DE19859334A1 - Siegelbare Verbundfolie - Google Patents
Siegelbare VerbundfolieInfo
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Abstract
Um eine siegelbare Verbundfolie zu erhalten, die eine hohe Siegelnahtfestigkeit aufweist, die ohne die Verwendung von teuren werkzeuggebundenen Perforationseinrichtungen angerissen werden kann und deren Peelkräfte gezielt beeinflußbar sind und die insbesondere eine Sterilisierung der gesiegelten Verpackung erlaubt und durch den Verbraucher leicht zu öffnen ist, wird vorgeschlagen, daß die siegelbare Verbundfolie aus einer ersten Folienschicht und einer Siegelschicht besteht, wobei die erste Folienschicht eine auf einem Polyolefin (A) basierende Polymermatrix und einen in der Polymermatrix verteilten partikelförmigen Füllstoff umfaßt, der mit einem Anteil von 25 bis 70 Masseprozent, bezogen auf die Gesamtmasse der ersten Folienschicht, in der Matrix enthalten ist, wobei die Siegelschicht auf einem ungefüllten Polyolefin (B) basiert, wobei die Kohäsionskraft K1 des die erste Peelschicht bildenden Materials kleiner ist als die Kohäsionskraft K2 des die Siegelschicht bildenden Materials und kleiner als die Verbundhaftkraft K3 zwischen der ersten Folienschicht und der Siegelschicht und wobei die Kohäsionskraft K2 und die Verbundhaftkraft K3 jeweils größer sind als die Anreißkraft K4 der Siegelschicht.
Description
Die Erfindung betrifft eine siegelbare Verbundfolie, wie sie in
einer Vielzahl von Anwendungen als Deckelfolie zum Verschließen
insbesondere von Lebensmittelverpackungen Verwendung findet.
Der zugehörige Verpackungsbehälter besteht in der Regel aus ei
nem Kunststoffmaterial oder aus mit Kunststoff beschichtetem
Karton.
Es hat eine Reihe von Anstrengungen gegeben, um solche siegel
baren Verbundfolien vorzuschlagen, die dem Verbraucher das Öff
nen der Verpackung erleichtern, so daß er ohne Verwendung von
Werkzeugen wie Scheren oder Messer die Verpackung leicht von
Hand öffnen kann. Darüber hinaus soll bei solchen sogenannten
"peelbaren" Verbundfolien ein sauberes Aufreißen entlang der
beim Verschließen der Verpackung gebildeten Siegelnähte erfol
gen, und insbesondere sollen nicht Reste von Verbundfolienmate
rialien außerhalb der Siegelungen bzw. Siegelbereiche am Ver
packungsbehälter verbleiben, da dies nicht nur unästhetisch
aussieht, sondern auch beim längeren weiteren Aufbewahren der
geöffneten Packung hygienische Probleme mit sich bringen kann.
Die siegelbaren, peelbaren Verbundfolien weisen normalerweise
eine Siegelschicht auf, welche die Folie mit dem Verpackungsun
terteil fest verbindet. Andererseits soll das Abziehen der Ver
bundfolie zum Öffnen der Verpackung möglich sein. Diese beiden
Anforderungen stehen miteinander in gewissem Widerstreit.
Dies tritt für den Verbraucher vor allem bei Verpackungen offen
zutage, wenn diese mit ihrem Inhalt einem Sterilisationsprozeß
unterzogen wurden, um eine verlängerte Haltbarkeit zu errei
chen.
Bei dieser Art der Verpackung ist wegen der hohen Siegelnahtbe
lastung beim Sterilisationsprozeß sowohl beim Erwärmen als auch
beim Abkühlen eine extreme Festigkeit der Siegelnaht erforder
lich. Gleichzeitig soll aber aus Gründen der einfachen Handhab
barkeit ein Abziehen der Deckelfolie mit einer definierten
Peelkraft möglich sein.
Unter dem Begriff Peelfähigkeit versteht man das Auftrennenkön
nen einer Siegelnaht, wobei z. B. die Deckelfolie einer Verpac
kung ohne Einreißen, Fädenziehen oder Häutchenbildung vom Ver
packungsunterteil abgezogen werden kann.
Bisher wurde dies auf unterschiedliche Art und Weise zu reali
sieren versucht:
- 1. Verwendung sehr dünner Siegelschichten, die sich aufgrund
unverträglicher Materialien in ihren Zusammensetzungen und
einer geringen Schichtdicke sehr leicht ohne Faden- und
Häutchenbildung abziehen lassen. Hier verbleibt die Sie
gelschicht im Bereich der Siegelnaht, komplett am Verpac
kungsunterteil.
Nachteil: keine hohe Siegelnahtfestigkeit erzielbar; Durchsiegeln, d. h. Durchdrückender Siegel schicht beim Siegeln möglich, was die Dichtig keit der Siegelnaht beeinträchtigen kann. - 2. Einstellung der Haftkraft der Siegelschichten gegenüber
einer Trägerfolie (z. B. Aluminiumfolie), wobei der Siegel
bereich der Folie zur Gewährleistung eines definierten An
risses perforiert ist.
Nachteil: Für das Anreißen sind teure werkzeuggebundene Perforationseinrichtungen notwendig. - 3. Siegelschichten, die aus einem Blend von klassischem Sie
gelschichtmaterial und inerten Füllstoffen bestehen, die
zu Inhomogenität in der Siegelschicht führen und damit ein
Reißen in der Schicht ermöglichen.
Eine der neueren Entwicklungen hinsichtlich der Siegel schicht der siegelbaren und peelbaren Verbundfolie ist aus den europäischen Patentanmeldungen EP 0 207 626 und EP 0 353 613 sowie dem US-Patent 5,145,737 bekannt.
