DE19929283A1 - Sanierung von Gleisbettwellen durch Injektion - Google Patents
Sanierung von Gleisbettwellen durch InjektionInfo
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Abstract
Das erfindungsgemäße Verfahren beseitigt nachhaltig durch Zugüberfahrten entstandene Hohllagen unter Schwellen im Schotteroberbau bei Rad/Schiene-Bauwerken. Der unweigerlich ungleichmäßige Einbau des Schotters beim Bau von Neubaustrecken sowie bei Sanierungsarbeiten (Nachstopfen) verursacht im Gleisoberbau durch die überfahrenden Züge ungleichmäßige Setzungen. Ein schädlicher Kontaktverlust zwischen Schotter und Schwelle, wodurch zusätzliche quasistatische und dynamische Kräfte erzeugt werden, ist die Folge. Mittels Injektion von Gemischen aus mehrkomponentigen pastenartigen Klebstoffen und feinkörnigen Granulaten an die Schwellenunterseite wird der nötige Kontakt zwischen Schwellen und Schotter hergestellt und mechanisch verbessert. Auflockerungen und ungleichmäßige Verspannungen des Schotters während des Einpressens, wie sie bei Nachstopfen unvermeidlich sind, gibt es nicht. Das Ziel ist nicht primär die Verklebung der Schotterkörner, sondern eine durch die Injektionskörper vergleichmäßigte Krafteinleitung. Das Injektionsgut wird durch in die Schwellen gebohrte Löcher oder durch horizontal an der Schwellenunterseite entlang geschobene oder einvibrierte Rohre eingepreßt. Es verteilt sich dank pastiger Konsistenz und Mengenkontrolle nur in einem erwünschten Nahbereich.
Description
Wiederholte Zugüberfahrten erzeugen im Oberbau bleibende Wellen mit zunehmender Ampli
tude, die den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit beeinträchtigen können. Diese ungleichmäßi
gen Setzungen entstehen sowohl durch Verformungen im Untergrund als auch im Schotterober
bau. Besonders deutlich sind Setzungen, die durch Umlagerungen und Beschädigung der Schot
terkörner entstehen, auf Brückenbauwerken und in Felstunneln zu beobachten, wo Setzungen im
Untergrund ausgeschlossen werden können. Auch in solchen Fällen sind mit der Anzahl der Über
fahrten zunehmende Hohllagen durch Messungen eindeutig nachgewiesen. Üblicherweise werden
solche Schädigungsbereiche, die sich meist über Gruppen von bis zu 10 Schwellen erstrecken,
durch Nachstopfen des Schotters mit Maschinen ausgebessert. Dieses Verfahren ist aufwendig
und erzeugt eine ungewollte Auflockerung und ungleichmäßige Verspannungen des Schotterkorn
gerüsts. Der Schaden scheint zwar behoben, doch enstehen in den durch Stopfen sanierten Be
reichen über kurz oder lang erneut Schädigungen in Form von Hohllagen, was zum erneuten
Ausgleichen mittels Stopfen zwingt. Es ist mit verschiedenen Verfahren, wie etwa dem Verkle
ben der Schotterkörner oder einem Verspannen des Schotters mittels seitlich aufgelegten Platten,
versucht worden die Langzeitstabilität des Schotteroberbaus zu verbessern. Doch diese Verfahren
waren zu teuer oder waren nicht ohne eine Auflockerung des Schotters zu bewerkstelligen.
Das erfindungsgemäße Verfahren beseitigt durch das auf einen kleinen Bereich begrenzte Ein
bringen eines pastigen Injektionsguts Hohllagen, ohne daß dadurch das verdichtete Schotterbett
aufgelockert wird. Eine solche lokale Hohlraumbeseitigung unterhalb der Schwellen ist durch kein
bisher in der Praxis benutztes Verfahren zu bewerkstelligen. Die Hauptwirkung des Verfahrens
besteht darin. Gleisbettwellen langfristig zu reduzieren oder ganz zu beseitigen. Es wird in erster
Linie der unter der Schwelle entstandene Hohlraum lokal verfüllt. Eine Verklebung der Körner
ist nicht Zweck der Erfindung, das Sanierungsziel ist vielmehr eine gleichmäßige Krafteinleitung
von den Schwellen über die Porenraumauffüllung durch Injektion in ein unverklebtes Schotter
kornskelett.
