DE19907041A1 - Verfahren zur alternativen Routensteuerung als Netzbeeinflussung - Google Patents
Verfahren zur alternativen Routensteuerung als NetzbeeinflussungInfo
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Abstract
Bisherige Verfahren zur Alternativroutensteuerung von Fahrzeugströmen verwenden Modelle, um die Wirkung des Stelleingriffes zu berechnen. Da das menschliche Verhalten auf solche Stelleingriffe, zum Beispiel durch die Annahme von Akzeptanzraten, bisher nur unzureichend modelliert werden kann, werden Stelleingriffe geschalten, die zu viele oder zu wenige Fahrzeuge beeinflussen. DOLLAR A Die Modellierung der Wirkung einer Umleitungsempfehlung beispielsweise durch einen kollektiven Stelleingriff (a) wird im Normalbetrieb des Steuerungsverfahrens durch die Messung der Wirkung des Stelleingriffs, zum Beispiel durch die Meßquerschnitte b, c und d, und die Verwendung dieses Meßwertes in einem Reglermodul ersetzt. Die gemessene Wirkung kann zudem verwendet werden, um die Wirkung als Funktion des Stelleingriffes mit einem Verfahren der künstlichen Intelligenz zu approximieren. Dieses aus der Messung gewonnene Modellwissen kann in Ausnahmesituationen das Steuerungsverfahren verbessern. DOLLAR A Das beschriebene Steuerungsverfahren eignet sich insbesondere für den Straßenverkehr, sowohl zur individuellen Routenführung als auch zur Steuerung von kollektiven Verkehrsbeeinflussungsanlagen.
Description
Einfache Steuerungsalgorithmen für die Wechselwegweisung, zum Beispiel für
Bundesautobahnen, basieren auf "wenn dann" Regelbasen mit Schwellwertabfragen.
Die Regeln beziehen sich direkt auf das jeweilige Straßennetz und sind daher nicht
übertragbar.
Durch die Unterteilung der Steuerungsaufgabe in ein Verkehrsmodell und
Steuerungsmodell wird eine weitgehende Unabhängigkeit von der konkreten
Netztopologie erreicht. Das Dernbach-Koblenzverfahren (FGSV, 1992) verwendet ein
einfaches Verkehrsmodell zur Prognose der Reisezeiten; die Abbiegeraten werden als
unabhängig von der aktuellen Verkehrssituation angenommen. Das Steuerungsmodell
ermittelt den Schaltplan durch Minimierung der Reisezeiten.
CREMER (1993) ersetzt das einfache Verkehrsmodell durch ein dynamisches
makroskopisches Modell. MESSMER (1994) erweitert das Steuerungsmodell, so daß
anstatt eines Schaltplans eine optimale Sequenz von Schaltplänen berechnet wird.
SACHSE (1998) definiert ein auf dem Dernbach-Koblenz Verfahren basierenden
Rahmenplan für Steuerungsverfahren und erweitert diesen um eine Schätzung der
Kordonmatrizen (PLOSS, 1993) der aktuellen Verkehrsbeziehungen.
Theoretische Überlegungen zum Zusammenspiel der Realdaten, der Matrixschätzung
und der Prognose ergaben, daß die üblichen Verfahren und Modelle in ihrem
Zusammenwirken neben den einfachen Schätzfehlern auch zu systematischen Fehlern
neigen können. Diese Überlegungen wurden bei umfangreichen Datenanalysen im
Projekt TABASCO (KELLER, 1998) und in SACHSE (1998) bestätigt. Es besteht daher die
Notwendigkeit die klassischen Prognose- und Schätzverfahren zu erweitern oder
verzichtbar zu machen.
PAPAGEORGIOU (1990) führt anstelle einer Verkehrsprognose einen Regler ein, der die
Differenz der Reisezeit auf einem Alternativroutenpaar zu Null regelt. Er unterscheidet
dabei ein "prädiktives" (Prädiktion der Reisezeit) und ein "reaktives" Nutzeroptimum, bei
dem die Reisezeit aus den aktuellen Kantenreisezeiten aufaddiert wird. In beiden
Ansätzen werden statische Sollwerte verwendet; diese erlauben jedoch keine
Berücksichtigung an sich dynamischer Größen wie die Befolgungsrate.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde die fehlerhaften Modelle zur Wirkungsermittlung zu ersetzen. Dies geschieht
durch die Verwendung gemessener Wirkungen in einem neuen Reglermodul des
Steuerungsverfahrens. In diesem Papier wird daher die logische Systemarchitektur aus
FGSV (1992) unter Nutzung dynamischer Sollwerte um ein Reglermodell erweitert. Dies
ergibt eine Architektur für Verfahren, die "adaptiv" sind, sowohl bezüglich eines sich
ändernden Systemzustandes, als auch bezüglich bisher als zeitinvariant modellierter
Parameter wie zum Beispiel die Akzeptanzraten in Netzsteuerungen. Zusätzlich wird
aus den gemessenen Wirkungen unter Nutzung von Methoden der künstlichen
Intelligenz ein Wirkungsmodell abgeleitet, das sich zur Laufzeit an den gemessenen
Wirkungen kalibriert. Die kombinierte Nutzung der gemessenen Wirkung und mit dem
Modell anhand historischer Meßwerte geschätzten Wirkung erlaubt eine Erhöhung der
technischen Zuverlässigkeit des Verfahrens durch Rückfallebenen aber auch eine
erhöhte Systemgüte durch die Nutzung von modellbasierten Prognosen.
