DE19913185A1 - Segelbrett - Google Patents
SegelbrettInfo
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Abstract
Ein Segelbrett wird auf beiden Seiten mit Zusatzflossen in Form einer aerodynamisch scharfen Nase versehen, die im Heckbereich in breitere, V-förmig angeordnete Heckflossen übergehen. Dies führt dazu, daß bei Sprüngen auf der Oberseite des Segelbrettes aerodynamischer Unterdruck entsteht, wodurch wesentlich weitere und höhere Sprünge möglich werden.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Segelbretter mit Fußschlaufen, die zum
Springen geeignet sind, mit an der Seite des Brettkörpers vorgesehenen Zusatzflossen.
Segelbretter mit solchen auftriebserhöhenden Zusätzen sind bekannt.
So wird beispielsweise in der Patentschrift DE 27 51 892 A1 vorgeschlagen, im Bug-
und im Heckbereich eines Segelbrettes jeweils nach oben hin abgesetzte Zusatzflossen
anzubringen, mit denen die Gleiteigenschaften des Segelbrettes im Wasser verbessert
werden sollen durch Ausnutzung des zusätzlichen hydrodynamischen Auftriebes dieser
Zusatzflossen. Auslegung und Formgebung dieser Zusatzflossen wird dabei
ausschließlich von Erfordernissen der Hydrodynamik bestimmt. In der Praxis haben sich
diese Flossen nicht durchgesetzt, weil die Surfer gelernt haben, auch kleine Bretter ohne
Auftriebshilfen zu beherrschen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Flossenform anzugeben, die nicht nur zusätzlichen
hydrodynamischen sondern auch zusätzlichen aerodynamischen Auftrieb liefern kann.
Die Aufgabe wird auf überraschend einfache Weise dadurch gelöst, daß die
Zusatzflossen am Bug beginnend und die beiden Längsseiten des Segelbrettes entlang
verlaufend die Form einer spitzen Nase aufweisen, welche die Außenlinie des
Segelbrettes überragt, so daß neben der hydrodynamischen Außenlinie an der
Unterseite eine zusätzliche aerodynamische Außenlinie an der Oberseite des
Segelbrettes gebildet wird. Vorteilhaft ist es, wenn die aerodynamisch scharte Nase
gegenüber der Unterseite des Brettkörpers nach oben abgesetzt ist, weil so die
Außenlinie im Wasser wie bisher den hydrodynamischen Erfordernissen angepaßt
werden kann. Zusätzlich wird dadurch erreicht, daß die aerodynamische Außenkante
des Segelbrettes nach oben verlagert wird, wodurch die von der Nase ausgehenden
Kantenwirbel sich besser auf der Oberseite des Segelbrettes absetzen können.
Die Hydrodynamik erfordert, daß an der Unterseite des Brettes eine scharte Kante
gebildet wird, damit das strömende Wasser sauber vom Brett abreißen kann, ohne nach
oben gesaugt zu werden (Coanda-Effekt). Andererseits will man dem Brett eine runde
Außenkante geben, um ein weiches Eintauchen im Wasser zu erreichen. Das Problem
wird im Allgemeinen damit gelöst, daß man eine scharte Unterkante mit einer runden
Außenkante kombiniert (tucked under edge). Diese Formgebung ist aber aerodynamisch
ungünstig, einmal weil runde Kanten ungünstig für die Erzeugung von
Vorderkantenwirbeln sind, zum anderen weil die an der Außenkante entstehenden
Luftwirbel bei dieser Formgebung sich nicht auf der Oberseite des Brettes absetzen,
sondern wirkungslos neben dem Brett drehen.
Durch die erfindungsgemäße scharfe Nase wird zusätzlich eine aerodynamisch scharte
Kante an der Oberseite des Brettes gebildet. Dadurch entstehen zum einen stärkere
Randwirbel als bei den bisherigen runden Außenkanten, zum anderen können die
entstehenden Randwirbel sich besser auf der Oberseite des Segelbrettes absetzen, weil
die scharte Nase jetzt zugleich die scharfe Außenkante der Oberseite des Segelbrettes
bildet.
Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die spitznasigen Zusatzflossen im Heckbereich jeweils
in v-förmig angeordnete Heckflossen übergehen, die sich zum Heck hin zunehmend
verbreitern. Dadurch können die entstehenden Randwirbel auch im Heckbereich
Brettoberfläche beaufschlagen, während sie bisher nur wirkungslos neben dem
Segelbrett drehen, weil dieses sich zum Heck hin ja zunehmend verjüngt statt
verbreitert.
