DE19922302A1 - Kolbenbrennkraftmaschine mit Mitteln zur Unterdruckerzeugung, insbesondere zum Entlüften des Kraftstofftanks - Google Patents
Kolbenbrennkraftmaschine mit Mitteln zur Unterdruckerzeugung, insbesondere zum Entlüften des KraftstofftanksInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Kolbenbrennkraftmaschine mit drosselfreier Luftzufuhr und mit einer Motorsteuerung (4), einer Kraftstoffeinspritzung, einem Kraftstofftank (5), einer Unterdruckkomponente und mit motoreigenen Mitteln (I, 13) zur Erzeugung eines Druckgefälles einer Saugleitung (8) zwischen Unterdruckkomponente (7) und Luftzufuhrtrakt (3), die über die Motorsteuerung (4) ansteuerbar sind.
Description
Kolbenbrennkraftmaschinen mit drosselfreier Luftzufuhr, ins
besondere im Ottoverfahren betriebene Kolbenbrennkraftmaschi
nen, weisen systembedingt keinen Unterdruck im Zufuhrtrakt
auf, so daß auch motorspezifische und/oder fahrzeugspezifi
sche, mit einem Unterdruck zu beaufschlagende Systemkomponen
ten, nachstehend Unterdruckkomponente genannt, wie beispiels
weise Bremskraftverstärkung oder Tankentlüftung, nicht mit
einem Unterdruck aus dem Luftzufuhrtrakt beaufschlagt werden
können. Eine Unterdruckversorgung wäre nur durch eine zusätz
liche mechanische Unterdruckpumpe möglich, die über die Kol
benbrennkraftmaschine angetrieben wird.
Aufgrund der verschärften Bestimmungen der Abgasgesetze muß
der Druckausgleich für den Kraftstofftank über einen Aktiv
kohlefilter durchgeführt werden, um so zu vermeiden, daß
Kraftstoffdämpfe in die Umgebung gelangen. Hierbei sammeln
sich Kohlenwasserstoffe in der Aktivkohlepackung des Filters.
Bei gedrosselt betriebenen Motoren ist zur Regeneration der
Aktivkohlepackung des Filters eine Saugleitung am Filter vor
gesehen, die mit dem Ansaugrohr der Kolbenbrennkraftmaschine
verbunden ist und die in das Luftansaugrohr hinter der Dros
selklappe einmündet. Damit ist die Möglichkeit gegeben, bei
bestimmten Fahrzuständen, bei denen infolge einer entspre
chenden Stellung der Drosselklappe ein Unterdruck im Luftan
saugrohr vorhanden ist, durch zeitweises Öffnen eines Ventils
in der Saugleitung Umgebungsluft durch den Filter anzusaugen
und diesen freizuspülen. Dieses Verfahren ist jedoch bei
drosselfrei betriebenen Motoren wegen des fehlenden Unter
drucks im Luftzufuhrtrakt nicht anwendbar, so daß zur Erzeu
gung des für die Filterspülung erforderlichen Druckgefälles
eine mechanische Unterdruckpumpe eingesetzt werden muß. Dies
erfordert einen entsprechenden Bauaufwand.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, auch für eine
Kolbenbrennkraftmaschine mit drosselfreier Luftzufuhr die
Möglichkeit zu schaffen, ein Druckgefälle zur Versorgung ei
ner Unterdruckkomponente zu erzeugen.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst mit einer Kol
benbrennkraftmaschine mit drosselfreier Luftzufuhr und mit
einer Motorsteuerung, einer Kraftstoffeinspritzung, einem
Kraftstofftank und einer Unterdruckkomponente und mit mo
toreigenen Mitteln zur Erzeugung eines Druckgefälles in einer
Saugleitung zwischen Unterdruckkomponente und Luftzufuhr
trakt, die über die Motorsteuerung ansteuerbar sind. Als mo
toreigene Mittel kommen hier zum einen Zylinder der Kolben
brennkraftmaschine selbst in Betracht, die mit Hilfe der Mo
torsteuerung als Saugpumpe geschaltet werden können, oder bei
einem Motor mit Turbolader die Ausnutzung des Druckgefälles
zwischen der Druckseite und der Saugseite des Turboladers.
