DE19931113A1 - Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat, Verfahren zum Herstellen einer elektrischen und mechanischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat sowie Verwendung eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes - Google Patents
Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat, Verfahren zum Herstellen einer elektrischen und mechanischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat sowie Verwendung eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden DruckkopfesInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat, wobei für die elektrische Verbindung ein elektrisch leitendes Material und für die mechanische Verbindung von Substrat und Mikrochip ein Füllmaterial auf den Mikrochip und/oder das Substrat aufgebracht werden. Es ist vorgesehen, daß das elektrisch leitende Material (3) und/oder das Füllmaterial (5) mittels zumindest eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes (9) nacheinander oder gleichzeitig auf das Substrat (6) und/oder den Mikrochip (1) aufgespritzt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen
von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwi
schen einem Mikrochip und einem Substrat, ein Ver
fahren zum Herstellen einer elektrischen und mecha
nischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und ei
nem Substrat sowie die Verwendung eines nach dem
Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes.
Derartige Verfahren zum Aufbringen von Verbindungs
materialien für eine Verbindung zwischen einem Mi
krochip und einem Substrat beziehungsweise die Her
stellung einer derartigen Verbindung zwischen
Substrat und Mikrochip sind bekannt. Die Herstel
lung dieser sogenannten Flip-Chip-Verbindung (FC)
beziehungsweise das Aufbringen der Verbindungsmate
rialien für diese Flip-Chip-Verbindung erfolgt nach
dem Stand der Technik nach einer Reihe von inkonsi
stenten Verfahrensschritten, insbesondere deshalb,
da bei derartigen Flip-Chip-Verbindungen in den
meisten Fällen sowohl eine mechanische Verbindung
als auch eine elektrische Verbindung zwischen
Substrat und Mikrochip hergestellt werden muß. Für
die elektrische Verbindung weisen Substrat und/oder
Mikrochip elektrische Kontaktierstellen auf, die
für Ihre spätere Verbindung miteinander mit elek
trisch leitenden Verbindungsmaterialien versehen
werden müssen. Hierzu sind insbesondere metallische
Lote bekannt, die nach dem Stand der Technik galva
nisch auf die elektrischen Kontaktierstellen aufge
bracht werden. Es ist jedoch auch bekannt, die me
tallischen Lote in Form von Lotpasten mittels Scha
blonendruck auf die Kontaktierstellen aufzubringen.
Danach ist es erforderlich, daß die mit Lotpasten
beschichteten Substrate beziehungsweise Mikrochips
in einem sogenannten Reflow-Prozeß geschmolzen wer
den müssen. Nach Erstarren des Lotes werden
Substrat und Mikrochip sandwichartig aufeinanderge
schichtet, wobei darauf geachtet wird, daß die zu
verbindenden elektrischen Kontaktierstellen einan
der zugewandt sind. Der Chip muß also lagerichtig
auf das Substrat aufgelegt werden. Danach muß das
Paket aus Substrat und Mikrochip erneut erhitzt
werden, so daß das metallische Lot wieder flüssig
wird, um letztlich die elektrische Verbindung her
zustellen. In manchen Fällen genügt diese elektri
sche Verbindung auch gleichzeitig als mechanische
Verbindung. Unterschiedliche Längenausdehnungskoef
fizienten von Substrat und Mikrochip bewirken je
doch bei Temperaturwechseln minimale Bewegungen,
die die Flip-Chip-Verbindungen zerstören können.
