DE19859811C2 - Kontrastmittelinjektionssystem - Google Patents
KontrastmittelinjektionssystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kontrastmittelinjektionssystem zur Injektion eines Kontrastmittels
in einen Körper gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein Kontrastmittelinjektionssystem entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist
aus der DE 297 21 247 U1 bekannt. Mit diesem Injektionssystem läßt sich eine
Kontrastmittel-Kochsalzlösung-Bolusinjektion durchführen. Dieses Injektionssystem umfaßt
zwei maschinelle Druckspritzen, die in Parallelschaltung über ein Schlauchsystem mit der In
jektionsstelle an einem Patientenkörper verbunden sind. Hierdurch wird eine automatische
Nachinjektion eines Spülmittels ermöglicht, ohne daß hierzu Schlauchverbindungen
gewechselt oder Hähne geöffnet, geschlossen oder umgestellt werden müssen. In einer ersten
Druckspritze befindet sich ein Kontrastmittel, welches dem Patientenkörper zu
Diagnosezwecken zugeführt wird, während in einer zweiten Druckspritze beispielsweise eine
Kochsalzlösung als Spülmittel vorgesehen ist. Zur Darstellung von durchblutetem Gewebe in
Röntgenuntersuchungen wird insbesondere im Bereich der Computertomographie dem
Patienten ein Kontrastmittel injiziert. Damit der Patient durch die verabreichte Kontrastmit
telmenge möglichst wenig belastet wird bzw. die Gefahr von durch das Kontrastmittel
hervorgerufenen Körperabwehrreaktionen bzw. Komplikationen vermindert wird, ist das zu
injizierende Kontrastmittelvolumen möglichst gering zu halten. Darüber hinaus wird durch
eine Minimierung des relativ teuren Kontrastmittels eine Kostenersparnis erreicht. Anderer
seits muß jedoch das verabreichte Kontrastmittelvolumen ausreichend sein, um die Qualität
der Diagnostik nicht zu beeinträchtigen. Die Menge des verabreichten Kontrastmittels muß
daher als kritischer Faktor bei der Injektion optimiert werden. Eine Nachinjektion mit einem
Spülmittel, wie beispielsweise einer Kochsalzlösung, ermöglicht es, das verbleibende, im
zuführenden Patientenschlauch befindliche Kontrastmittel und teilweise auch das in der
Patientenvene befindliche Kontrastmittelvolumen auszunutzen. Die relativ preisgünstige
Kochsalzlösung spült den Injektionsweg nach und erhöht somit die Kontrastmittelausbeute
wesentlich.
Das in der DE 297 21 247 U1 beschriebene Injektionssystem hat den Nachteil, daß die
automatische Nachinjektion der Kochsalzspüllösung unabhängig von der tatsächlich durch
den Patientenschlauch strömenden Kontrastmittelmenge eingeleitet wird. Es besteht somit
keine Kontrolle der Menge von Kontrastmittel, die tatsächlich in den Körper des Patienten
gelangt. Wird dem Patientenkörper beispielsweise aufgrund eines fehlerhaften Anschlusses
des Kontrastmittelinjektors an den Schlauch lediglich ein Teil des von der
Kontrastmitteldruckspritze abgegebenen Kontrastmittels zugeführt, erfolgt eine
Nachinjektion, obwohl noch nicht genügend Kontrastmittel in den Körper des Patienten
gelangt ist. Diese zu geringe Menge an Kontrastmittel führt zu einer
Qualitätsverschlechterung bei der Röntgenbilddiagnose. Darüber hinaus weist das in der DE
297 21 247 U1 beschriebene Injektionssystem ein Sicherheitsproblem auf. Ist beispielsweise die
Motorsteuerung der maschinellen Kontrastmitteldruckspritze ungenau bzw. defekt, kann u. U.
eine zu hohe Menge von Kontrastmittel in den Patientenschlauch abgegeben werden, ohne
daß dies erfaßt wird und eine rechtzeitige Beendigung des Kontrastmittelzuflusses erfolgt.
Werden dem Patienten zu hohe Mengen von Kontrastmittel zugeführt, kann dies ge
sundheitliche Schädigungen bei dem Patienten hervorrufen.