Von Bedeutung ist hierbei, daß eine moderne elektronische Mo
torsteuerung eine Vielzahl von Betriebsparametern erfaßt und
für die Ansteuerung der unterschiedlichen Motorfunktionen um
setzt, so daß aus diesen Betriebsparametern auch zusätzliche
Stellsignale abgeleitet werden können, die die Ansteuerung
der verschiedenen Komponenten ermöglicht. Damit kann auf eine
zusätzliche, vom Motor anzutreibende mechanische Unterdruck
pumpe verzichtet werden.
In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß an einer Kolbenbrennkraftmaschine mit zumindest teilweise
über die Motorsteuerung variabel ansteuerbaren Gaswechselven
tilen die Mittel zur Erzeugung des Druckgefälles gebildet
werden durch wenigstens einen Zylinder der Kolbenbrennkraft
maschine, der außer mit dem Luftzufuhrtrakt über die Sauglei
tung mit der Unterdruckkomponente verbunden ist, und ein
steuerbares Ventil in dem zu diesem Zylinder führenden Teil
kanal des Luftzufuhrtraktes. Damit ist es möglich, durch zu
mindest teilweises Schließen des Ventils im Teilkanal den
Saughub des betreffenden Zylinders zur Erzeugung eines Unter
drucks in der Saugleitung auszunutzen.
Die Ausnutzung des so erzeugten Druckgefälles zwischen Umge
bung und Zylinder ist wiederum in unterschiedlichen Verfah
rensmodalitäten möglich. So kann bei der Anwendung zur Fil
terspülung beim Umschalten des betreffenden Zylinders auf
Saugbetrieb mit Hilfe der Motorsteuerung während einiger Ar
beitszyklen die Kraftstoffeinspritzung um ein gewisses Maß
zurückgenommen werden, da über die Spülluft aus dem freizu
spülenden Filter zusätzliche Kraftstoffmengen zugeführt wer
den.
Bei vollvariabel steuerbaren Gaswechselventilen ist es aber
auch möglich, für die Dauer des Unterdruckbetriebes die
Kraftstoffzufuhr und die Zündung des betreffenden Zylinders
abzuschalten und nur die Einlaßventile anzusteuern, während
die Auslaßventile geschlossen gehalten werden. Die Einlaßven
tile können während einiger Umdrehungen für den Saughub of
fengehalten werden, so daß bei der Aufwärtsbewegung des Kol
bens der Zylinderinhalt wieder in den Luftzufuhrtrakt ausge
schoben wird. Der Druckanstieg im Luftzufuhrtrakt baut sich
bei jeweils schließendem Ventil in der Saugleitung bei nicht
ganz geschlossen gehaltenem Ventil im Teilkanal über den
Luftansaugtrakt insgesamt ab, so daß bei einer Filterspülung
die kraftstoffhaltige Luft den anderen Zylindern zur Verbren
nung zugeführt wird.
Um ein Auskühlen des Zylinders zu verhindern, kann wechsel
weise zwischen befeuertem Betrieb und reinem Pumpbetrieb um
geschaltet werden. Es ist auch möglich, mehrere Zylinder als
Pumpzylinder arbeiten zu lassen und zwar je nach Lastfall
gleichzeitig oder alternierend, wobei dann jeweils in den zu
gehörigen Teilkanälen des Luftzufuhrtraktes entsprechend an
steuerbare Ventile vorhanden sein müssen.
Die vom pumpenden Zylinder aus der Saugleitung angesaugte und
in den Luftzufuhrtrakt geschobene Luft kann auch zur Erhöhung
der Luftzufuhr der befeuerten Zylinder benutzt werden. Dazu
ist es günstig, die Öffnungszeit des Einlaßventils des pum
penden Zylinders in der Ausschubphase so zu legen, daß die
Druckwelle bei mindest einem anderen, befeuerten Zylinder zur
Aufladung verwendet werden kann, also so, daß beispielsweise
kurz vor dem Schließen des Einlaßventils eines befeuerten Zy
linders die Druckwelle dort eintrifft. Da der Motorsteuerung
diese Abläufe bekannt sind, diese auch die Steuerungen des
Pumpzylinders vornimmt, kann auch eine entsprechende Berück
sichtigung dieser Aufladung des oder der befeuerten Zylinder
bei der Mengenzumessung der Kraftstoffeinspritzung erfolgen.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß in der
Saugleitung ein Sperrventil angeordnet ist. Dieses Sperrven
til kann entweder als selbsttätiges Rückschlagventil ausge
bildet sein oder aber als ansteuerbares Ventil ausgebildet
sein. Hierdurch wird vermieden, daß bei einem reinen Pumpbe
trieb die Unterdruckkomponente, insbesondere ein Filter über
die Saugleitung mit einem Überdruck beaufschlagt wird.