Aus diesem Grund bringt man zwischen Mikrochip und
Substrat nach dem Löten ein auch als Underfiller
bezeichnetes Füllmaterial ein, das Substrat und
Chip fest miteinander verbindet und so die tempera
turbedingten Bewegungen unterbindet. Ein Problem
besteht in vielen Fällen, insbesondere dann, wenn
sehr viele elektrische Verbindungen vorgesehen
sind, darin, daß durch den geringen Spalt zwischen
Mikrochip und Substrat sich der Underfiller
schlecht einbringen läßt. Außerdem ist nicht ge
währleistet, daß der Underfiller vollständig unter
den Mikrochip fließt, wodurch eine gute chemische
Verbindung nicht gewährleistet ist. Ist das Paket
aus Substrat und Mikrochip verbunden, läßt es sich
außerdem nur mit aufwendigen Meßverfahren prüfen,
ob der Unterfiller vollständig unter den Mikrochip
geflossen ist.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum
Aufbringen von Verbindungsmaterialien und ein Ver
fahren zum Herstellen einer elektrischen und mecha
nischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und ei
nem Substrat anzugeben, die die vorstehend aufge
führten Nachteile nicht aufweisen.
Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Verfahren, das
die im Anspruch 1 genannten Merkmale zeigt. Das
Verfahren dient zum Aufbringen von Verbindungsmate
rialien für eine Verbindung zwischen einem Mikro
chip und einem Substrat, wobei für die elektrische
Verbindung ein elektrisch leitendes Material und
für die mechanische Verbindung von Substrat und Mi
krochip ein Füllmaterial auf den Mikrochip und/oder
das Substrat aufgebracht werden. Erfindungsgemäß
zeichnet sich das Verfahren dadurch aus, daß das
elektrisch leitende Material und/oder das Füllmate
rial mittels zumindest eines nach dem Tintendruck
prinzip arbeitenden Druckkopfes nacheinander oder
gleichzeitig auf das Substrat und/oder den Mikro
chip aufgespritzt werden. Mittels eines derartigen
Druckkopfes lassen sich die Verbindungsmaterialien
positionsgenau an beliebigen und vorgegebenen Posi
tionen aufspritzen. Vorgegebene Positionen sind die
elektrischen Kontaktierpunkte, die an Substrat
und/oder Mikrochip vorliegen, und die mit dem elek
trisch leitenden Material später zu verbinden sind.
Gegenüber dem galvanischen Auftragen der elektrisch
leitenden Materialien, wie dies im Stand der Tech
nik vorgesehen ist, ergibt sich beim erfindungsge
mäßen Verfahren der Vorteil, daß das elektrisch
leitende Material wesentlich schneller aufgebracht
werden kann. Dadurch, daß die Verbindungsmateriali
en in flüssiger Phase aufgespritzt werden, erübrigt
sich gegebenenfalls ein Erwärmen durch einen Re
flow-Prozeß des Substrats und/oder des Mikrochips,
wenn diese Bauteile noch nicht miteinander verbun
den sind. Dieser Reflow-Prozeß ist beim Stand der
Technik unbedingt notwendig, wenn das elektrisch
leitende Material mittels Schablonendruck aufge
bracht wird, da es zunächst als Paste, beispiels
weise metallisches Lot umfassende Paste, vorliegt.
Da erfindungsgemäß auch das Füllmaterial auf das
Substrat und/oder den Mikrochip aufgebracht werden
kann, entfällt beim erfindungsgemäßen Verfahren das
nachträgliche Einspritzen von Füllmaterial zwischen
das Substrat und den Mikrochip. Überdies wird ver
mieden, daß das Füllmaterial nicht vollständig un
ter den Mikrochip fließt. Insgesamt ergeben sich
also wenige Verfahrensschritte, so daß die Verbin
dung schnell hergestellt werden kann.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgese
hen, daß die flüssigen Verbindungsmaterialien trop
fenförmig aus dem Druckkopf ausgespritzt werden.