Die WO 98/00186 A1 beschreibt ein Infusionsgerät zur Infusion unterschiedlicher Medikamente,
wobei die die Medikamente enthaltenden Behälter über Infusionspumpen steuerbar sind,
wobei die Infusionspumpen an eine gemeinsame Ausgangsleitung angeschlossen sind.
Sämtliche Infusionspumpen sind über eine Computereinheit gesteuert (Fig. 1, Fig. 2), oder es
werden durch einen Prozessor gesteuerte Schalteinrichtungen (Fig. 3) verwendet.
Ja der US 4,898,578 A und DE 43 20 365 A1 und Dosiersysteme beschrieben, bei der über eine
Eingabeeinheit computergestützt die Dosierungsmengen für die jeweiligen Medikamente bzw.
Infusionsmedien eingegeben und gesteuert werden können.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein zum Nachrüsten an vorhandene
Einkolbensysteme geeignetes Kontrastmittelinjektionssystem zu schaffen, bei dem ein zu
einem vorhandenen Injektor- bzw. Einkolbensystem zusätzlich vorzusehender zweiter
Injektor elektronisch vom ersten Injektor getrennt ist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 bzw. Patentanspruchs 2
angegebenen Merkmale gelöst.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung schafft somit ein Kontrastmittelinjektionssystem, welches gegenüber bereits
vorhandenen Einkolbensystemen nachrüstbar ist und die Verwendung eines weiteren Injektors
ermöglicht, der vom ersten Injektor elektronisch getrennt ist. Somit ist es möglich, bisher
eingesetzte Einkolbeninjektoren nachträglich auf ein Zweikolbensystem nachzurüsten, ohne
eine elektronische Verbindung gegenüber dem bereits eingesetzten Einkolbeninjektor
vorsehen zu müssen.
Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Kontrastmittelinjektionssystems beschrieben.
Die Figur zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Kontrastmittelinjektionssystems.
Das Kontrastmittelinjektionssystem besitzt einen ersten Injek
tor 1 zur Abgabe eines Kontrastmittels und einen zweiten Injek
tor 2 zur Abgabe einer Spülflüssigkeit. Die gezeigten Injekto
ren sind Einkolbeninjektoren, in die auswechselbare
Druckspritzen 3, 4 eingesetzt sind. In der Druckspritze 3 be
findet sich das zu injizierende Kontrastmittel, und in der
Druckspritze 4 eine Spülflüssigkeit, wie beispielsweise eine
Kochsalzlösung. Die beiden Druckspritzen 3, 4 sind jeweils über
Anschlüsse 5, 6 mit einem Adapter 7 verbunden. Der Adapter 7
ist über einen Anschluß 8 mit einem Schlauch 9 verbunden und
hat vorzugsweise Y-förmige Struktur. Der Schlauch 9 ist bei
spielsweise durch eine Injektionsnadel an ein Blutgefäß des
Patientenkörpers angeschlossen. Im Bereich des Adapters 7
und/oder ausgangsseitig der betreffenden Befüllungseinheit,
dargestellt durch die Befüllungsschläuche 12, 13, sind zwei
Rückschlagventile 10, 11, vorzugsweise zwei Doppelrückschlag
ventile 10, 11 vorgesehen. Über den Befüllschlauch 12 und das
Doppelrückschlagventil 10 ist die Druckspritze 3 mit Kontrast
mittel befüllbar. Über den Befüllschlauch 13 und das Doppel
rückschlagventil 11 ist die Druckspritze 4 mit einem Spülmittel
befüllbar. Erfindungsgemäß ist eine Erfassungseinrichtung 14
vorgesehen, welche die Beendigung der Kontrastmittelabgabe
durch den Kontrastmittelinjektor 1 erfaßt. Die Erfassungsein
richtung 14 ist vorzugsweise im Zweig 7a des Adapters 7 vorge
sehen, wie dies in der Figur gezeigt ist. Im Bedarfsfall kann
die Erfassungseinrichtung 14 auch an anderer Stelle vorgesehen
werden.
