DE19937124A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen der Gelenke von Radaufhängungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen der Gelenke von RadaufhängungenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen der Gelenke von Radaufhängungen von Kraftfahrzeugen ohne Demontage von Radaufhängungsteilen, wobei an zumindest einem Teil der Radaufhängung ein Vibrationsmotor befestigt wird, mittels dem den Radaufhängungsteilen hochfrequente Schwingungen aufgeprägt werden, wobei dann die Gelenke akustisch, optisch, manuell und/oder meßtechnisch geprüft werden. Eine einfache Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens besteht aus einem mit einem Befestigungsflansch versehenen Vibrationsmotor und ggf. einem Beschleunigungssensor, die an einem Radaufhängungsteil, bevorzugt am Radflansch, befestigbar und mit einer Prüfeinrichtung verbindbar sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen der Gelenke von Radaufhän
gungen von Kraftfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bei Radaufhängungen in Kraftfahrzeugen gelangen zumeist an den unteren
und/oder oberen Lenkern, bei gelenkten Radaufhängungen auch an den
Spurstangen, sowie ggf. auch an weiteren Radaufhängungsteilen Gelenke in
Einsatz, die beispielsweise Kugelgelenke, Gummi-Metall-Drehgelenke und
auch andere Lagerungen sein können.
Zur Erzielung einer präzisen Radführung und einer geräuschlosen komforta
blen Funktion der Radaufhängung ist die Spielfreiheit dieser Gelenke ein
wichtiger Faktor, wobei die Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion
einzelner Gelenke im Radaufhängungsverbund teilweise nicht ohne weiteres
möglich ist und Fehleinschätzungen auftreten können.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren der gattungsgemäßen
Art aufzuzeigen, mit dem schnell und problemlos Gelenke von Radaufhän
gungen überprüfbar sind. Ferner wird eine baulich einfache Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens vorgeschlagen.
Die verfahrensgemäße Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmaien
des Patentanspruches 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, an
zumindest einem Teil der Radaufhängung einen Vibrationsmotor bzw. Un
wuchtmotor zu befestigen, mittels dem den Radaufhängungsteilen hochfre
quente Schwingungen aufgeprägt werden, wobei dann die Gelenke aku
stisch, optisch, manuell und/oder meßtechnisch geprüft werden.
Derartige Vibrationsmotoren sind handelsüblich und können durch deren
Befestigung an einem Radaufhängungsteil, z. B. dem Radträger oder an ei
nem Lenker, befestigt werden und bei deren Betrieb durch die umlaufende
Umwucht der Radaufhängung hochfrequente Schwingungen von z. B. 1 KHz
aufprägen. Überraschend hat sich gezeigt, daß dadurch relativ einfach de
fekte Gelenke erkennbar sind.
Der Defekt kann z. B. akustisch erkannt werden, in dem dieses Gelenk deut
lich hörbare Geräusche abstrahlt. Eine weitere Prüfmöglichkeit besteht darin,
daß eine Prüfperson die entsprechenden Gelenke mit der Hand abtastet,
wobei defekte Gelenke durch deutliches Rütteln, Brummen, etc. erkennbar
sind. Z. B. kann sich das abgestrahlte Geräusch durch Abtasten mit der
Hand hörbar verändern.
Es ist jedoch auch möglich, den Defekt eines Gelenkes meßtechnisch zu
erfassen, in dem an geeigneter Stelle der Radaufhängung ein Schwingungs
aufnehmer montiert und dessen Signale erfaßt und schwingungstechnisch
ausgewertet werden. Durch Veränderung der gemessenen Schwingungsam
plitude im Vergleich zu einer ordnungsgemäßen Radaufhängung sind durch
defekte Gelenke "verstimmte" Amplitudenspektren erkennbar. Insbesondere
können sich die Schwingungsamplituden vergrößern.
Bei der Prüfung der Radaufhängung können ggf. die Räder des Kraftfahr
zeuges der entsprechenden Radaufhängung abgenommen werden. Damit
wird die Massenträgheit des gesamten Systems verringert.