Mittels der Tropfen kann somit eine genaue Positio
nierung der Verbindungsmaterialien auf dem Substrat
und/oder dem Mikrochip erfolgen. Dennoch ist es
möglich, an eine Position mehrere Tropfen aufzu
spritzen, so daß ein größeres Materialdepot gebil
det werden kann. Außerdem können mehrere Tropfen
nebeneinander aufgebracht werden, um eine größere
Fläche mit dem Material versehen zu können. Dabei
können die Tropfen auch bereichsweise überlappend
aufgespritzt werden.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird als elektrisch leitendes Material metallisches
Lot und als Füllmaterial ein Glas verwendet, wobei
das Lot und Glas heiß und flüssig zum Aufspritzen
vorliegen, wobei insbesondere Gläser und Lote ver
wendet werden, die einen niedrigen Schmelzpunkt be
sitzen.
Wird metallisches Lot verwendet, ist vorzugsweise
vorgesehen, daß mittels des Druckkopfes auch flüs
sige Hilfsstoffe, beispielsweise Lotflußmittel, für
die Verbindung mit dem Druckkopf auf das Substrat
und/oder den Mikrochip mit aufgespritzt werden. Da
durch ergibt sich eine qualitativ hochwertige elek
trische Verbindung zwischen Substrat und Mikrochip.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
werden ein oder mehrere Druckköpfe für das Aus
spritzen der Verbindungsmaterialien verwendet. Wird
lediglich ein Druckkopf verwendet, weist dieser
vorzugsweise mehrere Ausspritzöffnungen auf, wobei
vorgesehen sein kann, daß aus jeder Ausspritzöff
nung ein Verbindungsmaterial ausspritzbar ist. Wer
den mehrere Druckköpfe verwendet, kann aus jedem
Druckkopf ein Verbindungsmaterial ausgespritzt wer
den.
Die Aufgabe wird auch mit einem Verfahren zum Her
stellen einer elektrischen und mechanischen Verbin
dung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat
gelöst, das die im Anspruch 5 angegebenen Schritte
umfaßt. Zunächst werden die Verbindungsmaterialien,
also das elektrisch leitende und das mechanische
Verbindungsmaterial, auf das Substrat und/oder den
Mikrochip aufgebracht, wobei die Verbindungsmate
rialien flüssig vorliegen, so daß sie mittels eines
nach dem Tintendruckprinzips arbeitenden Druckkop
fes aufgebracht werden. Anschließend - insbesondere
nach dem Erstarren der aufgebrachten Verbindungsma
terialien - erfolgt ein lagerichtiges Aufeinanderle
gen von Substrat und Mikrochip, wobei die elektri
schen Kontaktierflächen des Mikrochips und/oder des
Substrats mit dem leitenden Verbindungsmaterial
versehen sind und die jeweiligen Kontaktierflächen
des Substrats und des Mikrochips einander zugewandt
liegen. Anschließend erfolgt ein Erwärmen des auf
einanderliegenden Pakets aus Mikrochip und
Substrat, so daß die elektrischen und mechanischen
Verbindungsmaterialien wieder flüssig werden. Beim
Abkühlen, also wenn die Materialien erstarren, sind
Mikrochip und Substrat fest miteinander verbunden.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Her
stellen einer elektrischen und mechanischen Verbin
dung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat
ist es möglich, eine preiswerte, schnelle und zu
verlässige Flip-Chip-Verbindung herzustellen. Ins
besondere dadurch, daß die Verbindungsmaterialien
mit einem nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden
Druckkopf aufgebracht werden, lassen sich diese
Vorteile erreichen.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgese
hen, daß als elektrisch leitendes Verbindungsmate
rial ein metallisches Lot verwendet wird, welches
beim Ausspritzen heiß und flüssig vorliegt.
Besonders bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel
des Verfahrens, bei dem für die mechanische Verbin
dung Materialien verwendet werden, die eine adhäsi
ve Wirkung an den angrenzenden Oberflächen des
Substrats und des Mikrochips entfalten, wenn sich
ihr Aggregatszustand von flüssig nach fest ändert.
