DE19911156C2 - Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen Werkstücken - Google Patents
Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen WerkstückenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Drehmaschine zur Bearbeitung von
wellenförmigen Werkstücken gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Aus der DE 197 15 000 A1 ist eine Drehmaschine dieser Gattung
bekannt. Bei dieser Drehmaschine sind der Spindelstock und
der diesem gegenüber angeordnete Reitstock mit horizontaler
Achse an einem Kreuzschlitten angeordnet, der vertikal (X-
Achse) und horizontal (Z-Achse) verfahrbar ist. Mittels des
Kreuzschlittens können der Spindelstock und der Reitstock
gemeinsam zwischen einer Bearbeitungsstation und einer Über
gabestation verfahren werden. In der Übergabestation kann das
zu bearbeitende Werkstück, insbesondere ein wellenförmiges
Werkstück von der Arbeitsspindel und dem Reitstock aufgenom
men und gespannt werden, um in dieser Aufspannung zu der Be
arbeitungsstation transportiert und dort bearbeitet zu wer
den. Das bearbeitete Werkstück wird in gleicher Weise wieder
zu der Übergabestation transportiert und abgelegt. Das Auf
nehmen und Ablegen des Werkstückes mittels der Arbeitsspindel
wird üblicherweise als Pick-Up-Verfahren bezeichnet.
Bei dieser bekannten Drehmaschine sind der Spindelstock und
der Reitstock an einem gemeinsamen Kreuzschlitten angeordnet.
Bei längeren wellenförmigen Werkstücken (z. B. länger als
500 mm) wird daher diese bekannte Konstruktion zunehmend un
günstig, weil die zu bewegende Masse des Kreuzschlittens zu
groß wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehmaschine
der eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, mit
welcher ohne größeren konstruktiven Aufwand auch Werkstücke
größerer Länge bearbeitet werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Dreh
maschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, den Spindel
stock mit der Arbeitsspindel und den Reitstock jeweils auf
einem separaten Kreuzschlitten anzuordnen. Dies hat zwar zu
nächst bei Werkstücken geringer axialer Länge gegenüber der
aus der DE 197 15 000 A1 bekannten Konstruktion scheinbar den
Nachteil eines größeren konstruktiven Aufwands. Mit zunehmen
der Länge der Werkstücke erweist sich die erfindungsgemäße
Konstruktion jedoch vorteilhaft und vielseitiger, da die
Kreuzschlitten für Spindelstock und Reitstock in ihren Ab
messungen und in ihrer Konstruktion von der Länge der zu be
arbeitenden Werkstücke nicht abhängig sind. Auch wellenförmi
ge Werkstücke großer Länge können bearbeitet werden, ohne
dass der Konstruktionsaufwand der Drehmaschine größer wird.
Die zwei mechanisch voneinander unabhängigen Kreuzschlitten
für den Spindelstock und für den Reitstock werden für die
synchrone Bewegung bei dem Pick-Up-Vorgang und bei der Be
arbeitung des Werkstückes rein elektronisch über die NC-Steu
erung gekoppelt.
In einer einfachen Grundausführung ist in der Bearbeitungs
station ein Werkzeughalter, vorzugsweise ein Revolverkopf,
angeordnet. Mittels der Werkzeuge des Werkzeughalters wird
das wellenförmige Werkstück über seine gesamte axiale Länge
bearbeitet, wobei es zwischen dem Spindelkopf des Spindel
stocks und dem Reitstock gespannt ist und durch die Arbeits
spindel angetrieben wird.
Bei wellenförmigen Werkstücken mit größerer axialer Länge und
geringerem Durchmesser ist eine Lünettenabstützung vorteil
haft. Hierzu kann an einem der zwei Kreuzschlitten oder auch
an beiden Kreuzschlitten eine Lünette angeordnet sein. Vor
zugsweise ist diese Lünette zur Anpassung an unterschiedliche
Wellenlängen mittels eines Lünettenhalters horizontal (Z-Ach
se) an dem jeweiligen Kreuzschlitten gelagert. Die Lünette
kann eine einfache Lünette oder eine Tandem-Lünette sein.