Das Verfahren basiert auf einer Messung der Wirkung am Entscheidungspunkt, dem .
Ausgangspunkt alternativer Routen. Der Stelleingriff kann dabei sowohl aus einem
individuellen Informationssystem, als auch einem kollektiven Informationssystem, wie
zum Beispiel ein Schild zur kollektiven Routenempfehlung (siehe (a) in Abb. 1)
bestehen. Die Erfassung wird so gewählt, daß die Aufteilung der Verkehrsströme auf
die linke und die rechte Kante gemessen werden kann. Dies kann zum Beispiel mit den
in Abb. 1 gezeigten Meßquerschnitten b, c und d geschehen. Die Meßquerschnitte
können zum Beispiel als Radardetektoren ausgebildet werden. Es wird vorgeschlagen,
die Meßwerte durch Methoden der Automatisierungstechnik in das
Steuerungsverfahren einzubinden. Hierzu wird die bisher bekannte Basisarchitektur für
Steuerungsverfahren erweitert.
In der bisherigen Basisarchitektur für Verfahren zur Verkehrsbeeinflussung besteht das
Steuererungsverfahren aus einem Verkehrsmodell und einem Steuerungsmodell. Das
Verkehrsmodell dient zur örtlich-zeitlichen Erfassung und Prognose des Verkehrs. Das
Steuerungsmodell setzt die verkehrlichen Vorgaben in einer Zielfunktion um und nutzt
das Verkehrsmodell zur Ermittlung des Stelleingriffs.
Durch eine Erweiterung der Basisarchitektur (siehe Abb. 2) wird es ermöglicht,
daß das Steuerungsmodell nicht mehr nur auf klassische modellbasierte Verfahren
ohne Beachtung der Modellunsicherheiten zurückgreifen kann. Es wird die Möglichkeit
geschaffen, die Schätzfehler des Verkehrsmodells zu berücksichtigen und die real
gemessene Wirkung anstelle des fehlerbehafteten Modells zu verwenden.
Der Beobachter entspricht dem Verkehrsmodell. Im Beobachter wird das
Verkehrsgeschehen mindestens zum aktuellen Zeitpunkt, oder auch in die Zukunft
geschätzt. Der Beobachter liefert einen geschätzten Systemzustand (t), der auf Basis
der Meßdaten y(t) ermittelt wird. Der Algorithmus entspricht dem Steuerungsmodell.
Der Algorithmus liefert allerdings nicht sofort einen Schaltplan beziehungsweise den
Stelleingriff, sondern zunächst dynamische Sollwerte s(t) für Größen, die möglichst gut
meßbar oder beobachtbar sind. Innerhalb des Algorithmus können neben der
klassischen Optimierung auch andere Ansätze aus der Regelungstechnik und/oder
Heuristik verwendet werden.
Der Regler berechnet unter Nutzung der gemessenen Größen den Schaltplan
beziehungsweise den Stelleingriff u(t) so, daß der Regelfehler möglichst klein bleibt.
Auf diese Weise wird das Verkehrsmodell und die Realität (System) einander angepaßt.
Explizit nicht modellierbare Störgrößen aus z(t) können damit implizit berücksichtigt
werden. Diese zusätzliche Rückkopplung von Meßinformation ermöglicht schon bei
einfachen Ansätzen in den Teilmodellen Beobachter, Algorithmus und Regler ein sehr
gutes Systemverhalten. Dies wird durch eine simulative Valididierung der unten
beschriebenen Netzsteuerung gezeigt.
Der zur Entkopplung von Algorithmus und Regler verwendete Ansatz der dynamischen
Sollwerte kann nicht nur als Schnittstelle zwischen dem Algorithmus und dem Regler,
sondern auch innerhalb eines Teilmodells verwendet werden; dies wird anhand eines
heuristischen Algorithmus für die Netzsteuerung demonstriert. Zudem besitzt der
Ansatz der dynamischen Sollwerte das Potential in einer Kaskadenstruktur zur
Kopplung unterschiedlicher Steuerungsverfahren herangezogen werden zu können
(POSCHINGER ET AL, 1997).
Die Netzsteuerung besteht entsprechend der Basisarchitektur aus einem Verkehrsmo
dell (Beobachter), einem Steuerungsmodell (Algorithmus) und einem Regler. Der
Beobachter liefert den aktuellen makroskopischen Verkehrszustand. Der Algorithmus
liefert einen dynamischen Sollwert für den (meßbaren) Fahrzeugstrom auf der
Hauptroute. Der Regler stellt durch Variation des Stelleingriffs sicher, daß der Sollwert
so gut wie möglich eingehalten wird.
Das Verkehrsmodell (der Beobachter) muß sich den Möglichkeiten der Detektion
anpassen. Der derzeitige Stand der Technik ist die Querschnitt bezogene Messung des
Verkehrsflusses und der Geschwindigkeit. Zusätzlich werden in der Regel die
Fahrstreifen sowie die Fahrzeugarten berücksichtigt.
Abschnitt- oder netzbezogene Meßverfahren zum Beispiel auf Basis einer
Kennzeichenerfassung oder individueller fahrzeugbezogener Daten können noch nicht
vorausgesetzt werden.
Der Beobachter wird aus einer Realdatenvorverarbeitung und einem Kalman
Schätzverfahren nach CREMER (1979) aufgebaut. Das Kalman Filter stellt einen
geschlossenen (sub-)optimalen Ansatz zur Schätzung von Modellzuständen dar.