Es muß also nicht gewartet werden, bis - die sonst
üblichen - Klebungen zwischen Substrat und Mikrochip
ausgehärtet sind.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgese
hen, daß als Verbindungsmaterial für die mechani
sche Verbindung Glas verwendet wird, das vorzugs
weise einen niedrigen Schmelzpunkt besitzt. Beim
Erstarren beziehungsweise Abkühlen des Glases wird
somit die mechanische Verbindung hergestellt, die
dauerhaft ist und die eingangs erwähnten mechani
schen Bewegungen zwischen Substrat und Mikrochip im
wesentlichen unterbindet.
Bei einem Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein,
daß mehrere Mikrochips in Form eines Wafers vorlie
gen, wobei jeder Mikrochip dieses Wafers mit den
Verbindungsmaterialien versehen wird, so daß an
schließend auf jeden Mikrochip ein Substrat aufge
bracht und anschließend befestigt werden kann.
Selbstverständlich ist es möglich, daß auch auf dem
Substrat Verbindungsmaterialien angebracht werden,
bevor dieses mit dem Wafer verbunden wird. Nach er
folgter Verbindung von Wafer und Substrat können
die Wafer in Mikrochipgröße geschnitten werden.
Besonders bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel,
bei dem der Druckkopf mehrere, vorzugsweise mit un
terschiedlich großem Querschnitt, Ausspritzöffnun
gen aufweist, aus denen die Verbindungsmaterialien
auf das Substrat und/oder den Mikrochip gespritzt
werden. So können beispielsweise für die mechani
schen Verbindungsmaterialien größere Düsenquer
schnitte beziehungsweise Auslaßquerschnitte verwen
det werden, um großflächige Verbindungsstellen ein
fach und schnell zu schaffen.
Gelöst wird die Aufgabe auch mit einem nach dem
Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopf, der zu
mindest eine Mediumkammer mit einer auslenkbaren
Membran aufweist, die mittels eines Aktors auslenk
bar ist, wobei der Aktor von der Membran thermisch
entkoppelt ist, und wobei in der Mediumkammer ein
Verbindungsmaterial in heißer flüssiger Phase vor
liegt, das auf ein Substrat und/oder ein Mikrochip
aus der Mediumkammer ausgespritzt wird. Dadurch,
daß der Aktor von der Membran thermisch entkoppelt
ist, haben die in der Mediumkammer vorliegenden
heißen Verbindungsmaterialien keinen Einfluß auf
die Funktion des Aktors, da die Wärme an der Mem
bran nicht zu dem Aktor geleitet werden kann. Dies
ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Aktor
ein piezoelektrische Element ist, das elektrisch
angesteuert wird, um die Membran auszulenken. Mit
einem derartigen Druckkopf lassen sich insbesondere
die vorstehend beschriebenen Verfahren zum Aufbrin
gen von Verbindungsmaterialien für eine Flip-Chip-
Verbindung und zum Herstellen einer Flip-Chip-
Verbindung durchführen.
Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Un
teransprüchen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausfüh
rungsbeispielen mit Bezug auf die Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 stark vereinfacht einen Mikrochip, auf
dessen Oberfläche Verbindungsmaterialien
aufgespritzt sind,
Fig. 2 den Mikrochip nach Fig. 1, wobei dieser
mit einem Substrat verbunden ist, und
Fig. 3 einen nach dem Tintendruckprinzip arbei
tenden Druckkopf.
Im folgenden wird rein beispielhaft die Herstellung
einer Flip-Chip-Verbindung an einem Substrat und ei
nem Mikrochip beschrieben. Selbstverständlich kön
nen die erfindungsgemäßen Verfahren beziehungsweise
die erfindungsgemäße Verwendung eines nach dem Tin
tendruckzprinzip arbeitenden Druckkopfes auch für
beliebige andere temperaturbeständige Verbindungen
von verschiedenen Bauelementen verwendet werden. Im
folgenden wird davon ausgegangen, daß es sich bei
dem Material des Substrats und des Mikrochips um
Materialien handelt, die unterschiedliche Wärmeaus
dehnungskoeffizienten besitzen, so daß die Verwen
dung von Füllmaterial für die mechanische Verbin
dung notwendig erscheint. Liegen die Temperaturaus
dehnungskoeffizienten beider Materialien jedoch
sehr nah beieinander beziehungsweise sind gleich,
kann gegebenenfalls auf das Füllmaterial verzichtet
werden, so daß die elektrische Verbindung gleich
zeitig auch die mechanische Verbindung für Substrat
und Mikrochip bildet.
