DE19926925A1 - Verfahren zur Herstellung flüssiger Reinigungs- oder Waschmittelzusammensetzungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung flüssiger Reinigungs- oder WaschmittelzusammensetzungenInfo
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Abstract
Verfahren zur Herstellung flüssiger Reinigungs- oder Waschmittelzusammensetzungen, die im Ruhestand in wenigstens zwei wäßrige Phasen getrennt vorliegen, bei dem wenigstens zwei getrennte Vormischungen hergestellt werden, die im Temperaturbereich von 0 DEG C bis 40 DEG C im wesentlichen keine Phasentrennung zeigen, und die Vormischungen erst bei oder unmittelbar vor der Abfüllung miteinander vermischt werden.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung flüssiger Reinigungs- oder
Waschmittelzusammensetzungen, die im Ruhezustand in wenigstens zwei wäßrige Phasen
getrennt vorliegen.
Sowohl bei der Reinigung harter Oberflächen, insbesondere im Küchen- oder Sanitärbereich,
als auch beim Waschen von verschmutzten Geweben stellt sich oft das Problem, daß sowohl
anorganische als auch organische Verschmutzungen entfernt werden müssen. Während zur
Entfernung der meist organischen Verschmutzungen üblicher Weise Tenside eingesetzt wer
den, sind diese gegenüber anorganischen Verschmutzungen normalerweise weniger wir
kungsvoll und sogar oft gänzlich wirkungslos.
Zur Beseitigung anorganischer Verschmutzungen ist es daher erforderlich, Verbindungen,
meist in wäßriger Lösung, einzusetzen, die zum Auf- oder Ablösen dieser Verschmutzungen
geeignet sind. Dies können je nach Art der Verschmutzung saure, neutrale oder alkalische
Verbindungen sein.
Zur Auflösung von Kalksteinablagerungen, die üblicherweise auf Härtebildner des Wassers
zurückzuführen sind, werden bevorzugt saure wäßrige Lösungen eingesetzt. Zur Beseitigung
anderer organischer, bspw. tonhaltiger und/oder pigmenthaltiger, Verschmutzungen sind eher
wäßrige Lösungen mit Inhaltsstoffen geeignet, die in wäßriger Lösung einen pH-Wert im
neutralen oder alkalischen Bereich zur Folge haben.
In beiden Fällen ist allerdings festgestellt worden, daß der Zusatz von Tensiden zu wäßrigen
Lösungen, die zur Entfernung von anorganischen Verschmutzungen gedacht sind, - um mit
diesen dann auch organische Verschmutzungen beseitigen zu können - zu einer deutlichen
Verringerung von deren Leistung gegenüber anorganischen Verschmutzungen führen kann.
In der (nicht vorveröffentlichten) eigenen älteren Anmeldung 198 49 247.2 ist zur Lösung
dieser Aufgabe eine flüssige Reinigungs- oder Waschmittelzusammensetzung vorgeschlagen
werden, die im Ruhezustand in wenigstens zwei wäßrige Phasen getrennt vorliegt. Bei einer
derartigen Zusammensetzung kommt es zu einer unerwarteten Verbesserung der Reinigungs
wirkung, wobei insbesondere die duale Wirkung sowohl gegen organische als auch anorgani
sche Verschmutzungen gewährleistet ist. Wenn eine solche Zusammensetzung vor oder wäh
rend des Gebrauchs geschüttelt oder durchmischt wird, ergibt sich eine Dispersion, die ein
homogenes Aufbringen auf die Oberfläche bzw. das Substrat ermöglicht. Sowohl auf der
Oberfläche bzw. dem Substrat als auch im Vorratsbehältnis trennt sich diese Dispersion im
Ruhezustand relativ rasch wieder, um getrennte wäßrige Phasen auszubilden.
