DE19906827C1 - Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle auf ein Kabel - Google Patents
Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle auf ein KabelInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle (3) auf ein Kabel (4), mit einem Aufnahmeteil (1), in dem die Tülle (3) festsetzbar ist, und einer Blaseinrichtung zur Zuführung von Druckluft in die Tülle (3), mit der diese so aufweitbar ist, daß das Kabel (4) weitgehend berührungsfrei einschiebbar ist, ist so ausgebildet, daß die Blaseinrichtung aus einer in Einschieberichtung des Kabels (4) axial bewegbaren Lanze (2) besteht, die zu Beginn des Kabeleinschubs im Einführbereich der Tülle (3) positionier- und während des Kabeleinschubs entsprechend der Einschubgeschwindigkeit des Kabels (4) in Einschieberichtung verfahrbar ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufstecken ei
ner Tülle auf ein Kabel gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 41 07 282 be
kannt.
Darin ist beschrieben, daß die Blaseinrichtung, mit der Druckluft in die
Tülle geblasen wird, um diese aufzuweiten, Bestandteil eines Kanals
ist, durch den das Kabel geführt wird.
Funktionsfähig ist diese Vorrichtung jedoch nur, wenn dieser Kanal zu
seiner der Tülle, also der Luftaustrittsseite abgewandten Seite hin ab
gedichtet ist, so daß keine Druckluft entweichen und sich der für eine
Aufweitung der Tülle notwendige Druck aufbauen kann.
Der dafür notwendige erhebliche konstruktive und apparative Aufwand
hat erhebliche Herstellungskosten zur Folge, die einem optimalen wirt
schaftlichen Einsatz entgegenstehen.
Hinzu kommt, daß die Vielzahl der zum Teil recht komplizierten Kom
ponenten zu einer erhöhten Störanfälligkeit führt, durch die die Stand
zeit nicht in einem gewünschtem und betriebswirtschaftlich sinnvollem
Maße gegeben ist.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Vorrichtung liegt darin, daß eine
Bestückung des Kabels mit mehreren Tüllen, die nicht unmittelbar hintereinander zum Liegen kommen sollen, nur mit gleichen, in Reihe
hintereinander angeordneten Vorrichtungen möglich ist.
Das heißt, jede Vorrichtung muß u. a. eine Blaseinrichtung mit einer
entsprechenden, zuvor beschriebenen Abdichtung aufweisen, die
überdies steuertechnisch so untereinander verknüpft sein müssen, daß
ein halbwegs kontinuierlicher Durchlauf des Kabels möglich ist.
Weiter ist, wenn die Tüllen nicht unmittelbar hintereinander zum Liegen kommen sollen, der kleinste mögliche Abstand zwischen den einzelnen Tül
len abhängig von der Baulänge der Vorrichtung, die wesentlich be
stimmt wird von der bauartbedingten Anordnung der Blaseinrichtung
und der Abdichtung.
Den gestellten Anforderungen hinsichtlich einer möglichen Anordnun
gen der Tüllen bis in kleinste Abstandsbereiche kann die bekannte Vor
richtung nicht entsprechen, so daß ihr Einsatzgebiet stark einge
schränkt ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung der gattungsgemäßen Art so auszubilden, daß sie kon
struktiv einfachst aufgebaut und kostengünstig herstellbar ist, ihre
Standzeit verbessert, ihr Betrieb insgesamt wirtschaftlicher sowie ihre
Verwendungsfähigkeit optimiert wird.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gelöst, die die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist.
Durch diese konstruktive Ausgestaltung wird zunächst ein sehr einfa
cher Aufbau der Vorrichtung erreicht, die im Verhältnis zum Stand der
Technik mit nur geringen Bauteilen auskommt.
Naturgemäß ist dadurch die Herstellung der Vorrichtung sehr kosten
günstig, wobei hierzu auch die konstruktiv wenig aufwendig gestalteten
Komponenten beitragen.
Auf eine Abdichtung im Bereich der Einführung der Lanze kann voll
ständig verzichtet werden, da diese selbst weitgehend als Dichtkörper
dient, an deren Mantelfläche entlang nur eine unwesentliche Menge
Druckluft entweichen kann.
