DE19921504A1 - Verfahren und Schaltungsanordnung zur Ermittlung einer Qualitätsinformation über die Übertragungsqualität eines Sprachsignals in einem digitalen Übertragungssystem - Google Patents
Verfahren und Schaltungsanordnung zur Ermittlung einer Qualitätsinformation über die Übertragungsqualität eines Sprachsignals in einem digitalen ÜbertragungssystemInfo
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Abstract
In digitalen Übertragungssystemen, wie beispielsweise in Mobilfunksystemen, hängt die Sprachqualität wesentlich von der Korrekturfähigkeit des Kanaldecodierverfahrens ab. Zur Verbesserung der Sprachqualität werden Fehlerverdeckungsmaßnahmen getroffen, deren Wirksamkeit von der Genauigkeit der Qualitätsinformation der Kanalübertragungsqualität bestimmt wird. Erfindungsgemäß werden bekannte Qualitätsinformationen so kombiniert und transformiert, daß sie für die Fehlerverdeckungsmaßnahmen als zuverlässige Eingangsparameter geeignet sind. Durch Berücksichtigung des Bad Frame Indikator BFI bei der Auswahl der Transformationsvorschriften lassen sich unterschiedliche Transformationsvorschriften an die jeweiligen Übertragungsbedingungen anpassen. Das Verfahren ist einfach realisierbar, wenn in einem upstream-Kanal eine Transformationseinheit (4) zwischen Kanaldecodierer (1) und Fehlerverdeckungseinheit (2) eingefügt wird.
Description
In digitalen Übertragungsystemen, wie beispielsweise in Mobilfunksystemen
nach dem GSM-Standard, hängt die Qualität der übertragenen
Sprachsignale wesentlich von der Korrekturfähigkeit des
Kanaldecodierverfahrens ab. Dennoch ist es nicht zu vermeiden, daß bei
der Kanaldecodierung Restbitfehler auftreten, die eine merklich
verschlechterte Sprachqualität zur Folge haben. Um diese mangelnde
Sprachqualität zu verbessern, werden üblicherweise vor oder nach der
Sprachdecodierung Fehlerverdeckungsmaßnahmen getroffen. Welcher Art
diese Fehlerverdeckungsmaßnahmen sind, hängt wesentlich von der
Genauigkeit einer Qualitätsinformation ab, die ein Maß für
Übertragungsqualität des Kanals und letztlich für die Sprachqualität ist.
So ist ein sogenannter Soft-Output Viterbi Algorithmus, kurz SOVA,
bekannt, mit dem zu jedem decodierten Bit ein Qualitätswert geliefert wird,
vgl. Hagenauer J., Hoeher P.: A Viterbi Algorithm with Soft-Decision
Outputs and its Applications, Proc. of GLOBECOM '89, Seiten 1680-1686,
Dallas, Texas, November 1989. Zwar ist dieser Algorithmus relativ einfach
realisierbar, doch liefert er Qualitätsinformationen, die die Sprachqualität
noch nicht zufriedenstellend verbessern.
Es ist weiterhin ein Fehlerverdeckungsverfahren in einem TDMA-Funksystem
bekannt, mit dem Qualitätsinformationen aus dem Kanaldecodierverfahren
gewonnen werden, vgl. US 5,502,713. In einem sogenannten Soft Value
Calculator werden aus Qualitätsinformationen Wichtungsfaktoren
berechnet, mit denen aktuell und früher empfangene Parameter des
Sprachcodierverfahrens bewertet und interpoliert werden.
Mit der Erfindung wird nun die Aufgabe gelöst, ein Verfahren und eine
Schaltungsanordnung anzugeben, mit denen bekannte
Qualitätsinformationen so verbessert werden, daß für
Fehlerverdeckungsmaßnahmen geeignetere Eingangsparameter zur
Verfügung stehen.
Diese Aufgabe wird mit dem im ersten Anspruch beschriebenen Verfahren
und mit der im siebten Anspruch beschriebenen Schaltungsanordnung
gelöst.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß Qualitätsinformationen vor
der Kanaldecodierung mit solchen nach der Kanaldecodierung kombiniert
werden und anschließend durch eine Transformationseinheit nach
unterschiedlichen, an die Übertragungsbedingungen angepaßten
Transformationsvorschriften bearbeitet werden, so daß eine verbesserte
Qualtitätsinformation für eine nachfolgende Fehlerverdeckungseinheit
gebildet wird.
Die Erfindung wird nunmehr an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
In der dazugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen
Schaltungsanordnung und
Fig. 2 eine schematische Darstellung von Datenblöcken am Eingang
einer Fehlerverdeckungseinheit.
