DE19922120A1 - Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage - Google Patents
Tragkonstruktion für eine OberleitungsanlageInfo
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Abstract
Eine Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage, wobei die Tragkonstruktion wenigstens ein Profilteil (1-5) und wenigstens eine am Profilteil (1-5) befestigte Armatur (10, 11) umfaßt, weist dadurch, daß das Profilteil (1-5) aus einer Aluminiumbasislegierung besteht und die Armatur (10, 11) aus einer Kupferbasislegierung mit einem Zusatz von mindestens 3 Gew.-% Aluminium gefertigt ist, eine höhere Lebensdauer auf.
Description
Die Erfindung betrifft eine Tragkonstruktion für eine Ober
leitungsanlage, wobei die Tragkonstruktion wenigstens ein
Profilteil und wenigstens eine am Profilteil befestigte Arma
tur umfaßt.
Die bekannten Tragkonstruktionen sind an Masten oder an Bau
werken befestigt. Zu den Profilteilen, die als Rohre oder
Stäbe ausgebildet sind, zählen z. B. Spitzenrohre, Ausleger
rohre und Kragarme sowie Stützrohre und Seitenhalter. Die
Profilteile der Tragkonstruktionen sind durch Armaturen, wie
z. B. Abzughalter und Gelenkhaken, miteinander verbunden. Die
isolierte Befestigung der Profilteile am Mast bzw. am Bauwerk
erfolgt über Isolatoren, die ebenfalls über Armaturen sowohl
mit dem Mast bzw. dem Bauwerk als auch mit den Profilteilen
verbunden sind.
Die Profilteile einer derartigen Tragkonstruktion werden i. a.
aus Aluminium gefertigt. Üblich ist hier die Legierung
DIN1725-AlMgSi1. Diese Legierung enthält 0,7 bis 1,3 Gew.-%
(Gewichtsprozente) Silizium (Si), 0,6 bis 1,2 Gew.-% Magnesi
um (Mg) sowie 1,7 bis 2,3 Gew.-% weitere Legierungselemente.
Basiselement der Legierung ist Aluminium (A1) mit einem An
teil von 95,2 bis 97 Gew.-%. Eine derartige Legierung wird
deshalb auch als Aluminiumbasislegierung bezeichnet. Diese
Profilteile werden in den bekannten Fällen mit Armaturen aus
einer Aluminiumlegierung (Aluminiumarmaturen) verbunden.
Bei gegossenen Aluminiumarmaturen wird die Legierung DIN1725-
G-AlSi7Mg -wa (warmausgehärteter Sandguß) oder die Legierung
DIN1725-GK-AlSi7Mg-wa (warmausgehärteter Kokillenguß) verwen
det. Diese Legierungen enthalten 6,5 bis 7,5 Gew.-% Silizium
(Si), 0,25 bis 0,45 Gew.-% Magnesium (Mg) und maximal 0,7
Gew.-% weitere Legierungselemente. Basiselement dieser Legie
rung ist wiederum Aluminium, und zwar mit einem Anteil von
91,35 bis 93,25 Gew.-%.
Gesenkgeschmiedete Armaturen werden aus der Legierung
DIN1725-AlMgSi1 gefertigt. Diese Legierung enthält 0,7 bis
1,3 Gew.-% Silizium (Si), 0,6 bis 1,2 Gew.-% Magnesium (Mg)
sowie 1,7 bis 2,3 Gew.-% weitere Legierungselemente. Basi
selement der Legierung ist Aluminium (A1) mit einem Anteil
von 95,2 bis 97 Gew.-%. Aluminiumarmaturen haben eine relativ
geringe Härte. Die Brinellhärte der ausgehärteten Aluminium
legierungen beträgt 75 bis 115. Insbesondere an der Verbin
dung zwischen dem am Stützrohr befestigten Abzughalter und
dem Gelenkhaken des Seitenhalters kommt es hierdurch zu einem
erhöhten Verschleiß, der dadurch verursacht wird, daß der
Seitenhalter beim Befahren des Fahrdrahtes durch die Schleif
leiste eines Stromabnehmers Vertikalschwingungen ausführt,
die an der Stelle, an der der Gelenkhaken in der Öse des Ab
zughalters anliegt, zu verstärkter Materialabtragung am Ge
lenkhaken und an der Öse des Abzughalters führt. Weiterhin
ist eine korrosive Schädigung von Aluminiumarmaturen durch
salzhaltige Luft in küstennahen Bereichen möglich. Es ist
deshalb sinnvoll, die Armaturen von Auslegern aus einem Werk
stoff herzustellen, der verschleißfester und korrosionsbe
ständiger ist als Aluminium.
