DE19860190A1 - Vorrichtung zur Reinigung eines Zylinders in einer Druckmaschine - Google Patents
Vorrichtung zur Reinigung eines Zylinders in einer DruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung eines Zylinders in einer
Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
In Druckmaschinen eingesetzte Gegendruckzylinder und Bogentransfertrommeln
tragen Greifer, welche über die Zylinderperipherie hinausragen. Die rotierenden
Zylinder werden mittels an diese anstellbare Reinigungswalzen, -tücher oder
-bürsten gereinigt. Um eine Beschädigung des Reinigers durch die Greifer zu
vermeiden müssen Vorkehrungen getroffen werden.
In dem DE 295 16 979 U1 ist eine Waschvorrichtung zur Reinigung von Zylindern
eines Offsetdruckwerkes beschrieben. Die zu reinigenden Zylinder tragen erhabene
Greifer und der Reiniger ist als eine bei der Reinigung rotierende Waschwalze
ausgebildet. Es ist eine Steuervorrichtung vorgesehen, durch welche die
Waschwalze über die Greiferreihen hinweghebbar ist. Mit dieser Waschvorrichtung
kann im Vergleich zu einem als ein Tuch ausgebildeten Reiniger eine effektivere
Reinigung des Zylinders bewirkt werden. Die Rotation der Waschwalze bewirkt eine
Verstärkung der Relativbewegung zwischen der zu reinigenden Oberfläche und dem
Reiniger. Es ist jedoch eine Abhebeeinrichtung zum Hinwegheben der Waschwalzen
über die Greiferreihen und somit ein hoher konstruktiver und steuerungstechnischer
Aufwand erforderlich. Die eingesetzte Waschwalze ist nicht als eine Bürstenwalze
ausgebildet. Deshalb ist die Reinigungswirkung gegenüber Bürsten besetzten
Reinigern geringer. Die aufgespritzte Waschflüssigkeit wird von der Waschwalze
mittels eines Abstreifers abgerakelt.
Ferner ist in der JP-PS 3-75348 eine Vorrichtung zum Waschen der
Gegendruckzylinder einer Offsetdruckmaschine beschrieben, bei welcher der
Reiniger als ein durch zwei Andrückplatten an den Zylinder andrückbares Tuch
ausgebildet ist. Die Andrückplatten weisen mit den Greifern korrespondierende
Ausnehmungen auf. Eine der Andrückplatten ist seitlich verschiebbar ausgebildet.
Die Verschiebung der Andrückplatte erfolgt bevor diese an den Greifer schlägt und in
Abhängigkeit eines von einem die Greifer erkennenden Detektor gelieferten Signals.
Die seitliche Verschiebung erfolgt abwechselnd nach beiden Richtungen, um ein
einseitiges Verrutschen des Tuches auf den Andrückplatten auszugleichen. Der
Reiniger kann zwar während der Reinigung in einer permanenten Anstellposition am
rotierenden Zylinder gehalten werden, jedoch ist mit dieser Vorrichtung keine
effektive Reinigung des Zylinder möglich, da die Relativbewegung zwischen dem bei
der Reinigung nicht rotierenden Tuch und dem Zylinder ausschließlich durch die
Rotation des Zylinders erzeugt wird. Das Tuch ist für verschiedene Arten von
Verschmutzungen und Oberflächenstrukturen von Zylindern ungeeignet,
insbesondere für die Reinigung einer rauhen Zylindermantelfläche von festsitzenden
Papierpartikeln. Mit diesem an den Zylinder gepreßten Tuch dauert die Reinigung in
vielen Fällen vergleichsweise lange, da die Scheuerwirkung gering ist. Da das Tuch
keine von den Greifern passierbare Ausnehmung aufweist, wird es zwangsweise
stark verformt, wodurch die Qualität der Reinigung herabgesetzt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv einfach aufgebaute und
kompakte Vorrichtung zur Reinigung eines ein erhabenes Element tragenden
Zylinders zu schaffen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 gelöst. Weitere Merkmale sind in den Unteransprüchen enthalten.
Die Vorrichtung zur Reinigung eines Zylinders, dessen Mantelfläche mindestens ein
erhabenes Element, insbesondere mindestens einen Greifer zum Greifen eines
Bedruckstoffbogens, aufweist und an den ein bei der Reinigung um eine
Rotationsachse rotierender Reiniger anstellbar ist, in einer Druckmaschine, zeichnet
sich dadurch aus, daß der Reiniger mindestens eine von dem Element oder den
Elementen passierbare Ausnehmung aufweist.
Der Reiniger kann während des Reinigungsprozesses permanent in einer
Anstellposition bezüglich des Zylinders verbleiben. Dies wird durch eine dem
erhabenen Element oder den erhabenen Elementen angepaßte Formgebung des
Reinigers erreicht, wobei jedem erhabenen Element mindestens eine mit diesem
korrespondierende Ausnehmung am Reiniger zugeordnet ist.
Der Zylinder kann ein einen Bedruckstoffbogen in einem das erhabene Element
vorzugsweise bildenden Greifer führender Zylinder sein. Eine weitere Art von
Erhebungen stellen auf der Zylindermantelfläche angeordnete Werkzeuge, z. B.
Stanz- oder Schneidwerkzeuge zur In-Line-Bearbeitung des Bedruckstoffes in der
Druckmaschine, dar. Der Zylinder kann mehrere in einer zur Zylinderachse parallelen
Reihe angeordnete erhabene Elemente, z. B. eine Greiferreihe bildende Greifer,
tragen. In diesem Fall kann eine Ausnehmung mehreren erhabenen Elementen, die
diese Ausnehmung passieren, zugeordnet oder jede Ausnehmung einen einzigen
erhabenen Element zugeordnet sein.