Charakteristisch für diese Verbundfolien ist, daß deren Siegelschicht so ausgebildet ist, daß sie in sich reißen kann, d. h. beim Öffnen der Packung verbleibt eine Teil schicht der Siegelschicht auf dem Verpackungsunterteil, während die restliche Teilschicht der Siegelschicht an der abgezogenen Verbundfolie verbleibt. Um dieses interne Rei ßen möglich zu machen, werden als Siegelschichten mit inerten Füllstoffpartikeln gefüllte Polymerschichten ver wendet, wobei ein Füllstoffgrad der polymeren Siegel schichten im Bereich von 15 bis 50 Gew.-% empfohlen wird. Die beiden obengenannten europäischen Patentanmeldungen empfehlen dann neben dem Füllstoffgehalt die Verwendung von zwei verschiedenen Polymeren in Mischung nebeneinan der, die jeweils speziell ausgesucht sind.
Nachteil: Hier muß ein Kompromiß zwischen gutem Siegeler gebnis und Peelfähigkeit eingegangen werden. Hieraus resultieren anwendungsbezogen ungleich mäßige Peelkräfte, die insbesondere nicht ge zielt beeinflußbar sind. Andererseits läßt sich der Siegelungsvorgang einigermaßen verläßlich nur in engen Parameterbereichen durchführen. Der Siegelabdruck, der dem Käufer der Packung als Sichtprüfung für die Qualität des Verschlusses der Verpackung dient, ist häufig ungleichmäßig. - 4. Ein anderer Weg wird in dem US-Patent 4,673,601 gezeich
net, wobei die Folie eine sogenannte Deckschicht aus einem
Material mit niedriger Bruchdehnung und niedriger Weiter
reißfestigkeit aufweist, welch letztere aus Materialien
wie z. B. Polyethylen, Polypropylen, Polyamid, Polyvinyl
chlorid, Ethylen/Vinylacetatcopolymere, regenerierte Zel
lulose und Metalle wie z. B. Aluminium hergestellt sein
kann. Die Deckschicht ist über eine permanent klebende
Schicht mit einer Trägerfolie verbunden.
Mit der Ausnahme für den Fall, daß Polyethylen als Deck schicht verwendet wird, wird die Verwendung einer separa ten Siegelschicht aus herkömmlichen kalt- oder heißsiegel fähigen Materialien empfohlen, die auf die Deckschicht aufgetragen wird. Beim Ablösen der peelbaren Verbundfolie soll im Bereich der Siegelung die Siegel- und Deckschicht insgesamt von der restlichen Verbundfolie (Trägerfolie) abreißen und auf dem Verpackungsunterteil verbleiben. Da bei dieser Verbundfolie die Trägerfolie und die permanente Klebeschicht zusammen abgezogen werden, kann diese immer wieder durch einfaches Aufdrücken des Verpackungsdeckels auf das Verpackungsunterteil verschlossen werden.
Problematisch bei der eingangs beschriebenen Art von peelbaren
Verbundfolien ist deren mangelhafte Siegelbarkeit, während bei
der beschriebenen zweiten Art von peelbaren Verbundfolien ein
sauberes Ausreißen von Siegel- und Deckschicht Schwierigkeiten
bereitet. Im letzten Fall kommt es häufig zu einer großflächi
gen Ablösung der Siegel- und Deckschichten (Häutchenbildung).
Außerdem sind diese Art Siegelfolien nicht für den Einsatz von
zu sterilisierenden Verpackungen geeignet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine siegelbare Ver
bundfolie vorzuschlagen, die oben genannte Probleme vermeidet
und insbesondere eine Sterilisierung der gesiegelten Verpackung
erlaubt. Dabei soll die Verpackung durch den Verbraucher leicht
zu öffnen sein.
Eine solche siegelbare, leicht abziehbare Verbundfolie, die die
oben genannte Aufgabe löst, weist erfindungsgemäß eine erste
Folienschicht und eine Siegelschicht auf, wobei die erste Foli
enschicht eine auf einem Polyolefin (A) basierende Polymerma
trix und einen in der Polymermatrix verteilten partikelförmigen
Füllstoff umfaßt, der mit einem Anteil von 25 bis 70 m%, bezo
gen auf die Gesamtmasse der ersten Folienschicht, in deren Ma
trix enthalten ist, wobei die Siegelschicht auf einem ungefüll
ten Polyolefin (B) basiert, wobei die Kohäsionskraft. K1 des die
erste Folienschicht bildenden Materials kleiner als die Kohäsi
onskraft K2 des die Siegelschicht bildenden Materials und klei
ner als die Verbundhaftkraft K3 zwischen der ersten Folien
schicht und der Siegelschicht ist und wobei die Kohäsionsktaft
K2 und die Verbundhaftkraft K3 jeweils größer sind als die An
reißkraft K4 der Siegelschicht.
Bei der erfindungsgemäßen siegelbaren Verbundfolie wird er
reicht, daß diese selbst bei harten Siegelbedingungen, d. h.
bei einer Siegelung bei relativ hoher Temperatur und mit großem
Druck der Siegelwerkzeuge, die eigentliche Siegelschicht als
durchgehende Schicht erhalten bleibt und daß beim Öffnen des
Behälters, d. h. beim Abziehen der Verbundfolie, ein Ausriß ent
lang der Siegelung der Folie erfolgt, der auf Seiten des Unter
teils die Siegelschicht und einen Teilausriß der ersten Folien
schicht umfaßt. Das Anreißen erfolgt also definiert durch die
Siegelschicht in die erste Folienschicht hinein und das Weiter
reißen (Peelkraft) verläuft dann innerhalb der ersten Folien
schicht.
Dadurch läßt sich bei extrem guten Siegelwerten beim Öffnen der
Verpackung eine genau definierte Ausrißlinie entlang den Sie
gelbereichen erzielen.
Die zuvor definierten Kräftebeziehungen lassen sich bei der er
findungsgemäß aufgebauten Folie sehr einfach dadurch sicher
stellen, daß über eine Variation der Füllstoffgehalte in dem
die erste Folienschicht bildenden Material deren Kohäsionskraft
K1 kleiner als die Kohäsionskraft K2 des Materials, aus dem die
Siegelschicht gebildet ist, eingestellt wird. Die Verbundhaft
kraft K3 zwischen der ersten Folienschicht und der Siegel
schicht wird, gegebenenfalls durch die Auswahl eines geeigneten
Haftvermittlers oder Klebers, sichergestellt. Sie kann sich
aber auch bereits durch das Coextrudieren der ersten Folien
schicht und der Siegelschicht erzielen lassen. Eine ausreichen
de Anreißkraft K4 kann beispielsweise über die Schichtdicke der
Siegelschicht so vorgegeben werden, daß sie kleiner ist als die
Kohäsionskraft K2 und die Verbundhaftkraft K3. Eine weitere
Variationsmöglichkeit für die Anreißkraft besteht in gewissem
Umfang in der Variation der Siegelbedingungen.