Um die Bearbeitungszeiten zu verringern und die Vielseitig
keit der Bearbeitung zu erhöhen, kann in einer Weiterbildung
der Erfindung ein zweiter Werkzeughalter axial gegen den er
sten Werkzeughalter versetzt angeordnet sein. Das Werkstück
wird dabei durch die Werkzeuge der zwei Werkzeughalter
gleichzeitig in verschiedenen Längenbereichen bearbeitet.
Dadurch ergibt sich eine kürzere Berarbeitungszeit.
Der zweite Werkzeughalter ist vorzugsweise horizontal gegen
den ersten Werkzeughalter verstellbar, so dass eine Anpassung
an unterschiedliche Werkstücklängen möglich ist.
Vorzugsweise ist der zweite Werkzeughalter auf einem Kreuz
schlitten angeordnet, so dass er nicht nur horizontal (Z-Ach
se) sondern auch vertikal (X-Achse) gegen den ersten Werk
zeughalter verfahrbar ist. Durch die von dem ersten Werkzeug
halter unabhängige vertikale Bewegung des zweiten Werkzeug
halters ist es möglich, das Werkstück mittels der zwei Werk
zeughalter in unterschiedlichen Längenbereichen mit unter
schiedlichem Durchmesserprofil zu bearbeiten.
Die Drehmaschine kann auch für eine Endenbearbeitung der wel
lenförmigen Werkstücke verwendet werden. Um das reitstock
seitige Ende des Werkstückes zu bearbeiten, wird der Reit
stock axial von dem Ende des Werkstückes weggefahren, wobei
das Werkstück einerseits durch den Spindelkopf des Spindel
stockes gespannt und angetrieben wird und andererseits durch
die Lünette abgestützt wird. Dadurch wird ein Freiraum zwi
schen dem reitstock-seitigen Ende des Werkstückes und dem
Reitstock geschaffen, der eine Endenbearbeitung zuläßt.
Soll auch das spindelstock-seitige Ende des Werkstückes en
denbearbeitet werden, so wird auch der Reitstock mit einer
antreibbaren Spindel und einem Spindelkopf ausgestattet. Für
die Bearbeitung des spindelstock-seitigen Endes des Werkstüc
kes wird dieses Werkstück durch den Spindelkopf der Spindel
des Reitstockes gespannt und angetrieben, sowie durch die
Lünette abgestützt. Es kann dann das spindelstock-seitige
Ende des Werkstückes von der Spannung an dem Spindelstock
freigegeben werden und der Spindelstock kann axial von dem
Ende des Werkstücks wegbewegt werden, so daß nun ein Freiraum
zwischen dem Spindelstock und dem spindelstock-seitigen Ende
des Werkstückes geschaffen wird, der die Endenbearbeitung
ermöglicht.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zei
gen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht von links der Drehma
schine in einer ersten Ausführung,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht von rechts der Drehma
schine,
Fig. 3 eine Stirnansicht dieser Drehmaschine von rechts,
Fig. 4 eine Seitenansicht dieser Drehmaschine,
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht von links der Drehma
schine in einer zweiten Ausführung,
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht von rechts dieser zwei
ten Ausführung,
Fig. 7 eine Stirnansicht von rechts der Drehmaschine der
zweiten Ausführung und
Fig. 8 eine Seitenansicht der zweiten Ausführung.
In den Fig. 1 bis 7 ist die Drehmaschine für die Bearbei
tung von wellenförmigen Werkstücken in einer Grundausführung
dargestellt.
Auf einem Maschinenbett 10 ist eine horizontale Führungsbahn
12 angeordnet, die sich über die gesamte Länge des Maschinen
bettes erstreckt. In einem Bereich des Maschinenbettes 10, in
der Zeichnung in dem linken Bereich, befindet sich eine Be
arbeitungsstation. In dem anderen Bereich, d. h. in der
Zeichnung in dem rechten Bereich, weist das Maschinenbett
einen Durchbruch 14 auf, der das Maschinenbett 10 horizontal
durchsetzt und quer zu der horzontalen Führungsbahn 12 un
terhalb dieser Führungsbahn angeordnet ist. Durch den Durch
bruch 14 läuft eine nicht dargestellte Transporteinrichtung
für die wellenförmigen Werkstücke 16. Dadurch ergibt sich in
dem in der Zeichnung rechten Bereich des Maschinenbettes 10
eine Übergabestation, in welcher die Werkstücke 16 nach dem
Pick-Up-Verfahren von der Transporteinrichtung aufgenommen
und an die Transporteinrichtung abgegeben werden können. Es
ist offensichtlich, daß auch zwei getrennte Übergabestationen
vorgesehen werden können, wenn die Zuführung und Aufnahme der
Werkstücke und das Ablegen der bearbeiteten Werkstücke an
unterschiedlichen Stellen und mit unterschiedlichen Trans
porteinrichtungen erfolgen sollen.
