DE19901401A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Beizen und Reinigen von gewalztem Stahlband - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Beizen und Reinigen von gewalztem StahlbandInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Beizen bzw. Reinigen von gewalztem Stahlband, das schlingenförmig durch mehrere in der Behandlungslinie angeordnete Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter hindurchbewegt und dabei von mindestens einer Bandseite mit dem Beizmedium bzw. Reinigungsmedium beaufschlagt wird, wozu Spritz- bzw. Sprüheinheiten vorgesehen sind, die zu- oder abschaltbar und/oder in ihrer Spritzbreite einstellbar sind und/oder mit regelbarem Spritz- bzw. Sprühdruck und/oder Volumenstrom betrieben werden, läßt sich der Platzbedarf erheblich verringern und zugleich eine exakte Anpassung an die jeweilige Beizaufgabe bzw. Reinigungsaufgabe mit dem Ziel einer verringerten Beizzeit bzw. Reinigungszeit und einem über die Bandbreite verbesserten Beizergebnis bzw. Reinigungsergebnis erreichen, wenn das Band vor dem Einlaufen in den Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteil aus der horizontalen Bandlaufebene in eine hochkantstehende, vertikale Bandlaufebene und nach dem Auslaufen aus dem Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteil in seine normale, horizontale Bandlaufebene umgelenkt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Beizen und Reinigen
von gewalztem Stahlband, das schlingenförmig durch mehrere in der Behandlungslinie
angeordnete Beiz- bzw. Reinigungsbehälter hindurchbewegt und dabei von
mindestens einer Bandseite mit dem Beiz- bzw. Reinigungsmedium beaufschlagt wird,
wozu Spritz- bzw. Sprüheinheiten vorgesehen sind, die zu- oder abschaltbar und/oder
in ihrer Spritzbreite einstellbar sind und/oder mit regelbarem Spritz- bzw Sprühdruck
und/oder Volumenstrom und/oder veränderbarer Temperatur betrieben werden.
Die Notwendigkeit zum und die Kriterien für das Beizen von gewalzten Warmbändern
wird in der EP 0 602 437 A1 für Beizanlagen unterschiedlichster Bauart wie
Tiefbehälter, Flachbehälter, Turbo-Beizen etc. hinlänglich offenbart. Diese Anlagen
sind in ihrer Beizstrecke auf die höchste Bandgeschwindigkeit und/oder auf das
jeweils schwierigste zu beizende Stahlband ausgelegt, was daher aber nur für exakt
die eine Beizaufgabe zutrifft. Für abweichende Beizaufgaben wird, z. B. bei der
sogenannten Turbobeize (vgl. DE 40 31 234 A), versucht, durch eine Änderung der
Temperatur der Beizsäure eine Anpassung zwischen vorhandener Beizstrecke,
Bandgeschwindigkeit und Schwierigkeit des zu beizenden Stahlbandes zu erreichen.
Da eine Temperaturänderung aber nur langsam möglich ist, wird angestrebt, über
einen mehr oder weniger großen Volumenstrom und der damit bewirkten Turbulenz
einen sofort wirkenden Ausgleich zu schaffen. Wie sich allerdings bei bestehenden
Anlagen dieser Art im Betrieb gezeigt hat, ist der Erfolg jedoch nur sehr begrenzt.
Zudem erfordern diese Beizen eine große Anlagenlänge.
Eine andere Bauweise einer Beize ist durch die DE-AS 11 63 634 bekanntgeworden.
Diese Beizanlage besteht aus einem in einem Stahlgerüst gelagerten Turm, in dem
das Band in vertikalen Schlangen geführt und mit Beizsäure besprüht wird, die von in
mehreren Etagen zu beiden Seiten des Bandes angeordneten Düsen aufgebracht
wird, die gegen das Band gerichtete, in Abhängigkeit von der Breite des Bandes auf die
jeweilige Spritzbreite einstellbare Öffnungsschlitze besitzen. Auch hierbei ist es
schwierig, eine Anpassung an andere Beizaufgaben vorzunehmen, und zudem sind in
der Regel sehr hohe Türme (z. B. 100 m hoch) erforderlich. Hiermit vergleichbare
Ausführungen und Konstruktionen bzw. Anordnungen sind bei Reinigungsanlagen
bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art zu schaffen, mit denen sich der Platzbedarf für die Beiz- bzw.