Vorgesehen sind zwei verschiedene Methoden das Injektionsmittel an die Schwellenunterseite zu
befördern. Zum einen wird es durch in die Schwellen gebohrte Löcher mit einem Durchmesser
von 5 bis 25 mm eingepreßt. In den Löchern verbleibt Injektionsgut, der Schwelle wird somit kein
bleibender Schaden zugefügt, und die Bewehrung in den Schwellen ist weiterhin gegen Korrosion
geschützt (Abb. 2). Zum anderen kann das Injektionsmittel durch ein an der Schwelleunterseite
eingeführtes Rohr direkt unter die Schwelle gefördert werden (Abb. 3). Diese Methode erfordert
jedoch eine zeitweilige lokale Beseitigung des Schotters z. B. an den Stirnseiten der Schwellen
(nicht unter den Schwellen), damit ein Einbringen des Rohrs ermöglicht wird, am besten durch
Einvibrieren. So kann das Rohr von den Stirnflächen der Schwelle horizontal durch Vibrieren
unter die Schwelle etwa bis zu deren Mitte eingebracht werden. Durch ein kontinuierliches Ziehen
des Rohres und einem gleichzeitigen Injizieren kann der Hohlraum unter der Schwelle vollständig
verfüllt werden. Dieser Ablauf ist von beiden Stirnflächen aus jeweils bis zur Schwellenmitte
durchführbar.
Mit den zwei geschilderten Methoden können beliebig viele Injektionskörper unter der Schwelle
erzeugt werden (Abb. 1). Der Durchmesser der Injektionskörper beträgt bei der Lochinjektion bis
zu ca. 30 cm, bei der Rohrinjektion entsteht ein beliebig langer, der Schwellenbreite entsprechen
der Injektionskörper. Das Injektionsmittel verbleibt schon im flüssigen Zustand direkt unter der
Schwelle.
Der Porenraum des Schotters wird nur in der die Schwelle angrenzenden Schotterschicht verfüllt.
Der Gleisrost muß während der Injektion und während der Erhärtung des Injektionsmittels unbe
lastet bleiben. Dadurch ist gewährleistet, daß die Paste nicht in das Schotterbett hineingedrückt
wird. Die Hohllage ist erst nach dem Erhärten der Paste saniert. Durch die Injektion wird eine
gewünschte Kraftübertragung von der Schwelle zum Schotterbett hergestellt, ohne daß wie im
Falle eines Hohlliegens der Schwelle eine erhebliche vertikale Verschiebung der Schwelle erforder
lich wäre.
Sollten nach Langzeitbeanspruchung durch Zugverkehr wieder Hohllagen auftreten, kann das
Verfahren erneut eingesetzt werden. Dabei kann durch die für die Sanierung wieder aufgebohrten
Löcher in den Schwellen oder durch erneut verlegte Rohre injiziert werden. Das Injektionsmittel
wird immer den Weg des geringsten Widerstandes dorthin nehmen, wo der größte Porenraum
ist. Dies ist der Hohlraum unter der Schwelle.
Die Konsistenz des Injektionsgutes muß so beschaffen sein, daß sich die Flüssigkeit mit Hilfe ei
ner Spritze oder einer Pumpe fördern läßt. Das Injektionsgut darf jedoch nicht unter Einwirkung
der Erdanziehungskraft wegfließen. Als Injektionsmittel kommen Pasten aus mehrkomponenti
gen Klebstoffen, bituminösen Bindemitteln oder Zemente, vermischt mit granularen Stoffen wie
Kalkmehl, Feinsand oder Flugasche unterschiedlicher Korngrößen in Frage.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist eine neuartige Sanierungsmethode an Schadstellen im Schot
teroberbau zum Ausgleich von Gleisbettwellen. Sein wirtschaftlicher Vorteil besteht darin, daß
eine Durcharbeitung des Gleisoberbaus durch Nachstopfen des Schotters nicht mehr erforderlich
ist. Die durch die Zugüberfahrten hervorgerufene Verdichtung des Schotters wird nicht durch
Nachstopfen mit Auflockerung des Schotterbetts rückgängig gemacht.