Auf der horizontalen Führungsbahn 12 sind in der horizontalen
Z-Achse linear verfahrbar ein erster Kreuzschlitten 18 und
ein zweiter Kreuzschlitten 20 angeordnet. Die Kreuzschlitten
18 und 20 sind CNC-gesteuert auf der Führungsbahn 12 verfahr
bar. Zum Antrieb der Kreuzschlitten 18 und 20 dient ein
elektromagnetischer Linearantrieb. Hierzu weist die horizon
tale Führungsbahn 12 ein magnetisches Bett 22 auf und die
Kreuzschlitten 18 und 20 sind jeweils mit einem gesteuert
bestrombaren Spulensystem 24 ausgestattet, welches mit dem
magnetischen Bett 22 zusammenwirkt. Der Linearantrieb ermög
licht eine horizontale Bewegung der Kreuzschlitten 18 und 20
mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 m/min.
An der der Bedienungsseite zugewandten Seitenfläche weisen
der erste Kreuzschlitten 18 eine erste vertikale Führungsbahn
26 und der zweite Kreuzschlitten 20 eine zweite vertikale
Führungsbahn 28 auf. Auf der ersten vertikalen Führungsbahn
26 ist in vertikaler Richtung (X-Achse) ein Spindelstock-
Schlitten 30 verfahrbar, der mittels eines Motors 32 über
eine nicht dargestellte Spindel CNC-gesteuert bewegt wird.
Auf der zweiten vertikalen Führungsbahn 28 des zweiten Kreuz
schlittens 20 ist ein Reitstock-Schlitten 34 in vertikaler
Richtung (X-Achse) verfahrbar, der mittels eines Motors 36
über eine nicht dargestellte Spindel CNC-gesteuert bewegt
wird.
An dem Spindelstock-Schlitten 30 ist ein Spindelstock 38 an
gebracht, der eine mittels eines Wellenmotors angetriebene
Arbeitsspindel 40 lagert. Die Arbeitsspindel 40 ist an ihrem
dem zweiten Kreuzschlitten 20 zugewandten Ende mit einem
Spindelkopf 42 versehen, der Spannmittel, z. B. ein Backen
spannfutter für die Werkstücke 16 trägt. Die Arbeitsspindel
40 ist mit horizontaler Achse in dem Spindelstock 38 gela
gert, d. h. die Achse der Arbeitsspindel 40 verläuft parallel
zu der horizontalen Führungsbahn 12 in Richtung der Z-Achse.
An dem Reitstock-Schlitten 34 ist ein Reitstock 44 an
gebracht, der an seiner dem ersten Kreuzschlitten 18 zuge
wandten Seite eine Reitstockspitze 46 mit horizontaler Achse
aufweist, die dazu dient, das Werkstück 16, welches in dem
Spindelkopf 42 gespannt ist, axial zu spannnen.
Im Bereich der Bearbeitungsstation ist an der benutzerseiti
gen Seitenfläche des Maschinenbettes 10 unterhalb der hori
zontalen Führungsbahn 12 ein erster Werkzeughalter 48 befe
stigt, der einen ersten Werkzeug-Revolverkopf 50 trägt. Der
Revolverkopf 50 ist um eine horizontale Achse, die zur Achse
der horizontalen Führungsbahn 12 parallel verläuft, schalt
bar, um die an dem Revolverkopf 50 angebrachten Drehwerkzeuge
in Arbeitsposition zu bringen.
