-
Eisen-Kobalt-Legierung
mit geringer Koerzitivfeldstärke
und Verfahren zur Herstellung von Halbzeug aus einer Eisen-Kobalt-Legierung.
-
Die
Erfindung betrifft eine Legierung auf der Basis von Fe mit einem
Gehalt an Co von 10 bis 20 Gew.-%, mit einem Gehalt von wenigstens
einem Element der Gruppe Cr, Mo und V von 2 bis 6,5 Gew.-% und mit
einem geringen Gehalt an C.
-
Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung von Halbzeug
aus einer Kobalt-Eisen-Legierung, bei dem durch Schmelzen und Warmverformung
zunächst
Werkstücke
aus einer Legierung auf der Basis von Fe mit einem Gehalt von Co
von 10 bis 20 Gew.-% Co und mit einem Gehalt von wenigstens einem
Element der Gruppe Cr, Mo und V von 2 bis 6,5 Gew.-% angefertigt
und dann einer Schlussglühung
unterzogen werden.
-
Eine
derartige Legierung ist aus der JP-A-61-253348 bekannt. Bei einem
Kobaltgehalt im Bereich von 10 bis 35 Gew.-% ergibt sich sowohl
eine hohe Sättigungsinduktion
als auch ein hoher spezifischer Widerstand. Die bekannte Legierung
eignet sich daher als Magnetkern für mit hoher Frequenz schaltende
elektromechanische Komponenten. Insbesondere eignet sich die bekannte
Legierung für
die Joche in den Druckknöpfen
von Nadeldruckern. Denn durch den hohen spezifischen Widerstand
werden Wirbelströme
auf wirksame Weise unterdrückt,
so dass hohe Schaltfrequenzen möglich
sind. Um den spezifischen Widerstand der Legierung weiter zu erhöhen, sind
der bekannten Legierung unter anderem Cr und V zugesetzt. Aus dem
gleichen Grund enthält
die bekannte Legierung auch Mo, das zusätzlich die Sprö digkeit
des Materials verringert. Dadurch kann das bekannte Material leichter
verarbeitet werden.
-
Die
JP-A-63-149356 offenbart eine Legierung, welche 20 bis 65 Gew.-%
Co sowie insgesamt 0,01 bis 10 Gew.-% von wenigstens einem Element
der Gruppe Cr, Mo, V, Nb, W und Ta enthält, wobei die Elemente Cr,
Mo, V und Nb jeweils mit einem Maximalgehalt von 5 Gew.-% und die
Elemente W und Ta jeweils mit einem Maximalgehalt von 10 Gew.-%
zugesetzt werden.
-
Die
DE 23 07 929 A1 offenbart
ein Legierungsmaterial auf Basis von Fe, welchem zwischen 5 und
35 % Kobalt und bis zu 3 eines die Volumenresistivität verbessernden
Elements, beispielsweise Chrom, Silizium und Mangan, zugesetzt werden.
-
Der
DE 34 06 807 A1 ist
eine Legierung auf Basis von Fe zu entnehmen, welche 2 bis 30 Gew.-%
Cr und 5 bis 37 Gew.-% Co enthält.
Zusätzlich
kann diese Legierung 0,1 bis 8 Gew.-% bezogen auf die Gesamtlegierung
von einem oder mehreren der Elemente Ti, Zr, Ni, V und Si enthalten.
-
Ein
Nachteil der bekannten Legierungen ist, dass sie sich nicht zur
Herstellung in einem großtechnischen
Verfahren eignen.
-
Denn
bei der Herstellung in einer Großschmelze kann in der Regel
die für
die meisten Anwendungen spezifizierte Obergrenze für die Koerzitivfeldstärke nicht
eingehalten werden.
-
Ausgehend
von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Legierung zu schaffen, die in einem großtechnischen Verfahren mit
den spezifizierten magnetischen und elektrischen Eigenschaften herstellbar
ist.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß der
Gehalt an Ni zusammen mit Mn unterhalb von 0,4 Gew.-% liegt und
daß der
Gehalt an C kleiner als 0,02 Gew.-% ist.
-
Durch
das Einhalten der Obergrenzen von Ni, Mn und C ist gewährleistet,
daß die
Koerzitivfeldstärke auch
dann innerhalb des spezifizierten Bereichs bleibt, wenn die Legierung
in einer Großschmelze
hergestellt wird. Denn aufgrund des niedrigen Gehalts von Ni, Mn
und C steht ein ausreichend großes
Temperaturfenster für
die Schlußglühung zur
Verfügung.
Demzufolge braucht die Temperatur nicht über das gesamte Volumen eines
Bandes, einer Stange oder eines Drahtes im Rahmen des Temperaturfensters
gehalten zu werden.
-
Der
Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, ein für die industrielle
Fertigung geeignetes Verfahren zur Herstellung von Halbzeug aus
einer weichmagnetischen Kobalt-Eisen-Legierung mit besonders niedriger Koerzitivfeldstärke anzugeben.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß der
Gehalt an Ni zusammen mit Mn unterhalb 0,4 Gew.-% sowie der Gehalt
an C unter 0,02 Gew.-% liegt und daß die Schlußglühung für mindestens 0,25 h im Temperaturbereich
von 800 bis 880°C
durchgeführt
wird.
