DE19860019C1 - Vorrichtung zum Aufnehmen und zum Zuführen von Furnieren zu einer Bearbeitungsstelle - Google Patents
Vorrichtung zum Aufnehmen und zum Zuführen von Furnieren zu einer BearbeitungsstelleInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung (1) dient zum Aufnehmen und Zuführen von Furnieren (2) zu einer Bearbeitungsstelle, insbesondere zum Zuführen von Furnierstreifen (2) zu einer Furnierzusammensetzmaschine, wobei Furnierstreifen von einem Stapelvorrat (3) paarweise aufgenommen und der Bearbeitungsstelle zugeführt werden. DOLLAR A Die Zuführvorrichtung (1) weist wenigstens eine an das Furnier (2) oder die aufzunehmenden Furnierstreifen andrückbare Haftklebefläche (6) auf, die mit einer Hub- und Transporteinrichtung (5) verbunden ist. Jeweils neben der oder den Haftklebeflächen (6) ist ein quer zur Furnierebene bewegbares Abdrückelement (12) angeordnet, mittels dem ein durch Haftklebung gehaltenes Furnier wieder abgelöst werden kann.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufnehmen und
zum Zuführen von Furnieren zu einer Bearbeitungsstelle, insbesondere
zum Zuführen von Furnierstreifen zu einer Furnierzusammensetz
maschine, wobei Funierstreifen von einem Stapelvorrat paarweise
aufgenommen und der Bearbeitungsstelle zugeführt werden.
Üblicherweise erfolgt die Zuführung von Furnierblättern oder
Furnierstreifen zu einer Furnierzusammensetzmaschine manuell, indem
zwei Furnierstreifen erfaßt und mit ihren Enden einer Einzugsein
richtung der Maschine zugeführt werden.
Anstatt dieser manuellen Zuführung wurden zwar auch schon Sauggreifer
eingesetzt, welche die Furniere von einem Stapel abnehmen und der
Einzugseinrichtung zuführen. Vorrichtungen, die mit Sauggreifern
arbeiten, sind aus der DE 40 16 633 A1 und der DE-AS 12 27 636
bekannt. Es hat sich jedoch gezeigt, daß der Einsatz von Sauggreifern
an eine ganze Reihe von Bedingungen an die zu verarbeitenden Furniere
geknüpft ist, so daß eine universelle Verwendung problematisch ist.
So hat sich herausgestellt, daß Sauggreifer nur bei bestimmten
Holzsorten und vergleichsweise dicken Furnieren einsetzbar sind.
Überwiegend stellten sich jedoch häufig Fehler durch gleichzeitiges
Aufnehmen mehrerer, übereinander liegender Furnierstreifen ein,
da das Furnier naturbedingt eine entsprechende Porosität aufweist
oder kleine Risse vorhanden sein können, durch die Saugluft
hindurchdringt und dann auch unter dem zuoberst liegenden Deckfurnier
befindliche Furnierstreifen mitangesaugt und hochgehoben werden.
Ein kontinuierlicher, störungsfreier Arbeitsablauf bei der
Verarbeitung von Furnieren aus unterschiedlichen Hölzern und/oder
unterschiedlicher Dicke ist damit nicht möglich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu
schaffen, womit Furniere unabhängig von der Holzsorte und auch ihrer
Dicke weitestgehend störungsfrei maschinell von einem Vorrat einer
nachgeordneten Bearbeitungsstelle zugeführt werden können.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Zuführvorrichtung wenigstens eine an das Furnier oder die
aufzunehmenden Furnierstreifen andrückbare Haftklebefläche
aufweist, die mit einer Hub- und Transporteinrichtung verbunden
ist und daß jeweils neben der oder den Haftklebeflächen ein relativ
zu diesen quer zur Furnierebene bewegbares Abdrückelement angeordnet
ist. Damit ist ein sicheres Ergreifen und Transportieren von
Furnieren unabhängig von deren Dicke oder der verwendeten Holzsorte
möglich, so daß die Vorrichtung universell für alle gängigen Furniere
einsetzbar ist. Die lösbare Haftverbindung bildet einerseits eine
für das Aufnehmen und Transportieren von Furnieren sichere Verbindung
und andererseits ist auch problemlos ein Trennen dieser Haft
verbindung möglich, wobei auch empfindliches Furnier unbeschädigt
bleibt.
