DE19910222C2 - Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung einer Dampftemperatur - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung einer DampftemperaturInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Bestimmung der Dampftemperatur (theta¶vB¶) des Dampfes, der die kritische Stelle einer Dampfturbinenwelle umspült, wobei die kritische Stelle überwiegend eine Stelle im Eingangsbereich in der Turbine oder eines betrachteten Turbinenabschnitts ohne Dampfentnahme ist. Das Verfahren und die Einrichtung lassen sich im Rahmen eines mittels eines Freilastrechners durchführbaren Verfahrens zur Bestimmung der thermischen Belastung der Dampfturbinenwelle anstelle einer an der kritischen Stelle meßtechnisch erfaßten Oberflächentemperatur einsetzen. Die Bestimmung der Dampftemperatur (theta¶vB¶) erfolgt durch nachstehendes Vorgehen: Messen der Abdampftemperatur (theta¶ab¶) des Abdampfdruckes (p¶ab¶) und des Dampfdruckes vor der Beschaufelung (p¶vB¶); Ermitteln der Enthalpie des Abdampfes (h¶ab¶) auf der Grundlage der gemessenen Abdampfwerte (theta¶ab¶, p¶ab¶); Bestimmung der spezifischen Masse des Abdampfes (rho¶ab¶) und der spezifischen Masse des Dampfes vor der Beschaufelung (rho¶vB¶); Bestimmen der Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (h¶vB¶) aus dem Dampfdruck vor der Beschaufelung (p¶vB¶) und der spezifischen Masse des Dampfes vor der Beschaufelung (rho¶vB¶) und Bestimmen der Dampftemperatur (theta¶vB¶) an der kritischen Stelle aus den Größen der Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (h¶vB¶) und dem gemessenen Dampfdruck vor der Beschaufelung (p¶vB¶).
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Bestimmung der
Dampftemperatur, die der Oberflächentemperatur an der kritischen Stelle einer
dampfumspülten Dampfturbinenwelle entspricht, wobei die kritische Stelle eine Stelle im
Eingangsbereich vor der ersten vollbeaufschlagten Beschaufelung der Turbine oder
eines betrachteten Turbinenabschnitts ohne Dampfentnahme ist.
Die Bestimmung der Oberflächentemperatur der Dampfturbinenwelle ist erforderlich zur
Durchführung von Verfahren zur Ermittlung der Wärmebeanspruchung der Turbinen
welle als ein Spannungsanteil der Gesamtspannung im Rahmen eines Turbinen-
Freilastrechners.
Ein Verfahren und Einrichtungen zur Ermittlung der Wärmebeanspruchung von Dampf
turbinen sind beispielsweise bekannt aus der Firmendruckschrift HTDG 600 017D
PROCONTROL, Turbomax 6, Überwachungseinrichtung für die thermische Beanspru
chung von Dampfturbinen, herausgegeben von der Fa. BBC Aktiengesellschaft Brown,
Boveri & Cie, CH-5401 Baden/Schweiz im Jahr 1981. Als Mittel zur Erfassung der
Oberflächentemperatur der Turbinenwelle wird dabei eine in das Turbinengehäuse ein
gebaute Anfahrsonde verwendet.
