DE19901451C3 - Deichselgelenktes Flurförderzeug - Google Patents
Deichselgelenktes FlurförderzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein deichselgelenktes Flurförder
zeug entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Gattungsgemäße Flurförderzeuge werden häufig als Mit
gängerfahrzeuge betrieben, wobei eine Bedienperson neben
dem Flurförderzeug geht und durch Drehen der Deichsel um
die vertikale Achse das Flurförderzeug lenkt. Die Deichsel
ist hierzu mit einem Handgriff ausgestattet. Darüber hinaus
können im Bereich des Handgriffs Bedienelemente ange
ordnet sein, mit denen beispielsweise ein Fahrantrieb des
Flurförderzeugs gesteuert werden kann.
Bei Flurförderzeugen des Standes der Technik weist die
Deichsel eine mechanische Verbindung zu einem lenkbaren
Rad des Flurförderzeugs auf, bei dem es sich häufig um das
Antriebsrad des Flurförderzeugs handelt. Beispielsweise ist
es bekannt, das Rad mittels eines Kettengetriebes an die
Deichsel zu koppeln.
Bei diesen Geräten des Standes der Technik hängt die Be
tätigungskraft der Deichsel zum Lenken des Flurförder
zeugs stark von den jeweiligen Betriebsbedingungen, insbe
sondere von dem Beladungszustand und der Fahrgeschwin
digkeit des Flurförderzeugs, sowie von der Beschaffenheit
der Fahrbahn ab. Bei stehendem Flurförderzeug ist die zum
Drehen der Deichsel erforderliche Betätigungskraft relativ
groß. Um der Bedienperson ein Gefühl für die Lenkbewe
gungen des Rads zu vermitteln und ein unbeabsichtigtes
Lenken des Flurförderzeugs zu verhindern, ist es erwünscht,
daß die Betätigungskraft zum Drehen der Deichsel auch bei
höheren Fahrgeschwindigkeiten nicht unter ein bestimmtes
Mindestmaß absinkt.
Gattungsgemäße deichselgelenkte Flurförderzeuge sind
beispielsweise aus der DE-Z: Hebezeuge und Fördermittel,
Berlin 35 (1995), S. 260-262 mit einer servounterstützten
Lenkung bekannt. Auch bei diesen Flurförderzeugen muß in
jeder Betriebssituation ein Lenkwiderstand spürbar sein.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein deichselgelenktes
Flurförderzeug zur Verfügung zu stellen, das eine ergonomisch günstige Lenkkraft
aufweist und während der Montage kein Einstellen oder Vorspannen erfordert.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das mit dem erfindungsgemäßen Dämpfungselement erzeugte Drehmoment
gewährleistet, daß für die Bedienperson während des Lenkens des Flurförderzeugs
stets ein Widerstand spürbar ist. Durch diesen spürbaren Lenkwiderstand werden
Fehlbedienungen durch ein unbeabsichtigtes oder unkontrolliertes Drehen der Deichsel
vermieden. Bei einem Verdrehen der beiden Bauteile entsteht zwischen jeweils zwei
einander zugeordnete Reibungsflächen eine Gleitreibungskraft. Im genannten
Anwendungsfall für die Deichsel eines Flurförderzeugs stellt diese Gleitreibungskraft
ein Drehmoment dar, das einer Lenkbewegung der Deichsel entgegenwirkt.
Zweckmäßigerweise ist das Dämpfungselement einerseits mit einem mit der Deichsel
drehfest verbundenen Bauteil, andererseits direkt oder indirekt mit einem Rahmen des
Flurförderzeugs verbunden. Das zum Drehen der Deichsel erforderliche Drehmoment
wird somit an dem Rahmen abgestützt.
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist das mit der Deichsel drehfest verbundene
Bauteil als eine im wesentlichen senkrecht angeordnete Welle ausgeführt. Entlang der
Welle können axial voneinander beabstandet die Wälzlager, das Dämpfungselement
und das Potentiometer angeordnet sein.
Auf besonders einfache Weise kann das Dämpfungselement mit der Welle verbunden
werden, wenn das Dämpfungselement eine im wesentlichen ringförmige Gestalt
aufweist, wobei die senkrecht angeordnete Welle koaxial zu dem Dämpfungselement
angeordnet ist. Die Innenseite des ringförmigen Dämpfungselements weist
vorzugsweise einen zur Übertragung von Drehmomenten geeigneten Querschnitt auf.
Vorzugsweise weist jedes der beiden gegeneinander ver
drehbaren Bauteile mehrere Reibungsflächen auf. Die bei
den verdrehbaren Bauteile greifen dabei kammförmig inein
ander.
Mit besonderem Vorteil sind die beiden gegeneinander
verdrehbaren Bauteile aus Kunststoff ausgebildet. Die Bau
teile können beispielsweise durch Spritzgießen hergestellt
werden. Durch die materialbedingte Elastizität von Kunst
stoff können Passungsprobleme zwischen den beiden Bau
teilen vermieden werden.