Aus der DE 27 06 556 A1 ist zwar eine mit einer Adhäsionsbeschichtung
versehene Handhabe bekannt, die zum Festhalten und Handhaben von
kleinen, empfindlichen und ungünstig zu fassenden Gegenständen dient,
für das Aufnehmen und Transportieren von Furnieren und das
anschließende Trennen der Furniere von der Transporteinrichtung
ist diese Handhabe jedoch nicht geeignet.
Zweckmäßigerweise ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die
Haftklebefläche etwa linienförmig ausgebildet und verläuft
vorzugsweise quer zur Längserstreckung der Furnierstreifen
beziehungsweise zur Transportrichtung. Eine
solche Haft-Berührungsfläche ergibt eine ausreichend stabile
Anhaftkraft und andererseits ist eine gute Lösbarkeit vorhanden.
Die vorzugsweise quer zur Längserstreckung verlaufende Haftlinie
oder Haftfläche trägt während des Transports des Furnierstreifens
mit zu dessen Stabilisierung bei, da die Längserstreckung mit der
Faserrichtung des Holzes etwa übereinstimmt. Quer zur Längser
streckung ist also das Furnier wesentlich labiler und leichter
biegbar. Eine quer zur Längserstreckung verlaufende und mit dem
Furnier verbundene Haftklebefläche wirkt somit wie ein stabilisieren
der Querträger.
Vorteilhaft ist es, wenn das Abdrückelement in Transportrichtung
nahe vor der Haftfläche angeordnet ist und vorzugsweise als etwa
parallel zur Quererstreckung der Haftfläche verlaufender und etwa
der Länge dieser Quererstreckung entsprechender Steg ausgebildet
ist.
Die beim Ablösen des Furnier zwischen dem Abdrückelement und der
Haftklebefläche von diesem Furnier zu übertragende Kraft führt durch
die kurze Übertragungsstelle praktisch zu keiner Verformung
beziehungsweise Biegung des Furniers, so daß auch bei dünnen
beziehungsweise empfindlichen Furnieren Beschädigungen sicher
vermieden werden.
Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß eine Haftrolle
vorgesehen ist, deren Umfangsseite die Haftklebefläche bildet. Die
Haftklebefläche kann durch eine Beschichtung realisiert sein oder
durch ein aufgewickeltes, mit der Klebeseite nach außen weisendes
Klebeband. Wird die Haftrolle mit dem aufzunehmenden Furnierblatt
in Kontakt gebracht, so haftet dieses an und kann transportiert
werden. Nach einer oder mehreren Haftklebungen an einer Berührungs
stelle der Haftrolle kann diese etwas weiter gedreht werden, so
daß sich jeweils eine genügende Anhaftkraft ergibt.
Wird ein aufgewickeltes Band verwendet, kann dieses nach einer oder
mehreren Haftklebungen ein Stück weiter abgezogen werden, so daß
dann wieder ein neuer, unverbrauchter Haftklebebereich zur Verfügung
steht.
Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß die Haftfläche Teil
eines Haft- oder Klebebandes ist, das vorzugsweise um eine
Andruckrolle geführt ist. Dabei ist es zweckmäßig, wenn das Haft-
oder Klebeband auf eine Vorratsrolle aufgewickelt ist und von dort
über die Andruckrolle zu einer angetriebenen Aufwickelrolle geführt
ist. Auch hierbei kann die Haftklebestelle durch Nachführen von
Haft- und Klebeband nach einer oder einigen Anhaftungen von Furnier
wieder zumindest teilweise erneuert und somit die Haftkraft etwa
konstant gehalten werden. Die Verwendung einer Andruckrolle läßt
eine genaue Anpassung der aktiven Haftfläche zu, indem zum Beispiel
der Durchmesser und/oder die elastische Nachgiebigkeit variiert
werden. Letzteres kann durch eine Gummi- oder Kunststoffbeschichtung
der Andruckrolle erreicht werden. Außerdem ergeben sich durch
Verwendung einer Andruckrolle konstante Andruckverhältnisse.