Die Realdatenvorverarbeitung ist die Schnittstelle zum Steuerungssystem im online
Betrieb beziehungsweise zur Simulation bei einer offline Validierung. Die Realdatenvor
verarbeitung liefert TLS konform an jedem Meßquerschnitt den Verkehrsfluß qm der
vergangenen Minute hochgerechnet auf Fahrzeuge/h und die mittlere Geschwindigkeit
vm der vergangenen Minute in km/h.
Das Schätzverfahren basiert auf einer Ortsdiskretisierung durch die Segmentierung des
Straßennetzes. Die Mindestsegmentlänge beträgt 200 m. Das Straßennetz wird
zusätzlich in Teilnetze aufgeteilt, die durch Meßquerschnitte begrenzt werden. Innerhalb
der Teilnetze gibt es keine Meßquerschnitte. Die Segmente werden so dimensioniert,
daß die minimale Segmentlänge eingehalten und die Zahl der Segmente pro
Meßquerschnitt drei nicht übersteigt. Damit ist die Beobachtbarkeit sichergestellt
(CREMER, 1979). Die Verkehrsgrößen Geschwindigkeit vi und Dichte ki werden als
örtlich konstante mittlere Größen des Segments i betrachtet. An Knoten werden zudem
Abbiegeraten trmn eingeführt; diese Abbiegeraten beschreiben den Anteil der Dichte km
des Segments vor dem Knoten, dessen Ziel das Segment n nach dem Knoten ist. Die in
CREMER (1979) beschriebenen und in GR 97 P 8623 als Verfahren patentierte Formeln
werden formal um die Abbiegeraten erweitert, die als weitere Systemzustände
aufgefaßt werden. Die Größen vi, ki, und trmn werden geschätzt und stehen dem
Steuerungsmodell zur Verfügung. Das beschriebene Schätzverfahren kann durch
andere Schätzverfahren ersetzt werden; in Zukunft verfügbare streckenbezogene
Meßdaten können das Schätzverfahren weitgehend ersetzen.
Die verkehrliche Zielsetzung kann unterschieden werden in den aus Sicht der
Verkehrsteilnehmer möglichst ungehinderten Fahrtablauf in einem betrachteten
Netzumgriff (Nutzeroptimum) und aus Sicht des Betreibers des Verfahrens in eine
Optimierung der entstehenden globalen Kosten (Systemoptimum).
Die Formulierung der Verkehrsteilnehmer bezogenen Zielsetzung ist meßtechnisch und
damit auch mathematisch nicht eindeutig erfaßbar, da dies vom Charakter der
individuellen Verkehrsteilnehmer abhängt. Als internes Gütemaß des Verfahrens kann
zum Beispiel die mittlere individuelle Reisezeit verwendet werden. In Abhängigkeit vom
gewählten Verkehrsmodell können auch andere Gütemaße verwendet werden. Die
Zielsetzung des Betreibers kann zum Beispiel in einer Kostenfunktion formuliert werden;
diese besteht in der Regel aus der gewichteten Summe von Größen wie die summierte
Reisezeit, der summierte Schadstoffausstoß, eventuell auch die Abnutzung des
Straßennetzes etc.
Die verkehrliche Zielsetzung soll durch die Nutzbarmachung von vorhandenen,
ansonsten ungenutzten, Kapazitäten erreicht werden, indem Verkehrsströme auf
Alternativrouten verlagert werden. Dies geschieht durch die Weitergabe von
Verkehrszustandsinformationen oder durch direkte Angabe von Umleitungsempfehlung
en. Die Informationen können entweder individuell (mittels fahrzeugseitigen Geräten)
oder kollektiv (mittels Wechselverkehrszeichen) übermittelt werden. In beiden Fällen
besitzt die Information nur empfehlenden Charakter; der Systembetreiber ist auf die
freiwillige Befolgung angewiesen.
Bei der Verwendung des Systemoptimums als Schaltkriterium wird das Nutzeroptimum
in der Regel verletzt (WARDROP, 1952); es ist daher mit geringen, wenn nicht
verschwindenden Akzeptanzraten zu rechnen. Die systemoptimale Zielfunktion führt
sich somit ad absurdum, da aufgrund der verschwindenden Wirkung das Nutzer
optimum auch bezüglich des Systemoptimums bessere Ergebnisse liefert als der
"systemoptimale" Ansatz. Deshalb wird im weiteren als Beispiel das Nutzeroptimum
betrachtet.
Eine individuelle Netzsteuerung kann das individuelle Nutzeroptimum beachten; es
besitzt daher ein größeres Potential bezüglich der Akzeptanz als die kollektive
Netzsteuerung. Eine individuelle Netzsteuerung erlaubt prinzipiell eine fein dosierbare
Wirkung, indem die Information nur an ausgewählte Fahrzeuge übertragen wird.
Demgegenüber kann mit einer kollektiven Netzsteuerung nur ein sehr grober
stufenförmiger Zusammenhang zwischen dem Stelleingriff und der Wirkung erreicht
werden. In dieser Arbeit werden die dadurch auftretenden besonderen Schwierigkeiten.
der kollektiven Netzsteuerung berücksichtigt, indem das Steuerungsverfahren ohne
Einschränkung der Übertragbarkeit am Beispiel der kollektiven Netzsteuerung
entwickelt wird.