Unter Ausnehmung ist z. B. eine Verjüngung, ein Kanal, eine Abflachung, eine
Vertiefung bzw. Grube, eine Bohrung, eine exzentrische bzw. sichelförmige
Eindrehung oder eine Nut zu verstehen. Bei einer Reinigungswalze kann das
Element oder können die Elemente in die Ausnehmung oder Ausnehmungen
eintauchen, wenn die Reinigungswalze auf der Zylindermantelfläche abwälzt. Bei
einem als Walze ausgebildeten Reiniger können in Walzenachsenrichtung gesehen
kreissegmentförmige oder kreissektorförmige Ausnehmungen vorgesehen sein. Eine
Bürstenwalze kann z. B. vier segmentförmige Abflachungen der Mantelfläche und
einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Der Reiniger kann auch zwei
kreissektorförmige Aussparungen und in axialer Richtung gesehen die Form eines
doppelten Pinsels aufweisen.
Vorzugsweise ist die Kinematik und die Geometrie des Reinigers den erhabenen
Elementen derart angepaßt, so daß diese den Reiniger berührungslos passieren,
indem die Elemente durch die Ausnehmung hindurchbewegt oder an dieser
vorbeibewegt werden. Ferner kann in bestimmten Fällen vorgesehen sein, daß die
erhabenen Elemente die Ausnehmung mit Kontakt zum Reiniger passieren.
Der Reiniger kann als eine Walze oder eine rotierende Bürste ausgebildet sein. Ein
als Walze ausgebildeter Reiniger kann mit einem Vlies bezogen oder vorzugsweise
als eine borstenbesetzte Bürstenwalze ausgebildet sein. Die Reinigungswirkung
eines rotierenden borstenbesetzten Reinigers ist im Vergleich zu Vorrichtungen des
vorgehend genannten Standes der Technik höher. Die Walze kann im gleichen
Drehrichtungssinn wie der Zylinder rotieren, so daß an der Kontaktstelle eine
gegensinnige Relativbewegung der Walzenmantelfläche bzw. der Borsten zur
Zylindermantelfläche und eine sehr gute Reinigungswirkung gegeben ist. Die Walze
kann bei der Reinigung mit einer von der Zylinderumfangsgeschwindigkeit
abweichenden, insbesondere größeren, Walzenumfangsgeschwindigkeit rotieren. In
diesem Fall können Walze und Zylinder auch gegensinnig rotieren.
Die Ausnehmung kann sich in Umfangsrichtung bzw. in Rotationsrichtung des
Reinigers über einen Umfangswinkel von 360° und darüber hinaus erstrecken. Eine
schrauben- oder spiralförmige Ausnehmung erstreckt sich über 360° und sogar
darüber hinaus. Vorzugsweise ist eine sich über 360° erstreckende Ausnehmung
jedoch als eine in sich geschlossene Ringnut ausgebildet. Diese Ausbildung ist
besonders hinsichtlich des Rotationsantriebes der bei dieser Ausführung
kontinuierlich rotierenden Reinigungswalze vorteilhaft. Einer Reihe erhabener
Elemente, z. B. der Greiferreihe, können mehrere in Richtung der Reinigerachse
versetzt angeordnete Ringnuten zugeordnet sein.
Die Ausnehmung kann sich über einen Umfangswinkel von weniger als 360°
erstrecken. Vorzugsweise ist eine solche Ausnehmung als eine im wesentlichen über
die gesamte Breite eines walzenförmigen Reinigers reichende Abflachung
ausgebildet. Diese kann sich über mehrere der Ausnehmung zugeordnete, erhabene
Elemente, z. B. über sämtliche Greifer einer Greiferreihe, erstrecken. Die
Mantelflächen nahe den Stirnseiten der Reinigungswalze können in diesem Fall
unausgesparte Stützbereiche bilden.
Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann beinhalten, daß der
Reiniger, insbesondere die Reinigungswalze, durch einen Rotationsantrieb in
Abstimmung zur Rotation des Zylinders derart rotierbar ist, so daß das erhabene
Element, ohne den Reiniger zu berühren oder mit einer den Reiniger nicht
beschädigenden geringfügigen Berührung den Bereich der Ausnehmung passiert.
Eine weitere Ausführungsform kann beinhalten, daß eine derartige Phasenlage eines
rotierbaren Reinigers zur Phasenlage des rotierenden Zylinders steuer
ungs- und/oder getriebetechnisch gesichert ist, so daß das erhabene Element oder die
erhabenen Elemente die Ausnehmung oder die Ausnehmungen ungehindert
passieren können. Beispielsweise kann die durch den Rotationsantrieb angetriebene
Reinigerrotation ungleichmäßig erfolgen und, insbesondere indem die Rotation auf
den Wert Null verzögert wird, ausgesetzt werden, so daß der Reiniger stillsteht, wenn
das erhabene Element die Ausnehmung passiert oder an dieser vorbeigeführt wird.
Eine Reinigerrotation mit ungleichmäßiger Geschwindigkeit kann neben der
beschriebenen Verzögerung bis zum Stillstand, d. h. einer diskontinuierlichen
Rotation, auch in Form einer zeitweisen Verlangsamung vorgesehen sein, so daß
dem erhabenen Element gegenüber einer gleichmäßigen Rotation mehr Zeit bleibt,
die Ausnehmung zu passieren und der Antrieb besonders stoßfrei erfolgt. Ein
Abbremsen der Reinigerrotation ist besonders bei einem walzenförmigen Reiniger
vorteilhaft, der eine einzige mehreren reihig angeordneten erhabenen Elementen,
z. B. den Greifern, zugeordnete Abflachung aufweist.
Gemäß einer weiteren Ausbildung kann der Reiniger durch einen Reinigerhubantrieb
parallel zur Mantelfläche des Zylinders changierend bewegbar sein. Als
Reinigerhubantrieb kann der Antrieb der Druckmaschine fungieren, welcher über ein
Reinigerhubgetriebe den Reiniger seitlich hin- und herschiebt. Dem Reiniger kann
aber auch ein vom Druckmaschinenantrieb unabhängiger Oszillationsantrieb, z. B.
ein Elektromotor, zugeordnet sein, der den Reiniger auch über ein
Reinigerhubgetriebe antreiben kann. Als Reinigerhubantriebe und -getriebe können
für den Antrieb von Reibwalzen bekannte Systeme aus Farbwerken von
Druckmaschinen, z. B. Schubkurbelgetriebe und Exzenterantriebe, Anwendung
finden.