Nachteilig ist, daß die Einrichtung TURBOMAX praktisch nur bei neu konstruierten Tur
binen eingesetzt werden kann, da sie auf der in den Dampfstrom in der Turbine einge
tauchten speziellen Sonde basiert. Anhand der Sonde als physikalisches Modell der
Wärmeübergangszahl α [W/m2K] zwischen dem strömenden Dampf und der Wellen
oberfläche meßtechnisch erfaßt. Falls die genannte Sonde nicht eingesetzt werden
kann, muß die Wärmeübergangszahl indirekt bestimmt bzw. anhand des gemessenen
Dampfdruckes und der Dampftemperatur an der kritischen Stelle der Welle und der vor
her ermittelten Dampfgeschwindigkeit c [m/s] berechnet werden. In den meisten An
wendungsfällen steht jedoch nur der gemessene Dampfdruck, nicht die Dampftempe
ratur zur Verfügung. Zur Bestimmung der Geschwindigkeit c wird die spezifische
Dampfmasse gebraucht, die außer vom Dampfdruck auch von der - nicht gemessenen -
Temperatur abhängt. Daher muß zunächst die Temperatur des die Welle bespülenden
Dampfes nach einem geeigneten Verfahren berechnet bzw. bestimmt werden. Der
Nachteil eines bisher dafür benutzten Berechnungsverfahrens besteht darin, daß die
Dampftemperatur an der kritischen Stelle der Welle anhand der vorberechneten Durch
fluß-Kennlinien der Turbinenregelventile bestimmt wird, die jedoch eine zumindest vier
parametrische, in einem leittechnischen System schwierig zu realisierende Funktion
darstellt. Falls eine Umleitstation zusätzlich zu den Turbinenregelventilen vorhanden ist,
tritt noch der Hub der Umleitstation als ein weiterer, fünfter Parameter hinzu. Von der
erreichbaren Genauigkeit der Bestimmung der Dampftemperatur zunächst abgesehen,
besteht ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens darin, daß nach jeder Revision die
Kennlinie wenigstens experimentell verifiziert, wenn nicht sogar neu realisiert werden
muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zu dessen Durchfüh
rung geeignete Einrichtung anzugeben, die eine Bestimmung der Dampftemperatur und
damit der Turbinenwelle-Oberflächentemperatur an einer als kritische Stelle bekannten
Stelle einer Dampfturbinenwelle mit ausreichender Genauigkeit und geringem leittech
nischem Aufwand, sowie ohne Temperaturmessung an der kritischen Stelle ermögli
chen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Bestimmung der Dampftemperatur an der
kritischen Stelle einer Dampfturbine mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sowie eine Einrichtung zur Durchführung
des Verfahrens sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die zur Durchführung geeignete Einrichtung ar
beiten mit regelmäßig in Kraftwerksanlagen verfügbaren Meßdaten, nämlich mit dem
Dampfdruck im Bereich der kritischen Stelle, dem Abdampfdruck und der Abdampftem
peratur eines sich anschließenden Turbinenabschnittes mit vollbeaufschlagter Be
schaufelung. Die Ermittlung der gesuchten Temperatur erfolgt somit bei Turbinen mit
Regelrad im wesentlichen rückwärts gerichtet aus Parametern des expandierten
Dampfes.
Eine weitere Erläuterung erfolgt nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen, die in
Zeichnungsfiguren dargestellt sind.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Flußdiagramm für die Berechnung der für die Wärmebeanspruchung
einer HD-Turbinenwelle, im Fall einer HD-Turbine mit Regelrad (Düsen
gruppenregelung) der Temperatur an der kritischen Stelle und relevanten
Temperaturdifferenzen,
Fig. 2 ein Flußdiagramm entsprechend Fig. 1, jedoch im Fall einer MD-Turbine
mit Drosselregelung,
Fig. 3 Dampfexpansionskurven einer HD-Turbine mit Regelstufe (Düsengrup
penregelung),
Fig. 4 ein Blockschaltbild für die Bestimmung der Dampftemperatur und der spe
zifischen Dampfmasse im Fall einer Dampfturbine mit Düsengruppenre
gelung,
Fig. 5 bis 7 einzelne Funktionsglieder aus dem Blockschaltbild gemäß Fig. 4, und
Fig. 8 ein Blockschaltbild entsprechend Fig. 4, jedoch im Fall einer Dampfturbine
mit Drosselregelung.
Fig. 1 zeigt ein Flußdiagramm für die Berechnung der für die Wärmebeanspruchung
einer Hochdruck(HD)-Turbinenwelle relevanten Dampftemperatur vor der Beschaufe
lung (ϑvB) sowie der Temperaturdifferenzen (ϑa - ϑm, ϑi - ϑm). Das Beispiel
bezieht sich auf den Fall einer HD-Turbine mit Regelrad (Düsengruppenregelung).