Zweckmäßigerweise ist für den Haft- oder Klebebandvorschub ein
Antrieb für die Aufwickelrolle vorgesehen, wobei die Aufwickelrolle
einen entgegen der Aufwickelrichtung sperrenden Freilauf und die
Vorratsrolle eine Bremse hat, wobei der Antrieb vorzugsweise einen
an der Aufwickelrolle angreifenden Antriebshebel sowie einen damit
verbundenen Hubzylinder aufweist und wobei insbesondere ein
verstellbaren Anschlag zur Begrenzung des Antriebshubwegs des
Antriebshebels vorgesehen ist.
Die bei einem Arbeitshub des Hubzylinders erfolgende Verdrehung
der Aufwickelrolle kann somit eingestellt werden. Damit lassen sich
auch kleine, exakt vorgebbare Vorschubwege für das Haft- oder
Klebeband realisieren.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß es nicht in jedem Fall erforderlich
ist, die komplette, zur Verfügung stehende Haft-Berührungsfläche
mit einem neuen Klebebandabschnitt zu versehen. In den meisten Fällen
genügt es, wenn nur ein Teilbereich der Haft-Berührungsfläche durch
einen neuen Klebebandabschnitt gebildet ist. Damit ist auch sehr
gut eine Steuerung der Klebekraft und Anpassung an die jeweils
vorhandenen Gegebenheiten möglich, ohne daß dazu das Klebeband gegen
eines mit anderer Hafteigenschaften ausgetauscht werden muß.
Zweckmäßigerweise ist eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung eines
an der Haftfläche anhaftenden Funierstreifens vorgesehen, wobei
diese Kontrolleinrichtung vorzugsweise einen auf einem anhaftenden
Furnierstreifen aufliegenden, verschwenkbaren Tasthebel aufweist,
der insbesondere mit einem Lagesensor zusammenarbeitet. Damit wird
nach einem Aufnahmevorgang überprüft, ob ein Furnierblatt oder
Furnierstreifen anhaftet oder nicht. Falls dies nicht der Fall sein
sollte, wird der Aufnahmevorgang wiederholt.
Vorzugsweise sind eine oder mehrere Aufnahmeeinheiten jeweils mit
wenigstens einer Haftklebefläche sowie einem dieser zugeordneten
Andrückelement vorgesehen. Dadurch können entweder gleichzeitig
mehrere Furnierstreifen aufgenommen werden oder aber es besteht
die Möglichkeit großflächige Furniere zu transportieren und dazu
an mehreren Stellen mit Haftklebestellen an diesen Furnieren
anzugreifen.
Zusätzliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren
Unteransprüchen aufgeführt. Nachstehend ist die Erfindung mit ihren
wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnungen noch näher
erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Zuführvorrichtung in Aufnahme
stellung,
Fig. 2 eine Seitenansicht der in Fig. 1 gezeigten Zuführvor
richtung in Abgabeposition,
Fig. 3 eine Teilansicht der in Fig. 1 und 2 gezeigten Zuführvor
richtung von der anderen Seite und
Fig. 4 eine Stirnseitenansicht der Zuführvorrichtung.
Eine in Fig. 1 gezeigte Zuführvorrichtung 1 dient zum Aufnehmen
von Furnieren 2 von einem Stapelvorrat 3 und zum Zuführen des
Furniers 2 zu einer nachgeordneten Bearbeitungsstelle, beispielsweise
einer hier nicht gezeigten Furnierzusammensetzmaschine.
