Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Mon
tage einer Fensterscheibe eines Kraftfahrzeugs, welche
gegenüber ihrer Haupterstreckungsrichtung abgewinkelt
verlaufende Seitenteile hat und die durch Kleber auf ei
nem Scheibenflansch der Fahrzeugkarosserie oder einer
Heckklappe gehalten wird. Weiterhin betrifft die Erfin
dung ein Kraftfahrzeug mit einer solchen Fensterscheibe.
Die Fensterscheiben heutiger Kraftfahrzeuge
werden üblicherweise durch Kleben mit dem Scheibenflansch
verbunden. Hierzu drückt man mittels einer Fügevorrich
tung die Fensterscheibe so lange gegen den mit einer
Klebstoffraupe versehenen Scheibenflansch, bis der Kleber
aufgrund der gleichzeitig zugeführten Wärme so weit aus
härtet, dass die Fensterscheibe von selbst in ihrer Posi
tion verbleibt.
Wenn Fensterscheiben gegenüber ihrer Haupter
streckung stark abgewinkelte Seitenteile haben, dann füh
ren Fertigungstoleranzen der Fensterscheibe oftmals dazu,
dass die Seitenteile erheblich von der Kontur des Schei
benflansches abweichen. Man muss dann mit der Fügevor
richtung die Seitenteile andrücken und so lange gegen den
durch Wärme aktivierten Kleber in Position halten, bis
der Kleber so weit ausgehärtet ist, dass er die Seiten
teile trotz der induzierten Materialspannung in Position
zu halten vermag. Das dauert derzeit etwa bei für Heck
klappen bestimmte, stark gewölbte Heckscheiben etwa 15
Sekunden, was für die Fertigung am Band zu lange ist.
Deshalb montiert man die Fensterscheibe derzeit separat
von der Fertigungslinie und baut in einem zweiten Ar
beitsschritt die Heckklappe mit der montierten Fenster
scheibe an die Karosserie an. Eine solche Vormontage be
dingt unerwünscht viel Aufwand.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein
Verfahren der eingangs genannten Art zu entwickeln, bei
dem auch stark gekrümmte, mit groben Toleranzen behaftete
Fensterscheiben innerhalb der Fertigungslinie möglichst
rasch montiert werden können. Weiterhin soll ein Kraft
fahrzeug mit einer solchen Fensterscheibe geschaffen wer
den.
Das erstgenannte Problem wird erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass an den Seitenteilen jeweils zumin
dest ein in Fügerichtung verlaufendes Fixierelement ange
bracht wird und dass man an der Fahrzeugkarosserie oder
der Heckklappe eine ebenfalls in Fügerichtung der Fen
sterscheibe ausgerichtete Aufnahme für das Fixierelement
vorsieht.
Durch diese Verfahrensweise werden die Seiten
teile durch die Fixierelemente unmittelbar nach dem Posi
tionieren der Fensterscheibe gehalten. Deshalb braucht
man die Fensterscheibe nicht mit der Fügevorrichtung so
lange in Position zu halten, bis der Kleber so weit aus
gehärtet ist, dass er die Fensterscheibe trotz vorhande
ner Materialspannungen festzuhalten vermag. Dadurch wird
es erstmals möglich, auch stark gekrümmte Fensterscheiben
in der Fertigungslinie zu montieren.
Die Fixierelemente können mit sehr geringem
Aufwand an der Fensterscheibe angebracht werden, wenn man
gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die
Fixierelemente in einer Spritzgießform beim Erzeugen ei
ner Umspritzung in der Umspritzung verankert. Diese Vor
gehensweise ermöglicht eine nachträgliche Positions- und
Lagekorrektur der Fixierelemente im Werkzeug, wenn sich
herausstellen sollte, dass die miteinander zu verbinden
den Bauteile nicht exakt den konstruktiven Vorgaben ent
sprechen.