Reinigungsanlagen erheblich verringern läßt, und die zudem eine exakte Anpassung
an die jeweilige Beizaufgabe bzw. Reinigungsaufgabe mit dem Ziel einer verringerten
Beizzeit bzw. Reinigungszeit und einem über die Bandbreite verbesserten
Beizergebnis bzw. Reinigungsergebnis ermöglichen.
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Band vor dem Einlaufen in den Beizbehandlungsteil bzw. Reinigungsbehandlungsteil
aus der horizontalen Bandlaufebene in eine hochkantstehende, vertikale
Bandlaufebene und nach dem Auslaufen aus dem Beizbehandlungsteil bzw.
Reinigungsbehandlungsteil in seine normale, horizontale Bandlaufebene umgelenkt
wird. Das Umlenken des Bandes in die aufrechte Hochkantlage ermöglicht es, dieses
raum- und platzsparend mäanderförmig zu führen und einen variablen Anlagenaufbau
zu erreichen, der eine optimale Ausnutzung des vorhandenen Platzes gestattet. Die
Behälterhöhe wird dabei von der Bandbreite bestimmt, und das in Bezug auf seine
Breite in stehender bzw. senkrechter Weise über in den Beizbehältern bzw.
Reinigungsbehältern mit senkrechten Rollenachsen gelagerten Umlenkrollen geführte
Band wird vorzugsweise von zwei Seiten mit dem Beizmedium bzw.
Reinigungsmedium bespritzt oder -sprüht. Die Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter,
d. h. die Behälter des Beizbehandlungsteils bzw. Reinigungsbehandlungsteils, der in
der Regel Beiz- bzw. Reinigungs- und Spülbehälter sowie einen Trockner aufweist,
können je nach Räumlichkeit quer zur Bandlaufrichtung oder parallel zur
Bandlaufrichtung und damit in Reihe hintereinander bzw. übereinander, d. h.
nebeneinander in verschiedenster Anordnung errichtet werden.
Gleichzeitig läßt sich entsprechend der Bandgeschwindigkeit und/oder des zu
beizenden bzw. reinigenden Stahlbandes die exakte Beizstrecke bzw.
Reinigungsstrecke einstellen, indem mehr oder weniger Spritz- bzw. Sprühbalken,
d. h. Sprüheinheiten zu- oder abgeschaltet werden, wobei nur minimalste
Säuremengen bzw. Reinigungsmengen und damit kleinste Vorlagebehälter notwendig
sind. Im Gegensatz zu beispielsweise horizontalen Bandführungen, bei denen
adhäsionsbedingt das aufgebrachte Beiz- bzw. Reinigungsmedium mitgeschleppt
wird, so daß sich die Beiz- bzw. Reinigungsstrecke unvermeidlich in ihrer Einstellung
verändert, fließt das Medium bei einer Hochkantlagen-Führung des Bandes
schwerkraftbedingt weitestgehend nach unten ab, womit die Einstellung
aufrechterhalten wird. Der außerdem regelbare Spritz- bzw. Sprühdruck und/oder der
Volumenstrom des Beizmediums bzw. Reinigungsmediums stehen unverändert als
weitere, sofort wirkende Stellglieder zur wirtschaftlichen Anpassung an die
Beizaufgabe bzw. Reinigungsaufgabe zur Verfügung, so daß sich in Verbindung mit
der langsam veränderbaren Temperaturführung eine ökonomisch optimal regelbare
Beizanlage bzw. Reinigungsanlage ergibt. Weiterhin läßt sich berücksichtigen, daß die
Produktion bzw. die Geschwindigkeit z. B. einer gekoppelten Beiz-Tandem
kaltwalzanlage für dickere Banddicken nicht nur durch die vorhandene Bandlänge des
eingesetzten Bundes, sondern sehr häufig auch durch die Wärmegrenzleistung der
Wärmetauscher für die Säure begrenzt wird. Denn der Wärmeübergang zwischen
Säure und Stahlband ist in einer Spritz- bzw. Sprühbeize mit in Hochkantlage
geführtem Walzband wesentlich effektiver als in einem Säurebad einer
Flachbehälter- bzw. Turbobeize, da in ökonomischer Weise ständig heiße Säure auf
die Bandoberfläche aufgespritzt bzw. -gesprüht wird. Dies ermöglicht bei dickeren zu
beizenden Bändern eine Steigerung der Geschwindigkeit und damit der Produktion.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß über die Bandbreite
unterschiedlich stark verzunderte bzw. verunreinigte Bandbereiche mit verändertem
Spritzdruck und/oder veränderter Säurekonzentration bzw. Reinigungskonzentration
und/oder erhöhtem Volumenstrom des Beizmediums bzw. Reinigungsmediums
besprüht werden. Diese gezielt mögliche Einflußnahme auf erfahrungsgemäß stärker
verzunderte bzw. verunreinigte Bandbereiche, wie insbesondere an den Bandkanten,
trägt ebenfalls zur Verringerung der Beizzeit bzw. Reinigungszeit und damit der
Beizbehälterlänge bzw. Reinigungsbehälterlänge bei.