Die Zuführvorrichtung 1 gemäß dem in den Figuren gezeigten
Ausführungsbeispiel weist, wie gut in Fig. 4 erkennbar, zwei
nebeneinander angeordnete Aufnahmeeinheiten 4 auf, die mit einer
gemeinsamen Hub- und Transporteinrichtung 5 verbunden sind.
Zum Aufnehmen eines Furnieres 2 sind an das Furnier andrückbare
Haftklebeflächen 6 vorgesehen, die im Ausführungsbeispiel durch
ein um eine Andruckrolle 7 geführtes Haft- oder Klebeband 8 gebildet
ist. Dieses Haft- oder Klebeband 8 ist auswechselbar, einerseits
um ein verbrauchtes Band zu ersetzen und andererseits um Bänder
mit unterschiedlicher Haftkraft zur Anpassung an die Hafteigen
schaften von Furnieren aus unterschiedlichen Hölzern vornehmen zu
können.
Fig. 1 und 2 läßt gut erkennen, daß das Haft- oder Klebeband 8
auf einer Vorratsrolle 9 aufgewickelt ist und von dort über die
Andruckrolle 7 zu einer angetriebenen Aufwickelrolle 10 geführt
ist.
Die Andruckrolle 7, die Vorratsrolle 9 sowie die Aufwickelrolle
10 sind Teil einer Aufnahmeeinheit 4, die gemäß dem Pfeil Pf1 in
Hubrichtung und gemäß dem Pfeil Pf2 in Vorschubrichtung positionier
bar ist. Die am unteren Ende einer Aufnahmeeinheit 4 angeordneten
Andruckrolle 7 wird beim Absenken der Aufnahmeeinheit 4 bis in eine
Position gebracht, wo sie mit dem um sie herum geführten, mit der
Klebeseite nach außen weisenden Haft- oder Klebeband 8 den zu oberst
liegenden Furnierstreifen 2 berührt. Durch leichtes Andrücken wird
eine Haftklebeverbindung hergestellt, die ausreicht, das Furnier
von dem Stapelvorrat 3 abzuheben.
Fig. 1 zeigt die Position der Aufnahmeeinheit 4 beim Kontaktieren
der Andruckrolle 7 mit ihrer Haftklebefläche 6 an dem zu oberst
liegenden Furnier 2, während Fig. 2 eine Position zeigt, in der
die Aufnahmeeinheit 4 angehoben ist und der ergriffene Furnier
streifen 2 einer Furnierabnahmeeinrichtung 11 geführt ist. In dieser
Übergabeposition befindet sich die Aufnahmeeinheit 4 in angehobener
Position und auch in einer in Transportrichtung gemäß dem Pfeil
Pf2 nach vorne bewegten Position.
Ist das vordere Ende des jeweiligen Furnierstreifens von der
Furnierabnahmeeinrichtung 11 erfaßt, wird die unterseitige
Haftklebefläche 6 an der Andruckrolle 7 vom Furnier gelöst, indem
ein Abdrückelement 12 in den keilförmigen Spalt zwischen Andruckrolle
7 und Furnier eingeführt und etwas über die Anhaftstelle hinaus
eingeschwenkt wird.
Die Positionierbewegungen gemäß dem Pfeil Pf1 und dem Pfeil Pf2
erfolgen mit Hilfe der Hub- und Transporteinrichtung 5. In Fig.
4 ist erkennbar, daß die Hub- und Transporteinrichtung 5 mit einem
eine Befestigungssäule 13 aufweisenden Trägergestell verbunden ist.
An der Befestigungssäule 13 ist eine horizontale Säulenführung 14
und an dieser eine vertikale Säulenführung 15 angebracht. Als
Positionierantriebe sind vorzugsweise Pneumatikzylinder vorgesehen,
wobei ein Hubzylinder 16 für die horizontale Bewegung zwischen den
beiden horizontalen Säulenführungen 14 angeordnet ist (Fig. 4).