Die seitliche Reinigerbewegung ist periodisch und entspricht insbesondere einer
harmonischen Schwingung, z. B. einer Sinus- oder Kosinusfunktion des Hubweges
in Abhängigkeit von der Zylinderrotation. Der einen linearen Schwinger darstellende
Reiniger schwingt zwischen den beiden äußeren Umkehrpunkten hin und her, wobei
sich die Geschwindigkeit bei Annäherung an die Umkehrpunkte verringert. Eine
Ausführungsform kann davon ausgehend beinhalten, daß das erhabene Element
oder die erhabenen Elemente während dieser Bewegungsphasen nahe oder in den
Umkehrpunkten die Ausnehmung oder die Ausnehmungen, insbesondere
mindestens eine ringnutförmige Ausnehmung, passiert. Die Maximalgeschwindigkeit
erreicht der Reiniger in der Mittellage bei einer Elongation mit dem Wert 0. In
bestimmten Anwendungsfällen ist es günstig, daß das erhabene Element genau in
dieser Bewegungsphase oder in einer den Umkehrpunkt fernen Bewegungsphase
die Ausnehmung, z. B. die Ringnut passiert. Für diese Fälle kann vorgesehen sein,
daß die Geschwindigkeit der Reinigerhubbewegung herabgesetzt ist, während das
erhabene Element oder die erhabenen Elemente die Ausnehmung passiert bzw. die
Ausnehmungen passieren, wobei die Reinigerhubbewegung bis zum Stillstand
verzögert sein kann. Nach dieser Rast oder Verzögerung wird der Reiniger wieder
beschleunigt. Die sich aus der Verzögerung ergebende Bewegungsfunktion
entspricht einer unharmonischen Schwingung oder ungleichmäßigen Oszillation. Im
Fall einer Rast liegt zudem eine diskontinuierliche Oszillation von.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in Rotationsdruckmaschinen und
insbesondere in Bogenrotationsdruckmaschinen einsetzbar. Ferner ist die
Vorrichtung in bedruckstoffverarbeitenden Maschinen verwendbar.
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnung anhand bevorzugter
Ausführungsformen beschrieben.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem als eine Walze
ausgebildeten Reiniger,
Fig. 2 einen als rechteckige Bürstenwalze ausgebildeten Reiniger,
Fig. 3 einen als Doppelpinsel ausgebildeten Reiniger in geschnittener
Darstellung,
Fig. 4 eine Bürstenwalze mit einer nutenförmigen Ausnehmung in
geschnittener Darstellung,
Fig. 5 eine Bürstenwalze mit einer Ringnut in geschnittener Darstellung,
Fig. 6 eine Reinigungswalze mit einem Schaft in geschnittener Darstellung,
Fig. 7 eine Reinigungswalze mit mehreren Ausnehmungen in geschnittener
Darstellung,
Fig. 8 eine Reinigungswalze mit einer sichelförmigen Ausnehmung in
geschnittener Darstellung,
Fig. 9 eine Reinigungswalze mit einer Vertiefung,
Fig. 10 eine Reinigungswalze mit einer sich in axialer Richtung über mehrere
erhabene Elemente erstreckenden Ausnehmung,
Fig. 11 eine Reinigungswalze mit einer schräg verlaufenden Nut,
Fig. 12 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer einen Zylinder mit
Greifern reinigenden Bürstenwalze mit Ringnuten in einer Draufsicht,
Fig. 13 die in Fig. 12 gezeigte Vorrichtung in einer Seitenansicht,
Fig. 14 ein Diagramm des Bewegungsverlaufes der in den Fig. 12 und 13
gezeigten Bürstenwalze,
Fig. 15 ein weiteres Diagramm einer Reinigerbewegung,
Fig. 16 eine weitere erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer einen Zylinder mit
Greifern reinigenden abgeflachten Bürstenwalze,
Fig. 17 die in der Fig. 16 gezeigte Vorrichtung während die Greifer die
Abflachung passieren,
Fig. 18 die in den Fig. 16 und 17 gezeigte Vorrichtung in einer anderen
Drehwinkelstellung des Zylinders
und
Fig. 19 eine Druckmaschine mit mehreren erfindungsgemäßen Vorrichtungen.
Einander entsprechende oder funktionsgleiche Teile in den verschiedenen Figuren
sind mit gleichem Bezugszeichen versehen.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung zur Reinigung des Zylinders 1, dessen Mantelfläche 2
das erhabene Element 3, z. B. einen Stempel, aufweist und an den der Reiniger 4
anstellbar ist, schematisch gezeigt. Der Reiniger 4 ist als eine Walze ausgebildet,
deren auf der Zylindermantelfläche 2 aufsetzbare Reinigermantelfläche 5 die
Ausnehmung 6 aufweist. Der Reiniger 4 rotiert während der Reinigung des
Zylinders 1 um seine Rotationsachse 14. Das erhabene Element 3 ist bezüglich der
idealen kreisförmigen Zylinderkontur um die Höhe h erhöht und erstreckt sich über
die Breite b in Richtung der Zylinderrotationssache. Die Formgebung der
Ausnehmung 6 ist dem erhabenen Element 3 angepaßt, so daß dieses bei
angestellten Reiniger 4 und rotierenden Zylinder 1 die Ausnehmung 6 berührungsfrei
durchlaufen kann. Dies wird dadurch erreicht, indem zwischen der Außenkontur des
Reinigers 4 und jener der Ausnehmung 6 ein hinreichend großer Spiel- oder
Zwischenraum vorhanden ist. Beispielsweise ist die Höhe H der Ausnehmung 6 um
5 mm größer als die Höhe h des erhabenen Elementes 3 und die Breite B der
Ausnehmung 6 um 15 mm größer als die Breite b des erhabenen Elementes 6. Der
Reiniger 4 kann in seitlicher Richtung parallel zur Zylinderrotationsachse oszillieren.