Der Algorithmus basiert auf einfachen heuristischen Annahmen sowie der Nutzung
klassischer Regelungstechnik. Das zu regelnde Straßennetz wird in Alternativrouten
paare eingeteilt. Auf jedem Routenpaar wird die mittlere individuelle Reisezeit
beziehungsweise eine dazu proportionale Größe betrachtet. Zur Vermeidung von
Überlastungen werden zudem die Verkehrsnachfrage und die Kapazität der Routen
berücksichtigt. Basierend auf einer Untersuchung der möglichen Betriebszustände
werden Formeln zur Berechnung des dynamischen Sollwertes für den Fahrzeugstrom
auf der Hauptroute erarbeitet.
Das Verkehrsgeschehen auf den Routenpaaren kann abhängig von der Auslastung und
der Längendifferenz der Routen in zwei oder vier Bereiche eingeteilt werden, siehe
Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.
- - Im Bereich 1 ist keine Umleitung erforderlich.
- - In den Bereichen 2 und 3 kann eine Überlastung durch Umleitung vermieden werden. Bei Beachtung des Nutzeroptimums können die Bereiche 2 und 3 nur dann wirksam werden, wenn die Alternativ- und Hauptroute in etwa die selbe Reisezeit bei freiem Verkehr besitzen. Bei einer längeren Alternativroute wird das Nutzeroptimum erst erfüllt, wenn auf der Hauptroute bereits gebundener Verkehr auftritt; in diesem Fall werden nur die Bereiche 1 und 4 genutzt.
- - Der Bereich 4 gilt nicht nur bei völliger Überlastung, sondern auch wenn auf einer Route Stau auftritt. Im Bereich 4 werden die Reisezeiten von einem Stauausgleichsalgorithmus einander angepaßt.
In den Bereichen 1-3 gilt:
qd1 + qd2 < c1 + c2
qdi Nachfrage Route i
ci Kapazität Route i
ci Kapazität Route i
Die Gesamtnachfrage muß kleiner sein als die Gesamtkapazität beider Routen; zudem
darf auf keiner der Routen gebundener Verkehr (Stau) auftreten. Für die Bereiche 1-3
berechnet sich der Sollwert für die umzuleitenden Fahrzeuge zu:
qiS Sollwert Verkehrsfluß Route i
Im Bereich 4 der Betriebszustände wird entsprechend dem Nutzeroptimum versucht,
die Reisezeit auf der Haupt- und Alternativroute anzugleichen. Nach PAPAGEORGIOU
(1990) ist die aus den aktuellen Kantenreisezeiten berechnete "reaktive" Reisezeit in
etwa proportional zur "prädiktiv" geschätzten tatsächlichen Reisezeit. Die Kantenreise
zeiten können direkt aus den mittleren Geschwindigkeiten der Kanten errechnet
werden. Im gebundenen Verkehr ist die Kantenreisezeit von der mittleren Dichte im
Stau, dessen Länge sowie von der Abflußverkehrsstärke abhängig (CREMER ET AL,
1993). Unter der Annahme, daß sich die Reisezeit aus einer von der Routenlänge
abhängigem Anteil und der Reisezeit im gebundenen Verkehr zusammensetzt, kann die
Reisezeit daher durch eine beobachtbare Staulänge plus einem von der Routenlänge
abhängigen Offset ersetzt werden.
Unter der Annahme, daß die Dichte in einem Stau konstant ist kann das Gütemaß
berechnet werden als:
iiIst Iststaulänge auf Route
lsi Länge des Segments i
lsi Länge des Segments i
Die Formel
ki Dichte des Segments i
kmax Maximal auftretende Dichte (ca. 100 Fzg/(km*Spur))
berücksichtigt zudem unterschiedliche Dichten, die jeweils auf die maximale Dichte bezogen werden. Das Gütemaß
kmax Maximal auftretende Dichte (ca. 100 Fzg/(km*Spur))
berücksichtigt zudem unterschiedliche Dichten, die jeweils auf die maximale Dichte bezogen werden. Das Gütemaß
vi Geschwindigkeit des Segments i
verwendet eine Summe der abschnittsbezogenen Reisezeit. Daneben können je nach verwendeter Zustandsbeobachtung auch andere Ansätze zur Ermittlung eines Gütemaßes verwendet werden.
verwendet eine Summe der abschnittsbezogenen Reisezeit. Daneben können je nach verwendeter Zustandsbeobachtung auch andere Ansätze zur Ermittlung eines Gütemaßes verwendet werden.
Der dynamische Sollwert für den Fahrzeugstrom auf der Hauptroute wird aus einem
Regler für das Gütemaß also zum Beispiel die Staulänge auf der Hauptroute berechnet.
Das Sollmaß für den Stau auf der Hauptroute berechnet sich aus der Summe aus dem
Stau auf der Alternativroute und einer Offsetstaulänge zur Berücksichtigung
unterschiedlicher Routenlängen und sonstigen Parametrisierung:
l1S = L0 + l2Ist
l1S Sollwert für Staulänge auf Route 1,
l2Ist Iststaulänge auf Route 2,
L0 Anpassung für unterschiedliche Routenlängen
l2Ist Iststaulänge auf Route 2,
L0 Anpassung für unterschiedliche Routenlängen
Der Sollwert für das Gütemaß ist damit ebenfalls ein dynamischer Sollwert.