In den Fig. 1 und 2 ist erkennbar, daß auch für die vertikale
Säulenführung 15 zwei zueinander beabstandete Führungen vorgesehen
sind, zwischen denen ein Hubzylinder 17 für die vertikale
Positionierbewegung gemäß dem Pfeil Pf1 und zusätzlich noch ein
Hubzylinder 18 zum Gewichtsausgleich der in Hubrichtung bewegten
Einheiten angeordnet sind.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind an der Hub- und Transportein
richtung 5 zwei nebeneinander angeordnete Aufnahmeeinheiten 4
angebracht. Diese Aufnahmeeinheiten 4 sind durch Quertraversen 19
miteinander verbunden und lassen sich gemäß dem Pfeil Pf3 (Fig.
4) in ihrem Seitenabstand verstellen. Durch die Verstellbarkeit
des Abstandes der beiden nebeneinander angeordneten Aufnahme
einheiten 4 kann die Lage der jeder Aufnahmeeinheit 4 zugeordneten
Haftklebestelle 6 in Relation zu zwei nebeneinander angeordneten
Furnierstapeln angepaßt werden. Insbesondere ist eine Lageanpassung
möglich, wenn Furniere unterschiedlicher Breite nacheinander
verarbeitet werden und die Haftklebeflächen 6 möglichst mittig
bezüglich der Quererstreckung der Furnierstreifen angreifen sollen.
Die in Fig. 4 rechtsseitig angeordnete Aufnahmeeinheit 4 kann
relativ zu der anderen Aufnahmeeinheit nach dem Lösen einer
Klemmschraube 20 gemäß dem Doppelpfeil Pf3 auf den Quertraversen
19 verschoben werden.
Um eine weitgehend gleichmäßige Haftverbindung zwischen der
Haftklebefläche 6 und dem jeweils aufzunehmenden Furnier zu
erreichen, wird das Haft- oder Klebeband 8 weiterbewegt. Dadurch
gelangt unverbrauchtes Klebeband in den Anlagebereich, wo die
Haftklebefläche 6 am Furnier anliegt. Es wird dabei zumindest ein
Teilbereich des durch anhaftenden Staub oder sonstige Partikel in
seiner Haftkraft reduziertes Klebeband in diesem Anlagebereich
ersetzt. Dabei ist es in den meisten Fällen nicht erforderlich,
die komplette, aktive Haftklebefläche 6 jeweils durch einen neuen
Bandabschnitt zu ersetzen, sondern es genügt in vielen Fällen, den
Bandvorschub so zu wählen, daß jeweils nur ein Teilbereich der
Haftklebeflächen durch einen unbenutzten Bandbereich ersetzt wird.
Dementsprechend ist der Vorschub einstellbar und richtet sich unter
anderem auch nach dem jeweiligen Furniermaterial. Über den Vorschub
kann somit die jeweils gewünschte Klebe- oder Anhaftkraft verändert
werden, ohne daß dazu das Klebeband gewechselt werden muß. Problemlos
lassen sich so nacheinander auch hinsichtlich ihrer Anhaftkraft
unterschiedliche Furniere transportieren. Beispielsweise erfordern
glatte Furniere aus Buchenholz nur geringe Klebebandvorschübe, da
pro Anhaftung nur wenige Materialpartikel am Band hängenbleiben
und deshalb ohne wesentliche Klebekrafteinbußen die Haftklebefläche
mit einem Großteil ihrer Fläche mehrfach einsetzbar ist. Hingegen
erfordern rauhfasrige Furniere einen Ersatz der Haftklebefläche
in größeren Teilabschnitten oder sogar vollständig und somit einen
größeren Bandvorschub. Zu beachten ist hierbei, daß die Klebekraft
durch Variation des Bandvorschubs so bemessen wird, daß Beschädigun
gen des Furniers sicher vermieden werden.
Der Vorschub ist auch abhängig von der Breite der im wesentlichen
linien- oder rechteckförmigen Haftklebefläche, wobei die aktive
Breite von dem Durchmesser der Andruckrolle 7 und deren Mantel
beschaffenheit abhängt. So ergibt sich bei einer Andruckrolle 7
mit einer weichelastischen Beschichtung eine breitere Haftlinie
als bei einer Andruckrolle aus hartem, weitgehend unnachgiebigem
Material.
