DE19929159A1 - Monobloc-Hohlwelle - Google Patents
Monobloc-HohlwelleInfo
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Abstract
Monobloc-Hohlwelle zur Übertragung von Drehmoment mit zwei Endabschnitten, die an ihren axial äußeren Enden Wellenverzahnungen zur Einleitung von Drehmomenten aufweisen, und mit einem Mittelabschnitt, der gegenüber den Endabschnitten eine geringere Wandstärke aufweist, wobei sich bei Einleitung von Drehmomenten über die Wellenverzahnungen unter der Wirkung von Torsionskräften ein zentraler Teil des Mittelabschnitts von mindestens 25% der Länge der Welle als erstes gleichmäßig plastisch verformt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Monobloc-Hohlwelle zur Übertragung
von Drehmoment mit zwei Endabschnitten, die an ihren axial äuße
ren Enden Wellenverzahnungen zur Einleitung von Torsionskräften
aufweisen, und mit einem Mittelabschnitt, der gegenüber den
Endabschnitten eine geringere Wandstärke aufweist. Derartige
Wellen werden als sogenannte Zwischenwelle mit zwei Gleichlauf
drehgelenken, die auf die Wellenverzahnungen aufgeschoben wer
den, und mit die Drehgelenke gegenüber der Welle abdichtenden
Faltenbälgen zu Seitenantriebswellen komplettiert. Monobloc-
Hohlwellen werden heute üblicherweise so ausgeführt, daß sie
über den gesamten Querschnitt ein möglichst konstantes polares
Widerstandsmoment (WP) aufweisen. Hierdurch soll ein möglichst
geringes Gewicht erreicht werden. Dies ist erstmals in der
DE 30 09 277 C2 beschrieben. Derartige Wellen werden heute im Anfahr
betrieb häufig über den elastischen Bereich hinaus belastet,
wobei die Bruchgefahr immanent gegeben ist. Zur Erhöhung der
Festigkeit ist es üblich, die Monobloc-Hohlwellen im Einsatz zu
härten, um geringe Wandstärken mit ausreichenden Festigkeiten
darzustellen. Die Einsatzhärtung führt bekannterweise zu einem
relativ spröden Bruchverhalten mit kleinen Bruchwinkeln.
Die Faltenbälge, die die Drehgelenke gegenüber der Zwischenwelle
abdichten, sind in der Regel auf relativ kleinem Durchmesser in
Nuten an der Zwischenwelle fixiert. Dies hat den Nachteil, daß
hier Querschnittsschwächungen entstehen, in denen bei Belas
tungsspitzen im wesentlichen die plastischen Verformungen statt
finden. Diese Verformungen führen zu einer Reduzierung des Ar
beitsvermögens, was dann bei erneuten Spitzenbelastungen un
mittelbar zum Bruch führen kann.
Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Monobloc-Hohlwelle vorzuschlagen, die wiederholten Spitzen
belastungen ohne frühzeitige Bruchgefahr standhält. Die Lösung
besteht darin, daß sich bei Einleitung von Drehmomenten über die
Wellenverzahnungen unter der Wirkung von Torsionskräften ein
zentraler Teil des Mittelabschnitts von mindestens 25% der
Länge der Welle als erstes gleichmäßig plastisch verformt. Hier
bei ist insbesondere vorgesehen, daß das polare Widerstands
moment des zentralen Teils des Mittelabschnitts von mindestens
25% der Länge der Welle konstant ist und unterhalb des minima
len polaren Widerstandsmoments der Endabschnitte der Welle
liegt.
Aus der DE 40 10 900 C2 sind zwar bereits Hohlwellen bekannt,
bei denen das polare Widerstandsmoment über der Länge der Welle
nicht konstant ist. Hierbei ist jedoch nur auf halber Wellenlän
ge ein relatives Minimum des polaren Widerstandsmoments vor
gesehen, das aufgrund größeren Durchmessers zumindest in der
Größenordnung der minimalen Widerstandsmomente der Wellenenden
liegen wird und wobei der Ort dieses Minimums ebenso wie die
obenerwähnten Nuten bei übermäßiger Belastung den Ort einer
plastischen Verformung bilden wird mit den gleichen genannten
Nachteilen der Verminderung des Arbeitsvermögens, das bei erneu
ten Belastungen alsbald zum Bruch führt.
Demgegenüber wird bei einer Welle der vorliegenden Erfindung bei
Überschreiten der Torsionselastizitätsgrenze der gesamte zen
trale Teil des Mittelabschnitts mit niedrigem Widerstandsmoment
gleichmäßig zu fließen anfangen, wodurch ein Bruch der Welle
erst nach Erreichen eines großen Verdrehwinkels zwischen den
Wellenenden unter plastischer Verformung erfolgen kann.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß der zentrale Teil des Mit
telabschnitts mit konstantem niedrigen polaren Widerstandsmoment
mindestens 25% der Länge der Welle umfaßt.
Weiterhin ist vorgesehen, daß das polare Widerstandsmoment des
zentralen Teils des Mittelabschnitts gegenüber dem minimalen
polaren Widerstandsmoment der Endabschnitte um 3-20% geringer
ist.
