DE19903958A1 - Kühl-Lagersystem - Google Patents
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Abstract
Ein Kühl-Lagersystem (1) weist einen wärmeisolierten Lagerbehälter (2) mit einer schließbaren Zugangsöffnung (3) auf. In dem Lagerbehälter (2) befindet sich eine über einen Antrieb bewegbare Transporteinrichtung (6), an der eine Anzahl von Lagereinheiten (16, 18) angeordnet ist. Eine Steuereinrichtung ist dazu eingerichtet, die Transporteinrichtung (6) in eine Position zu bewegen, in der eine vorgewählte Lagereinheit (16, 18) über die Zugangsöffnung (3) zugänglich ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Kühl-Lagersystem, das zum Beispiel zum
Lagern biologischer und/oder medizinischer Proben oder Konserven
geeignet ist.
Zum Lagern biologischen Materials aus dem biologischen oder
medizinischen Bereich über längere Zeit sind häufig sehr tiefe
Temperaturen erforderlich, z. B. bis hinab zu -155°C. Beispiele
für derartige Proben sind Zellen, die nach einem Auftauvorgang
unter definierten Bedingungen wieder lebensfähig sind, Blutkon
serven, usw. Herkömmliche Kryo-Kühlschränke, die zum Lagern von
solchen Proben verwendet werden, haben den Nachteil, daß zum
Entnehmen oder Einlagern eines Probenbehälters jedesmal eine
größere Tür geöffnet werden muß, wobei es in der Regel einige
Zeit dauert, bis der gesuchte Probenbehälter gefunden ist bzw.
der einzulagernde Probenbehälter an den gewünschten Platz
gestellt ist. In dieser Zeit kann sich die Temperatur des
Innenraums des Kryo-Kühlschranks durch Konvektion und Wärmestrah
lung aus der Umgebung in unerwünschter Weise erhöhen. Dadurch
sind keine definierten Lagerbedingungen möglich, und es kann
sogar zu einer Schädigung von eingelagerten Proben oder Konserven
kommen. Abgesehen davon ist das Suchen nach einem Probenbehälter
oder nach einem freien Platz vor allem in einem größeren Kryo-
Kühlschrank oft umständlich und für die betreffende Person wegen
der niedrigen Temperatur unangenehm.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Kühl-Lagersystem zu schaffen,
aus dem eingelagertes Gut, z. B. ein Probenbehälter, schnell und
bequem entnommen werden kann und in den einzulagernde Gegenstände
schnell und bequem eingeführt werden können, ohne daß es dabei
zu einer nennenswerten Erwärmung des übrigen eingelagerten Guts
kommt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Kühl-Lagersystem mit den
Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Das erfindungsgemäße Kühl-Lagersystem weist einen wärmeisolierten
Lagerbehälter auf, der z. B. als Schrank gestaltet ist. Der
Lagerbehälter hat eine schließbare Zugangsöffnung. In dem
Lagerbehälter ist eine über einen Antrieb bewegbare Transport
einrichtung angeordnet, an der eine Anzahl von Lagereinheiten
angeordnet ist. Eine Steuereinrichtung ist dazu eingerichtet, die
Transporteinrichtung in eine Position zu bewegen, in der eine
vorgewählte Lagereinheit über die Zugangsöffnung zugänglich ist.
