DE19918669A1 - Trockner mit integrierter Kühleinheit - Google Patents
Trockner mit integrierter KühleinheitInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf einen Trockner für Materialbahnen, auf deren Oberfläche Farbe aufgetragen ist, mit einem Gehäuse (9). Das Gehäuse (9) ist in Sektionen (1.1, 1.2, 1.3) unterteilt und enthält eine Bahnlaufebene (12), in der die Materialbahn transportiert wird. Eine Kühl- und Konditioniereinheit (2) ist in das Gehäuse (9) des Trockners (1) integriert, wobei Prozeßluft (18) in das Gehäuse (9) des Trockners (1) durch die Kühl- und Konditioniereinheit (2) eintritt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Trockner mit integrierter Kühleinheit wie er
besonders bahnverarbeitenden Rotationsdruckmaschinen nachgeordnet ist.
Die US 5,471,847 offenbart eine Bahnkühlungsvorrichtung. Mit der dort offenbarten
Lösung sollen die Nachteile bisheriger Trocknungskonzepte dadurch überwunden werden,
daß die Bahn in erster Linie durch Verdampfung einer Flüssigkeit anstatt durch
Wärmeleitung oder Konvektion gekühlt wird. Dabei verbleibt genügend Feuchtigkeit in der
Bahn, so daß ein Schrumpfen der Bahn unterbleibt und die statische Aufladung der Bahn
ein Minimum annimmt. In einem Trockner für Offsetdruckanwendungen wird die Bahn bis
auf 2% Restfeuchtegehalt getrocknet und absorbiert dadurch aus der sie umgebenden Luft
Feuchtigkeit bis zu einem Feuchtegehalt zwischen 4% und 6%. Diese zusätzliche
Feuchteaufnahme auf der Umgebung wird gemäß US 5,471,847 durch eine eigens dazu
vorgesehene Feuchteauftragsvorrichtung realisiert.
EP 0 723 126 A1 offenbart eine Steuereinrichtung und eine Anordnung für einen in einem
industriellen Trockner kontinuierlich ablaufenden Trocknungsprozeß. In einem Trockner
zum schwebenden Führen einer Materialbahn zum abgestuften Trocknen der Bahn
rezirkuliert lösungsmittelhaltige Luft im Trocknerinneren. Es wird ein Verfahren zur
besseren Steuerung der lösungsmittelhaltigen Luft im Trocknerinneren vorgeschlagen.
Dadurch wird das Kondensieren der Lösungsmittel und verschiedener auf Lösungsmittel
basierender Nebenprodukte signifikant reduziert oder gar ganz ausgeschaltet. Mittels des
hier offenbarten Verfahrens kann nicht nur eine erhebliche Reduktion der Kondensation,
sondern auch ein intensiveres Durchmischen und damit eine gleichmäßigere Verteilung der
Lösungsmittel erzielt werden, wodurch das Sicherheitsniveau insgesamt angehoben wird,
in dem Bereiche gänzlich vermieden werden, in denen lösungsmittelhaltige Luft in hohen
Konzentrationen vorliegt. Umgebungsluft gelangt in den Trockner und wird mit der
lösungsmittelhaltigen Luft im Trocknerinneren gemischt. Das Luftgemisch wird der ersten
Zone des Trockners gemäß EP 0 723 126 A1 wieder zugeführt. Die offene Flamme des
Brenners wird dadurch mittels Umgebungsluft von außen gekühlt. Nach Kühlung der
offenen Flamme durch Umgebungsluft wird rezirkulierte Luft aus dem Trocknerinneren
der Frischluft zugemischt. Mittels der hier aufgezeigten Konfiguration läßt sich das
Volumen des Abgases zu einer eventuell vorhandenen Nachverbrennungseinheit nicht
signifikant reduzieren. In dieser Ausführungsform wird Umgebungsluft dazu verwendet,
die offene Brennerflamme zu kühlen und unerwünschte Verbindungen organischer
flüchtiger Bestandteile zu eliminieren. Die Aufenthaltszeit des Verbrennungsgemisches in
der Brennereinheit erscheint bei der Lösung gemäß EP 0 723 126 A1 nicht ausreichend
bemessen.