Die Drehmaschine in der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten
ersten Ausführung arbeitet in folgender Weise:
Der erste Kreuzschlitten 18 und der zweite Kreuzschlitten 20 werden (in der Zeichnung nach rechts) in die Übergabestation oberhalb des Durchbruchs 14 verfahren. Dort werden der Spin delstock-Schlitten 30 und der Reitstock-Schlitten 34 auf den vertikalen Führungsbahnen 26 und 28 nach unten gefahren, so dass der Spindelkopf 42 und die Reitstockspitze 46 axial mit einem auf der nicht dargestellten Transporteinrichtung zu geführten wellenförmigen Werkstück 16 fluchten. Sobald die Achsen des Spindelstockes 38 und des Reitstockes 44 mit der Achse des Werkstücks 16 auf der Transporteinrichtung axial fluchtend positioniert sind, werden der erste Kreuzschlitten 18 und/oder der zweite Kreuzschlitten 20 in der Z-Achse ge geneinander verfahren, um das Werkstück 16 zwischen dem Spin delkopf 42 und der Reitstockspitze 46 axial zu spannen.
Der erste Kreuzschlitten 18 und der zweite Kreuzschlitten 20 werden (in der Zeichnung nach rechts) in die Übergabestation oberhalb des Durchbruchs 14 verfahren. Dort werden der Spin delstock-Schlitten 30 und der Reitstock-Schlitten 34 auf den vertikalen Führungsbahnen 26 und 28 nach unten gefahren, so dass der Spindelkopf 42 und die Reitstockspitze 46 axial mit einem auf der nicht dargestellten Transporteinrichtung zu geführten wellenförmigen Werkstück 16 fluchten. Sobald die Achsen des Spindelstockes 38 und des Reitstockes 44 mit der Achse des Werkstücks 16 auf der Transporteinrichtung axial fluchtend positioniert sind, werden der erste Kreuzschlitten 18 und/oder der zweite Kreuzschlitten 20 in der Z-Achse ge geneinander verfahren, um das Werkstück 16 zwischen dem Spin delkopf 42 und der Reitstockspitze 46 axial zu spannen.
Alternativ hierzu kann der Reitstock 44 auch einen eigenen
Spannzylinder (hydraulisch, pneumatisch, elektrisch) aufwei
sen, um die erforderliche axiale Spannkraft auf das Werkstück
16 auszuüben.
Sobald das Werkstück 16 zwischen dem Spindelstock 38 und dem
Reitstock 44 mit der nötigen Spannkraft gespannt ist, werden
die Antriebe des Spindelstock-Schlittens 30 mittels des Mo
tors 32 und des Reitstock-Schlittens 34 mittels des Motors 36
in der X-Achse und der Antrieb der Kreuzschlitten 18 und 20
mittels des Linearantriebs 22, 24 in der Z-Achse über die
CNC-Steuerung elektronisch gekoppelt. Dadurch wird ein ex
akter Synchronlauf sowohl des Spindelstock-Schlittens 30 und
des Reitstock-Schlittens 34 in der X-Achse als auch der
Kreuzschlitten 18 und 20 in der Z-Achse erzwungen.
Nun werden der Spindelstock-Schlitten 30 und der Reitstock-
Schlitten 34 synchron nach oben bewegt, um das Werkstück 16
von der Transporteinrichtung abzuheben. Die Kreuzschlitten 18
und 20 werden horizontal (in der Zeichnung nach links) be
wegt, um das Werkstück 16 in die Bearbeitungsstation zu
bringen.
Sobald sich das Werkstück 16 in der Bearbeitungsstation
befindet, wie dies in der Zeichnung dargestellt ist, erfolgt
die Drehbearbeitung des Werkstückes 16 mittels des jeweiligen
Werkzeuges des Revolverkopfes 50. Das Werkstück 16 wird dabei
durch die Arbeitsspindel 40 drehend angetrieben. Der Bearbei
tungsvorschub in der axialen Z-Richtung erfolgt durch elek
tronisch gekoppelte synchrone Bewegung der Kreuzschlitten 18
und 20. Der radiale Bearbeitungsvorschub in der X-Achse er
folgt durch die elektronisch gekoppelte synchrone Vertikalbe
wegung des Spindelstock-Schlittens 30 und des Reitstock-
Schlittens 34.
