DE19924627C1 - Verfahren zur Steuerung des Bewegungsablaufes der Webblattwelle einer Webmaschine - Google Patents
Verfahren zur Steuerung des Bewegungsablaufes der Webblattwelle einer WebmaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung des Bewegungsablaufs der Webblattwelle einer Webmaschine. DOLLAR A Gemäß der Erfindung wird die Winkelgeschwindigkeit der Webblattwelle nach einer Rastposition auf ein Geschwindigkeitsmaximum gebracht und daraufhin diskontinuierlich bis zum Webblattanschlag an der Gewebekante verzögert. Die Webblattwelle bzw. das Webblatt durchläuft dabei, insbesondere bei der Herstellung von Florgeweben, eine erste Verzögerungsphase, nach deren Ende die der Florgewebebildung dienende Schussfadengruppe vom Webblatt mitgenommen und nachfolgend an die Gewebekante angeschlagen wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung des Bewegungsablaufs der
Webblattwelle, der von wenigstens einer mit der Hauptantriebswelle der Webmaschine
wirkverbundenen Kurvenscheibe abgeleitet und über abtastende Mittel auf die
Webblattwelle der Webmaschine übertragen wird.
Der Bewegungsablauf der Webblattwelle wird dabei durch eine Kurve beschrieben, die
einer Rast-in-Umkehrfunktion entspricht.
Bekannt ist aus DE 41 11 405 C2 ein Antrieb für die Ladenbewegung einer Webmaschine
mittels einerseits an der Weblade und andererseits am Ständer angelenkten Kniehebeln, die
durch eine einen Exzentertrieb bildende Kurvenscheibe bewegbar sind.
Dem bekannten Antrieb liegt die Aufgabe zugrunde, auch bei großen Webmaschinen eine
hohe Arbeitsgeschwindigkeit zu erreichen, ohne auf die ausreichende Zeitspanne der
Ladenruhe verzichten zu müssen.
Gemäß der vorbekannten DE 41 11 405 C2 wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die die
Kurvenscheibe antreibende Welle durch einen in seiner Drehzahl regelbaren Antrieb
angetrieben ist, und zwar derart, dass die Welle eine höhere Umdrehungsgeschwindigkeit
besitzt, wenn die Weblade aus ihrer Stellung am Warenrand in die hintere Stellung bzw.
aus der hinteren Stellung zum Warenrand geführt wird, als dann, wenn die Weblade
aufgrund der Ausgestaltung der Kurvenscheibe still steht, d. h. in dem Bereich der
Ladenruhe ist.
Nach dem Stand der Technik ist also wesentlich, dass die die Kurvenscheibe
antreibende Welle mit einem in seiner Drehzahl regelbaren Antrieb angetrieben ist und
dass aufgrund der Antriebsregelung, unter Aufrechterhaltung einer notwendigen Rastzeit
der Weblade, die Zeitspanne für den Vor- und Rücklauf der Weblade verkürzt werden
kann.
Bei der Herstellung von Florgewebe wirkt sich ein solcher Bewegungsablauf der Weblade
schädlich auf den Florbildeprozess aus, weil das mit relativ hoher Geschwindigkeit auf
eine Schussfadengruppe auftreffende Weblatt, das mit der Weblade verbunden ist,
zwangsläufig ein sanftes Mitnehmen der Schussfadengruppe zur Anschlagkante des
Gewebes nicht erreicht. Die Folge der relativ hohen Webblattgeschwindigkeit in Richtung
des Gewebe- oder Warenrandes ist, dass die zu Schlingen aufzustellenden Polkettfäden aus
der Schussfadengruppe gezogen werden. Dadurch entstehen unterschiedlich hohe
Schlingen.
In einem nachfolgenden Schervorgang werden niedrig ausgebildete Schlingen nicht von
den Schermessern erfasst, so das kein gleichmäßig erscheinendes Warenbild entsteht, was
auch gleichermaßen für das herzustellenden Florgewebe an sich gilt.