Für den Vorschub des Haft- oder Klebebandes 8 ist die Aufwickelrolle
10 angetrieben.
Fig. 3 zeigt den Antriebsmechanismus, der einen an einem Freilauf
33 der Aufwickelrolle 10 angreifenden Hebel 21 hat, der von einem
Hubzylinder 22 hin- und herbewegt wird. Durch den vorgesehenen
Freilauf erfolgt in Vorschubbewegung gemäß dem Pfeil Pf4 eine
Antriebsbewegung der Aufwickelrolle 10, während beim Rückhub des
Hubzylinders 22 der Hebel 21 von der Aufwickelrolle 10 durch den
Freilauf entkuppelt ist.
Der Antriebshubweg des Hebels 21 ist durch einen verstellbaren
Anschlag 23 begrenzt. Dementsprechend kann die bei einem Arbeitshub
des Hubzylinders 22 erfolgende Verdrehung der Aufwickelrolle 10
sehr genau eingestellt werden. Der Vorschub des Haft- oder
Klebebandes 8 kann dabei beispielsweise 1 mm oder auch weniger als
1 mm betragen.
Damit das Haft- oder Klebeband 8 während des Anhaftens eines
Furnieres und insbesondere auch beim Ablösen dieses Furnieres straff
gespannt bleibt und nicht von der Andruckrolle abhebt, ist die
Vorratsrolle 9 mit einer Reibungsbremse 24 versehen. Damit wird
das Abwickeln des Bandes von der Aufwickelrolle 10 durch den dort
in Abwickelrichtung blockierenden Freilauf und bei der Vorratsrolle
9 durch die Reibungsbremse 24 verhindert. Die Bremskraft ist dabei
so eingestellt, daß auch bei maximaler Zugbelastung am Band 8 während
des Ablösens oder Abstreifens eines gehaltenen Furnierstreifens
auftritt, straff gespannt und an der Andruckrolle 7 anliegend
bleibt.
Der Vorschubantrieb für das Haft- oder Klebeband 8 kann gleichzeitig
für mehrere Aufnahmeeinheiten 4 vorgesehen sein. Es genügt dazu,
wie gut in Fig. 4 erkennbar, eine die Aufwickelrollen 10 bzw. deren
Freiläufe miteinander verbindende Welle 35 vorzusehen.
In Fig. 3 ist auch gut das Abdrückelement 12 mit dem zugehörigen
Antrieb erkennbar. Das Abdrückelement 12 ist in Transportrichtung
unmittelbar vor der Andruckrolle 7 angeordnet. Es ist an einem
Schwenkhebel 25 angebracht, der auf der Andruckrollen-Achse als
Schwenklagerung gelagert ist. Das Abdrückelement ist etwa
leistenförmig mit einem keilförmigen Profil ausgebildet, wobei es
sich mit seiner Längserstreckung parallel zu der Andruckrolle 7
erstreckt. Die Länge des Abdrückelementes entspricht mindestens
der Breite des Haft- oder Klebebandes 8 und somit der Breite der
Haftklebestelle 6. Mit Hilfe des Schwenkhebels 25 und einem daran
angreifenden Hubzylinder 26 ist das Abdrückelement 12 in den
keilförmigen Spalt zwischen Andruckrolle 7 und dem gehaltenen Furnier
einführbar und zum Ablösen von diesem etwas über die Anhaftstelle
hinaus verschwenkbar. Die Endverschwenkstellung nach dem Ablösen
des Furniers 2 ist gut in Fig. 2 erkennbar.