Diese Menge wird dann noch weiter reduziert, wenn, wie nach einem
Gedanken der Erfindung vorgesehen, zumindest der Kopfdurchmesser
der vorzugsweise zylindrischen Lanze nur geringfügig kleiner ist als der
lichte Durchmesser der Tülle vor deren Aufweitung.
Dem Grundsatz nach können beliebig viele Aufnahmeteile hintereinan
der angeordnet werden, wobei für alle nur eine Lanze erforderlich ist,
die nacheinander alle Aufnahmeteile durchfährt.
Die Anzahl der Aufnahmeteile ist letztlich nur abhängig von der maxi
mal möglichen Länge der Lanze.
Die Aufnahmeteile können unmittelbar aneinanderliegen, wobei deren
Länge jeweils der Länge der darin befindlichen Tülle entsprechen
kann, so daß dann auch die auf das Kabel aufgebrachten Tüllen ab
standsfrei direkt nebeneinanderliegen.
Dabei reicht der durch die Lanze aufgebrachte Druck zur Aufweitung
der Tüllen durchaus aus, sämtliche Tüllen bis zum vollständigen
Durchschieben des Kabels in aufgeweiteter Stellung zu haften.
Die Erfindung ermöglicht also Tüllen in beliebigen, auch kleinsten Ab
ständen auf das Kabel aufzubringen. Hierdurch wird die Einsatzfähig
keit der Vorrichtung optimiert.
Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung kann vorgesehen sein,
daß, je nach Bedarf, dem Aufnahmeteil ein mit Einblasbohrungen ver
sehenes Sekundärluftteil zugeordnet ist, durch das Druckluft in die auf
geweitete Tülle geblasen wird mit dem Ziel, diese Aufweitung so lange
aufrecht zu erhalten, bis das Kabel mit allen vorgesehenen Tüllen be
stückt ist.
Allerdings ist ein solches Sekundärluftteil nur dann erforderlich, wenn
die Aufnahmeteile abständig zueinander angeordnet sind.
Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteran
sprüchen gekennzeichnet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der
beigefügten Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1-3 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in jeweils ver
schiedenen Funktionsstellungen in einer schemati
schen, geschnittenen Seitenansicht.
In den Figuren ist eine Vorrichtung gezeigt, die zwei mit Abstand zu
einander angeordnete Aufnahmeteile 1 aufweist, in denen jeweils eine
Tülle 3 festgelegt ist, die dadurch auf ein Kabel 4 aufgesteckt werden,
daß das Kabel 4 in die aufgeweiteten Tüllen 3 geschoben wird.
Zum Aufweiten der Tüllen 3 ist eine Lanze 2 vorgesehen, aus der stirn
seitig Druckluft in die jeweilige Tülle 3 geblasen wird.
Ausgehend von der in der Fig. 1 dargestellten Position der Lanze 2
außerhalb der Aufnahmeteile 1, wird die Lanze 2 in die Aufnahmeteile
1 geschoben, bis in den Einführbereich des ersten Aufnahmeteiles 1
für das Kabel 4. Dies ist in der Fig. 2 zu erkennen.
Wenn das Kabel 4 bis an die Stirnseite der Tülle 3 verfahren ist und an
dieser anliegt, wird Luft aus der Lanze 2 in die Tülle 3 geblasen, wobei
das anliegende Kabel 4 den Einführbereich der Tülle abdichtet, so daß
sich in der Tülle 3 ein Druck aufbauen kann.
Hierzu trägt auch bei, daß die Lanze 2 einen Kopf 7 aufweist, dessen
Durchmesser etwa dem lichten Durchmesser der noch nicht geweite
ten Tülle 3 entspricht, wodurch ebenfalls verhindert wird, daß Druckluft
in nennenswerter Menge entweicht.
Im übrigen ist die Lanze 2 soweit in die Tülle 3 eingeführt, daß sie mit
nur geringem Abstand zum Kabel 4 endet.
Durch die Aufweitung der Tüllen 3 kann das Kabel 4 ungehindert ein
geschoben werden, wobei erfindungsgemäß die Lanze 2 entsprechend
der Einschubgeschwindigkeit des Kabels 4 in Einschieberichtung ver
fahren wird. Die Lanze 2 wird zurückgezogen.
Jedem Aufnahmeteil 1 ist an einer Stirnseite, und zwar im Ausfüh
rungsbeispiel der dem Einführbereich des Kabels 4 abgewandten, ein
Sekundärluftteil 5 zugeordnet, das mit Einblasbohrungen 6 versehen
ist, die zur Tülle 3 hin gerichtet sind.