Aufgrund der Tatsache, daß diese Produkte im Ruhezustand aus wenigstens zwei flüssigen
Phasen im Gleichgewicht bestehen, ergeben sich besondere Schwierigkeiten bei ihrer Her
stellung. Wenn die Produkte in Chargen in einem Flüssigkeitsmischer hergestellt werden,
müssen alle an das Mischen anschließenden Vorgänge (wie bspw. Transport, Lagerung, Ab
füllung, etc.) mit dem gemischten Produkt durchgeführt werden, das - bestimmungsgemäß -
in jeder Ruhephase dazu neigt, den Gleichgewichtszustand der getrennten wäßrigen Phasen
anzunehmen. Dadurch ist es schwierig sicherzustellen, daß die relative Menge jeder der meh
reren, vorzugsweise zwei Phasen, über die Zeit konstant bleibt.
Hierzu wäre es erforderlich, während des gesamten Herstellungsverfahrens, d. h. auch wäh
rend des Transportes, der Lagerung, der Abfüllung, etc., eine kontinuierliche Mischung vor
zusehen, um für Produkthomogenität zu sorgen, die ihrerseits Voraussetzung ist, damit das
abgefüllte Endprodukt wunschgemäß die getrennten wäßrigen Phasen im richtigen vorbe
stimmten Volumenverhältnis ausbildet.
Diese Lösung würde besondere anlagenmäßige Aufwendungen bzw. Beschränkungen mit
sich bringen. Übliche Abfüllvorrichtungen, z. B. die Zudosierung über volumetrische Zylin
der, wären ungeeignet. Aber selbst dann, wenn alle Anlagenteile dem Erfordernis einer konti
nuierlichen Durchmischung Rechnung tragen würden, würden sich Haltezeiten der Anlage als
ausgesprochen problematisch erweisen, da in diesen Haltezeiten die im System (Leitungen,
Abfüllsystem, etc.) verbliebenen Produktvolumina, die im Endprodukt erwünschte Phasen
trennung durchlaufen würden.
Auch die Alternative der separaten Formulierung und Abfüllung der mehreren, vorzugsweise
zwei Phasen, so daß das mehrphasige Produkt erst in diesem Stadium erhalten wird, stellt
keine befriedigende Lösung des beschriebenen Problems dar, da jede der zwei Phasen am
Gleichgewichtspunkt liegt und daher jede geringfügige Änderung in z. B. Druck, Temperatur,
etc. das Gleichgewicht so beeinflussen könnte, daß entsprechende mehrphasige Vorprodukte
entstehen würden, bei denen sich die gleichen Verarbeitungsschwierigkeiten stellen würden,
wie oben beschrieben.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung der gattungs
gemäßen Zusammensetzungen zur Verfügung zu stellen, das die genannten Probleme über
windet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß wenigstens zwei getrennte Vormi
schungen hergestellt werden, die im Temperaturbereich von 0°C bis 40°C im wesentlichen
keine Phasentrennung zeigen, und die Vormischungen erst bei oder unmittelbar vor der Ab
füllung miteinander vermischt werden.
Bevorzugt ist dabei die Zusammensetzung jeder Vormischung verschieden von der Zusam
mensetzung jeder der getrennten wäßrigen Phasen im Ruhezustand des Endproduktes.
In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß eine erste Vormi
schung, neben dem Hauptbestandteil Wasser, diejenige(n) Substanz(en) der Gesamtzusam
mensetzung enthält, bei deren Weglassen die Ausbildung von getrennten wäßrigen Phasen der
Gesamtzusammensetzung im wesentlichen unterbleibt, wobei die restlichen Inhaltsstoffe der
Gesamtzusammensetzung in einer zweiten Vormischung, ebenfalls zusammen mit dem
Hauptbestandteil Wasser, enthalten sind.
Dabei kann die erste Vormischung, falls in der Gesamtzusammensetzung vorhanden, bei
spielsweise eine hydrophobe Substanz oder eine Substanz, die zusammen mit einer oder meh
reren weiteren Substanzen der Gesamtzusammensetzung eine hydrophobe Substanz bildet,
enthalten, wobei es sich dabei, falls in der Gesamtzusammensetzung vorhanden, insbesondere
um einen oder mehrere Duftstoffe, einen oder mehrere hydrophobe wasserunlösliche Löse
mittel und/oder, wenn in der Gesamtzusammensetzung sowohl ein oder mehrere quartäre
Ammoniumsalze als auch ein oder mehrere Sulfate vorhanden sind, eine dieser beiden Sub
stanzgruppen handeln kann.