Gemäß Fig. 1 besteht eine Schaltungsanordnung für die
Sprachübertragung in Richtung eines Teilnehmerendgerätes (engl.
upstream) in einem digitalen Mobilfunksystem aus einem Kanaldecodierer
1, einer Fehlerverdeckungseinheit 2 und einem Sprachdecodierer 3 sowie
erfindungsgemäß aus einer Transformationseinheit 4. Dem
Kanaldecodierer 1 wird ein Eingangssignal y' zugeführt, aus dem der
Kanaldecodierer 1 den aus Gründen des Fehlerschutzes im Sender
erzeugten Fehlerschutzcode decodiert und als Ausgangssignal x' zur
Verfügung stellt. Ein Teil der übertragenen Daten kann auch ohne
Fehlerschutzcode übertragen werden und ist in Fig. 1 als Datensignal z'
dargestellt. Der Fehlerschutzcode kann entweder kontinuierlich oder jeweils
für einen Datenblock der Länge bl erzeugt werden. Bei blockorientierter
Verarbeitung setzt sich gemäß Fig. 2 die Anzahl bl der Eingangsbits der
Fehlerverdeckungseinheit 2 aus einer Anzahl M Eingangsbits des
Datensignals z' ohne Fehlerschutzcode und aus einer Anzahl L Eingangsbits
des Ausgangssignals x' des Kanaldecodierers 1 zusammen. Von dem
Kanaldecodierer 1 wird eine Bitfehlerrate BER(x') des Ausgangssignals x'
des Kanaldecodierers 1 geschätzt. Die Bitfehlerrate wird auch als Soft-
Output oder allgemein als Qualitätsinformation bezeichnet. Eine
Bitfehlerrate BER(z') des Datensignals z' ohne Fehlerschutzcode kann
beispielsweise von einem Empfänger oder einem Equalizer geschätzt
werden. Die so zur Verfügung stehenden geschätzten
Qualitätsinformationen BER(x') und BER(z') werden nunmehr als
Eingangsgrößen der Transformationseinheit 4 zugeführt und werden
gemäß der nachfolgenden Vorschriften so weiterverarbeitet, daß der
Fehlerverdeckungseinheit 2 verbesserte Qualitätsinformationen zugeführt
werden, um die Qualität des Ausgangssignals s des Sprachdecodierers 3 zu
erhöhen.
Dabei wird angenommen, daß L Werte xi' und M Werte zi' pro Block
vorhanden sind. Mit BERn(x') und BERn(z') werden die durch die
Transformation verbesserten Werte der Biffehlerrate BER(x') und BER(z')
bezeichnet.
Es gelten auch hier die unter a) beschriebenen Annahmen.
Der verbesserte Schätzwert BERn(x') der vom Kanaldecodierer 1 geschätzten
Biffehlerrate BER(x') wird aus dem Maximum der einzelnen vom
Kanaldecodierer 1 geschätzten Bilfehlerraten BER(xi') und einer
Bitfehlerwahrscheinlichkeit BERtmP ermittelt. Die Bitfehlerwahrscheinlichkeit
BERtmp ergibt sich gemäß Gleichung (1) aus dem zuvor unter a)
beschriebenen Mittelwert.
BERn(xi') = max[BER(xi',BER,tmp]
Die hier beschriebene Transformationsvorschrift unterscheidet sich von der
unter c) beschriebene durch die Ermittlung der Bitfehlerwahrscheinlichkeit
BERtmP.
Die in den unter c) und d) in den Transformationsvorschriften genannten
Parameter a, b, c und d werden in Abhängigkeit von den jeweiligen
Übertragungsmodi, wie GSM Full Rate oder GSM Enhanced Full Rate,
gewählt.
Besonders vorteilhaft ist es, die Ausführung der einzelnen Verfahrensschritte
von einem sog. Bad Frame Indicator BFI abhängig zu machen. Je nach
Qualität der Übertragungsbedingungen wird das Signal BFI auf "1" bei
schlechten Übertragungsbedingungen und auf "0" bei guten
Ubertragungsbedingungen gesetzt. Gemäß Fig. 1 wird das Signal BFI
bedarfsweise der Fehlerverdeckungseinheit 2, dem Sprachdecodierer 3 und
der Transformationseinheit 4 zugeführt, so daß damit die Baugruppen
aktiviert oder deaktiviert werden können. Außer zur
Aktivierung/Deaktivierung der genannten Baugruppen kann das Signal BFI
mit den Transformationsvorschriften verknüpft werden. Damit wird erreicht,
daß die Zuverlässigkeit der Qualitätsinformationen an die
Übertragungsbedingungen besser angepaßt wird. So kann beispielsweise
mit der unter c) beschriebenen Transformationsvorschrift die geschätzte
Bitfehlerrate BERn(x') erhöht werden, so daß damit bei schlechten
Ubertragungsbedingungen, also bei BFI = 1, eine Unterschätzung der
Bitfehlerrate durch den Soft-Output Viterbi Algorithmus kompensiert werden
kann. Bei guten Ubertragungsbedingungen, also bei BFI = 0, ist der Einsatz
der unter d) genannten Transformationsvorschrift geeigneter, um die
Bitfehlerrate zu reduzieren und um somit Auswirkungen von Modellfehlern
des Übertragungssystem zu vermeiden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden im Vergleich zum
bekannten Stand der Technik zuverlässigere Qualitätsinformationen
erhalten, so daß eine verbesserte Parameterschätzung für
Fehlerverdeckungsmaßnahmen möglich wird. Damit wird eine bessere
Sprachqualität nach dem Sprachdecodierer 3 erreicht. Das Verfahren ist im
Vergleich zu bekannten komplexeren Algorithmen mit geringerem Aufwand
realisierbar, da lediglich eine Tronsformationseinheit 4 zwischen
Kanaldecodierer 1 und Fehlerverdeckungseinheit 2 eingefügt werden muß.