Eine gebräuchliche Alternative zu Armaturen aus Aluminium
sind Armaturen aus verzinktem Temperguß (GTW). Üblich ist
hier der Werkstoff DIN1692-GTW40-05. Die Brinellhärte dieses
Werkstoffes beträgt 220. GTW-Armaturen sind deshalb wesent
lich verschleißärmer als Armaturen aus Aluminium. Temperguß
ist jedoch nach Abtrag der Zinkschicht erhöhter Korrosion
ausgesetzt.
Weiterhin ist es bekannt, Armaturen aus einer Kupferbasisle
gierung (CuAl-Legierung) auf Profilteile aus Kunststoff, bei
spielsweise GFK-Stäbe, zu montieren. CuAl-Armaturen sind här
ter und korrosionsbeständiger als Aluminiumarmaturen. So hat
z. B. der Werkstoff CuAl9Fe3 eine Brinellhärte von 170 bis
180. Diese GFK-Stäbe weisen jedoch einen geringeren Elastizi
tätsmodul als Aluminium-Profilteile auf. Dies führt dazu, daß
die Tragkonstruktion eine geringere Steifigkeit besitzt und
deshalb eine stärke Durchbiegung auftritt.
Unter dem Begriff "Basislegierung" versteht man eine Legie
rung, bei der die atomistische Struktur durch das Basisele
ment (z. B. Aluminium oder Kupfer) vorgegeben ist. Die als
Zusatz vorgesehenen Elemente sind in der Basismatrix gelöst
oder als weitere Phase ausgeschieden, wobei die weitere Phase
den geringeren Volumenanteil hat.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Tragkonstruk
tion zu schaffen, die gegenüber den bekannten Tragkonstruk
tionen eine höhere Lebensdauer aufweist.
Die Aufgabe wird bei einer Tragkonstruktion gemäß dem Oberbe
griff von Anspruch 1 durch die Merkmale im kennzeichnenden
Teil dieses Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind jeweils Gegenstand von weiteren Ansprü
chen.
Die erfindungsgemäße Tragkonstruktion umfaßt wenigstens ein
Profilteil und wenigstens eine am Profilteil befestigte Arma
tur, wobei das Profilteil aus einer Aluminiumbasislegierung
besteht und die Armatur aus einer Kupferbasislegierung mit
einem Zusatz von mindestens 3 Gew.-% Aluminium gefertigt ist.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß bei einer Kombi
nation einer Kupferbasislegierung mit einer Aluminiumbasisle
gierung - entgegen der bisherigen Annahme - bei dem aus einer
Aluminiumbasislegierung gefertigten Profilteil keine elektro
chemische Korrosion auftritt, falls der Kupferbasislegierung,
aus der die Armatur gefertigt ist, wenigstens 3 Gew.-% Alumi
nium beigemischt sind.
Bisher wurde davon ausgegangen, daß es bei Kombination von
Kupferbasislegierungen mit Aluminium und Anwesenheit eines
Elektrolyten (z. B. Regenwasser) zu einer erhöhten Materialab
tragung beim Aluminium kommt, die bis zur vollständigen Mate
rialauflösung führen kann. Grund hierfür ist der hohe Unter
schied der elektrochemischen Potentiale. Das unedlere Metall
- bei dieser Kombination also Aluminium - geht in Lösung.
Diesen Effekt nennt man "elektrochemische Korrosion". Bei
dieser Kombination müßte das Aluminium-Bauteil durch elektro
chemische Korrosion aufgelöst werden. Aus diesem Grund werden
im Oberleitungsbau bis heute keine CuAl-Armaturen auf Alumi
nium-Profilteilen befestigt.