Zur Überwachung, ob tatsächlich an der Haftklebefläche 6 ein Furnier
2 anhaftet, ist eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung dieses
Zustandes vorgesehen. Sie weist einen verschwenkbaren Tasthebel
27 auf, der mit einem Ende auf einem anhaftenden Furnier 2 aufliegt
und bei dessen anderem Ende ein Lagesensor 28 angeordnet ist. Der
Tasthebel 27 ist als Wippenhebel ausgebildet und so gelagert, daß,
er schwerkraftbedingt mit seinem dem Furnier zugewandten Tastende
ein anhaftendes Furnier beaufschlagt oder aber bei nicht vorhandenem
Furnier weiter nach unten schwenkt. Im letzteren Fall kann über
den Lagesensor ein Steuersignal an eine Ablaufsteuerung gegeben
werden, um den Aufnahmevorgang zu wiederholen, beispielsweise weil
ein Furnier beim Aufnehmen wieder abgefallen ist. Das Tastende des
Tasthebels 27 liegt nahe bei der Andruckrolle 7 etwas hinter dieser.
Beim Aufnehmen eines zu oberst liegenden Furnierblattes von einem
Stapelvorrat 3 wird die Aufnahmeeinheit 4 entsprechend dem Pfeil
Pf1 nach unten bewegt, bis die Haftklebefläche 6 unterhalb der
Andruckrolle 7 auf dem Furnierstreifen aufliegt. Auch das Tastende
des Tasthebels 27 liegt dann oberseitig auf diesem Furnier auf.
Die Aufnahmeeinheit 4 wird dann mit Hilfe des Hubzylinders 17 nach
oben bewegt und es wird dabei von dem Tasthebel 27 kontrolliert,
ob das aufgenommene Furnier tatsächlich anhaften bleibt. Der
Furnierstreifen 2 wird soweit angehoben, daß sich sein vorderes
Zuführende etwa in Höhe der Furnierabnahmeeinrichtung 11 befindet
und es wird dann die Aufnahmeeinheit 4 in Vorschubrichtung gemäß
dem Pfeil Pf2 etwas nach vorne bewegt, bis das Zuführende des
Furnieres zwischen eine angetriebene Transportrolle 29 und eine
Andruckrolle 30 gelangt. Zum sicheren Einführen des vorderen
Furnierendes zwischen diese beiden Rollen ist unterseitig eine
schrägstehende Leitfläche 31 und an der Aufnahmeeinheit 4 vor der
Andruckrolle 7 ein Stützwinkel 32 vorgesehen.
Sobald sich das vordere Ende des Furnierstreifens zwischen der
Transportrolle 29 und der Andruckrolle 30 befindet, wird das Furnier
mit Hilfe des Abdrückelementes 12 von der Haftklebefläche 6 gelöst
und anschließend von der Furnierabnahmeeinrichtung 11 eingezogen
und zu einer nachgeordneten Bearbeitungsstelle geführt.
Im Ausführungsbeispiel, wo gleichzeitig zwei Furnierstreifen parallel
aufgenommen werden, erfolgt die Zuführung dieser beiden Furnier
streifen zu einer Furnierzusammensetzmaschine.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum Aufnehmen und Zuführen von Furnieren (2) zu
einer Bearbeitungsstelle, insbesondere zum Zuführen von
Furnierstreifen zu einer Furnierzusammensetzmaschine, wobei
Furnierstreifen von einem Stapelvorrat (3) paarweise aufgenom
men und der Bearbeitungsstelle zugeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zuführvorrichtung (1) wenigstens eine
an das Furnier (2) oder die aufzunehmenden Furnierstreifen
andrückbare Haftklebefläche (6) aufweist, die mit einer Hub-
und Transporteinrichtung (5) verbunden ist und daß jeweils
neben der oder den Haftklebeflächen (6) relativ zu diesen ein
quer zur Furnierebene bewegbares Abdrückelement (12) angeordnet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Haftklebefläche (6) etwa linienförmig ausgebildet ist und
vorzugsweise quer zur Längserstreckung der Furnierstreifen
beziehungsweise zur Transportrichtung verläuft.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Haftrolle vorgesehen ist, deren Umfangsseite die
Haftklebefläche (6) bildet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Haftklebefläche (6) Teil eines Haft- oder Klebebandes
(8) ist, das vorzugsweise um eine Andruckrolle (7) geführt
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Haft- oder Klebeband (8) auf eine Vorratsrolle (9) aufgewickelt