Fig. 1 zeigt stark vereinfacht einen Mikrochip 1,
der hier nicht dargestellte mikroelektronische
und/oder mikromechanische Bauelemente beziehungs
weise Strukturen umfassen kann. Von dem Mikrochip 1
ist in Fig. 1 eine Seite 4 dargestellt, die elek
trische Kontaktierflächen 2 aufweist. Die elektri
schen Kontaktierflächen 2 dienen dazu, die elektri
schen Anschlüsse der mikroelektronischen Schaltung
beziehungsweise der mikromechanischen Struktur her
auszuführen. Die elektrischen Kontaktierflächen 2
sind mit einem elektrisch leitenden Verbindungsma
terial 3 versehen, das ein Materialdepot bildet.
Das Materialdepot beziehungsweise das elektrisch
leitende Verbindungsmaterial 3 ist in bevorzugter
Ausführung metallisches Lot, das auf den Kontak
tierflächen 2 ein höckerförmiges Lotdepot bildet.
Die freien Flächen der Seite 4, die die Kontaktier
stellen 2 aufweist, des Mikrochips 1 sind im we
sentlichen vollständig mit einem Füllmaterial 5
versehen, welches für eine mechanische Verbindung
mit einem in Fig. 2 dargestellten Substrat 6
dient. Das Füllmaterial 5 ist ebenfalls tropfenför
mig auf die Seite 4 aufgebracht, wobei vorgesehen
sein kann, daß mehrere Tropfen ineinandergelaufen
sind oder sich zumindest bereichsweise überdecken.
Die Anordnung des Füllmaterials 5 und der elektri
schen Kontaktierflächen 2 ist im gezeigten Ausfüh
rungsbeispiel nach Fig. 1 viereckig, insbesondere
quadratisch, gewählt. Selbstverständlich ist jede
andere Anordnung denkbar, wenn die elektrischen An
schlüsse der mikroelektronischen Schaltung oder der
mikromechanischen Struktur dies erfordern.
Der mit dem elektrisch leitenden Verbindungsmateri
al 3 und dem Füllmaterial 5 versehene Mikrochip
wird für die Verbindung mit dem Substrat 6 zur Her
stellung einer sogenannten Flip-Chip-Verbindung
kopfüber auf das Substrat 6 lagerichtig derart auf
gelegt, daß die elektrischen Kontaktierflächen 2
mit ihrem elektrisch leitenden Verbindungsmaterial
3 positionsgenau, also lagerichtig, auf an dem
Substrat 6 vorliegenden Gegenkontaktierflächen 8
aufliegen. Danach wird das aus Mikrochip 1 und
Substrat 6 gebildete Paket 7 einem an sich bekann
ten Reflow-Prozeß zugeführt, bei dem insbesondere
das elektrisch leitende Verbindungsmaterial 3 und
das Füllmaterial 5 über die Temperaturgrenze er
wärmt werden, ab der sie flüssig werden. Anschlie
ßendes Abkühlen des Pakets 7 führt dazu, daß das
elektrisch leitende Verbindungsmaterial 3 und das
Füllmaterial 5 erstarren, so daß einerseits elek
trisch leitende Verbindungen zwischen den elektri
schen Kontaktierflächen 2 und den am Substrat 6
vorgesehenen Gegenkontaktierflächen 8 entstehen,
und andererseits das Füllmaterial 5 mit der Qber
fläche des Mikrochips 1 und des Substrats 6 eine
mechanische Verbindung herstellt, so daß Mikrochip
1 und Substrat 6 mechanisch fest miteinander ver
bunden sind.
