DE19859581A1 - Mehrlagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und Blattbildung - Google Patents
Mehrlagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und BlattbildungInfo
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Abstract
Aus der Praxis sind Papiermaschinensiebe bekannt, bei denen das Markierungsproblem nicht vollständig beherrscht wird, so daß weiterhin laufseitig entstehende Markierungen nicht ausgeschlossen sind. Das neue Papiermaschinensieb soll eine verringerte Markierneigung durch austauschend arbeitende Fäden und gleichzeitig ein höheres Verschleißvolumen aufweisen. DOLLAR A Erfindungsgemäß weist das Untergewebe austauschend wirkende, d. h. alternierend von der Laufseite (A) zur Mittellage (B) wechselnde Schußfäden (1) auf, die im Bereich des Austausches (C) die Kettfäden (2) überlappen und dadurch die Kette vor Verschleiß schützen und die auf der Papierseite zwischen den Gewebelagen laufend einen zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes bilden. DOLLAR A Mehrlagiges Papiermaschinensieb mit geringer Markierneigung und erhöhtem Verschleißvolumen.
Description
Die Erfindung betrifft ein mehrlagiges, insbesondere doppel oder dreilagiges Papiermaschi
nensieb zur Entwässerung und Blattbildung, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Papiermaschinensiebe sind beispielsweise aus der EP 432 413 bekannt. Sie stellen
Verbundgewebe dar und werden in der Naßpartie von Papiermaschinen eingesetzt, um die über
den Stoffauflauf auf das Sieb geleitete Fasersuspension zu entwässern und die entstehende
Papierbahn der Pressenpartie der Papiermaschine zuzuführen.
Da die Oberflächeneigenschaften des herzustellenden Papiers hinsichtlich seiner Bedruckbarkeit,
Glätte und Markierungsfreiheit weitgehend von der Beschaffenheit des Siebgewebes abhängen
und bekanntermaßen die anzustrebende hohe Verschleißfestigkeit solcher Siebgewebe nicht oder
nur unzulänglich mit der gewünschten Oberflächenqualität des Papiers harmonisiert, nimmt bei
spielsweise die Gewebestabilität mit der Feinheit eines Siebes ab, andererseits die angestrebte
Markierungsfreiheit, also der unerwünschte Fadenabdruck in der Papierbahnoberfläche, zu. Nun
ist zwar bereits versucht worden, die obige Problematik dadurch im Sinne der Herstellung einer
optimalen Papierqualität zu verbessern, daß zum Beispiel bei sogenannten dreilagigen Geweben
die einzelnen Gewebelagen durch eine Bindekette oder einen Bindeschuß miteinander verbunden
werden, wobei als Bindefäden zwei gewebeeigene Fäden verwendet werden, die in einer
besonderen Weise in die jeweils andere Gewebelage eingewebt werden.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß man durch diese Maßnahme das Markierungsproblem nicht
vollständig in den Griff bekommt, sondern daß insbesondere in den Fällen, in denen die
Verschleißfäden durchbindende Funktion haben, bei der die austauschend arbeitenden Fäden
entweder faserunterstützende und bindende oder faserunterstützende, bindende und verschleiß
vohumengebende oder faserunterstützende und verschleißvohumengebende Wirkung haben, die
Ursache für weiterhin laufseitig entstehende Markierungen sind.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, die Markierneigung von Papiermaschinen
sieben durch laufseitig austauschend arbeitende Fäden zu verringern und gleichzeitig das
Verschleißvolumen im Vergleich zu herkömmlichen Sieben, die austauschend wirkende Fäden
aufweisen, zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Untergewebe von austauschbar
wirkenden, d. h. alternierend von der Laufseite zur Mittellage wechselnden Schußfäden
gebildet wird, die im Austauschbereich die Kettfäden überlappen und dadurch die Kette vor
Verschleiß schützen, und die auf der Papierseite zwischen den Gewebelagen laufend einen
zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes bilden.
Der wesentliche Gedanke der Erfindung besteht somit darin, die laufseitigen Schußfäden
eines zwei- oder mehrlagigen Papiermaschinengewebes als zwischen der Mittellage und der
Laufseite des Gewebes austauschend arbeitenden Faden auszubilden, wodurch das
Untergewebe so abgepuffert wird, daß seine Markierneigung in bezug auf Entwässerungs
impulse wesentlich reduziert wird, während das Obergewebe auf dem Untergewebe
gewissermaßen schwimmt, wenn zwei- oder dreilagige Verbundgewebe Verwendung
finden. Dazu kommt, daß durch die gewählte Bindeform bei doppellagigen Geweben
laufseitig die entweder durchbindende Kette oder bei dreilagigen Geweben laufseitig die
Unterkette durch die laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt werden.