Außer einem Filter kann die Unterdruckkomponente auch durch
ein Speichervolumen gebildet werden, über das dann nachge
schaltete Aggregate mit Unterdruck beaufschlagt werden kön
nen, wie beispielsweise ein Bremskraftverstärker, pneumati
sche Ventiltriebe zur Betätigung eines Abgasrückführventils,
eines Abblaseventils an einem Turbolader oder ähnliche Stell
glieder. Das Speichervolumen kann auch für den Filterspülbe
trieb genutzt werden, wenn beispielsweise bei langem Vollast
betrieb eine Spülung notwendig wird. Das für die Spülung not
wendige Druckgefälle kann dann in dieser Zeit, wenn auch be
grenzt, über das Speichervolumen zur Verfügung gestellt wer
den.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der
Kraftstofftank einerseits zum Druckausgleich über einen Fil
ter und eine Entlüftungsleitung mit der Umgebung in Verbin
dung steht und andererseits über eine Saugleitung zumindest
mit Teilbereichen des Luftzufuhrtraktes in Verbindung steht.
Durch diese Maßnahme ist es möglich, mit Hilfe eines über ei
nen als Saugpumpe arbeitenden Zylinder der Kolbenbrennkraft
maschine das zum Spülen des Filters notwendige Druckgefälle
zu erzeugen und die mit Kraftstoff beladene Spülluft im moto
rischen Verbrennungsprozeß zu verwerten.
In einer anderen Ausgestaltung ist bei einer Kolbenbrenn
kraftmaschine mit Turbolader vorgesehen, daß die Saugleitung
des Filters einerseits mit der Saugseite des Turboladers und
andererseits mit der Druckseite des Turboladers verbunden ist
und daß in der Saugleitung sowohl auf der Saugseite als auch
auf der Druckseite steuerbare Ventile angeordnet sind und daß
in der Entlüftungsleitung des Filters ein Ventil angeordnet
ist. Bei dieser Ausführungsform wird das zwischen der Saug
seite und der Druckseite bestehende Druckgefälle des Turbola
ders ausgenutzt und durch Öffnen der steuerbaren Ventile eine
Teilmenge der aufgeladenen Luft im Kreislauf über den Filter
geführt. Da hierbei der Filter unter einen geringfügigen
Überdruck gestellt wird, muß in der Entlüftungsleitung ent
sprechend ein Ventil, zweckmäßigerweise ein Rückschlagventil
angeordnet sein. Zweckmäßig ist es hierbei, wenn während des
Spülbetriebes die Verbindungsleitung zwischen Kraftstofftank
und Filter über ein zusätzliches Ventil geschlossen wird. Zur
Beendigung des Spülbetriebes werden die Ventile in der Saug
leitung geschlossen, so daß nach Druckabbau im Filter das
Rückschlagventil in der Entlüftungsleitung wieder öffnet und
der normale Druckausgleich für den Kraftstofftank durch den
Filter erfolgen kann.
Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen von Aus
führungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Kolbenbrennkraftmaschine mit Filterrück
spülung über einen Motorzylinder,
Fig. 2 eine Kolbenbrennkraftmaschine mit Turbolader und
Rückspülung über den Turbolader.
In Fig. 1 ist schematisch eine Kolbenbrennkraftmaschine 1
dargestellt, deren einzelne Zylinder I, II, III und IV aus
laßseitig mit einem Abgastrakt 2 und einlaßseitig mit einem
Luftzufuhrtrakt 3 in Verbindung stehen. Die Kolbenbrennkraft
maschine ist als drosselfreier Motor ausgebildet und mit ei
ner hier nicht näher dargestellten Kraftstoffeinspritzung
versehen. Die Kraftstoffeinspritzung kann entweder direkt in
die einzelnen Zylinder erfolgen oder aber auch jeweils in die
zu den einzelnen Teilkanälen 3.1, 3.2, 3.3 und 3.4 des Luft
zufuhrtraktes 3 erfolgen. Die einzelnen Motorfunktionen, wie
beispielsweise die Steuerung der Kraftstoffeinspritzung, der
Zündung und bei zumindest teilweise variablen Ventiltrieben
auch die Steuerung der Ventiltriebe, erfolgt über eine elek
tronische Motorsteuerung 4.