Aufgrund des erfindungsgemäßen Folienaufbaus lassen sich die
Anreißkraft und die Peelkraft sehr einfach, und vor allem ohne
einander zu beeinflussen, einstellen. Darüber hinaus sind die
erfindungsgemäßen Verbundfolien problemlos mit steifen Ka
schierfolien zu einem Verbund zu verarbeiten.
Die bei Siegelungen mit solchen Verbundfolien erhaltenen Sie
gelnähte erlauben auch eine Sterilisierung der gesiegelten Ver
packung, ohne daß diese birst oder die Siegelnaht sich partiell
löst.
Mit den ungefüllten Polyolefinsiegelschichten läßt sich erfin
dungsgemäß eine extrem gute Siegelnahtfestigkeit erreichen, und
zwar in einem sehr breiten Siegelbereich (Druck/Temperatur).
Über die Wahl der Dicke der Siegelschicht und/oder der Siegel
bedingungen läßt sich die Anreißkraft zum Trennen der Deckelfo
lie vom Verpackungsunterteil vorgeben. Aufgrund der erfindungs
gemäßen Materialwahl kann die Dicke der Siegelschicht relativ
klein gehalten werden, ohne Einbußen in der Siegelnahtfestig
keit in Kauf nehmen zu müssen. Dadurch können relativ einfach
Faden- und Häutchenbildung vermieden werden.
Nach dem Anriß und Abriß der Siegelschicht erfolgt das Weiter
reißen der Siegelverbindung in der ersten Folienschicht selbst.
Dieses Weiterreißverhalten läßt sich bei der erfindungsgemäßen
Verbundfolie - wiederum unabhängig von der Festigkeit der Sie
gelnaht und ohne diese zu beeinträchtigen - durch
- - die Variation des Füllstoffanteils,
- - durch dessen Teilgröße und
- - durch die Wahl der Schichtdicke der ersten Folienschicht
in gewissem Umfang für den jeweiligen Anwendungsfall einstel
len.
Die erfindungsgemäße Verbundfolie und die damit erzielbare Sie
gelverbindung zum Verpackungsunterteil führt dazu, daß beim
Aufreißen der Verpackung Rückstände der Deckelfolie am Verpackungs
unterteil als durchgehender Siegelabdruck verbleiben, die
dem Verbraucher zeigen, daß eine vollständige Versiegelung vor
lag.
Die partikelförmigen Füllstoffe der ersten Folienschicht lassen
sich aus einer breiten Palette bekannter inerter Füllstoffe
auswählen, wobei erfindungsgemäß Talkum und/oder Kreide bevor
zugt werden. Teile der Füllstoffe lassen sich durch Anteile von
mit dem Matrixpolymer unverträglichen Polymeren ersetzen. Ver
wendet man statt der empfohlenen Polyolefine Polyester als Ma
trix bildendes Polymer, kann man mit geringeren Füllstoffgehal
ten arbeiten als bei Polyolefinen.
Bei vergleichbaren Anwendungsfällen können mit der erfindungs
gemäßen Verbundfolie wesentlich kürzere Siegelzeiten verwendet
werden als diese bei den Materialien gemäß dem US-Patent
5,145,737 notwendig sind.
Wie oben erwähnt, kann die Siegelung unter sehr harten Bedin
gungen erfolgen, die beispielsweise dann vonnöten sind, wenn
der Verpackungsbehälter gegebenenfalls im Siegelbereich des
Siegelrandes mit fetthaltigen Inhaltsstoffen verschmutzt ist.
Auch für diese Fälle (Beispiel: Verschließen von Milchflaschen)
kann eine optimale Siegelung erhalten werden bei gleichzeitiger
definierter Peelbarkeit der Verbundfolie.
Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Verbundfolie eine zweite
Folienschicht auf, wobei die erste Folienschicht zwischen der
zweiten Folienschicht und der Siegelschicht angeordnet ist. Im
Hinblick auf die Vereinfachung der Herstellung kann vorgesehen
sein, daß die zweite Folienschicht im wesentlichen dieselbe Zu
sammensetzung aufweist wie die Siegelschicht.
Das Material der zweiten Folienschicht weist eine Kohäsions
kraft K5 auf, die größer ist als die Kohäsionskraft K1, und die
Verbundhaftkraft K6 zwischen der ersten und der zweiten Folien
schicht ist größer als die Kohäsionskraft K1 und die Anreiß
kraft K4 zu wählen. Die erste Forderung wird beispielsweise be
reits dadurch erfüllt, daß man für die zweite Folienschicht
dasselbe Material wie für die Siegelschicht verwendet.
Durch die beidseitige Abdeckung der mit Füllstoffen gefüllten
ersten Folienschicht kann eine solche dreilagige erfindungsge
mäße Verbundfolie mit großen Rohstoffvariationen durch Coextru
sion hergestellt werden, ohne daß die Extrusionsleistung beein
trächtigt wird. Gleichzeitig werden auch die bei gefüllten Po
lymerschichten teilweise auftretenden Rückstände am Düsenwerk
zeug vermieden.
Solche Verbundfolien lassen sich dann sehr einfach mit einer
zusätzlichen Trägerschicht versehen, da diese einfach auf die
zweite Folienschicht aufkaschiert werden kann.
Alternativ kann vorgesehen sein, daß die zweite Folienschicht,
insbesondere, wenn sie im wesentlichen dieselbe Zusammensetzung
wie die Siegelschicht aufweist, in ihrer Dicke wesentlich grö
ßer dimensioniert wird, so daß damit die zweite Folienschicht
gleichzeitig die Funktion einer Trägerschicht übernimmt.
