DE19915790A1 - Vorrichtung zum Kompensieren von Schwingungen einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Vorrichtung zum Kompensieren von Schwingungen einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Kompensieren von Schwingungen einer Brennkraftmaschine mit einer ersten und zweiten Schwungmasse 6, 7, die mit der Kurbelwelle 2 in Antriebsverbindung stehen, wobei die Brennkraftmaschine 1 mit der ersten Schwungmasse 6 ständig und mit der zweiten Schwungmasse 7 zeitweise in Antriebsverbindung steht.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Kompensie
ren von Schwingungen einer Brennkraftmaschine mit einer ersten
und zweiten Schwungmasse.
Es ist bereits eine Vorrichtung der eingangs aufgeführten Art
bekannt (DE 196 10 141 A1), die eine an der Kurbelwelle befe
stigte Primärmasse sowie eine Sekundärmasse aufweist, die über
eine Kupplung mit dem Antriebsstrang des Fahrzeugs verbindbar
sind. Die Sekundärmasse ist jedoch drehmomentensteif - bezogen
auf die Schwungradachse - gelenkig bzw. biegeweich an der Pri
märmasse angebunden. Taumelbewegungen der mit geringer Masse
ausgebildeten Primärmasse werden somit nicht auf die im wesent
lichen die Schwungmasse tragende Sekundärmasse übertragen.
Demgemäss besteht die Erfindungsaufgabe darin, die Brennkraft
maschine derart auszubilden und anzuordnen, dass das Anfahrmo
ment klein gehalten und das Schwungverhalten günstig beein
flusst wird.
Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass die
Brennkraftmaschine mit der ersten Schwungmasse ständig und mit
der zweiten Schwungmasse wahlweise in Antriebsverbindung bring
bar ist. Hierdurch wird erreicht, dass das Betriebsverhalten
der Brennkraftmaschine jederzeit über das Zu- bzw. Abschalten
der zweiten Schwungmasse so beeinflusst werden kann, dass stö
rende Schwingungen auf ein Minimum gedämpft und die aufzubrin
genden Beschleunigungsmomente bzw. Leistungsverluste reduziert
werden.
Ferner ist es vorteilhaft, dass die Brennkraftmaschine über ein
Getriebe und eine Kupplung zumindest mit der zweiten Schwung
masse in Antriebsverbindung steht. Hierdurch ist es ohne weite
res möglich, die zweite Schwungmasse wahlweise zuzuschalten, um
sie in den erforderlichen Betriebspunkten zu nutzen.
Eine zusätzliche Möglichkeit ist gemäss einer Weiterbildung der
erfindungsgemässen Vorrichtung, dass die zwischen der Brenn
kraftmaschine und der zweiten Schwungmasse vorgesehene Kupplung
drehmomentensteif ausgebildet ist und somit auch Drehimpuls
spitzen übertragen werden. Um dies zu gewährleisten, sollte die
Kupplung formschlüssig ausgeführt sein, da nicht bei allen
kraftschlüssigen Kupplungen eine ausreichende Drehmomentstei
figkeit erreicht wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft,
dass das Drehzahlverhältnis zwischen der Brennkraftmaschine und
der zweiten Schwungmasse einen Wert kleiner oder grösser als
eins aufweist. Durch eine erhöhte Drehzahl der Schwungmasse
kann die eigentliche Masse der Schwungmasse und damit ihr Träg
heitsmoment reduziert werden, wobei der Drehimpuls, als Produkt
aus Drehzahl und Trägheitsmoment, nicht verringert wird. Da
durch kann jedoch das Anfahrmoment der Brennkraftmaschine klein
gehalten werden.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Lösung ist schliesslich vorgesehen, dass die Kupplung in Abhän
gigkeit einer Störgrösse automatisch eine Antriebsverbindung
zwischen der Brennkraftmaschine und der zweiten Schwungmasse
herstellt.
Von besonderer Bedeutung ist für die vorliegende Erfindung,
dass die Kupplung über einen Regelkreis mit einem Aufnehmer zur
Erfassung der Störgrösse in Wirkverbindung steht. Die Stör
grössen können hierbei unbekannt oder bekannt sein. Wenn sie unbe
kannt sind, so werden sie über den Aufnehmer bzw. den Regel
kreis unmittelbar erfasst und bewertet. Wenn die Störgrössen
bekannt sind, d. h. wenn sie in bekannten Betriebsbereichen der
Brennkraftmaschine auftreten, so werden sie z. B. in Verbindung
mit der Drehzahl bewertet.