Für das Füllmaterial 5, also das mechanische Ver
bindungsmaterial, werden insbesondere Materialien
verwendet, die eine adhäsive Wirkung an den angren
zenden Oberflächen des Substrats 6 und des Mikro
chips 1 entfalten, wenn sich ihr Aggregatszustand
von flüssig nach fest ändert, also bei einem Abküh
len nach dem vorstehend erwähnten Reflow-Prozeß.
Insbesondere werden hierfür Gläser verwendet, die
vorzugsweise einen niedrigen Schmelzpunkt besitzen.
Selbstverständlich kann die vorstehend bestehende
Flip-Chip-Verbindung auch dann hergestellt werden,
wenn mehrere Mikrochips 1 auf einem sogenannten Wa
fer zusammengefaßt vorliegen. Es kann dann ein eine
Seite des Wafers abdeckendes Substrat mittels dem
elektrisch leitenden Verbindungsmaterial 3 und dem
Füllmaterial 5 auf dem Wafer lagerichtig befestigt
werden, wobei durch den anschließenden Reflow-
Prozeß die einzelnen Verbindungen fertiggestellt
werden. Durch einen anschließenden Trennvorgang
werden dann die einzelnen Mikrochips mit ihrem zu
gehörigen Substrat voneinander getrennt.
Es kann natürlich auch vorgesehen sein, daß jedem
auf dem Wafer vorliegenden Mikrochip ein einzelnes
Substrat zugeordnet wird und auf dem Mikrochip 1
mittels der Flip-Chip-Verbindung befestigt werden
kann.
Das elektrisch leitende Verbindungsmaterial 3 und
das Füllmaterial 5 werden auf das Substrat 6
und/oder den Mikrochip 1 mit einem nach dem Tinten
druckprinzip arbeitenden Druckkopf 9 aufgebracht,
der in Fig. 3 dargestellt ist. Der Druckkopf um
faßt eine Mediumkammer 10, in der das elektrisch
leitende Verbindungsmaterial 3 oder das Füllmateri
al 5 vorliegt. Werden beide Materialien mittels ei
nes Druckkopfes 9 auf das Substrat 6 oder den Mi
krochip 1 aufgebracht, weist der Druckkopf 9 vor
zugsweise zumindest zwei Mediumkammern 10 auf, die
voneinander getrennt sind, oder aber es werden zwei
Druckköpfe 9 verwendet.
Die Mediumkammer 10 weist eine Ausspritzöffnung 11
auf, aus der das Verbindungsmaterial 3 oder 5 auf
die Oberfläche der Seite 4 des Mikrochips 1
und/oder des Substrats 6 ausgespritzt wird. Hierzu
ist vorgesehen, daß eine Wandung der Medium
kammer bildende Membran 12 ausgelenkt wird, so daß
das Verbindungsmaterial 3 oder 5 tropfenförmig aus
der Ausspritzöffnung 11 heraustritt. Für die Aus
lenkung der Membran 12 weist der Druckkopf 9 einen
Aktor 13 auf, der insbesondere als piezoelektri
sches Element ausgebildet ist und für seine elek
trische Ansteuerung zwei Kontaktierflächen auf
weist, wobei lediglich die Kontaktierfläche 14 in
Fig. 3 ersichtlich ist. Durch die elektrische An
steuerung des Aktors 13 ändert dieser seine Länge,
so daß die Membran 12 entweder in Richtung zum Bo
den 16 der Mediumkammer bewegt oder vom Boden 16
entfernt wird, wobei die Membran 12 dabei gewölbt
ausgelenkt wird. Werden heiße Verbindungsmateriali
en 3 oder 5 aus der Mediumkammer 10 ausgespritzt,
so weist der Aktor 13 ein Wärmesperrelement 17 auf,
welches einen Wärmeübergangswiderstand zwischen
Membran 12 und Aktor 13 bildet. Dadurch wird ge
währleistet, daß die piezoelektrisch aktiven Teile
des Aktors 13 unterhalb der piezoelektrischen Cu
rie-Temperatur liegen, so daß gewährleistet ist,
daß der Aktor 13 optimal arbeitet, also seine Län
genänderung in Abhängigkeit der angelegten elektri
schen Spannung konstant bleibt, wodurch aus der
Ausspritzöffnung 11 konstante Tropfenvolumen aus
bringbar sind.