Der Sollwert für den Fahrzeugstrom auf der Hauptroute wird von einem Proportional
regler unter Nutzung der Regeldifferenz und einer Störgrößenaufschaltung geliefert:
q1S(t) = K(t).(l1S (t)-l1Ist(t)) + S(t)
q1S Sollwert für den Fahrzeugstrom auf der Hauptroute
K Reglerverstärkung
l1Ist Iststaulänge auf Route 1
S Störgrößenaufschaltung
K Reglerverstärkung
l1Ist Iststaulänge auf Route 1
S Störgrößenaufschaltung
Unter der vereinfachten Annahme, daß nur ein Stau pro Route auftritt, besteht die
Störgrößenaufschaltung aus dem Fahrzeugstrom, der diesen Stau verläßt; ohne
zusätzliche Störungen ist dies genau der in die Hauptroute einzuleitende Fahrzeitstrom,
bei dem die Staulänge konstant ist. Für den Fall, daß mehrere voneinander getrennte
Bereiche mit gebundenem Verkehr auftreten, errechnet sich die
Störgrößenaufschaltung aus einer Bilanz der Teilbereiche.
Im Reglermodell können beliebige Ansätze der Regelungstechnik verwendet werden.
Nachfolgend werden drei mögliche Ansätze skizziert. Diese lassen sich wie folgt
klassifizieren:
- - Ein Zweipunktregler benutzt den Regelfehler, wobei nur zwei verschiedene diskrete Stelleingriffe (Schaltpläne, Zielpläne) genutzt werden.
- - Eine Mehrpunktsteuerung kann alle möglichen Stelleingriffe nutzen greift aber nicht auf den Regelfehler, sondern nur den Sollwert zurück.
- - Ein Mehrpunktregler nutzt sowohl alle möglichen Stelleingriffe, als auch den Regelfehler; dieser Regler nutzt den Mehrwert der erweiterten Architektur.
Überschreitet die Differenz aus Sollwert für den Fahrzeugstrom und tatsächlichem
Fahrzeugstrom auf der Hauptroute einen Schwellenwert, so wird der maximal mögliche
Fahrzeugstrom umgeleitet. Dieser Regler basiert auf der in vielen Veröffentlichungen
enthaltenen Annahme, daß bei kollektiven Netzsteuerungen für ein Alternativroutenpaar
nur zwei verschiedene Schaltpläne (nicht geschaltet und Umleitung empfohlen)
existieren (z. B. PAPAGEORGIOU, 1990; MESSMER, 1994). Der Zweipunktregler folgt der
Gleichung:
D Gewählter Zielplan
di Zielplan i
di Zielplan i
Der Zweipunktregler kann als Zweipunktsteuerung ohne Nutzung des Regelfehlers
auch in der bisherigen Basisarchitektur (FGSV, 1992) direkt in einem Stauausgleichs
algorithmus verwendet werden (PAPAGEORGIOU, 1990).
Der Zweipunktregler führt aufgrund der Systemtotzeiten zu großen (von den Totzeiten
abhängigen) oszillierenden Arbeitsbewegungen. Es ist daher ein Ansatz unter Nutzung
eines Mehrpunktreglers beziehungsweise einer Mehrpunktsteuerung sinnvoll.
Der Einsatz einer Mehrpunktsteuerung ist möglich, da pro Alternativroutenpaar an
einem Autobahnkreuz zwei Entscheidungspunkte existieren und ein Wechselwegweiser
mit mehreren unterschiedlichen Zielströmen (z. B. drei in Prismentechnik) ausgestattet
werden kann. Es ergeben sich also bis zu neun verschiedene Zielpläne.
Unter Nutzung der Kordonmatrix der Verkehrsbeziehungen (VAN ZUYLEN ET AL, 1980;
PLOSS, 1993) und unter der Annahme einer Befolgungsrate kann der Zielplan bestimmt
werden, bei dem der errechnete Strom auf der Hauptroute möglichst wenig vom
Sollstrom abweicht.
D(n + 1) = di mit i,| Effekt(di)-q1S |= min
Effekt(di) Wirkung des Zielplans i als Fluß auf der Hauptroute 1
Es wird davon ausgegangen, daß die Ströme ohne Schaltung immer die kürzeste Route
wählen und sich die Kordonmatrix bei einer Schaltung nicht ändert. Während der erste
Punkt in einem Netz mit großen Längenunterschieden wie zum Beispiel im
Autobahnteilnetz München Nord realistisch ist wird der zweite Punkt in der Realität oft
nicht eingehalten, da ortskundige Fahrer das Sekundärnetz nutzen (siehe SACHSE,
1998). Die klassischen Schätzverfahren müssen daher erweitert werden; zudem muß
die Akzeptanzrate mit hinreichender Güte vorliegen, um diese Mehrpunktsteuerung
nutzen zu können.
Die Mehrpunktsteuerung benötigt den Regelfehler beziehungsweise den realen
Verkehrsstrom nicht. Sie kann daher auch dem Algorithmus zugeordnet werden. Dies
findet sich im Kontext einer Prognose basierten Optimierung zum Beispiel bei SACHSE
(1998). Dieses Beispiel demonstriert, daß im erweiterten Steuerungsverfahren auch
bisherige Steuerungsmodelle und Methoden verwendet werden können.
Dieser Regler nutzt den Mehrwert des Verfahrens. Für diesen Ansatz wird eine
Sortierung der Zielpläne bezüglich ihrer Wirkung an umgeleiteten Fahrzeugen
vorausgesetzt beginnend bei dem Schaltplan ohne einem umgeleiteten Fahrzeugstrom,
bis hin zu dem Schaltplan mit dem maximal umleitbaren Fahrzeugstrom:
Effekt(di) < Effekt(dj), wenn i < j
In individuellen Steuerungsverfahren können die Schaltpläne durch eine kontinuierliche,
aber ganze Zahl von Fahrzeugen ersetzt werden, denen die Information mitgeteilt wird.