Sobald das Werkstück 16 vollständig bearbeitet ist, wird das
Werkstück 16 aus der Bearbeitungsstation wieder zu der Über
gabestation befördert und auf der Transporteinrichtung abge
legt. Hierzu werden der Spindelstock-Schlitten 30 und der
Reitstock-Schlitten 34 vertikal hochgefahren und die Kreuz
schlitten 18 und 20 werden horizontal von der Bearbeitungs
tation zur Übergabestation verfahren. In der Übergabestation
werden der Spindelstock-Schlitten 30 und der Reitstock-
Schlitten 34 abgesenkt, bis sich das Werkstück 16 auf der
Transporteinrichtung befindet. Dann werden die Kreuzschlitten
18 und 20 auseinandergefahren, um das Werkstück 16 freizuge
ben. Anschließend kann die nicht dargestellte Transportein
richtung weitergeschaltet werden, um das nächste unbearbeite
te Werkstück 16 zwischen den Spindelkopf 42 und die Reit
stockspitze 46 zu bringen, so dass der nächste Pick-Up-und
Bearbeitungszyklus beginnen kann.
In den Fig. 5 bis 8 ist eine weitere Ausführung der Dreh
maschine gezeigt, die Weiterbildungen und Ausbaumöglichkeiten
der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Grundausführung er
läutert.
Soweit die Drehmaschine in der Ausführung der Fig. 5 bis 8
mit der Grundausführung der Fig. 1 bis 4 übereinstimmt,
sind dieselben Bezugszeichen verwendet und auf die vorstehen
de Beschreibung wird Bezug genommen.
Um auch wellenförmige Werkstücke 16 mit größerer axialer Län
ge und mit geringerem Durchmesser bearbeiten zu können, ist
in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 5 bis 8 eine Lünetten-
Abstützung des Werkstückes 16 vorgesehen. Hierzu ist an dem
Reitstock-Schlitten 34 oberhalb des Reitstockes 44 ein Lünet
tenhalter 52 horizontal (Z-Achse), d. h. parallel zur hori
zontalen Führungsbahn 12 verschiebbar geführt. Hierzu weist
der Lünettenhalter 52 Führungsschienen 54 auf, die in Führun
gen 56 des Reitstock-Schlittens 34 geführt sind. An dem dem
ersten Kreuzschlitten 18 zugewandten freien Ende des Lünet
tenhalters 52 ist eine Lünette 58 angebracht, die von dem
Lünettenhalter 52 nach unten ragt und das Werkstück 16 ab
stützend umgreift. Durch die in der Z-Achse verschiebbare
Führung des Lünettenhalters 52 kann die Lünette 58 in der
gewünschten axialen Stellung in Bezug auf die Länge des Werk
stückes 16 positioniert werden, um das Werkstück 16 optimal
abzustützen.
In der Zeichnung ist die Lünette 58 als einfache Lünette dar
gestellt. Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass anstelle
einer einfachen Lünette 58 an dem Lünettenhalter 52 auch eine
Tandem-Lünette angebracht werden kann, die das Werkstück 16
an zwei axial versetzten Stellen abstützt.
Auch wenn in der Darstellung der Fig. 5 bis 8 ein Lünet
tenhalter 52 an dem Reitstock-Schlitten 34 angeordnet ist,
ist es ohne weiteres ersichtlich, dass der Lünettenhalter 52
in gleicher Weise spiegelsymmetrisch an dem Spindelstock-
Schlitten 30 angebracht werden kann. Ebenso wäre es auch mög
lich, bei wellenförmigen Werkstücken 16 sehr großer Länge
Lünettenhalter 52 mit Lünetten 58 sowohl an dem Reitstock-
Schlitten 34 als auch an dem Spindelstock-Schlitten 30 an
zubringen.
Weiter zeigt das Ausführungsbeispiel der Fig. 5 bis 8 ei
nen zweiten an dem Maschinenbett 10 angeordneten Werkzeughal
ter 60 mit einem zweiten Revolverkopf 62. Der zweite Werk
zeughalter 60 mit dem zweiten Revolverkopf 62 ist in Richtung
der Z-Achse versetzt gegenüber dem ersten Werkzeughalter 48
angeordnet. Dadurch ist es möglich, das Werkstück 16 simultan
in zwei verschiedenen Längenbereichen einerseits durch die
Werkzeuge des ersten Werkzeughalter 48 und andererseits durch
die Werkzeuge des zweiten Werkzeughalter 60 zu bearbeiten.
