DE19909704A1 - Tragbares Arbeitsgerät, insbesondere Motorsäge - Google Patents
Tragbares Arbeitsgerät, insbesondere MotorsägeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein tragbares Arbeitsgerät, insbesondere eine Motorsäge mit einem Zylinder (1) und einer über einen Pleuel (2) mit einem Kolben (3) verbundenen Kurbelwelle (4) und einem im wesentlichen aus Kunststoff bestehenden Gehäuse (5) sowie einem unteren Kurbelgehäuse (6). Um auf einfache Weise einen dauerhaften festen Verbund zwischen dem Zylinder und dem unteren Kunststoff-Kurbelgehäuse zu erreichen, wird im Material des unteren Kurbelgehäuses (6) ein Stützblech (7) nahezu vollständig eingebettet. Das Stützblech (7) ist einstückig ausgebildet und trägt zur Verschraubung des unteren Kurbelgehäuses (6) mit dem Zylinder (1) Stützhülsen (9), so daß ein insgesamt metallischer Schraubverbund hergestellt werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft ein tragbares Arbeitsgerät, insbe
sondere Motorsäge, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei einem bekannten Arbeitsgerät dieser Art
(DE-OS 32 22 457) sind das aus Kunststoff gebildete untere
Kurbelgehäuse sowie die Kurbelwellenlager und deren Lager
schalen gemeinsam mittels Schrauben, die durch die Unter
seite des Kurbelgehäuses hindurchgehen, am Zylinder fest
gelegt. Da während des Betriebes ein nicht unerheblicher
Teil der im Kurbelwellenbereich auftretenden Kräfte in das
Kurbelgehäuse eingeleitet wird und dieses belastet, ist das
Kurbelgehäuse stabil und entsprechend aufwendig zu gestal
ten, da auftretende Undichtigkeiten des Kurbelgehäuses
durch Setzen desselben die Funktionstüchtigkeit des Ar
beitsgeräts beeinträchtigen kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den in einem
tragbaren Arbeitsgerät der gattungsgemäßen Art vorgesehenen
Verbrennungsmotor derart weiterzubilden, daß ein
dauerhafter fester Verbund zwischen dem Zylinder und dem
Kunststoff-Kurbelgehäuse erzielt wird, wobei die Bauhöhe
des Verbandes Zylinder-Kurbelgehäuse klein gehalten werden
soll. Diese Aufgabe wird nach den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst.
Durch fast vollständige, ganzflächige Einbettung eines vor
gefertigten, vorzugsweise als Press-Stanzteil ausgebildeten
Stützbleches im Bereich des unteren Kunststoff-Kurbel
gehäuses ist eine Aussteifung geschaffen, durch die ein
dauerhafter Verbund mit dem Zylinder des Verbrennungsmotors
herzustellen ist. Das einstückig ausgebildete Stützblech
weist zur Verschraubung des unteren Kurbelgehäuses mit dem
Zylinder Stützhülsen auf, die einen metallischen Schraub
verbund ermöglichen. Das Stützblech ist in seiner
sphärischen Gestalt gleich der Form des Kurbelgehäuses und
ist somit beidseitig vom Kunststoff des Kurbelgehäuses um
schlossen. Das Stützblech ist ferner zur formschlüssigen
Verbindung mit dem Kunststoff des Kurbelgehäuses mit Durch
brechungen versehen oder zweckmäßig aus einem Lochblech ge
fertigt. Die Durchbrechungen oder die Lochung ermöglichen
eine gute Verzahnung des Stützbleches mit dem Kunststoff
des Kurbelgehäuses, welcher vorzugsweise im Spritzgußver
fahren um das Stützblech gespritzt wird. Das Stützblech
sitzt somit nach Aushärtung des Kunststoff-Kurbelgehäuses
spielfrei und unverlierbar in der Kurbelwanne fest. Die
Bauhöhe des solchermaßen als Metall-Kunststoffverbund aus
geführten Kurbelgehäuses läßt sich im Vergleich zu einem
vollständig aus Kunststoff bestehenden Kurbelgehäuse redu
zieren. Es wird durch die Anwendung eines solchen, in
Kunststoff eingebetteten Stützbleches eine hohe Festigkeit
des Kurbelgehäuses erreicht. Die einstückig mit dem Stütz
blech gefertigten Stützhülsen sind an den jeweiligen Ecken
des Stützbleches vorgesehen und werden von den Schraubbol
zen durchragt, mit denen die untere Kurbelwanne festgelegt
wird. Die Stützhülsen ermöglichen trotz der Kunststoffwanne
einen rein metallischen Schraubverbund an den vier Ecken
des in Draufsicht rechteckigen Stützbleches. Die Kurbelwel
lenlager werden so sicher im Bereich der Lagerschalenhälf
ten fixiert.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weite
ren Ansprüchen der Beschreibung und der Zeichnung, in der
ein nachfolgend im einzelnen beschriebenes Ausführungsbei
spiel der Erfindung dargestellt ist. Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine perspektivische
Ansicht einer Motorkettensäge mit einem Teil
schnitt durch das Kurbelgehäuse,
Fig. 2 in schematischer Darstellung eine perspektivische
Ansicht eines im Kurbelgehäuse eingebetteten
Stützbleches,
Fig. 3 eine Draufsicht auf das Stützblech nach Fig. 2;
Fig. 4 einen Schnitt durch das Stützblech längs der Linie
A-A in Fig. 3,
Fig. 5 einen Schnitt durch das Stützblech längs der Linie
B-B in Fig. 3.