Auf diese Weise wird eine um den Zylinderumfang verlaufende ungereinigte Spur
vermieden, welche bei einem nicht oszillierenden Reiniger 4 im Bereich der
Ausnehmung verbleiben würde. Die Changierbewegung 8 erfolgt derart, daß die
Elongation bzw. die Lage der Ausnehmung 6 in seitlicher Richtung mit dem
erhabenen Element 3 deckungsgleich übereinstimmt, wenn der rotierende Zylinder 1
einen Drehwinkel innehat, bei welchem die Vorderflanke 9 des erhabenen
Elementes 6 kurz vor dem Reiniger 4 steht. Es sind mehrere Varianten, welche
elektronisch gesteuert oder getriebetechnisch realisiert sein können, im Hinblick auf
eine von der Zylinderrotation abhängige Oszillation des Reinigers 4 möglich. Eine
erste Variante beinhaltet, daß der Reiniger 4 die Changierbewegung 8 unverändert
fortsetzt, d. h. gleichmäßig oszilliert, während das erhabene Element 3 die
Ausnehmung 6 passiert. Die erste Variante umfaßt folgende beide Untervarianten: Die
erste Untervariante geht von einer Changierbewegung 8 mit konstanter
Geschwindigkeit, z. B. einer durch einen Pneumatikzylinder angetriebenen
Linearverschiebung aus. Diese Changierbewegung 8 bleibt konstant, während das
erhabene Element 3 die Ausnehmung 6 passiert. Die zweite Untervariante geht von
einer Changierbewegung 8, die einer harmonischen Schwingung entspricht, aus.
Diese ungleichförmige Changierbewegung 8 wird der Funktion entsprechend ohne
eine zusätzliche Verzögerung während des Passierens fortgesetzt. Während das
erhabene Element 3 die Ausnehmung 6 passiert, erfolgt bei der ersten Variante eine
seitliche Verschiebung der Ausnehmung 6 relativ zum erhabenen Element 3, wobei
die während des Passierens zurückgelegte Verschiebestrecke kleiner als der bei
Eintritt des erhabenen Elementes 3 in die Ausnehmung 6 vorhandene Abstand
zwischen der in der jeweiligen aktuellen Verschieberichtung liegenden
Außenflanke 11 des erhabenen Elementes 3 und der Innenflanke 12 der
Ausnehmung 6 ist, so daß die Innenflanke 12 nicht auf die Außenflanke 11 aufstößt.
Eine zweite Variante beinhaltet, daß die Changierbewegung 8 des Reinigers 4
abgebremst wird, so daß der Reiniger 4 verlangsamt, d. h. ungleichmäßig oszilliert,
während das erhabene Element 3 die Ausnehmung 6 passiert. Auch hierbei sind
zwei Untervarianten möglich. Die erste Untervariante beinhaltet, daß der sich zuvor
mit konstanter Geschwindigkeit bewegende Reiniger 4 eine Verzögerung erfährt. Die
zweite Untervariante beinhaltet, daß der sich gemäß der harmonischen Schwingung
schon beschleunigt oder verzögert bewegende Reiniger 4 zusätzlich verzögert wird.
Nachdem das erhabene Element 3 die Ausnehmung 6 passiert hat, wird der
Reiniger 4 wieder beschleunigt.
Bei der dritten Variante ist die Verzögerung so groß, daß der Reiniger 4 stillsteht
bzw. dessen Changierhub aussetzt, während das erhabene Element 3 die
Ausnehmung 6 passiert. Selbstverständlich ist die oben beschriebene Ausbildung
auf mehrere nebeneinander angeordnete erhabene Elemente 3, z. B. eine
Greiferreihe, und auf eine Vielzahl mit diesen korrespondierender Ausnehmungen 6
übertragbar.
In Fig. 2 ist ein als Bürstenwalze ausgebildeter Reiniger mit einem polygonförmigen
und speziell einen quadratischen Querschnitt gezeigt. Die Rotationsachse 14 des
Reinigers 4 ist in einem bezüglich des Zylinders 1 radialen Abstand A zur
Mantelfläche 2 angeordnet, wobei sich der Abstand a der dem Zylinder 1 zugewandt
dargestellten, sich parallel zur tangentialen Richtung erstreckenden Fläche 13 ergibt.
Der Abstand a ist größer als die Höhe h des Elementes 3, so daß dieses an dem
währenddessen nicht oder verlangsamt rotierenden Reiniger 4 vorbeigeführt wird.
Die als Abflachungen ausgebildeten Ausnehmungen 6 erstrecken sich über die
gesamte Breite des Reinigers 4 in Richtung der Rotationsachse 14, wobei hier die
zwischen dem Umlaufkreis 15 der Kanten 16 und den Flächen 13 ausgesparten
Borsten die Ausnehmungen 6 ergeben. Der Abstand A ist kleiner als der Radius R
des Umlaufkreises 15, so daß in den entsprechenden Drehwinkelstellungen des
Zylinders 1 und des Reinigers 4 ein Kontakt der Borsten 17 mit der Mantelfläche 2
und eine Scheuerwirkung gegeben ist. Wenn das Element 3 den Bereich der
Ausnehmung 6 passiert hat, wird die Rotationsgeschwindigkeit des Reinigers 4
erhöht, z. B. indem der zuvor stillstehende Reiniger 4 erneut zu rotieren beginnt. Der
Reiniger 4 kann im gleichen Drehrichtungssinn wie der Zylinder 1 rotieren, so daß
sich an der Kontaktstelle eine gegenläufige Relativbewegung zwischen Reiniger 4
und Zylinder 1 mit einer guten Scheuerwirkung ergibt. Der Reiniger 4 rotiert mit einer
im Vergleich zur Drehzahl des Zylinders 1 wesentlichen höheren Drehzahl, so daß
jeder zu reinigende Flächenanteil der Mantelfläche 2 sicher von den Borsten und den
Kanten 16 erfaßt und gesäubert wird. Durch ein entsprechend gewähltes
Drehzahlverhältnis zwischen Zylinder 1 und Reiniger 4 und/oder ein entsprechendes
Verhältnis zwischen dem Zylinderumfang und dem Umfang des Reinigers 4 bzw. des
Umlaufkreises 15 im Zusammenhang mit einer bestimmten Anzahl von Kanten 16
kann ein unerwünschter Effekt, nämlich das Aufsetzten der Kanten 16 immer an
denselben Stellen, ausgeschlossen werden. Durch eine elektronische Steuerung und
Sensoren kann sichergestellt werden, daß immer eine Ausnehmung 6 in der
dargestellten Position zum Zylinder 1 ausgerichtet ist, wenn das Element 3 kurz vor
dem Reiniger 4 steht, und solange in der Position bleibt, bis das Element 3 den
Bereich der Ausnehmung 6 verlassen hat.