Bei einer vorteilhaften Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens ist jeweils vor und
hinter dem Beizbehandlungsteil bzw. Reinigungsteil eine das Band aus der
horizontalen Bandlaufebene in eine hochkantstehende, vertikale Bandlaufebene und
umgekehrt umlenkende Wenderolle vorhanden, die gegen die Horizontale angehoben
bzw. geneigt angeordnet ist. Bei der Umlenkung am Beginn der Anlage läuft hierbei
das Band senkrecht von unten oder oben ein und hinter der Anlage läuft es senkrecht
nach unten bzw. oben aus, wobei die Wenderollen um vorzugsweise 45° gegen die
Horizontale angehoben bzw. geneigt sind.
Nach einer vorteilhaften Ausführung sind den Wenderollen mit senkrechten Achsen
gelagerte Spannrollensätze zugeordnet, die das Band auf Anlagenmitte halten, wobei
der erforderliche Bandzug über die senkrecht wirkenden Reibungskräfte zwischen den
Rollen und dem Band erzeugt wird.
Hierbei kann es zweckmäßig sein, daß mindestens eine der in den Beizbehältern bzw.
Reinigungsbehältern angeordneten Band-Umlenkrollen als Steuerrolle ausgebildet ist
und/oder vorzugsweise den Band-Umlenkrollen noch Andrückrollen zugeordnet sind.
Die Steuerrolle- bzw. -rollen, von denen je nach Beizbehälterlänge bzw.
Reinigungsbehälterlänge eine oder mehrere ausgebildet sind, dienen zu einer
eventuellen Korrektur des Bandlaufs. Die vor allem bei dickeren Banddicken und
langen Beizbehältern bzw. Reinigungsbehältern mit einem zusätzlichen Antrieb
versehenen Umlenkrollen gleichen durch Biegung entstandene Bandzugverluste
wieder aus und unterstützen somit die Aufrechterhaltung des erforderlichen
Bandzuges.
Um bei einem Bandzugverlust, wie bei einem Stromausfall, zu verhindern, daß das
Band aus der Anlagenmitte herausrutscht, drücken die Andrückrollen das Band mit
einer solchen Kraft an die Umlenkrollen, daß über die senkrecht wirkende
Reibungskraft das Band getragen wird. Dabei stellt sich als weiterer Vorteil ein, daß
durch das Zusammenwirken der Umlenkrolle mit der Andruckrolle bis dahin eventuell
mitgeschleppte Säure abgequetscht und damit eine Kaskadenführung der Beizsäure
bzw. Reinigungslösung ermöglicht wird.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest der in
Bandlaufrichtung liegende erste Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter mit
Ultraschallaktoren ausgerüstet. Diese erhöhen die Ablösegeschwindigkeit der
Zunderschicht bzw. Verunreinigungsschicht von der Bandoberfläche.
Hierbei empfiehlt es sich, daß die Ultraschallaktoren in einer von ein- und
auslaufseitigen Dichtrollen begrenzten, schmalen separaten Kammer angeordnet sind,
und zwar dort vorteilhaft über die Bandbreite verteilt hinter säurefesten bzw.
