DE19922625A1 - Orthese - Google Patents
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Abstract
Um eine Orthes zur Korrektur einer Plattfußfehlstellung, insbesondere eines spatischen Knickplattfußes, bestehend aus einem Formteil (1) mit einem die Reposition des Talus und die Drehung des Kalkaneus unter den Talus bewirkendem Ringteil (2), sowie einem proximal-horizontal und einem planatarschräg die Ferse umfassenden Ringteil (3, 4), zu schaffen, die einfach und ohne Schmerzen für den Patienten auf den Fuß aufgebracht werden kann, wobei dennoch eine ausreichende Stützung erfolgt und eine zuverlässige Fixation erreicht wird, ohne daß sich der Fuß nach dem Aufbringen der Orthese wieder in die pathologische Stellung zurückdreht, wird vorgeschlagen, daß das proximal-horizontal die Ferse umfassende Ringteil (3) und das planatar-schräg die Ferse umfassende Ringteil (4) durch einen ersten Schlitz (5) geöffnet ist, der sich von der Ferse über die gesamte Höhe des Formteils (1) auf der dem die Drehung des Kalkaneus bewirkenden Ringteil (2) abgewandten Seite des Formteils (1) erstreckt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Orthese zur Korrektur
einer Plattfußfehlstellung, insbesondere eines
spastischen Knickplattfußes, bestehend aus einem
Formteil mit einem die Reposition des Talus und die
Drehung des Kalkaneus unter den Talus bewirkendem
Ringteil, sowie einem proximal-horizontal und einem
planatar-schräg die Ferse umfassenden Ringteil.
Im Stand der Technik ist eine sogenannte Talus-
Repositions-Ring-Orthese bekannt. Eine solche Orthese
dient insbesondere zur Behandlung eines spastischen
Knickplattfusses.
Ein Knickplattfuß wird definiert durch eine
Valgusstellung der Ferse, einer Abduktion-Supination
des Vorfusses und einer Abflachung der medialen
Längswölbung. Durch die Anordnung einer sogenannten
Ringorthese wird durch die Aufrichtung des Rückfusses
die Valgusfehlstellung der Ferse korrigiert. Hierdurch
wird auch im unteren Sprunggelenk und Chopartgelenk
die Abduktionsfehlstellung korrigiert. Der Vorfuß ist
nicht in die Orthese eingebunden, so daß dessen
Torsion während der Standphase der Person ungehindert
stattfinden kann.
Obwohl sich die bekannte Ringorthese an sich in der
Praxis bewährt, besteht ein wesentliches Problem
darin, daß die Ringorthese nur äußerst schwierig auf
den Fuß der zu behandelnden Person aufgebracht werden
kann. Dies ist häufig nur mit zusätzlichen
Hilfsmitteln möglich, die die Gleitfähigkeit zwischen
Orthese und Fuß verbessern, wobei das Anziehen der
Orthese für den Patienten relativ schmerzhaft ist.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Orthese
gattungsgemäßer Art zu schaffen, die einfach und ohne
Schmerzen für den Patienten auf den Fuß aufgebracht
werden kann, wobei dennoch eine ausreichende Stützung
erfolgt und eine zuverlässige Fixation erreicht wird,
ohne daß sich der Fuß nach dem Aufbringen der Orthese
wieder in die pathologische Stellung zurückdreht.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß das
proximal-horizontal die Ferse umfassende Ringteil und
das planatar-schräg die Ferse umfassende Ringteil
durch einen ersten Schlitz geöffnet ist, der sich von
der Ferse über die gesamte Höhe des Formteils auf der
dem die Drehung des Kalkaneus bewirkenden Ringteil
abgewandten Seite des Formteils erstreckt.
Besonders bevorzugt ist darüber hinaus vorgesehen, daß
das die Drehung des Kalkaneus bewirkende Ringteil
durch einen zweiten Schlitz geöffnet ist, der sich
etwa parallel zum ersten Schlitz entlang der dem
ersten Schlitz abgewandten Vorderseite des Formteils
erstreckt.
Gemäß der Erfindung wird die Rückseite der Orthese,
die entlang der Ferse bis zur Rückseite des
Unterschenkels verläuft, durch einen relativ breiten
Schlitz geöffnet, so daß es möglich ist, die Orthese
von der Fußspitze her auf den Fuß des Patienten
aufzuschieben. Besonders vorteilhaft ist dabei auch
die vorderseitige Schlitzung der Orthese, da hierdurch
ein zusätzlicher Bewegungsraum für die etwas federnd
nachgiebige Orthese geschaffen ist, so daß die Orthese
zum Aufschieben auf den Fuß des Patienten
aufgeschwenkt werden kann. In der Endlage fixiert die
Orthese den Fuß in der gewünschten Drehstellung, ohne
daß sich der Fuß in die pathologische Stellung
zurückdrehen kann.
