DE19910663A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Reinigen des Abgases einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Vorrichten zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine, mit einer sich von der Brennkraftmaschine erstreckenden Abgasleitung, in der ein 3-Wege-Katalysator mit einer katalytischen Beschichtung angeordnet ist. Es ist der Zweck der Erfindung, die Aufheizphase des Katalysators zu verkürzen. Dies wird dadurch erreicht, daß die katalytische Beschichtung eine Komponente aufweist, die Sauerstoff bei den vorhandenen Temperaturen der Startphase schnell speichert und langsam wieder abgibt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Reinigung des
Abgases einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 9.
Bedingt durch die steigenden Anforderungen an die Qualität der Abgasreinigung kommt
der Aufheizphase des 3-Wege-Katalysators besondere Aufmerksamkeit zu. Dabei ist die
Forderung zu berücksichtigen, daß die Aufheizzeit so kurz wie möglich gehalten werden
soll.
Um die Aufheizphase eines 3-Wege-Katalysators zu verkürzen, sind bereits
verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen worden.
Eine Maßnahme besteht darin, dem 3-Wege-Katalysator einen elektrisch beheizbaren
Vorkatalysator vorzuordnen, um den 3-Wege-Katalysator schneller auf
Ansprechtemperatur zu bringen. Eine andere Maßnahme, die nach dem gleichen Prinzip
arbeitet, besteht darin, anstelle einer elektrischen Beheizung dem 3-Wege-Katalysator
einen Brenner zuzuordnen, der mit Kraftstoff gespeist wird. Eine noch andere
Maßnahme besteht darin, die Brennkraftmaschine im fetten Gemischverhältnis (typisch:
Lambda kleiner gleich 0,8) zu betreiben unter Zugabe von Sekundärluft in den
Abgasstrang zum Erzielen eines überstöchiometrischen Luftverhältnisses. Die zuletzt
genannte Maßnahme kann auch noch mit einer Brennkammer und einer
Zündvorrichtung kombiniert werden.
Bei den vorgenannten Maßnahmen ist es wegen der Reaktionskinetik des
Kohlenmonoxids notwendig, das Netto-Luftverhältnis im Zulauf des Katalysators im
mageren Bereich zu halten, um ein schnelles Anspringen zu gewährleisten. Bei
herkömmlichen Ottomotoren ist aber ein Betrieb im mageren Bereich während der
Warmlaufphase aus Gründen des funktionssicheren Betriebs und der Fahrbarken nicht
möglich (typisch: Lambda etwa 0,95), daher muß das gewünschte Luftverhältnis durch
Zugabe von Luft zwischen der Brennkraftmaschine und dem Katalysator mittels einer
Pumpe oder dergleichen eingestellt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkraftmaschine der eingangs
angegebenen Art so auszugestalten, daß die Aufheizphase für einen 3-Wege-
Katalysator verkürzt wird.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung weist die katalytische Beschichtung des 3-
Wege-Katalysators eine Komponente auf, die Sauerstoff bei den in der Startphase
vorhandenen Temperaturen schnell speichert und langsam wieder abgibt. Hierdurch
erfolgt eine Verringerung des Sauerstoffanteils des im Katalysator zu behandelnden
Abgases, die aufgrund der zeitverzögernden Wirksamkeit der Komponente zeitverzögert
wieder abgegeben wird und zur Reduktion des Kohlenmonoxids dienen kann.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung eignet sich insbesondere mit einem Verfahren
zum Betrieb der Brennkraftmaschine nach Anspruch 9, bei dem periodisch oder
stochastisch das Kraftstoff/Luft-Verhältnis geändert wird, z. B. dadurch, daß eine
beliebige Anzahl von Zylindern (z. B. zwei bei einem Vierzylindermotor) für eine
bestimmte Anzahl von Verbrennungen mager betrieben wird. Hierbei wird der
auftretende Sauerstoff durch die Speicherkomponente gebunden und in den folgenden
Fettphasen zur Reduktion vornehmlich des Kohlenmonoxids benutzt. Es ist nicht
erforderlich, daß das CO vollständig umgesetzt wird. Vielmehr soll durch die exotherme
Reaktion der Katalysator schneller aufgeheizt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und einer
Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung der bevorzugten Ausführungsform.