Ansonsten kann die Trägerschicht aus einer Vielzahl verschiede
ner Materialien ausgewählt sein, beispielsweise Aluminiumfolie,
Papier, biaxial orientiertes Polypropylen, biaxial orientiertes
Polyethylen, biaxial orientierter Polyester oder biaxial orien
tiertes Polyamid. Selbstverständlich lassen sich Trägerschich
ten aus Polymermaterialien mit der erfindungsgemäßen Verbundfo
lie coextrudieren.
Bei einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Verbundfolie
wird diese eine außenliegende Schicht aufweisen, die als Hitze
schild dient. Hierfür sind besonders Schichten geeignet, die
auf der Basis von Polyamid oder Polyester, insbesondere Poly
ethylenterephthalat, hergestellt sind.
Als Polyolefine (A) und (B) der ersten Folienschicht bzw. der
Siegelschicht werden bevorzugt Polyethylene oder Polypropylene
verwendet, wobei aus dem kompletten zur Verfügung stehenden Ty
penspektrum ausgewählt werden kann. Ebenso bieten sich Copoly
mere aller Art sowie Mischungen vorgenannter Polymere als Ma
terialien an.
Die Auswahl wird sich vor allem an dem Material ausrichten,
welches für den Verpackungsunterteil verwendet wurde, damit
eine möglichst gute Kompatibilität der Siegelschicht und des
Verpackungsmaterials gegeben ist.
Das Polyolefin (A), das die Matrix für den partikelförmigen
Füllstoff in der ersten Folienschicht bildet, wird bevorzugt
als Polyethylen ausgewählt, und der Füllstoffanteil wird hier
bevorzugt im Bereich von 25 bis 60 m% gewählt.
Eine sehr gute Alternative hierzu liegt darin, das Polyolefin
(A) als Polypropylen auszuwählen, wobei hier der Füllstoffan
teil bevorzugt im Bereich von 30 bis 70 m% ausgewählt wird, wo
bei der Schmelzpunkt des auf Polypropylen basierenden Materials
der ersten Folienschicht größer oder gleich dem Schmelzpunkt
des Polyolefins (B) ist, bevorzugt ebenfalls Polypropylen, und
der Kristallisationspunkt des Polypropylens um mindestens 5°C
höher liegt als der Kristallisationspunkt des Polyolefins (B).
Zur Definition der Begriffe Schmelzpunkt und Kristallisations
punkt wird auf den DIN Entwurf 53765 verwiesen. Typische Werte
für hier interessierendes Polypropylen sind in der nachfolgen
den Tabelle 1 enthalten:
Bevorzugte Mengenbereiche der Füllstoffgehalte für Polyethylen
und Polypropylen bzw. Abmischungen hiervon liegen im Bereich
von 25 bis 50 m%, weiter bevorzugt 30 bis 45 m%. Da Polypropy
len und Polyethylen mit einander unverträgliche Polymere dar
stellen, kann bei der Verwendung von Abmischungen dieser beiden
Polymere der Füllstoffgehalt für weitere, in der Regel anorga
nische Füllstoffe geringer angesetzt werden. In gewisser Weise
fungiert das eine in die Matrix des anderen Polymers eingela
gerte, unverträgliche Polymer schon als Füllstoff im Sinne der
vorliegenden Erfindung.
Als Füllstoffe werden solche mit einer Partikelverteilung ent
sprechend einem Topcut von 1 bis 50 µm, weiter bevorzugt von 5
bis 30 µm und am meisten bevorzugt von 7 bis 20 µm eingesetzt.
Bei der Dimensionierung der Siegelschicht wird vorzugsweise
eine Schichtdicke von 5 bis 15 µm gewählt. Diese Schichtdicke
ist zum einen ausreichend, um eine gute Siegelung zu dem Ver
packungsunterteil zu gewährleisten und dafür zu sorgen, daß
auch bei härteren Siegelbedingungen, insbesondere bei der An
wendung von hohen Siegeldrücken, die Siegelschicht als solche
noch intakt bleibt.
Die erste Folienschicht kann in einem größeren Dickenbereich
angesiedelt werden, der bevorzugt von 10 bis 250 µm verläuft.
Bei bevorzugten Verbundfolien werden die Polyolefine (A) und
(B) von derselben Polymerfamilie abgeleitet. Damit läßt sich
insbesondere eine hohe Verbundhaftung der Siegelschicht auf der
ersten Folienschicht sehr einfach, d. h. ohne Haftvermittler
oder Kleber, bewerkstelligen.
Zur weiteren Optimierung der Eigenschaften der erfindungsgemä
ßen Verbundfolie kann vorgesehen sein, daß die Verbundfolie
eine erste (Sauerstoff-)Barriereschicht auf Ethylen-Vinylalko
hol-Copolymerbasis oder Polyamid-Basis aufweist und eine zweite
(Wasserdampf-)Barriereschicht auf Polyolefinbasis umfaßt, wobei
die Schichten in der folgenden Reihenfolge angeordnet sind:
Siegelschicht, erste Folienschicht, erste Barriereschicht und
zweite Barriereschicht.
Aufgrund dieser zusätzlichen Barriereschichten läßt sich die
Sauerstoffdurchlässigkeit und Wasserdampfdurchlässigkeit ge
zielt beeinflussen und herabsetzen. Damit ist die Folie auf
spezifische Anwendungsfälle, insbesondere in der Lebensmittel
verpackung, hin ausrichtbar.
Schließlich kann, wie an sich bekannt, zwischen benachbarten
Schichten oder zwischen jeweils benachbarten Schichten eine
Haftvermittlerschicht angeordnet sein, so daß damit zusätzlich
gezielt in die weiter oben definierten Kräftebeziehungen einge
griffen werden kann.
Diese und weitere Vorteile der Erfindung werden im folgenden
anhand der Zeichnung und den Beispielen noch näher erläutert.