Zur Erhöhung der Überwachungssicherheit kann zusätzlich eine
zweite (nicht gezeigte) Erfassungseinrichtung z. B. in dem
Zweig 7c des Y-förmigen Adapters 7 vorgesehen sein. Die Erfas
sungseinrichtung 14 ist über eine Leitung 15 mit einer Steuer
einrichtung 16 verbunden. Die Steuereinrichtung 16 steuert über
eine Steuerleitung 17 die Abgabe der Spülflüssigkeit durch den
Spülinjektor 2.
Bei einer anderen Ausführungsform weist der Kontrastmittel
injektor 1 eine Statusanzeige 18 auf, beispielsweise eine Sta
tusanzeigelampe. Diese Statusanzeige 18 zeigt an, ob der Kon
trastmittelinjektor betriebsbereit ist oder ob die Injektion
beendet bzw. unterbrochen ist. Die Steuereinrichtung 16 ist
über eine Leitung 19 mit einer Statusanzeige-Erkennungseinrich
tung 20 verbunden, die erkennt, ob die Statusanzeigelampe 18
leuchtet. Die Statusanzeige-Erkennungseinrichtung 20 ist bei
spielsweise ein Optokoppler bzw. Phototransistor, der es ermög
licht, den Status des Kontrastmittelinjektors 1 galvanisch ge
trennt zu erfassen.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist die Steuereinrichtung
16 über eine Leitung 21 mit einer Kontrastmittelinjektionszeit-
Berechnungseinrichtung 22 verbunden, die eine Kontrastmittel
injektionszeit-Speichereinrichtung enthält. In dieser Kontrast
mittelinjektionszeit-Speichereinrichtung ist eine Kon
trastmittelinjektionszeit abspeicherbar. Die Kontrastmittelin
jektionszeit-Berechnungseinrichtung 22 weist eine Zeitgeberein
heit auf und gibt ein Signal über die Leitung 21 an die Steu
ereinrichtung 16 ab, wenn die gesamte Kontrastmittel-
Injektionszeit abgelaufen ist.
Bei einer weiteren bevorzugten Weiterbildung des erfindungsge
mäßen Kontrastmittelinjektionssystems ist die Steuereinrichtung
16 über eine Leitung 23 mit einer Kontrastmittelvolumen-Berech
nungseinrichtung 24 verbunden. Die Kontrastmittelvolumen-Be
rechnungseinrichtung 24 besitzt eine Kontrastmittelvolumen-
Speichereinrichtung, in der das von dem Kontrastmittelinjektor
1 abzugebende Gesamtkontrastmittelvolumen abspeicherbar ist.
Die Kontrastmittelvolumen-Berechnungseinrichtung 24 liefert
über die Leitung 23 ein Signal an die Steuereinrichtung 16,
wenn das Gesamtkontrastmittelvolumen erreicht wird.
Bei einer weiteren bevorzugten Weiterbildung des erfindungsge
mäßen Kontrastmittelinjektionssystems ist die Steuereinrichtung
16 über eine Leitung 25 mit einer Eingabeeinrichtung 26 verbun
den, durch die beispielsweise die Kontrastmittel-Gesamtinjek
tionszeit oder das Gesamtkontrastmittelvolumen eingebbar ist.
Das eingegebene Gesamtkontrastmittelvolumen wird dann in der
Speichereinrichtung der Kontrastmittelvolumen-Berechnungsein
richtung 24 abgespeichert. Die eingegebene Gesamtkontrastmit
telinjektionszeit wird in der Speichereinrichtung der Kontrast
mittelinjektionszeit-Berechnungseinrichtung 22 abgespeichert.
Im folgenden wird die Arbeitsweise des erfindungsgemäßen Kon
trastmittelinjektionssystems beschrieben. Die Erfassungsein
richtung 14 ist vorzugsweise eine Flüssigkeitsströmungs-Erfas
sungseinrichtung, welche die Beendigung der Kontrastmittelströ
ung in dem Abschnitt 7a erfaßt. Die Erfassungseinrichtung 14
gibt dann ein Signal an die Steuereinrichtung 16 ab, wenn keine
Flüssigkeitsbewegung in dem Abschnitt 7a feststellbar ist. In
der Steuereinrichtung 16 wird ein binäres Flag FS zurückgesetzt
(FS = 0), welches anzeigt, daß keine Strömung mehr in dem
Abschnitt 7a auftritt.