-
Durch
das Einhalten der Obergrenze für
Ni, Mn und C sowie durch das Glühen
im Temperaturbereich um 850 °C
wird die Ko erzitivfeldstärke
auf einen optimalen niedrigen Wert eingestellt, so daß sich insgesamt eine
Legierung mit hoher Sättigungsinduktion
und hohem elektrischen Widerstand und niedriger Koerzitivfeldstärke ergibt.
-
Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
-
Nachfolgend
wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es
zeigen:
-
1 ein Ablaufdiagramm des
Herstellverfahrens für
Halbzeug aus der Legierung gemäß der Erfindung;
-
2 ein binäres Kobalt-Eisen-Phasendiagramm;
-
3 eine graphische Darstellung
der gemessenen Sättigungsinduktion
von verschiedenen Chargen einer Versuchsreihe;
-
4 eine weitere Darstellung
der gemessenen Koerzitivfeldstärke
für die
Versuchsreihe aus 3;
-
5 ein Diagramm, das die
Abhängigkeit
der Koerzitivfeldstärke
von der Glühtemperatur
bei einem unter anderem auch kaltgewalzten Werkstück darstellt;
-
6 ein weiteres Diagramm,
das die Abhängigkeit
der Koerzitivfeldstärke
von der Glühtemperatur bei
einem ausschließlich
warmgewalzten Werkstück
darstellt; und
-
7 eine Darstellung der gemessenen
Neukurve einer aus reinen Ausgangsmaterialien hergestellten Legierung
und von gemessenen Neukurven einer aus Schrott hergestellten Legierung
nach der Schlußglühung.
-
In
dem in 1 dargestellten
Ablaufdiagramm wird zunächst
in einem Schmelzvorgang 1 die Legierung erschmolzen. Dem
Schmelzvorgang 1 folgen je nach herzustellendem Halbzeug
eine unterschiedliche Reihe von Verfahrensschritten.
-
Falls
Bänder
hergestellt werden sollen, aus denen später Teile gestanzt werden,
wird der aus dem Schmelzvorgang 1 hervorgegangene Gußblock durch
Vorblocken 2 in eine Bramme umgeformt. Unter Vorblocken
wird das Umformen des Gußblocks
in eine Bramme mit rechteckigem Querschnitt durch einen Warmwalzvorgang
bei einer Temperatur von 1250 °C
verstanden. Nach dem Vorblocken wird durch Schleifen 3 der auf
der Oberfläche
der Bramme ausgebildete Zunder entfernt. Dem Schleifen 3 folgt
ein weiterer Warmwalzvorgang 4, durch den die Bramme bei
einer Temperatur von 1250 °C
in ein Band mit einer Dicke von beispielsweise 3,5 mm umgeformt
wird. Anschließend
werden die sich beim Warmwalzen auf der Oberfläche des Bands ausbildenden
Verunreinigungen durch Schleifen oder Beizen 5 entfernt,
und das Band wird durch Kaltwalzen 6 auf die endgültige Dicke
im Bereich von 0,1 bis 2 mm umgeformt. Schließlich wird das Band einer Schlußglühung 7 bei
einer Temperatur von 850 °C
unterzogen. Während
der Schlußglühung heilen
die durch die Umformvorgänge
entstandenen Gitterfehlstellen aus und kristalline Körner werden
im Gefüge
gebildet.
-
Ähnlich verläuft der
Herstellungsvorgang, wenn Drehteile hergestellt werden. Auch hier
werden durch Vorblocken 8 des Gußblocks Knüppel mit einem quadratischen
Querschnitt hergestellt. Das sogenannte Vorblocken erfolgt dabei
bei einer Temperatur von 1250 °C.
Anschließend
wird der beim Vorblocken 8 entstandene Zunder durch Schleifen 9 entfernt.
Dem folgt ein weiterer Warmwalzvorgang 10, durch den die
Knüppel
in Stangen oder Drähte
bis zu einem Durchmesser von 13 mm umgeformt werden. Durch Richten
und Schälen 11 werden
dann zum einen Verwerfungen des Materials korrigiert und zum anderen
die sich während
des Warmwalzvorgangs 10 bildenden Verunrei nigungen auf
der Oberfläche
entfernt. Abschließend
wird auch hier das Material einer Schlußglühung 12 unterzogen.
-
Für ein besseres
Verständnis
der physikalischen Vorgänge
während
der Schlußglühung ist
in 2 ein Phasendiagramm
des binären
Eisen-Kobalt-Systems dargestellt. Unterhalb des Phasengebietes Schmelze 13 schließt sich
ein γFe-Phasengebiet 14 an,
in dem die Legierung in der Gestalt eines Mischkristalls mit γFe-Kristallstruktur
vorliegt. An das γFe-Phasengebiet
grenzt ein α+γ-Zweiphasengebiet 15 an,
das durch eine α/γ-Phasengrenze 16 von
einem αFe-Phasengebiet 17 getrennt
ist. Der Vollständigkeit
halber ist mit einer Strichpunktlinie 18 die Curietemperatur
eingezeichnet.