Der zweite Werkzeughalter 60 ist vorzugsweise in horizontaler
Richtung (Z-Achse) verschiebbar an dem Maschinenbett 10 an
geordnet. Dadurch kann der axiale Abstand zwischen dem ersten
Werkzeughalter 48 und dem zweiten Werkzeughalter 60 der Länge
der zu bearbeitenden Werkstücke 16 angepasst werden.
Vorzugsweise ist der zweite Werkzeughalter 60 nicht nur in
horizontaler Richtung (Z-Achse) verschiebbar, sondern sitzt
auf einem Kreuzschlitten und ist dadurch zusätzlich auch in
vertikaler Richtung (X-Achse) CNC-gesteuert verschiebbar.
Dadurch ist es möglich, das Werkstück 16 in der X-Achse, d. h.
im Radius durch die Werkzeuge des ersten Werkzeughalters
48 und des zweiten Werkzeughalters 60 unabhängig voneinander
zu bearbeiten. Die Vertikalbewegung des Spindelstock-Schlit
tens 30 und des Reitstock-Schlittens 34 in Bezug auf den
feststehenden ersten Werkzeughalter 48 bewirkt die Radial
bearbeitung des Werkstückes 16 durch die Werkzeuge des ersten
Werkzeughalter 48. Dieser Vertikalbewegung des Werkstückes 16
durch den Spindelstock-Schlitten 30 und den Reitstock-Schlit
ten 34 wird die gesteuerte Vertikalbewegung des zweiten Werk
zeughalters 60 überlagert, um die gewünschte Radialbearbei
tung des Werkstückes 16 in der X-Achse durch die Differenz
der Hub-Bewegungen des Werkstückes 16 einerseits und des
zweiten Werkzeughalters 60 andererseits zu erzeugen.
Die Verwendung einer oder mehrerer Lünetten 58 ermöglicht
auch eine Endenbearbeitung der wellenförmigen Werkstücke 16.
Das in den Fig. 5 bis 8 gezeigte Ausführungsbeispiel er
möglicht eine Bearbeitung des reitstock-seitigen Endes des
Werkstückes 16. Hierzu wird der Reitstock 44 in der Zeichnung
nach rechts wegbewegt, so dass ein Freiraum zwischen der
Reitstockspitze 46 und dem Ende des Werkstückes 16 geschaffen
wird. Das Werkstück 16 wird durch die Arbeitsspindel 40 über
den Spindelkopf 42 drehangetrieben und durch die Lünette 58
abgestützt. Das freie reitstock-seitige Ende des Werkstückes
16 kann nun durch die Werkzeuge des ersten Werkzeughalters 48
bearbeitet werden.
Soll auch das spindelstock-seitige Ende des Werkstückes 16
bearbeitet werden, so wird der Reitstock 44 ebenfalls mit
einer antreibbaren Arbeitsspindel und einem mit Spannmittel
versehenen Spindelkopf ausgerüstet. Das Werkstück 16 kann auf
diese Weise auch durch die Arbeitsspindel des Reitstockes 44
gespannt und drehangetrieben werden, so dass der Spindelstock
38 axial von dem spindelstock-seitigen Ende des Werkstückes
16 wegbewegt werden kann, um einen Freiraum zwischen dem
Spindelkopf 42 des Spindelstocks 38 und dem Ende des Werk
stückes 16 zu schaffen, in welchen die Werkzeuge des ersten
Werkzeughalters 48 oder ggf. des zweiten Werkzeughalter 60
zur Endenbearbeitung eingreifen können.
Zweckmäßigerweise weist in diesem Falle der Reitstock 44 ei
nen Kopf auf, in welchem Spannmittel für den Drehantrieb des
Werkstückes 16, z. B. ein Spannfutter, mit einer koaxial mit
tig angeordneten Reitstockspitze kombiniert sind. Durch eine
gegenseitige axiale Verschiebung können wahlweise die Spann
mittel für den Drehantrieb des Werkstückes 16 oder die Reit
stockspitze zur axialen Abstützung des Werkstückes 16 in Ein
griff gebracht werden.