Das Flußdiagramm enthält vier Hauptblöcke, nämlich einen Block 1,HD zur Berechnung
der Geschwindigkeit c des die Welle bespülenden Dampfes, einen Block 2,HD zur Be
rechnung der Wärmeübergangszahl α, einen Block 3,HD zur Berechnung der Dampf
temperatur ϑvB und der spezifischen Dampfmasse ρvB an der kritischen Stelle, und
einen Block 4,HD zur Ermittlung des Temperaturfeldes in der Turbinenwelle, also der
Oberflächen-Wellentemperatur (Außen-) ϑa, der mittleren Wellentemperatur ϑm und
der inneren Wellentemperatur ϑi, sowie der Temperaturdifferenzen ϑa - ϑm und
ϑi - ϑm.
Die Berechnung in den Blöcken 1,HD, 2,HD und 4,HD kann nach bekannten Verfahren
erfolgen, so daß diese hier nicht weiter betrachtet werden müssen. Erfindungswesent
lich sind der Aufbau und die Funktion des Blocks 3,HD, die anhand der Fig. 4 bis 7 noch
erläutert werden.
Bei Turbinen mit Regelrad (Düsengruppenregelung) wird die Dampftemperatur ϑvB an
der kritischen Stelle der Welle, die im Bereich der Regelradkammer liegt, d. h. an der
Stelle vor der ersten totalen Beschaufelung einer Hochdruck-Turbine (HD-), anhand
des in der Radkammer gemessenen Dampfdruckes pvB und der verfügbaren Meßdaten
Abdampfdruck pab und -temperatur ϑab bestimmt. Die relativ große Verzögerung des
Temperatur-Meßsignals gegenüber dem tatsächlichen Verhalten der Dampftemperatur
ϑab wird mittels eines ihm parallelgeschalteten Korrekturgliedes mit der Übertragungs
funktion FK reduziert, so daß die Meßdaten Temperatur ϑab und Druck pvB praktisch
die gleiche Dynamik aufweisen, welche die tatsächlichen physikalischen Größen in der
Turbine haben.
Im Prinzip wird die Temperatur ϑvB erfindungsgemäß "rückwärts gerichtet", anhand der
Parameter des expandierten Dampfes, also Abdampfes, und somit nicht in üblicher
Vorwärtsrichtung anhand gemessener FD-Parameter pFD und ϑFD, des Turbinenre
gelventilhubs, der Umleitstationsöffnung und des Druckes in der Radkammer ermittelt.
Die Größe der Temperatur ϑvB in der Radkammer resultiert aus der Mischung der
Dampfströme von unterschiedlichen Temperaturen aus den einzelnen Leitschaufel-
Segmenten der o. a. Turbinenregelstufe und aus der Umleitstation zu den Turbinenre
gelventilen. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine on-line Bestimmung der
Temperatur ϑvB in der Radkammer für den ganzen Turbinen-Leistungsregelbereich
aufgrund der schwierigen und relativ komplizierten und ungenauen Berechnung der
einzelnen Massenströme und der Temperaturen nach der Dampfexpansion in den o. a.
Segmenten mit dem Einsatz der o. a. Durchfluß-Kennlinien, erübrigt. Es ist nur ein Pa
rameter zu bestimmen, nämlich der thermische Wirkungsgrad ηt des Turbinenab
schnittes der HD-Turbine mit der totalen Beschaufelung, d. h. des Abschnittes nach
dem Regelrad. Der Wirkungsgrad ist jedoch anhand der thermodynamischen Turbinen
auslegung relativ genau bekannt. Er wird in den - der Dampfexpansion im o. a. Turbi
nenabschnitt entsprechenden - Polytropenexponent k umgerechnet, wobei die Dampf
parameter Druck pab und Temperatur ϑab als Meßdaten vorliegen. Aufgrund des ther
modynamischen Gesetzes für eine polytropische Expansion wird zunächst die spezifi
sche Masse ρvB, dann die Enthalpie hvB und schließlich die gesuchte Temperatur ϑvB
vor der Dampfexpansion bestimmt.