Unter Berücksichtigung der obigen Maßnahmen hat sich somit als vorteilhafte Weiter
bildung erwiesen, die laufseitig durchbindende bzw. bindende Kette im Bereich des
Austausches unter dem austauschend laufenden Schußbahn hindurchzuführen.
Für das Untergewebe kann vorzugsweise eine Atlas- oder Körperbindung oder eine von
diesen abgeleitete Bindung Verwendung finden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten beiden
Ausführungsbeispiele näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt (Kettschnitt) eines erfindungsgemäßen
doppellagigen Gewebes; und
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt (Kettschnitt) eines erfindungsgemäßen dreilagigen
Gewebes.
Das doppellagige Gewebe von Fig. 1 zeigt den Aufbau der aufeinanderfolgenden laufseitig
austauschend arbeitenden Schüsse. Dieses Gewebe besteht aus Schußfäden 1 und Kettfäden 2,
die in das Obergewebe 3 und das Untergewebe 4 eingebunden sind, welche durch durchwebende
Kettfäden miteinander verbunden sind.
Die Schußfäden 1 des Untergewebes wirken austauschend, d. h. sie wechseln alternierend von
der Laufseite A zur Mittellage B und überlappen dabei im Bereich des Austausches C die
Kettfäden 2, um diese vor Verschleiß zu schützen, der stattfinden würde, wenn diese Kettfäden
direkt mit der Papiermaschine, d. h. deren Entwässerungs- und Leitelementen im Bereich der
Blattbildungszone, in Berührung treten würden. Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bereichen
C befindet sich ein Bereich D, in dem die Schußfäden 1 austauschend in der Mittellage und damit
zwischen den Gewebelagen und oberhalb der sich in dieser Bindephase laufseitig befindlichen
Kettfäden 2 verlaufen, so daß sie einen zusätzlichen Puffer gegen vom Untergewebe verursachte
Markierung der Papierbahn bilden.
Wie ferner aus Fig. 1 ersichtlich, ist die laufseitig durchbindende Kette, das sind also die
Kettfäden 2 im Austauschbereich D, so angeordnet, daß sie unter dem austauschend laufenden
Schußfaden hindurchläult.
Dieses Untergewebe, dessen Obergewebe bei zwei und dreilagigen Sieben gewissermaßen auf
Ihm schwimmt, ist vorzugsweise in Atlas oder Köperbindung oder einer ihrer
Erweiterungen/Ableitungen gefertigt. Zusätzlich wird durch die gewählte Bindeform laufseitig
die durchbindende Kette, und zwar bei doppellagigen Geweben, wie in Fig. 1 gezeigt, durch die
laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt.
Ein dreilagiges erfindungsgemäßes Gewebe, das in Fig. 2 dargestellt ist, entspricht prinzipiell den
Merkmalen des oben in Verbindung mit Fig. 1 beschriebenen doppellagigen Gewebes, nur daß
beim dreilagigen Gewebe durch die gewählte Bindeform laufseitig die bindende Unterkette durch
die laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt wird.
Zusammenfassend läßt sich somit feststellen, daß im Gegensatz zu den bisher bekannten
austauschend wirkenden Bindungen mehrlagiger Papiermaschinensiebe, bei denen die
Verschleißfäden durchbindende Funktion haben und damit keine Markierungen verhindernde
Wirkung haben, dies beim erfindungsgemäß vorgeschlagenen Gewebe der Fall ist und darüber
hinaus das Verschleißvolumen im Vergleich zu dem besagten herkömmlichen Geweben erheblich
vergrößert wird.
Claims (3)
1. Mehrlagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und Blattbildung, bestehend aus
einer oberen und unteren Schußlage oder einem Obergewebe und einem Untergewebe,
die übereinander angeordnet und durch Bindefäden miteinander verbunden sind,
welche gewebeeigene Fäden sind, die in besonderer Weise in die jeweils andere
Gewebelage eingebunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergewebe
austauschbar wirkende, d. h. alternierend von der Laufseite zur Mittellage wechselnde
Schußfäden (1) aufweist, die im Austauschbereich die Kettfäden (2) überlappen und
dadurch die Kette vor Verschleiß schützen, und die auf der Papierseite zwischen den
Gewebelagen laufend einen zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes
bilden.
2. Mehrlagiges Gewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die laufseitig
bindenden bzw. durchbindenden Kettfäden (2) im Bereich des Austausches unter dem
austauschend verlaufenden Schußfäden (1) hindurchläuft.
3. Mehrlagiges Papiermaschinensieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Untergewebe in Atlas- oder Köperbindung oder einer ihrer Erweiterun
gen/Ableitungen gefertigt ist.
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