Weitere nachteilige Folgen des mit relativ hoher Geschwindigkeit auf die
Schussfadengruppe auftreffenden Webblattes sind häufig auftretende Kettbrüche sowohl in
der Grundkette als auch in der Florkette.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, unabhängig davon, ob die die Exzenterscheibe
antreibende Welle mit einen in seiner Drehzahl regelbaren oder nicht regelbaren
Antrieb verbunden ist, bei konstanter Winkelgeschwindigkeit der die Exzenterscheibe
antreibenden Welle einen Bewegungsablauf der die Weblade aus einer ersten Endstellung
in eine zweite Endstellung bewegenden Webblattwelle zu verleihen, wonach das Weblatt
nach einer Rastposition einen Bewegungsablauf ausführt, der einen ungestörten
Florbildeprozess zum Erzielen einer qualitativ hochwertigen Frottierware gewährleistet.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen
Patentanspruchs gelöst.
Wesentliche Merkmale sind dabei, dass die Winkelgeschwindigkeit der Webblattwelle
nach dem Verlassen einer Rastposition, die etwa der hinteren Endstellung der Weblade und
damit auch der hinteren Endstellung des Webblattes entspricht, innerhalb von mehr als
einem Drehwinkelgrad der Kurvenscheibe auf ein Geschwindigkeitsmaximum gebracht
wird und dass daraufhin die Winkelgeschwindigkeit der Webblattwelle diskontinuierlich
bis zur vorderen Endstellung der Weblade, die einer Drehrichtungsumkehr der
Webblattwelle entspricht, verzögert wird. Ein solcher Geschwindigkeitsverlauf der
Webblattwelle bedeutet erfindungsgemäß, dass die Winkelgeschwindigkeit der
Webblattwelle nach dem Erreichen des Geschwindigkeitsmaximums, das vorzugsweise
innerhalb von weniger als 160 Drehwinkelgraden des Gesamtdrehwinkels der
Kurvenscheibe erreicht ist, die Geschwindigkeit kontinuierlich bis zu einem ersten vor der
Drehrichtungsumkehr in der vorderen Umkehrposition der Webblattwelle liegenden Punkt
derart verzögert wird, dass die der Florbildung dienende Schussfadengruppe mit
reduzierter Winkelgeschwindigkeit der Webblattwelle erfasst wird und nachfolgend die
Schussfadengruppe in einer zweiten kontinuierlich verlaufenden Verzögerungsphase, die
der ersten Verzögerungsphase folgt, und die bis zur Drehrichtungsumkehr der
Webladenwelle reicht, an die Anschlagkante des Gewebes geschlagen wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sind die nachfolgend vorteilhaft genannten
Wirkungen verbunden.
Neben einem qualitativ hochwertigen Warenbild ergeben sich maschinenseitige Vorteile
der Gestalt, dass auf eine Steuerung der Tänzerwelle, die die Polkettspannung
aufrechterhält, verzichtet werden kann, weil der erfindungsgemäße Verfahrensablauf eine
höhere Kettspannung in der Polkette erlaubt. In diesem Zusammenhang kann auf weitere
Zusatzeinrichtungen, wie z. B. ein sogenanntes Lamellen-Unterstellbrett verzichtet werden,
weil die Kettspannung der Polkettfäden hinreichend erhöht werden kann und damit die
Lamellen des Kettwächters keiner Unterstützung bedürfen.
Außerdem ist aufgrund der einheitlichen Florhöhe der im Scherprozess anfallende Abfall
geringer als bei unterschiedlichen Florhöhen.
In der Zeichnung ist der erfindungsgemäße Verlauf der Drehwinkelgeschwindigkeit der
Webblattwelle in Form einer Kurve dargestellt.
Auf der Abszisse ist der Drehwinkel der Kurvenscheibe und auf der Ordinate die
Winkelgeschwindigkeit der Webblattwelle aufgetragen.
In Fig. 1 ist der Geschwindigkeitsverlauf der Webblattwelle einer Frottierwebmaschine
nach dem Stand der Technik dargestellt.
Bei einer Winkelgeschwindigkeit von 0 l/s befindet sich die Webblattwelle in einer ersten
oder zweiten Drehrichtungs-Umkehrposition, wobei die erste Umkehrposition der hinteren
Webblattstellung und die zweite Umkehrposition der vorderen oder Warenrandstellung
entspricht.