Das zweitgenannte Problem, nämlich die Schaf
fung eines Kraftfahrzeugs mit einer Fensterscheibe, wel
che gegenüber ihrer Haupterstreckungsrichtung abgewinkelt
verlaufende Seitenteile hat, wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst, dass die Seitenteile jeweils zumindest ein in Fü
gerichtung der Fensterscheibe verlaufendes Fixierelement
aufweisen, welches in eine entsprechend ausgerichtete
Aufnahme der Fahrzeugkarosserie oder einer Heckklappe
eingreift. Bei der Montage der Fensterscheibe eines sol
chen Kraftfahrzeugs ist sichergestellt, dass diese nach
der Positionierung schon vor dem Aushärten des Klebers
ihre Position beibehält, so dass sie nicht von der Füge
vorrichtung längere Zeit in Position gehalten werden
muss.
Um zu verhindern, dass die Fensterscheibe auch
unter ungünstigen Umständen aufgrund von Eigenspannungen
nach der Montage vor dem Aushärten des Klebers aus ihrer
Position herauswandert, kann man gemäß einer Weiterbil
dung der Erfindung vorsehen, dass das Fixierelement und
die Aufnahme zum gegenseitigen Verrasten in ihrer zusam
mengefügten Stellung ausgebildet sind.
Die Ausrichtung der Fensterscheibe kann vor dem
Aushärten des Klebers noch geringfügig in Y-Richtung kor
rigiert werden, wenn das Fixierelement einen in die Auf
nahme verschwenkbar eingreifenden Kugelkopf hat.
Zum Ausgleich von Fluchtungsfehlern zwischen
dem Fixierelement und der jeweiligen Aufnahme in der
Fahrzeugkarosserie oder ihrer Heckklappe kann man gemäß
einer anderen Weiterbildung der Erfindung vorsehen, dass
die Aufnahme einen Einzugskegel hat.
Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungs
formen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprin
zips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird
nachfolgend beschrieben. Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des
Heckbereichs einer Fahrzeugkarosse
rie,
Fig. 2 einen horizontalen Schnitt durch den
Bereich der Fensterscheibe einer
Heckklappe gemäß der Linie II-II in
Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch den Bereich eines
Fixierelementes der Fensterscheibe.
Die Fig. 1 zeigt den Heckbereich einer Fahr
zeugkarosserie 1 mit einer Heckklappe 2. Diese hat eine
starke gewölbte Fensterscheibe 3, von der man in Fig. 1
ein Seitenteil 4 erkennt, welches sich quer zur Haupter
streckungsrichtung der Fensterscheibe 3 in Längsrichtung
der Fahrzeugkarosserie 1 erstreckt.
Wie die Fig. 2 zeigt, hat die Fensterscheibe 3
eine übliche Umspritzung 5, welche im Bereich der Seiten
teile 4 jeweils mit einem Fixierelement 6 versehen ist.
Dieses greift im montierten Zustand der Fensterscheibe 3
in eine Aufnahme 7 der Heckklappe 2. Wie die Schnittdar
stellung gemäß Fig. 2 in strichpunktierten Linien zeigt,
können die Seitenteile 4 infolge von Toleranzen im unmon
tierten Zustand aus der Kontur der Heckklappe 2 und damit
der Fahrzeugkarosserie 1 vorspringen. Um schon vor dem
Aushärten des die Fensterscheibe 3 haltenden Klebers
diese vorzufixieren, greifen die an der Umspritzung 5 an
gebrachten Fixierelemente 6 jeweils in eine Aufnahme 7
der Heckklappe 2.
Die Schnittdarstellung gemäß Fig. 3 zeigt ge
genüber Fig. 2 im Maßstab vergrößert, dass das Fixiere
lement 6 einen Kugelkopf 8 hat, welcher in der Aufnahme 7
verschwenkbar gehalten ist. Hierzu hat die Aufnahme 7
einlassseitig eine Verengung 9, so dass der Kugelkopf 8
in der Aufnahme 7 verrastet, wenn man ihn in die Aufnahme
7 hineindrückt. Ein Einzugskegel 10 dient bei der Montage
dazu, dass der Kugelkopf 8 des Fixierelementes 6 auch
dann in die Aufnahme 7 gelangt, wenn er nicht exakt mit
ihr fluchtet.