-
Bei
einem binären
Eisen-Kobalt-System ist das Zweiphasengebiet 15 nur bei
einem niedrigen Eisengehalt ausgeprägt. Beim Zusatz von zusätzlichen
Legierungsbestandteilen wie Mo, Cr und insbesondere V dehnt sich
das Zweiphasengebiet 15 auch zu hohen Eisenkonzentrationen
aus.
-
Optimale
weichmagnetische Eigenschaften werden erreicht, wenn eine Kobalt-Eisen-Legierung
bei einer möglichst
hohen Temperatur geglüht
wird. Dabei muß unbedingt
vermieden werden, während
der Glühung das α+γ Zweiphasengebiet 15 zu
berühren,
da daraus aufgrund der dabei sich bildenden zusätzlichen Korngrenzen erheblich
verschlechterte Magnetwerte resultieren.
-
Ferner
führt ein
zu hoher Gehalt an C, Ni und/oder Mn zu einer Verschlechterung der
weichmagnetischen Eigenschaften, da die α/γ-Phasengrenze 16 durch
zu hohe Gehalte zu tieferen Temperaturen verschoben und das Kornwachstum
bei der notwendig werdenden tieferen Glühtemperatur geringer wird,
was sich in erhöhten
Koerzitivfeldstärken äußert.
-
Dieser
Sachverhalt soll anhand der im folgenden im einzelnen geschilderten
Untersuchung näher
erläutert
werden.
-
Es
wurde der C-Gehalt von 0,003 bis 0,023 Gew.-% sowie der Ni-Gehalt
im Bereich von 0,01 bis 0,36 Gew.-% bei 10 Sonderschmelzen variiert.
Die Zusammensetzung in den Hauptelementen war 17,2 Gew.-% Co, 2,0
Gew.-% Cr, 0,8 Gew.-% Mo, 0,2 Gew.-% V, Rest Fe. In Tabelle 1 sind
die Gehalte an C und Ni sowie die dazugehörigen Chargennummern der zehn
untersuchten Sonderschmelzen aufgelistet.
-
-
Die
Blöcke
wurden auf eine Dicke von 3,5 mm warmgewalzt und anschließend auf
eine Enddicke von 0,5 mm kaltgewalzt. Die daraus gefertigten Stanzringe
mit einem Außendurchmesser
von 28,5 mm, einem Innendurchmesser von 20 mm und einer Dicke von
0,5 mm wurden bei Temperaturen von 830 °C, 850 °C und 870 °C unter trockenem Wasserstoff
jeweils 10 h schlußgeglüht. Anschließend wurden
die magnetischen Eigenschaften gemessen, insbesondere die Neukurve
bis 160 A/cm und die Koerzitivfeldstärke.
-
In 3 sind die Ergebnisse der
Induktionsmessung bei einer Magnetfeldstärke von 160 A/cm dargestellt.
Wie die Messungen zeigen, wird bei allen zehn Chargen ungefähr B160 2,0T erfüllt. Anhand 3 wird deutlich, daß keine signifikanten Unterschiede
zwischen den einzelnen Schlußglühungen bestehen,
da nahe der Sättigungsinduktion
die Induktionswerte im wesentlichen von der Hauptzusammensetzung
abhängen,
die bis auf Verunreinigungen als konstant anzusehen ist.
-
Die
Koerzitivfeldstärke
ist als Funktion des Ni- und C-Gehalts
bei unterschiedlicher Glühbehandlung in 4 dargestellt. Nach einer
Schlußglühung über zehn
Stunden bei einer Temperatur von 830 °C wird über den gesamten variierten
Ni- und C-Bereich etwa die gleiche Koerzitivfeldstärke von
1,1 A/cm gemessen. Es ist somit keine Erhöhung der Koerzitivfeldstärke in Abhängigkeit
vom Ni- und C-Gehalt im untersuchten Bereich nachweisbar.
-
Bei
einer Schlußglühung über zehn
Stunden bei einer Temperatur von 850 °C zeigt sich bis zu einem Ni-Gehalt
von 0,21 Gew.-%, also bis zur Charge Nr. 7, ebenfalls keine Veränderung
in der Koerzitivfeldstärke. Sie
liegt bei etwa 1,1 A/cm. Beim nächsthöheren Ni-Gehalt
von 0,36 Gew.-% springt die Koerzitivfeldstärke auf etwa 2,0 A/cm. Sie
erreicht und überschreitet
somit die zulässige
Höchstgrenze
von 2,0 A/cm. Als Ursache für den
Sprung der Koerzitivfeldstärke
von etwa 1,1 A/cm auf 2,0 A/cm wird der deutlich höhere Ni-Gehalt
von 0,36 Gew.-% gegenüber
0,21 Gew.-% angesehen, denn bei Kobalt-Eisen-Legierungen verschiebt sich die α/γ-Phasengrenze 16 mit
zunehmendem Ni-Gehalt zu niedrigeren Temperaturen hin. Das bedeutet,
daß man
mit zunehmenden Ni-Gehalt unter sonst konstanten Glühbedingungen
in das α+γ-Zweiphasengebiet 15 gerät, wodurch
sich die magnetischen Eigenschaften erheblich verschlechtern.