Durch eine solche sich verbreiternde Ausformung der Zusatzflossen entsteht
aerodynamisch aus dem Segelbrett ein sehr schlanker Deltaflügel mit scharfen
Vorderkanten. Dies bewirkt, daß bei einem Sprung mit dem Segelbrett nicht nur die
Unterseite des Segelbrettes durch erhöhten Luftdruck aerodynamischen Auftrieb liefert,
sondern gleichzeitig auf der Oberseite des Segelbrettes ein beträchtlicher Unterdruck
entsteht. Die Oberseite des Surfbrettes wirkt, durch die erfindungsgemäße Formgebung
der Zusatzflossen, wie die Saugseite eines Deltaflügels und erzeugt so beträchtlichen
zusätzlichen aerodynamischen Auftrieb.
Bei Sprüngen drehen die Windsurfer ihr Segelbrett unmittelbar nach dem Absprung mit
einem starken Anstellwinkel gegen den Wind, weil sie so durch den Luftdruck auf der
Unterseite des Brettes aerodynamischen Auftrieb erzeugen, der sie besonders hoch
springen läßt. Durch die bisherige aerodynamisch ungünstige Formgebung der
Segelbretter kann sich auf der Oberseite kein nennenswerter aerodynamischer Auftrieb
bilden, weil die entstehenden Randwirbel die Oberseite des Segelbrettes nicht
beaufschlagen.
Erfahrungsgemäß ist aber gerade der Auftrieb, der auf der Saugseite einer Tragfläche
entsteht besonders groß, nämlich fast doppelt so groß wie der Auftrieb durch die
Druckseite.
Die erfindungsgemäße Ausführung der Zusatzflossen führt also dazu, daß man mit
Segelbrettern wesentlich weiter und höher springen bzw. fliegen kann, weil plötzlich ein
bis zwei Quadratmeter einer wirksamen aerodynamischen Tragfläche zusätzlich zur
Verfügung stehen. Durch die erfindungsgemäße Formgebung der Zusatzflossen
entstehen stabile Wirbelsysteme, die sich spiralförmig auf der Oberseite des
Segelbrettes absetzen und hohe Auftriebswerte erzeugen. Diese sog. Deltawirbel führen
erfahrungsgemäß, besonders auch in Boden bzw. Wassernähe, zu sehr hohen
Auftriebsbeiwerten. Das führt dazu, daß nicht nur beim Springen mit dem Segelbrett
sondern bereits bei schneller Gleitfahrt aerodynamischer Auftrieb an der Oberfläche des
Segelbrettes entsteht, mit der Wirkung, daß ein Teil des Gesamtgewichtes des
Windsurfers aerodynamisch von Luft getragen wird und somit weniger Gewicht auf das
Wasser drückt. Dies dürfte sich wiederum durch höhere Geschwindigkeiten bemerkbar
machen.
Es ist vorteilhaft, die Heckflossen v-förmig an das Segelbrett anzuformen, weil so die
kritische Wasserlinie des Segelbrettes im Heckbereich nicht verändert wird und die
Heckflossen so über der Wasseroberfläche geführt werden. Ein weiterer beträchtlicher
Vorteil dieser v-förmig angeordneten aerodynamischen Heckflossen besteht darin, daß
sie zugleich auch die mit zusätzlichen Heckflossen verbundenen hydrodynamischen
Vorteile bieten. Wenn z. B. sehr kleine und leichte Segelbretter, sog. Sinker, mit den
erfindungsgemäßen Zusatzflossen ausgerüstet werden, können auch ungeübte Surfer
solche Bretter nutzen. Bei wenig Wind tauchen dabei die Heckflossen mit ins Wasser
und stabilisieren das Brett. Bei stärkerem Wind hebt der hydrodynamische Auftrieb des
Brettes die Zusatzflossen über die Wasseroberfläche und der Vorteil der geringen
benetzten Fläche eines Sinkerbrettes kommt wieder zur Geltung.
Vorteilhaft ist es weiterhin, die Zusatzflossen direkt mit an das Brett anzuformen und so
harmonische Übergänge zwischen Segelbrett und Zusatzflossen zu erzeugen.
Vorteilhaft kann es aber auch sein, die Zusatzflossen aus thermoplastischem
Faserverbundwerkstoff zu pressen und nachträglich auf das fertige Brett aufzusetzen.
Dies hat den Vorteil, daß man die etwas komplizierte Form der Flossen in großen
Stückzahlen preiswert erzeugen kann und auch noch nachträglich unterschiedliche
Formen anbringen kann. Zudem ist dieser Werkstoff sehr leicht und
schlagunempfindlich.
Vorteilhaft kann es weiterhin sein, die Zusatzflossen aus elastischem,
geschlossenzelligen Kunststoffschaum, sog. EVA zu bilden und nachträglich
aufzusetzen. Dies hat den Vorteil, daß es sich um ein biegeelastisches, relativ weiches
Material handelt, was die Verletzungs- und Bruchgefahr verringert und weiches sich
zusätzlich sehr leicht unterschiedlichen Brettformen anpaßt.
Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachstehend anhand der
schematischen Zeichnung eines Ausführungsbeispieles beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 die Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Segelbrett mit den Querschnitten S-S1
und S-S2;
Fig. 2 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Segelbrettes mit den Querschnitten
S-S1 und S-S2;
Fig. 3 die übliche Darstellung von Deltawirbeln an einer schlanken Deltafläche mit
Schnitt A-A durch einen Wirbel V;
Fig. 4 zeigt die bisher übliche Form der runden Außenkanten von Segelbrettern mit dem
Schnitt durch einen Wirbel V;
Fig. 5 zeigt, wie bei Segelbrettern mit der erfindungsgemäßen scharfen Nase die
entstehenden Wirbel V die Oberseite des Segelbrettes beaufschlagen.
Fig. 1 zeigt in der Draufsicht ein Segelbrett (1), bei dem an beiden Seiten Zusatzflossen
(2) in Form einer scharfen Nase angefügt sind. Die Außenlinie des Segelbrettes wird
dabei von der scharfen Nase gebildet, so daß aerodynamisch ein schlanker Deltaflügel
entsteht. Die Abbildung zeigt auch, wie sich die scharfen Nasen im Heckbereich zu einer
breiten Heckflosse (3) erweitern, so daß auch im Heckbereich die Brettoberfläche von
Deltawirbeln beaufschlagt werden kann.
In Fig. 2 erkennt man, daß die Heckflossen (3) v-förmig nach oben verlaufen.
Fig. 3 zeigt eine übliche Darstellung von Deltawirbeln (V), wie sie besonders an scharfen
Kanten schlanker Deltaflächen entstehen, und sich entlang der Oberseite aufrollen.
In Fig. 4 sieht man den Schnitt durch ein herkömmliches Segelbrett (1) mit einer runden
Außenkante und einer scharfen Wasserabrißkante (4) im unteren Bereich. Beim
Springen strömt Luft von der Unterseite des Brettes nach oben und beginnt an der
Wasserabrißkante (4) Luftwirbel zu bilden, die aber nicht auf die Oberseite des
Segelbrettes gelangen, sondern, besonders im sich verjüngenden Heckbereich,
wirkungslos neben dem Segelbrett drehen.
In Fig. 5 sieht man wie die Randwirbel, die sich jetzt an der scharten Nase der
erfindungsgemäßen Zusatzflosse bilden, auf der Brettoberseite absetzen und so
zusätzlichen aerodynamischen Auftrieb erzeugen können.
Claims (6)
1. Segelbrett, das zum Springen geeignet ist, mit Fußschlaufen und Zusatzflossen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzflossen an beiden Längsseiten die Form einer
aerodynamisch scharfen Nase haben, diese Nase die Außenlinie des Segelbrettes
überragt, so daß aerodynamisch eine neue Außenlinie von der scharfen Nase gebildet
wird und die Zusatzflossen gegenüber der Unterseite des Brettkörpers in der Weise
nach oben hin abgesetzt sind, daß die von der Nase ausgehenden Luftwirbel die
Oberseite des Segelbrettes beaufschlagen.
2. Segelbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzflossen im
Heckbereich in v-förmig angeordnete Heckflossen übergehen.
3. Segelbrett nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Heckflossen sich
zum Heck hin zunehmend verbreitern, so daß in der Draufsicht das Segelbrett die Form
eines sehr schlanken Deltaflügels erhält.
4. Segelbrett nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Nasen und
Heckflossen direkt an das Brett angeformt sind.
5. Segelbrett nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Nasen und
Heckflossen aus thermoplastischem Faserverbundwerkstoff gefertigt sind und
nachträglich aufgesetzt werden.
6. Segelbrett nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Nasen und
Heckflossen aus elastischem, geschlossenzelligen Kunststoffschaum, wie z. B. EVA
gefertigt sind und nachträglich aufgesetzt werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19913185A DE19913185A1 (de) | 1999-03-24 | 1999-03-24 | Segelbrett |
Applications Claiming Priority (1)
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| Country | Link |
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Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20100136861A1 (en) * | 2008-06-25 | 2010-06-03 | Scott Burke | Tube rail waterboard |
| DE102011010962B3 (de) * | 2010-09-20 | 2012-03-15 | Jürgen Banning | Segelboot |
| CN110562384A (zh) * | 2019-09-29 | 2019-12-13 | 成都市陈式船舶研发有限公司 | 一种轻型漂浮推进船体 |
| US10513318B1 (en) | 2019-02-25 | 2019-12-24 | Mink Surf Llc | Stabilizing water diffuser system for water sports board, water sports board with water diffuser system, and method of using the same |
-
1999
- 1999-03-24 DE DE19913185A patent/DE19913185A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20100136861A1 (en) * | 2008-06-25 | 2010-06-03 | Scott Burke | Tube rail waterboard |
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| US10780956B2 (en) | 2019-02-25 | 2020-09-22 | Mink Surf Llc | Stabilizing water diffuser system for water sports board, water sports board with water diffuser system, and method of using the same |
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