DE19921312A1 - Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte - Google Patents
Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer GeräteInfo
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Abstract
Der Gegenstand ist eine Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte (Last) von einer schwimmenden Einrichtung mit eigenem Hebezeug. Zweck des Gegenstandes ist das gefahrlose Handhaben von Geräten bis nach dem Untertauchen ins Wasser, auch wenn die See unruhig ist, und beim Einholen bis zur Ablage des Gerätes an Deck, wobei das Anpendeln an Schiffsteile (auch bei sehr ungünstigen Platzverhältnissen) vermieden wird. DOLLAR A Es handelt sich um eine senkrechte Führung außenbords mit einem Gabelhubschlitten, deren Gabeln seitlich weggeschwenkt werden können, um in senkrechter Richtung eine freie Durchfahrt zu ermöglichen. Das Anpendeln an Deck wird vermieden, indem die Last auf einer Schienenkatze ruhend zum Gabelschlitten außenbords gefahren wird (beim Einholen umgekehrt). Um die Schienenkatze beim Aussetzen von der Last zu befreien, wird letztere mit einer Hubeinrichtung aufgebockt. DOLLAR A Mit der Handhabungseinrichtung kann auch die beliebig am Schiffshebezeug unter Wasser hängende Last eingefangen und ausgerichtet werden. Nach erfolgtem Hieven auf Deckshöhe wird sie mit der Hubeinrichtung aufgebockt, wonach die Schienenlaufkatze darunter gefahren wird, und mit letzterer wird die Last schließlich an Deck geholt.
Description
Die Handhabungseinrichtung ist, ihrem Titel entsprechend, eine Hilfseinrichtung zum Aus
setzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte wie Tauchboote, bodengängige
Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen, Langzeitbeobachtungsstationen, Bohrlochverschlüsse,
Manganknollen-Sammelmaschinen etc. an schwimmenden Einrichtungen wie z. B. Schiffen.
Die Handhabungseinrichtung wird in Verbindung mit bordeigenen Seiltrieb-Hebezeugen wie
Auslegerkran, A-Rahmen mit Kabelwinde o. ä. beim Aussetzen und Fieren der meere
stechnischen Geräte sowie auch beim Wiederanbordnehmen unter erschwerten Witte
rungsbedingungen eingesetzt. Mit der Handhabungseinrichtung werden besagte Operatio
nen auch bei rauher See dadurch ermöglicht, daß die meerestechnischen Geräte beim
Aussetzen solange geführt werden bis sie untertauchen bzw. schon unter Wasser auf die
mechanisch geführte Handhabungseinrichtung gesetzt werden, um hiermit ohne Schaukeln
an Deck gebracht zu werden. Beim ungeführten Handhaben mit einem Seil-Hebezeug tre
ten Pendelbewegungen des an den Seilen hängenden Handhabungsgegenstandes infolge
des Rollens und Stampfens des Schiffes auf, bei denen es zum Anschlagen an Teile des
Schiffes und des Hebezeugs kommen kann, solange der Handhabungsgegenstand nicht im
Wasser untergetaucht oder auf Deck abgesetzt ist.
Nach dem Stand der Technik werden schwere meerestechnische Geräte mit Schwimm-
bzw. Offshore-Kranen großer Ausladung gehandhabt, wodurch die Gefahr des Anschla
gens infolge des Pendelns gering ist. Im übrigen werden für solche Operationen günstige
Witterungsbedingungen abgewartet. Bei Schiffen, deren Hebezeug nur geringe Ausladung
haben und/oder bei denen baulich bedingt enge Raumverhältnisse vorliegen, wie bei
Fischtrawlern oder Forschungsschiffen mit A-Rahmen am Heck, werden größere Handha
bungsgegenstände mit einer Anzahl von Zügelleinen geführt, um das Anschlagen möglichst
zu vermeiden, was aber nicht immer gelingt.
Das freie Auspendeln ungeführter Lasten bei Hebezeugen mit großen Ausladungen ist zu
mindest beim Anheben und Absetzen an Deck sehr gefährlich; außerdem ist selten ein hin
reichend großer Freiraum/Deckfläche vorhanden. In jedem Fall sind Aussetz- und Einhol
vorgänge nur bei einigermaßen ruhigen Wind- und Seezuständen ohne größere Risiken
möglich.