Es zeigen im einzelnen:
Fig. 1a: Schematische Darstellung eines Ausschnitts ei
ner mit einer erfindungsgemäßen Verbundfolie
verschlossenen Verpackung;
Fig. 1b: Verpackung gemäß Fig. 1a in aufgerissenem Zu
stand;
Fig. 2 bis 4: weitere Varianten einer erfindungsgemäßen Ver
bundfolie; und
Fig. 5: schematische Darstellung eines Schälversuchs.
Fig. 1a zeigt in einer ausschnittsweisen Schnittansicht durch
einen Verpackungsbehälter 10 mit einem Unterteil 12 und einer
Deckelfolie 14, die aus einer erfindungsgemäßen Verbundfolie
hergestellt ist und die durch zwei durchbrochene Linien mit ei
nem Siegelzonenbereich Z zur Siegelung bereitsteht.
Der Aufbau der erfindungsgemäßen Verbundfolie 14 beinhaltet
eine erste Folienschicht 16, eine Siegelschicht 18, eine zweite
Folienschicht 20, eine Haftvermittlerschicht 22 und eine Trä
gerschicht 24.
Die erfindungsgemäße Verbundfolie 14 wurde dabei so herge
stellt, daß zunächst ein Verbund der Schichten 16, 18 und 20
gemeinsam coextrudiert wurde, wobei die Zusammensetzung der
Siegelschicht 18 und der zweiten Folienschicht 20 identisch
sind, d. h. beide Schichten sind aus ungefülltem Polymermaterial
gleicher Art hergestellt. Dadurch läßt sich in der ersten
Folienschicht 16 bei der Coextrusion ein relativ hoher Füll
stoffanteil verwenden, ohne daß das Risiko von Ablagerungen am
Düsenwerkzeugaustritt entsteht. Über eine Haftvermittler- oder
Kleberschicht 22 wird dann die Trägerschicht 24 aufkaschiert,
die hier beispielsweise aus Aluminium, Polyethylenterephthalat
(verstreckt oder unverstreckt) oder auch Polyamid bestehen
kann. Die Materialauswahl für die Siegelschicht 18 (und damit
für die zweite Folienschicht 20) wird in Abhängigkeit von der
Materialzusammensetzung des Unterteils 12 vorgenommen. D. h.
falls sich das Verpackungsunterteil 12 im wesentlichen aus Po
lypropylen zusammensetzt, wird auch eine Polypropylensiegel
schicht bzw. eine zweite Folienschicht 20 aus Polypropylen ver
wendet werden. Dies gewährleistet besonders gute Siegelnahtfe
stigkeit.
Der Siegelvorgang wird in der in Fig. 1a angedeuteten Zone Z
vorgenommen, und beim Aufreißen der Verpackung reißt zunächst
die Siegelschicht 18 an der Kante 26 ab, worauf dann ein Ausriß
in Form einer Teilschicht aus der ersten Folienschicht 16 er
folgt. Die ausgerissene Teilschicht befindet sich zusammen mit
dem ausgerissenen Teil der Siegelschicht 18 noch auf dem Unter
teil wie in Fig. 1b schematisch angedeutet. Natürlich findet
bei entsprechender Materialauswahl kein abrupter Materialüber
gang zwischen der auf dem Unterteil verbleibenden Masse der
Siegelschicht 18 und der Masse des Unterteils statt, was durch
ein Tieferhineingreifen der Siegelmaterialien in das Material
des Unterteils 12 in Fig. 1b schematisch dargestellt werden
soll.
Wird das Ende der Siegelzone beim Aufreißen erreicht, reißt die
Siegelschicht 18 an der Kante 28 ab, und es bildet sich entlang
der Siegelnaht ein kompletter Ausriß aus der erfindungsgemäßen
Verbundfolie 14, was dem Verbraucher die Anzeige und die Gewiß
heit verschafft, daß die geöffnete Verpackung vollständig,
d. h. fehlerlos versiegelt war.
Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen weitere Varianten von erfindungs
gemäßen Verbundfolien, die im folgenden im einzelnen noch näher
beschrieben werden.
Prinzipiell weist eine erfindungsgemäße Verbundfolie mindestens
zwei Schichten auf. Diese setzen sich aus einer Siegelschicht
18 und einer ersten Folienschicht 16 zusammen. Wie bereits oben
erwähnt, ist es jedoch vorteilhaft bei der Herstellung der er
findungsgemäßen Verbundfolie, die erste Folienschicht 16, die
ja ausgewählte Anteile an Füllstoffen enthält, insbesondere
wenn diese erhebliche Anteile an der ersten Folienschicht aus
machen, diese mit einer zweiten Folienschicht zu bedecken, so
daß ein Dreischichtverbund coextrudiert wird, was Ablagerungen
am Düsenwerkzeug vermeidet. Hierbei wird dann der Einfachheit
halber die Zusammensetzung der zweiten Folienschicht 20 gleich
gewählt wie die der Schicht 18, was jedoch nicht zwingend ist.
Die Dickenverhältnisse in der Fig. 2 sind lediglich beispiel
hafter Natur, und die Schicht 20 kann bei dem Dreischichtauf
bau, wie er in Fig. 2 gezeigt ist, wesentlich dicker sein, so
daß die zweite Folienschicht gleichzeitig die Funktion einer
Trägerschicht übernehmen kann.
In Fig. 3 ist ein wesentlich komplexerer Aufbau der erfin
dungsgemäßen Verbundfolie gezeigt, wobei neben der ersten Foli
enschicht 16 und der Siegelschicht 18 die der Siegelschicht 18
gegenüberliegende Seite der ersten Folienschicht 16 mit einer
Haftvermittlerschicht 30 versehen ist, auf die dann die zweite
Folienschicht 20 folgt. Auf dieser ist schließlich ebenfalls
wieder über eine Haftvermittlerschicht 30 eine Trägerschicht 24
auflaminiert. Als Haftvermittlerschichten 30 kommen wieder üb
liche Kaschierkleber bzw. Haftvermittlersysteme in Frage. Die
zweite Folienschicht 20 kann bei der in Fig. 3 gezeigten Aus
führungsform beispielsweise als eine Sauerstoffbarriere und/oder
Wasserdampfbarriere ausgebildet sein.
