DE19934666A1 - Energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur - Google Patents
Energieabsorbierender Träger einer FahrzeugstrukturInfo
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Abstract
Ein energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur, insbesondere ein vorderer oder hinterer Längsträger eines Kraftfahrzeuges, ist zur merklichen Erhöhung des Energieabsorptionsvermögens als Verbundträger ausgebildet, der sich aus einem äußeren Träger und einem inneren Träger zusammensetzt, wobei beide Träger unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen und über örtlich angeordnete zwischengeschaltete, sich in Längsrichtung der Träger erstreckende polymere oder metallische Strukturschaumstreifen miteinander verbunden sind.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen energieabsorbierenden Träger einer
Fahrzeugstruktur eines Fahrzeuges, insbesondere einen vorderen oder hinteren
Längsträger eines Kraftfahrzeugs.
Vordere bzw. hintere Längsträger an Kraftfahrzeugen sollen bei einem Frontalaufprall
bzw. Heckaufprall Energie dadurch umwandeln, daß die Träger sich kontrolliert, das
heißt in vorgesehener Weise deformieren.
Eine gute Energieaufnahme wird in an sich bekannter Weise erreicht, wenn ein
Längsträger bei einer Belastung in Längsrichtung verkürzt wird, wobei sich durch ein
sogenanntes Faltenbeulverhalten aus der Belastungsrichtung eine Falte an die andere
anschließt, wodurch dann die Gestalt eines zusammengeschobenen Faltenbalgs
entsteht.
Dieses Faltenbeulverhalten weisen bei geeigneter Dimensionierung und Anordnung im
Fahrzeug Längsträger mit üblichen Profilquerschnitten wie Viereckprofile,
Sechseckprofile, Achteckprofile und Kreisprofile auf (FR 2 439 124).
Aufgabe der Erfindung ist es, einen energieabsorbierenden Träger unter Beibehaltung
der Querschnittsgeometrie und der Baulänge so weiterzuentwickeln, daß das
Energieabsorptionsvermögen erheblich gesteigert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
gelöst.
Erfindungsgemäß wird ein Verbundträger vorgeschlagen, der sich aus einem äußeren
Träger und einem - im Querschnitt gesehen - mit Abstand dazu verlaufenden inneren
Träger zusammensetzt, wobei beide Träger unterschiedliche oder gleichartige
Querschnittsformen aufweisen und der - im Querschnitt gesehen - allseitig mit Abstand
zum äußeren Träger verlaufende innere Träger zumindest örtlich über langgestreckte
polymere oder metallische Strukturschaumstreifen mit dem äußeren Träger verbunden
ist. Vorzugsweise wird der äußere Träger durch eine zweiteilige Stahlblechaußenschale
und der innere Träger durch ein Rohr aus Aluminium gebildet. Es sind auch
Materialpaarungen Alu/Alu, Stahl/Stahl, Stahl/Kunststoff usw. für den äußeren Träger
und den inneren Träger möglich.
Dieser Verbundträger weist aufgrund der Kopplung beider Träger mittels
Strukturschaumstreifen eine wesentlich höhere längenspezifische Energieaufnahme
gegenüber der Summe der Energieaufnahmen der Einzelkomponenten auf. Die mittlere
Faltenbeulkraft liegt bedeutend höher als bei einem gleichschweren seriennahen
Träger. Ferner steigt die theoretische Biegesteifigkeit bei diesem Verbundträger im
Vergleich zu einem annähernd massengleichen Träger.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert:
Es zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht von schräg vorne auf eine Fahrzeugstruktur,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 durch einen
energieabsorbierenden Träger der Fahrzeugstruktur in größerer
Darstellung, wobei die Strukturschaumstreifen noch nicht aufgequollen
sind.
Das in Fig. 1 dargestellte, durch eine Personenkraftwagen gebildete Fahrzeug 1 weist
eine nur bereichsweise gezeigte Aufbaustruktur 2 mit einem energieabsorbierenden
Träger 3 auf.
Im Ausführungsbeispiel wird der energieabsorbierende Träger 3 durch einen vorderen
Längsträger 4 gebildet. Der energieabsorbierende Träger 3 kann jedoch auch durch
einen hinteren Längsträger, einen Querträger, eine Säule oder einen sonstigen Träger
der Aufbaustruktur gebildet werden.
Erfindungsgemäß ist als energieabsorbierender Träger 3 ein Verbundträger 5
vorgesehen, der sich aus einem äußeren Träger 6 und einem inneren Träger 7
zusammensetzt, wobei beide Träger 6, 7 unterschiedliche oder gleichartige
Querschnittsformen aufweisen.
Beide Träger 6, 7 sind über örtlich angeordnete zwischengeschaltete, sich in
Längsrichtung der Träger 6, 7 erstreckende polymere oder metallische
Strukturschaumstreifen 8 miteinander verbunden.
Der äußere Träger 6 verläuft - im Querschnitt gesehen - über den kompletten Umfang
mit Abstand zum inneren Träger 7, wobei sich im verbleibenden Zwischenraum 9
örtlich die Strukturschaumstreifen 8 erstrecken.
In Fig. 1 nehmen die Strukturschaumstreifen 8 ihre nicht aufgequollene Stellung ein. In
aufgequollener Stellung füllen die Strukturschaumstreifen 8 den Zwischenraum 9
nahezu vollständig aus.