DE 32 07 461 A1 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen und
anschließenden Kühlen von insbesondere nach dem Offsetdruckverfahren bedruckten
Warenbahnen. Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß des
Offsetdruckverfahrens. Nach dem berührungslosen Trocknen der bedruckten Warenbahn
wird die Warenbahn im S- oder Z-Zug über mehrere Kühlwalzen geführt. Dabei wird durch
Befeuchtung des Mantels der ersten Kühlwalze unter der Warenbahnseite, die als erste
gekühlt wird, ein leicht spaltbarer Wasserfilm zwischen Warenbahn und Walzenmantel
gebracht. Diese Maßnahme führt dazu, daß beim körperlichen Kontakt der Warenbahn mit
dieser und den anderen Kühlwalzen die noch weiche thermoplastische Druckfarbe nicht
gespalten wird. Die Neigung der Warenbahn zur Bildung von Wellen quer zur
Durchlaufrichtung wird vermindert, weil die Spaltung des Wasserfilms in Folge ihrer
unterschiedlichen Stärke in den bedruckten und den nicht bedruckten und deshalb stark
getrockneten Bereichen zu einer gleichsmäßigen Feuchteverteilung führt.
In der Lösung gemäß DE 197 10 124 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Temperierung von Kühlwalzen offenbart. Diese Lösung bezieht sich auf ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Kühlung einer bedruckten oder beschichteten Materialbahn, welche
insbesondere nach dem Offsetdruckverfahren bedruckt wurde und aus Papier besteht. Die
Materialbahn hat nach dem Auftragen von Farbe eine Heizzone passiert und wird über eine
Vielzahl von Kühlwalzen eines Kühlwalzenstandes geführt. Dabei ist der Fluß des
Kühlmediums durch die Kühlwalzen eines Kühlwalzenstandes durch zwei verschiedene
Kühlkreisläufe unterschiedlichen Temperaturniveaus erzeugt und entgegen der
Bahnlaufrichtung einer Materialbahn über die Kühlwalzen gerichtet.
Auch bei dieser Lösung ist der Kühlwalzenstand getrennt vom vorgeschalteten Trockner
der Rotationsdruckmaschine angeordnet.
Die bekannten Trockner/Kühlwalzenstandkonfigurationen zeigen separate
Trocknergehäuse und separate Gehäuse für Kühlwalzen und Wiederbefeuchtungseinheiten,
die sich weiter abwärts von der Bahnlaufebene befinden. Diese voneinander getrennt
angeordneten Gehäuse haben den signifikanten Nachteil, daß in einem Gehäuse auftretende
Probleme im nächsten, diesem nachgeordneten Gehäuse, weitere Probleme aufwerfen,
beispielsweise den seitlichen Verlauf der Materialbahn. Bekannte Kühlwalzenstände
beanspruchen eine relativ große Stellfläche und vergrößern dadurch die gesamte Baulänge
einer Rollenrotationsdruckmaschine. Außerdem kann bei den bekannten
Kühlwalzenstandanordnungen aus dem Stand der Technik Ölkondensation auf den
Oberflächen der ersten Kühlwalzen dieser Kühlwalzenstände auftreten.
Angesichts der aufgezeigten Lösungen aus dem Stand der Technik und bekannter
Trockner/Kühlwalzenstandkonfigurationen und den im technischen Gebiet auftretenden
Problemen ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, der
Trockner/Kühlwalzenstandkonfigurationen innewohnende Nachteile wie beispielsweise
Farbaufbau, seitliches Verlaufen der Materialbahn und das Kondensationsproblem
weitgehend auszuschalten.
Ein weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, die gesamte Baulänge
einer Rotationsdruckmaschine zu verringern. Eine andere erfindungsgemäße Aufgabe ist
darin zu sehen, es zu vermeiden, das Bedienungspersonal einer Rollenrotation der
Nachverdunstung auszusetzen.
Schließlich soll mittels der erfindungsgemäßen Lösung erreicht werden, daß die
Ausrichtung eines dem Kühlwalzenstandes nachgeordneten Falzapparates unabhängig von
den übrigen Rotationsdruckmaschinenkomponenten bleibt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden diese Aufgaben durch die Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst.