Das Führen von schweren Handhabungsgegenständen mit Zügelleinen wird durch die Grö
ße der notwendigen Haltekräfte begrenzt. Manuell läßt sich eine Last von beispielsweise
10 t nicht mehr ordnungsgemäß zügeln. Außerdem kann die Last nur von der Schiffsseite
her gehalten werden, so daß Zügelkräfte nur in einem Sektor von etwa 120° um den
Schwerpunkt der Last zur Schiffsseite hin möglich sind, wodurch die gefürchteten Pende
lungen nur bedingt begrenzt, keinesfalls aber gänzlich vermieden werden können.
Für schwierige Witterungsbedingungen und Hochsee-Einsätze sind die bekannten Mittel
technisch und wirtschaftlich ungenügend.
Es wird die Aufgabe gestellt, eine Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen
schwerer und sperriger meerestechnischer Geräte zu schaffen, die auch bei schwierigen
Bedingungen, wie Wind- und Seestärke von 5 bis 6 noch ohne besondere Kollisionsrisiken
eingesetzt werden kann.
Die gestellte Aufgabe wird durch die unten beschriebene Handhabungseinrichtung gelöst.
Hierbei wird die bekannte Erfahrung genutzt, nach der die Pendelungen im Wasser unter
getauchter Gegenstände auch bei geringer Eintauchtiefe so stark gedämpft werden, daß
Kollisionen infolge der Schiffsbewegungen vermieden werden. Beim Aussetzen kommt es
also darauf an, den Handhabungsgegenstand risikolos an Bord zu handhaben und über
Bord zu bringen und danach mechanisch geführt ins Wasser abzusenken. Nach dem Ein
tauchen kann der Handhabungsgegenstand am schiffseigenen Hebezeug hängend gefiert
werden, nachdem er von der Handhabungseinrichtung befreit ist. Beim Einholen wird das
Gerät noch unter der Wasseroberfläche am Hebezeug hängend mit den Armen der Hand
habungseinrichtung zunächst ausgerichtet und mechanisch geführt aus dem Wasser auf
Deckshöhe angehoben und danach gefahrlos auf einer Schienenlaufkatze an Deck gezo
gen.
Im Rahmen der Baugröße und der Tragfähigkeit kann das Handhabungsgerät für die unter
schiedlichsten Handhabungsgegenstände eingesetzt werden. Seiner Konstruktion entspre
chend kann die Handhabungseinrichtung bedingt auch mobil auf unterschiedlichen Schif
fen, Schwimmpontons o. ä. eingesetzt werden, soweit der Hub ausreicht, um den Handha
bungsgegenstand im Wasser unterzutauchen. Die Handhabungseinrichtung ist nicht an ein
bestimmtes Schiffs-Hebezeug (Auslegerkran oder A-Rahmen in Verbindung mit einer Win
de) gebunden, wenn nur die außenbordseitige Ausladung hinreichend ist. Es können auch
solche Lasten gehandhabt werden, für die die Tragfähigkeit des Hebezeugs zwar im unter
getauchten Zustand ausreicht, aber in Luft nicht genügt.
In Verbindung mit dem Hebezeug können mit der Handhabungseinrichtung meerestechni
sche Geräte auch unter schwierigen Witterungsbedingungen gefahrlos ausgesetzt bzw.
eingeholt werden.
Mit der Handhabungseinrichtung können an Bord des Schiffes auch räumliche Engpässe
(z. B. der A-Rahmendurchgang) ohne Risiko des Anpendelns der Last bewältigt werden
weil sie hier nicht gehoben sondern auf einer Schienenlaufkatze abgesetzt hindurchgefah
ren wird. Zum Aussetzen und Einholen des Handhabungsgegenstandes muß auch die
Ausladung des Hebezeugs (Kranausleger, A-Rahmen) nicht unter Last verstellt werden. Es
genügt die feste Einstellung der Ausladung im unbelasteten Zustand. Zum Aussetzen wird
der Handhabungsgegenstand per Schienenlaufkatze vom Deck unter den Aufhängepunkt
des Hebezeugs auf die Tragarme der Handhabungseinrichtung außenbords geschoben.