Um aus dem erfindungsgemäßen Kühl-Lagersystem Gut zu entnehmen,
z. B. einen Gegenstand in Form eines Probenbehälters, wird über
die Steuereinrichtung die Lagereinheit ausgewählt, in der sich
der gewünschte Probenbehälter befindet. Die Transporteinrichtung
wird dann solange angetrieben, bis sich diese Lagereinheit im
Bereich der Zugangsöffnung befindet. Die Bedienungsperson kann
nun die Zugangsöffnung öffnen und aus der betreffenden Lager
einheit, deren Volumen deutlich kleiner ist als das Gesamtvolumen
des Lagerbehälters, den gewünschten Probenbehälter schnell und
problemlos entnehmen. Die übrigen Lagereinheiten erfahren während
dieser Zeit keine nennenswerte Erwärmung, so daß deren Inhalt
nicht beeinträchtigt wird. Das Einbringen eines Probenbehälters
in das Kühl-Lagersystem erfolgt analog. Für die Bedienungsperson
ist die Handhabung des erfindungsgemäßen Kühl-Lagersystems
angenehm, da sie nur kurze Zeit an einer gekühlten Lagereinheit
überschaubarer Größe arbeitet. Vorzugsweise liegt die Zugangsöff
nung in einem ergonomisch günstigen Bereich, was den Bedienungs
comfort noch erhöht. Durch die Unterteilung in eine Anzahl von
Lagereinheiten ist es leicht, im dem Kühl-Lagersystem Ordnung zu
halten, was für den allgemeinen Arbeitsablauf und damit auch für
das eingelagerte Gut von Vorteil ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Transporteinrich
tung eine um eine stationäre Drehachse drehbare Trommel auf.
Dabei ist die Drehachse der Trommel vorzugsweise horizontal
ausgerichtet. Eine derartige Transporteinrichtung ist vom Aufbau
her einfach und es ist kein aufwendiger Antrieb erforderlich.
Zudem kann eine Trommel kompakt konstruiert werden, so daß sich
ein günstiges Verhältnis von nutzbarem. Volumen und Oberfläche
(über die Wärme eindringt) ergibt. In einer vorteilhaften
Ausgestaltung weist die Trommel zwei Seitenteile auf, zwischen
denen die Lagereinheiten angeordnet sind. Die Lagereinheiten
können als fest mit den Seitenteilen verbundene Gondeln gestaltet
sein, die sich in Richtung auf die Drehachse der Trommel zu
erstrecken und die über den peripheren Bereich der Trommel
zugänglich sind. Auf diese Weise sind Lagereinheiten mit
sektorähnlicher Querschnittsfläche ausgebildet, bei deren
Anordnung an der Trommel nicht viel Platz verschenkt wird. Es
kann vorteilhaft sein, Lagereinheiten unterschiedlicher Größe
vorzusehen, z. B. um den zur Verfügung stehenden Raum noch besser
zu nutzen.
Vorzugsweise sind die Lagereinheiten zum Aufnehmen von mobilen
Lagerkassetten eingerichtet. Derartige mobile Lagerkassetten
können zum Aufnehmen kleinerer Probenbehälter dienen. Die
einzelnen Lagerkassetten werden in vorteilhafter Weise mit
Probenbehältern gefüllt, die einer gleichen Behandlung unterzogen
werden sollen. In diesem Fall kann eine gewünschte Lagerkassette
mit ihrem gesamten Inhalt schnell aus dem Kühl-Lagersystem
entnommen oder in eine ausgewählte Lagereinheit eingeführt
werden, und es ist nicht erforderlich, die kleineren Probenbehäl
ter einzeln zu handhaben. Die Logistik wird dadurch erheblich
erleichtert. Außerdem sind die kleineren Probenbehälter durch die
Lagerkassetten geschützt. Es kann vorteilhaft sein, Lagerkasset
ten unterschiedlicher Größe vorzusehen. Vorzugsweise weist eine
mobile Lagerkassette eine Innenunterteilung auf und ist über
einen Deckel verschließbar. Die Innenunterteilung kann an die
Größe kleiner Probenbehälter, wie z. B. Beutel, angepaßt sein und
hält diese sicher in ihrer Lage.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine mobile Lagerkasset
te in einer Lagereinheit mittels einer Rasteinrichtung befestig
bar. Eine derartige Rasteinrichtung kann z. B. eine Rastfeder
aufweisen, die an einer Seite der Lagerkassette angebracht ist
und die beim Einsetzen der Lagerkassette in einer Lagereinheit
an einem entsprechenden Gegenstück eingreift, das an der Lager
einheit oder einer Innenunterteilung der Lagereinheit vorgesehen
ist. Mit Hilfe der Rasteinrichtung läßt sich eine zuverlässige
Arretierung der Kassette an der Transporteinrichtung erreichen,
so daß sich die Kassette beim Bewegen der Transporteinrichtung
nicht verschiebt. Trotzdem läßt sich die Kassette bei Bedarf
schnell aus der Lagereinheit entnehmen oder dort einbringen.