Da die Materialbahn wie beispielsweise eine bedruckten Papierbahn, bei der beide Seiten
bedruckt sind, nunmehr zwischen Trockner und Kühlwalzenstand nicht mehr den
Bedingungen der umgebenden Atmosphäre ausgesetzt ist, kann das Anhaften von
Grenzschichten kalter Luft an beiden Seiten der Materialbahn verhindert werden. Auf diese
Weise lassen sich Luftkissen zwischen den Kühlwalzenoberflächen und der diese
kontaktierenden Seiten der Materialbahn vermeiden, wodurch weiterhin die
Ölkondensation ausgeschlossen wird. Weiterhin läßt sich mittels der erfindungsgemäßen
Anordnung das Rußen am Trocknerausgang vermeiden, da der Trocknerausgang nicht
länger mit der umgebenden Atmosphäre verbunden ist, da der Kühlwalzenstand gemäß der
vorliegenden Erfindung in das Trocknergehäuse integriert ist. Frischluft, die durch die in
den Trockner integrierte Kühl- und Konditioniereinheit geleitet wird, trägt weiter zur
Nachverdunstung innerhalb der kombinierten Trockner/Kühlwalzenstand-
Konditioniereinheitanordnung bei.
In weiteren Ausbildungen der vorliegenden Erfindung kann der Trockner eine Heizzone,
eine Verdampfungszone sowie eine Kühlzone umfassen, die voneinander getrennt sein
können oder wobei die Heizzone und die Verdampfungszone miteinander kombiniert sind
und lediglich von der Kühlsektion getrennt sind. In jeder dieser Zonen sind entsprechende
obere und untere Gebläse angeordnet, welche konditionierte Luft, beispielsweise aus
Brennereinheiten zugeführter Heizluft und aus den Düsenbalken austretende Umluft,
wieder an die Düsenbalken, die sich durch die Zonen des Trockners erstrecken,
zurückführen. In vorteilhaften Prozeßluftführungsverfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung werden nachstehend Prozeßluft- und Heißluftführungsverfahren angegeben, die
geeignet sind, einen Trockner gemäß der vorliegenden Erfindung entweder im Gegenstrom
oder im Gleichstromluftführungsprinzip zu betreiben.
Gemäß eines Verfahrens zur Behandlung einer Materialbahn gemäß der vorliegenden
Erfindung laufen die miteinander verbundenen Verfahren des Aufheizens, des
Verdampfens, des Abkühlens und des Kühlens an ein Kühlwalzenstand alle in einem
gemeinsamen Gehäuse ab, welches von der es umgebenden Umgebungsatmosphäre
gekapselt ist. Eine in die erfindungsgemäßen Anordnung eines kombinierten
Trockners/Kühlwalzenstandgehäuses eintretende Materialbahn hat an ihrem Eintritt im
wesentlichen dieselben Eintrittsparameter, verglichen mit ihren Austrittsparametern wie
zum Beispiel die seitliche Lage der Bahn, das Temperaturniveau sowie den Feuchtegehalt.
Anhand einer Zeichnung sei die Erfindung nachstehend näher beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Trockner/Kühlwalzenstandanordnung gemäß der vorliegenden Erfindung,
wobei eine Brennereinheit beispielsweise außen am
Trockern/Kühlwalzenstandgehäuse angebracht ist,
Fig. 2 ein Luftführungsschema innerhalb eines Trockners gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei Prozeßluft durch eine der Trocknersektionen geleitet wird,
Fig. 3 ein Luftführungsschema eines Trockners gemäß der vorliegenden Erfindung,
wobei der Trockner nach dem Gegenstromprinzip betrieben wird, und
Fig. 4 schließlich ein Luftführungsschema für eine Trockner gemäß der vorliegenden
Erfindung der im Gleichstromprinzip betrieben wird.
Fig. 1 zeigt eine Trockner/Kühlwalzenstandkonfiguration gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei an der Außenseite des Trockners eine Brennereinheit untergebracht ist.