Ein Injizieren des Schotteroberbaus mittels Bindemitteln unmittelbar nach einer Durcharbeitung
durch Stopfen ist Gegenstand der Patente DE 197 11 437 und DE 24 48 978. Hier wird das Schot
terbett durch das Nachstopfen aufgelockert und eine Verklebung der Schotterkörner erzeugt. Dies
ist nicht der Zweck des hier beschriebenen Verfahrens bei dem keine vorherige Durcharbeitung
stattfindet und das Verkleben der Körner nicht primäres Ziel ist.
Weiterhin ist das beschriebene Verfahren nicht mit dem in DE 197 29 348 beschriebenen Verfah
ren, bei dem die Schotteroberfläche mit einer Füllmasse zu einer drainfähigen Schicht verbunden
wird, zu vergleichen.
Das Verfahren ist im gesamten Bereich des Schotteroberbaus anwendbar, auch auf Brücken und
in Tunneln. Das Injektionsverfahren scheint durch einen zusätzlichen Materialaufwand in Form
des Injektionsguts zwar teurer pro Meter wiederhergestelltem Gleisbett als die herkömmlichen
Verfahren, wird sich aber durch seine dauerhafte Standfestigkeit bezahlt machen. Sind größere
Verformungen und Setzungen im Untergrund zu erwarten, ist das Verfahren allein nicht ausrei
chend. Durch die Injektion kann dann lediglich der Zerstörungsmechanismus im Schotter stark
reduziert werden.
Claims (7)
1. Verfahren zur Beseitigung von Hohllagen unter Schwellen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Hohlraum unter den Schwellen durch ein Injektionsmittel lokal verpreßt wird und dadurch langfri
stig Gleisbettwellen beseitigt werden sowie eine gleichmäßige Krafteinleitung in das Schotterbett
hergestellt wird, ohne eine Auflockerung im Schotterkorngerüst zu erzeugen, wobei durch die
Hohlraumverfüllung keine Verklebung der Schotterkörner im gesamten Schotterbett unterhalb
der Schwellen erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Injektionsmittel durch in die
Schwellen gebohrte Löcher unter die Schwellen gefördert wird, dabei jedoch nicht der Porenraum
des gesamten Schotterbetts verfüllt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Injektionsmittel durch ein an
der Schwellenunterseite von der Schwellenstirnseite aus eingeschobenes oder einvibriertes Rohr
unter die Schwellen gefördert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Injektionsmittel durch sein
Fließverhalten in nicht ausgehärtetem Zustand direkt unterhalb der Schwellen verbleibt und
somit kein Wegfließen durch die Poren im Schotterkorngerüst vor und während dem Aushärten
möglich ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Anspruch 2 eine Vielzahl
von Injektionskörpern unter der Schwelle hergestellt werden, deren Durchmesser der Breite der
Schwelle entsprechen, oder bei dem nach Anspruch 3 zwei bis zu 1,3 m Länge und ca. 0,3 m
Breite direkt unter der Schwelle erzeugte Injektionskörper hergestellt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Injektionsmittel bestehend aus ein-
oder mehrkornponentigen pastenartigen Klebstoffen oder Zementleim vermischt mit feinkörnigen
Granulaten unter die Schwellen lokal verpreßt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren wiederholt an sanie
rungsbedürftigen Stellen durchgeführt werden kann, entweder durch erneutes Durchbohren der
Löcher in den Schwellen oder durch nochmaliges Einbringen und Verpressen durch ein Injektions
rohr.
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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ID=7912616
Family Applications (1)
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| DE (1) | DE19929283A1 (de) |
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1999
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8141 | Disposal/no request for examination |