Andere Möglichkeiten zum Halten der Lagerkassetten in einer
jeweiligen Lagereinheit sind ebenfalls denkbar, z. B. eine
Unterteilung der Lagereinheit in Fächer oder die Verwendung von
klappbaren Zwischenböden.
Die Steuereinrichtung weist vorzugsweise mindestens einen mit der
bewegbaren Transporteinrichtung verbundenen Positionsgeber und
mindestens einen stationären, auf den Positionsgeber ansprechen
den Positionssensor auf. Durch das Zusammenspiel zwischen
Positionsgeber und Positionssensor kann die Position der
Transporteinrichtung ermittelt werden, in der eine vorgewählte
Lagereinheit im Bereich der Zugangsöffnung liegt. Für den
Positionsgeber und den Positionssensor sind vielfältige Ausge
staltungen denkbar. Vorzugsweise erfolgt die Steuerung mit Hilfe
eines Mikroprozessors.
In einer bevorzugten Ausführungsform hat das Kühl-Lagersystem
einen Wärmetauscher mit einer Kühlschlange und eine Kühleinrich
tung, die dazu eingerichtet ist, durch die Kühlschlange ein
flüssiges oder gasförmiges Kühlmittel zu leiten oder in der
Kühlschlange ein flüssiges Kühlmittel verdampfen zu lassen. Dabei
bilden die Kühlschlange und die Kühleinrichtung vorzugsweise ein
geschlossenes System. Es ist denkbar, eine externe Kühlmaschine
an den Wärmetauscher des Kühl-Lagersystems anzuschließen und mit
deren Hilfe das Kühlmittel zu kühlen oder zu verflüssigen. Das
erfindungsgemäße Kühl-Lagersystem kann somit auf besonders
flexible Weise eingesetzt werden. Die Temperatur ist vorzugsweise
im Bereich von -155°C bis -20°C stufenlos regelbar. Besonders
tiefe Temperaturen können z. B. unter Verwendung von flüssigem
Stickstoff (-196°C) als Kühlmittel erreicht werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch ein Kühl-Lager
system, das als Transporteinrichtung eine um eine
horizontal angeordnete Drehachse drehbare Trommel mit
Lagereinheiten aufweist,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der um die Peripherie der
Trommel angeordneten Wärmeisolierung des Lagerbehälters
des Kühl-Lagersystems gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Trommel des Kühl-Lagersystems
gemäß Fig. 1 mit montierten Lagereinheiten,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Trommel gemäß Fig. 3 (ohne
Lagereinheiten) bei Montage auf einem Lagergestell,
wobei die Anordnung einer Anzahl von Positionsgebern
und eines Positionssensors verdeutlicht ist, und
Fig. 5 in Teil (a) eine perspektivische Ansicht einer mobilen
Lagerkassette bei abgenommenem Deckel mit Blick auf
eine Innenunterteilung, in Teil (b) eine perspektivi
sche Ansicht der Lagerkassette mit aufgesetztem Deckel
und in Teil (c) eine perspektivische Ansicht der
Lagerkassette von der Unterseite her.
In Fig. 1 ist ein schematischer Querschnitt eines Kühl-Lagersy
stems 1 dargestellt. Das Kühl-Lagersystem 1 weist einen Lagerbe
hälter mit einem Gehäuse 2 auf, dessen Innenraum über eine
Zugangsöffnung 3 zugänglich ist. Die Zugangsöffnung 3 ist in
Fig. 1 schematisch durch einen Doppellinie angezeigt. Sie ist
schließbar, und zwar im Ausführungsbeispiel durch eine in den
Figuren nicht eingezeichnete Tür, und befindet sich vorzugsweise
in bequemer Handhabungshöhe.