Im Zusammenhang mit der erfindungsgemässen Ausbildung und An
ordnung ist es von Vorteil, dass das Verhältnis zwischen der
ersten Schwungmasse und der zweiten Schwungmasse einen Wert
grösser oder kleiner als eins aufweist. Eine kleinere Schwung
masse hat neben dem geringeren Gesamtgewicht der Brennkraftma
schine den Vorteil, das Anfahrmoment günstig zu beeinflussen.
Vorteilhaft ist es ferner, dass die zweite Schwungmasse über
einen externen Antrieb zumindest zeitweise antreibbar ist, da
somit beim Zuschalten der zweiten Schwungmasse ein abruptes
Verzögern der Brennkraftmaschine verhindert wird.
Ausserdem ist es vorteilhaft, dass der externe Antrieb zwischen
der Kupplung und der zweiten Schwungmasse vorgesehen ist.
Hierzu ist es vorteilhaft, dass neben der ersten Vorrichtung
zum Ausgleich der Schwingungen zumindest eine weitere Vorrich
tung zum Ausgleich der Schwingungen vorgesehen ist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Pa
tentansprüchen und in der Beschreibung erläutert und in den Fi
guren dargestellt.
Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer
Brennkraftmaschine mit einer ersten und
zweiten Schwungmasse,
Fig. 2 eine vereinfachte Darstellung der
Brennkraftmaschine gemäss Fig. 1 zur
Darstellung des Kraftflusses,
Fig. 3 einen Regelkreis zur Steuerung der zu
schaltbaren Schwungmasse,
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer an
ders ausgestalteten Schwungmasse.
In der Figur ist eine als Sechszylinder ausgebildete Brenn
kraftmaschine 1 mit einer Kurbelwelle 2 dargestellt, die an ih
rem einen Ende eine erste Schwungmasse 6 aufweist, die ständig
mit der Kurbelwelle 2 umläuft. Die Kurbelwelle 2 steht ferner
über ein Getriebe 3 mit einer zweiten Schwungmasse 7 in An
triebsverbindung.
Das Getriebe 3 kann als Zahnradgetriebe oder als Zugmittelge
triebe ausgeführt sein.
Die Brennkraftmaschine 1 steht ferner über die Kurbelwelle 2
und die erste Schwungmasse 6 sowie einen Wandler 13 mit einem
Fahrzeuggetriebe 14 in Antriebsverbindung.
Am vorderen Ende der Brennkraftmaschine 1 tritt die Kurbelwel
le 2 aus einem Gehäuse 10 der Brennkraftmaschine 1 aus und
treibt über das Getriebe 3 die weiteren Aggregate, wie ein Lüf
terrad 11, einen nicht dargestellten Generator an.
Nach diesem Ausführungsbeispiel ist es möglich, dass der An
trieb der zweiten Schwungmasse 7 ebenfalls über das Getriebe 3
erfolgt. Das Getriebe 3 steht über eine Kupplung 5 mit der
zweiten Schwungmasse 7 in Antriebsverbindung. Hierdurch wird
der Kraftfluss zwischen dem Getriebe 3 und der zweiten Schwung
masse 7 gewährleistet.
Bei jedem Motor treten in bestimmten Betriebszuständen Schwin
gungen auf, die reduziert werden sollen, um ein gleichmässiges,
ruhiges Betriebsverhalten des Motors zu gewährleisten.
Bei Bedarf kann hierzu die zweite Schwungmasse 7 über die Kupp
lung 5 der Brennkraftmaschine 1 zugeschaltet und somit die
zweite Schwungmasse 7 beschleunigt werden. Soll das Anlaufmo
ment der Brennkraftmaschine 1 klein gehalten werden oder wird
die zweite Schwungmasse 7 aus anderen Gründen nicht benötigt,
so kann über die Kupplung 5 der Kraftfluss zwischen der
Schwungmasse 7 und dem Getriebe 3 getrennt werden.
Durch das Getriebe 3 wird nicht nur der Antrieb der zweiten
Schwungmasse 7 realisiert, sondern auch das Drehzahlverhältnis
zwischen der Kurbelwelle 2 und der zweiten Schwungmasse 7 be
stimmt.
Wenn die Drehzahl der zweiten Schwungmasse 7 grösser ist als
die der Kurbelwelle 2, so hat dies den Vorteil, dass die zweite
Schwungmasse 7 bei gleichem Drehimpuls entsprechend kleiner
ausgebildet sein kann als eine synchron zur Kurbelwelle laufen
de Schwungmasse. Der Drehimpuls ist ein Produkt aus Massenträg
heitsmoment und Drehzahl und bleibt somit konstant.