Die erfindungsgemäße Verbundfolie erlaubt bei einem breiten
Foliendickenbereich gleichbleibende Peelkräfte zu realisieren,
auch bei unterschiedlichem Aufbau der Verbundfolie insgesamt.
Hierbei sei noch einmal, wie bereits oben herausgestellt, er
wähnt, daß für das Anreißen im wesentlichen die Schichtdicke
der Siegelschicht 18 bzw. der Materialeigenschaften verantwort
lich ist, während für das Weiterreißen Kohäsionskräfte der mit
vorzugsweise anorganischen Füllstoffen gefüllten ersten Folien
schicht 16 zum Tragen kommen.
Fig. 4 zeigt schließlich den Aufbau einer erfindungsgemäßen
Verbundfolie mit einer Siegelschicht 18, einer ersten Folien
schicht 16 und einer über einen Haftvermittler 30 auf die Ver
bundfolie aufkaschierten Hitzeschild 32, welcher vorzugsweise
aus verstrecktem Polyamid, Polyethylenterephthalat und ähnli
chen geeigneten Materialien gebildet sein kann.
Im folgenden sei an Beispielen die Herstellung erfindungsgemä
ßer Verbundfolien beschrieben:
Eine Mischung aus 60 Masse% eines Polypropylenhomopolymers
(Schmelzindex = 8,8 g/10 min bei 230°C/2,16 kg, Kristalli
sationspunkt (DSC) = 112,8°C, Schmelzpunkt (DSC) =
166,3°C) und 40 Masse% Talkum mit einem Topcut von 7 µm
wird in einem Werner + Pfleiderer Doppelschneckenextruder
ZSK 92, Temperaturprofil 150/170/170/180/200/190/230/240/260/250/250/250/250°C
aufgeschmolzen, homogenisiert, aus
getragen und granuliert.
Das resultierende Polypropylencompound besitzt einen
Schmelzindex von 5,2 g/10 min bei 230°C/2,16 kg und eine
Dichte von 1,28 g/cm3 bei 23°C.
Auf einer Castcoexanlage, bestehend aus den Extrudern A
(∅ 30, 25 D), B (∅ 60, 33 D) und C (∅ 40, 25 D) sowie ei
ner Breitschlitzdüse, wird folgende erfindungsgemäße Coex
materialstruktur (im folgenden Coexfolie genannt) bei
Massetemperaturen im Bereich von 220 bis 240°C sowie Dü
sentemperaturen von 230°C extrudiert.
Extruder A:
Propylen-Ethylen-Randomcopolymer für Sie gelschicht 18 (MFI = 8,3 g/10 min (230°C; 2,16 kg), Schmelzpunkt = 150°C, TK = 108°C)
Extruder B:
o. a. Polypropylenmischung (Compound) aus Schritt a) als erste Folienschicht 16
Extruder C:
Propylen-Ethylen-Blockcopoylmer (MFI = 5,0 g/10 min (230°C; 2,16 kg); Schmelz punkt 160°C, TK = 111°C) für zweite Folienschicht 20
Extruder A:
Propylen-Ethylen-Randomcopolymer für Sie gelschicht 18 (MFI = 8,3 g/10 min (230°C; 2,16 kg), Schmelzpunkt = 150°C, TK = 108°C)
Extruder B:
o. a. Polypropylenmischung (Compound) aus Schritt a) als erste Folienschicht 16
Extruder C:
Propylen-Ethylen-Blockcopoylmer (MFI = 5,0 g/10 min (230°C; 2,16 kg); Schmelz punkt 160°C, TK = 111°C) für zweite Folienschicht 20
Die Schichtdicke der Siegelschicht 18 und der zweiten Fo
lienschicht 20 beträgt jeweils 10 µm, jene der ersten Fo
lienschicht 30 µm. Diese Schichtstruktur läßt sich pro
blemlos über sehr lange Zeiträume kontinuierlich fahren,
ohne daß Ablagerungen am Düsenwerkzeug auftreten.
Ein zusätzlich durchgeführter Test, der mit diesen Mate
rialien durchgeführt wurde, belegt die Möglichkeit der
Herstellung einer sehr dünnen Verbund- oder Coexfolie mit
einer Gesamtdicke < 20 µm ohne Abrisse und Löcher.
Auf der selben Castcoexanlage wird ein Monofeedblock eingebaut
und anschließend nur der Extruder B (∅ 60,33 D) betrieben. Die
dabei hergestellte Monofolie weist eine Foliendicke von 50 µm
auf und soll die Folie gemäß US-PS 5,145,737 simulieren.
Nach einem Zeitraum von 4 h kommt es bereits zum Auftreten von
erstem Düsenbelag. Dieser wächst innerhalb von weiteren 4 h
derart an, daß die Anlage nach 8 h abgestellt und gereinigt
werden muß.
Ein Versuch ohne die beiden Coexschichten läßt eine minimale
Schichtdicke von 25 µm zu, darunter kommt es zu Schwierigkeiten
im Randbereich bzw. zum Auftreten erster Löcher.
Die Folien (50 × 15 mm) des Beispiels 1 (Coexfolie) und des
Vergleichsbeispiels 1 (Monofolie) wurden gegen eine 2 mm dicke
Behälter-Folie (Material: PP-Homopolymer; MFI 3,0 g/10 min
(230°C; 2,16 kg); Dichte 0,91 g/cm3) gesiegelt und dann das
Anreiß- und Weiterreißverhalten geprüft.
Die Peelkräfte und Anreißkräfte wurden in einer Zugprüfmaschine
40 gemessen, die schematisch in der Fig. 5 dargestellt ist.
Die Zugprüfmaschine 40 umfaßt obere, ortsfeste Klemmbacken 42
und untere Klemmbacken 44. Von einer Probe 46 wird der Behäl
terfolienabschnitt 48 in den oberen Klemmbacken 42 eingeklemmt,
der mit dem Behälterfolienabschnitt 48 über eine Siegelnaht 52
verbundene Verbundfolienabschnitt 50 wird wie in der Fig. 5
schematisch gezeigt um ca. 180° umgeklappt und mit seinem
freien Ende in den unteren Klemmbacken 44 gehalten.