Die Kraftstoffeinspritzeinrichtung steht mit einem Kraft
stofftank 5 in Verbindung, der eine Entlüftungsleitung 6 auf
weist, die über einen Filter 7 mit Aktivkohlepackung geführt
ist und über die der Kraftstofftank 5 mit der Umgebung in
Verbindung steht, so daß der erforderliche Druckausgleich am
Kraftstofftank möglich ist. Kraftstoffdämpfe werden praktisch
vollständig in der Aktivkohlepackung des Filters 7 zurückge
halten.
Um nun in entsprechenden Zeitabständen den Filter 7 zu rege
nerieren und die sich in der Aktivkohlepackung des Filters 7
sammelnden Kohlenwasserstoffe abziehen zu können, ist der
Filter 7 bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel über
eine als Saugleitung ausgebildete Spülleitung 8 mit dem Teil
kanal 3.1 des Luftzufuhrtrakts 3 verbunden.
Im Teilkanal 3.1 des Luftzufuhrtrakts ist ein Ventil in Form
einer Drosselklappe 9 angeordnet, das über einen Stellantrieb
10 von der Motorsteuerung 4 ansteuerbar ist. Durch Schließen
der Drosselklappe 9 ist somit die Möglichkeit gegeben, auch
bei einem drosselfreien Motor im Teilkanal 3.1 jeweils im An
saugtakt des Zylinders I einen Unterdruck und damit ein
Druckgefälle gegenüber dem Filter 7 zu erzeugen, so daß über
die Spülleitung 8 Umgebungsluft durch den Filter 7 geführt
und die abgelagerten Kohlenwasserstoffe dem Motorbetrieb zu
geführt werden. Dieser Spülvorgang erfolgt periodisch, wobei
das Umschalten auf Spülbetrieb von der Motorsteuerung jeweils
bei hierfür günstigen Betriebszuständen, insbesondere bei
Teillastbetrieb erfolgt.
Da im Spülbetrieb dem Zylinder I über die Saugleitung 8 Luft
zugeführt wird, die bereits mit Kraftstoff beladen ist, kann
dies über die Motorsteuerung 4 bei der Kraftstoffbemessung zu
diesem Zylinder durch eine entsprechende Rücknahme der einzu
spritzenden Kraftstoffmenge berücksichtigt werden. Damit ar
beitet der Zylinder I wie ein normaler Saugmotor, während bei
den anderen Zylindern die vollen Vorteile des ungedrosselten
Betriebes genutzt werden können.
Um für den "Normalbetrieb" für alle Zylinder, also auch für
den Zylinder I gleiche Luftmengenzumessungen zu gewährlei
sten, ist zweckmäßigerweise in der Spülleitung 8 ein zusätz
liches Ventil 11 vorgesehen, das über einen hier nicht darge
stellten Stellabtrieb über die Motorsteuerung 4 ansteuerbar
ist und das Ventil 11 nur bei Einleitung des Spülbetriebs
öffnet, wobei auch das Ventil 9 entsprechend geschlossen
wird.