Das in der Zeichnung dargestellte handgeführte, tragbare
Arbeitsgerät ist eine Motorkettensäge, die von einem in
einem Gehäuse 5 angeordneten Verbrennungsmotor 12
angetrieben ist.
Der Verbrennungsmotor 12 weist einen Zylinder 1 mit einem
inneren Brennraum auf, der von einem auf- und abfahrenden
Kolben 3 begrenzt ist. Der Kolben 3 ist mit einem Pleuel 2
verbunden, dessen anderes Ende eine in einem Kurbelgehäuse
gelagerte Kurbelwelle 4 antreibt.
Die Kurbelwelle 4 ist endseitig in je einem Kurbelwellen
lager 15 drehbar gehalten, die jeweils in geteilten Lager
schalen liegen. Eine untere Lagerhalbschale 16 ist auf ge
genüberliegenden Seitenwänden 33 am unteren Kurbelgehäuse 6
angeformt; die korrespondierenden Lagerhalbschalen 16' sind
entsprechend am oberen Kurbelgehäuse 30 des Verbrennungs
motors 12 ausgebildet. Es kann auch zweckmäßig sein, die
Lagerhalbschalen 16, 16' am Hemd des Zylinders 1 des Ver
brennungsmotors 12 festzulegen.
Das untere Kurbelgehäuse 6 besteht aus Kunststoff und kann
- wie gezeigt - einstückig mit dem ebenfalls aus Kunststoff
hergestellten Motorgehäuse 5 ausgebildet sein, wodurch das
Gewicht des tragbaren Arbeitsgerätes gering gehalten ist.
Im Einzelfall kann das untere Kunststoff-Kurbelhäuse 6 auch
als ein vom Motorgehäuse 5 getrenntes Bauteil vorgesehen
sein, welches über Antivibrationselemente mit dem Rahmen
des Motorgehäuses 5 zu verbinden ist.
Das Motorgehäuse 5 ist als komplex gestaltetes Spritzguß-
Bauteil gefertigt. Bestandteile des Motorgehäuses 5 sind
insbesondere die Anbindung 23 für die Führungsschiene 20,
ein integrierter Tank 18 für Betriebsstoffe, das wannen
artige untere Kurbelgehäuse 6 sowie Wandungen einer Ver
gaserkammer 25, an deren Trennwand 26 zum Zylinder 1 ein
Vergaser zu befestigen ist. In der Trennwand ist eine
Öffnung 21 für ein vom Zylinder 1 zum nicht dargestellten
Vergaser führendes Ansaugrohr. Der Vergaser wird mittels
Befestigungsbolzen 22 an der Trennwand 26 festgelegt.