Beim Einholen des Handhabungsgegenstandes wird dieser, noch unter der Wasseroberflä
che am Hebezeug hängend mit den schwenkbaren Tragarmen der Handhabungseinrich
tung in die Aufnahmestellung bugsiert, um ausgerichtet und mittig auf die Arme genommen
zu werden.
Bei hochwertigen meerestechnischen Forschungsgeräten wie Versuchsfahrzeugen und
Manganknollen-Sammelmaschinen können die Schäden durch Kollision so groß werden,
daß die Investitionsaufwendungen für die Handhabungseinrichtung schon bei einmaliger
Benutzung amortisiert werden. Im Hinblick auf die hohen Betriebskosten für das Schiff sind
die Aufwendungen für die Handhabungseinrichtung wirtschaftlich auch vertretbar, wenn
hierdurch lediglich Wartezeiten auf günstigere Witterungsbedingungen eingespart werden
können.
Die Handhabungseinrichtung besteht im wesentlichen aus einem u-förmigen Deckauflage
rahmen mit Fahrschienen und einer flachen Schienenlaufkatze mit der der Handhabungs
gegenstand horizontal verfahren werden kann. Außenbords am Deckauflagerahmen ist
senkrecht ein Rückwandrahmen angehängt. Er wird mit gelenkig angeschlossenen Druck
stäben am Schiff befestigt. An den beiden senkrechten Holmen mit Fahrschienen wird ein
Teleskopmast mit Rollen mechanisch geführt. Im Teleskopmast sitzen ebenfalls zwei senk
rechte Fahrschienen, an denen der Gabelschlitten samt Last mit Rollen mechanisch ge
führt, auf- und abwärts bewegt werden kann.
Zum Aussetzen wird die Last mit der Schienenlaufkatze in die Hubposition des schiffseige
nen Hebezeugs gefahren. Hierzu werden die Tragarme am Gabelschlitten nach außen ge
schwenkt, wobei die darauf montierten Fahrschienen eine Verlängerung der Fahrbahn des
Deckauflagerahmens bilden.
In der Hiev- und Fierposition des Handhabungsgegenstandes wird derselbe mit einer hy
draulischen Hubeinrichtung angehoben und nach dem Wegziehen der Schienenlaufkatze
auf die Tragarme abgesetzt. Danach erfolgt das Absenken des Hubschlittens bis der Hand
habungsgegenstand im Wasser untergetaucht ist. Die Hubeinrichtung besteht aus mehre
ren Hubzylindern, die an den Tragarmen sitzen. (Das Aufbocken des Handhabungsgegen
standes mit der hydraulischen Hubeinrichtung erfolgt auch nach dem Hieven des Gabel
schlittens samt Handhabungsgegenstand auf Deckhöhe, um die Schienenlaufkatze unter
den Handhabungsgegenstand zu fahren und für das Anbordziehen darauf abzusetzen).
Der Handhabungsgegenstand wird mechanisch geführt abgesenkt (angehoben), indem der
Teleskopmast samt Gabelschlitten im ruhenden Rückwandrahmen verfahren wird. Zum
Absenken wird der mittig angeordnete Hydraulikzylinder, der im Joch des Rückwandrah
mens sitzt und unmittelbar mit dem Teleskopmast verbunden ist, eingefahren. Der Gabel
schlitten wird um den doppelten Betrag des Zylinderhubes abgesenkt. Der Antrieb des Ga
belschlittens entspricht etwa dem des Hubschlittens eines Gabelstaplers mit Triplex-
Hubmast. Das Absenken erfolgt im wesentlichen durch Gewichtskräfte. Zur Steuerung die
nen hydraulische Senkbremsventile.