Die Flüssigkeitsströmungs-Erfassungseinrichtung 14 besteht bei
spielsweise aus einer lichtemittierenden Einheit und einer
lichtempfangenden Einheit zur Erfassung der durch die Flüssig
keitspartikel hervorgerufenen Lichtreflexion.
Die Erfassung der Lichtreflexion kann durch eine in demselben
Gehäuse befindliche Leuchtdiode und Phototransistor erfaßt wer
den. Das von der Leuchtdiode ausgesandte Licht wird von den
Flüssigkeitspartikeln im Abschnitt 7a reflektiert und vom Pho
totransistor empfangen. Tritt keine Reflexion auf, wird er
kannt, daß im Abschnitt 7a keine Flüssigkeitspartikel vorhanden
sind und somit die Strömung beendet ist.
Alternativ dazu kann auch eine Lichtschranke vorgesehen werden,
wobei das von einer lichtemittierenden Einheit abgestrahlte
Lichtsignal durch eine in dem Schlauch strömende Flüssigkeit
aufgrund der Partikelreflexion bei einer zugehörigen lichtemp
fangende Einheit schwächer empfangen wird.
Bei einer weiteren Ausführungsform besteht die Flüssigkeits
strömungs-Erfassungseinrichtung aus einer schallemittierenden
Einheit und einer schallempfangenden Einheit zur Erfassung der
durch die sich bewegenden Flüssigkeitspartikel hervorgerufenen
Schallfrequenzverschiebungen.
Bei einer geeigneten Ausführungsform besteht die Erfassungs
einrichtung 14 aus einer Ultraschallquelle, welche Ultra
schallwellen aussendet, die dann von den Flüssigkeitspartikeln
im Patientenschlauch zurückreflektiert werden. Die reflektier
ten Ultraschallwellen werden durch eine schallempfangende Ein
heit erfaßt, wobei die empfangene Ultraschallfrequenzverschie
bung proportional zur Strömungsgeschwindigkeit im Abschnitt 7a
ist.
Bei weiteren Ausführungsformen kann die Erfassungseinrichtung
14 aber auch photoelektrische, magnetische, induktive oder me
chanische Effekte zur Erkennung der Flüssigkeitsströmung in dem
Abschnitt 7a ausnützen.
Solange in dem Abschnitt 7a eine Kontrastmittelströmung erfaßt
wird, gibt die Erfassungseinrichtung 14 ein Meßsignal über die
Leitung 15 an die Steuereinrichtung 16 ab, welches den Strö
mungsfluß repräsentiert. Aus dem bekannten Schlauchquerschnitt
des Abschnitts 7a und dem erfaßten Strömungsfluß berechnet die
Kontrastmittelvolumen-Berechnungseinheit 24 das Kontrastmittel
volumen, welches dem Körper des Patienten appliziert wird. Er
reicht das applizierte Kontrastmittelvolumen das in der Spei
chereinrichtung der Kontrastmittelvolumen-Berechnungseinheit 24
abgespeicherte Gesamtkontrastmittelvolumen, gibt die Kontrast
mittelvolumen-Berechnungseinheit 24 ein Signal ab, welches das
Erreichen des Gesamtkontrastmittelvolumen anzeigt. Durch dieses
Signal wird beispielsweise in der Steuereinrichtung 16 ein bi
näres Volumenflag VE zurückgesetzt (VE = 0).
Die Kontrastmittelinjektionszeit-Berechnungseinrichtung 22 lie
fert ein Zeitablaufsignal an die Steuereinrichtung 16, wenn die
Gesamtkontrastmittelinjektionszeit abgelaufen ist. In der Steu
ereinrichtung 16 wird dann ein binäres Injektionszeitflag ZE
zurückgesetzt (ZE = 0).
Die gegebenenfalls zusätzlich vorgesehene Statusanzeige-Erfas
sungseinrichtung 20 liefert ein Erfassungssignal über die Lei
tung 19 an die Steuereinrichtung 16, wenn die Injektion durch
den Kontrastmittelinjektor 1 unterbrochen ist und die zugehöri
ge Statuslampe 18 leuchtet. In der Steuereinrichtung 16 wird
dann ein binäres Statusanzeigeflag SS zurückgesetzt (SS = 0).