Im Bereich der Innenwandung des Gehäuses 2 ist eine Wärmeisolie
rung 4 angeordnet, die in Fig. 1 schematisch angedeutet ist und
von der der Teil, der sich senkrecht zu der Zeichenebene von
Fig. 1 erstreckt, in Fig. 2 in perspektivischer Ansicht genauer
veranschaulicht ist. Eine Wärmeisolierung befindet sich auch an
den Stirnseiten des Gehäuses 2, also in Ebenen parallel zu der
Zeichenebene aus Fig. 1, ist aber in den Figuren nicht einge
zeichnet. In Fig. 2 ist die Zugangsöffnung 3 zu erkennen, an der
die Wärmeisolierung 4 des Gehäuses 2 eine Aussparung hat. Die Tür
zum Schließen der Zugangsöffnung 3 ist wärmeisoliert, so daß bei
geschlossener Tür der gesamte Innenraum des Gehäuses 2 von einer
im wesentlichen geschlossenen Wärmeisolierung umgeben ist.
In dem Gehäuse 2 des Lagerbehälters befindet sich eine über einen
Antrieb bewegbare Transporteinrichtung 6 mit einer Anzahl von
Lagereinheiten, die im Ausführungsbeispiel als Trommel gestaltet
ist. Die Transporteinrichtung 6 ist mit Hilfe eines Antriebs um
eine im Ausführungsbeispiel horizontal ausgerichtete, stationäre
Drehachse drehbar. Mit Hilfe einer Steuereinrichtung kann die
Transporteinrichtung 6 in eine Position gedreht werden, in der
eine vorgewählte Lagereinheit über die Zugangsöffnung 3 zugäng
lich ist.
Zwischen der Transporteinrichtung 6 und der Wärmeisolierung 4 ist
ein Wärmetauscher angeordnet, der im Ausführungsbeispiel als
Kühlschlange 8 gestaltet ist. In schematischer Weise sind in
Fig. 1 einige Abschnitte der Kühlschlange 8 im Querschnitt und
in Fig. 2 in perspektivischer Ansicht gezeigt. Die Kühlschlange
8 kann zusammenhängend sein, aber auch aus mehreren Unterein
heiten bestehen, die z. B. parallel geschaltet sind. Durch die
Kühlschlange 8 wird von einer internen oder externen Kühl
einrichtung ein flüssiges oder gasförmiges Kühlmittel geleitet,
das dem Innenraum des Gehäuses 2 Wärme entzieht. Die Kühlwirkung
kann auch dadurch zustandekommen, daß das Kühlmittel in der Kühl
schlange 8 verdampft. Vorzugsweise ist das Kühlsystem mit der
Kühleinrichtung und der Kühlschlange 8 ein geschlossenes System.
Die Kühlschlange 8 kann in die Innenwandung der Wärmeisolierung
eingelassen sein.
Fig. 3 zeigt die mit 10 bezeichnete Trommel der Transport
einrichtung 6 mit größerer Genauigkeit von der Seite. Die
Trommel 10 ist in einem im Innenraum des Gehäuses 2 montierten
Drehlager 12 gelagert. Sie hat zwei Seitenteile 14, die auf
Abstand zueinander angeordnet und fest miteinander verbunden
sind. Ein in den Figuren nicht eingezeichneter Antrieb ist dazu
eingerichtet, die Trommel 10 um eine sich senkrecht zur Zeichen
ebene erstreckende Drehachse zu drehen, die durch das Dreh
lager 12 verläuft. Zwischen den beiden Seitenteilen 14 sind
Lagereinheiten angeordnet, die im Ausführungsbeispiel als große
Gondeln 16 und kleine Gondeln 18 gestaltet sind. In Umfangs
richtung der Trommel 10 wechseln sich große Gondeln 16 und kleine
Gondeln 18 ab; insgesamt sind im Ausführungsbeispiel sieben große
Gondeln 16 und sieben kleine Gondeln 18 vorgesehen. Wie in
Fig. 1 angedeutet, erstrecken sich die großen Gondeln 16 und die
kleinen Gondeln 18 in Richtung auf die Drehachse der Trommel 10.