10
Maschinenbett
12
horizontale Führungsbahn
14
Durchbruch
16
Werkstück
18
1
. Kreuzschlitten
20
2
. Kreuzschlitetn
22
magnetisches Bett
24
Spulensystem
26
1
. vertikale Führungsbahn
28
2
. vertikale Führungsbahn
30
Spindelstock-Schlitten
32
Motor (für
30
)
34
Reitstock-Schlitten
36
Motor (für
34
)
38
Spindelstock
40
Arbeitsspindel
42
Spindelkopf
44
Reitstock
46
Reitstockspitze
48
1
. Werkzeughalter
50
1
. Revolverkopf
52
Lünettenhalter
54
Führungsschienen
56
Führungen
58
Lünette
60
2
. Werkzeughalter
62
2
. Revolverkopf
Claims (8)
1. Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen
Werkstücken, mit einem Maschinenbett, mit einer Bear
beitungsstation und wenigstens einer Übergangsstation, mit
einem Spindelstock mit einer horizontal angeordneten Ar
beitsspindel und mit einem horizontal angeordneten Reitstock,
wobei die Arbeitsspindel und der Reitstock gemeinsam
horizontal (Z-Achse) und vertikal (X-Achse) zwischen der
Bearbeitungsstation und der Übergabestation verfahrbar sind,
und mit einem der Bearbeitungsstation zugeordneten
Werkzeughalter,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spin
delstock (38) horizontal und vertikal verfahrbar auf einem
ersten Kreuzschlitten (18) und der Reitstock (44) mechanisch
unabhängig von dem Spindelstock (38) horizontal und vertikal
verfahrbar auf einem zweiten Kreuzschlitten (20) angeordnet
ist, wobei zum gemeinsamen Verfahren der Arbeitsspindel und
des Reitstockes (44) die horizontalen (Z-Achse) und die
vertikalen (X-Achse) Bewegungen des Spindelstocks (38) und
des Reitstocks (44) über eine CNC-Steuerung elektronisch
gekoppelt sind.
2. Drehmaschine nach Anspruch 1,
da durch gekennzeichnet, dass die zwei
Kreuzschlitten (18, 20) auf einer gemeinsamen horizontalen
Führungsbahn (12) verfahrbar sind.
3. Drehmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die zwei
Kreuzschlitten (18, 20) auf der horizontalen Führungsbahn
(12) mittels eines elektromagnetischen Linearantriebs (22,
24) verfahrbar sind.
4. Drehmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
eine Lünette (58) an einem Spindelstock-Schlitten (30)
und/oder einem Reitstock-Schlitten (34) angeordnet ist.
5. Drehmaschine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenig
stens eine Lünette (58) mittels eines Lünettenhalters (52)
horizontal verschiebbar an dem Spindelstock-Schlitten (30)
und/oder dem Reitstock-Schlitten (34) gelagert ist.
6. Drehmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter
Werkzeughalter (60, 62) an dem Maschinenbett (10) gegen den
ersten Werkzeughalter (48, 50) horizontal (Z-Achse) versetzt
angeordnet ist.
7. Drehmaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite
Werkzeughalter (60, 62) gegen den ersten Werkzeughalter (48,
50) in horizontaler Richtung (Z-Achse) oder in horizontaler
und vertikaler Richtung (Z- und X-Achse) verschiebbar ist.
8. Drehmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Reit
stock (44) eine antreibbare Arbeitsspindel mit Spannmitteln
für den Drehantrieb des Werkstückes (16) aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999111156 DE19911156C2 (de) | 1999-03-12 | 1999-03-12 | Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen Werkstücken |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999111156 DE19911156C2 (de) | 1999-03-12 | 1999-03-12 | Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen Werkstücken |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19911156A1 DE19911156A1 (de) | 2000-09-21 |
| DE19911156C2 true DE19911156C2 (de) | 2003-10-09 |
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ID=7900808
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999111156 Expired - Lifetime DE19911156C2 (de) | 1999-03-12 | 1999-03-12 | Drehmaschine zur Bearbeitung von wellenförmigen Werkstücken |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19911156C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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- 1999-03-12 DE DE1999111156 patent/DE19911156C2/de not_active Expired - Lifetime
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Legal Events
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| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| R081 | Change of applicant/patentee |
Owner name: J.G. WEISSER SOEHNE GMBH & CO. KG, DE Free format text: FORMER OWNER: J.G. WEISSER SOEHNE, 78112 ST. GEORGEN, DE |
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| R082 | Change of representative |
Representative=s name: WESTPHAL, MUSSGNUG & PARTNER PATENTANWAELTE MI, DE |
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| R071 | Expiry of right |