Bei einer einfachen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kon
trastmittelinjektionssystems gibt die Steuereinrichtung 16 über
die Steuerleitung 17 ein Injektionsstartsignal an den Spülmit
telinjektor 2 ab, wenn das Strömungsflag FS zurückgesetzt wird.
Der Spülmittelinjektor 2 injiziert dann ein in der Druckspritze
4 befindliches Spülmittel über den Anschluß 6 in den rechten
Zweig 7b des Adapters 7 und drückt das in dem Patientenschlauch
9 noch befindliche Kontrastmittel in den Körper.
Zur Erhöhung der Sicherheit wird bei einer bevorzugten Ausfüh
rungsform des erfindungsgemäßen Kontrastmittelinjektionssystems
der Nachspülvorgang lediglich dann eingeleitet, wenn alle binä
ren Überwachungsflags FS, SS, VE, ZE zurückgesetzt sind. Bei
dieser bevorzugten Ausführungsform gibt die Steuereinrichtung
16 lediglich dann ein Injektionsstartsignal an den Spülmittel
injektor 2 ab, wenn das Strömungsflag FS, gegebenenfalls das
Statusanzeigeflag SS, das Kontrastmittelvolumenflag VE und das
Injektionszeitflag ZE zurückgesetzt ist (FS = 0, SS = 0, VE =
0, ZE = 0). Hierdurch wird die Sicherheit bei der Kontrastmit
telinjektion bedeutend erhöht, da auch Fehlerfälle erkannt wer
den können.
Auch die Überwachung einer mehrphasigen Kontrastmittelinjek
tion, bei der verschiedene Injektionsphasen (Injektionsschrit
te) einschließlich programmierter Injektionsverzögerungen bzw.
Pausezeiten zwischen den Injektionsphasen vorgesehen sind, kann
über die Steuereinrichtung 16 erfolgen.
Nach Injektion der ersten Injektionsphase wird zwar das Status
anzeigeflag SS und das Strömungsflag FS zurückgesetzt (FS = 0;
SS = 0), jedoch wird das Gesamtkontrastmittelvolumenflag VE und
das Injektionszeitflag ZE nicht zurückgesetzt (VE = 1; ZE = 1).
Erst wenn das gesamte Kontrastmittelvolumen appliziert ist und
die Gesamtkontrastmittelinjektionszeit abgelaufen ist, werden
auch diese Flags zurückgesetzt und die Nachinjektion des Spül
mittels durch den Spülmittelinjektor 2 eingeleitet.
Auch der Fehlerfall eines z. B. abgeknickten Patientenschlau
ches 9 ist durch die Steuereinrichtung 16 durch die Vielzahl
von Überwachungsflags erkennbar. Ist der Patientenschlauch 9
ungewollterweise abgeknickt, wird die Strömung unterbrochen und
das Strömungsflag FS zurückgesetzt. Der Druck in dem Schlauch
system steigt an, bis eine eingestellte Druckgrenze erreicht
wird, wodurch die Kontrastmittelströmung von dem Kon
trastmittelinjektor 1 selbständig reduziert oder abgebrochen
wird. Hierdurch verlängert sich die Kontrastmittelinjektions
zeit. Nach Ablauf der Gesamtkontrastmittelinjektionszeit wird
das Injektionszeitflag ZE zurückgesetzt, obwohl die Kontrast
mittelinjektion noch nicht abgeschlossen ist. Allerdings führt
auch dies nicht zu einer irrtümlichen Nachinjektion, da in die
sem Falle das Gesamtkontrastmittelvolumen noch nicht erreicht
wurde und das Kontrastmittelvolumenflag VE noch nicht zurückge
setzt ist (VE = 1). Das gesetzte Kontrastmittelflag VE verhin
dert die Einleitung der Nachinjektion.
In einem Zwischenfall bzw. Notfall, bei dem die Kontrastmittel
injektion durch den Kontrastmittelinjektor 1 gestoppt wird,
wird das Strömungsflag FS zwar zurückgesetzt, jedoch verhindern
die übrigen Überwachungsflags, d. h. das Statusanzeigeflag SS,
daß Injektionszeitflag ZE und das Injektionsvolumenflag VE, die
alle noch nicht zurückgesetzt sind, die Einleitung der Nachin
jektion. Erst wenn alle Überwachungsflags FS, SS, ZE und VE
zurückgesetzt sind, gibt die Steuereinrichtung 16 über die
Steuerleitung 17 ein Steuersignal zur Einleitung der Nachinjek
tion des Spülmittels durch den Spülmittelinjektor 2 ab.