In anderen Zusammensetzungen kann die erste Vormischung, falls in der Gesamtzusammen
setzung vorhanden, insbesondere eine oder mehrere wasserlösliche Substanzen mit niedrigem
Trübungspunkt enthalten, wobei es sich hierbei beispielsweise um ein oder mehrere quartäre
Ammoniumsalze und/oder ein oder mehrere Tenside auf der Basis von Ethylenoxid und/oder
Propylenoxid handeln kann.
Bevorzugt ist vorgesehen, daß die erste Vormischung und die zweite Vormischung vor dem
Vermischen in einem Volumenverhältnis von 5/95 bis 50/50 vorliegen.
Überraschenderweise können auf dem vorgeschlagenen Weg in einfacher und wirkungsvoller
Weise die eingangs genannten Probleme vermieden werden. Dabei stellt es für den Fachmann
keine Schwierigkeit dar, diejenigen Verbindungen in der Gesamtzusammensetzung zu identi
fizieren, die einerseits für sich genommen zusammen mit Wasser eine stabile Zusammenset
zung ergeben und andererseits ermöglichen, daß die restlichen Inhaltsstoffe der Gesamtzu
sammensetzung ebenfalls zusammen mit Wasser eine stabile Zusammensetzung ergeben, wo
bei der Begriff "stabil" in diesem Zusammenhang bedeuten soll, daß die wäßrigen Zusam
mensetzungen in einem Temperaturbereich von 0°C bis 40°C im wesentlichen keine Phasen
trennung zeigen, d. h. Lösungen oder homogene Dispersionen darstellen.
Die Aufteilung der Inhaltsstoffe der Zusammensetzung in die wäßrigen Vormischungen hängt
dabei selbstverständlich in starkem Maße von den Inhaltsstoffen der Gesamtzusammenset
zung selbst ab. Da nicht in jedem Falle von vornherein eindeutig feststeht, welche Verbindun
gen oder Verbindungskombinationen dafür verantwortlich sind, daß die Gesamtzusammenset
zung die erwünschte Phasentrennung durchläuft, wird im Einzelfalle erforderlich sein, die
Zusammensetzung der Vormischung durch entsprechende Versuche zu ermitteln, wobei deren
Durchführung aufgrund der Kenntnis der Wirkung der einzelnen Verbindungen in der Ge
samtzusammensetzung und deren begrenzter Anzahl für den Fachmann ohne weiteres und
g vfffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffinsbesondere ohne eigene erfinderische Tätigkeit möglich ist.
Bei einem alkalischen Produkt, wie es beispielsweise im nachfolgenden Beispiel 1 beschrie
ben ist, würde der Fachmann aufgrund der verwendeten Inhaltsstoffe insbesondere die hydro
phoben Materialien oder diejenigen wasserlöslichen Verbindungen, die einen niedrigen Trü
bungspunkt haben, in die erste Vormischung herübernehmen. Dies könnten beispielsweise
der oder die Duftstoffe oder hydrophobe wasserunlösliche Lösemittel/Alkohole oder das oder
die quartären Ammoniumsalze oder Tenside auf der Grundlage von Ethylenoxid und Propy
lenoxid, von denen bekannt ist, daß sie trotz Wasserlöslichkeit einen niedrigen Trübungs
punkt haben, sein, um diese vom Rest der Formulierung, insbesondere vom Buildersystem
(Chlorid, Carbonat, Phosphat) abzutrennen. In Beispiel 1 wurde konkret das quartäre Ammo
niumsalz abgetrennt, was ausreichend war, um zwei stabile Vormischungen herzustellen.
Bei einer sauren Zusammensetzung, wie sie beispielhaft in Beispiel 2 beschrieben ist, kann
eine konkrete Lösung darin liegen, die Bildung von hydrophobem Material, das aus der Kom
bination von Sulfonat und quartärem Ammoniumsalz in der Gesamtzusammensetzung ent
steht, zu vermeiden, indem man eine dieser beiden Substanzen bzw. Substanzgruppen in die
erste Vormischung hinein abtrennt. Im konkreten Beispiel wurde hierfür das Sulfonat ausge
wählt. Ebenso hätte man aber auch die beiden quartären Ammoniumsalze in die erste Vormi
schung hinein abtrennen und das Sulfonat in der zweiten Vormischung belassen können.