Nachdem der Gabelschlitten seine untere Endstellung erreicht hat, wird die Last mit dem
Hebezeug angehoben, um die Tragarme seitlich wegzuschwenken, wodurch die Durchfahrt
für das weitere Fieren des Handhabungsgegenstandes mit dem Hebezeugzeug frei wird.
Zum Wiedereinholen des meerestechnischen Gerätes wird dasselbe mit dem Hebezeug
soweit angehoben, daß es noch im Wasser untergetaucht bleibt, aber das Wiederausstrec
ken der Tragarme ermöglicht wird, um den Handhabungsgegenstand, der in beliebig ge
drehter Stellung hängen kann, in die gewünschte Richtung zu drehen. Hierzu sind die
Tragarme mit schräg nach oben stehenden Richtbügeln ausgestattet. Die Tragarme können
unabhängig voneinander ein- und ausgeschwenkt werden.
In ausgestreckter Stellung der Tragarme sind deren Schwenkwinkel durch einstellbare me
chanische Anschläge so begrenzt, so daß die Schienen auf beiden Tragarmen eine Schie
nenfahrbahn konstanter Spurweite bilden. Letztere entspricht genau der Spurweite der
Schienenlaufkatze und der Fahrbahn auf dem Deckauflagerahmen. Die Schienenfahrbahn
auf den Tragarmen bildet eine fluchtende Verlängerung mit einer Lücke am Übergang zur
Fahrbahn auf dem Deckauflagerahmen. Damit besagte Schienenunterbrechnung mit der
Schienenlaufkatze problemlos überfahren werden kann, erhält dieselbe je Kopfträger
(Seite) 4 Räder, deren Radstand an den Ecken größer als die Schienenlücke ist.
Zum Herausheben aus dem Wasser und zum weiteren Anheben auf Deckshöhe wird der
Handhabungsgegenstand mit dem Hebezeug langsam angehoben und der Hubzylinder des
Handhabungsgerätes wird dabei auf Heben geschaltet, wobei mit einer einstellbaren
Druckbegrenzung sichergestellt wird, daß das Schiffshebezeug nicht völlig entlastet wird,
um Schlaffseil zu vermeiden. Die obere Endlage des Gabelschlittens ist durch einstellbare
mechanische Anschläge am Querbalken des Rückwandrahmens so begrenzt, daß die
Fahrschienen von Deckauflagerahmen und Gabelschlitten auf gleicher Höhe stehen.
Nachdem der Gabelschlitten seine obere Endstellung erreicht hat, wird er mit dem Rück
wandrahmen verbolzt. Danach kann der Handhabungsgegenstand wieder aufgebockt wer
den, damit die Schienenlaufkatze darunter gefahren werden kann. Der Handhabungsge
genstand wird dann auf die Schienenlaufkatze gesetzt und damit auf Deck gezogen.
In Fig. 1 ist der Deckauflagerahmen (1) dargestellt. Er ist in Schweißkonstruktion ge
staltet und besteht im wesentlichen aus einem Querträger (1.1) und den beiden
Längsträgern (1.2), die zusammen eine π-Form bilden. Der Querträger ist ein vollwan
diger Kastenträger mit angeschweißten Auflageplatten und Schraubanschlüssen zu den
Längsträgern. Die Längsträger bestehen ansonsten aus Doppel-T-Profilen mit ange
schweißten Auflageplatten und Querstreben aus Rohren mit Stirnplatten zum Anschrauben
(1.3). Auf den Längsträgern sind Kranschienen (1.2.1) montiert, und am Ende der
Katzfahrbahn sitzen federnde Endanschläge (1.2.2). Zur Bolzenverriegelung der
Schienenlaufkatze mit dem Deckauflagerahmen ist eine entsprechende Lasche (1.2.3)
angeschweißt. Zum einfachen Einhängen des Rückwandrahmens (2) trägt der Quer
träger zwei Gelenkbolzenaufhängungen mit schrägem Schlitz (1.1.1). Zur Sicherung
gegen Herausspringen sind die Schlitze mit angeschraubten Riegeln verschlossen.