In den zwischen den verdrehbaren Bauteilen befindlichen
Hohlräumen ist ein Gleitmittel angeordnet. Ein sprungför
miger Verlauf der Reibungskraft bei einem Übergang zwi
schen Haftreibung und Gleitreibung wird dadurch vermie
den.
Zweckmäßig ist es, wenn als Gleitmittel ein Silikonfett
vorgesehen ist. Silikonfett zeichnet sich durch besonderes
lange Haltbarkeit aus, so daß ein Austausch des Gleitmittels
während der Lebensdauer des Dämpfungselements nicht er
forderlich ist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden
anhand des in den schematischen Figuren dargestellten Aus
führungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein gattungsgemäßes Flurförderzeug,
Fig. 2 die Lagerung eines mit der Deichsel drehfest ver
bundenen Bauteils,
Fig. 3 ein Dämpfungselement im Querschnitt.
Fig. 1 zeigt als gattungsgemäßes Flurförderzeug einen
deichselgelenkten Hochhubwagen. Das Flurförderzeug
weist einen nicht anhebbaren Antriebsteil 1 auf, der mit
nicht dargestellten Rädern, in der Regel einem Antriebsrad
und einer Schwenkrolle, auf einer Fahrbahn aufsteht. Mit
dem Antriebsteil 1 verbunden ist ein Hubgerüst 4, an dem
eine Lastgabel 5 höhenbeweglich befestigt ist.
An dem Antriebsteil 1 ist eine Deichsel 2 drehbar um eine
vertikale Achse befestigt, wobei durch Drehen der Deichsel
2 eine Lenkbewegung des Antriebsrads gesteuert wird. Die
Befestigung der Deichsel 2 erfolgt mittels einer senkrechten
Welle (siehe Fig. 2), die in einem Rahmen des Antriebsteils
1 gelagert ist. Ein an der Deichsel 2 angeordneter Deichsel
kopf 3 weist verschiedene Bedienelemente sowie Hand
griffe auf.
In Fig. 2 ist zunächst die Verbindung der schematisch dar
gestellten Deichsel 2 mit einem um die vertikale Achse 9
drehbar gelagerten Bauteil 7 verdeutlicht. Hierbei ist die
Deichsel 2 gegenüber dem Bauteil 7 um eine horizontale
Achse 8 schwenkbar, wobei die Schwenkposition der
Deichsel 2 um diese Achse 8 keinen Einfluß auf die Len
kung des Flurförderzeugs hat. Bezüglich der für die Len
kung relevanten vertikalen Achse 9 ist die Deichsel 2 mit
dem Bauteil 7 drehstarr verbunden.
Der untere Abschnitt des Bauteils 7 ist als senkrecht ange
ordnete Welle gestaltet, die an einem Rahmen 10 des An
triebsteils 1 des Flurförderzeugs mittels Wälzlagern 11 dreh
bar gelagert ist. Der axiale Abstand der beiden Wälzlager 11
ist mittels einer Distanzhülse 12 eingestellt.
Mit dem Rahmen 10 ist ein Gehäuseteil 13 starr verbun
den, in dem ein Außenring eines Dämpfungselements 14
(siehe Fig. 3) festgelegt ist. Ein Innenring des Dämpfungs
elements sitzt auf dem Bauteil 7, wobei eine drehstarre Ver
bindung des Innenrings mit dem Bauteil 7 durch eine Abfla
chung 7a formschlüssig sichergestellt ist.
Im unteren Bereich des Gehäuseteils 13 ist ein Potentio
meter 15 befestigt, mit dem eine Drehbewegung der Deich
sel 2 und damit des Bauteils 7 um die vertikale Achse 9 er
faßt wird. Um das Potentiometer 15 vor äußeren Einflüssen
zu schützen, ist das Gehäuse 13 gegenüber dem Bauteil 7
mit einem Wellendichtring 16 abgedichtet. Das untere Ende
des Gehäuseteils 13 ist mit einer Verschlußkappe 17 ver
schlossen.
Die Funktionsweise der Lenkvorrichtung des Flurförder
zeugs beruht darauf, daß mit dem Potentiometer 15 ein elek
trisches Signal erzeugt wird, welches die Drehstellung oder
eine Drehbewegung der Deichsel 2 um die vertikale Achse 9
eindeutig wiedergibt. Dieses Signal wird in einer geeigneten
Steuervorrichtung ausgewertet, die einen elektrischen Lenk
motor derart ansteuert, daß das gelenkte Rad des Flurförder
zeugs entsprechend der Stellung der Deichsel 2 eingeschla
gen wird. Die Signalübertragung von der Deichsel 2 zu dem
Lenkmotor erfolgt somit ausschließlich elektrisch.
Für eine Bedienperson des Flurförderzeugs ist es wichtig,
daß sie bei einem Drehen der Deichsel 2 um die vertikale
Achse 9 einen Widerstand spürt, die Deichsel 2 darf also
nicht zu leichtgängig drehbar sein. Das Dämpfungselement
14 ist vorgesehen, um bei jeder Drehbewegung der Deichsel
2 um die vertikale Achse 9 ein Gegendrehmoment zu erzeu
gen.