Die unterschiedliche Schwierigkeit bei der Bestimmung der Dampftemperatur ϑvB in der
Radkammer nach dem bekannten vorwärtsgerichteten Verfahren (Vorgehenspfeil V)
und dem erfindungsgemäßen Verfahren (Vorgehenspfeil H) ist aus Fig. 3 ersichtlich:
Der Einfachheit halber wird im dargestellten Beispiel eine Düsengruppenregelung nur
mit drei Turbinenregelventilen im thermodynamischen Zustand abgebildet. Dieser Zu
stand ist durch die ersten zwei voll geöffneten Turbinenregelventile (1 und 2) und durch
das teilweise geöffnete dritte Turbinenregelventil gekennzeichnet. Dargestellt sind die
Expansionskurven (S1 + S2) der ersten zwei Leitschaufel-Segmente und die Drossellinie
des dritten Turbinenregelventils mit der anschließenden Expansionskurve des von ihm
versorgten dritten Leitschaufel-Segments (S3). Weiterhin ist eine fiktive, in Wirklichkeit
nicht bestehende Expansionskurve (A) abgebildet, anhand der das effektive und das
isentropische Enthalpiegefälle der Regelstufe, d. h. der thermodynamische Wirkungs
grad der Regelstufe berechnet werden kann. Es wird gezeigt, daß die Temperatur ϑvB
das Resultat (mit Zustand im Punkt vB) der vermischten Massenströme 1, 2, 3
aus den drei Leitschaufel-Segmenten mit den Temperaturen ϑS1, ϑS2 und ϑS3 ist.
Unten in Fig. 3 sind die zwei unterschiedliche Vorgehens-Richtungen symbolisch abge
bildet, in denen die Temperatur ϑvB bestimmt wird: Es ist also die Richtung V, die von
den FD-Parametern über die einzelnen, stets vom Turbinenregelventilhub abhängigen
Expansionskurven, Ventildrosselungen, Mischung der Massenströme unterschiedlicher
Temperatur zum Gegendruck (Radkammerdruck) führt, und die erfindungsgemäße
Richtung H, die vom gemessenen Zustand des Abdampfes eines vollbeschaufelten
Turbinenabschnitts mit den Dampfparametern entsprechend dem Punkt Ab in Fig. 3
ausgeht.
Bei diesem Verfahren müssen die Abdampf-Parameter nicht ausschließlich die Ab
dampfparameter der HD-Turbine sein. Es können auch Austrittsparameter eines Teiles
der o. a. vollbeschaufelten HD-Abschnittes verwendet werden, jedoch unmittelbar hin
ter der Regelstufe, falls diese auch gemessen werden. Der benötigte thermodynami
sche Wirkungsgrad η des vollbeschaufelten Turbinenabschnittes läßt sich durch die Ent
halpiegefälle (hvB - hab) und (hvB - hab,isen) (Index für "isentropisch") ermitteln.