In Fig. 3 ist ein als Bürstenwalze ausgebildeter Reiniger 4 gezeigt, der
Umfangsbereiche mit Borstenbesatz und Umfangsbereiche ohne Borstenbesatz
aufweist. In Richtung der Rotationsachse 14 gesehen, ist der Reiniger 4 als ein
Mehrfachpinsel und insbesondere als ein Doppelpinsel ausgebildet. Bei den
gezeigten radial ausgerichteten Borsten 17 werden die Ausnehmungen 6 durch
kreissektorförmige Borstenaussparungen gebildet.
In Fig. 4 ist ein weiterer als Bürstenwalze ausgebildeter Reiniger 4 im Schnitt
dargestellt, dessen nutenförmige einzige Ausnehmung 6 oder mehrere
Ausnehmungen 6 sich über einen Umfangswinkel von weniger als 360° erstreckt
bzw. erstrecken. Die oder jede Ausnehmung 6 erstreckt sich nur über einen Teil des
Reinigers 4 in Richtung dessen Rotationsachse und bildet eine von seitlichen
Wänden, welche hier aus den Borsten 17a bestehen beidseitig eingefaßte
Abflachung, wobei die Borsten 17b kürzer als die Borsten 17a sind.
In Fig. 5 ist ein weiterer Reiniger 4 dargestellt, welcher sich von dem in Fig. 4
dargestellten Reiniger 4 dadurch unterscheidet, daß sich die oder jede
Ausnehmung 6 über einen Umfangswinkel von 360° erstreckt und als eine Ringnut
ausgebildet ist. Der Reiniger 4 ist als eine an einer oder mehreren in axialer Richtung
liegenden Stellen verjüngte Bürstenwalze ausgebildet.
In Fig. 6 ist ein als Reinigungswalze ausgebildeter weiterer Reiniger 4 geschnitten
dargestellt. Der Reiniger 4 besitzt keine Borsten, sondern eine z. B. rauhe
Umfangsoberfläche, an der die Verschmutzungen haften bleiben. Die Ausnehmung 6
ist als eine vierseitige Abflachung ausgebildet, so daß um den hier als vierkantigen
Kern gebildeten Schaft eine Nut verläuft.
In Fig. 7 ist ein weiterer Reiniger 4 im Schnitt dargestellt, welcher mehrere auf einer
Umfangslinie liegende und Umfangsnuten bildende Ausnehmungen 6 aufweist.
In Fig. 8 ist ein weiterer Reiniger 4 mit einer sichelförmigen Ausnehmung 6
dargestellt.
In Fig. 9 ist dargestellt, wie das von dem Zylinder 1 getragene erhabene Element 3 in
die als Vertiefung ausgebildete Ausnehmung 6 eintaucht, wobei der Zylinder 1 und
der als Walze ausgebildete Reiniger 4 aufeinander abwälzen.
In Fig. 10 ist ein walzenförmiger Reiniger 4 mit der Ausnehmung 6 in der Draufsicht
gezeigt, bei dem in die gemeinsame Ausnehmung 6 mehrere von dem Zylinder 1
getragene erhabene Elemente 3 gleichzeitig eintauchen.
In Fig. 11 ist ein walzenförmiger Reiniger 4 mit einer als schraubenförmigen Spiralnut
ausgebildeten Ausnehmung 6 gezeigt. Die Rotation 18 und die Changierbewegung 8
des Reinigers 4 erfolgen in Abstimmung zur Rotation des Zylinders 1, so daß das
Element 3 und die Ausnehmung 6 eine Relativbewegung 19 zueinander ausführen
und das Element 3 dabei die Ausnehmung 6 durchläuft. Bei dieser Variante oszilliert
der Reiniger 4 ohne Rast. Anstelle der Spiralnut mit mehreren Gängen kann die
Ausnehmung 6 auch als eine schräg, d. h. abweichend von der Umfangsrichtung,
verlaufende Nut ausgebildet sein.