In Fig. 2 ist der Rückwandrahmen (2) dargestellt. Es handelt sich um eine Schweiß
konstruktion aus ebenen und teilweise gekanteten Blechen. Die Hauptbauteile sind zwei
senkrechte Holme (2.1) und gekantete Querverbinder mit Endverstärkungen
(2.2). Der Rückwandrahmen ist am unteren Ende mit einem hohlkastenförmigen Joch ge
schlossen (2.3). Hierin sitzt der Hubzylinder (5), dessen Zylinderrohr unten teil
weise herausragt. Am oberen Ende des Rückwandrahmens sitzt an beiden Holmen eine
gekröpfte Bolzenaufhängung mit je zwei Laschen und einem Bolzen (2.1.1).
Der Rückwandrahmen wird in seinem unteren Abschnitt mit mindestens einer druck- und
zugfesten Halterung an beiden Holmen mit dem Schiff fest verbunden. Die Halterung
(2.5) besteht aus angeschraubter Augenplatte (2.5.1), Rohrstütze (2.5.2) und an
geschraubtem Gabelbock (2.5.3). Die Rohrstütze hat an den Enden je ein einge
schweißtes Auge, die zueinander um 90° verdreht angeordnet sind. Die Augenlager sind
mit sphärischen Gelenklagern ausgestattet, in denen die Gelenkbolzen sitzen.
In Fig. 3 ist der horizontale Querschnitt der Vertikalführung mit Baugruppen Rückwandrah
men (2), Teleskopmast (3) und Gabelschlitten dargestellt.
Der Teleskopmast ist in Schweißkonstruktion dargestellt. Er wird mit Stützrollen (3.1) in
der Führung des Rückwandrahmens geführt. Die Rollen sind leicht ballig gestaltet, um
Kantenbeanspruchungen an Rollen, Führungsschienen und den Rollenlagern zu vermei
den. Die Rollen werden mit exzentrischen Zapfen so eingestellt, daß das obere Rollenpaar
an den äußeren Fahrschienen und das untere Rollenpaar an den inneren Fahrschienen
zum Tragen kommen. Das Kräftepaar aus oberen und unteren Rollenstützkräften steht im
Gleichgewicht mit dem Lastmoment aus Eigengewichtskräften einschließlich Gabelschlitten
und dem Handhabungsgegenstand. Am Teleskopmast sind wiederum Fahrschienen vor
handen, in denen der Gabelschlitten (4) vertikal geführt wird. Zur Führung in Querrich
tung dienen die Führungsrollen (3.3).
Das Mittelstück des Teleskopmastes ist ein Hohlkasten, der an seinem unteren Ende offen
ist, so daß der mittig angeordnete Hubzylinder (5), der im Joch des Rückwandrahmens
hängt, hineinragt. Sein Kolbenstangenauge ist im Inneren des Teleskopmastes an einem
Gabelstück und Bolzen (5.1) mit dem Teleskopmast verbunden, so daß letzterer ent
sprechend dem Kolbenhub des Hubzylinders auf- und abwärts bewegt werden kann, siehe
Fig. 4.
Relativ zum Teleskopmast läßt sich der Gabelschlitten auf- und abwärts bewegen. Zum
Antrieb mit koordinierten Bewegungen dient ein Flyer-Kettentrieb, siehe Fig. 4.
Der Gabelschlitten besteht aus einer geschweißten Tragkonstruktion (4.2) mit vier
einstellbaren Stützrollen (4.1) und zwei Tragarmen (4.2). Letztere sind mit
Schwenklagerungen (4.2.1) am Tragrahmen angeschlossen. Zur Führung in Querrich
tung dienen die Führungsrollen (4.3). Als Schwenkantriebe sind einzeln gesteuerte
Hydraulikzylinder vorgesehen.
In Fig. 4 ist ein Vertikalschnitt der Vertikalführung dargestellt. Die beiden Flyerketten des
zweisträngigen Kettenantriebes sind mit Kettenbefestigungen (5.2) am Joch des
Rückwandrahmens (2.3) angeschlossen, während die anderen beiden Kettenenden
mit je einem zweiten Endglied (5.3) am Gabelschlitten befestigt sind. Die Umlenkrollen
der Ketten (5.4) sitzen oben im Teleskopmast. Beim Heben des Teleskopmastes mit
dem Hubzylinder wird der Gabelschlitten mit dem doppelten Hub bewegt.