In dem hier gegebenen Beispiel umfaßt ein Trockner 1 eine erste Sektion 1.1, sowie eine
zweite Sektion 1.2 sowie eine dritte Sektion 1.3. Unmittelbar hinter der dritten Sektion 1.3
ist eine Kühl/Konditioniereinheit 2 angeordnet, die besagte erste Sektion wird als die
Heizzone in einem Trockner bezeichnet, in welchem den Düsen 14.1 Heizluft 19 zugeführt
wird. Die genannte zweite Sektion wird als die lösemittelverdampfende Sektion innerhalb
eines Trockners angesehen, in welchem die höchste Konzentration von Lösemitteln
vorherrscht und der höchste negative Druckgradient vorliegt. Die dritte Sektion 1.3 eines
Trockners 1 ist die Kühlzone genannte Sektion, in welcher jedoch immer noch
Temperaturen höher als 150°C auftreten. Hinter der Kühlsektion 1.3 ist unmittelbar eine
Kühl/Konditioniereinheit 2 in das Gehäuse des Trockners 9 integriert, in welcher die
Materialbahn, beispielsweise eine bedruckte Papierbahn, einen im wesentlich vertikal
orientierten Bahnverlauf annimmt, angedeutet durch das Bezugszeichen 26.
In der Anordnung gemäß Fig. 1 ist eine Brennereinheit 3 außerhalb des Trocknergehäuses 9
angeordnet und kann im Bedarfsfalle eine Nachverbrennungseinrichtung enthalten und
einen entsprechenden Wärmetauscher 8, der hier nur schematisch angedeutet ist und sich
auf der rechten Seite der Brennereinheit 3 in Fig. 1 findet. Oberhalb der Brennereinheit 3
ist eine Gaszufuhr 4 angeordnet, wobei die Brennereinheit 3 zwei Heißluftauslässe 5
enthält, durch welche Heißluft 20 in das Innere des Trocknergehäuses 9 geleitet werden
kann. Innerhalb der Brennereinheit 3 ist ein Rohr 7 angeordnet, welches eine Rezirkulation
der Verbrennungsgase erlaubt. Das Gehäuse 9 des Trockners 1 umfaßt einen
Trocknereinlauf 10 und einen Trocknerauslaß 11, wobei der Trocknerauslaß 11 im in Fig. 1
dargestellten Ausführungsbeispiel sich im wesentlichen in vertikaler Richtung erstreckt
und am Auslaß der in das Trocknergehäuse integrierten Kühl/Konditioniereinheit 2
angeordnet ist. Alternativ kann die Bahn die Kühl- und Konditioniereinheit 2 auch in
horizontaler Richtung nach entsprechender Umlenkung verlassen. Die Materialbahn, die
auf beiden Seiten bedruckt sein kann passiert das Trocknergehäuse 9 im wesentlichen sich
in der horizontalen Materialbahn Förderebene 11 erstreckend zwischen oberen
Düsenbalken 14 und unteren Düsenbalken 15. In dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel wird
Heißluft 20 aus der Brennereinheit 3 austretend in die erste Sektion 1.1 via
Heißgasaustritt 5 in die Heizzone 1.1 geleitet.
Innerhalb des Trocknergehäuses 9 sind eine Reihe oberer Gebläse 16 aufgenommen. Ein
erstes oberes Gebläse 16.1 führt Heißluft 19 zu dem Bereich der oberen
Düsenbalkenreihen 14.1, die sich durch die erste Trocknersektion 1.1 erstrecken. Innerhalb
der nachfolgenden Trocknersektion 1.2 ist ein weiteres oberes Gebläse 16.2 angeordnet,
welchem Rückführluft 21 zugeführt wird. Heißluft 20.1 mit einem höheren
Temperaturniveau von etwa 800°C wird dem ersten Gebläse 16.1 zugeführt und von
diesem der oberen Düsenbalkenreihen 14.1 der ersten Trocknersektion 1.1 zugeleitet. Die
höchste Lösemittelkonzentration und der höchste negative Druckgradient herrscht in der
Verdampfungssektion 1.2 des Trockners 1 vor. Im vorliegenden Beispiel sind die erste
Trocknersektion 1.1 und die sich anschließende zweite Trocknersektion 1.2 mittels eines
Trennelementes 30 voneinander getrennt, wobei dieses jedoch Öffnungen zur Passage von
Verbindungsröhren 28 und 29 aufweist und Öffnungen um der Rückführluft 21 das
Überströmen von der ersten Sektion 1.1 in die nachgeordnete zweite Sektion 1.2 aufgrund
des Druckgefälles zu erlauben. Hinter der zweiten Trocknersektion 1.2 ist eine dritte
Trocknersektion 1.3 vorgesehen. In der dritten Trocknersektion 1.3 sind zwei Gebläse
aufgenommen. Ein oberes drittes Gebläse 16.3, dem Frischluft 18 mit
Umgebungsluftparametern zugeführt wird und ein Teil der Rückführluft 21, der als
Kühlzone anzusehenden dritten Trocknersektion 1.3 zugeführt wird. Mittels eines
weiterhin vorgesehenen Gebläses 16.4 wird Rückführluft 21 von der oberen
Düsenbalkenreihe 14.2 der zweiten Trocknersektion 1.2 der Abgasleitung 6 zugeleitet der
optional eine Nachverbrennungseinrichtung nachgeordnet sein kann. Rückführluft 21 von
der Düsenbalkenreihe 14.3 der Kühlzone des Trockners, i. e. der Sektion 1.3 wird mittels
der Verbindungsröhren 28, 29 zur ersten Trocknersektion 1.1 geleitet.