In der Fig. 12 ist eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt, bei welcher der Reiniger 4 als eine Bürstenwalze ausgebildet
ist, deren Formgebung ein Gegenstück zu den erhabenen Elementen 3 bildet. Die
Elemente 3 sind hier als Greifer zum Festklemmen und Halten eines
Bedruckstoffbogens ausgebildet und in einer zur Rotationsachse des Zylinders 1
parallelen Reihe mit Abstand zueinander am Zylinder angeordnet. Der Zylinder 1 ist
in den hier nicht gezeigten Seitenwänden der Druckmaschine drehbar gelagert und
wird durch den Antrieb 21 rotativ angetrieben. Der Reiniger 4 ist ebenfalls drehbar in
einem Gestell oder in Hebelarmen gelagert, wobei der Reiniger 4 durch ein
Verschwenken der Hebelarme oder ein Verfahren des Gestelles z. B. in radialer
Richtung an den Zylinder 1 an- und abstellbar ist. Der Reiniger 4 ist in einer
Mittellage dargestellt, auf welche bezogen der Reiniger 4 in die positive Richtung
"+X" und die negative Richtung "-X" eine periodisch schwingende
Changierbewegung 8 ausführt, die durch den Oszillationsantrieb 22 angetrieben
wird. Die Antriebe 20, 21 können Elektromotoren sein. Der Antrieb 22 kann ein
Reinigerhubgetriebe sein, welches die rotative Antriebsbewegung des Zylinders 1
durch den Antrieb 21 in eine translatorische Changierbewegung 8 des Reinigers 4
umsetzt. Beispielsweise kann der Oszillationsantrieb 22 als ein Schubkurbelgetriebe
ausgebildet sein. Durch die Koppelung der translatorischen Antriebsbewegung des
Reinigers 4 an die rotative Antriebsbewegung des Zylinders 1 ist eine Abstimmung
der Changierbewegung 8 zur Phasenlage des Zylinders 1 besonders gut möglich, so
daß sich der Reiniger 4 immer in der richtigen Stellung befindet in welcher die
erhabenen Elemente 3 die Ausnehmungen 6 passieren können. Es ist aber ebenso
gut möglich, daß der Oszillationsantrieb 22 anstelle über eine mechanische
Kopplung mit dem Antrieb 21 durch eine elektronische Steuereinrichtung in
Abhängigkeit zur Rotation des Zylinders 1 arbeitet. Ferner ist es möglich, die
Rotation des Zylinders 1 beim Reinigungsvorgang abzubremsen oder zu
beschleunigen, um etwaige Ist-/Soll-Lageabweichungen der Relativlage der
erhabenen Elemente 3 zu den Ausnehmungen 6 zu korrigieren. Der Reiniger 4 ist
mit den Borsten 17 besetzt, wobei die Borsten 17 den Kern 24 umschließende
Borstenringe bilden, zwischen denen die ringnutenförmigen Ausnehmungen 6
freigelassen sind. Die Ausnehmungen 6 sind derart dimensioniert, so daß bezüglich
des Reinigers 4 sowohl in radialer Richtung als auch in axialer Richtung ein Abstand
zwischen jedem erhabenen Element 3 und den Innenflächen der dem jeweiligen
Element 3 zugeordneten Ausnehmung 6 bei in Arbeitsstellung befindlichem
Reiniger 4 vorhanden ist. Die Bezugszeichen +Y und -Y repräsentieren die
Amplitude der Changierbewegung 8 in die positive bzw. in die negative Richtung. In
der Regel werden die Amplituden +Y und -Y betragsmäßig gleich groß sein. Die
Größen der Amplituden +Y und -Y sind derart bemessen, daß sich eine
Überdeckung 45 ergibt. Die Größe der Amplitude +Y kann z. B. so groß sein, daß die
die Ausnehmung 6 begrenzende Kante 25 über die Lage der Seitenkante 28 des
erhabenen Elementes 3 hinwegbewegt wird. Dementsprechend kann die Amplitude
-Y so groß sein, daß die Kante 26 bei der Changierbewegung 8 über die Seitenkante
27 hinausläuft. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Mantelfläche 2 auch im
Bereich hinter den erhabenen Elementen 3 streifenfrei gereinigt wird. Bei einer
hohen Oszillationsfrequenz bzw. großen Anzahl von Hüben des Reinigers 4 pro
Umdrehung des Zylinders 1 ist eine optimale Erfassung der gesamten Mantelfläche
2 durch den Reiniger 4 innerhalb kurzer Zeit und somit eines besonders effektive
Reinigung des Zylinders 1 gegeben. Ferner kann die Überdeckung den Wert ±0
aufweisen. Vorzugsweise passieren die Elemente 3 bei jeder Umdrehung des
Zylinders 1 ein und dieselbe Ausnehmung 6. Ferner kann aber auch vorgesehen
sein, daß ein Element 3.1 bei einer Zylinderumdrehung eine erste Ausnehmung 6.1
und bei einer nachfolgenden Zylinderumdrehung eine zweite Ausnehmung 6.2
passiert. Diese Variante ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn die seitliche
Changierbewegung 8 sehr langsam erfolgt, wobei z. B. der Reiniger 4 eine volle
Schwingung pro vier Umdrehungen des Zylinders 1 ausführt. Im Fall, daß der
Zylinder 1 eine zweite Reihe Elemente 3 trägt z. B. eine zur dargestellten
Greiferreihe diametral angeordnete zweite Greiferreihe, kann vorgesehen sein, daß
ein erhabenes Element 3 der ersten Reihe und ein erhabenes Element 3 der zweiten
Reihe im Laufe der Rotation des Zylinders 1 ein und dieselbe Ausnehmung 6
passieren. Selbstverständlich können auch mehrere erfindungsgemäße
Vorrichtungen zur Reinigung ein und desselben Zylinders 1 eingesetzt werden.
In Fig. 13 ist die in Fig. 12 dargestellte Vorrichtung in der Seitenansicht dargestellt.
Im Gegensatz zu den Vorrichtungen nach dem Stand der Technik, ist die An- und
Abstellbewegung 29 nicht bei jeder Umdrehung des Zylinders 1 erforderlich. Der
Reiniger 4 wird vor dem Reinigungsprozeß an den Zylinder 1 angestellt und bleibt
während des gesamten Reinigungsprozesses permanent, d. h. über eine Vielzahl
von Zylinderumdrehungen hinweg, in dieser Arbeitsposition. Nach dem
Reinigungsprozeß wird der Reiniger 4 vom Zylinder abgestellt und in eine
Ruheposition gestellt. Das erhabene Element 3 ist in dem Kanal 23 angeordnet und
ragt über die Mantelfläche 2 hinaus und in den Reiniger 4 hinein. Das Changieren
des Reinigers 4 erfolgt gesteuert, so daß die gesamte außerhalb des Kanals 23
liegende Mantelfläche 2, z. B. die Druckfläche eines Gegendruckzylinders oder die
Auflagefläche einer Bogentransfertrommel vom Reiniger 4 erfaßt und gereinigt wird.
Die Seitwärtsbewegung des Reinigers 4 steht im Bereich des Kanals 23 bzw. wenn
das erhabene Element 3 die Ausnehmung 6 passiert, still. Durch die vorstehend
erwähnte Variation der Rotationsgeschwindigkeit des Zylinders 1 bei einem vom
Rotationsantrieb 21 unabhängig arbeitenden Oszillationsantrieb 22 und
insbesondere durch eine geringere Zylinderrotationsgeschwindigkeit, wenn der
Druckanfang 30 am Reiniger 4 vorbeigeführt wird, kann der Bereich hinter den die
erhabenen Elemente 3 bildenden Greifern vollständig gereinigt werden. Der in den
Fig. 12 und 13 gezeigte Reiniger 4 entspricht im wesentlichen dem in der Fig. 5
gezeigten Reiniger 4. Anstelle dieser Ausführungsform des Reinigers 4 sind andere
rotierende, insbesondere rotationssymmetrische, Bürsten und die in den Fig. 6 und
11 dargestellten Reinigungswalzen einsetzbar.