Fig. 4 zeigt ein erfindungswesentliches Blockschaltbild zur Realisierung des in Fig. 1
enthaltenen Blockes 3,HD, mit dessen Hilfe die spezifische Masse im Punkt "vB" und im
Punkt "Ab" (Fig. 3) gewonnen wird. Damit man die spezifische Masse des Dampfes in
der Radkammer ρvB gewinnt, muß zunächst die spezifische Masse ρab des Abdamp
fes, d. h. im Punkt "Ab", bestimmt werden. Sie wird anhand der vorher in einem Funkti
onsglied 4 berechneten Enthalpie hab und des gemessenen Druckes pab in einem
Funktionsglied 1 berechnet. Die Enthalpie hab kann beispielsweise mit Hilfe des im
ABB-Kraftwerksleitsystem PROCONTROL bereits enthaltenen 1. Funktions-System
bausteines (Typ 4, Fig. 4) gewonnen werden. Sein Austrittssignal Enthalpie ist abhängig
von seinen zwei Eingängen, von pab und ϑab. Weiterhin wird aus folgender Beziehung
für die polytropische Expansion die spezifische Masse ρvB berechnet, d. h. rückwärts
aus dem Endzustand (Punkt Ab) des in der HD-Turbine expandierten Dampfes:
pvB/pab = (ρvB/ρab)k
wobei
k der Polytropenexponent ist, der ermittelt wird nach
k der Polytropenexponent ist, der ermittelt wird nach
χ der Isentropenexeponent bei der Expansion ohne Verlust ist, und
ηth der der thermische Wirkungsgrad des betrachteten Turbinenabschnitts ist.
ηth der der thermische Wirkungsgrad des betrachteten Turbinenabschnitts ist.
Die auf diese Weise, mittels eines Funktionsgliedes 2, Fig. 4, gewonnene spezifische
Masse ρvB und der gemessene Dampfdruck pvB stellen zwei Eingänge eines Funkti
onsgliedes 3 in Fig. 4 dar. Sein Ausgangssignal wird als Sollwert hvB,soll zu einem
schnellen PI-Regler zugeführt. Das Funktionsglied 3 arbeitet nach der in Fig. 7 angege
benen mathematischen Beziehung für die Enthalpie hvB. Der PI-Regler regelt die Ent
halpie hvB auf den Sollwert aus. Diese Regelgröße wird vom 2. Funktions-System
baustein Enthalpie, ebenfalls vom Typ 4, geliefert, der im Prinzip die Regelstrecke im
Regelkreis bildet. An seinem ersten Eingang wird der Meßwert Dampfdruck pvB in der
Radkammer und am zweiten Eingang das Ausgangssignal des PI-Reglers als Stellgrö
ße aufgeschaltet. Da die Stellgröße gleichzeitig die physikalische Bedeutung einer
Dampftemperatur hat, liefert die Stellgröße im Beharrungszustand des Regelkreises
die gesuchte Temperatur ϑvB, die der Enthalpie hvB (= hvB,soll) und dem Druck pvB
entspricht. In den Fig. 5 bis 7 sind die Funktionen der Bausteine 1, 2 und 3 aus Fig. 4
detailliert angegeben. Das Resultat dieses Vorgehens ist die Kenntnis der beiden nicht
meßbaren Dampfparameter ϑvB und ρvB, die für die Bestimmung der o. a. Wärme
übergangszahl α benötigt werden.
Die Fig. 2 und 8 beziehen sich auf einen Fall einer Turbine mit Drosselregelung.
Fig. 2 zeigt dabei ein ähnliches Flußdiagramm wie Fig. 1, jedoch für die entsprechen
den Berechnungen im Fall einer Mitteldruck(MD)-Turbine mit Drosselregelung.
Fig. 8 zeigt für diesen Fall (Fig. 2) ein Blockschaltbild zur Realisierung der im Block
3,HD (Fig. 2) enthaltenen Funktionen.
Bei Turbinen mit Drosselregelung (alle Turbinenregelventile werden parallel verfahren)
oder mit Regelrad, aber mit parallel verfahrenen Turbinenregelventilen (Drosselrege
lung) wird die Dampftemperatur hinter den Turbinenregelventilen (kritische Stelle der
Welle) on-line aufgrund der gemessenen Dampfparameter (Druck und Temperatur) vor
den Turbinenregelventilen und des gemessenen Dampfdruckes hinter den Turbinenre
gelventilen bestimmt. Ein Beispiel auf die Drosselregelung stellt eine MD-Turbine (ein
Turbosatz mit Zwischenüberhitzung) mit deren Abfangventilen dar. Die Ermittlung der
Dampftemperatur ϑvB hinter den Abfangventilen bzw. vor der Turbinenbeschaufelung
erfolgt nach der anhand des Blockschaltbilds, Fig. 8 nachstehend erläuterten Weise.