laugenfesten Zwischenwänden jeweils stirnseitig der Kammer. Die separate Kammer
wird mittels der Dichtrollen am laufenden Band gebildet, d. h. in dem jeweiligen
Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter abgeteilt. Dies bietet die Möglichkeit, zur
Einkopplung der Schallenergie die Kammer ständig mit Säure bzw. Reinigungslösung
zu fluten und damit die Übertragung der Schallenergie auf die Bandoberfläche zu
begünstigen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung, in der einige Ausführungsbeispiele des
Gegenstandes der Erfindung näher erläutert sind. Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Längsansicht als Einzelheit den Beiz-Behandlungsteil
einer gegebenenfalls an ein nachgeschaltetes Walzwerk gekoppelten
Bandbehandlungsanlage;
Fig. 2 den Beiz-Behandlungsteil in der Draufsicht;
Fig. 3 eine Variante des Beiz-Behandlungsteils mit in Reihe hintereinander
angeordneten Behältern, in der Draufsicht dargestellt; und
Fig. 4 in schematischer Draufsicht eine Abwandlung mit gegenüber Fig. 3 in
Zick-Zack-Anordnung hintereinander geschalteten Behältern;
Fig. 5 in der Draufsicht eine andere Ausführung mit parallel zur Bandlaufrichtung
und damit über- bzw. nebeneinander angeordneten Behältern;
Fig. 6 in der Draufsicht eine Abwandlung der in Fig. 5 gezeigten Behälter-An
ordnung;
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie A-A von Fig. 2;
Fig. 8 einen Schnitt entlang der Linie B-B von Fig. 2; und
Fig. 9 als Einzelheit eine von Dichtrollen begrenzte Kammer mit darin
angeordneten Ultraschallaktoren, schematisch dargestellt.
Von einer im einzelnen nicht gezeigten Bandbehandlungsanlage mit in Bandlauf
richtung 1 (vgl. in Fig. 2 den Pfeil) ist in Fig. 1 im wesentlichen lediglich der
Beizbehandlungsteil bzw. Reinigungsbehandlungsteil 2 dargestellt; zu erkennen sind
darüber hinaus noch die letzten bzw. ersten Rollen 3a, 3b bzw. 4a, 4b eines vor und
hinter dem Beizteil bzw. Reinigungsteil 2 angeordneten S-Rollen-Gerüstes. Der
Beizteil bzw. Reinnigungsteil 2 umfaßt im Ausführungsbeispiel drei Beizbehälter bzw.
Reinigungsbehälter I, II und III, denen sich ein Behälter IV zum Spülen und Trocknen
des hindurchgeführten, zu beizenden bzw. zu reinigenden metallischen Bandes 5
anschließt. Die einzelnen Behälter I bis IV sind über Vor- und Rücklaufleitungen 6 an
die eine notwendige Säuremenge bzw. Reinigungslösungsmenge bevorratenden
Vorlagebehälter 7 angeschlossen, denen zur Förderung der Säure bzw.
Reinigungslösung zur Aufbringung auf die Bandoberfläche Pumpen 8 zugeordnet
sind. Diese versorgen in den Beizbehältern bzw. Reinigungsbehältern zu beiden
Seiten quer zum Bandlauf angeordnete Spritz- bzw. Sprühbalken 9, die im
Ausführungsbeispiel (vgl. die Fig. 7 und 8) als Rohre mit darin angeordneten
Spritzdüsen 18 ausgebildet sind, die auf die Bandoberfläche gerichtet sind und ein
gewünschtes Spritzbild 19 erzeugen. Die Spritz- bzw. Sprühbalken 9 und deren Düsen
18 lassen sich zudem wahlweise zu- oder abschalten und an die jeweilige Bandbreite
20 anpassen und so ausführen, daß gezielte Bereiche des metallischen Bandes, die
besonders stark verzundert bzw. verunreinigt sind, mit entweder höherem Spritzdruck
und/oder verändertem Säurevolumen bzw. Reinigungslösungsvolumen, veränderter
Säuretemperatur bzw. Reinigungslösungstemperatur und/oder mit Säuren bzw.
Reinigungslösungen anderer Säurekonzentrationen bzw. Reinigungslösungs
konzentrationen bespritzt bzw. besprüht werden. Zum bedarfsweisen
diskontinuierlichen Betrieb der Anlage können die Spritz- bzw. Sprühbalken 9 auch
komplett abgeschaltet werden.
Das metallische Band 5 wird in Bezug auf seine Breite in stehender bzw.
hochkantgestellter Weise über in den Beizkammern bzw. Reinigungskammern I bis IV
mit senkrechten Achsen 21, d. h. aufrecht in Rollenlagern angeordneten Umlenkrollen
10 mäanderförmig geführt (vgl. Fig. 2). Zum Aufstellen des metallischen Bandes 5 in
seine Hochkantlage ist dem Beizteil bzw. Reinigungsteil 2 eine horizontale
Umlenkrolle 12 und eine gegenüber der Horizontalen um 45° angehobene bzw.
geneigte Einlauf-Wenderolle 11 vorgeschaltet. Von der horizontalen Umlenkrolle 12
wird das Band 5 senkrecht nach oben bzw. nach unten zu der Wenderolle und von
dort in einen Spannrollensatz 13 geführt, dessen Spannrollen 13a, 13b aufrecht, d. h.
mit senkrechten Achsen gelagert sind, über die das Band 5 danach durch die
einzelnen Behälter I bis IV des Beizteils bzw. Reinigungsteils 2 hindurchbewegt wird.