Somit kann Reinigungsluft 22, die vorher Rückführluft 21 der Verdunstungszone i. e. der
Trocknersektion 1.1 war, entweder der optional vorgesehenen
Nachverbrennungseinrichtung zugeführt werden oder direkt in die Abgasleitung selbst
gelangen. Was die Trocknersektionen 1.1, 1.2 und 1.3 in bezug auf die oberen
Düsenbalkenreihen 14.1, 14.2 und 14.3 betraf ist im wesentlichen auch für die unteren
Düsenreihen 15.1, 15.2 und 15.3 gültig und bedarf daher keiner Wiederholung. In gleicher
Weise sind in der unteren Trocknerhälfte ebenfalls ein erstes, zweites, drittes Gebläse
vorgesehen, bezeichnet mit 17.1, 17.2 und 17.3, ebenfalls den einzelnen Trocknersektionen
zugeordnet.
Hinter der Trocknersektion 1.3 ist eine Kühl- und Konditioniereinheit 2 in das Gehäuse des
Trockners 9 integriert. Die die dritte Zone 1.3 des Trockners verlassende Materialbahn tritt
unmittelbar vom Trockner in die Kühl- und Konditioniereinheit 2 ein, ohne der
Umgebungsluft außerhalb des Trocknergehäuses 9 ausgesetzt worden zu sein. Die
Materialbahn, welche die Kühl- und Konditioniereinheit 2 des Trockners 1 am Auslaß 11
verläßt, weist dort die Bahnparameter 33 auf, eine Temperatur von etwa 30°C und einen
Feuchtegehalt von 4% H2O. Dies entspricht im wesentlichen denselben
Eintrittsbedingungen 32, mit der die Materialbahn in den Trockner eintritt, nämlich am
Einlaß des Trockners einer Temperatur von 30°C aufweist, aber einen etwas höheren
Feuchtigkeitsgehalt von etwa 6% H2O aufweist. Wie der Fig. 1 weiterhin entnommen
werden kann, kann die letzte der Kühlwalzen 27 eine separate Antriebseinheit 23
aufweisen, um einen korrekten Einlauf der die Kühl- und Konditioniereinheit 2
verlassenden Bahn in den nachgeordneten Wendestangenüberbau zu gewährleisten.
Dank des sofortigen Eintrittes der Bahn in die Kühl- und Konditioniereinheit 2 wird
Ölkondensation auf den Oberflächen der ersten Kühlwalzen verhindert, da kein Abstand
zwischen dem Trocknerauslaß und dem Eintritt und der Kühl- und Konditioniereinheit 2
auftritt. Das Auftreten von Nachverdunsten kann in das Gehäuse 9 der Kühl- und
Konditioniereinheit 2 verlegt legen, da kontinuierlich Frischluft 18 durch dieses geleitet
wird, welches die Nachverdunstung innerhalb des Gehäuses 9 fördert, so daß das die
Rotation bedienende Personal keiner Nachverdunstung und von flüchtigen Bestandteilen
verdampfender Lösungsmittel ausgesetzt ist.