Mit der Hilfe des bereits anhand der Fig. 4 beschriebenen und auch hier verwendeten 1.
Funktionsbausteins vom Typ 4 wird zunächst die Enthalpie vor der Turbine
hMD = hMD (pMD, ϑMD) berechnet. Angesichts der Tatsache, daß die Enthalpie nach
der Drosselung konstant bleibt (hMD = hvB), kann die gewonnene Enthalpie als
Enthalpiesollwert hvB,soll zu einem schnellen PI-Regler zugeführt werden. Die
Regelstrecke im Regelkreis stellt der 2. Funktionsbaustein "Enthalpie" vom Typ 4 dar,
diesmal jedoch mit dem gemessenen Dampfdruck pvB als einem der zwei Eingänge.
Sein zweiter Eingang hat die physikalische Bedeutung einer Dampftemperatur, im
betrachteten Fall der von ϑvB. Sie stellt die Stellgröße im Regelkreis dar. Da sich der
Regelvorgang im Vergleich zu der Dynamik des Dampfdruckes durch eine schnellere
Dynamik auszeichnet, liegt stets der richtige, zum geänderten Druck entsprechende
Wert der Stellgröße Temperatur ϑvB an der kritischen Stelle der Welle vor. Die
Bestimmung der spezifischen Masse ρvB erfolgt mit dem Funktionsglied 1 nach der in
Fig. 5 angegebenen Funktion 1, wie im Falle einer Turbine mit der
Düsengruppenregelung, d. h. mit den Eingängen Druck pvB und Enthalpie hvB = hMD-T
und dem Ausgang spezifische Masse ρvB.
Nachstehend wird noch erläutert, wie die Aufhebung einer großen Verzögerung im
Meßsignal Temperatur im Vergleich zur Verzögerung im Meßsignal Druck erfolgen
kann.
Im Flußbild gemäß Fig. 1 und 2 ist jeweils die Schaltung eines parallel angeordneten
Gliedes Fk mit dynamischem Verhalten zum Meßsignal Temperatur abgebildet. Die
Übertragungsfunktion des Gliedes Fk und die Beziehung für die Berechnung des Para
meters Tx anhand der bekannten Zeitkonstanten der Temperaturmeßeinrichtung Tϑ
und der Druckmeßeinrichtung Tp sind folgende:
Mit Hilfe der Schaltung in Fig. 1 bzw. Fig. 2 wird eine relativ große Zeitkonstante (Tϑ)
der Temperaturmessung auf die Zeitkonstante (Tp) der Druckmessung reduziert bzw.
angepaßt. Sollte auch die Zeitkonstante Tp der Druckmessung für den hier verfolgten
Zweck als unvertretbar groß angesehen werden, wird sie auf die zuletzt beschriebene
Weise zunächst reduziert und erst dann wird die Zeitkonstante Tϑ der Temperaturmes
sung auf die bereits reduzierte Konstante der Druckmessung abgeglichen. Der Grund
für dieses vorgehen ist die Anpassung der Dynamik der gemessenen Parameter Druck
und Temperatur an die Dynamik der tatsächlichen physikalischen Größen in der Turbi
ne, welche praktisch die gleiche Dynamik bei der Dampfzustandsänderung aufweisen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Bestimmung einer Dampftemperatur (ϑvB), die
der Oberflächentemperatur an der kritischen Stelle einer dampfumspülten Dampfturbinenwelle entspricht, wobei die kritische Stelle eine Stelle im Ein gangsbereich der Turbine oder eines betrachteten Turbinenabschnitts ohne Dampfentnahme ist, und
im Rahmen eines mittels eines Freilastrechners durchführbaren Verfahrens zur Bestimmung der thermischen Belastung der Dampfturbinenwelle anstelle einer an der kritischen Stelle meßtechnisch erfaßten Oberflächentemperatur einsetz bar ist,
wobei die Bestimmung der Dampftemperatur (ϑvB) durch nachstehendes Vorgehen er folgt:
der Oberflächentemperatur an der kritischen Stelle einer dampfumspülten Dampfturbinenwelle entspricht, wobei die kritische Stelle eine Stelle im Ein gangsbereich der Turbine oder eines betrachteten Turbinenabschnitts ohne Dampfentnahme ist, und
im Rahmen eines mittels eines Freilastrechners durchführbaren Verfahrens zur Bestimmung der thermischen Belastung der Dampfturbinenwelle anstelle einer an der kritischen Stelle meßtechnisch erfaßten Oberflächentemperatur einsetz bar ist,