Am Ende - auslaufseitig - des Beizteils bzw. Reinigungsteils 2 ist eine ebenfalls um ca.
45° gegen die Horizontale geneigte bzw. angehobene Auslauf-Wenderolle 14
angeordnet, auf die das gebeizte bzw. gereinigte Band 5 aus einem zwei mit
senkrechten Achsen gelagerte Spannrollen 15a, 15b aufweisenden Spannrollensatz
15 kommend nach unten bzw. oben geführt aufläuft und die das Band 5 in die
horizontale Bandlaufebene zurückführt, damit das behandelte Band anschließend
aufgehaspelt werden oder sogleich in ein nachgeschaltetes Walzwerk einlaufen kann.
Das in Bezug auf seine Breite in stehender Weise bzw. in Hochkantlage durch die
Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter I bis IV mäanderförmig geführte Band 5
ermöglicht es, den Anlagenaufbau in verschiedenster Art und Anordnung der
Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter I bis IV auszuführen, um den vorhandenen
Platz optimal auszunutzen.
Bei der Ausführung nach den Fig. 1 und 2 mit quer zur Bandlaufrichtung 1
angeordneten Beizbehältern bzw. Reinigungsbehältern I bis IV tritt das Band 5 durch
den Deckel 16 des ersten Behälters 1 ein und verläßt den einen Bereich zum Spülen
und zum Trocknen aufweisenden letzten Behälter IV ebenfalls durch den Deckel 16;
die einzelnen Behälter I bis IV liegen hier parallel hintereinander.
Bei den Varianten der Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteile 102 bzw. 202 sowie
302 und 402 nach den Fig. 3 und 4 bzw. 5 und 6 sind die Behälter I bis IV parallel zur
Bandlaufrichtung 1 angeordnet, wobei das Band 5 sowohl ein- als auslaufseitig durch
die jeweilige Behälterseitenwand 17 in den Behandlungsteil ein bzw. austritt. Bei der
Variante nach den Fig. 3 und 4 liegen die Behälter 1 bis IV der Beiz- bzw.
Reinigungs-Behandlungsteile 102 bzw. 202 in einer Reihe hintereinander, wobei die
Ausführung nach Fig. 4 eine Zick-Zack-Anordnung der Behälter zeigt.
Bei den Abwandlungen der Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteile 302 bzw. 402
nach den Fig. 5 bis 6 liegen in einer Kompakt-Anordnung jeweils die Behälter I und II
hintereinander und die Behälter III und IV sind - in der Zeichnungsebene gesehen -
darüber angeordnet, wobei das Band 5 in jedem Fall den letzten Behälter IV aus dem
dort ausgebildeten Trockenbereich IVa heraus verläßt, was gleichermaßen für die
Anordnungen nach den Fig. 1, 2 und 3 gilt. Aufgrund der Behälter-Anordnung nach
Fig. 6 läuft - abweichend von allen anderen Ausführungen - das Band 5 an derselben
Seite in den Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteil 402 ein und dort auch aus.
Abgesehen von der unterschiedlichen Anordnung und Lage der Behälter I bis IV bzw.
IVa unterscheiden sich die übrigen Bauteile nicht von denen der Fig. 1 und 2, so daß
diese übereinstimmenden Bauteile bei allen Ausführungen mit denselben
Bezugsziffern versehen sind.
In den Fig. 7 und 8 sind Einzelheiten konstruktiver, vorteilhafter Ausgestaltungen
der Beizbehälter I bis IV dargestellt, und zwar ist gemäß Fig. 7 der in diesem Fall mit
einem Antrieb 22 über eine Kupplung 23 und einem Getriebe 24 verbundenen
Umlenkrolle 10 eine Andrückrolle 25 zugeordnet, die über Schwenkhebel 26 in einem
Rahmen 27 gelagert ist. Bei der Variante nach Fig. 8 ist eine Umlenkrolle als
Steuerrolle 100 ausgebildet und zu diesem Zweck in einem Schwenkrahmen 28
angeordnet bzw. gelagert, der seinerseits von einem an der Stahlkonstruktion
befestigten Grundrahmen 29 aufgenommen wird, der Führungen 30 für den
Schwenkrahmen 28 aufweist. Das Band 5 besitzt hier gegenüber der Fig. 7 eine
geringere Bandbreite 20, und es sind daher entsprechend weniger Spritzdüsen 18
zugeschaltet.