Das vorstehend beschriebene System kann bei einer Kolben
brennkraftmaschine mit zumindest teilweise, insbesondere mit
vollvariabel ansteuerbaren Gaswechselventilen aber auch in
der Weise betrieben werden, daß das Ventil 11 als Rückschlag
ventil ausgebildet ist und daß für den Spülbetrieb die Dros
selklappe 9 nicht vollständig geschlossen wird. Schaltet man
nun zum Zylinder I sowohl die Kraftstoffeinspritzung als auch
die Zündung ab, dann kann der Zylinder I als reine Luftpumpe
betrieben werden. Um zu verhindern, daß die mit Kraftstoff
beladene und über die Spülleitung 8 aus dem Filter 7 ange
saugte Luft in den Abgastrakt 2 ausgestoßen wird und hier den
nachgeschalteten Katalysator belastet, werden die Ventiltrie
be so angesteuert, daß am Zylinder I die Gasauslaßventile ge
schlossen gehalten werden und die Gaseinlaßventile geöffnet
gehalten werden und dementsprechend über die Saugleitung mit
Kraftstoff beladene Luft angesaugt und beim anschließenden
Aufwärtshub wieder in den Teilkanal 3.1 ausgestoßen wird. Da
das Ventil 11 als Rückschlagventil ausgebildet ist und die
Drosselklappe 9 nicht vollständig geschlossen ist, wird somit
diese Luft über den Teilkanal 3.1 in den anschließenden Luft
ansaugtrakt 3 gedrückt, so daß der hierbei entstehende Über
druck sich abbauen kann und die kraftstoffhaltige Luft den
anderen Zylindern zur Verbrennung zugeführt wird.
Diese Betriebsweise kann auch noch dahingehend modifiziert
werden, daß die Drosselklappe 9 vollständig geschlossen wird,
wenn aufgrund des Betriebszustandes der Druck im Luftzufuhr
trakt 3 insgesamt größer ist als der im Teilkanal 3.1, so daß
die Drosselklappe 9 erst dann wieder geöffnet wird, sobald
sich der Druckunterschied umkehrt. Die Ansteuerung der Dros
selklappe 9 kann hierbei auch so erfolgen, daß beim Aufwärts
hub des Zylinders I zunächst im Teilkanal 3.1 ein Überdruck
aufgebaut wird und die Drosselklappe 9 erst geöffnet wird,
wenn bei einem befeuerten Zylinder im Ansaugtakt die Gasein
laßventile kurzzeitig später geschlossen werden, so daß hier
eine geringfügige Aufladung möglich ist.
Durch ein Umschaltventil 18 in der Spülleitung 8 kann wahl
weise auch ein Speichervolumen 7.2 mit Unterdruck beauf
schlagt werden, über das nachgeschaltete Aggregate mit Unter
druck beaufschlagbar sind, beispielsweise ein Stellantrieb
19, für ein Abgasrückführventil 20.
In Fig. 2 ist eine andere Ausführungsform dargestellt. Bei
dieser Ausführungsform ist die Kolbenbrennkraftmaschine 1 mit
ihrem Abgastrakt 2 mit einer Abgasturbine 12 verbunden, die
einen Turbolader 13 antreibt. Über den Turbolader 13 wird der
Luftzufuhrtrakt 2 der Kolbenbrennkraftmaschine entsprechend
mit aufgeladener Luft versorgt. Der Kraftstofftank 5 ist wie
derum über eine Entlüftungsleitung 6 mit einem Filter 7 ver
bunden. Alle Funktionen werden wiederum über die Motorsteue
rung 4 angesteuert.
Zur Erzeugung des notwendigen Druckgefälles ist die Sauglei
tung 8 mit ihrem Saugteil 8.1 mit der Saugseite 13.1 des Tur
boladers 13 und mit ihrer Druckseite 8.2 mit der Druckseite
13.2 des Turboladers 13 verbunden. Sowohl der saugseitige
Teil 8.1 als auch der druckseitige Teil 8.2 der Saugleitung 8
ist jeweils über ein ansteuerbares Ventil 14 und 15 absperr
bar. Die Entlüftungsleitung 6 ist über ein weiteres ansteuer
bares Ventil 16 in ihrer Einmündung am Kraftstofftank 5 eben
falls absperrbar. Das auslaßseitige Ende der Entlüftungslei
tung 6 ist ferner mit einem Sperrventil 17, beispielsweise
einem Rückschlagventil versehen, das so eingestellt ist, daß
es beim normalen Druckausgleich geöffnet bleibt.
Soll nun der Filter 7 gespült werden, dann werden über die
Motorsteuerung 4 das Ventil 16 geschlossen und die beiden
Ventile 14 und 15 geöffnet, so daß über die Spülleitung 8 ein
Teil der Ladeluft von der Druckseite 13.2 des Turboladers 13
durch den Filter 7 hindurchgeführt und zur Saugseite 13.1 zu
rückgeführt werden kann. Infolge der Druckerhöhung im Filter
7 schließt hierbei das Sperrventil 17. Bei dieser Ausgestal
tung ist der Begriff "Unterdruckkomponente" im Sinne einer
Systemkomponente verwendet, an der für die Funktion eine
Druckdifferenz anliegt. Anstelle eines Rückschlagventils kann
auch hier ein über die Motorsteuerung 4 ansteuerbares Sperr
ventil eingesetzt werden.