wobei die Bestimmung der Dampftemperatur (ϑvB) durch nachstehendes Vorgehen er folgt:
- a) Messen der Abdampftemperatur (ϑab),
- b) Messen des Abdampfdrucks (pab),
- c) Messen des Dampfdrucks an der kritischen Stelle (pvB),
- d) Ermitteln der Enthalpie des Abdampfes (hab) auf der Grundlage der gemesse nen Abdampfwerte (ϑab, pab),
- e) Bestimmung der spezifischen Masse des Abdampfes (ρab),
- f) Bestimmung der spezifischen Masse des Dampfes vor der Beschaufelung (ρvB)
nach der Beziehung
wobei
k der Polytropenexponent ist, der ermittelt wird nach
χ der Isentropenexponent bei der Expansion ohne Verlust ist, und
ηth der thermische Wirkungsgrad des betrachteten Turbinenabschnitts ist, - g) Bestimmen der Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) aus dem Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB) und der spezifischen Masse des Dampfes vor der Beschaufelung (ρvB), und
- h) Bestimmen der Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle aus den Größen Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) und dem gemessenen Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestimmung
der Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle aus den Größen Enthalpie des
Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) und dem gemessenen Dampfdruck vor der Be
schaufelung (pvB) anhand eines Bausteins, der als Ausgang die Größe Enthalpie des
Dampfes hat, die zugleich die Regelgröße in einem Regelkreis mit PI-Regler ist, wobei
die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) als Sollwert (hvB,soll) verwendet wird,
aus dem gemessenen Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB) und der ge suchten Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) bestimmt wird, und
die Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle die Stellgröße des PI-Reglers ist.
die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) als Sollwert (hvB,soll) verwendet wird,
aus dem gemessenen Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB) und der ge suchten Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) bestimmt wird, und
die Dampftemperatur (ϑvB) an der kritischen Stelle die Stellgröße des PI-Reglers ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Fall ei
ner Drosselregelung die Ermittlung der Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung
(hvB) anhand der gemessenen Druck- und Temperatur-Werte (pvB, ϑvB) berechnet wird.
4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß ein Block (3,HD) zur Bestimmung der Dampftemperatur vor
der Beschaufelung einer Dampfturbine (ϑvB) und der spezifischen Dampfmasse vor
der Beschaufelung (ρvB) im Fall einer Dampfturbine mit Düsengruppenregelung vor
handen ist, der enthält:
- a) einen 1. Funktions-Systembaustein (Typ 4), dem die Meßwerte Abdampfdruck (pab) und Abdampftemperatur (ϑab) zugeführt sind, und der die Enthalpie des Abdampfes (hab) ermittelt,
- b) einem dem 1. Funktions-Systembaustein (Typ 4) nachgeschaltetes erstes Funktionsglied (1), dem die ermittelte Enthalpie des Abdampfes (hab) und der Meßwert Abdampfdruck (pab) zugeführt sind, und der die spezifische Masse des Abdampfes (ρab) ermittelt,
- c) ein zweites Funktionsglied (2), dem die Meßwerte Dampfdruck vor der Be
schaufelung (pvB) und Abdampfdruck (pab), die ermittelte spezifische Masse des
Abdampfes (ρab) und ein Polytropkoeffizient (k) als Konstante zugeführt sind,