-
Dementsprechend
tritt bei einer weiteren Erhöhung
der Glühtemperatur
eine Erhöhung
der Koerzitivfeldstärke
schon bei geringeren Ni-Gehalten auf. Wie 4 zeigt, nimmt bei einer Schlußglühung bei
870 °C die
Koerzitivfeldstärke
beginnend mit der niedriglegierten Chrage Nr. 1 mit einem Wert von
1,5 A/cm auf Werte über
2,0 A/cm bei den größten Ni-
und C-Gehalten zu.
Somit liegt die Koerzitivfeldstärke
bereits bei den niedriglegierten Chargen deutlich über dem
Niveau der Koerzitivfeldstärken
der Glühtemperaturen
bei 830 °C
und 850 °C.
Ursache dafür
ist, daß aufgrund
der höheren
Glühtemperatur
die Schlußglühung im α+γ-Zweiphasengebiet 15 abläuft. Folglich
hat eine Erhöhung
der Glühtemperatur
denselben Effekt wie eine Erhöhung
des Ni-Gehalts, nämlich
eine Glühung
im α+γ-Zweiphasengebiet 15 und
damit eine Verschlechterung der magnetischen Eigenschaften.
-
Bei
den Chargen 1 bis 10 wurde der C-Gehalt im Bereich von 0,003 Gew.-%
bis 0,023 Gew.-% variiert. Bei den Schlußglühungen mit einer Temperatur
von 830 °C
ergab sich keine Verschlechterung der Koerzitivfeldstärke und
der Induktion.
-
Anhand
der Chargen Nr. 5 und Nr. 1 wurde der Einfluß des Kohlenstoffgehalts näher untersucht. 5 zeigt den Verlauf der
Koerzitivfeldstärken
dieser Chargen bei unterschiedlichen Glühtemperaturen. Hieraus geht
hervor, daß die
Koerzitivfeldstärke
mit steigender Temperatur der Schlußglühung oberhalb etwa 860 °C stark ansteigt,
was auf den beginnenden α-γ-Phasenübergang
zurückzuführen ist.
Dabei liegt die Koerzitivfeldstärke
bei der Charge Nr. 5 mit dem höheren
Ni-Gehalt von 0,2 Gew.-% deutlich über der Koerzitivfeldstärke der
Charge Nr. 1 mit einem Ni-Gehalt von 0,01 Gew.-%. Wie bereits erwähnt wird
dies durch die Verschiebung der α/γ-Phasengrenze 16 zu
tieferen Temperaturen mit zunehmenden Ni-Gehalt hervorgerufen.
-
Zu
niedrigeren Temperaturen hin, ausgehend von etwa 820 °C, nimmt
die Koerzitivfeldstärke
ebenfalls zu. Bei der Charge Nr. 1 wird die in 5 durch eine durchgezogene Linie 19 angedeutete
Spezifikationgrenze 19 im Bereich von 730 °C überschritten.
Somit ist bei einem Kohlenstoffgehalt von 0,008 Gew.-% die magnetische
Schädigung
ab etwa 730 °C
signifikant, so daß die
Spezifikation dann nicht mehr erfüllt wird. Bei höheren C-Gehalten,
wie bei der Charge Nr. 5 mit einem C-Gehalt von 0,013 Gew.-% ist
dies bereits bei 760 °C der Fall.
Da die Glühparameter
in beiden Fällen
konstant waren, wird die Ursache für diesen Effekt in der Bildung von
Karbiden gesehen, die bei höheren
C-Gehalten bei entsprechend großen
Temperaturen bereits zu signifikant hohen Koerzitivfeldstärke führen. Das
bedeutet letztlich, daß mit
ansteigendem Ni- und C-Gehalt das für die Schlußglühung notwendige Temperaturfenster
zunehmend enger wird. Aus Gründen
der Fertigungssicherheit erstreckt sich damit ein optimaler Glühbereich
zwischen 800 und 860 °C.
-
Zum
Vergleich wurde eine weitere Probe mit gleicher Zusammensetzung
in den Hauptelementen sowie einem Ni-Gehalt von 0,21 Gew.-% und
einem Kohlenstoffgehalt von 0,03 Gew.-% erschmolzen und durch Warmwalzen
und Stanzen zu 1 mm dicken Stanzproben umgeformt. Anschließend wurden
die Stanzproben einer Schlußglühung während 10
Stunden unter H2 unterzogen. Die Glühtemperatur
wurde dabei in Schritten von 10 °C
von 835 °C
bis 865 °c
variiert. Abschließend
wurden die magnetischen Eigenschaften dieser Stanzproben gemessen.