Die Querschnitte der großen Gondeln 16 und der kleinen Gondeln 18
sind sektorähnlich gestaltet. Durch die geometrische Anordnung
der großen Gondeln 16 und der kleinen Gondeln 18 sowie durch ihre
unterschiedliche Größe wird eine weitgehende Ausnutzung des
Raumes zwischen den Seitenteilen 14, also des Raumes, der in der
Trommel 10 zur Verfügung steht, erreicht. Die großen Gondeln 16
und die kleinen Gondeln 18 sind an den Seiten und auf das
Drehlager 12 der Trommel 10 zu geschlossen, aber über den
peripheren Bereich der Trommel 10 frei zugänglich.
Die großen Gondeln 16 sind fest mit der Trommel 10 verbunden.
Dazu sind zwei von den den Seitenteilen 14 der Trommel 10
zugewandten Seiten einer jeweiligen großen Gondel 16 ausgehende
Zapfen 20 in jeweilige Aussparungen 22 an den Seitenteilen 14 der
Trommel 10 eingelassen. Außerdem erfolgt eine zusätzliche
Befestigung über in den Figuren nicht dargestellte Schrauben.
Auch die kleinen Gondeln 18 sind fest mit der Trommel 10
verbunden. Als Halterung für eine jeweilige kleine Gondel 18
dienen auf der Seite jedes Seitenteils 14 zwei Profilstücke 24,
die fest mit dem betreffenden Seitenteil der kleinen Gondel 18
verbunden und mit einem jeweiligen von dem betreffenden Seiten
teil 14 der Trommel 10 ausgehenden Winkelvorsprung 26 verschraubt
sind.
In ihrem Innenraum sind die großen Gondeln 16 und die kleinen
Gondeln 18 mit einer Unterteilung versehen, in denen Lagerkasset
ten (siehe unten) verrastet werden können. Dadurch wird verhin
dert, daß Lagerkassetten aus einer großen Gondel 16 oder einer
kleinen Gondel 18 herausfallen, wenn die Öffnung der betreffenden
Gondel im peripheren Bereich der Trommel 10 je nach der momenta
nen Stellung der Trommel 10 nach unten weist.
In Fig. 4 ist die Trommel 10 ohne die großen Gondeln 16 und die
kleinen Gondeln 18 von der Seite zu sehen. Mit eingezeichnet ist
ein Gestell 28, an dem das Drehlager 12 (siehe Fig. 3) montiert
ist.
Ferner zeigt die Fig. 4 eine Anzahl von Positionsgebern 30, die
auf der Außenseite des sichtbaren Seitenteils 14 befestigt sind.
Für jede große Gondel 16 und für jede kleine Gondel 18 ist ein
Positionsgeber 30 vorgesehen, der radial und in Richtung der
Achse der jeweiligen Gondel 16, 18 ausgerichtet ist. Im Aus
führungsbeispiel enthält jeder Positionsgeber 30 eine Anzahl von
nebeneinander aufgereihten Permanentmagneten 32. Da sich die
Permanentmagnete 32 eines jeweiligen Positionsgebers 30 jeweils
in zwei verschiedenen Magnetisierungsrichtungen anbringen lassen,
kann für jeden Positionsgeber 30 ein Bitmuster kodiert werden,
das für alle Positionsgeber 30 unterschiedlich ist. Mit dem
Gestell 28 ist ein Positionssensor 34 fest verbunden. Jedesmal,
wenn sich ein Positionsgeber 30 gegenüber dem Positionssensor 34
befindet, erkennt der Positionssensor 34 einerseits, daß zu
diesem Zeitpunkt die diesem Positionsgeber 30 zugeordnete große
Gondel 16 bzw. kleine Gondel 18 zu der Zugangsöffnung 3 ausge
richtet ist, und andererseits anhand des Bitmusters, um welche
Gondel es sich dabei handelt.
