DE19928713C2 - Aktives Sicherungselement mit Schmelzleiter - Google Patents
Aktives Sicherungselement mit SchmelzleiterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Erzeugnis nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs.
Insbesondere in Kraftfahrzeugen werden zur Absicherung von elektrischen Leitungen
Schmelzsicherungen eingesetzt. Schmelzsicherungen haben den Nachteil, daß sie eine
gewisse Trägheit im Auslöseverhalten haben. Bei einem Überstrom von 35% gegenüber dem
nominalen Auslösestrom der Sicherung kann es bis zu einer halben Stunde dauern, bis eine
Schmelzsicherung tätsächlich auslöst. Bei einem Überstrom von 250%, der dem 3,5-fachen
nominalen Auslösestrom der Schmelzsicherung entspricht, kann es noch 5 Sekunden bis zur
Auslösung der Schmelzsicherung dauern. Bei Sicherungswerten mit hohen nominalen
Auslösestromwerten entseht daher das Problem, daß der tatsächliche Auslösestrom
wesentlich höher sein muß. Für eine Schmelzsicherung mit einem nominalen Auslösestrom
von 250 A bedeuted dies, daß bei einem Überstrom von 250% ein tatsächlicher
Auslösestrom von 875 A fließen muß. Bei einem Kurzschluß mehrerer Leitungen,
insbesondere in einem Fahrzeug bei oder nach einem Unfall, kann daher nicht sichergestellt
werden, daß die Fahrzeugbatterie überhaupt einen ausreichend großen Strom zum Auslösen
einer Schmelzsicherung zur Verfügung stellen kann.
Aus diesem Grund werden in der DE 197 44 765 A1 aktive Sicherungselemente eingesetzt.
Bei diesen aktiven Sicherungselementen wird mit Hilfe einer exothermen chemischen
Reaktion eine große Energiemenge freigesetzt. Diese Energiemenge ermöglicht ein
Durchschmelzen eines Leiters an einer definierten Stelle. Nachteil derartiger Sicherungen ist,
daß während oder unmittelbar nach der exothermen Reaktion Reaktionsmaterialien oder Teile
des geschmolzenen Leiters unkontrolliert in der Umgebung der Sicherung umherfliegen. Dies
kann zu Beschädigungen umliegender Elektroniken oder anderer Sicherungen führen.
Erfindungsgemäße Aufgabe ist es daher, eine aktive Sicherung auf der Basis einer
exothermen Reaktion zu verbessern. Die chemische Reaktion soll möglichst gut gekapselt
innerhalb
eines elektrisch isolierenden thermisch gut leitenden Materials ablaufen. Dabei soll der Aus
tritt von Reaktionmaterial vermieden werden
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des un
abhängigen Anspruchs. Weitere vorteilhafte Ausführngsformen sind in den Unteransprüchen
enthalten.
Die Erfindung baut darauf auf, einen Schmelzleiter mit einem geschlossenen hitzebeständi
gen Reaktionsbehälter zu verbinden und als integriertes Sicherungselement auszugestalten,
wobei der Reaktionsbehälter ein zündfähiges chemisches Gemisch enthält. Die chemische
Reaktion wird im Reaktionsbehälter gekapselt und läuft vollständig innerhalb des Behältnis
ses ab, so daß keine Reaktionsmaterialien in die Umgebung entweichen. Die Wandung des
Reaktionsbehälters ist aus einem hitzebeständigen thermisch gut leitenden Material und ist
mit einem Schmelzleiter in gutem thermischen Kontakt, damit ein hoher Wärmeübergang von
dem Reaktionsbehälter auf den Schmelzleiter gewährleistet ist. Die exotherme Reaktion im
Innern des Reaktionsbehälters wird durch einen Zünder ausgelöst. Dürch die hohe Wärme
leitfähigkeit des Reaktionsbehälters wird die bei der exothermen Reaktion freigesetze Energie
auf den Schmelzleiter übertragen und schmilzt diesen an der Kontaktfläche zum Reaktions
gehäuse durch.