Es ist ersichtlich, daß der Aktor 13 innerhalb ei
nes Gehäuses 18 des Druckkopfes 9 gehalten ist, und
zwar mit seinem Ende, welches die Kontaktflächen 14
aufweist.
Der Druckkopf 9 weist vorzugsweise eine Heizein
richtung 19 auf, so daß das in der Mediumkammer 10
vorliegende Verbindungsmaterial 3 oder 5 auf ent
sprechender Temperatur gehalten werden kann, bei
der es flüssig vorliegt. Es kann jedoch auch vorge
sehen sein, daß das Verbindungsmaterial bereits
heiß und flüssig in die Mediumkammer 10 eingebracht
wird, wodurch gegebenenfalls auf die Heizeinrich
tung 19 verzichtet werden kann.
Je nach Ansteuerung des Aktors 13 können einzelne
Tropfen oder aber innerhalb kurzer Zeit eine große
Tropfenanzahl aus der Ausspritzöffnung 11 ausge
bracht werden. Beispielsweise kann hierzu eine im
pulsartige elektrische Ansteuerung des Aktors 13
vorgesehen sein. Um eine optimale Betriebstempera
tur für den Aktor 13 gewährleisten zu können, kann
auch vorgesehen sein, daß durch eine Gehäuseöffnung
20 ein Kühlmedium in das Gehäuseinnere einbringbar
ist, welches den Aktor 13 umströmt, so daß es an
einer in der Nähe der Ausspritzöffnung 11 liegenden
Gehäuseöffnung 21 wieder austritt.
In Fig. 3 ist noch ersichtlich, daß an der der Me
diumkammer 10 abgewandten Seite der Membran 12 Tem
peratursensoren 22 anordenbar sind, die die in der
Mediumkammer 10 vorherrschende Temperatur der Ver
bindungsmaterialien detektieren, so daß gegebenen
falls die Heizeinrichtung 19 entsprechend angesteu
ert, das heißt ein- oder ausgeschaltet werden kann.
Werden mehrere Druckköpfe 9 verwendet, kann vorge
sehen sein, daß die Ausspritzöffnungen 11 der
Druckköpfe 9 unterschiedlich große Öffnungsquer
schnitte aufweisen, so daß unterschiedliche Trop
fengrößen ausbringbar sind. Wird nur ein Druckkopf
mit mehreren Mediumkammern 10 verwendet, können
selbstverständlich die Ausspritzöffnungen unter
schiedliche Querschnittsgrößen aufweisen.
Claims (12)
1. Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmateria
lien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip
und einem Substrat, wobei für die elektrische Ver
bindung ein elektrisch leitendes Material und für
die mechanische Verbindung von Substrat und Mikro
chip ein Füllmaterial auf den Mikrochip und/oder
das Substrat aufgebracht werden, dadurch gekenn
zeichnet, daß das elektrisch leitende Material (3)
und/oder das Füllmaterial (5) mittels zumindest ei
nes nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druck
kopfes (9) nacheinander oder gleichzeitig auf das
Substrat (6) und/oder den Mikrochip (1) aufge
spritzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die flüssigen Verbindungsmaterialien (3, 5)
tropfenförmig aus dem Druckkopf (9) ausgespritzt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß flüssige Hilfsstoffe, beispiels
weise Lotflußmittel, für die Verbindung mit dem
Druckkopf (9) auf das Substrat (6) und/oder den Mi
krochip (1) mit aufgespritzt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere
Druckköpfe (9) für das Ausspritzen der Verbindungs
materialien (3, 5) verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch
leitendes Verbindungsmaterial (3) metallisches Lot
und als Füllmaterial (5) ein Glas verwendet wird,
wobei das metallische Lot und Glas heiß und flüssig
zum Ausspritzen vorliegen.