Der Abstand zwischen den Klemmbacken beträgt ca. 50 mm, ist
aber für die folgende Messung nicht kritisch.
Wichtig ist für Vergleichstests, daß die Siegelnahtbreite,
d. h. deren Ausdehnung in Vertikalrichtung der Fig. 5 10 mm
beträgt.
Die unteren Klemmbacken 44 werden dann mit einer Abzugsge
schwindigkeit von 100 mm/min in Richtung des Pfeiles F bewegt
und die dabei auftretenden Kräfte gemessen. Die bei den so
durchgeführten Schälversuchen erhaltenen Werte für die Anreiß
kraft und die Peelkraft sind in der Tabelle 2 aufgelistet.
Bei der Siegelung wurde eine Siegelnaht 52 mit einer Breite von
10 mm über die gesamte Probenbreite (15 mm) erzeugt. Bei der
Siegelung wurde ein Siegeldruck von 25 N/cm2 bei der in Tabelle
2 angegebenen Siegeltemperatur während 2 sec angewandt.
Generell zeigt sich eine höhere Konstanz bzw. höhere Anreiß-
und Peelkräfte für die erfindungsgemäße Coexfolie.
An einem gesiegelten Behälter in Form einer Rundschale (Material
wie oben definiert) mit 126 mm Stanzmaß, auf die die zu te
stende Folie auf den 5 mm breiten Siegelrand (Materialdicke
2 mm) über dessen volle Breite bei einer Siegeltemperatur von
200°C, einem Siegeldruck von 330 N/cm2 und einer Siegelzeit
von 2 sec aufgesiegelt war, wurden Berstdruckwerte gemessen.
Hierzu wird der gesiegelte Behälter im Bereich des Behälterbo
dens mit einer Hohlnadel durchstochen. Über die Hohlnadel wird
der Druck im Inneren des Behälters mit einer Geschwindigkeit
von ca. 0,1 bar/10 sec erhöht, bis sich entweder die Siegelnaht
löst oder die zu testende Folie platzt. Der dabei erreichte
Druckendwert wird als Berstdruck definiert.
Coexfolie 50 µm: 0,73 bar
Monofolie 50 µm: 0,54 bar
Es zeigen sich deutlich höhere Berstdruckwerte für die Coexfo
lie. Die Berstdruckwerte geben Auskunft über die Siegelnahtfe
stigkeit, die insbesondere für die Sterilisierung der Verpac
kungen von Bedeutung ist.
Diese Beispiele verwenden statt der PP-Materialien des Bei
spiels 1 PE-Material mit folgender Charakterisierung:
60 m% eines hochdichten Polyethylenhomopolymers (Schmelzindex 190°C/2,16 kg: 0,30 g/10 mm; Dichte 0,959 g/cm3; Schmelzpunkt ca. 133°C; Kristallisationspunkt ca. 119°C) und 40 m% eines Talkums mit einem Topcut von 7 µm wurde auf einem Werner & Pfleiderer Doppelschneckenkneter ZSK 133 (Temperaturprofil 150/170/170/180/200/190/230/210/225/220/220/220/220) aufge schmolzen, homogenisiert, ausgetragen und granuliert.
60 m% eines hochdichten Polyethylenhomopolymers (Schmelzindex 190°C/2,16 kg: 0,30 g/10 mm; Dichte 0,959 g/cm3; Schmelzpunkt ca. 133°C; Kristallisationspunkt ca. 119°C) und 40 m% eines Talkums mit einem Topcut von 7 µm wurde auf einem Werner & Pfleiderer Doppelschneckenkneter ZSK 133 (Temperaturprofil 150/170/170/180/200/190/230/210/225/220/220/220/220) aufge schmolzen, homogenisiert, ausgetragen und granuliert.
Das resultierende PE-Compound weist einen Schmelzindex
(190°C/2,16 kg) von 0,25 g/10 min auf sowie eine Dichte von
1,30 g/cm3.
Die Folienherstellung wird wie zuvor vorgenommen mit den unten
angegebenen Abweichungen:
Monofolie 35 µm als Blasfolie:
Alpine-Extruder (∅ 350; 18,5 D)
Coexfolie 35 µm als Blasfolie:
Extruder A: Alpine (∅ 50, 18,5 D) bauartgleich zur Monoanlage
Extruder B: Alpine (∅ 35, 18,5 D)
Extruder C: (Alpine (∅ 50, 18,5 D)
Düsendurchmesser: 225 mm
Düsenspalt: 0,8 mm
Breite der flachgelegten Blasfolien: 850 mm
Ausstoß in beiden Fällen: 90 kg/h
Aufblasverhältnis: 2,40
Alpine-Extruder (∅ 350; 18,5 D)
Coexfolie 35 µm als Blasfolie:
Extruder A: Alpine (∅ 50, 18,5 D) bauartgleich zur Monoanlage
Extruder B: Alpine (∅ 35, 18,5 D)
Extruder C: (Alpine (∅ 50, 18,5 D)
Düsendurchmesser: 225 mm
Düsenspalt: 0,8 mm
Breite der flachgelegten Blasfolien: 850 mm
Ausstoß in beiden Fällen: 90 kg/h
Aufblasverhältnis: 2,40
Im Vergleichsbeispiel 2 wurde mit PE entsprechend wie in Ver
gleichsbeispiel 1 verfahren. Bei der Prüfung der Anreiß- und
Peelkräfte bzw. der Berstdruckwerte wurde die zu testende Folie
gegen eine HDPE-Folie bzw. HDPE-Schale gesiegelt (2 mm dick;
Ausgangsmaterial in beiden Fällen: HDPE; MFI 0,1 g/10 min
(190°C/2,16 kg); Dichte 0,953 g/cm3). Im Ergebnis erhält man
- - deutlich bessere Berstdruckwerte
- - definierte Anreißkräfte als Funktion der Siegelschichtdicke
Die Versuche von Beispiel 2/Vergleichsbeispiel 2 wurden inso
weit modifiziert, als Folien mit einer Gesamtdicke von 50 µm
hergestellt wurden.