Durch das Vorsehen verschiedener Überwachungsflags bei dem er
findungsgemäßen Kontrastmittelinjektionssystem wird die Sicher
heit bei der Kontrastmittelinjektion erheblich gesteigert. Dar
über hinaus können auch verschiedene Fehlerfälle, wie beispiel
sweise ein Abknicken des Patientenschlauchs oder eine Unterbre
chung der Kontrastmittelinjektion in einem Notfall, erkannt
werden.
Bei einer weiteren, nicht gezeigten Ausführungsform wird der
Spülmittel-Nachinjektor durch die Steuereinrichtung 16 fernge
steuert.
Wie man aus der Figur erkennen kann, besteht zwischen dem Kon
trastmittelinjektor 1 und der Nachinjektionssteuerung 16 sowie
dem Spülmittel-Nachinjektor 2 keine Verbindung über einen
elektrischen Anschluß. Das erfindungsgemäße Kontrastmittelin
jektionssystem eignet sich daher hervorragend zum Nachrüsten
bei einem bereits vorhandenen Kontrastmittelinjektor 1. Der
Kontrastmittelinjektor 1 muß lediglich an den Anschluß 5 des Y-
förmigen Adapters 7 angesteckt werden.
Das Nachfüllen der Druckspritzen 3, 4 wird vorzugsweise wie im
folgenden beschrieben durchgeführt. Die Befüllungsschläuche 12,
13 werden mit einem Vorratsbehälter verbunden. Daraufhin werden
die Kolben der Druckspritzen 3, 4 zurückgefahren, wodurch in
den Druckspritzkammern ein Unterdruck entsteht. Die Doppelrück
schlagventile 10, 11 geben den Weg zwischen dem Vorratsbehälter
und der Druckspritze frei, und die Flüssigkeit wird von dem
Vorratsbehälter in die Druckspritze eingesaugt. Gleichzeitig
gewährleistet das Doppelrückschlagventil 10, 11, daß während
eines Injektionsvorgangs von den Druckspritzen 3, 4 hin zu dem
Patientenschlauch 9 die Verbindung zu den Vorratsbehältern ge
schlossen bleiben. Nach erfolgter Injektion schließt das Dop
pelrückschlagventil 10, 11 aufgrund des Druckausgleichs. Da das
Doppelrückschlagventil 10, 11 nur eine Injektionsflüssigkeits
bewegung von der zugehörigen Druckspritze 3 bzw. 4 hin zum Kör
per des Patienten zuläßt, wird folglich auch ein Ansaugen einer
aus dem Körper des Patienten stammenden Körperflüssigkeit in
die Druckspritzenkammer verhindert. Die gleiche Wirkung läßt
sich erzielen durch Einsatz eines Rückschlagventils im Patien
tenschlauch 9.
Die Spülmittel-Nachinjektion führt zu einer erheblichen Er
sparnis beim Kontrastmittelverbrauch. Weist der Patienten
schlauch beispielsweise ein Volumen von ca. 2 ml und der rele
vante Anteil des venösen Systems ein Volumen von beispielsweise
10-15 ml auf, so beträgt die Kontrastmittelersparnis pro Pa
tient etwa 12 ml bzw. 17 ml.
Das erfindungsgemäße Kontrastmittelinjektionssystemn erkennt
durch die patientennahe Strömungserfassungseinrichtung ob zu
viel Kontrastmittel in den Körper des Patienten gelangt ist.
Ferner wird durch zusätzliche Überwachungsflags sichergestellt,
daß auch Fehlerfälle bei der Kontrastmittelinjektion erkannt
werden.
Bei einer Ausführungsform des Kontrastmittelinjek
tionssystems gemäß der Erfindung wird die Steuereinrichtung 16
über eine an dem Zusatzinjektor 2 bereits bestehende Interface-
Schnittstelle, beispielsweise für Handauslösung, verbunden.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist die Steu
ereinrichtung 16 eine eigene Stromversorgung auf, die unabhän
gig von der Stromversorgung der Injektoren 1, 2 ist. Hierdurch
wird eine zusätzliche Sicherheit bei der Kontrastmittelabgabe
gewährleistet.
Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Kontrastmittelinjektionssystems steuert die Steuerein
richtung 16 eine Anzeigeeinrichtung, die den Status der laufen
den Injektion anzeigt. Diese Anzeige informiert den Betrachter
beispielsweise darüber, wieviel Kontrastmittel bereits appli
ziert ist oder ob ein Fehlerfall aufgetreten ist.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
weisen die Druckspritzenaufnahmeöffnungen 27, 28 der Injektoren
1, 2 einer unterschiedlichen Querschnitt auf, der jeweils einer
unterschiedlichen Aufnahmeöffnung der Druckspritzen 3, 4
entspricht. Hierdurch werden Verwechslungen bei dem Einsetzen
der Druckspritzen in den falschen Injektor verhindert. Bei
spielsweise weist der Injektor 1 eine runde Aufnahmeöffnung zur
Aufnahme der Druckspritzen 3 auf, während der Zusatzinjektor 2
eine sechseckige Öffnung besitzt zur Aufnahme der Druckspritze
4. Die Druckspritze 3 ist mit Kontrastmittel gefüllt, während
die Druckspritzen 4 mit einem Spülmittel gefüllt sind. Ein irr
tümliches Vertauschen der Spritzen wird somit verhindert.
Claims (15)
1. Kontrastmittelinjektionssystem zur Injektion eines Kontrastmittels in einen Körper, mit
mindestens einem ersten Injektor (1) zur Abgabe des Kontrastmittels an einem mit dem
Körper verbunden Schlauch (9), und
mit mindestens einem zweiten Injektor (2) zur Abgabe einer Spülflüssigkeit an den Schlauch (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass unabhängig vom ersten Injektor (1) eine Steuereinrichtung (16) vorgesehen ist, die ausgangsseitig mit dem zweiten Injektor (2) zur Steuerung des zweiten Injektors (2) verbunden ist,
dass die Steuereinrichtung (16) eingangsseitig an eine Erfassungseinrichtung (14) geschaltet ist, welche die vom ersten Injektor (1) erzeugte Flüssigkeitsströmung in einem dem ersten Injektor (1) nachgeordneten Schlauchabschnitt (7a) erfasst, so dass die Steuereinrichtung (16) den zweiten Injektor (2) aktiviert, wenn die Erfassungseinrichtung (14) eine Unterbrechung der Flüssigkeitsströmung in dem an dem ersten Injektor (1) angeschlossenen Schlauchabschnitt (7a) feststellt.
mit mindestens einem zweiten Injektor (2) zur Abgabe einer Spülflüssigkeit an den Schlauch (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass unabhängig vom ersten Injektor (1) eine Steuereinrichtung (16) vorgesehen ist, die ausgangsseitig mit dem zweiten Injektor (2) zur Steuerung des zweiten Injektors (2) verbunden ist,
dass die Steuereinrichtung (16) eingangsseitig an eine Erfassungseinrichtung (14) geschaltet ist, welche die vom ersten Injektor (1) erzeugte Flüssigkeitsströmung in einem dem ersten Injektor (1) nachgeordneten Schlauchabschnitt (7a) erfasst, so dass die Steuereinrichtung (16) den zweiten Injektor (2) aktiviert, wenn die Erfassungseinrichtung (14) eine Unterbrechung der Flüssigkeitsströmung in dem an dem ersten Injektor (1) angeschlossenen Schlauchabschnitt (7a) feststellt.