Fig. 1 zeigt eine Brennkraftmaschine 1, zu der sich eine Luftansaugleitung 2 und von der
sich eine Abgasleitung 3 erstrecken. In die Luftansaugleitung 2 mündet im Bereich einer
Einspritzvorrichtung 4 mit nicht dargestellten Einspritzventilen eine Kraftstoffleitung 5,
die sich von einem Kraftstoffvorrat 6, z. B. von einem Tank, erstreckt. In der Abgasleitung
3 befindet sich ein 3-Wege-Katalysator 7, in dessen Anfangsbereich in an sich
bekannter Weise eine Lambda-Sonde 8 angeordnet ist, die durch eine Signalleitung 9
mit einer elektronischen Steuervorrichtung 10 verbunden ist, von der sich eine
Steuerleitung 11 zur Einspritzvorrichtung 4 erstreckt und dazu dient, die jeweils
eingespritzte Kraftstoffmenge einzustellen. Die Strömungsrichtung in der Abgasleitung
ist mit 3a bezeichnet.
Die Funktion des geregelten 3-Wege-Katalysators 7 einschließlich der Regelung des
Kraftstoff/Luft-Verhältnisses in Abhängigkeit vom Sollwert des Sauerstoffanteils nach
fortwährender Ermittlung des Sauerstoff-Istwerts ist allgemein bekannt.
Der 3-Wege-Katalysator 7 weist in der Strömungsrichtung 3a hinter der Lambda-Sonde
8 eine katalytische Beschichtung 12 auf, bzw. er wird durch sie gebildet, der eine
Komponente 13 zugeordnet ist, die Sauerstoff bei den in der Startphase herrschenden
Temperaturen, z. B. 20 bis 350°C, schnell speichert und langsam wieder abgibt. Betreibt
man die Brennkraftmaschine 1 so, daß periodisch oder stochastisch das Kraftstoff/Luft-
Verhältnis mager betrieben wird, z. B. dadurch, daß eine beliebige Anzahl von Zylinder
(z. B. zwei von einem Vierzylindermotor) für eine bestimmte Anzahl von Verbrennungen
mager betrieben werden, wird der auftretende Sauerstoff durch die Speicherkomponente
13 gebunden und in den folgenden Fettphasen zur Reduktion vornehmlich des
Kohlenmonoxids benutzt. Es ist nicht erforderlich, daß das CO vollständig umgesetzt
wird. Vielmehr soll durch die exotherme Reaktion der Katalysator schneller aufgeheizt
werden.
Es ist vorteilhaft, die vorbeschriebene Sauerstoff-Speicherkomponente 13 mit einem
Edelmetall zu kombinieren, das eine geringere Selbsthemmung der CO-Oxidation
aufweist. Dies kann z. B. Rhodium sein. Ist die gesamte Katalysatoranlage mehrteilig,
z. B. dann, wenn separate Vor-Kats oder mehrere Scheiben in einem Gehäuse
vorhanden sind, dann muß die Speicherkomponente 13 nicht notwendigerweise auf
allen Trägern vorhanden sein. Z. B. kann die Komponente 13 auf dem Startkatalysator
als Kaltstartkomponente angeordnet sein bzw. dessen Beschichtung zugeordnet sein,
während der nachfolgende Teil eine konventionelle 3-Wege-Beschichtung aufweist. Die
Komponente 13 kann aber auch, wie bei einteiligen Systemen an sich bekannt,
zusammen mit der 3-Wege-Beschichtung aufgebracht sein. Dies kann in einem
Arbeitsschritt durch Mischen oder in mehreren Schritten durch Aufbringen übereinander
oder hintereinander erfolgen. Die Komponente 13 ist somit ein Werkstoffanteil, der in die
katalytische Beschichtung eingemischt sein kann oder eine eigene Schicht bilden kann.