Ferner kann durch die Kombination der verwandten Prozesse Trocknen, Kühlen und
Wiederbefeuchten einer Materialbahn innerhalb eines Gehäuses die Prozeßführung so
gehalten werden, daß die Bahnspezifikationen am Eintritt in das Gehäuse und am Austritt
aus diesem Gehäuse im wesentlichen übereinstimmen. Somit hat die Temperatur der
Materialbahn am Einlaß ungefähr denselben Wert wie am Auslaß 11 (etwa 30°C); die
seitliche Position der Materialbahn stimmt am Trocknereinlaß 10 und am
Trocknerauslaß 11 im wesentlichen überein, schließlich ist der Feuchtigkeitsgehalt der
Materialbahn von 6% H2O am Trocknereinlaß etwa auf dem gleichen Niveau wie der
Feuchtigkeitsgehalt der Materialbahn am Trocknerauslaß 11. Ein anderer mit der
erfindungsgemäßen Konfiguration einhergehender Vorteil liegt darin, daß durch die
Integration der Kühl- und Konditioniereinheit 2 in das Gehäuse 9 des Trockners die
Baulänge einer Rotation wesentlich kürzer gehalten werden kann, so daß wesentlich
weniger Stellfläche innerhalb eines Druckereibetriebes konsumiert wird.
Fig. 2 zeigt ein Luftführungsschema innerhalb eines Trockners gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei Prozeßluft um eine Sektion des Trockners herumgeführt wird.
In dieser Konfiguration wird Heißgas 20 und Prozeßluft 18 mittels der
Gebläseanordnung 16.3, 17.3 innerhalb der Trocknersektion 1.3 durch das
Verbindungsröhrensystem 28, 29 zur Trocknersektion 1.1 geleitet. Das
Verbindungsröhrensystem 28, 29 kann beispielsweise innerhalb des Trocknergehäuses 9
aufgenommen sein. Zur ersten Trocknersektion 1.1 kann ebenfalls Heißgas 20 zugeführt
werden, wie in dem Luftführungsschema gemäß Fig. 2 zu erkennen ist. Mittels des hier
schematisch wiedergegebenen Gebläsearrangements 16.1, 17.1 kann das Heißgas 20 und
das Luftgasgemisch, welches über das Verbindungsröhrensystem 28, 29 in die erste
Trocknersektion geleitet wird zu Düsenreihen geführt werden, die auf beiden Seiten der
Bahntransportebene angeordnet sind und einen schwebenden Transport dieser
Materialbahnen ermöglichen. Rückführluft 21 der Düsenreihen in der ersten
Trocknersektion 1.1 wird einer Verdampfungssektion 1.2 durch eine Öffnung in dem
Trennelement 30 zugeführt, welches zwischen der ersten und der zweiten
Trocknersektion 1.1 bzw. 1.2 vorgesehen sein kann. Alternativ dazu kann das
Trennelement 30 auch fortgelassen werden, um ein unbehindertes Überströmen der
Rückführluft 21 der Düsenreihen der ersten Trocknersektion 1.1 in die
Verdampfungssektion 1.2 des Trockners 1 zu gewährleisten. In der zweiten Sektion 1.2 des
Trockners 1, also der lösungsmittelaustreibenden Sektion 1.1 herrscht der höchste negative
Druckgradient vor und es ist dort die höchste Lösungsmittelkonzentration vorherrschend.
Aus diesem Grunde ist der zweiten Sektion 1.2 des Trockners 1 eine Abgasleitung 6
zugeordnet, um das Abgas einer optional vorsehbaren Nachverbrennungseinheit außerhalb
des Trockners zuzuführen.
Die Gebläseanordnung 16.2 bzw. 17.2 innerhalb der zweiten Trocknerzone 1.2 verteilt die
Rückführluft 21 zu den entsprechenden Düsenreihenabschnitten innerhalb der
lösungsmittelaustreibenden Sektion 1.2, die bereits in Zusammenhang mit Fig. 1 kurz
beschrieben wurde.
Fig. 3 zeigt ein alternatives Luftführschema innerhalb eines Trockners gemäß der
vorliegenden Erfindung, wobei dieser im Gegenstrommodus betrieben wird.