Nach dem Durchschieben des Kabels 4 durch diese Tülle 3 bzw. nach
dem Herausziehen der Lanze 2 sorgt die durch die Einblasbohrungen
6 eingeblasene Druckluft dafür, daß die Tülle 3 weiter geweitet bleibt,
bis das Kabel 4 alle Tüllen 3 durchtreten hat.
Dabei braucht die Druckluftzufuhr erst dann zu erfolgen, wenn das Ka
bel 4 bereits weitgehend in die Tülle 3 geschoben ist.
Zweckmäßig ist es, das Sekundärluftteil 5 als separates Teil auszubil
den, das im Bedarfsfall dem Aufnahmeteil 1 zugeordnet wird.
1
Aufnahmeteil
2
Lanze
3
Tülle
4
Kabel
5
Sekundärluftteil
6
Einblasbohrung
7
Kopf
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle (3) auf ein Kabel (4), mit
einem Aufnahmeteil (1), in dem die Tülle (3) festsetzbar ist, und einer
Blaseinrichtung zur Zuführung von Druckluft in die Tülle (3), mit
der diese so aufweitbar ist, daß das Kabel (4) weitgehend berühr
ungsfrei einschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasein
richtung aus einer in Einschiebrichtung des Kabels (4) axial
bewegbaren Lanze (2) besteht, die zu Beginn des Kabeleinschubs
im Einführbereich der Tülle (3) positionier- und während des Kabel
einschubs entsprechend der Einschubgeschwindigkeit des Kabels
(4) in Einschieberichtung verfahrbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu
mindest der Durchmesser des Kopfes (7) der Lanze (2) nur gering
fügig kleiner als der lichte Durchmesser der Tülle (3) vor ihrer
Aufweitung ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckluft stirnseitig aus der Lanze (2) austritt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lanze (2) in geringem Abstand zum Kabel (4) positioniert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem
Aufnahmeteil (1) im Bereich seiner Ein- und/oder Austrittsöffnung
ein Sekundärluftteil (5) zugeordnet ist, das Einblasbohrungen (6)
aufweist, durch die Druckluft zwischen das eingeführte Kabel (4)
und die Tülle (3) blasbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Sekundärluftteil (5) als seperates Teil ausgebildet ist, das lösbar am
Aufnahmeteil (1) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Mehrzahl von Aufnahmeteilen mit geringem Abstand zueinander
hintereinander angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999106827 DE19906827C1 (de) | 1999-02-18 | 1999-02-18 | Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle auf ein Kabel |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999106827 DE19906827C1 (de) | 1999-02-18 | 1999-02-18 | Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle auf ein Kabel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19906827C1 true DE19906827C1 (de) | 2001-03-22 |
Family
ID=7897923
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| DE1999106827 Expired - Fee Related DE19906827C1 (de) | 1999-02-18 | 1999-02-18 | Vorrichtung zum Aufstecken einer Tülle auf ein Kabel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19906827C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102019213668A1 (de) * | 2019-09-09 | 2021-03-11 | Leoni Bordnetz-Systeme Gmbh | Vorrichtung sowie Verfahren zur automatisierten Befestigung von Tüllen an einem Leitungsstrang |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4107282A1 (de) * | 1991-03-07 | 1992-09-10 | Pro Eff Beteiligungs Gmbh Entw | Verfahren und vorrichtung zum aufbringen von tuellen |
-
1999
- 1999-02-18 DE DE1999106827 patent/DE19906827C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4107282A1 (de) * | 1991-03-07 | 1992-09-10 | Pro Eff Beteiligungs Gmbh Entw | Verfahren und vorrichtung zum aufbringen von tuellen |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102019213668A1 (de) * | 2019-09-09 | 2021-03-11 | Leoni Bordnetz-Systeme Gmbh | Vorrichtung sowie Verfahren zur automatisierten Befestigung von Tüllen an einem Leitungsstrang |
| DE102019213668B4 (de) * | 2019-09-09 | 2021-03-25 | Leoni Bordnetz-Systeme Gmbh | Vorrichtung sowie Verfahren zur automatisierten Befestigung von Tüllen an einem Leitungsstrang |
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