Als Trägermaterial und -bauform kommen alle heute bekannten Varianten in Frage, z. B.
monolitische Keramikträger und aus Folien gebaute Metallträger.
1
Brennkraftmaschine
2
Luftansaugleitung
3
Abgasleitung
3
a Strömungsrichtung
4
Einspritzvorrichtung
5
Kraftstoffleitung
6
Kraftstoffvorrat
7
3-Wege-Katalysator
8
Lambda-Sonde
9
Signalleitung
10
elektronische Steuervorrichtung
11
Steuerleitung
12
katalytische Beschichtung
13
Komponente
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine (1), mit einer sich
von der Brennkraftmaschine (1) erstreckenden Abgasleitung (2), in der ein 3-Wege-
Katalysator (7) mit einer katalytischen Beschichtung (12) angeordnet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die katalytische Beschichtung (12) eine Komponente (13)
aufweist, die Sauerstoff bei den vorhandenen Temperaturen der Startphase schnell
speichert und langsam wieder abgibt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente (13)
Cer-haltig ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Komponente (13) ein Edelmetall ist, das eine geringere Selbsthemmung der CO-
Oxidation aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente (13)
Rhodium aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
bei einem aus mehreren in der Strömungsrichtung hintereinander angeordneten
Teilen bestehenden 3-Wege-Katalysator (7) die Komponente (13) nur der
katalytischen Beschichtung des oder der ersten Teile zugeordnet ist und die übrigen
Teile eine konventionelle 3-Wege-Beschichtung aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Komponente (13) in die katalytische Beschichtung (12) eingemischt ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Komponente (13) eine Beschichtung ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Komponentenschicht (13) auf der katalytischen Schicht (12) angeordnet ist.
9. Verfahren zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine (1) mit einer
Abgasleitung (3), in der ein 3-Wege-Katalysator (7) mit einer Lambda-Sonde (8)
angeordnet ist, bei dem der Sauerstoffanteil im Abgas gemessen wird und bei einer
Abweichung von einem Sollwert das Kraftstoff/Luft-Verhältnis des der
Brennkraftmaschine zugeführten Gemisches nach einer Sollwert-Kennlinie des
Sauerstoffanteils im Abgas geregelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Verwendung eines 3-Wege-Katalysators (7) nach Anspruch 1 die
Brennkraftmaschine (1) periodisch oder stochastisch mager betrieben wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine beliebige Anzahl
von Zylindern der Brennkraftmaschine (1) für eine bestimmte Anzahl von
Verbrennungen mager betrieben werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19910663A DE19910663B4 (de) | 1999-03-11 | 1999-03-11 | Vorrichtung und Verfahren zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19910663A DE19910663B4 (de) | 1999-03-11 | 1999-03-11 | Vorrichtung und Verfahren zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19910663A1 true DE19910663A1 (de) | 2000-09-14 |
| DE19910663B4 DE19910663B4 (de) | 2007-10-18 |
Family
ID=7900466
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19910663A Expired - Fee Related DE19910663B4 (de) | 1999-03-11 | 1999-03-11 | Vorrichtung und Verfahren zum Reinigen des Abgases einer Brennkraftmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19910663B4 (de) |
Citations (4)
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| DE19743194A1 (de) * | 1996-10-03 | 1998-04-16 | Hitachi Ltd | Verfahren zur Herstellung eines Katalysators zum Reinigen der Abgase von Verbrennungsmotoren und damit hergestellter Katalysator |
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| DE19714707A1 (de) * | 1997-04-09 | 1998-10-15 | Degussa | Sauerstoff speicherndes Material mit hoher Temperaturstabilität sowie Verfahren zu seiner Herstellung |
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-
1999
- 1999-03-11 DE DE19910663A patent/DE19910663B4/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19910663B4 (de) | 2007-10-18 |
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