Wie bereits im Zusammenhang mit Fig. 2 beschrieben worden ist, wird Heißgas 20 einer
Brennereinheit 3 und Prozeßluft 18 einem Gebläsepaar 16.3, 17.3 innerhalb der dritten
Trocknersektion 1.3 zugeführt. Rückführluft 21 wird dann im Gegenstromprinzip in bezug
auf die Bahntransportrichtung von der dritten Trocknersektion 1.3 durch die
Verdampfungszone 1.2 des Trockners in die Heizzone 1.1 transportiert. Den
Gebläseanordnungen 16.3, 17.3; 16.2, 17.2; 16.1, 17.1 wird Heißgas 20 jeweils auch
individuell zugeführt. Während der Passage durch die verschiedenen
Trocknersektionen 1.1, 1.2 und 1.3 wird die Rückführluft 21 allmählich
lösungsmittelhaltiger, besonders innerhalb der Verdampfungszone 1.2. Da die höchste
Lösungsmittelkonzentration der Luft im Trockner bei Gegenstromprinzip innerhalb der
ersten Sektion des Trockners 1.1 erreicht wird, ist eine Abgasleitung 6 der Zone 1.1
zugeordnet, um die lösungsmittelbeladenen Abgase einer Nachverbrennungseinrichtung
innerhalb oder außerhalb des Trockners zuzuführen.
Aufgrund des zwischen der Kühlsektion 1.3 und der Verdampfungssektion 1.2
vorherrschenden Druckdifferenz ist in der Ausführungsform gemäß Fig. 3 zwischen diesen
Zonen ein Trennelement 31 vorgesehen. Innerhalb dieses Trennelementes 31 ist eine
Öffnung vorgesehen, um ein Einströmen von Rückführluft 21 in die
Verdampfungssektion 1.2 zu ermöglichen. Das Trennelement 30, welches in Fig. 3
dargestellt ist und die erste und die zweite Trocknersektion voneinander trennt, ist nicht
unbedingt notwendig, um die Sektionen voneinander zu trennen, es kann auch fortgelassen
werden.
Fig. 4 schließlich zeigt ein Luftführschema für einen Trockner gemäß der vorliegenden
Erfindung, welcher im Gleichstrommodus betrieben wird.
In dieser Konfiguration wird Heißgas 20 und Umgebungsluft 18 von außen der ersten
Trocknersektion 1.1 zugeführt. Innerhalb der ersten Trocknersektion 1.1, also der
Aufheizzone, ist eine Gebläseanordnung 16.1, 17.1 angeordnet, welches eine Verteilung
des Heißgas-Luftgemisches in der Bahnlaufebene gewährleistet. Rückführluft 21 der
genannten Gebläseanordnung 16.1, 17.1 wird in eine Verdampfungssektion 1.2 geleitet
durch ein optional vorsehbares Trennelement 30. Dieses Trennelement 30 kann auch
fortgelassen werden, um ein freies Durchströmen der Rückführluft 21 in die
Verdampfungssektion 1.2 des Trockners 1 zu gewährleisten.
Von der Verdampfungssektion 1.2 des Trockners gelangt Rückführluft 21 nun
lösemittelhaltig aufgrund des dort stattfindenden Verdampfungsprozesses in die
Trocknersektion 1.3, welche mittels eines Trennelementes 31 von der besagten
Verdampfungssektion 1.2 des Trockners 1 trennbar ist. Während ihres Transportes durch
die verschiedenen Trocknersektionen 1.1, 1.2 und 1.3 wird die Rückführluft 21 mehr und
mehr lösungsmittelhaltig, wobei deren höchste Lösungsmittelkonzentration in der letzten
Zone 1.3 erreicht wird. Folglich ist eine Abgasleitung 6 dieser dritten Trocknersektion 1.3
zugeordnet, welche mittels eines vorher bereits erwähnten Trennelementes 31 von der
Verdampfungszone 1.2 des Trockners wegen des hohen Druckunterschiedes getrennt
werden kann.
In der Konfiguration gemäß Fig. 4 ist die Luftführung im wesentlichen parallel zur
Bahnlaufrichtung gehalten. Alle drei hier nur schematisch skizzierten
Luftführungsschemata haben den Vorteil, daß der Frischluftfluß durch die Kühl- und
Konditioniereinheit 2, die dem Trockner nachgeordnet ist und in sein Gehäuse 9 integriert
ist, zu einer weiteren Nachverdunstung innerhalb der Kühl- und Konditioniereinheit 2
beiträgt, unabhängig davon, ob der Prozeßluftstrom 18 diese Kühl- und
Konditioniereinheit 2 in einem oberen Abschnitt oder in einem unteren Abschnitt
durchläuft.