Es ist im besonderen vorgesehen, daß der Außendurchmesser des
Mittelabschnitts einschließlich der axialen Enden konstant ist
und daß Wandstärke und Durchmesser des zentralen Teils des Mit
telabschnitts konstant sind.
Ferner ist vorgesehen, daß Übergangsbereiche zwischen Mittel
abschnitt und Endabschnitte stetige Durchmesser- und Wand
stärkenänderungen darstellen, um Belastungsspitzen jeglicher Art
zu vermeiden.
Es ist weiterhin vorgesehen, daß die äußere Oberfläche von Mit
telabschnitt und Übergangsabschnitten nutenfrei ist, um sicher
zustellen, daß der torsionsweichste Teil im Bereich des
Mittelabschnitts liegt und keine sonstige Schwächung im Bereich
der Übergangsabschnitte vorkommt.
Ebenso ist vorgesehen, daß die Welle aus einem wärmebehandelten
Material gleicher Festigkeit besteht.
Des weiteren ist vorgesehen, daß bei einer Verwendung der Welle
als mit Drehgelenken und Faltenbälgen komplettierte Antriebs
welle im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs die Faltenbälge mit
ihren jeweils kleineren Bundabschnitten auf den axial äußeren
Enden des Mittelabschnittes formeingriffsfrei aufsitzen. Hiermit
ist eine Verlängerung des torsionsweichen Teils des Mittelab
schnitts bis an oder unter die Faltenbälge möglich, wodurch die
Erfindung in größtmöglichem Umfang ausgeschöpft wird.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nach
stehend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Monobloc-Hohlwelle im
Längsschnitt in Korrelation mit einem zugeordneten
Diagramm des Verlaufs des polaren Widerstandsmomentes
(WP) über der Wellenlänge (L).
Fig. 2 zeigt zwei Seitenwellen im Längsschnitt umfassend eine
Monobloc-Hohlwelle, zwei mit dieser verbundenen
Gleichlaufdrehgelenke und abdichtende Faltenbälge
- a) gemäß der Erfindung,
- b) nach dem Stand der Technik.
Fig. 3 zeigt ein Spannungs-Dehnungs-Diagramm/Bruchdiagramm,
in dem das Drehmoment über dem Verdrehwinkel zwischen
den Wellenenden dargestellt ist,
- a) für eine Welle nach Fig. 2a,
- b) für eine Welle nach Fig. 2b.
In Fig. 1 sind an einer Monobloc-Hohlwelle 11 ein Mittelab
schnitt 12, zwei Endabschnitte 13, 14 sowie zwei Übergangsab
schnitte 15, 16 erkennbar. An den axial äußeren Enden der End
abschnitte 13, 14 sind äußere Wellenverzahnungen 17, 18 vorge
sehen. An den Enden der Wellenverzahnungen 17, 18 sind Einstiche
19, 20 für Sicherungsringe 19, 20 ausgebildet. Der Mittelab
schnitt 12 hat einen im mittleren Teil 12' geringsten gleich
bleibenden Widerstandsmoment, der über etwa 40% der Gesamtlänge
der Welle reicht und eine gleichbleibend dünne Wanddicke sowie
einen gleichbleibenden Durchmesser hat. Die anschließenden
Endbereiche 12", 12''' des Mittelabschnitts setzen den Außen
durchmesser des Mittelabschnitts fort, während unter Vergröße
rung der Wandstärke zu den axialen Enden hin der Innendurch
messer abnimmt. Die beiden Endabschnitte 13, 14 haben gegenüber
dem Mittelabschnitt 12 deutlich größere Wandstärke und ein etwas
geringeren Außendurchmesser, der mit Ausnahme der Wellenverzah
nungen 17, 18 und Einstiche 19, 20 wiederum konstant ist. Etwa
konische Übergangsbereiche 15, 16 gleicher Wandstärke verbinden
die Endabschnitte 13, 14 mit dem Mittelabschnitt 12. Im Diagramm
ist deutlich sichtbar, daß der Wert des Widerstandsmomentes im
Teil 12' des Mittelabschnitts 12 gleichbleibend gering ist,
verglichen mit dem der beiden Endabschnitte 13, 14 und insbeson
dere um etwa 20% unter diesem liegt. Die äußeren Teile 12",
12''' des Mittelabschnitts zeigen aufgrund zunehmender Wand
stärke einen Anstieg des Widerstandsmomentes. Die Übergangs
bereiche 15, 16 stellen einen nicht stetigen Übergang zwischen
den zuvor genannten Bereichen 12 und 13, 14 hinsichtlich des
Widerstandsmoments dar.