Die einzelnen Testwerte sind in Tabelle 3 enthalten.
Die Anreiß- und Peelkräfte wurden wie im Zusammenhang mit Bei
spiel 1 beschrieben gemessen.
(bestimmt an einer gesiegelten Schale wie in Beispiel 1)
Monofolie 50 µm: 0,48 bar
Monofolie 35 µm: 0,44 bar
Coexfolie 50 µm: 0,62 bar ≘ 30% höher als Monofolie
Coexfolie 35 µm: 0,53 bar ≘ 20% höher als Monofolie
Monofolie 50 µm: 0,48 bar
Monofolie 35 µm: 0,44 bar
Coexfolie 50 µm: 0,62 bar ≘ 30% höher als Monofolie
Coexfolie 35 µm: 0,53 bar ≘ 20% höher als Monofolie
Durch den Mehrschichtaufbau (HDPE ohne Füllstoff außen, gefüll
te Schicht innen) lassen sich die Anreißkräfte und vor allem
die Berstdruckwerte definiert beeinflussen.
Die Schichtdicke hat einen starken, kontrollierbaren Einfluß
auf die Anreißkräfte. Heim Berstdruck sind bei dickeren unge
füllten HDPE-Schichten noch höhere Werte zu erwarten.
Claims (15)
1. Siegelbare Verbundfolie mit einer ersten Folienschicht und
einer Siegelschicht, wobei die erste Folienschicht eine auf
einem Polyolefin (A) basierende Polymermatrix und einen in
der Polymermatrix verteilten partikelförmigen Füllstoff um
faßt, der mit einem Anteil von 25 bis 70 Masseprozent, be
zogen auf die Gesamtmasse der ersten Folienschicht, in der
Matrix enthalten ist, wobei die Siegelschicht auf einem un
gefüllten Polyolefin (B) basiert, wobei die Kohäsionskraft
K1 des die erste Folienschicht bildenden Materials kleiner
als die Kohäsionskraft K2 des die Siegelschicht bildenden
Materials und kleiner als die Verbundhaftkraft K3 zwischen
der ersten Folienschicht und der Siegelschicht ist und wo
bei die Kohäsionskraft K2 und die Verbundhaftkraft K3 je
weils größer sind als die Anreißkraft K4 der Siegelschicht.
2. Verbundfolie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbundfolie eine zweite Folienschicht umfaßt, wobei
die erste Folienschicht zwischen der zweiten Folienschicht
und der Siegelschicht angeordnet ist, wobei das Material
der zweiten Folienschicht eine Kohäsionskraft K5 aufweist,
die größer ist als die Kohäsionskraft K1, und wobei die
Verbundhaftkraft K6 zwischen der ersten und der zweiten Fo
lienschicht größer ist als die Kohäsionskraft K1 und die
Anreißkraft K4.
3. Verbundfolie nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Folienschicht im wesentlichen dieselbe Zusammen
setzung aufweist wie die Siegelschicht.
4. Verbundfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verbundfolie eine Trägerschicht um
faßt.
5. Verbundfolie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Folienschicht die Trägerschicht ist.
6. Verbundfolie nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Trägerschicht aus Aluminiumfolie, Papier, biaxial ori
entiertem Polypropylen, biaxial orientiertem Polyethylen,
biaxial orientiertem Polyester oder biaxial orientiertem
Polyamid hergestellt ist.
7. Verbundfolie nach einem der Ansprüche 2, 4 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verbundfolie eine außenliegende
Schicht aufweist, die als Hitzeschild dient.
8. Verbundfolie nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die außenliegende Schicht auf der Basis von Papier, Alumi
nium, Polyamid oder Polyester, insbesondere Polyethylen
terephthalat, hergestellt ist.
9. Verbundfolie nach einem der voranstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das Polyolefin (A) ein Polyethy
len ist und daß der Füllstoffanteil 25 bis 60 Masseprozent
beträgt.
10. Verbundfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Polyolefin (A) ein Polypropylen ist
und daß der Füllstoffanteil 30 bis 70 Masseprozent beträgt
und daß der Schmelzpunkt des auf Polypropylen basierenden
Materials der ersten Folienschicht größer oder gleich dem
Schmelzpunkt des Polyolefins (B) ist und der Kristallisati
onspunkt des Materials der ersten Folienschicht um minde
stens 5°C höher liegt als der Kristallisationspunkt des Po
lyolefins (B).
11. Verbundfolie nach einem der voranstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Siegelschicht eine Dicke von
5 bis 15 µm aufweist.
12. Verbundfolie nach einem der voranstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die erste Folienschicht eine
Dicke aufweist, die größer oder gleich der Dicke der Sie
gelschichten ist und im Bereich von 10 bis 250 µm liegt.
13. Verbundfolie nach einem der voranstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Polyolefine (A) und (B) von
derselben Polymerfamilie abgeleitet sind.
14. Verbundfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verbundfolie eine Sauerstoffbar
riereschicht, insbesondere auf Ethylvinylalkoholcopolyme
ren oder Polyamid basierend, und eine Wasserdampfbarriere
schicht auf Polyolefinbasis umfaßt, wobei die Schichten in
der folgenden Reihenfolge angeordnet sind: Siegelschicht,
erste Folienschicht, Sauerstoffbarriereschicht und Wasser
dampfbarriereschicht.
15. Verbundfolie nach einem der voranstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß zwischen benachbarten Schichten
oder zwischen mehreren jeweils benachbarten Schichten
eine Haftvermittlerschicht oder eine Kleberschicht ange
ordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19859334A DE19859334A1 (de) | 1998-12-22 | 1998-12-22 | Siegelbare Verbundfolie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19859334A DE19859334A1 (de) | 1998-12-22 | 1998-12-22 | Siegelbare Verbundfolie |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19859334A1 true DE19859334A1 (de) | 2000-07-06 |
Family
ID=7892167
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19859334A Withdrawn DE19859334A1 (de) | 1998-12-22 | 1998-12-22 | Siegelbare Verbundfolie |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19859334A1 (de) |
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