Der äußere Träger 6 weist im Ausführungsbeispiel einen polygonen Querschnitt und
der inneren Träger 7 einen rohrförmigen Querschnitt auf. Diese Anordnung könnte
auch umgekehrt sein. Es ist ein beliebig geformter äußerer und ein beliebig geformter
innerer Querschnitt möglich.
Der äußere Träger 6 weist eine Vierkant-, Sechskant oder Achtkantform auf und setzt
sich gemäß Fig. 2 aus zwei an gleich gerichteten Flanschen 10, 11 miteinander
verschweißten Blechpreßteilen 12, 13 aus Stahl- oder Aluminiumblech zusammen. Der
äußere Träger 6 kann auch einteilig ausgebildet sein (z. B. durch
Innenhochdruckumformen) und keine Flansche aufweisen.
Beide Träger 6, 7 weisen vorzugsweise die gleiche Längserstreckung auf. Die
Längserstreckungen können jedoch auch unterschiedlich ausgebildet sein.
Der innere Träger 7 ist über an seinem Umfang verteilte Strukturschaumstreifen 8 mit
dem äußeren Träger verbünden. Die Strukturschaumstreifen 8, die je nach Abstand
einlagig oder mehrlagig vorgesehen sein können, sind entweder am inneren Träger 7
oder am äußeren Träger 6 vorfixiert.
Das Aufquellen der Strukturschaumstreifen 8 erfolgt z. B. durch Wärme im KTL-Ofen.
Im verschäumten Zustand ist das Material nahezu unelastisch und wenig duktil.
Der erfindungsgemäße Verbundträger 5 erreicht aufgrund der Kopplung beider Teile
mittels Strukturschaum eine wesentlich höhere mittlere Faltenbeulkraft als die Summe
der Einzelkomponenten und erzielt eine bedeutende Steigerung gegenüber einem
seriennahen Träger mit näherungsweise gleicher Masse.
Der äußere Träger 6 stabilisiert über dem Strukturschaum den inneren Träger 7, der
seinerseits über den Schaum die Beulform des äußeren Trägers 6 bestimmt.
Im Gegensatz zu polygonförmigen Trägern in reiner Schalenbauweise, die im
Schachbreftmuster beulen, handelt es sich bei den Verformungen des
Verbundträgers 5 um Ringbeulen. Diese werden vom inneren Träger 7 hervorgerufen
und durch den Strukturschaum auf den äußeren Träger 6 übertragen. Ferner ist ein
derartiger Verbundträger 5 erheblich steifer gegen Querbiegungen. Im
Ausführungsbeispiel wurde für den inneren Träger 7 eine Wandstärke von 1 mm
gewählt, wogegen der äußere Träger 6 mit einer Wandstärke von 1,2 mm ausgeführt
ist. Der Verbundträger 5 weist somit kein höheres Gewicht auf als eine herkömmliche
Trägerstruktur aus Stahl mit einer Wandstärke von 1,8 mm.
Claims (9)
1. Energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur eines Fahrzeuges,
insbesondere vorderer oder hinterer Längsträger eines Kraftfahrzeuges, dadurch
gekennzeichnet, daß als energieabsorbierender Träger (3) ein Verbundträger (5)
vorgesehen ist, der sich aus einem äußeren Träger (6) und einem inneren Träger (7)
zusammensetzt, wobei beide Träger (6, 7) über örtlich angeordnete,
zwischengeschaltete, sich in Längsrichtung der Träger (6, 7) erstreckende polymere
oder metallische Strukturschaumstreifen (8) miteinander verbunden sind.
2. Energieabsorbierender Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
äußere Träger (6) - im Querschnitt gesehen - umfangseitig mit Abstand zum inneren
Träger (7) verläuft und daß sich im Zwischenraum (9) örtlich die
Strukturschaumstreifen (8) erstrecken.
3. Energieabsorbierende Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
äußere Träger (6) einen polygonalen Querschnitt und der innere Träger (7) einen
rohrförmigen Querschnitt aufweist oder umgekehrt.
4. Energieabsorbierender Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
äußere Träger (6) eine Vierkant-, Sechskant- oder Achtkantform aufweist oder rund
ausgebildet ist.
5. Energieabsorbierender Träger nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß beide Träger (6, 7) etwa die gleiche Längserstreckung
aufweisen.
6. Energieabsorbierender Träger nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der innere Träger (7) - im Querschnitt gesehen - über
gleichmäßig an seinem Umfang verteilte Strukturschaumstreifen (8) mit dem äußeren
Träger (6) verbunden ist.
7. Energieabsorbierender Träger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strukturschaumstreifen (8) am inneren Träger (7) oder am äußeren Träger (6) vorfixiert
sind.
8. Energieabsorbierender Träger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strukturschaumstreifen (8) im KTL-Ofen bei Wärme aufquellen und eine innige
Verbindung der beiden Träger (6, 7) bewirken.
9. Energieabsorbierende Träger nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Träger (6) aus Stahlblech und der innere
Träger (7) aus einer Leichtmetallegierung gefertigt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999134666 DE19934666A1 (de) | 1999-07-23 | 1999-07-23 | Energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999134666 DE19934666A1 (de) | 1999-07-23 | 1999-07-23 | Energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19934666A1 true DE19934666A1 (de) | 2001-01-25 |
Family
ID=7915867
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE1999134666 Withdrawn DE19934666A1 (de) | 1999-07-23 | 1999-07-23 | Energieabsorbierender Träger einer Fahrzeugstruktur |
Country Status (1)
| Country | Link |
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