In Fig. 5 ist ein schwenkbarer Tragarm (4.2) mit versenkter Fahrschiene dargestellt.
Darauf ist im oberen Bildteil die Schienenlaufkatze mit darauf abgesetztem Handhabungs
gerät dargestellt.
Die Schienenlaufkatze (6) besteht aus zwei Kopfträgern (6.1) und zwei Querträ
gern (6.2) mit einer stabilen Beplankung (6.3) zum Tragen des Handhabungsge
genstandes beim Verschieben außenbords und beim Zurückziehen. Für Arbeiten außen
bords dient die Schienenlaufkatze auch als Arbeitsbühne. Damit die Katze infolge von
Schiffsbewegungen nicht entgleist, ist sie mit Fanghaken (6.4) gesichert.
Zum Aufbocken wird die Hubeinrichtung betätigt, die aus mehreren, vorzugsweise vier Hy
draulikzylindern (4.4) besteht. Mit Pratzen (4.4.1) an den Kolbenstangen wird der
Handhabungsgegenstand aufgenommen. Im unteren Teil von Fig. 5 ist die Schienenlauf
katze entfernt und der Handhabungsgegenstand ruht an den beiden Tragarmen des Hub
schlittens.
In Fig. 5 ist eine Vorderansicht des Richtbügels (4.5) dargestellt, mit dem der noch im
Wasser freihängende Handhabungsgegenstand durch Schwenken der Tragarme zur Auf
nahme ausgerichtet wird.
Als Anwendungsbeispiel ist in Fig. 6 die Seitenansicht einer Handhabungseinrichtung auf
einem Ozean-Forschungsschiff mit A-Rahmen am Heck dargestellt. Der A-Rahmen stellt in
Verbindung mit seiner Kabelrolle und der Kabelwinde ein einfaches schiffseigenes Hebe
zeug dar, das zum Aussetzen und Einholen schwerer und sperriger meerestechnischer
Forschungsgeräte benutzt wird. Der A-Rahmen ist zwar ein- und ausschwenkbar, aber nicht
unter voller Last zu bewegen. Für das Aufnehmen und Absetzen sehr schwerer Lasten gibt
es eine Deckposition und eine Außenbordposition.
In Fig. 7 sind verschiedene Handhabungssituationen in der Draufsicht dargestellt. In der
Teilfigur 7a steht die Schienenlaufkatze, durch Steckbolzen gesichert mit aufgeladenem
Handhabungsgegenstand, auf der Fahrbahn des Deckauflagerahmens. Der Teleskopmast
und der Gabelschlitten stehen ebenfalls mit Steckbolzen gesichert in der oberen Endstel
lung, während die schwenkbaren Tragarme des Gabelschlittens zur Backbord- bzw. Steu
erbordseite weggeschwenkt sind. (Anfangszustand beim Aussetzen bzw. Endzustand nach
dem Einholen).
In der Teilfigur 7b sind die Tragarme des Gabelschlittens ausgeschwenkt und die Fahr
schienen darauf bilden die außenbordseitige Verlängerung der Fahrbahn für die Schienen
laufkatze. In der dargestellten Position steht der Handhabungsgegenstand genau in der
Lastaufnahmeposition des schiffseigenen Hebezeuges, in der der Handhabungsgegen
stand nur soweit angehoben wird, daß die Schienenlaufkatze zurückgezogen werden kann.
Der Handhabungsgegenstand steht in Fig. 7b unmittelbar auf den Tragarmen. Nachdem
die Bolzenverriegelung des Gabelschlittens gelöst ist, kann der Handhabungsgegenstand
mechanisch geführt abgesenkt werden. Umgekehrt kann der unmittelbar auf den Tragar
men abgesetzte Handhabungsgegenstand in dieser Situation auch gehoben werden.