Der mit der Erfindung hauptsächlich erzielte Vorteil wird darin gesehen, daß ein Entweichen
von heißen und agressiven Reaktionsmaterialien in die Umgebung vermieden wird. Hier
durch unterbleiben unerwünschte Beschädigungen von z. B. in der Umgebung angeordneten
Elektroniken. Ein weiterer erfindungsgemäßer Vorteil ist darin zu sehen, daß zur Auslösung
der Sicherung über den Zünder eine relativ geringe Energiemenge notwendig ist, so daß ins
besondere in Kraftfahrzeugen auch bei einem Unfall das sichere Auslösen der erfindungsge
mäßen Sicherungselementes gewährleistet ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen darge
stellt und näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Eine schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Sicherungselementes
Fig. 2 Eine schematische Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Sicherungselementes
Fig. 3 Eine schematische Schnittdarstellung einer dritten Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Sicherungselementes mit einer Metallfolie zwischen Schmelzleiter und Ke
ramikgehäuse
Fig. 4 Eine schematische Schnittdarstellung einer vierten Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Sicherungselementes mit einem speziell ausgeformten Schmelzleiter
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Sicherungselementes. Ein elek
trischer Schmelzleiter steht in thermischen Kontakt mit mindestens einer Wandseite eines
geschlossenen Reaktionsbehälters 2. Die Wandung des Reaktionsbehälters besteht vorzugs
weise aus einer die Wärme gut leitenden Keramik oder Keramikverbindung. Im Reaktionsbe
hälter ist ein zündfähiges Gemisch 3 enthalten, daß nach der Zündung exotherm reagiert.
Vorzugsweise ist der Reaktionsbehälter mit an sich bekanntem Thermit gefüllt. Das zündfä
hige Gemisch 3 wird im Sicherungsfall mit einem elektrisch ansteuerbaren Zünder 4 gezün
det. Der Zünder 4 befindet sich innerhalb des Reaktionsbehälters 2 und ist über Zuleitungen
5, die durch eine Wand des Reaktionsbehälters 2 durchgeführt werden, von außen ansteuerbar
und damit zündbar.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Sicherungselementes.
Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 im
wesentlichen durch eine spezielle geometrische Gestaltung des Reaktionsbehälters 2. In dem
Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 hat die dem Schmelzleiter 1 zugewandte Behälterwand 7
eine gegenüber den übrigen Behälterwänden verminderte Wandstärke. Hierdurch wird mit
Vorteil der Wärmeübergang auf den Schmelzleiter verbessert.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sicherungselementes. In
diesem Ausführungsbeispiel ist die dem Schmelzleiter zugewandte Wand 6 des geschlosse
nen Reaktionsbehälters in Metall oder in einer metallischen Verbindung ausgeführt. Vor
zugsweise besteht die Wand 6 aus Kupfer. Dadurch wird mit Vorteil der Wärmeübergang aus
dem Inneren des Reaktionsbehälters auf den Schmelzleiter verbessert.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sicherungselementes, bei
der der Schmelzleiter 1 über speziell ausgebildete Bereiche 8 verfügt. Die Bereiche 8 des
Schmelzleiters 1 sind mit dem Reaktionsbehälter 2 in thermischem Kontakt. Im Bereich 8
weist der Schmelzleiter einen verringerten Querschnitt auf, der als Sollbruchstelle ausgebildet
ist. Bei Zündung des exothermen Gemischs 3 wird sich der Bereich 8 durch den thermischen
Kontakt mit der Wand des Reaktionbehälters erwärmen. Die für die Trennung des Schmelz
leiters benötigte Wärmemenge ist umso geringer je geringer der Querschnitt des Schmelzlei
ters ist. Der Schmelzleiter wird sich also an der Stelle des geringsten Querschnitts durchtren
nen, so daß der Bereich 8 mit dem verringerten Querschnitt als Sollbruchstelle wirkt.
Claims (5)
1. Sicherungselement zur Absicherung von elektrischen Leitungen gegen Überstrom mit
einem Schmelzleiter (1), mit einem geschlossenen hitzebeständigen Reaktionsbehälter
(2), in dessen Inneren ein zündfähiges chemisches Gemisch enthalten ist, das mittels
elektrischer Zuleitungen (5) durch einen Zünder (4) zündbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schmelzleiter (1) und der Reaktionsbehälter (2) thermisch gut leitend miteinander
verbunden sind.
2. Sicherungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der hitzebeständige
Reaktionsbehälter (2) aus einer die Wärme gut leitenden Keramik oder Keramikverbin
dung besteht.
3. Sicherungselement nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
dem Schmelzleiter (1) zugewandte Behälterand (7) eine gegenüber den übrigen Behäl
terwänden verminderte Wandstärke aufweist.
4. Sicherungelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
dem Schmelzleiter zugewandte Behälterwand (6) in Metall oder in einer metallischen
Verbindung ausgeführt ist.
5. Sicherungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schmelzleiter (1) über mindestens einen Bereich (8) mit vermindertem Querschnitt ver
fügt.
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