Die individuellen Fahrzeuge könnten über die Güte der Erfüllung des individuellen
Nutzeroptimums ausgewählt werden. Das Schaltverfahren ist folgendes:
- - es wird der Regelfehler zwischen Sollwert und Istwert berechnet
- - überschreitet der Fehler einen bestimmten Betrag, so wird bei positivem Fehler der nächste Schaltplan mit größerer Wirkung genommen bei negativem Fehler der nächste Schaltplan mit kleinerer Wirkung
- - ist eine Schaltung erfolgt, so wird die Berechnung für eine bestimmte Zeitdauer (z. B. 1 Minute) gesperrt, so daß sich die Wirkung an den Meßquerschnitten einstellen kann.
Ist der aktuelle Schaltplan di geschaltet, so bestimmt sich der Schaltplan im nächsten
Schritt zu:
Existiert der so errechnete Schaltplan nicht (d-1, dN+1) so wird der bisherige Schaltplan
verwendet (d0, dN). Der Umleitungsregler kann als Integralregler mit Verzögerungsglied
und Beschränkung interpretiert werden.
Der Mehrpunktregler kann mit einer Mehrpunktsteuerung kombiniert werden. Der
Mehrwert ergibt sich bei einer sprungförmigen Änderung des dynamischen Sollwertes
für die Verkehrsstärke, wobei es unerheblich ist, ob dieser Sprung durch eine
sprungförmige Störgröße oder der Änderung des Betriebsbereiches verursacht wird.
Der meßwertbasierte Mehrpunktregler kann nur iterativ auf eine solche Störung
reagieren, während eine Steuerung als Störgrößenaufschaltung sofort, wenn auch nicht
optimal, reagieren kann. Die verbleibende Abweichung zwischen Soll und Istwert der
Verkehrsstärke wird vom Mehrpunktregler unter Verwendung der Realdaten iterativ
ausgeglichen. Der zeitliche Ablauf dieser Ausprägung des Steuerungsverfahrens ist in
. . . dargestellt.
Die Validierung erfolgt anhand einer makroskopischen Verkehrsflußsimulation. Die
Eingänge der Simulation bestehen aus den Kordonströmen, die aus einer Schätzung
der Kordonmatrix und den Realdatenganglinien gewonnen werden, sowie des vom
Steuerungsverfahren ermittelten Stelleingriffs. Die Wirkung der Zielpläne wird anhand
einer getrennten Simulation der Verkehrsströme und angenommenen Akzeptanzraten
berücksichtigt. Die Simulation liefert ihrerseits virtuelle Meßdaten, die dem
Steuerungsverfahren zur Verfügung gestellt werden. Somit kann der geschlossene
Regelkreis nachgebildet werden.
Das Modells muß die Realität nicht quantitativ sondern nur qualitativ möglichst genau
nachbilden, um das Verhalten des geregelten Systems beurteilen zu können. Eventuell
vorhandene Prognoseungenauigkeiten des Verkehrsflußmodells sind somit nicht
störend.
Durch Verwendung unterschiedlicher makroskopischer Gleichungen in der internen und
externen Bewertung wird sichergestellt, daß die Ergebnisse nicht aufgrund von
Modellähnlichkeiten verfälscht werden.
Das Steuerungsverfahren wird am Autobahnteilnetz München Nord, bestehend aus der
A9, der A92 und der A99, getestet (siehe Abb. 5). Das Netz kann in zwei
Alternativroutenpaare eingeteilt werden. Betrachtet wird im folgenden das
Alternativroutenpaar mit der dreistreifigen Hauptroute A9 von dem AK Neufahrn bis zum
AK München Nord und der zweistreifigen Alternativroute A92, A99. Es sind sechs
verschiedene Zielpläne mit unterschiedlichen Wirkungen schaltbar (SACHSE, 1998):
Je größer die Nummer des Schaltplans ist, umso größer ist die Wirkung in Form der
Zahl der umgeleiteten Fahrzeuge. Die genaue Zahl der Fahrzeuge muß nicht bekannt
sein; diese wird zur Laufzeit des Verfahrens gemessen.
Die Verkehrsdaten stammen vom 29.4.97 ab 7 : 00 Uhr. Das Modell wird so para
metrisiert, daß ein tatsächlich vorhandener Überlastungsstau am AK München Nord
nachgebildet wird. Ohne Alternativroutensteuerung würde sich dieser bis zum AK
Neufahrn ausdehnen.
Abb. 6 zeigt die Reisezeiten von Haupt- und Alternativroute bei Verwendung der
Mehrpunktsteuerung. Die sich ergebende Abweichung zwischen Soll- und Istwert der
Verkehrsstärke bewirkt über den Gütemaßregler eine große Abweichung zwischen den
Reisezeiten beider Routen.
Abb. 7 zeigt die Ergebnisse der Mehrgrößenregelung, die mit dem hier
beschriebenen Verfahren eingeführt wurde. Lediglich um 7 : 20 ergibt sich eine größere
Abweichung der Reisezeit in Folge einer 5 minütigen Abweichung der Soll- und
Istverkehrsstärke ab 7 : 16 Uhr. Dies resultiert aus einer Änderung des Betriebsbereiches
um 7 : 16 Uhr und dem daraus sprungförmig sich ändernden Sollwertes.
Abb. 8 zeigt die Ergebnisse der Mehrgrößenregelung mit Modellwissen. Das
ungünstige Verhalten bei der Änderung des Betriebsbereiches kann vermieden werden.