In der Teilfigur 7c ist der Handhabungsgegenstand im Wasser untergetaucht und hängt am
Kabel, während der Gabelschlitten bis in seine untere Endstellung gefahren ist. In dieser
Situation werden die Tragarme weggeschwenkt und der Handhabungsgegenstand kann
ungehindert mit dem Hebezeug weiter gefiert werden.
Zum Wiedereinfangen wird der Handhabungsgegenstand soweit gehoben, daß die
Schwenkarme wieder darunter geschwenkt werden können. Bei schräger Stellung kann der
Handhabungsgegenstand zunächst durch Einschwenken eines Tragarmes mit dem Richt
bügel, s. Fig. 5 4.2.2, in die gewünschte Hubstellung gedreht werden, um danach die
Tragarme parallel zu stellen. Durch kraftgesteuertes Anheben des Gabelschlittens wird ein
Teil der Last des Handhabungsgegenstandes übernommen, wonach das koordinierte He
ben mit Hebezeug und Handhabungseinrichtung bis in die obere Endstellung erfolgt. Nach
dem Verriegeln des Gabelschlittens wird die Schienenlaufkatze unter den angehobenen
Handhabungsgegenstand gefahren und mit der Schienenlaufkatze an Deck gezogen.
Claims (7)
1. Handhabungseinrichtung zum gefahrlosen Aussetzen und Einholen von schweren
Gegenständen auf Schiffen in unruhigen Gewässern in Verbindung mit einem
bordeigenen Hebezeug. Die Handhabungseinrichtung besitzt eine Teleskopführung
mit hydraulischem Hubwerk und Hubübersetzung über Kettentrieb in der Art einer
Gabelhubeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß der Handhabungsgegenstand
(Last) mit einer Schienenlaufkatze in die Hiev-/Fierposition außenbords verfahren
wird und die Tragarme am Hubschlitten weggeschwenkt werden, um in unterge
tauchter Stellung die freie vertikale Durchfahrt zu ermöglichen.
2. Gegenstand nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß dieser mobil eingesetzt
werden kann und sowohl auf Schiffen, wie auch Schwimmpontons o. ä. mit geringem
Aufwand umgesetzt werden kann. Hierzu dient die Katzfahrbahn als Deckaufleger
und die Abstützung der Hängewand am Schiffskörper.
3. Gegenstand nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Last mit einer
hydraulischen Hubeinrichtung auch pendelfrei abgestützt bleibt, wenn die Schienen
katze zwischen Last und Tragarme des Gabelschlittens gefahren oder weggezogen
wird - Aufbocken mit Hubzylindern und Pratzen.
4. Gegenstand nach Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß die Tragarme
am Hubschlitten seitlich mit einem Hydraulikantrieb ein- und ausgeschwenkt werden
können und an die Bordwand/Schiffsheckwand angelegt werden.
5. Gegenstand nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Schienenkatze mit
Bolzenverriegelung und Fanghaken gegen Abtreiben und Entgleisen gesichert ist.
6. Gegenstand nach Ansprüchen 1 und 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Schienen
laufkatze als außenbordseitige Arbeitsbühne mit abnehmbarem Geländer gestaltet ist
und einen wasserseitigen Schlitz im Katzboden vorgesehen sein kann, um Arbeiten
am Kabel, wie das Montieren von Auftriebskörpern, zu ermöglichen.
7. Gegenstand nach Ansprüchen 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
schwenkbaren Tragarme mit schräg stehenden Richtbügeln oder glatten Wänden
vorgesehen sind, mit denen das Ausrichten des Handhabungsgegenstandes beim
Wiedereinfangen erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999121312 DE19921312A1 (de) | 1999-05-08 | 1999-05-08 | Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999121312 DE19921312A1 (de) | 1999-05-08 | 1999-05-08 | Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19921312A1 true DE19921312A1 (de) | 2000-11-23 |
Family
ID=7907462
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999121312 Withdrawn DE19921312A1 (de) | 1999-05-08 | 1999-05-08 | Handhabungseinrichtung zum Aussetzen und Einholen schwerer meerestechnischer Geräte |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19921312A1 (de) |
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- 1999-05-08 DE DE1999121312 patent/DE19921312A1/de not_active Withdrawn
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