In der Fig. 14 ist ein Weg-Zeit-Diagramm dargestellt, welches die verschiedenen
Bewegungsphasen der Changierbewegung 8 des in den Fig. 12 und 13 dargestellten
Reinigers 14 zeigt. Die der Abszisse des Koordinatensystemes zugeordnete Größe
ist die Drehwinkelstellung ϕ des Zylinders 1. Die der Ordinate zugeordnete Größe ist
die Elongation bzw. seitliche Auslenkung des Reinigers 4 aus der Mittellage X = 0.
Der Reiniger 4 schwingt sinusförmig, wobei die Schwingfrequenz des Reinigers 4
größer als die Drehfrequenz des Zylinders 1 ist. Im vorliegenden Beispiel führt der
Reiniger 4 während einer Umdrehung des Zylinders 1 zwei Schwingungen aus. Der
Kurvenverlauf beginnt im Punkt 0 zu einem Zeitpunkt, wenn die erhabenen
Elemente 3 gerade die Ausnehmungen 6 passiert haben. Nach den zwei Perioden
der Schwingung des Reinigers 4 folgt eine Phase des Stillstandes S der
Changierbewegung 8. Während dieser Rast befindet sich der Reiniger 4 wieder in
der Mittellage und die erhabenen Elemente 3 passieren die Ausnehmungen 6.
Anschließend wird die Changierbewegung 8 fortgesetzt. Die Phasen der Bewegung
und des Stillstandes S wiederholen sich periodisch und alternierend während des
Reinigungsprozesses, wobei der Reiniger 4 diskontinuierlich schwingt. Ferner kann
eine Changierbewegung 8, welche nicht mechanisch an die Rotation des Zylinders 1
gekoppelt ist, in einem Diagramm dargestellt werden, welches genau dem der
Fig. 14 entspricht, bis auf, daß die Abszisse in diesem Fall als Zeitachse ausgeführt
ist.
In Fig. 15 ist eine weitere Variante der Schwingung des Reinigers 4 dargestellt,
welche unharmonisch ist. In diesem Fall sind mehrere harmonische Schwingungen
antriebsmäßig überlagert, so daß sich zeitweise eine zusätzliche Verzögerung der
Changierbewegung 8 ergibt, so daß sich der Reiniger 4 innerhalb des schmalen
Bereiches Δ x bewegt. Diese geringfügige seitliche Bewegung des Reinigers 4
bedeutet praktisch einen Stillstand s, währenddessen die erhabenen Elemente 3 die
Ausnehmung 6 passieren können.
Die Fig. 16 bis 18 zeigen verschiedene Bewegungsphasen bei einer weiteren
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, der ein gesteuertes
Abbremsen der Rotation des Reinigers 4 eigen ist. Die in Fig. 16 dargestellte
Vorrichtung umfaßt einen als eine abgeflachte Bürstenwalze ausgebildeten
Reiniger 4 und einen Zylinder 1, welcher als Greifer ausgebildete erhabene
Elemente 3 trägt. Der Reiniger 4 und der Zylinder 1 sind auf die dem
vorangegangenem Ausführungsbeispiel entsprechende Art und Weise gelagert. Der
Reiniger 4 rotiert während des Reinigungsprozesses um die Rotationsachse 14 und
kann zusätzlich seitlich oszillieren. Im Gegensatz zu der vorstehend beschriebenen
Ausführungsform, ist ein seitliches Changieren nicht zum Erfassen durch die
Formgebung des Reinigers 4 bedingter ungereinigter Streifen auf den Zylinder 1
erforderlich. Vielmehr kann hier durch eine seitliche Oszillation die flächige
Reinigungswirkung vergleichsmäßigt und verstärkt werden. Der Zylinder 1 wird durch
den Antrieb 21 und der Reiniger 4 durch den Antrieb 20 rotativ angetrieben. Die
elektronische Steuereinrichtung 31 mit einem Mikroprozessor steuert die Antriebe
20, 21 derart in Abstimmung zueinander, so daß sich die Ausnehmung 6 immer in
der dem Zylinder zugewandten Stellung (Fig. 17) befindet, wenn die erhabenen
Elemente 3 am Reiniger 4 vorbeigeführt werden. Der Reiniger 4 kann sich während
dieser Zeitspanne mit einer gegenüber der Rotationsgeschwindigkeit während des
Reinigungsprozesses geringeren Rotationsgeschwindigkeit bewegen oder winkeltreu
angehalten werden, so daß er während des Passierens der erhabenen Elemente 3
in der in Fig. 17 gezeigten Stellung verharrt. Ein winkeltreuer Stillstand des
Reinigers 4 in der in Fig. 17 gezeigten Position kann durch Formschluß eines dem
Reiniger 4 zugeordneten Teiles mit einem dem Zylinder 1 zugeordneten Teil bewirkt
werden. Mittels eines Getriebes, z. B. eines Kurvengetriebes, läßt sich der Reiniger 4
nach dem Stillstand in eine entsprechende Winkelstellung bewegen, in welcher der
rotative Antrieb des Reinigers 4 wieder einsetzt. Der Reinigungsprozeß erfolgt
beispielsweise wie folgt: Zuerst wird der Reiniger 4 aus der Ruheposition in die
Arbeitsposition gestellt, in welcher der nicht ausgenommene Bereich des Reinigers 4
die Mantelfläche 2 berührt. Der Zylinder 1 rotiert mit einer vergleichsweisen
langsamen Rotationsgeschwindigkeit und der Reinigerantrieb 20 ist aktiv, solange
sich der Reiniger 4 über den außerhalb der erhabenen Elemente 3 oder des ganzen
Kanales 23 liegenden Bereichen der Umfangsoberfläche 2 befindet. Am
Druckende 33 (Fig. 16) wird die Rotation des Reinigers 4 angehalten (Fig. 17),
währenddessen der Zylinder weiter rotiert. Nachdem die erhabenen Elemente 3 die
Ausnehmung 6 passiert haben, beginnt der Reiniger 4 erneut zu rotieren, so daß der
Druckanfang 30 (Fig. 18) im Bereich hinter den Greifern gut erfaßt wird. Die in den
Fig. 2 bis 4 und 7 bis 10 dargestellten Reiniger 4 sind anstelle des in den
Fig. 16 bis 18 dargestellten Reinigers 4 einsetzbar. Weiterhin sind dem
Zylinder 1 mehrere Reiniger 4 zur gleichzeitigen Reinigung zuordenbar, wobei z. B.
durch den Einsatz zweier abgeflachter Reinigungswalzen unterschiedlichen
Durchmessers eine besonders gründliche Reinigungswirkung erzielt werden kann.