Die Fig. 2a, 2b werden nachstehend zunächst gemeinsam be
schrieben, wobei sich wesentliche Unterschiede in der Ausgestal
tung der Monobloc-Hohlwelle 11 gemäß der Erfindung im Vergleich
zur Monobloc-Hohlwelle 31 nach dem Stand der Technik erkennen
lassen. Ein Mittelabschnitt 12 der erfindungsgemäßen Monobloc-
Welle 11 ist deutlich länger und von geringerer Wandstärke (a)
als ein Mittelabschnitt 32 einer Monobloc-Welle 31 nach dem
Stand der Technik (b) bei vergleichbarer Länge und vergleich
baren Wellenverzahnungen. Auf die Monobloc-Wellen 11, 31 sind an
den Enden jeweils Gleichlaufdrehgelenke 23, 24, 43, 44 aufge
schoben, denen zum Mittelabschnitt hin Blechkappen 25, 26, 45,
46 aufgesetzt sind. Auf diese sind wiederum Faltenbälge 27, 28,
47, 48 aufgezogen, die mit ihrem kleineren Bund auf dem Mittel
abschnitt 12 (a) bzw. in Nuten auf den Endabschnitten 33, 34 (b)
sitzen.
In Fig. 3 ist dargestellt, daß eine Welle gemäß der Linie a bei
Überschreiten des elastischen (proportionalen) Bereiches 51
einen langgestreckten Bereich 52 der plastischen Verformung
unter erheblichen Verdrehwinkels bei nur geringfügig ansteigen
dem Drehmoment liefert, bis es zum Bruchabfall 53 kommt. Dem
gegenüber ist eine Welle nach der Linie b durch einen etwas
steileren Proportionalbereich 61 ausgezeichnet, an den sich bei
relativ etwas höherem Drehmomentbereich 62 der plastischen Ver
formung anschließt, der jedoch sehr frühzeitig zum Bruchabfall
63 führt.
11
Monobloc-Hohlwelle
12
Mittelabschnitt
13
Endabschnitt
14
Endabschnitt
15
Übergangsbereich
16
Übergangsbereich
17
Wellenverzahnung
18
Wellenverzahnung
19
Einstich
20
Einstich
21
Einstich
22
Einstich
23
Gelenk
24
Gelenk
25
Blechkappe
26
Blechkappe
27
Faltenbalg
28
Faltenbalg
29
-
30
-
31
Monobloc-Hohlwelle
32
Mittelabschnitt
33
Endabschnitt
34
Endabschnitt
39
Nut
40
Nut
41
-
42
-
43
Gelenk
44
Gelenk
45
Blechkappe
46
Blechkappe
47
Faltenbalg
48
Faltenbalg,
49
Anschlußzapfen
50
Blechkappe
51
Proportionaler Ast
52
Plastischer Ast
53
Bruchabfall
61
Proportionaler Ast
62
Plastischer Ast
63
Bruchabfall
Claims (9)
1. Monobloc-Hohlwelle (11) zur Übertragung von Drehmoment mit
zwei Endabschnitten (13, 14), die an ihren axial äußeren
Enden Wellenverzahnungen (17, 18) zur Einleitung von
Drehmomenten aufweisen, und mit einem Mittelabschnitt (12),
der gegenüber den Endabschnitten (13, 14) eine geringere
Wandstärke aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich bei Einleitung von Drehmomenten über die Wellen
verzahnungen unter der Wirkung von Torsionskräften ein
zentraler Teil (12') des Mittelabschnitts (12) von minde
stens 25% der Länge der Welle (11) als erstes gleichmäßig
plastisch verformt.
2. Hohlwelle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das polare Widerstandsmoment (WP12) des zentralen Teils
(12') des Mittelabschnitts (12) von mindestens 25% der
Länge der Welle (11) konstant ist und unterhalb des minima
len polaren Widerstandsmoments (WP13, 14) der Endabschnitte
(13, 14) der Welle (11) liegt.
3. Hohlwelle nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das polare Widerstandsmoment (WP12) des zentralen Teils
(12') des Mittelabschnitts (12) gegenüber dem minimalen
polaren Widerstandsmoment der Endabschnitte (13, 14) um
3-20% geringer ist.
4. Hohlwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Außendurchmesser des Mittelabschnitts (12) ein
schließlich der axial äußeren Enden (12", 12''') konstant
ist.
5. Hohlwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß Wandstärke und Durchmesser des zentralen Teils (12')
des Mittelabschnitts (12) über dessen Länge konstant sind.
6. Hohlwelle nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Übergangsbereiche (15, 16) zwischen Mittelabschnitt
(12) und Endabschnitten (13, 14) stetige Durchmesser- und
Wandstärkenänderungen darstellen.
7. Hohlwelle nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ihre äußere Oberfläche im Mittelabschnitt (12) und in
den Übergangsbereichen (15, 16) nutenfrei ist.
8. Hohlwelle nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Welle aus einem warmbehandelten Material gleicher
Festigkeit besteht.
9. Verwendung einer Hohlwelle nach einem der Ansprüche 1 bis
8 als Antriebswelle im Antriebsstrang eines Kraftfahr
zeuges, wobei Antriebsgelenke (23, 24) auf die Wellenver
zahnungen (17, 18) aufgeschoben sind, die mittels Falten
bälgen (27, 28) gegenüber der Welle (11) abgedichtet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Faltenbälge (27, 28) mit ihren jeweils kleineren
Bundabschnitten auf den axial äußeren Enden (12", 12''')
des Mittelabschnittes (12) formeingriffsfrei aufsitzen.
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