Nachdem die Webblattwelle die erste Umkehrposition erreicht hat, verharrt diese in einer
Rastposition zum Zwecke des Schussfadeneintrags. Nachfolgend wird die Webblattwelle
bis zu einem Geschwindigkeitsmaximum beschleunigt und anschließend kontinuierlich bis
zu dem Blattanschlag auf eine Geschwindigkeit von 0 l/s verzögert. Während der
Verzögerung wird die in ein Webfach eingetragene Schussfadengruppe zur Florbildung bei
einer relativ hohen Geschwindigkeit von etwa 20 l/s durch das Webblatt mitgenommen
und an den Warenrand des Gewebes angeschlagen.
Die Mitnahme der Schussfadengruppe durch das Webblatt führt bei der genannten hohen
Geschwindigkeit zu den vorstehend geschilderten Nachteilen.
Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Geschwindigkeitsverlauf der Webblattwelle einer
Frottierwebmaschine.
Nachdem die Blattwelle die erste Umkehrposition erreicht hat, verharrt diese in einer
Rastposition zum Zwecke des Schussfadeneintrags. Nachfolgend wird die Webblattwelle
bis zu einem Geschwindigkeitsmaximum beschleunigt, das in der Kurve beispielsweise bei
etwa 23 l/s liegt. Nach dem Geschwindigkeitsmaximum tritt eine diskontinuierliche
Geschwindigkeitsverzögerung bis zum Blattanschlag ein.
Die Geschwindigkeitsverzögerung besteht erfindungsgemäß aus zwei
Verzögerungsphasen, und zwar einer ersten Verzögerungsphase, die bei etwa 13 l/s endet.
Mit dieser verzögerten Geschwindigkeit wird die Schussfadengruppe vom Webblatt erfasst
und unter weiterer Verzögerung bis zum Blattanschlag, als Geschwindigkeit gleich 0 l/s,
an die Warenkante angeschlagen.
Versuche haben gezeigt, dass eine solche diskontinuierlich verlaufende
Geschwindigkeitsverzögerung der Webblattwelle und folglich des Webblattes auf
Frottierwebmaschinen eine qualitativ hochwertige Frottierware erzeugt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Steuerung des zwischen einer ersten und zweiten Drehrichtungsumkehr
liegenden Bewegungsablaufs der Webblattwelle, der von wenigstens einer mit der
Hauptantriebswelle einer Webmaschine wirkverbundenen Kurvenscheibe abgeleitet und
über abtastende Mittel auf die Webblattwelle der Webmaschine übertragen wird, wobei der
Bewegungsablauf der Webblattwelle eine Kurve beschreibt, die einer "Rast in Umkehr-
Funktion" entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelgeschwindigkeit der
Webblattwelle nach einer Rastposition, die deren erster Drehrichtungsumkehr entspricht,
innerhalb von mehr als einem Drehwinkelgrad der Kurvenscheibe auf ein
Geschwindigkeitsmaximum gebracht wird und dass daraufhin die Winkelgeschwindigkeit
diskontinuierlich bis zu der zweiten Drehrichtungsumkehr der Webblattwelle verzögert
wird, und zwar durch eine erste Verzögerungsphase in der die Schußfadengruppe vom Webblatt erfaßt wird, und eine der ersten
Verzögerungsphase folgende zweite Verzögerungsphase, wobei die erste Verzögerungsphase in
einem vor der zweiten Drehrichtungsumkehr der Webblattwelle liegenden Punkt endet und
die folgende Verzögerungsphase im Punkt der zweiten Drehrichtungsumkehr (Blattanschlag) endet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Geschwindigkeitsmaximum der Webblattwelle innerhalb von weniger als 160
Drehwinkelgraden, bezogen auf den Gesamtdrehwinkel der Kurvenscheibe, erreicht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende der erste
Verzögerungsphase mit der Position einer in ein Webfach eingetragenen
Schussfadengruppe zur Ausbildung eines Florgewebes identisch ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste
Drehrichtungsumkehr der Webblattwelle der von der Warenrandstellung des Webblattes
abgewandten Webblattstellung entspricht und die zweite Drehrichtungsumkehr der
Webblattwelle der Warenrandstellung des Webblattes entspricht.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der
Kurvenscheibe konstant ist.
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