Ferner kann der Vibrationsmotor bei montierten oder abgenommenen Rä
dern an dem jeweiligen Radflansch der Radaufhängung befestigt werden.
Daraus resultiert sowohl eine schnelle Montage des Vibrationsmotors und
ggf. des Schwingungsaufnehmers, ferner kann durch Verdrehen des Rad
flansches in einfacher Weise eine Prüfung der Radaufhängung in zwei oder
mehreren Schwingungsebenen (insbesondere in Y- und Z-Richtung) erfol
gen. Es hat sich gezeigt, daß bei verschiedenen Radaufhängungen durch
diese zweifache Prüfung jeweils definierte Gelenke der Radaufhängung
überprüfbar sind.
Eine bevorzugte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist einen
Vibrationsmotor mit einem Befestigungsflansch zur schnellen Befestigung
des Vibrationsmotors an einem Radaufhängungsteil auf, bevorzugt an dem
das Rad aufnehmenden Radflansch. Dabei kann der Schwingungsaufneh
mer ebenfalls an diesem Befestigungsflansch angeordnet sein.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden mit weiteren Einzel
heiten näher erläutert. Die einzige schematische Zeichnung zeigt in raum
bildlicher Darstellung eine Seite einer vorderen Radaufhängung für ein
Kraftfahrzeug mit daran befestigter Prüfeinrichtung für deren Gelenke.
Die dargestellte Radaufhängung 10 für ein linkes Vorderrad (nicht darge
stellt) eines Kraftfahrzeuges setzt sich im wesentlichen zusammen aus zwei
unteren Lenkern 12, 14 und zwei oberen Lenkern 16, 18, die über allgemein
mit 20 bezeichnete Gelenke einenends mit dem nicht dargestellten Aufbau
des Kraftfahrzeuges und andernends mit einem Radträger 22 verbunden
sind. Ferner ist ein Federbein 24 an dem unteren Lenker 14 über ein weite
res Gelenk 20 angelenkt und über ein Dämpferlager 26 am Aufbau abge
stützt. Weitere Gelenke 20 befinden sich an der Spurstange 28 der nicht
weiter dargestellten Lenkung des Kraftfahrzeuges und ggf. an der Anlenkung
des Stabilisators 30.
In dem Radträger 22 ist ein Radflansch 32 in bekannter Weise über entspre
chende Radlager drehbar gelagert, der das nicht dargestellte linke Vorderrad
des Kraftfahrzeuges trägt, wobei in dem Radflansch 32 mehrere Gewinde
bohrungen 34 zur Aufnahme der Radschrauben 36 vorgesehen sind.
Mittels zwei der Radschrauben 36 ist an dem Radflansch 32 ein eine gezielte
Unwucht mit einer Schwingungsfrequenz von z. B. 1 KHz erzeugender Vi
brationsmotor 38 befestigt. Der Vibrationsmotor 38 weist dazu einen Befesti
gungsflansch 40 auf, der zwei Bohrungen entsprechend dem Teilungsab
stand der Gewindebohrungen 34 im Radflansch 32 aufweist, wobei die Rad
schrauben 36 durch die Bohrungen hindurch in die Gewindebohrungen 34
eingeschraubt werden.
Ferner ist an dem Befestigungsflansch 40 ein elektrischer Beschleunigungs
aufnehmer 42 handelsüblicher Bauart angeordnet.
Der Beschleunigungsaufnehmer 42 und der Vibrationsmotor 38 sind mit ei
ner nicht dargestellten Prüfeinrichtung verbunden, über die der Vibrations
motor 38 in Betrieb setzbar und die Signale des Beschleunigungsaufneh
mers 42 auswertbar sind. Das Amplitudenspektrum der gemessenen
Schwingungen kann zur Auswertung entsprechend aufgezeichnet werden.
Zum Prüfen der Radaufhängung 10 bzw. deren Gelenke 20 wird das nicht
dargestellte Vorderrad abgeschraubt, wobei das Kraftfahrzeug selbstver
ständlich entsprechend angehoben werden muß (z. B. mittels einer Hebe
bühne).