und der die gesuchte spezifische Dampfmasse vor der Beschaufelung (ρab) ermittelt, - d) ein drittes Funktionsglied (3), dem der Meßwert Dampfdruck vor der Beschau felung (pvB) und der ermittelte spezifische Dampfmasse vor der Beschaufelung (ρvB) zugeführt sind, und der die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufe lung (hvB,soll) als Sollwert ermittelt,
- e) einem Regelkreis mit einem PI-Regler und einem 2. Funktions-Systembaustein (Typ 4), wobei der PI-Regler die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) auf dem vom dritten Funktionsglied (3) gelieferten Sollwert (hvB,soll) ausre gelt, Eingangswerte des 2. Funktions-Systembausteins (Typ 4) das Augangs signal des PI-Reglers und der gemessene Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB) sind, und wobei im Beharrungszustand des Regelkreises das Ausgangs signal des PI-Reglers die gesuchte Dampftemperatur vor der Beschaufelung (ϑν B) ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Funk
tionsglied (1) für die Durchführung der Funktion ρab = (446,235 pab - 360,34)/(hab -
1908,126) eingerichtet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
zweite Funktionsglied (2) dafür eingerichtet ist, die Bestimmung der spezifischen Masse
des Dampfes vor der Beschaufelung (ρvB) nach nachstehender mathematischer Be
ziehung durchzuführen:
wobei
k der Polytropenexponent ist, der ermittelt wird nach
χ der Isentropenexponent bei der Expansion ohne Verlust ist, und
ηth der thermische Wirkungsgrad des betrachteten Turbinenabschnitts ist.
wobei
k der Polytropenexponent ist, der ermittelt wird nach
χ der Isentropenexponent bei der Expansion ohne Verlust ist, und
ηth der thermische Wirkungsgrad des betrachteten Turbinenabschnitts ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
das dritte Funktionsglied (3) dafür eingerichtet ist, die nachstehende Funktion durchzu
führen: hvB,soll = [446,235 pvB - 360,34)/ρvB] + 1908,126).
8. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß ein Block (3,HD) zur Bestimmung der Dampftemperatur vor
der Beschaufelung einer Dampfturbine (ϑvB) und der spezifischen Dampfmasse vor
der Beschaufelung (ρvB) im Fall einer Dampfturbine mit Düsengruppenregelung vor
handen ist, der enthält:
- a) einen 1. Funktions-Systembaustein (Typ 4), dem die Meßwerte Dampftempe ratur (ϑMD-T) und Dampfdruck (pMD-T) vor den Turbinenregelventilen zugeführt sind, und der die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB,soll = hMD-T) ermittelt,
- b) ein dem 1. Funktions-Systembaustein (Typ 4) nachgeschaltetes erstes Funkti onsglied (1), dem die ermittelte Enthalpie (hMD-T) und der Meßwert Dampfdruck hinter den Turbinenregelventilen, also vor der Beschaufelung (pvB,MD-T) zuge führt sind, und der die gesuchte spezifische Masse des Dampfes vor der Be schaufelung (ρvB = ρvB,MD-T) ermittelt, und
- c) einen Regelkreis mit einem PI-Regler und einem 2. Funktions-Systembaustein (Typ 4), wobei der PI-Regler die Enthalpie des Dampfes vor der Beschaufelung (hvB) auf den vom 1. Funktions-Systembaustein (Typ 4) gelieferten Sollwert (hvB,soll) ausregelt, Eingangswerte des 2. Funktions-Systembausteins (Typ 4) der gemessene Dampfdruck vor der Beschaufelung (pvB) und das Ausgangs signal des PI-Reglers sind, und wobei im Beharrungszustand des Regelkreises das Ausgangssignal des PI-Reglers die gesuchte Damftemperatur vor der Be schaufelung (ϑvB) ist.
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|---|---|---|---|
| DE1999110222 DE19910222C2 (de) | 1999-03-09 | 1999-03-09 | Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung einer Dampftemperatur |
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|---|---|---|---|
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