Es hat sich jedoch herausgestellt, daß Kupferbasislegierun
gen, denen mindestens 3 Gew.-% Aluminium zugesetzt wird (im
folgenden als CuAl-Legierungen bezeichnet), an der Oberfläche
eine fast kupferfreie Al2O3-Schutzschicht bilden. Grund hier
für ist die hohe Affinität des Aluminiums zu Sauerstoff. Alu
miniumbasislegierungen weisen an der Oberfläche ebenfalls ei
ne Al2O3-Schicht auf. Die Oberflächen von CuAl-Legierungen
und Aluminiumbasislegierungen haben somit etwa gleiche elek
trochemische Potentiale.
Befestigt man also eine Armatur aus einer CuAl-Legierung auf
einem Profil aus einer Aluminiumbasislegierung, so tritt kei
ne elektrochemische Korrosion auf.
Als besonders vorteilhaft hat sich die Kombination eines Pro
filteils aus der Legierung DIN1725-AlMgSi1 (Anspruch 3) mit
einer CuAl-Armatur aus der Legierung CuAl9Fe3 (Anspruch 4)
erwiesen. Die Legierung CuAl9Fe3 enthält 8,5 bis 11,0 Gew.-%
Aluminium, 2,0 bis 4,0 Gew.-% Eisen sowie 0 bis 6,25 Gew.-%
weitere Legierungselemente. Basiselement der Legierung ist
Kupfer (Cu) mit einem Anteil von 78,75 bis 89,5 Gew.-%. Ein
entsprechender Langzeittest bei Aluminiumrohren führte zu
keinerlei korrosiven Schädigungen dieser Profilteile.
Möglich ist damit z. B. die Ausführung eines Aluminium-
Seitenhalters mit einem CuAl-Gelenkhaken. Als Profilteil wird
für den Seitenhalter derzeit ein Aluminium-Rechtkantrohr aus
der Legierung DIN1725-AlMgSi1 verwendet. In diesem Rechtkant
rohr kann ein CuAl-Gelenkhaken aus der Legierung CuAl9Fe3
vernietet werden. Weiterhin kann der jetzige Aluminium-
Abzughalter gegen einen CuAl-Abzughalter aus der Legierung
CuAl9Fe3 ersetzt werden. Durch die höhere Härte der Bauteile
wird der Verschleiß an der Öse des Abzughalters und am Ge
lenkhaken wesentlich verringert.
Im Rahmen der Erfindung ist der Ersatz sämtlicher Alumini
umarmaturen eines Auslegers durch CuAl-Armaturen möglich. Ne
ben einer erhöhten Verschleißfestigkeit werden darüber hinaus
auch Korrosionsschäden an den Armaturen, wie sie in küstenna
hen Bereichen auftreten können, durch die Verwendung von
CuAl-Armaturen eliminiert.
Die erfindungsgemäße Tragkonstruktion wird nachfolgend anhand
eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungs
beispiels näher erläutert.
Wesentliche Elemente der in der Zeichnung dargestellten Trag
konstruktion sind ein Auslegerrohr 1 mit einem Spitzenrohr 2
und einem Stützrohr 3 sowie einem Seitenhalter 4, wobei der
Seitenhalter 4 mit seinem freien Ende über eine nicht näher
bezeichnete Armatur am Auslegerrohr befestigt ist. Weiterhin
sind das Auslegerrohr 1 und das Spitzenrohr 2 durch eine Dia
gonalstrebe 5 miteinander verbunden. Die Profilteile 1 bis 5
sind als Rundprofile ausgebildet und aus einer Aluminiumba
sislegierung, vorzugsweise aus der Legierung DIN1725-AlMgSi1,
gefertigt. Diese Legierung enthält 0,7 bis 1,3 Gew.-% Silizi
um (Si), 0,6 bis 1,2 Gew.-% Magnesium (Mg) sowie 1,7 bis 2,3
Gew.-% weitere Legierungselemente. Der Anteil des Basisele
mentes Aluminium (Al) beträgt 95,2 bis 97 Gew.-%.
