beschleunigung in einer Quer
richtung des Fahrzeugs vorliegen, wobei das Signal den augenblickli
chen Haftwert in der Querrichtung anzeigt.
3. Bremssystemsteuerverfahren nach Anspruch 1, zusätzlich mit den
Schritten, daß:
eine Vielzahl von Fahrzeugzuständen (28, 30, 32, 34, 61, 82, 80, 98) überwacht wird;
in Ansprechen auf die Vielzahl von Zuständen bestimmt wird, ob sich das Fahrzeug in einem nichtlinearen Betriebsmodus befindet (714); und
das den augenblicklichen Haftwert anzeigende Signal nur erneu ert wird, wenn sich das Fahrzeug in dem nichtlinearen Betriebsmo dus beindet (716).
eine Vielzahl von Fahrzeugzuständen (28, 30, 32, 34, 61, 82, 80, 98) überwacht wird;
in Ansprechen auf die Vielzahl von Zuständen bestimmt wird, ob sich das Fahrzeug in einem nichtlinearen Betriebsmodus befindet (714); und
das den augenblicklichen Haftwert anzeigende Signal nur erneu ert wird, wenn sich das Fahrzeug in dem nichtlinearen Betriebsmo dus beindet (716).
4. Bremssystemsteuerverfahren nach Anspruch 1, wobei die Vielzahl
von Fahrzeugzuständen die erwünschte Querbeschleunigung, die
gemessene Gierrate und die erwünschte Gierrate umfassen.
5. Bremssystemsteuerverfahren nach Anspruch 3, zusätzlich mit den
Schritten, daß:
in Ansprechen auf die Vielzahl von Zuständen eine erwünschte Fahrzeugquerbeschleunigung bestimmt wird (102), wobei
das Signal nur erneuert wird, wenn die erwünschte Fahr zeugquerbeschleunigung eine gleiche Querrichtung wie die gemesse ne Beschleunigung aufweist.
in Ansprechen auf die Vielzahl von Zuständen eine erwünschte Fahrzeugquerbeschleunigung bestimmt wird (102), wobei
das Signal nur erneuert wird, wenn die erwünschte Fahr zeugquerbeschleunigung eine gleiche Querrichtung wie die gemesse ne Beschleunigung aufweist.
6. Bremssystemsteuerverfahren nach Anspruch 5, wobei das Signal
auch nur erneuert wird, wenn die erwünschte Fahrzeugquerbe
schleunigung um eine vorbestimmte Schwelle größer als die gemes
sene Beschleunigung ist.
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