Die Induktion lag mit Werten zwischen 2,08 T bei 835 °C und 2,14
T bei 850 °C
noch über der
Spezifikationsgrenze 19.
-
Das
Ergebnis der Messung der Koerzitivfeldstärke ist in 6 dargestellt. 6 zeigt, daß die Koerzitivfeldstärke nach
den Schlußglühungen bei
835 °C und
865 °C deutlich über der
Spezifikationsgrenze 19 liegt. Ursache dafür ist wie
bei den Chargen Nr. 1 bis 10 der hohe Ni-Gehalt sowie der hohe C-Gehalt. Ein Vergleich
mit den in 5 dargestellten
Messungen ergibt darüber
hinaus, daß das
Minimum der Koerzitivfeldstärke
in 6 deutlich über dem
Minimum der Koerzitivfeldstärke
in 5 liegt. Ursache
hierfür
ist der fehlende Kaltwalzvorgang 6. Denn durch die Warmwalzvorgänge 4 und 10 werden
weniger Fehlstellen und Versetzungen im Werkstück ausgebildet, so daß die zur
Rekristallisation führenden
Vorgänge
nur in kleinen örtlich begrenzten
Bereichen ablaufen. Dies führt
zur Ausbildung eines feinkörnigen
Gefüges,
das hohe Koerzitivfeldstärken
zur Folge hat.
-
Um
die Möglichkeit
zu untersuchen, für
den Schmelzvorgang 1 Schrott zu verwenden, wurden Neukurven
der Charge Nr. 10 mit einer Neueinwage verglichen, die nachfolgend
als Charge Nr. 11 bezeichnet wird. Diese neue Charge Nr. 11 weist
kein Nikkel und einen C-Gehalt von 0,006 Gew.-% auf. In 7 sind die Neukurven der
Charge 10 zusammen mit der Neukurve der Charge 11 dargestellt.
Der Vergleich zeigt, daß bei
einer Schlußglühung über 10 Stunden
bei einer Temperatur von 830 °C
nahezu die Induktionswerte der über
10 Stunden bei optimalen 865 °C
geglühten
Neueinwage erreicht werden. Bei höheren Glühtemperaturen, nämlich bei
850 °C und
870 °C sind
die Induktionswerte für
Charge 10 der Tabelle 1 besonders bei 3 A/cm deutlich schlechter.
Verursacht durch lokal begrenzte Phasenumwandlung im α+γ-Zweiphasengebiet 15,
liegt nach der Abkühlung
auf Zimmertemperatur ein inhomogenes ferritisches Gefüge vor,
was zu erhöhten
Koerzitivfeldstärken
und niedrigeren Induktionswerten führt. Dabei wird das Problem
durch höhere
Ni-Gehalte oder höhere Glühtemperaturen
verschärft.
-
Neben
dem Gehalt von C und Ni ist auch der Gehalt Mo, Cr, V und S für die elektrischen
und magnetischen Eigenschaften der Legierung von Bedeutung.
-
Ein
zu hoher Mo-Gehalt in Verbindung mit technisch nicht vermeidbaren
Restkohlenstoffgehalten führt zur
Bildung von Mo-reichen
Karbiden wie beispielsweise M23C6 oder M6C. Dabei
steht M für
Metall. Ein wesentlicher Anteil davon ist Mo. Die Mo-reichen Karbide
führen
zu einer Verschlechterung der weichmagnetischen Eigenschaften. Dabei
gilt, daß mit
steigenden Gehalten an Mo und C derartige Karbide bis zu höheren Temperaturen
stabil bleiben. Bei zu hohen Gehalten an Mo und C reicht dann die
Stabilität
der Karbide bis an die α/γ-Phasengrenze 16,
und man findet keine geeigneten Glühparameter zur Erzielung niedriger
Koerzitivfeldstärken.
Auch kann das Ziel von Werten für
die Koerzitivfeldstärke
HC unter 2 A/cm nicht sicher erreicht werden. Bei
einem Mo-Gehalt von 2,0 Gew.-% wird selbst bei der optimalen Glühtemperatur
von 850°C
nicht ein Wert für
die Koerzitivfeldstärke
unter 2 A/cm erreicht, selbst wenn der C-Gehalt kleiner als 0,01
Gew.-% ist. Bei einer Legierung mit 1,0 Gew.-% Mo wird bei einer
relativ niedrigen Glühtemperatur
von 820°C
eine Koerzitivfeldstärke
von lediglich 2,82 A/cm erreicht. Dies ist durch die Präsenz von
Mo-reichen Metallkarbiden bedingt. Bei einer höheren Temperatur von 850°C bilden
sich dagegen weniger Karbide und mit einer derartigen Zusammensetzung
sind Werte für
die Koerzitivfeldstärke
HC unter 2 A/cm erreichbar. Dies führt zu der
Forderung nach einem Mo-Gehalt unter 1,5 Gew.-%. Besonders vorteilhaft
ist ein Mo-Gehalt unter 1 Gew.-%, weil man dann sicher niedrige
Werte für
die Koerzitivfeldstärke
HC unter 2 A/cm erreicht, bedingt durch
eine geringere Ausprägung
der Bildung von Metallkarbiden.