Zur Erhöhung der Ablösegeschwindigkeit von Zunder bzw. Verunreinigungen von der
Oberfläche des Bandes 5 sind gemäß Fig. 9 zumindest in dem in Bandlaufrichtung 1
ersten Behälter I mehrere Ultraschallaktoren 31 vorgesehen. Diese sind in einer von
ein- und auslaufseitigen Dichtrollen 32 begrenzten, schmalen separaten Kammer 33
jeweils hinter säure- bzw. laugenfesten Zwischenwänden 34 angeordnet.
Claims (10)
1. Verfahren zum Beizen bzw. Reinigen von gewalztem Stahlband, das
schlingenförmig durch mehrere in der Behandlungslinie angeordnete
Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter hindurchbewegt und dabei von
mindestens einer Bandseite mit dem Beizmedium bzw. Reinigungsmedium
beaufschlagt wird, wozu Spritz- bzw. Sprüheinheiten vorgesehen sind, die
zu- oder abschaltbar und/oder in ihrer Spritzbreite einstellbar sind und/oder
mit regelbarem Spritz- bzw. Sprühdruck und/oder Volumenstrom betrieben
werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Band (5) vor dem Einlaufen in den Beizbehandlungsteil bzw.
Reinigungsbehandlungsteil (2, 102, 202, 302, 402) aus der horizontalen
Bandlaufebene in eine hochkantstehende, vertikale Bandlaufebene und
nach dem Auslaufen aus dem Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteil in
seine normale, horizontale Bandlaufebene umgelenkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß über die Bandbreite (20) unterschiedlich stark verzunderte,
verunreinigte Bandbereiche gezielt mit verändertem Spritzdruck und/oder
veränderter Säurekonzentration bzw. Reinigungslösungskonzentration
und/oder erhöhtem Volumenstrom des Beizmediums bzw.
Reinigungsmediums besprüht werden.
3. Vorrichtung zum Beizen bzw. Reinigen von gewalztem Stahlband (5), das
schlingenförmig durch mehrere in der Behandlungslinie angeordnete
Beizbehälter bzw. Reinigungsbehälter (I, II, III, IV, IVa) hindurchbewegt und
dabei von mindestens einer Bandseite mit dem Beizmedium bzw.
Reinigungsmedium beaufschlagt wird, wozu Spritz- bzw. Sprüheinheiten (9)
vorgesehen sind, die zu- oder abschaltbar und/oder in ihrer Spritzbreite
einstellbar sind und/oder mit regelbarem Spritz- bzw. Sprühdruck und/oder
Volumenstrom betrieben werden, insbesondere zum Durchführen des
Verfahrens nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine jeweils vor und hinter dem Beiz- bzw. Reinigungs-Behandlungsteil (2,
102, 202, 302, 402) das Band (5) aus der horizontalen Bandlaufebene in
eine hochkantstehende, vertikale Bandlaufebene und umgekehrt
umlenkende Wenderolle (11; 14), die gegen die Horizontale angehoben
bzw. geneigt angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Wenderollen (11; 14) mit senkrechten Achsen gelagerte
Spannrollensätze (13; 15) zugeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der in den Beizbehältern bzw. Reinigungsbehältern (I
bis IV) angeordneten Band-Umlenkrollen (10) als Steuerrolle (100)
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der in den Beizbehältern bzw. Reinigungsbehältern (I
bis IV) angeordneten Band-Umlenkrollen (10) zusätzlich angetrieben ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Band-Umlenkrollen (10) Andrückrollen (25) zugeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest der in Bandlaufrichtung (1) liegende erste Beizbehälter bzw.
Reinigungsbehälter (I) mit Ultraschallaktoren (31) ausgerüstet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ultraschallaktoren (31) in einer von ein- und auslaufseitigen
Dichtrollen (32) begrenzten, schmalen separaten Kammer (33) angeordnet
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ultraschallaktoren (31) über die Bandbreite (20) verteilt hinter
säurefesten bzw. laugenfesten Zwischenwänden (34) jeweils stirnseitig der
Kammer (33) untergebracht sind.
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