Diese Kopplung der Benutzung von gemessenen Realdaten und Modellwissen ist
ebenfalls ein besonderer Vorteil des hier beschriebenen Verfahrens.
Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. 9 zeigt die sich ergebende
räumlich zeitliche Stauausbreitung. Das Segment 0 befindet sich kurz nach dem AK
Neufahrn, das Segment 30 kurz vor dem AK München Nord. In den Höhenlinien sind
die Schaltvorgänge deutlich erkennbar. In der Regel gibt es keinen Schaltplan, dessen
Wirkung genau dem aktuellen Sollwert entspricht. Aus diesem Grund schaltet der
Umleitungsregler zwischen zwei Schaltplänen automatisch hin und her, um im Mittel
den Sollwert einzustellen.
Am Beispiel einer Netzbeeinflussung konnte gezeigt werden, daß die Erweiterung der
Basisarchitektur die Implementierung einfacher aber wirkungsvoller Steuerungsver
fahren erlaubt.
Das beschriebene Netzsteuerungsverfahren basiert aus Sicht des Steuerungsmodells
auf einfachen heuristischen Ansätzen, mit denen die Nutzer bezogene Zielfunktion der
kürzest möglichen individuellen Reisezeit optimiert wird. Das Steuerungsverfahren
benötigt weder eine Schätzung der Kordonmatrix, noch eine Annahme von
Befolgungsraten, noch Querschnitt bezogene Prognosen des Verkehrsflusses, noch
eine räumlich-zeitliche Prognose des Verkehrsflusses. Trotzdem, oder gerade deshalb,
weil vielfach Fehlerquellen ausgeschlossen werden, werden gute Ergebnisse erzielt.
Das als Beobachter des aktuellen Verkehrszustandes verwendete Kalman Filter kann
gegebenenfalls durch andere Verkehrsmodelle ersetzt werden. Das Steuerungsmodell
kann von Modellwissen unterstützt werden. In Zukunft etwa verfügbare Kordonmatrizen
können so zum Beispiel berücksichtigt werden. Im Regler wurden bereits mehrere
Ansätze demonstriert; natürlich können auch hier weitere Ansätze, zum Beispiel für ein
individuelles Steuerungsverfahren, verwendet werden. Aufgrund der zugrundeliegenden
Basisarchitektur liegt ein modulares Steuerungsverfahren vor, dessen Module
weitgehend voneinander unabhängig sind.
CREMER, M. (1979): Der Verkehrsfluß auf Schnellstraßen - Modelle, Überwachung,
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Wechselwegweisung A9/A92/A99 des Verkehrsleitsystems München-Nord - Justierung und Optimierung der Parameter für den Automatikbetrieb der Wechselwegweisung. Institut für Straßenwesen, RWTH Aachen
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PAPAGEORGIOU, M. (1990): Dynamic modelling, assignment and route guidance in traffic networks. Transportation Research 24B, 471-495
PLOSS, G. (1993): Ein dynamisches Verfahren zur Schätzung von Verkehrsbeziehungen aus Querschnittszählungen. Veröffentlichungen des Fachgebiets Verkehrstechnik und Verkehrsplanung, Technische Universität München, München
POSCHINGER, A.; CREMER, M.; KELLER, H. (1997): A Control Scheme for Variable Direction Signs Using Dynamic Reference Values. Proceedings of the IEEE Conference on Intelligent Transportation Systems, Boston, USA
SACHSE, T. (1998): Alternativroutensteuerung in Autobahnnetzen auf der Grundlage einer erweiterten Analyse des Verkehrsablaufs. Dissertation, TU München
WARDROP, J. G. (1952): Some theoretical aspects of road traffic research. Proceedings of the Institute of Civil Engineers, part II/1, S. 325-378
vAN ZUYLEN, H. J.; WILLUMSEN (1980): The Most Likely Trip Matrix Estimation from Traffic Counts. Transportation Research, Vol. 14B, pp. 281-293
CREMER, M.; MEISSNER, F.; SCHRIEBER, S. (1993): On Predictive Control Schemes in Dynamic Rerouting Strategies. Transportation and Traffic Theory, pp 407-426
FGSV (1992): Hinweise für Steuerungsmodelle von Wechselverkehrszeichenanlagen in Ausserortsbereichen. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln
JANKO, J. (1993): Probleme der Reisezeitprognose in einem Leitsystem für den Straßenverkehr, Dissertation, TU Berlin
KELLER, H. (1998): TABASco Validierung von Telematikanwendungen in Bayern, Schottland und weiteren Ländern; Projekt und Ergebnisse in Bayern. TASASCO Konsortium
KRUX, W.; OVERKAMP, K.; KATHMANN, TH.; OFFERMANN, F.; DETERMANN, D. (1997):
Wechselwegweisung A9/A92/A99 des Verkehrsleitsystems München-Nord - Justierung und Optimierung der Parameter für den Automatikbetrieb der Wechselwegweisung. Institut für Straßenwesen, RWTH Aachen
MESSMER, A. (1994): Anwendung regelungstechnischer Verfahren zur dynamischen Routenführung in Schnellstraßennetzen. Dissertation, TU München
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POSCHINGER, A.; CREMER, M.; KELLER, H. (1997): A Control Scheme for Variable Direction Signs Using Dynamic Reference Values. Proceedings of the IEEE Conference on Intelligent Transportation Systems, Boston, USA
SACHSE, T. (1998): Alternativroutensteuerung in Autobahnnetzen auf der Grundlage einer erweiterten Analyse des Verkehrsablaufs. Dissertation, TU München
WARDROP, J. G. (1952): Some theoretical aspects of road traffic research. Proceedings of the Institute of Civil Engineers, part II/1, S. 325-378
vAN ZUYLEN, H. J.; WILLUMSEN (1980): The Most Likely Trip Matrix Estimation from Traffic Counts. Transportation Research, Vol. 14B, pp. 281-293