Die in Fig. 1 dargestellte Schaltungsanordnung ist als integrierte Schaltung
realisierbar, wobei bedarfsweise folgende Integrationsmöglichkeiten
wählbar sind:
- - Kanaldecodierer 1 und Transformationseinheit 4
- - Fehlerverdeckungseinheit 2 und Sprachdecodierer 3
- - Kanaldecodierer 1, Transformationseinheit 4 und
- - Fehlerverdeckungseinheit 2
- - Transformationseinheit 4 und Fehlerverdeckungseinheit 2.
Claims (8)
1. Verfahren zur Ermittlung einer Qualitätsinformation über die
Übertragungsqualität eines Sprachsignals, das in einem digitalen
Übertragungssystem über einen Kanaldecodierer (1) und über eine
Fehlerverdeckungseinheit (2) und über einen Sprachdecodierer (3) einen
Teilnehmer erreicht und bei dem von dem Kanaldecodierer (1) aus einer
ersten Anzahl (y') Eingangsbits eine erste Bilfehlerrate (BER(x')) geschätzt
wird und bei dem aus einer zweiten Anzahl (z') Eingangsbits von einem
Empfänger oder Equalizer eine zweite Bitfehlerrate (BER(z')) geschätzt
wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
mittels einer Transformationseinheit (4) die erste Bitfehlerrate (BER(x')) und
die zweite Bitfehlerrate (BER(z')) gemäß einer Transformationsvorschrift,
derart verarbeitet und kombiniert werden, daß eine Qualitätsinformation
als Eingangsparameter für die Fehlerverdeckungseinheit (2) ermittelt wird,
durch die eine Verbesserung der Sprachqualität bewirkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der
Transformationseinheit (4) ein erster Mittelwert (BERn(x')) aus den
blockweise ermittelten ersten Bitfehlerraten (BER(x')) und ein zweiter
Mittelwert (BERn(x')) aus den blockweise ermittelten zweiten Bitfehlerraten
(BER(z')) gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der
Transiormationseinheit (4) aus den ersten Bilfehlerraten (BER(x')) und den
zweiten Bitfehlerraten (BER(z')) ein gemeinsamer Mittelwert gebildet wird
gemäß
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der
Transformationseinheit (4) nach einem ersten Auswahlkriterium aus den
ersten Bilfehlerraten (BER(x')) ein Qualitätsmaß ermittelt wird gemäß
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der
Transformationseinheit (4) nach einem zweiten Auswahlkriterium aus den
ersten Bitfehlerraten (BER(x')) ein Qualitätsmaß ermittelt wird gemäß
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transformationsvorschrift der Transformationseinheit (4) in Abhängigkeit
vom Wert eines sogenannten Bad Frame Indikators (BFI) ausgewählt wird.
7. Schaltungsanordnung zur Realisierung des Verfahrens dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Kanaldecodierer (1) und der
Fehlerverdeckungseinheit (2) die Transformationseinheit (4) derart
geschaltet ist, daß der die erste Biffehlerrate (BER(x')) liefernde Ausgang
des Kanaldecodierers (1) mit einem ersten Eingang der
Transformationseinheit (4) verbunden ist, daß an einem zweiten Eingang
der Transformationseinheit (4) die von einem Empfänger oder Equalizer
gelieferte zweite Bilfehlerrate (BER(z')) liegt und daß die Ausgänge der
Transformationseinheit (4) mit der Fehlerverdeckungseinheit (2) verbunden
sind.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein
dritter Eingang der Transformationseinheit (4) und die
Fehlerverdeckungseinheit (2) mit einer den Bad Frame Indikator (BFI)
liefernden Leitung verbunden sind.
Priority Applications (3)
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