Das Auslegerrohr 1 und das Spitzenrohr 2 sind jeweils über
einen Isolator 6 bzw. 7 an einem in der Zeichnung nur strich
punktiert dargestellten Mast 8 befestigt.
Der Seitenhalter 4 trägt an seinem freien Ende eine Fahr
drahtklemme 9 und ist über einen Gelenkhaken 10 und einen Ab
zughalter 11 mit dem Stützrohr 3 beweglich verbunden. Hierzu
ist einerseits der Gelenkhaken 10 an einem Ende des Seiten
halters 4 zumindest kraftschlüssig befestigt. Andererseits
ist der Abzughalter 11 mittels einer Bügelschraube 12 am
Stützrohr kraftschlüssig gehalten. Der Gelenkhaken 10 greift
mit seinem freien Ende 13 in die Öse 14 des Abzugshalters 11
ein. Dadurch wird sowohl eine begrenzte horizontale als auch
eine begrenzte vertikale Beweglichkeit des Seitenhalters 4
gegenüber dem Stützrohr 3 erzielt.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Tragkonstruktion ist
das Stützrohr 3 außerdem über einen Stützrohrhänger 15 (Seil
aus Edelstahl) am Auslegerrohr 1 befestigt. Weiterhin weist
die Tragkonstruktion eine Windsicherung 16 (Draht aus Edel
stahl) auf, durch die der Seitenhalter 4 im Bereich der Fahr
drahtklemme 9 mit dem Stützrohr 3 verbunden ist.
Die Armaturen 10 und 11 bestehen aus einer Kupferbasislegie
rung, vorzugsweise aus der Legierung CuAl9Fe3. Die Legierung
CuAl9Fe3 enthält 8,5 bis 11,0 Gew.-% Aluminium, 2,0 bis 4,0
Gew.-% Eisen sowie 0 bis 6,25 Gew.-% weitere Legierungsele
mente. Der Anteil des Basiselementes Kupfer (Cu) beträgt
78,75 bis 89,5 Gew.-%.
Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, daß die Endarma
turen 17 und 18 des Isolators 6 und die Endarmaturen 19 und
20 des Isolators 7 aus einer Kupferbasislegierung mit minde
stens 3 Gew.-% Aluminium bestehen.
Claims (4)
1. Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage, wobei die
Tragkonstruktion wenigstens ein Profilteil (1-5) und wenig
stens eine am Profilteil (1-5) befestigte Armatur (10, 11)
umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß
das Profilteil (1-5) aus einer Aluminiumbasislegierung be
steht und die Armatur (10, 11) aus einer Kupferbasislegierung
mit einem Zusatz von mindestens 3 Gew.-% Aluminium gefertigt
ist.
2. Auslegersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Armatur (10, 11) aus einer Kupferbasislegierung mit einem
Zusatz von 9 bis 10 Gew.-% Aluminium besteht.
3. Auslegersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Profilteil (1-5) aus der Legierung DIN1725-AlMgSi1 ge
fertigt ist.
4. Auslegersystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Armatur (10, 11) aus der Legierung CuAl9Fe3 besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999122120 DE19922120A1 (de) | 1999-05-12 | 1999-05-12 | Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1999122120 DE19922120A1 (de) | 1999-05-12 | 1999-05-12 | Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19922120A1 true DE19922120A1 (de) | 2000-06-08 |
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ID=7907984
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| DE1999122120 Ceased DE19922120A1 (de) | 1999-05-12 | 1999-05-12 | Tragkonstruktion für eine Oberleitungsanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19922120A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2369493C1 (ru) * | 2008-04-25 | 2009-10-10 | Государственное образовательное учреждение высшего профессионального образования "Уральский государственный университет путей сообщения" (УрГУПС) | Фиксаторный узел контактной сети |
| DE102021109719A1 (de) | 2021-04-17 | 2022-10-20 | Furrer & Frey Ag | Fahrdraht einer Stromschiene und Stromschiene |
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| DE29501520U1 (de) * | 1995-02-01 | 1995-04-13 | Hoechst CeramTec AG, 95615 Marktredwitz | Ausleger als Stützpunkt für eine Fahrleitung |
-
1999
- 1999-05-12 DE DE1999122120 patent/DE19922120A1/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
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