Da bei dieser Verfahrensweise alle vier Zylinder gleichmäßig
mit kraftstoffhaltiger Luft beaufschlagt werden, kann dies
bei der Kraftstoffzumessung zu den Zylindern über die Motor
steuerung 4 durch eine entsprechende Zurücknahme der Kraft
stoffmengenzumessung berücksichtigt werden.
Bei der Ausgestaltung gem. Fig. 2 kann ebenfalls ein Spei
chervolumen vorgesehen werden, das, wie der Filter 7, mit ei
nem entsprechenden Überdruck beaufschlagt wird, so daß nach
geschaltete Aggregate, wie beispielsweise Stellantriebe für
Ventile etc., entsprechend mit Druck beaufschlagt werden.
Claims (10)
1. Kolbenbrennkraftmaschine mit drosselfreier Luftzufuhr und
mit einer Motorsteuerung (4), einer Kraftstoffeinspritzung,
einem Kraftstofftank (5), einer Unterdruckkomponente und mit
motoreigenen Mitteln (I, 13) zur Erzeugung eines Druckgefäl
les einer Saugleitung (8) zwischen Unterdruckkomponente (7)
und Luftzufuhrtrakt (3), die über die Motorsteuerung (4) an
steuerbar sind.
2. Kolbenbrennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Mittel zur Erzeugung des Druckgefälles ge
bildet werden durch wenigstens einen Zylinder (I) der Kolben
brennkraftmaschine, der zusätzlich zum Luftzufuhrtrakt (3)
über die Saugleitung (8) mit der Unterdruckkomponente (7)
verbunden ist und durch ein steuerbares Ventil (9) in dem zu
diesem Zylinder (I) führenden Teilkanal (3.1) des Luftzufuhr
traktes (3).
3. Kolbenbrennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Saugleitung (8) wenigstens ein
Sperrventil (11, 14, 15) angeordnet ist.
4. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrventil (11) als Rück
schlagventil ausgebildet ist.
5. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Sperrven
tile (11, 14, 15) als steuerbare Ventile ausgebildet sind.
6. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß als Unterdruckkomponente ein
Speichervolumen (7.2) vorgesehen ist.
7. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Speichervolumen (7.2) mit we
nigstens einem Unterdrucksystem (19) in Verbindung steht.
8. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftstofftank (5) einerseits
zum Druckausgleich über einen als Unterdruckteil (7) dienen
den Filter (7.1) und eine Entlüftungsleitung (6) mit der Au
ßenluft in Verbindung steht und andererseits über eine als
Spülleitung dienende Saugleitung (8) zumindest mit Teilberei
chen (3.1) des Luftzufuhrtraktes (3) in Verbindung steht.
9. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1, 3
bis 8 mit Turbolader (12, 13), dadurch gekennzeichnet, daß
als Mittel zur Erzeugung eines Druckgefälles in einer Unter
druckkomponente, insbesondere einem Filter (7), die Sauglei
tung (8) einerseits mit der Saugseite (13.1) des Turboladers
(13) und andererseits mit der Druckseite (13.2) des Turbola
ders (13) verbunden ist und daß sowohl auf der Saugseite
(8.1) als auch auf der Druckseite (8.2) in der Saugleitung
(8) steuerbare Ventile (14, 15) angeordnet sind und daß in
der Auslaßseite der Entlüftungsleitung (6) ein Sperrventil
(17) angeordnet ist.
10. Kolbenbrennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
9, dadurch gekennzeichnet, daß die steuerbaren Ventile (9,
11, 14, 15, 16, 17, 18) über die Motorsteuerung (4) ansteuer
bar sind.
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Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE102012220777A1 (de) * | 2012-11-14 | 2014-05-15 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Tankentlüftung ohne Ventil |
-
1999
- 1999-05-14 DE DE1999122302 patent/DE19922302A1/de not_active Withdrawn
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| DE102012220777A1 (de) * | 2012-11-14 | 2014-05-15 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Tankentlüftung ohne Ventil |
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