-
Die
Legierungszusätze
Mo, Cr, V dienen zur Erhöhung
des spezifischen elektrischen Widerstandes. Zur Erzielung besonders
hoher Induktionswerte über
2,0 T dürfen
die Gesamtgehalte an Legierungszusätzen jedoch eine bestimmte
Obergrenze nicht überschreiten.
Dies ist bei einem Gesamtgehalt von Cr, Mo und V von 6,5 Gew.-%
bereits knapp der Fall, und es wird ein B160 von
lediglich 1,98 T erreicht.
-
Andererseits
ist für
dynamische Anwendungen bei erhöhter
Frequenz ein Mindestniveau des spezifischen Widerstandes erforderlich.
Binäre
Kobalt-Eisen-Legierungen weisen ein Niveau um 0,2 μΩm auf. Um den
spezifischen Widerstand um mindestens 50% zu steigern und damit
entsprechend die umagnetisierungsbedingten Wirbelstromverluste zu
senken, sind Gehalte weiterer Elemente, wie beispielsweise Cr, Mo
und V, von in der Summe mindestens 2 Gew.-% notwendig.
-
Ein
zu hoher S-Gehalt führt
schließlich
ebenfalls zu verschlechterten weichmagnetischen Eigenschaften. Der
Gehalt an S muß deswegen
begrenzt werden. Zur Erzielung besonders nied riger Hc-Werte unter
1,35 A/cm muß deshalb
ein S-Gehalt unter 0,01 Gew.-% angestrebt werden.
-
Die
geforderten Obergrenzen werden anhand der im folgenden aufgeführten Ausführungs-
und Vergleichsbeispiele deutlich. Die Konzentrationsangaben in Prozent
sind dabei Angaben in Gew.-%.
-
Bei
den nachfolgend näher
beschriebenen Beispielen wurden von folgenden Spezifikationen aufgegangen:
die Induktion B160 bei einer Magnetfeldstärke von
H = 160 A/cm soll größer 2,0
T sein; die Koerzitivfeldstärke
HC soll unter 2,0 A/cm liegen und der spezifische
Widerstand soll 30 μΩcm übersteigen.
-
Ausführungsbeispiel 1:
-
Eine
Legierung mit 17,0% Co, 2,0% Cr, 0,8% Mo, 0,2% V, 0,01% Ni, 0,01%
Mn, weniger als 0,01% C und Rest Eisen wurde unter Vakuum erschmolzen.
Der entstandene Gußblock
wurde auf 50 mm Durchmesser geschält. Danach wurde das Material
auf 18 mm Durchmesser bei 1100 bis 850°C geschmiedet. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 865°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
0,8A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,10 T sowie eine Remanenz BR = 0,98 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,39 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 2:
-
Eine
Legierung mit 17,0% Co, 2,0% Cr, 0,8% Mo, 0,2% V, 0,01% Ni, 0,01%
Mn, 0,001% N, 0,001% O, weniger als 0,01% C und Rest Eisen wurde
unter Vakuum erschmolzen. Der entstandene Gußblock wurde abweichend von
Beispiel 1 auf 20 mm × 20
mm geschmiedet und anschließend
auf 3,5 mm bei 1100 bis 850°C warmgewalzt.
Nach einer Zwischenglühung
von 0,5h bei 900°C
wurde auf 1 mm kaltgewalzt. Nach einer Glühbehandlung von 10h bei 865°C unter Wasserstoff
wurde eine Koerzitivfeldstärke von
HC = 0,8 A/cm, eine Induktion bei einer
Aussteuerung von 160A/cm von B160 = 2,10
T sowie eine Remanenz BR = 0,98 T gemessen. Der
spezifische elektrische Widerstand betrug 0,39 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 3:
-
Es
wurde eine Legierung mit 15,0% Co, 2,0% Cr, 2,5% Mo, 0,2% V, 0,01%
Ni, 0,01% Mn, weniger als 0,01% C und Rest Eisen, wie in Beispiel
1 hergestellt. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 820°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,98 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,02 T sowie eine Remanenz BR = 0,96T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,53 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 4:
-
Es
wurde eine Legierung mit 15,0% Co, 4,0% Cr, 1,0% Mo, 0,01% Ni, 0,01%
Mn, weniger als 0,01% C und Rest Eisen, wie in Beispiel 1 hergestellt.
Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 820°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,27 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,07T sowie eine Remanenz BR = 0,94T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0 , 51 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 5:
-
Es
wurde eine Legierung mit 20,0% Co, 2,0% Cr, 2,0% Mo, 2,0% V, 0,01%
Ni, 0,01% Mn, weniger als 0,01% C und Rest Eisen, wie in Beispiel
1 hergestellt. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 865°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,65 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,09T sowie eine Remanenz BR = 0,86T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,59 μΩm.