Claims (13)
1. Verfahren zur Ermittlung von Stelleingriffen bei Alternativroutensteuerungen auf
Straßennetzen, wobei mittels ortsfester Detektoren lokale Erfassungsquerschnitte gebildet,
verkehrsbezogene Meßwerte erfaßt und zur Ermittlung von Verkehrsinformation
bearbeitet werden, aus diesen in wenigstens einem komplexen Verfahren der Stelleingriff
abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Daten in einem Bearbeitungsschritt
nichtstatische Sollwerte für beobachtbare Verkehrsgrößen, insbesondere meßbare
Verkehrsgrößen ermittelt werden, aus denen in wenigstens einem weiteren
Bearbeitungsschritt unter Nutzung der beobachteten Verkehrsgrößen der Stelleingriff
ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Straßennetz in
Alternativroutenpaare eingeteilt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Hauptroute eines
Routentupels in einem Bearbeitungsverfahren ein Sollwert für die primäre Wirkung,
insbesondere den Verkehrsfluß der Alternativroutensteuerung ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3. Dadurch gekennzeichnet, daß zur Ermittlung des
Sollwertes Bewertungskriterien wie zum Beispiel Reisezeiten und/oder Staulängen
und/oder Emissionen auf den Alternativrouten in Beziehung gesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die die Bewertungskriterien
mittels eines Verkehrsflußmodells geschätzt werden, dessen Zustandsvariablen min
destens die Geschwindigkeit, die Dichte, die Verkehrsflüsse und die Abbiegeraten an
Entscheidungspunkten sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verkehrsflußmodell
unter Anwendung eines um die Abbiegeraten erweiterten Korrekturverfahrens,
insbesondere nach Wiener und Kalman, anhand von Meßwerten korrigiert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Straßennetz in
längenbehaftete Segmente und virtuelle Segmente an Knoten eingeteilt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleich der
Bewertungskriterien auf den Routenpaaren durch einen Regler durchgeführt wird, wobei
die Wirkungskriterium der Hauptroute und der Alternativrouten als Sollwert,
beziehungsweise Istwert verwendet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß die Bewertungskriterien im
Sinne eines Nutzeroptimums verwendet werden, um hohe Akzeptanzraten zu erhalten.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Sollwerten für
beobachtete Verkehrsgrößen und den tatsächlich beobachteten Verkehrsgrößen mittels
eines Reglers, insbesondere unter Nutzung von Ansätzen der linearen und nicht linearen
Regelungstechnik der Schaltplan ermittelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das in Anspruch 10
beschriebene komplexe Verfahren der Realdatennutzung von mindestens einem weiteren
Verfahren unter Nutzung von Modellwissen zur Verbesserung unterstützt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß für die
Alternativroutentupel Schaltpläne gebildet werden, die sich dadurch auszeichnen
unterschiedliche Wirkungen in Form von umgeleiteten Fahrzeugen zu besitzen.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zielpläne entsprechend
ihrer Wirkung geordnet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999107041 DE19907041A1 (de) | 1999-02-19 | 1999-02-19 | Verfahren zur alternativen Routensteuerung als Netzbeeinflussung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999107041 DE19907041A1 (de) | 1999-02-19 | 1999-02-19 | Verfahren zur alternativen Routensteuerung als Netzbeeinflussung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19907041A1 true DE19907041A1 (de) | 2000-08-24 |
Family
ID=7898071
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999107041 Withdrawn DE19907041A1 (de) | 1999-02-19 | 1999-02-19 | Verfahren zur alternativen Routensteuerung als Netzbeeinflussung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19907041A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10131841A1 (de) * | 2001-06-30 | 2003-01-16 | Wissenschaftliche Werkstatt Fu | Verfahren zur umweltgerechten Staffelung von Straßennutzungsgebühren für Nutzfahrzeuge |
| AT500832A1 (de) * | 2004-10-13 | 2006-04-15 | Rudolf Dr Stricker | Verfahren und einrichtung zur regelung von verkehrsströmen |
| US8116969B2 (en) | 2005-07-18 | 2012-02-14 | Siemens Aktiengesellschaft | Method for equalizing traffic flows and for avoiding and resolving congestion |
-
1999
- 1999-02-19 DE DE1999107041 patent/DE19907041A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10131841A1 (de) * | 2001-06-30 | 2003-01-16 | Wissenschaftliche Werkstatt Fu | Verfahren zur umweltgerechten Staffelung von Straßennutzungsgebühren für Nutzfahrzeuge |
| AT500832A1 (de) * | 2004-10-13 | 2006-04-15 | Rudolf Dr Stricker | Verfahren und einrichtung zur regelung von verkehrsströmen |
| AT500832B1 (de) * | 2004-10-13 | 2007-06-15 | Rudolf Dr Stricker | Verfahren und einrichtung zur regelung von verkehrsströmen |
| US8116969B2 (en) | 2005-07-18 | 2012-02-14 | Siemens Aktiengesellschaft | Method for equalizing traffic flows and for avoiding and resolving congestion |
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