Aus der folgenden Tabelle ist die Zusammensetzung sowohl der ersten als auch der zweiten
Vormischung und die davon unterschiedliche Zusammensetzung der oberen und unteren Pha
se des Endproduktes für eine alkalische Reinigungsmittelzusammensetzung ersichtlich. Bei
der Herstellung wurden die erste und die zweite Vormischung in einem Volumenverhältnis
von 20 : 80 eingesetzt. Die Vermischung der beiden Vormischungen erfolgte dadurch, daß zu
nächst die erste Vormischung (die im vorliegenden Fall das geringere Volumen besitzt) und
anschließend die zweite Vormischung (mit dem größeren Volumen) in das Verpackungsbe
hältnis eingefüllt wird, wobei eine entsprechende Durchmischung auftritt.
Aus der folgenden Tabelle ist die Zusammensetzung sowohl der ersten als auch der zweiten
Vormischung und die davon unterschiedliche Zusammensetzung der oberen und unteren Pha
se des Endproduktes für eine saure Reinigungsmittelzusammensetzung ersichtlich. Bei der
Herstellung wurden die erste und die zweite Vormischung in einem Volumenverhältnis von
20 : 80 eingesetzt. Die Vermischung der beiden Vormischungen erfolgte auch in diesem Fall
dadurch, daß zunächst die erste Vormischung (die im vorliegenden Fall das geringere Volu
men besitzt) und anschließend die zweite Vormischung (mit dem größeren Volumen) in das
Verpackungsbehältnis eingefüllt wird.
Die in der vorstehenden Beschreibung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der
Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung flüssiger Reinigungs- oder Waschmittelzusammensetzungen,
die im Ruhezustand in wenigstens zwei wäßrige Phasen getrennt vorliegen, dadurch ge
kennzeichnet, daß wenigstens zwei getrennte Vormischungen hergestellt werden, die im
Temperaturbereich von 0°C bis 40°C im wesentlichen keine Phasentrennung zeigen, und
die Vormischungen erst bei oder unmittelbar vor der Abfüllung miteinander vermischt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung jeder
Vormischung verschieden ist von der Zusammensetzung jeder der getrennten wäßrigen
Phasen im Ruhezustand des Endproduktes.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste Vormischung,
neben dem Hauptbestandteil Wasser, diejenige(n) Substanz(en) der Gesamtzusammenset
zung enthält, bei deren Weglassen die Ausbildung von getrennten wäßrigen Phasen der
Gesamtzusammensetzung im wesentlichen unterbleibt, wobei die restlichen Inhaltsstoffe
der Gesamtzusammensetzung in einer zweiten Vormischung, ebenfalls zusammen mit
dem Hauptbestandteil Wasser, enthalten sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Vormischung, falls in
der Gesamtzusammensetzung vorhanden, eine hydrophobe Substanz oder eine Substanz,
die zusammen mit einer oder mehreren weiteren Substanzen der Gesamtzusammensetzung
eine hydrophobe Substanz bildet, enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Vormischung, falls in
der Gesamtzusammensetzung vorhanden, einen oder mehrere Duftstoffe, einen oder meh
rere hydrophobe wasserunlösliche Lösemittel und/oder, wenn in der Gesamtzusammen
setzung sowohl ein oder mehrere quartäre Ammoniumsalze als auch ein oder mehrere Sul
fonate vorhanden sind, eine dieser beiden Substanzgruppen enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Vormischung, falls in
der Gesamtzusammensetzung vorhanden, eine oder mehrere wasserlösliche Substanzen
mit niedrigem Trübungspunkt enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Vormischung ein oder
mehrere quartäre Ammoniumsalze und/oder ein oder mehrere Tenside auf der Basis von
Ethylenoxid und/oder Propylenoxid enthält.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Vor
mischung und die zweite Vormischung vor dem Vermischen in einem Volumenverhältnis
von 5/95 bis 50/50 vorliegen.
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