-
Vergleichsbeispiel 6:
-
Eine
Legierung wurde unter Vakuum erschmolzen mit 15,0 Co, 2,0% Cr, 2,5%
Mo, 2,0% V und Rest Eisen. Der Gussblock wurde auf 50 mm Durchmesser
geschält.
Danach wurde das Material auf 30 mm Durchmesser bei 1100 bis 850°C geschmiedet.
Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 840°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,96 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von B160 = 1,98 T sowie eine Remanenz BR = 0,97 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,57 μΩm.
-
Anhand
dieses Vergleichsbeispiels wird die Obergrenze des Gesamtgehalts
von Cr, Mo, V deutlich.
-
Vergleichsbeispiel 7:
-
Eine
Legierung wurde unter Vakuum erschmolzen mit 15,0% Co, 4,0% Cr,
1,0% Mo, weniger als 0,01% C und Rest Eisen. Der Gussblock wurde
auf 15 mm Durchmesser warmgewalzt und dann geschält. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 820°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
2,82 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,02 T sowie eine Remanenz BR = 0,93 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,53 μΩm.
-
Dieses
Vergleichsbeispiel verdeutlicht die Folge einer zu niedrigen Glühtemperatur
bei hohem Mo-Gehalt.
-
Ausführungsbeispiel 8:
-
Wie
Beispiel 7. Die Schlußglühung wird
jedoch bei 850 °C
vorgenommen. Dabei wird eine Koerzitivfeldstärke von 1,83 A/cm und B160 von 2,04 T erreicht.
-
Vergleichsbeispiel 9:
-
Es
wurde eine Legierung mit 20,0% Co, 2,0% Cr, 2,0% Mo, 2,0% V, weniger
als 0,01% C und Rest Eisen, wie in Beispiel 7 hergestellt. Nach
einer Glühbehandlung
von 10h bei 850°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
2,51 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,02 T sowie eine Remanenz BR = 0,82 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,61 μΩm.
-
Vergleichsbeispiel 10:
-
Es
wurde eine 1t-Großschmelze
einer Legierung mit 15,6 Co, 3,36% Cr, 2,33% Mo, 0,43% V, 0,004% C
und Rest Eisen, sowie herstellungsbedingte Verunreinigungen hergestellt.
Es erfolgte eine Fertigung von Stangen durch Warmwalzen an Durchmesser
50 mm. Ebenso erfolgte eine Fertigung von Bändern durch Warmwalzen an Dicke
5 mm und anschließendes
Kaltwalzen an verschiedene Enddicken. Der spezifische Widerstand
der Legierung betrug 0,53 μΩm. Nach
einer Glühbehandlung
von 10h bei 835°C
unter Wasserstoff wurden an verschiedenen Proben Induktionswerte
B160 (H = 160A/cm) zwischen 2,024 und 2,057
T festgestellt. Die Messung der Koerzitivfeldstärke ergab dagegen erhebliche
und nicht akzeptable Schwankungen von Probe zu Probe mit Werten
zwischen 1,19 und 3,44 A/cm. Als Ursache für diese schwankenden und teilweise deutlich
zu hohen HC-Werte wurden Mo-reiche Metallkarbide
ausgemacht. Denn bei zu hohen Gehalten an Mo und C reicht die Stabilität der Karbide
bis an die α/γ-Phasengrenze 16 heran
und man findet keine geeigneten Glühparameter zur Erzielung niedriger
Koerzitivfeldstärken.
Auch kann das Ziel von Koerzitivfeldstärken unter 2 A/cm nicht sicher
erreicht werden.
-
Ausführungsbeispiel 11:
-
Es
wurde eine Legierung mit 17,0% Co, 2,0% Cr, 0,8% Mo, 0,2% V, < 0,01% Ni und < 0,01 Mn sowie einem
S-Gehalt von 0,015% und Rest Eisen, wie in Beispiel 1 hergestellt.
Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 850°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,4 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm von
B160 = 2,10 T sowie eine Remanenz BR = 0,95 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,39 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 12:
-
Zusammensetzung
wie Beispiel 11, aber S-Gehalt 0,005%. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 850°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,22 A/cm und eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm
von B160 = 2,20 T gemessen.
-
Ausführungsbeispiel 13:
-
Zusammensetzung
wie Beispiel 11, aber S-Gehalt 0,004%. Nach einer Glühbehandlung
von 10h bei 850°C
unter Wasserstoff wurde eine Koerzitivfeldstärke von HC =
1,12 A/cm und eine Induktion bei einer Aussteuerung von 160 A/cm
von B160 = 2,25 T gemessen.
-
Vergleichsbeispiel 14:
-
Es
wurden binäre
CoFe-Legierungen mit 14,7 und 19,9% Co wie in Beispiel 2 hergestellt.
Die Induktionswerte sind mit Werten für B160 =
2,16 T bzw. 2,20 T zwar sehr hoch, jedoch erlaubt der niedrige spezifische Widerstand
von 0,20 μΩm keine
Anwendung mit dynamischer Anregung.