ist und von dort über die Andruckrolle (7) zu einer an
getriebenen Aufwickelrolle (10) geführt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
daß für den Haft- oder Klebebandvorschub ein Antrieb für die
Aufwickelrolle (10) vorgesehen ist, daß die Aufwickelrolle
(10) einen entgegen der Aufwickelrichtung sperrenden Freilauf
(33) und die Vorratsrolle (9) eine Bremse (24) hat, daß der
Antrieb einen an der Aufwickelrolle (10) angreifendem
Antriebshebel (21) sowie einen damit verbundenen Hubzylinder
(22) aufweist und daß insbesondere ein verstellbaren Anschlag
(23) zur Begrenzung des Antriebshubwegs des Antriebshebels
(21) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abdrückelement (12) in Transport
richtung nahe vor der Haftklebefläche (6) angeordnet ist und
vorzugsweise als etwa parallel zur Quererstreckung der
Haftklebefläche (6) verlaufender und wenigstens etwa der Länge
dieser Quererstreckung entsprechender Steg ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abdrückelement (12) an einem Schwenkhe
bel (25) angebracht ist und in den keilförmigen Spalt zwischen
Andruckrolle (7) und Furnier (2) einführbar und etwas über
die Anhaftstelle hinaus verschwenkbar ist, daß als Schwenk
lagerung vorzugsweise die Achse der Andruckrolle (7) vorgesehen
ist und daß als Antrieb für das Abdrückelement (12) ins
besondere ein Hubzylinder (26) dient.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung
eines an der Haftfläche anhaftenden Furnierstreifens vorgesehen
ist und daß diese Kontrolleinrichtung vorzugsweise einen auf
einem anhaftenden Furnierstreifen aufliegenden, verschwenkbaren
Tasthebel (27) aufweist, der insbesondere mit einem Lagesensor
zusammenarbeitet.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Aufnahmeeinheiten (4)
jeweils mit wenigstens einer Haftklebefläche (6) sowie einem
dieser zugeordneten Abdrückelement (12) vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hub- und Transporteinrichtung (5) mit
einem vorzugsweise eine Befestigungssäule (13) aufweisenden
Trägergestell verbunden ist und Positionierantriebe einerseits
für eine Positionierbewegung in Vorschubrichtung und anderer
seits für eine Positionierbewegung in Hubrichtung aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß als
Positionierantriebe Pneumatikzylinder (16, 17, 18) vorgesehen
sind und daß zum Gewichtsausgleich der in Hubrichtung bewegten
Einheit(en) wenigstens ein parallel zu dem Hub-Positionier
antrieb (17) arbeitender, zusätzlicher Hubzylinder (18)
vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere Aufnahmeeinheiten (4) mit einer
gemeinsamen Hub- und Transporteinrichtung (5) verbunden sind,
und daß die Aufnahmeeinheiten (4) vorzugsweise mittels
wenigstens einer Quertraverse verbunden und in ihrem Seiten
abstand verstellbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß der für den Haft- oder Klebebandvorschub
vorgesehene Antrieb mit mehreren Aufwickelrollen (10) gekuppelt
ist, vorzugsweise durch eine die koaxial angeordneten, jeweils
einen Freilauf aufweisenden Aufwickelrollen verbindende Welle
(35).
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß sie eine Furnierabnahmeeinrichtung (11)
mit einer angetriebenen Transportrolle (29) und einer diese
beaufschlagenden Andruckrolle (30) aufweist und daß vorzugs
weise eine einen Furnierstreifen zwischen Transportrolle (29)
und Andruckrolle (30) führende Leitfläche (31) vorgesehen ist.
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|---|---|---|---|
| DE19860019A DE19860019C1 (de) | 1998-12-23 | 1998-12-23 | Vorrichtung zum Aufnehmen und zum Zuführen von Furnieren zu einer Bearbeitungsstelle |
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- 1999-12-21 BE BE9900825A patent/BE1013622A5/nl active
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