1
Trockner
1.1
erste Sektion
1.2
zweite Sektion
1.3
dritte Sektion
2
Kühl- und Konditioniereinheit
3
Brenner
4
Gaszufuhr
5
Heißgasaustritt
6
Abgasleitung
7
Rohr
8
Wärmetauscher
9
Gehäuse
10
Trocknereinlaß
11
Trocknerauslaß
12
Bahnlaufebene
13
Bahnlaufrichtung
14
obere Düsenreihe
14.1
oberer Düsenabschnitt
14.2
oberer Düsenabschnitt
14.3
oberer Düsenabschnitt
15
untere Düsenreihe
15.1
unterer Düsenreihenabschnitt
15.2
unterer Düsenreihenabschnitt
15.3
unterer Düsenreihenabschnitt
16
obere Gebläse
16.1
oberes erstes Gebläse
16.2
oberes zweites Gebläse
16.3
oberes drittes Gebläse
16.4
oberes Reinigungsluftgebläse
17
untere Gebläse
17.1
unteres erstes Gebläse
17.2
unteres zweites Gebläse
17.3
unteres drittes Gebläse
17.4
unteres Reinigungsluftgebläse
18
Frischluft
19
Heißluft
20
Heißluft vom Brenner
20.1
Heißluft mit höherem Temperaturniveau
20.3
Heißluft mit niedrigerem Temperaturniveau
21
Rückführluft
22
Reinigungsluft
23
Antrieb
24
erste Kühlwalze
25
Wiederbefeuchtungseinheit
26
Bahnlaufpfad
27
Kühlwalzen
28
obere Verbindungsröhre
29
untere Verbindungsröhre
30
Trennelement
31
Trennelement
32
Bahneinlaufparameter
33
Bahnauslaufparameter
34
Kühlwalzen
Claims (10)
1. Trockner für Materialbahnen, auf deren Oberfläche Farbe aufgetragen ist, mit einem
Gehäuse (9), welches in Sektionen (1.1, 1.2, 1.3) unterteilt ist und welches eine
Bahnlaufebene (12) enthält, in der die Materialbahn transportiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Kühl- und Konditioniereinheit (2) in das Gehäuse (9) des Trockners (1)
integriert ist, wobei Prozeßluft (18) in das Gehäuse (9) durch die Kühl- und
Konditioniereinheit (2) eintritt.
2. Trockner gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (9) eine Heizsektion (1.1), eine Verdampfungssektion (1.2) sowie
eine Kühlsektion (1.3) enthält.
3. Trockner gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Prozeßluft (18) um die Verdampfungssektion (1.2) herum der Heizsektion (1.1)
zugeleitet wird.
4. Trockner gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß Prozeßluft (18) mittels Verbindungsröhren (28, 29) der Heizzone (1.1) zugeführt
wird.
5. Trockner gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Heißluft (20.1) höheren Temperaturniveaus der Heizzone (1.1) und/oder
Heißluft (20.3) eines niedrigeren Temperaturniveaus der Kühlzone (1.3) des
Trockners (1) zugeführt wird.
6. Trockner gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
die Luftführung innerhalb des Trockners (1) entgegen der Bahnlaufrichtung durch die
Sektionen (1.1, 1.2, 1.3) gerichtet ist.
7. Trockner gemäß Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückführluft (21) zwischen den Sektionen (1.1, 1.2, 1.3) des Trockners (1)
entgegengesetzt zur Bahnlaufrichtung ausgetauscht wird.
8. Trockner gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückführluft (21) zwischen den Sektionen (1.1, 1.2, 1.3) in Bahnlaufrichtung
ausgetauscht wird.
9. Verfahren zur Behandlung einer Materialbahn, von der zumindest eine Seite bedruckt
ist, wobei die nachfolgenden Verfahrensschritte alle in einem Gehäuse (9) ablaufen:
- - dem Aufheizen einer Materialbahn im Trockner (1),
- - dem Verdampfen flüchtiger organischer Lösungsmittel,
- - dem Abkühlen der Materialbahn während des weiteren Bahnlaufs in der Bahnlaufebene (12),
- - dem Kühlen der Materialbahn in einer Kühl- und Konditioniereinheit (2) des Trockners (1) und
- - dem Führen von Prozeßluft (18) in das Gehäuse (9) durch die Kühl- und Konditioniereinheit (2).
10. Verfahren zur Behandlung einer Materialbahn gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bahneintrittsparameter (32) der Materialbahn am Trocknereingang (10) mit
denjenigen (33) am Trocknerausgang (11) im wesentlichen übereinstimmen.
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