2. Kontrastmittelinjektionssystem zur Injektion eines Kontrastmittels in einen Körper, mit
mindestens einem ersten Injektor (1) zur Abgabe des Kontrastmittels an einem mit dem
Körper verbunden Schlauch (9), und
mit mindestens einem zweiten Injektor (2) zur Abgabe einer Spülflüssigkeit an den Schlauch (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass unabhängig vom ersten Injektor (1) eine Steuereinrichtung (16) vorgesehen ist, die ausgangsseitig mit dem zweiten Injektor (2) zur Steuerung des zweiten Injektors (2) verbunden ist,
dass die Steuereinrichtung (16) eingangsseitig an eine Erfassungseinrichtung (20) geschaltet ist, welche ein vom ersten Injektor (1) erzeugtes optisches Signal auf Grund einer Unterbrechung der Injektion des ersten Injektors erfasst,
wobei der erste Injektor (1) eine Einrichtung (18) zur Erzeugung einer Statusanzeige als optisches Signal aufweist, so dass die Steuereinrichtung (16) den zweiten Injektor (2) aktiviert, wenn die Erfassungseinrichtung (20) eine Unterbrechung der Injektion oder der Flüssigkeitsströmung in dem an dem ersten Injektor (1) angeschlossenen Schlauchabschnitt (7a) feststellt.
mit mindestens einem zweiten Injektor (2) zur Abgabe einer Spülflüssigkeit an den Schlauch (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass unabhängig vom ersten Injektor (1) eine Steuereinrichtung (16) vorgesehen ist, die ausgangsseitig mit dem zweiten Injektor (2) zur Steuerung des zweiten Injektors (2) verbunden ist,
dass die Steuereinrichtung (16) eingangsseitig an eine Erfassungseinrichtung (20) geschaltet ist, welche ein vom ersten Injektor (1) erzeugtes optisches Signal auf Grund einer Unterbrechung der Injektion des ersten Injektors erfasst,
wobei der erste Injektor (1) eine Einrichtung (18) zur Erzeugung einer Statusanzeige als optisches Signal aufweist, so dass die Steuereinrichtung (16) den zweiten Injektor (2) aktiviert, wenn die Erfassungseinrichtung (20) eine Unterbrechung der Injektion oder der Flüssigkeitsströmung in dem an dem ersten Injektor (1) angeschlossenen Schlauchabschnitt (7a) feststellt.
3. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erfassungseinrichtung (14) eine lichtemittierende Einheit und eine
lichtempfangende Einheit zur Erfassung der durch die Flüssigkeitspartikel
hervorgerufenen Lichtreflexion aufweist.
4. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erfassungseinrichtung (14) eine schallemittierende Einheit und eine
schallempfangende Einheit zur Erfassung der durch die sich bewegenden
Flüssigkeitspartikel hervorgerufenen Schallfrequenzverschiebung aufweist.
5. Kontrastmittelinjektionssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (16) mit einer Kontrastmittelvolumen-Berechnungseinrichtung
(24) verbunden ist.
6. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontrastmittelvolumen-Berechnungseinrichtung (24) eine
Kontrastmittelvolumen-Speichereinrichtung aufweist, in der das in dem ersten Injektor
(1) befindliche Kontrastmittelvolumen abgespeichert wird.
7. Kontrastmittelinjektionssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (16) mit einer Kontrastmittelinjektionszeit-
Berechnungseinrichtung (22) verbunden ist.
8. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontrastmittelinjektionszeit-Berechnungseinrichtung (22) eine
Kontrastmittelinjektionszeit-Speichereinrichtung aufweist, in der die
Kontrastmittelinjektionszeit abgespeichert ist.
9. Kontrastmittelinjektionssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (16) mit einer Eingabeeinrichtung (26) zur Eingabe des
Kontrastmittelvolumens und der Kontrastmittelinjektionszeit verbunden ist.
10. Kontrastmittelinjektionssystem nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Injektor (1) und der zweite Injektor (2) über einen Adapter (7) mit einem
mit dem Körper verbundenen Schlauch (9) verbunden sind.
11. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass Ventile (10, 11) zur Befüllung der Injektoren (1, 2) vorgesehen sind.
12. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ventile (10, 11) durch die Steuereinrichtung (16) steuerbar sind.
13. Kontrastmittelinjektionssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Injektoren (1, 2) Ein- oder Mehrkolbeninjektoren sind.
14. Kontrastmittelinjektionssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auswechselbare Druckspritzen (3, 4) durch die Injektoren (1, 2) in
Aufnahmeöffnungen (27, 28) aufnehmbar sind.
15. Kontrastmittelinjektionssystem nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahmeöffnungen (27, 28) unterschiedliche den zugehörigen Druckspritzen
(3, 4) entsprechende Aufnahmeöffnungen aufweisen.
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