-
Vergleichsbeispiel 15:
-
Eine
Legierung mit 19,8 Co und 2,12% V, Rest Fe, wurde wie in Beispiel
2 beschrieben gefertigt. Nach Schlußglühung bei 850°C für 10h unter
Wasserstoff betrug HC 1,83 A/cm. B160 (bei H = 160 A/cm) lag mit 2,10 T über der
gewünschten
Mindestgrenze, jedoch lag der spezifische Widerstand mit 0,297 μΩm knapp
zu niedrig.
-
Dieses
Vergleichsbeispiel macht die Bedeutung der Elemente Cr, Mo sowie
V für den
spezifischen Widerstand deutlich.
-
Vergleichsbeispiel 16:
-
Eine
Legierung mit 19,95% Co und 2,10% Mo, weniger als 0,1% Mn, weniger
als 0,1% Ni, weniger als 0,01% C und Rest Fe, wurde wie in Beispiel
2 beschrieben gefertigt. Nach Schlußglühung bei 850°C für 10h unter
Wasserstoff betrug B160 (bei H = 160 A/cm)
2,17 T. Der spezifische Widerstand lag mit 0,31 μΩm gerade im gewünschten
Bereich oberhalb 0,30 μΩm. Ursache
für die
mit 2,56 A/cm unbefriedigende Koerzitivfeldstärke war das Auftreten Mo-reicher
Metallkarbide.
-
Die
Ausführungsbeispiele
15 und 16 veranschaulichen die Bedeutung von Cr, Mo und V für den spezifischen
elektrischen Widerstand. Ein niedriger Gehalt an Cr, Mo sowie V
führt zu
einem niedrigen spezifischen elektischen Widerstand.
-
Vergleichsbeispiel 17:
-
Eine
Legierung mit 15,0% Co, 3,5% Cr, 2,3% Mo, 0,4% V, 0,05% C, Rest
Fe, wurde wie in Beispiel 2 beschrieben gefertigt. Nach Schlußglühung wurde
ein HC-Wert von lediglich 5,0 A/cm erreicht,
bedingt durch die massive Präsenz
von Mo-reichen Metallkarbiden.
-
Vergleichsbeispiel 18:
-
Es
wurde eine Legierung mit 17% Co, 2,0% Cr, 0,8% Mo, 0,2% V sowie
einem Ni-Gehalt von 0,32% und Mn-Gehalt von 0,18%, Rest Eisen wie
im Beispiel 7 hergestellt. Nach einer Schlußglühung über 10 Stunden bei 850 °C unter Wasserstoff
wurde eine Koerzitivfeldstärke
von HC = 2,1 A/cm, eine Induktion bei einer Aussteuerung
von 160 A/cm von B160 2,03 T sowie eine
Remanenz BR = 0,93 T gemessen. Der spezifische elektrische
Widerstand betrug 0,39μΩm
-
Ausführungsbeispiel 19:
-
Eine
Legierung mit 13,15% Co, 3,64% Cr, 2,95 Mo, 0,01% Mn, 0,02% Ni,
weniger als 0,01 C und Rest Fe wurde wie in Beispiel 2 hergestellt.
Sie erreichte nach Schlußglühung HC = 1,52 A/cm und B160 =
2,07 T. Der spezifische Widerstand betrug 0,56 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 20:
-
Eine
Legierung mit 10,35% Co, 3,1% V, 3,14 % Mo, 0,03% Mn, 0,05% Ni,
weniger als 0,01% C und Rest Fe, hergestellt wie in Beispiel 2,
erreichte nach Schlußglühung HC = 0,81 A/cm und B160 =
2,06 T. Der spezifische Widerstand betrug 0,40 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 21:
-
Eine
Legierung mit 19,8% Co, 2,02% Cr, 0,05% Mn, 0,07 Ni, weniger als
0,01% C und Rest Fe, hergestellt wie in Beispiel 2, erreichte nach
Schlußglühung HC = 1,80 A/cm und B160 =
2,18 T. Der spezifische Widerstand betrug 0,38 μΩm.
-
Ausführungsbeispiel 22:
-
Die
Zusammensetzung dieser unter Vakuum erschmolzenen Legierung war
17,0% Co, 1,95% Cr, 0,80% Mo, 0,02% Mn, < 0,015% Ni, 0,006% C, 0,002% N und
0,015 0, Rest Fe, sowie unvermeidbare Verunreinigungen. Diese Legierung
wurde den verschiedensten Verarbeitungsmöglichkeiten unterzogen. Entweder wurde
auf Enddimension warmgewalzt, oder es wurde warmgewalzt und dann
als Band kalt weiter an Enddicke gewalzt. Die bei liegende Tabelle
2 zu den Ergebnissen von Beispiel 22 gibt einen Überblick über die jeweils erreichten
Magnetwerte. Der spezifische Widerstand dieser Legierung betrug
0,39 μΩm.
-