Während der Schlitz an der Hinterseite der Orthese
relativ breit ausgebildet ist, ist der Schlitz an der
Vorderseite der Orthese relativ schmal, quasi nur als
Trennlinie ausgebildet.
Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, daß an dem Formteil
eine Fersenkappe lösbar gehalten ist.
Besonders bevorzugt ist, daß die Fersenkappe mittels
Spannbändern am Formteil gehalten ist, die sich über
die der Fersenkappe abgewandte Seite des Formteils
erstrecken.
Durch diese Ausbildung wird mittels des Spannbandes,
welches auf die Fersenkappe einwirkt, die Orthese fest
zusammengedrückt, so daß die Bewegungsmöglichkeit im
Bereich des vorderen Schlitzes unterbunden ist und
quasi die Form einer geschlossenen Ringorthese
simuliert ist. Rückseitig wird die Formhaltigkeit der
Orthese durch die aufgebrachte Fersenkappe erreicht.
Zusätzlich kann vorgesehen sein, daß das Formteil
durch vom ersten Schlitz und vom zweiten Schlitz
voneinander getrennte Unterschenkelstützflächen
ergänzt ist.
Durch die beiderseitige Stützung der Unterschenkel des
Patienten wird ein Abkippen auch bei einer
Muskellähmung, die künstlich herbeigeführt wird, und
zwar aus medizinisch orthopädischen Zwecken,
verhindert.
Desweiteren kann vorgesehen sein, daß am Formteil
innenliegend Fersenfassungsteile, insbesondere Polster
ausgebildet sind.
Solche Teile, die eine Fersenfassung bilden, sind im
Stand der Technik an sich bekannt, jedoch bei den
bisher üblichen Ringorthesen nicht einsetzbar, da im
Falle der Anordnung solcher Fersenfassungspolster die
Orthese nicht mehr auf den Fuß des Patienten
aufgeschoben werden könnte. Bei der erfindungsgemäßen
Ausbildung ist aber eine solche Fersenfassung
einbaubar, ohne daß dadurch das Anziehen der Orthese
behindert würde.
Zudem ist bevorzugt vorgesehen, daß die Kappe aus
Polyproylen, geformt ist.
Um den Tragekomfort zu verbessern ist zudem
vorgesehen, daß das Formteil innenseitig gepolstert
ist, inbesondere mit einer Polsterung aus Polyethylen-
Schaum-Material.
Um die Formhaltigkeit der Orthese sicherzustellen, ist
zudem vorgesehen, daß das Formteil aus
faserverstärktem Gießharz besteht.
Gemäß der Erfindung wird eine Orthese zur Verfügung
gestellt, die relativ einfach herzustellen ist, die
einfach auf den Fuß des Patienten aufgebracht werden
kann, die eine Plattfußkorrektur, insbesondere eine
Sprungbeinfixierung gewährleistet, bei der eine
Fersenfassung einbaubar ist, wobei insbesondere auch
die Fehlstellung von Beinen aus einer X-Stellung auf
Parallelstellung oder sogar auf O-Stellung möglich
ist, ohne Gefahr, daß der Patient bei Benutzung der
Orthese nach außen oder innen kippen kann.
Als Material für die Faserverstärkung des Formteiles
kommt vor allem Carbonfaser in Betracht.
Die Erfindung ist nachstehend anhand von
Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform von vorn
gesehen;
Fig. 2 desgleichen von schräg hinten gesehen;
Fig. 3 eine Variante in der Ansicht gemäß
Fig. 1 gesehen.
In der Zeichnung ist eine Orthese zur Korrektur einer
Plattfußfehlstellung, insbesondere eines spastischen
Knickplattfusses gezeigt. Sie besteht aus einem
Formteil 1 mit einem integrierten ersten Ringteil 2,
welches die Reposition des Talus und die Drehung des
Kalkaneus unter den Talus bewirkt, einem zweiten
proximal-horizontal gerichteten Ringteil 3 und einem
planatar-schräg die Ferse umfassenden Ringteil 4
besteht. Erfindungsgemäß ist zumindest das proximal-
horizontal die Ferse umfassende Ringteil 3 und das
planatar-schräg die Ferse umfassende Ringteil 4 durch
einen ersten Schlitz 5 geöffnet, so daß keine
geschlossenen Ringteile, sondern offene Ringteile
gebildet sind. Die Öffnung der Ringteile ist durch den
gemeinsamen ersten Schlitz 5 gebildet, der sich von
der Ferse beziehungsweise Fersenaufnahme über die
gesamte Höhe des Formteiles 1 auf deren Rückseite
erstreckt. Vorzugsweise kann, wie in Fig. 3 gezeigt,
auch das die Drehung des Kalkaneus bewirkende Ringteil
2 durch einen zweiten Schlitz 6 geöffnet sein, der
sich etwa parallel zum ersten Schlitz 5 auf der
Vorderseite des Formteils 1 erstreckt. Durch den
Schlitz 5 ist es möglich, das Formteil 1 in Richtung
der Pfeile 7 auseinanderzudrücken, um es auf den Fuß
des Benutzers aufstecken zu können, ohne dem Patienten
Schmerzen zu bereiten. Insbesondere dann, wenn auch
der Schlitz 6 eine solche Öffnungsbewegung in Richtung
des Pfeiles 7 ermöglicht, ist die Möglichkeit des
schmerzfreien Aufbringens der Orthese auf den Fuß des
Patienten noch verbessert.