Selbstverständlich läßt sich die Ausführungsform der Erfindung gemäß der
Fig. 16 bis 18 ohne weiteres zur Reinigung von Zylindern mit mehreren Reihen
erhabener Elemente einsetzen. Ferner läßt sich sowohl der in den Fig. 12 und
13 dargestellte Reiniger 4 als auch der in den Fig. 16 bis 18 dargestellte Reiniger
über ein Getriebe durch den Antrieb 21 des Zylinders 1 antreiben.
In Fig. 19 ist eine Rotationsdruckmaschine 34, am Beispiel einer
Bogenoffsetrotationsdruckmaschine mit den Druckwerken 35, dem Anleger 36, dem
Ausleger 37 und der zwischen den Druckwerken 35 angeordneten
Wendeeinrichtung 38 dargestellt. Jedes Druckwerk 35 umfaßt einen
Druckformzylinder 39 und einen Gegendruckzylinder 41 und kann weiterhin einen
Gummituchzylinder 40 umfassen. Die Wendeeinrichtung 38 umfaßt eine oder
mehrere Bogentransfertrommeln 42. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 43 kann
einem oder mehreren der eine oder mehrere Greiferreihen 3 tragenden Zylinder 41,
42 zugeordnet werden. Die Vorrichtung 43 kann auch wahlweise zur Reinigung
mehrerer, vorzugsweise zweier benachbart angeordneter Zylinder 41, 42 eingesetzt
werden. Dazu kann die Vorrichtung 43 derart schwenkbar ausgebildet sein, so daß
sie an die mehreren Zylinder anstellbar ist. Ein bevorzugter Einsatz der
Vorrichtung 43 erfolgt zur Reinigung der Gegendruckzylinder 41 und der
Bogentransfertrommel 42, welche dem Gegendruckzylinder 41 des vorgeordneten
Druckwerkes 35 unmittelbar nachgeordnet ist.
1
Zylinder
2
Zylindermantelfläche
3
,
3.1
erhabenes Element
4
Reiniger
5
Reinigermantelfläche
6
,
6.1
,
6.2
Ausnehmung
7
Spur
8
Changierbewegung
9
Vorderflanke
10
11
Außenflanke
12
Innenflanke
13
Fläche
14
Rotationsachse
15
Umlaufkreis
16
Kante
17
Borste
18
Rotation
19
Relativbewegung
20
,
21
Rotationsantrieb
22
Oszillationsantrieb
23
Kanal
24
Kern
25
,
26
,
27
,
28
Kante
29
An- und Abstellbewegung
30
Druckanfang
31
elektronische Steuereinrichtung
32
Sensor
33
Druckende
34
Druckmaschine
35
Druckwerk
36
Anleger
37
Ausleger
38
Wendeeinrichtung
39
Druckformzylinder
40
Gummituchzylinder
41
Gegendruckzylinder
42
Bogentransfertrommel
43
Vorrichtung
44
Getriebe
45
Überdeckung
ϕ Drehwinkelstellung des Zylinders
-X, +X Richtung
-Y, +Y Amplitude
ϕ Drehwinkelstellung des Zylinders
-X, +X Richtung
-Y, +Y Amplitude
Claims (10)
1. Vorrichtung zur Reinigung eines Zylinders (1), dessen Mantelfläche (2)
mindestens ein erhabenes Element (3), insbesondere mindestens einen Greifer
zum Greifen eines Bedruckstoffbogens, aufweist und an den ein bei der
Reinigung um eine Rotationsachse (14) rotierender Reiniger (4) anstellbar ist, in
einer Druckmaschine (34),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) mindestens eine von dem Element (3) oder den
Elementen (3) passierbare Ausnehmung (6) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) als eine Walze, insbesondere eine Bürstenwalze,
ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich jede Ausnehmung (6) insbesondere eine einzige die Ausnehmung (6)
bildende Abflachung an der Walze, in Umfangsrichtung des Reinigers (4) über
einen Umfangswinkel von weniger als 360° erstreckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) durch einen Rotationsantrieb (20) in Abstimmung zur
Rotation des Zylinders (1) derart rotierbar ist, so daß das Element (3) ungehindert,
insbesondere berührungslos, die Ausnehmung (6) passiert.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) ungleichmäßig - und insbesondere während das Element (3)
die Ausnehmung (6) passiert verzögert - rotiert.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich jede Ausnehmung (6), insbesondere jede eine Ausnehmung (6) bildende
Ringnut an der Walze, in Umfangsrichtung des Reinigers (4), insbesondere über
einen Umfangswinkel von 360°, erstreckt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) durch einen Oszillationsantrieb (22) parallel zur
Mantelfläche (2) des Zylinders (1) derart oszillierbar ist - und insbesondere die
Walze axial oszillierbar ist, so daß das Element (3) ungehindert, insbesondere
berührungslos, die Ausnehmung (6) passiert.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger (4) ungleichmäßig - und insbesondere während das Element (3)
die Ausnehmung (6) passiert verzögert - oszilliert.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstimmung der Rotation und/oder Oszillation des Reinigers (4) mit der
Rotation des Zylinders (1) durch ein Getriebe (44) und/oder eine elektronische
Steuereinrichtung (31) bewirkt wird.
10. Druckmaschine (34), insbesondere Bogenrotationsdruckmaschine, mit
mindestens einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9.
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| DE19804270 | 1998-02-04 | ||
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ID=7856555
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