Das untere Kurbelgehäuse 6 ist einstückig mit dem Motorge
häuse 5 gefertigt und liegt zwischen dem Tank 18 und der
Vergaserkammer 25. Es hat im wesentlichen eine wannenför
mige Gestalt. Quer zur Längsmittelachse 27 des tragbaren
Arbeitsgerätes weist das untere Kurbelgehäuse 6 zu beiden
Seiten 33 halbkreisförmige Aussparungen, die Lagerschalen
16, auf. Das untere Kurbelgehäuse 6 endet an seiner dem
Zylinder 1 zugewandten Öffnung 28 in Form eines flanschar
tigen Befestigungssockels 19, der in Draufsicht gemäß Fig. 3
einen im wesentlichen rechteckigen Grundriß aufweist. In
den Ecken des rahmenartigen Befestigungssockels 19 sind Be
festigungsöffnungen 29 angeordnet. Der Verbrennungsmotor 12
liegt mit seinem aus Metall bestehenden Zylinder 1 bzw.
einem angeformten oberen Kurbelgehäuse 30 auf dem Befesti
gungssockel 19 auf und ist auf diesem durch Schraubenbolzen
11 gehalten, welche die Befestigungsöffnungen 29
durchragen.
In den Kunststoff des unteren Kurbelgehäuses 6 ist durchge
hend ein einstückiges Stützblech 7 eingebettet. Das Stütz
blech 7 ist hierbei auf beiden Seiten von einer Kunststoff
schicht 31, 31' umgeben, also vollständig im Kunststoff
eingebettet, wodurch es spielfrei und unverlierbar im un
teren Kurbelgehäuse 6 gehalten ist. Aufgrund des groß
flächigen Formschlusses ist ein Lockern des Stützbleches 7
durch den Betrieb des tragbaren Arbeitsgerätes vermieden.
Das Stützblech 7 ist in seiner sphärischen Gestalt dem wan
nenartigen unteren Kurbelgehäuse 6 angepaßt. Es weist in
gleicher Weise Aussparungen bzw. Ausformungen zur Bildung
der Lagerhalbschalen 16, 16' auf.
Vorteilhaft weist das Stützblech 7 im Bereich der Befesti
gungsöffnungen 26 Stützhülsen 9 auf, die durch Stanzen oder
dergleichen Bearbeitung einfach zu fertigen sind. Das
Stützblech 7 liegt im Bereich des Befestigungssockels 19
metallisch am oberen Kurbelgehäuse 30 an, weshalb die dem
Zylinder 1 zugewandte Dichtfläche 34 des Stützbleches 7 von
Kunststoff frei ist. Die Stützhülsen 9 bestimmen beim
Spritzvorgang der Kurbelwanne 6 die Befestigungsöffnungen
29 für die Schraubbolzen 11. Der Kopf eines Schraubbolzens
11 leitet über die Stützhülse 9 die Schraubkräfte in das
Stützblech ein; die Kunststoffwanne des Kurbelgehäuses ist
frei von Schraubkräften. Durch die Gestaltung des Stütz
bleches 7 mit den Stützhülsen 9 ist ein metallischer
Schraubverbund geschaffen, so daß die Fließeigenschaften
des Kunststoffs nicht zur Lockerung und damit zu Undichtig
keiten an der Kurbelwanne führen.
Durch die Anwendung eines in den Kunststoff des wannenar
tigen unteren Kurbelgehäuses 6 eingebetteten Stützbleches 7
ist auch die Bauhöhe des Verbandes Zylinder-Kurbelgehäuse
reduziert, da die Wandstärke des unteren Kurbelgehäuses 6
im Gegensatz zu der Wandstärke eines Kurbelgehäuses, das
ausschließlich aus Kunststoff besteht, reduziert werden
kann. Das Stützblech 7 übernimmt hierbei die Aussteifung
des unteren Kurbelgehäuses 6 und fängt die Querkräfte ab,
welche von den Kurbelwellenlagern 15 eingeleitet werden.
Wie den Fig. 1, 2 und 4 zu entnehmen ist, ist das schalen
artige Stützblech 7 im Bereich der Seitenwände 33 des unte
ren Kurbelgehäuses 6 gewellt. Dadurch wird eine hohe Biege
steifigkeit des Stützbleches 7 insbesondere quer zur Kur
belwelle 4 erzielt.