6. Verfahren zum Herstellen einer elektrischen und
mechanischen Verbindung zwischen einem Mikrochip
und einem Substrat, mit folgenden Schritten:
- - Aufbringen von elektrisch leitendem Verbindungs material (3) und eine mechanische Verbindung er möglichendem Verbindungsmaterial (5) auf den Mi krochip (1) und/oder das Substrat (6) mittels eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes (9),
- - lagerichtiges Aufeinanderlegen von Substrat (6) und Mikrochip (1), wobei die elektrischen Kon taktierflächen (2) des Mikrochips (1) und die elektrischen Gegenkontaktierflächen (8) des Substrats (6) mit dem elektrisch leitenden Ver bindungsmaterial (3, 5) versehen sind, und die jeweiligen Kontaktierflächen (2) und Gegenkon taktierflächen (8) des Mikrochips (1) und des Substrats (6) einander zugewandt liegen, und
- - anschließendes Erwärmen des aufeinanderliegenden Pakets (7) aus Mikrochip (1) und Substrat (6), so daß die elektrischen und mechanischen Verbin dungsmaterialien (3, 5) wieder flüssig werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß als elektrisch leitendes Verbindungsmate
rial (3) ein metallisches Lot verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, da
durch gekennzeichnet, daß für die mechanische Ver
bindung Verbindungsmaterialien (5) verwendet wer
den, die eine adhäsive Wirkung an den angrenzenden
Oberflächen des Substrats (6) und des Mikrochips
(1) entfalten, wenn sich ihr Aggregatszustand von
flüssig nach fest ändert.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß als Verbindungsmaterial
(5) für die mechanische Verbindung Glas verwendet
wird, das vorzugsweise einen niedrigen Schmelzpunkt
besitzt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß mehrere Mikrochips (1) in
Form eines Wafers vorliegen, wobei jeder Mikrochip
(1) mit einem Substrat (6) verbunden wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der Druckkopf (9) meh
rere, vorzugsweise mit unterschiedlich großem Quer
schnitt, Ausspritzöffnungen (11) aufweist, aus de
nen die Verbindungsmaterialien (3, 5) auf das
Substrat (6) und/oder den Mikrochip (1) gespritzt
werden.
12. Verwendung eines nach dem Tintendruckprinzip
arbeitenden Druckkopfes (9), der zumindest eine Me
diumkammer (10) mit einer auslenkbaren Membran (12)
aufweist, die mittels eines Aktors (13) auslenkbar
ist, wobei der Aktor (13) von der Membran (12)
thermisch entkoppelt ist und wobei in der Medium
kammer (10) ein Verbindungsmaterial (3, 5) in heißer
flüssiger Phase vorliegt, das auf ein Substrat (6)
und/oder einen Mikrochip (1) aufgebracht wird.
Priority Applications (4)
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| DE19931113A DE19931113A1 (de) | 1999-07-06 | 1999-07-06 | Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat, Verfahren zum Herstellen einer elektrischen und mechanischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat sowie Verwendung eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19931113A DE19931113A1 (de) | 1999-07-06 | 1999-07-06 | Verfahren zum Aufbringen von Verbindungsmaterialien für eine Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat, Verfahren zum Herstellen einer elektrischen und mechanischen Verbindung zwischen einem Mikrochip und einem Substrat sowie Verwendung eines nach dem Tintendruckprinzip arbeitenden Druckkopfes |
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