Um sicherzustellen, daß die durch die Orthese bewirkte
Drehung des Rückfußes aufrechterhalten bleibt, ohne
daß der Fuß selbständig in die pathologische Stellung
zurückdrehen kann, ist zudem vorgesehen, daß an dem
Formteil 1 eine Fersenkappe 8 lösbar gehalten ist, die
mittels Spannbändern 9 am Formteil lösbar fixiert ist.
Die Spannbänder können beispielsweise formstabile
Kunststoffbänder mit Klettverschluß sein, wobei das
entsprechende Spannband 9 durch Ösen 10 geführt und
umgeschlagen ist, die am Formteil 1 fixiert sind.
Zusätzlich kann das Formteil 1 durch vom ersten
Schlitz 5 und vom zweiten Schlitz 6 voneinander
getrennte Unterschenkelstützflächen 11 aufweisen. Die
Unterschenkelstützflächen 11 können wiederum mittels
eines weiteren Spannbandes 12 nahe der freien Enden
der Unterschenkelstützflächen 11 miteinander verbunden
sein, um die Formhaltigkeit des Formteiles 1 auch in
diesem Bereich zu gewährleisten.
Vorzugsweise besteht die Fersenkappe 8 aus
Polyproylen. Das aus mit Carbonfaser verstärktem
Gießharz bestehende Formteil 1 kann innenseitig mit
einer Polsterung aus Polyethylen-Schaum-Material
versehen sein.
Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach
variabel.
Alle neuen, in der Beschreibung und/oder Zeichnung
offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden
als erfindungswesentlich angesehen.
Claims (9)
1. Orthese zur Korrektur einer Plattfußfehlstellung,
insbesondere eines spastischen Knickplattfußes,
bestehend aus einem Formteil (1) mit einem die
Reposition des Talus und die Drehung des Kalkaneus
unter den Talus bewirkendem Ringteil (2), sowie
einem proximal-horizontal und einem planatar-schräg
die Ferse umfassenden Ringteil (3, 4), dadurch
gekennzeichnet, daß das proximal-horizontal die
Ferse umfassende Ringteil (3) und das planatar-
schräg die Ferse umfassende Ringteil (4) durch einen
ersten Schlitz (5) geöffnet ist, der sich von der
Ferse über die gesamte Höhe des Formteils (1) auf
der dem die Drehung des Kalkaneus bewirkenden
Ringteil (2) abgewandten Seite des Formteils (1)
erstreckt.
2. Orthese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das die Drehung des Kalkaneus bewirkende
Ringteil (2) durch einen zweiten Schlitz (6)
geöffnet ist, der sich etwa parallel zum ersten
Schlitz (5) entlang der dem ersten Schlitz (5)
abgewandten Vorderseite des Formteils (1) erstreckt.
3. Orthese nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß an dem Formteil (1) eine
Fersenkappe (8) lösbar gehalten ist.
4. Orthese nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fersenkappe (8) mittels Spannbändern (9) am
Formteil (1) gehalten ist, die sich über die der
Fersenkappe (8) abgewandte Seite des Formteils (1)
erstrecken.
5. Orthese nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Formteil (1) durch vom
ersten Schlitz (5) und vom zweiten Schlitz (6)
voneinander getrennte Unterschenkelstützflächen (11)
ergänzt ist.
6. Orthese nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß am Formteil (1) innenliegend
Fersenfassungsteile, insbesondere Polster
ausgebildet sind.
7. Orthese nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kappe (8) aus Polyproylen,
geformt ist.
8. Orthese nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Formteil (1) innenseitig
gepolstert ist, inbesondere mit einer Polsterung aus
Polyethylen-Schaum-Material.
9. Orthese nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Formteil (1) aus
faserverstärktem Gießharz besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999122625 DE19922625A1 (de) | 1999-05-18 | 1999-05-18 | Orthese |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999122625 DE19922625A1 (de) | 1999-05-18 | 1999-05-18 | Orthese |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19922625A1 true DE19922625A1 (de) | 2000-12-21 |
Family
ID=7908299
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999122625 Withdrawn DE19922625A1 (de) | 1999-05-18 | 1999-05-18 | Orthese |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19922625A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP4212134A1 (de) | 2022-01-17 | 2023-07-19 | FXF GmbH | Fussgelenk-orthese |
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1999
- 1999-05-18 DE DE1999122625 patent/DE19922625A1/de not_active Withdrawn
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