Anhand Fig. 3 wird der Aufbau des Dämpfungselements
14 näher erläutert. Das Dämpfungselement 14 weist zwei
zueinander koaxiale, gegeneinander verdrehbare ringför
mige Bauteile 18, 19 auf. Das Bauteil 18 bildet dabei den In
nenring des Dämpfungselements 14. Die den Innenring bil
dende Innenseite des Bauteils 19 weist eine Abflachung 26
auf, die eine drehfeste Verbindung des Bauteils 19 mit einer
in den Innenring gesteckten Welle, die eine entsprechende
Abflachung aufweist, sicherstellt. Der Außenring des
Dämpfungselements 14 wird von einem Überwurfring 22
gebildet, der mittels einer Schnappverbindung 23 mit dem
Bauteil 19 formschlüssig verbunden ist und die beiden ko
axialen Bauteile 18, 19 in axialer Richtung zueinander fest
legt.
Die beiden Bauteile 18, 19 weisen aneinander anliegende,
im wesentlichen zylindrische Reibungsflächen 20a, 20b,
21a, 21b auf, die bei einem Verdrehen der Bauteile 18, 19
aufeinander abgleiten. Durch die Elastizität der aus Kunst
stoff gebildeten Bauteile 18, 19 werden die Reibungsflächen
20a, 21a, des Bauteils 18 auf die Reibungsflächen 20b, 21b
des Bauteils 19 gedrückt. In den Hohlräumen zwischen den
Bauteilen 18, 19 befindet sich Silikonfett, womit ein rei
bungsbedingter Verschleiß der Bauteile 18, 19 und des
Überwurfrings 22 verhindert wird. Gleichzeitig gewährlei
stet das Silikonfett ein während eines Verdrehens der beiden
Bauteile 18, 19 gleichbleibendes Drehmoment. Insbeson
dere ein Reibungssprung beim Übergang von Haftreibung in
Gleitreibung kann hierdurch verhindert werden. Um ein
Austreten des Silikonfetts aus dem Dämpfungselement zu
verhindern, sind zwei O-Ringe 24, 25 vorgesehen.
Claims (8)
1. Deichselgelenktes Flurförderzeug mit mindestens einem gelenkten Rad und einer
um eine im wesentlichen vertikale Achse (9) drehbaren Deichsel (2), wobei die
Deichsel (2) derart mit dem Rad in Wirkverbindung steht, daß ein Drehen der
Deichsel (2) um die vertikale Achse (9) eine Lenkbewegung des Rads bewirkt, und
wobei die Deichsel (2) mit einem eine Drehbewegung und/oder eine Drehstellung
der Deichsel (2) erfassenden elektrischen Signalgeber verbunden ist, und der
Signalgeber mittels einer elektrischen Signalleitung mit einem elektrischen
Lenkmotor des Rads in Wirkverbindung steht, wobei die Deichsel (2) mit einem
Dämpfungselement (14) verbunden ist, das bei einer Drehung der Deichsel (2) um
die vertikale Achse (9) ein Gegendrehmoment erzeugt, dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungselement (14) mindestens zwei koaxial angeordnete,
gegeneinander verdrehbare Bauteile (18, 19) aufweist, die jeweils mindestens eine
zylinderförmige oder kegelförmige Reibungsfläche (20a, 20b, 21a, 21b) aufweisen,
wobei eine Reibungsfläche (20a, 21a) des ersten Bauteils (18) auf einer
Reibungsfläche (20b, 21b) des zweiten Bauteils (19) aufliegt.
2. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Dämpfungselement (14) einerseits mit einem mit der Deichsel (2) drehfest
verbundenen Bauteil (7), andererseits direkt oder indirekt mit einem Rahmen (10)
des Flurförderzeugs verbunden ist.
3. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das mit der Deichsel (2) drehfest verbundene Bauteil (7) als
eine im wesentlichen senkrecht angeordnete Welle ausgeführt ist.
4. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (14) eine im wesentlichen
ringförmige Gestalt aufweist, wobei die senkrecht angeordnete Welle koaxial zu
dem Dämpfungselement (14) angeordnet ist.
5. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes der beiden gegeneinander verdrehbaren Bauteile (18,
19) mehrere Reibungsflächen (20a, 20b, 21a, 21b) aufweist.
6. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden gegeneinander verdrehbaren Bauteile (18, 19)
aus Kunststoff ausgebildet sind.
7. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß in den zwischen den verdrehbaren Bauteilen (18, 19)
befindlichen Hohlräumen ein Gleitmittel angeordnet ist.
8. Deichselgelenktes Flurförderzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
als Gleitmittel ein Silikonfett vorgesehen ist.
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
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Owner name: LINDE MATERIAL HANDLING GMBH & CO. KG, 63743 A, DE |
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: LINDE MATERIAL HANDLING GMBH, 63743 ASCHAFFENB, DE |
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20110802 |
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| R082 | Change of representative |
Representative=s name: PATENTSHIP PATENTANWALTSGESELLSCHAFT MBH, DE |
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| R082 | Change of representative |
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