Der Positionssensor 34 ist Teil einer Steuereinrichtung, die in
den Figuren nicht im Detail dargestellt ist. Die Steuereinrich
tung wirkt auf einen Motor zum Drehen der Trommel 10. Wenn eine
Bedienungsperson einen Gegenstand, z. B. eine Lagerkassette, in
eine bestimmte große Gondel 16 oder kleine Gondel 18 hineinlegen
oder dort herausholen will, gibt sie die Bezeichnung dieser
Gondel über ein Bedienfeld der Steuereinrichtung ein. Daraufhin
wird der Motor der Trommel 10 solange betätigt, bis der Posi
tionssensor 34 das der vorgewählten Gondel zugeordnete Bitmuster
eines Positionsgebers 30 erkennt, und dann abgebremst. Die
ausgewählte große Gondel 16 bzw. kleine Gondel 18 befindet sich
nun genau gegenüber der Zugangsöffnung 3 und ist nach Öffnen der
Tür über der Zugangsöffnung 3 zugänglich. Das Gehäuse 2 des
Lagerbehälters hat vorzugsweise solche Abmessungen, daß die
Zugangsöffnung 3 in bequemer Arbeitshöhe ist.
In Fig. 5 ist eine Lagerkassette 40 in mehreren perspektivischen
Ansichten dargestellt. Derartige Lagerkassetten 40 eignen sich
zum Aufnehmen kleinerer Probenbehälter wie z. B. Beutel und können
in einer großen Gondel 16 oder in einer kleinen Gondel 18
untergebracht werden. Im Ausführungsbeispiel hat die Lagerkasset
te 40 einen Boden 41, von dem Seitenwände 42 ausgehen, und einen
separaten Deckel 43. Der Deckel 43 läßt sich mit Hilfe von zwei
Federelementen 44, von denen in Fig. 5(a) nur eines gezeigt ist,
an den Seitenwänden 42 der Lagerkassette 40 verrasten.
Die Lagerkassette 40 weist eine Innenunterteilung 46 auf, die
vorzugsweise an die Größe und Form der aufzunehmenden kleineren
Probenbehälter wie z. B. Beutel angepaßt ist. Diese kleineren
Probenbehälter sollten nicht zuviel Spiel haben, damit sie beim
Drehen der Trommel 10 relativ fest sitzen.
An einer Seitenwand 42 der Lagerkassette 40 ist eine Rastfeder 48
befestigt. Die Rastfeder 48 ist auf Gegenelemente abgestimmt, die
sich an der in den Figuren nicht eingezeichneten Inneneinteilung
der großen Gondeln 16 bzw. kleinen Gondeln 18 befinden. Um die
Lagerkassette 40 sicher und unverrückbar in eine große Gondel 16
bzw. eine kleine Gondel 18 einzubringen, wird sie in einen
Bereich dieser Inneneinteilung eingeschoben, bis die Rastfeder
einrastet. Dabei ist die Lagerkassette 40 so orientiert, daß ein
von einer Seitenwand 42 ausgehender Griff 49 über die offene
Seite der jeweiligen großen Gondel 16 oder kleinen Gondel 18
zugänglich ist.
Durch die Verwendung der mobilen Lagerkassetten 40 läßt sich eine
große Variabilität des Kühl-Lagersystems 1 erzielen. So können
die Lagerkassetten 40 auch in unterschiedlicher Größe vorgesehen
sein, und es lassen sich verschiedene Arten von Innenunter
teilungen 46 anwenden. Als Beispiel sei die Handhabung beim
Kühlen von Blutkonserven genannt. Große Blutkonserven (z. B. mit
einem Inhalt von 1 l bis 15 l) können direkt in eine kleine
Gondel 18 oder eine große Gondel 16 eingesetzt werden. Für
mittelgroße Blutkonserven ist eine Lagerkassette 40 vorgesehen,
bei der die Innenunterteilung 46 entfällt oder große Fächer hat.