Anschließend wird der Vibrationsmotor 38 mit dem Beschleunigungsaufneh
mer 42 mittels des Befestigungsflansches 30 an den nunmehr frei zugängli
chen Radflansch 32 durch zwei Radschrauben 36 (oder separate Schrau
ben) befestigt.
Die Schwingungseinleitung mittels des Vibrationsmotors 38 kann in den zwei
eingezeichneten Schwingungsebenen Y (horizontal) und Z (vertikal) durch
entsprechende Inbetriebnahme des Vibrationsmotors 38 erfolgen.
Es hat sich gezeigt, daß bereits eine subjektive Auswertung bzw. eine ma
nuelle und/oder akustische Prüfung der Gelenke 20 sehr zuverlässige Er
gebnisse bringt. Defekte Gelenke 20 werden zu 100% durch die Prüfperson
erkannt. Damit ergibt sich bereits z. B. für Werkstätten eine einfach hand
habbare und montierbare Prüfeinrichtung, die ohne Demontagearbeiten ein
schnelles Auffinden defekter Gelenke 20 ermöglicht.
Zudem oder alternativ kann durch entsprechende Verwendung und Auswer
tung des Beschleunigungsaufnehmers 42 ein Amplitudenspektrum der
Radaufhängung 10 aufgezeichnet werden; z. B. durch Filterung und zweifa
che Integration errechnete Wegsignale über eine definierte Meßzeit. Bei
Vorhandensein defekter Gelenke 20 ist der gemessene Amplitudenaus
schlag deutlich verändert bzw. erhöht.
Es versteht sich, daß die dargestellte Radaufhängung 10 von beliebiger
Konstruktion sein kann. Die Prüfung kann sowohl für Kugelgelenke als auch
für jegliche andere Drehgelenke und Schwenkgelenke angewendet werden.
Die Einleitung der Schwingungen über den Vibrationsmotor 38 in die
Radaufhängung 10 kann auch über ein anderes Radaufhängungsteil erfol
gen, z. B. den Radträger 22 oder einen den Lenker 12, 14, 16, 18. Ferner kann
die Prüfung auch bei montierten Rädern und belasteter Radaufhängung
(Fahrzeug nicht angehoben) erfolgen.
Claims (7)
1. Verfahren zum Prüfen der Gelenke von Radaufhängungen von Kraftfahr
zeugen ohne Demontage von Radaufhängungsteilen, dadurch gekenn
zeichnet, daß an zumindest einem Teil (32) der Radaufhängung (10) ein
Vibrationsmotor (38) befestigt wird, mittels dem den Radaufhängungstei
len hochfrequente Schwingungen aufgeprägt werden, und daß dann die
Gelenke (20) akustisch, optisch, manuell und/oder meßtechnisch geprüft
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vibrati
onsmotor (38) an dem jeweiligen Radflansch (32) der Radaufhängung
(10) befestigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Prüfung durch entsprechendes Verschwenken des Vibrationsmotors (38)
in zumindest zwei Schwingungsebenen (Y, Z) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest ein Beschleunigungsaufnehmer (42)
verwendet und Gelenkschäden durch Herausfilterung und Auswertung
der gemessenen Schwingungsamplituden definiert werden.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Vibrationsmotor
(38) mit einem Befestigungsflansch (40) zur schnellen Befestigung an ei
nem Radaufhängungsteil (32) der Radaufhängung (10) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Befesti
gungsflansch (40) zur Befestigung an dem Radflansch (32) der Radauf
hängung (10) des Kraftfahrzeuges ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß an
dem Befestigungsflansch (40) ferner ein Beschleunigungsaufnehmer (42)
angeordnet ist, wobei der Vibrationsmotor (38) und der Beschleunigungs
aufnehmer (42) mit einer Prüfeinrichtung verbunden sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999137124 DE19937124C2 (de) | 1999-08-06 | 1999-08-06 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen der Gelenke von Radaufhängungen |
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Publications (2)
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| DE19937124A1 true DE19937124A1 (de) | 2001-02-08 |
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| DE1999137124 Expired - Fee Related DE19937124C2 (de) | 1999-08-06 | 1999-08-06 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen der Gelenke von Radaufhängungen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19937124C2 (de) |
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