Mit der Änderung des Drehzahlverhältnisses kann bei konstanter
Masse der Drehimpuls beliebig variiert werden, dadurch wird das
Dämpfungsverhalten günstig beeinflusst.
Neben dem Drehzahlverhältnis gibt es noch eine weitere, nicht
dargestellte Möglichkeit, die zweite Schwungmasse 7 bei kon
stantem Drehimpuls zu reduzieren.
Hierbei (Fig. 4) muss die zweite Schwungmasse 7 ring- bzw.
rohrförmig ausgebildet sein, um den Abstand R der rotierenden
Masse von der Rotationsachse zu vergrössern. Das Massenträg
heitsmoment wächst mit R2.
Ferner ist es (in Fig. 2 schematisch angedeutet) möglich, die
zweite Schwungmasse 7 entweder von der Brennkraftmaschine 1
über die Kupplung 5 oder aber über einen externen Antrieb 4 zu
beschleunigen. Dieser externe Antrieb 4 ist als Elektromotor
ausgebildet. Der externe Antrieb 4 befindet sich zwischen der
Kupplung 5 und der zweiten Schwungmasse 7.
Hierbei wird die Leistungsaufnahme zum Beschleunigen der zwei
ten Schwungmasse 7 von einer Batterie auf den Generator und die
Brennkraftmaschine 1 umgelenkt und somit ein abruptes Verzögern
der Brennkraftmaschine 1 verhindert, wenn die zweite Schwung
masse 7 zugeschaltet wird.
Nach einem anderen Ausführungsbeispiel (Fig. 2) ist es auch mög
lich, den gesamten Kraftfluss der Brennkraftmaschine 1 an einer
Seite der Kurbelwelle 2 abzuleiten. Hierbei wird der Hauptteil
des Kraftflusses über die erste Schwungmasse 6 und den Wand
ler 13 zum Fahrzeuggetriebe 14 geführt.
Der andere Teil des Kraftflusses wird über das Getriebe 3 und
die Kupplung 5 zur zweiten Schwungmasse 7 geführt.
In Fig. 3 ist ein Regelkreis zum Steuern der zweiten Schwung
masse 7 dargestellt. Der Regelkreis besteht im wesentlichen aus
einem Regler 8, einem Stellglied (Kupplung 5), der zweiten
Schwungmasse 7, der Brennkraftmaschine 1 und einem Schwingungs
aufnehmer 9.
Zwischen der "Ist"-Grösse der im Moment herrschenden Schwingun
gen und der "Soll"-Grösse erfolgt ein Abgleich. Die durch den
Abgleich und den Regler 8 erhaltene Stellgrösse (Kraft) wird
über die Kupplung 5 umgesetzt und beeinflusst über die Drehzahl
den Drehimpuls der zweiten Schwungmasse 7 und somit das Schwin
gungsverhalten der Brennkraftmaschine 1.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum kompensieren von Schwingungen einer Brenn
kraftmaschine (1) mit einer ersten und zweiten Schwungmasse (6,
7),
dadurch gekennzeichnet,
- - dass die Brennkraftmaschine (1) mit der ersten Schwung masse (6) ständig und mit der zweiten Schwungmasse (7) wahlweise in Antriebsverbindung bringbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Brennkraftmaschine (1) über ein Getriebe (3) und eine
Kupplung (5) zumindest mit der zweiten Schwungmasse (7) in An
triebsverbindung steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zwischen der Brennkraftmaschine (1) und der zweiten
Schwungmasse (7) vorgesehene Kupplung (5) drehmomentensteif
ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Drehzahlverhältnis zwischen der Brennkraftmaschine (1)
und der zweiten Schwungmasse (7) einen Wert kleiner oder grös
ser als eins aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplung (5) in Abhängigkeit einer Störgrösse automa
tisch eine Antriebsverbindung zwischen der Brennkraftmaschi
ne (1) und der zweiten Schwungmasse (7) herstellt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplung (5) über einen Regelkreis mit einem Aufneh
mer (9) zur Erfassung der Störgrösse in Wirkverbindung steht.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhältnis zwischen der ersten Schwungmasse (6) und
der zweiten Schwungmasse (7) einen Wert grösser oder kleiner
als eins aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Schwungmasse (7) über einen externen An
trieb (4) zumindest zeitweise antreibbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der externe Antrieb (4) zwischen der Kupplung (5) und der
zweiten Schwungmasse (7) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass neben der ers
ten Vorrichtung zum Ausgleich der Schwingungen zumindest eine
weitere Vorrichtung zum Ausgleich der Schwingungen vorgesehen
ist.
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