Die Fig. 2 und 3 zeigen im teilzylindrischen Boden 32 des
vorteilhaft als Press-Stanzteil ausgeführten Stützbleches 7
Durchbrüche 10, die sich über die Breite des Bodens
erstrecken und in Umfangsrichtung mit geringem Abstand
nebeneinander liegen. Im Bereich der Durchbrüche 10 sind
die das Stützblech 7 umgebenden Kunststoffschichten 31, 31'
miteinander verschmolzen, so daß ein spielfreier, sicherer
Formschluß des Stützbleches 7 im Kunststoff der Kurbelwanne
gegeben ist. Zweckmäßig weist das Stützblech 7 in seinen
Seitenwänden 33 entsprechende Durchbrechungen auf; vor
teilhaft besteht das Stützteil 7 aus einem geeigneten Loch
blech. Zur weiteren Verbesserung des Formschlusses des
Stützbleches 7 mit dem Kunststoff des unteren Kurbelge
häuses 6 wird das fertig gestanzte und gepreßte Stützblech
7 durch geeignete Verfahren wie Sandstrahlen oder Ätzen an
seiner Oberfläche aufgerauht, bevor es in die entsprechende
Spritzgußform zur Herstellung der Kurbelwanne eingelegt
wird.
Die Fig. 2 und 5 zeigen die angeformten Stützhülsen 9 sowie
die metallische Dichtfläche 34, die an dem oberen Kurbelge
häuse 30 anliegt. Die axiale Höhe H der Stützhülsen 9 ent
spricht der Dicke des Befestigungssockels 19, durchragt
also die Kunststoffmasse vollständig.
Die Fig. 3 verdeutlicht in Verbindung mit den Fig. 4 und 5
die Durchbrechungen 10 des Bodens 32 des Stützbleches 7 so
wie seine teilzylindrische, schalenartige Gestalt. Die wel
lenförmig gestuften Seitenwände
33 des Stützbleches 7 versteifen nicht nur die Seitenwände
selbst, sondern das gesamte Stützblech wird so biege- und
torsionssteifer und kann daher die auftretenden Kräfte
abfangen, so daß das Kunststoffmaterial im wesentlichen
frei von größeren Kräften bleibt.
Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch das Stützblech 7 ent
lang der Linie A-A in Fig. 3. Deutlich zu erkennen sind
auch hier die großflächigen Durchbrechungen 10 des Bo
dens 32 des Stützbleches 7 sowie die Wellung der Seiten
wände 33, die eine hohe Biegesteifigkeit des Stützbleches 7
in Richtung der Linie B-B in Fig. 3 ergibt.
Die Fig. 5 zeigt im Schnitt das Stützblech 7 mit den ange
formten Stützhülsen 9. Der Schnitt durch die Gewindebuchse
9 verdeutlicht, daß diese einstückig aus der Wand des
Stützbleches 7 gezogen ist.
Claims (9)
1. Handgeführtes tragbares Arbeitsgerät, insbesondere
Motorsäge, Trennschleifer oder dergleichen, mit in
einem Gehäuse (5) angeordneten Verbrennungsmotor (12),
der einen Zylinder (1) und einen im Zylinder (1) ausge
bildeten Brennraum aufweist, welcher durch einen auf-
und abgehenden Kolben (3) begrenzt ist und der Kolben
(3) über ein Pleuel (2) eine Kurbelwelle (4) antreibt,
die in einem im wesentlichen aus Kunststoff bestehenden
wannenartigen Kurbelgehäuse (6) gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, daß im Kunststoff des unteren
Kurbelgehäuses (6) ein metallisches Stützblech (7) ein
gebettet ist, welches die Dichtfläche (34) des unteren
Kurbelgehäuses (6) zum oberen Kurbelgehäuse (30) bil
det.
2. Arbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7)
metallisch an einer zugewandten Gegenfläche der
Trennebene (13) zwischen dem oberen Kurbelgehäuse (30)
und dem unteren Kurbelgehäuse (6) anliegt.
3. Arbeitsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß an dem Stützblech (7)
Stützhülsen (9) angeformt sind, die einen Befestigungs
sockel (19) des unteren Kurbelgehäuses (6) durchragen.
4. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7) Durch
brüche (10) aufweist, mit denen das Stützblech (7) mit
dem Material des unteren Kurbelgehäuses (6) verzahnt
ist.
5. Tragbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis
4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7) ein
Lochblech ist.
6. Tragbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis
5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7) an
seiner Oberfläche (14) angerauht ist.
7. Tragbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis
6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7) etwa
halbzylindrische Gestalt entsprechend dem wannenartigen
unteren Kurbelgehäuse aufweist.
8. Tragbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis
7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützblech (7) ein
Press-Stanzteil ist.
9. Tragbares Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis
8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (5) und das
wannenartige untere Kurbelgehäuse (6) einstückig
ausgebildet sind.
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