Kleine Blutkonserven schließlich oder Probenröhrchen können in
kleine Fächer der Innenunterteilung 46 eingesetzt werden. Beim
Handhaben mittelgroßer und kleiner Blutkonserven können die
Blutkonserven in der jeweiligen Lagerkassette 40 verbleiben und
so z. B. gemeinsam vorgekühlt, eingefroren, in dem Kühl-Lager
system 1 gelagert, transportiert oder aufgetaut werden. Dabei
sind die Blutkonserven immer durch die Lagerkassette 40 geschützt
und je nach Gestaltung der Wandung der Lagerkassette 40 auch in
gewissem Umfang wärmeisoliert.
Claims (15)
1. Kühl-Lagersystem, mit
- - einem wärmeisolierten Lagerbehälter (2), der eine schließ bare Zugangsöffnung (3) aufweist,
- - mit einer in dem Lagerbehälter (2) angeordneten, über einen Antrieb bewegbaren Transporteinrichtung (6), an der eine Anzahl von Lagereinheiten (16, 18) angeordnet ist, und
- - mit einer Steuereinrichtung (30, 34), die dazu eingerich tet ist, die Transporteinrichtung (6) in eine Position zu bewegen, in der eine vorgewählte Lagereinheit (16, 18) über die Zugangsöffnung (3) zugänglich ist.
2. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Transporteinrichtung (6) eine um eine stationäre
Drehachse drehbare Trommel (10) aufweist.
3. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse der Trommel (10) horizontal ausgerichtet
ist.
4. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Trommel (10) zwei Seitenteile (14) auf
weist, zwischen denen die Lagereinheiten (16, 18) angeordnet
sind.
5. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagereinheiten (16, 18) als fest mit den Seiten
teilen (14) verbundene Gondeln (16, 18) gestaltet sind, die
sich in Richtung auf die Drehachse der Trommel (10) zu
erstrecken und die über den peripheren Bereich der Trom
mel (10) zugänglich sind.
6. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß Lagereinheiten (16, 18) unterschied
licher Größe vorgesehen sind.
7. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lagereinheiten (16, 18) zum Auf
nehmen von mobilen Lagerkassetten (40) eingerichtet sind.
8. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß eine mobile Lagerkassette (40) in einer Lagerein
heit (16, 18) mittels einer Rasteinrichtung (48) befestigbar
ist.
9. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet
durch mindestens eine mobile Lagerkassette (40), die in eine
Lagereinheit (16, 18) einsetzbar ist.
10. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die mobile Lagerkassette (40) eine Innenuntertei
lung (46) aufweist.
11. Kühl-Lagersystem nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die mobile Lagerkassette (40) über einen
Deckel (43) verschließbar ist.
12. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung mindestens einen
mit der bewegbaren Transporteinrichtung (6) verbundenen
Positionsgeber (30) und mindestens einen stationären, auf
den Positionsgeber (30) ansprechenden Positionssensor (34)
aufweist.
13. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekenn
zeichnet durch einen Wärmetauscher mit einer Kühlschlan
ge (8) und eine Kühleinrichtung, die dazu eingerichtet ist,
durch die Kühlschlange (8) ein flüssiges oder gasförmiges
Kühlmittel zu leiten oder in der Kühlschlange (8) ein
flüssiges Kühlmittel verdampfen zu lassen.
14. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Temperatur im Bereich von -155°C
bis -20°C stufenlos regelbar ist.
15. Kühl-Lagersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß das Kühl-Lagersystem (1) zum Lagern
biologischer und/oder medizinischer Proben oder Konserven
eingerichtet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999103958 DE19903958C2 (de) | 1999-01-26 | 1999-01-26 | Kühl-Lagersystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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1999
- 1999-01-26 DE DE1999103958 patent/DE19903958C2/de not_active Expired - Lifetime
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